(19)
(11) EP 0 041 280 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
09.12.1981  Patentblatt  1981/49

(21) Anmeldenummer: 81200448.9

(22) Anmeldetag:  23.04.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3F41D 10/38
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR IT LI SE

(30) Priorität: 04.06.1980 CH 4319/80

(71) Anmelder: Werkzeugmaschinenfabrik Oerlikon-Bührle AG
CH-8050 Zürich (CH)

(72) Erfinder:
  • Jenny, Erich
    CH-8603 Schwerzenbach (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Munitionskanal


    (57) Der Munitionskanal ist durch eine Mehrzahl von neben- ' einander angeordneten Lamellen (L1 bis Ln) gebildet, die über elastische Elemente (13) miteinander verbunden sind. Die Lamellen (L1 bis Ln) sind zwischen zwei Endteilen aufeinerzur Elevationsachse der Waffe koaxialen Welle (5) schwenkbar angeordnet. Die der Elevation entsprechende Verschwenkung eines der Endteile wird über die federnd angeordneten Elemente (13) gleichmässig auf einzelne Lamellen übertragen, wodurch eine präzise Munitionszuführung bei jedem Elevationswinkel der Waffe gewährleistet ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Munitionskanal zum Zuführen der Munition zu einer um eine Elevationsachse (E) schwenkbare Waffe (4), mit zwei Endteilen, von denen der eine mit der Waffe (4) schwenkbar ist, mit einer Mehrzahl von zwischen den beiden Endteilen schwenkbar angeordneten Lamellen (Ll-Ln), durch welche zug- und torsionsfedernde Elemente geführt sind.

    [0002] Bei einem bekannten Munitionskanal dieser Art (GB-PS 583 410) weisen die nebeneinander angeordneten Lamellen ineinander greifende Vorsprünge, bzw. Vertiefungen auf, über welche die Lamellen bajonettverschlussartig aufeinandergelagert sind. Zudem sind die Lamellen über zwei durchgehende flexible federnd angeordnete, bzw. als Feder ausgebildete Elemente miteinander verbunden.

    [0003] Nachteil dieser bekannten Anordnung ist der komplizierte Aufbau der einzelnen Lamellen.

    [0004] Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, einfache, leicht herzustellende Lamellen zu schaffen.

    [0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, dass die Lamellen (LI-Ln) auf einer an den beiden Endteilen schwenkbar befestigten, zur Elevationachse koaxialen Welle (5), schwenkbar gelagert sind, und dass die Elemente (13) im gleichen radialen Abstand von der Welle (5) angeordnet sind.

    [0006] In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt und im folgenden näher beschrieben. Es zeigen:

    Fig. 1 ein erstes Ausführungsbeispiel eines Munitionskanals in Seitenansicht in einer der maximalen Elevation entsprechenden Stellung;

    Fig. 2 den Munitionskanal nach Fig. 1 in Ansicht und teilweise im Schnitt;

    Fig. 3 eine Lamelle des Munitionskanals im Detail;

    Fig. 4 einen Teilschnitt nach Linie IV-IV in Fig. 3;

    Fig. 5 ein weiteres Ausführungsbeispiel des Munitionskanals, vereinfacht dargestellt, und

    Fig. 6 zwei Beispiele für Elemente zur Verbindung einzelner Lamellen des Munitionskanals.



    [0007] In Fig. 1 und 2 ist ein Munitionskanal 1 dargestellt, dessen Endteile durch eine Wand 2 einerseits und durch eine drehbar gelagerte Scheibe 3 anderseits gebildet sind. Die Wand 2 ist in nicht näher dargestellter Weise beispielsweise mit einem Patronenmagazin oder mit einem weiteren, zum Magazin führenden Kanalabschnitt verbunden. Die Scheibe 3 ist mit einer Waffe 4 verbunden und mit dieser um eine Elevationsachse E schwenkbar.

    [0008] Koaxial zur Elevationsachse E der Waffe ist eine Welle 5 in der Wand 2 befestigt und in der Scheibe 3 gelagert. Der Munitionskanal 1 ist durch eine Mehrzahl von Lamellen LI bis L gebildet, die mit ihren Oeffnungen 6 auf der Welle 5 schwenkbar gelagert sind. Die Lamellen L1 bis Ln, deren Form am besten aus Fig. 3 ersichtlich ist, sind jeweils mit einer Durchtrittsöffnung 7 für die Munition versehen. Auf einem gemeinsamen Radius R um die Achse der Oeffnung 6 sind drei Paar Oeffnungen 10 in den Lamellen L angefertigt, von denen je ein Paar auf jeder Seite der Oeffnung 6 im unteren Bereich 11 der Lamelle angeordnet sind, während sich das dritte Paar im oberen Bereich 12 der Lamelle L befindet.

    [0009] Durch die einander entsprechenden Oeffnungen 10 aller La-mellen L1bis Ln werden elastische Elemente 13 geführt, die an den Endteilen, d.h. an der Wand 2 sowie an der schwenkbaren Scheibe 3 in nicht näher dargestellter Weise befestigt sind.

    [0010] Die Durchtrittsöffnung 7 der Lamelle L ist gemäss Fig. 3 im mittleren Bereich erweitert und mit einer axialen Führungsfläche 8 für Patronengurte versehen. Die Führungsfläche 8 sorgt dafür, dass die Patronenspitze nie die Lamellen touchiert. Die Führungsfläche 8 (Fig. 4) ist durch ein Stück Material gebildet, das eine grössere Härte aufweist als die Patronengurte selber. Mit Vorteil wird ein Stück vom gehärteten Stahl in das Material der Lamellen, die beispielsweise aus Kunststoff hergestellt werden, eingegossen.

    [0011] Die Wand 2 ist mit einer Eintrittsöffnung 14 (Fig. l) versehen, deren Längsachse mit Vorteil unter einem ungefähr dem mittleren Elevationswinkel entsprechenden Ausgangswinkel zur horizontalen Ebene geneigt ist. Aus Fig. 2 ist die Stellung der ersten Lamelle L1 ersichtlich, deren Durchtrittsöffnung 7 praktisch dauernd unter dem gleichen Ausgangswinkel geneigt ist wie die in Fig. 2 nicht dargestellte Eintrittsöffnung 14. Die Befestigungspunkte für die Elemente 13 an der Wand 2 entsprechen der Anordnung der Oeffnungen 10 für eine unter gleichem Ausgangswinkel geneigte Lamelle L.

    [0012] Die Scheibe 3 ist mit einer Austrittsöffnung 15 versehen (Fig. 1), deren Form der Durchtrittsöffnung 7 der Lamellen L entspricht. Der Verteilung der Oeffnungen 10 gegenüber der Durchtrittsöffnung 7 einer Lamelle L entsprechend sind auch die Befestigungspunkte für die Elemente 13 an der Scheibe 3 gegenüber der Austrittsöffnung 15 verteilt, alle im gleichen Abstand von der Elevationsachse angeordnet.

    [0013] Die Scheibe 3 ist zusammen mit der um die Elevationsachse E verschwenkbaren Waffe 4 in beiden Drehrichtungen verschwenkbar. Ueber die Elemente 13 wird die Verschwenkung der Scheibe 3 auf die Lamellen L , Ln-1 .... bis L1 übertragen, wobei die Durchtrittsöffnung 7 der letzten Lamelle Ln jeweils praktisch unter dem gleichen Winkel geneigt wird wie die Austrittsöffnung 15 der Scheibe 3. Damit die der jeweiligen Elevation der Waffe 4 entsprechende Verschwenkung gleichmässig auf alle Lamellen Ln-1, Ln-2 usw. übertragen wird, sind die Elemente 13 vorzugsweise im ganzen Bereich elastisch bzw. zug- und torsionsfedernd ausgebildet; beispielsweise können Gummibänder oder -schläuche, vorgespannte Zug- und Torsionsfedern usw. als Elemente 13 verwendet werden (Fig. 6). Allerdings können auch bisher bekannte flexible Mittel erfindungsgemäss elastisch zwischen den Endteilen des Munitionskanals vorgespannt werden, wie es in Fig. 5 schematisch dargestellt ist. Mit 13a ist der flexible, mit 13b der elastische Befestigungsteil der Elemente 13 bezeichnet.

    [0014] In Fig. 2 ist eine der maximalen Elevation entsprechende extreme Verschwenkung der letzten Lamelle Ln um einen Winkelt α gegenüber der ersten Lamelle L1 dargestellt; eine der minimalen Elevation entsprechende extreme Verschwenkung derselben um einen Winkel ß in der anderen Drehrichtung ist strichpunktiert angedeutet.

    [0015] Bei Verschwenkung der Scheibe 3 werden die durch die Oeffnungen 10 einzelner Lamellen L geführten elastischen Elemente 13 in der Länge gespannt und auf einem virtuellen Zylindermantel mit Radius R schraubenförmig gewunden (vgl. Fig. l). Dabei wird die Verschwenkung gleichmässig auf alle Lamellen L1 bis Ln übertragen.

    [0016] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel werden 30 Lamellen L verwendet. Beim Elevationsbereich von -5° bis + 85° wurde ein Ausgangswinkel von 30 gewählt.

    [0017] Die erfindungsgemässe Wahl des Ausgangswinkels bringt wesentliche Vorteile. So wird eine Patronenzuführung auf engstem Raum, d.h. bei der minimal notwendigen Kanallänge realisiert. Der notwendige Abstand beider Endteile des Munitionskanals (Wand 2, Scheibe 3) hängt nämlich von der Verwindbarkeit der Patronengurte ab. Es ist beispielsweise durchaus möglich, den Ausgangswinkel einem extremen Elevationswinkel (z.B. -5°) anzupassen und die Lamellen L1 bis Ln nur in einer Drehrichtung zu verschwenken. Der dabei notwendige von der Verwindbarkeit des Gurtes abhängige Abstand beider Endteile konnte durch die erfindungsgemässe Wahl des Ausgangswinkels halbiert werden, da die Verwindbarkeit der Patronengurte in beiden Drehrichtungen optimal ausgenützt wird. Da die Verwindbarkeit in beiden Drehrichtungen jeweils etwas unterschiedlich ist, weicht auch der Ausgangswinkel etwas vom mittleren Elevationswinkel ab (30° anstatt 40°).

    [0018] Beim in Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispiel sind drei Paar Elemente 13 vorgesehen. Es können allerdings nur drei einzelne oder gar eine andere Anzahl Elemente 13 gewählt werden, je nach Elastizität der verwendeten Elemente 13, wobei auf gleichmässige Kräfteübertragung bzw. auf günstige Beanspruchung der Lamellen zu achten ist. Dadurch, dass alle Elemente 13 im gleichen radialen Abstand von der Welle 5 angeordnet sind, wird für eine gleichmässige Beanspruchung der einzelnen Elemente 13 gesorgt.


    Ansprüche

    1. Munitionskanal zum Zuführen der Munition zu einer um eine Elevationsachse (E) schwenkbare Waffe, mit zwei Endteilen, von denen der eine mit der Waffe (4) schwenkbar ist, mit einer Mehrzahl von zwischen den beiden Endteilen schwenkbar angeordneten Lamellen (Ll-Ln), durch welche zug- und torsionsfedernde Elemente (13) geführt sind, dadurch gekennzeichnet, dass die Lamellen (L1-Ln) auf einer an den beiden Endteilen schwenkbar befestigten, zur Elevationsachse koaxialen Welle (5) schwenkbar gelagert sind und dass die Elemente (13) im gleichen radialen Abstand von der Welle (5) angeordnet sind.
     
    2. Munitionskanal nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens drei Elemente (13) vorhanden sind.
     
    3. Munitionskanal nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Elemente (13) durch Gummibänder gebildet sind.
     
    4. Munitionskanal nach Anspruch 1, mit einer dem einen Endteil zugeordneten Austrittsöffnung (15) und mit einer dem anderen Endteil zugeordneten Eintrittsöffnung (14), dadurch gekennzeichnet, dass die Eintrittsöffnung (14) um einen , dem mittleren Elevationswinkel entsprechenden Winkel zur horizontalen Ebene geneigt ist, und dass die Austrittsöffnung (15) aus dieser Ausgangslage durch Verschwenken des Endteiles (3) in beiden Drehrichtungen dem momemtanen Elevationswinkel entsprechend verschwenkbar ist.
     
    5. Munitionskanal nach Anspruch 3, bei dem jede Lamelle (L1-Ln) als eine Scheibe mit einer der Munition entsprechenden Durchtrittsöffnung (7) ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, dass jede Lamelle (L1-Ln) eine der Welle (5) entsprechende Oeffnung (6) aufweist und mit mindestens drei Oeffnungen (10) für die Elemente (13) versehen ist.
     
    6. Munitionskanal nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass zwei der drei Oeffnungen (10) zu einer Seite der Durchtrittsöffnung (7) und zu beiden Seiten der Welle (5) entsprechenden Oeffnung angeordnet sind und die dritte Oeffnung (10) sich auch der anderen Seite der Durchtrittsöffnung (7) befindet.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht