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EP 0 041 497 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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02.01.1986 Patentblatt 1986/01 |
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Anmeldetag: 26.05.1981 |
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Verfahren und Einrichtung zur Kühlung von heissen Schüttgütern
Method and apparatus of cooling hot bulk materials
Procédé et dispositif de refroidissement de matières chaudes en vrac
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE FR GB LU NL SE |
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Priorität: |
30.05.1980 AT 2875/80
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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09.12.1981 Patentblatt 1981/49 |
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Anmelder: WAAGNER-BIRO AKTIENGESELLSCHAFT |
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A-1221 Wien (AT) |
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Erfinder: |
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- Beckmann, Georg, Dr.
A-1030 Wien (AT)
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| (74) |
Vertreter: Wallner, Gerhard, Dipl.-Ing. |
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Waagner-Biro Aktiengesellschaft
Patentreferat
Postfach 11 1221 Wien 1221 Wien (AT) |
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Entgegenhaltungen: :
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Kühlung von heißem Schüttgut, wie z. B.
glühendem Koks, Klinker oder Sinter in einem bunkerförmigen Kühler und eine Einrichtung
zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Aus der DE-B 1 220 779 ist nach einem Drehrohrofen ein Rostkühler bekannt, durch
den Kühlluft in mehreren Teilströmen zur Abkühlung des Klinkers eingeblasen wird.
Die weniger hoch temperierten Kühlluftteilströme werden in einem Wärmetauscher zur
Aufheizung eines Trocknungsgases vor Ableitung in den Kamin abgekühlt, wobei rippenförmige
Prall- und Leitbleche zur Abscheidung des Klinkerstaubes und zur Verbesserung des
Wärmeüberganges vorgesehen sind. Der höher temperierte Kühlluftstrom dient zur direkten
Wärmerückführung in den Drehrohrofen, in dem er als Verbrennungsluft Verwendung findet.
[0003] Um den Grundflächenbedarf zu verringern, sind Schachtkühler, wie sie in der GB-A
628 437 geoffenbart sind, bekannt geworden, bei welchen das Kühlgas in einem bunkerförmigen
Kühler rückgekühlt wird. Bei diesen Einrichtungen wurden Maßnahmen zur Verhinderung
der Überhitzung von Rückkühlflächen bekannt, indem Bypassschaltungen für die gefährdeten
Heizflächen vorgesehen wurden. Diese Maßnahme verlagert aber die Überhitzung auf andere
Heizflächen. Gemäß der US-A 3 730 849 wird zur Kühlung des heißen Schüttgutes ein
Schachtkühler vorgeschlagen, in welchem Kühlrohre eingebaut sind, die vom heißen Schüttgut
außen beaufschlagt werden.
[0004] Die DE-PS 492.943 offenbart eine Kokstrockenkühlanlage, bei der oberhalb der heißen
Koksschüttung Strahlungsheizflächen (Fig. 6) vorgesehen sind. Da in der Kokszuführung
keine Speichereinrichtungen vorgesehen sind, wird jeweils eine Kokskübelfüllung über
die freie Oberfläche im Kühlbehälter geschüttet. Hiebei strahlt nur die oberste Schichte,
die gleichzeitig die darunter liegenden Schichten abisoliert, so daß die unteren Schichten
nur durch die Gaskühlung gekühlt werden. Dies bewirkt einerseits nur eine geringe
Ausnützung der Strahlungswärme und andererseits ein stetes Auf- und Abklingen der
Strahlung entsprechend dem Rhythmus der Kokskübelanlieferung. Dies führt zu Schwankungen
in der Dampferzeugerleistung, also zu wärmewirtschaftlichen Schwierigkeiten, die durch
das Zusatzpatent (DE-PS 498.745, Spalte 1, Zeilen 19, 20) behoben werden sollen. Hiezu
wird die Strahlungsheizfläche steiler als der Schüttgutwinkel angeordnet, wobei ein
Teil der Heizfläche vom Schüttgut berührend überschüttet wird.
[0005] Die vorliegende Erfindung hat es sich zur Aufgabe gestellt, die Kühlflächen vom Abrieb
unabhängig zu gestalten, sowie deren Wärmeaufnahmefähigkeit zu verbessern bzw. die
Kühlung des Schüttgutes durch das Kühlgas durch die Abfuhr der Strahlungswärme möglichst
weitgehend zu ersetzen. Das erfindungsgemäße Verfahren verringert somit infolge der
Verkleinerung des umzuwälzenden Gasvolumens den Querschnitt des Kühlbunkers bzw. die
Gasgeschwindigkeit des Kühlgases am Austritt aus der freien Schüttgutoberfläche und
dessen Staubmitnahme, so daß sich auch das Entstaubungsproblem vereinfacht.
[0006] Durch die in Anspruch 1 angegebene Merkmalkombination wird die erfindungsgemäße Aufgabe
verfahrensmäßig gelöst. Die erfindungsgemäße Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens
ist dadurch gekennzeichnet, daß in einem bunkerförmigen Kühler, welchen das zu kühlende
Schüttgut durchwandert, und in welchem das Schüttgut im Gasstrom gekühlt wird, oberhalb
des Austrittes des Kühlgases aus dem Kühler und oberhalb der freien Schüttgutoberfläche
dieser zugewendet eine Strahlungskühlfläche vorgesehen ist.
[0007] Die Erfindung ist in den Fig. 1 bis 3 beispielsweise und schematisch dargestellt.
Es zeigen
Figur 1 einen kegelförmigen Bunker
Figur 2 einen 2-teiligen Kühlbunker
Figur 3 einen Kühlbunker hinter einem Drehrohrofen.
[0008] In Fig. 1 ist ein kegelförmiger Kühler dargestellt, bei dem das Schüttgut über einen
zentralen Trichter 12 (Schüttgutvorlage) eingebracht wird. Wird an der Unterseite
des kegeligen Endes des bunkerförmigen Kühlers Schüttgut kontinuierlich abgezogen,
so senkt sich die Schüttgutoberfläche 3 innerhalb des Kühlers und frisches heißes
Schüttgut wird aus dem zentralen Trichter 12 im Kühler aufgeschüttet, so daß die Strahlungsheizflächen
4 durch die intensive Wärmebestrahlung des frisch aufgeschütteten Schüttgutes beheizt
werden. Zur Intensivierung der Kühlung ist darüber hinaus eine Gaskühlung vorgesehen,
mittels welcher ein kaltes Kühlgas über das Gebläse 13 einer Gasverteileinrichtung
14 dem bereits teilweise abgekühlten Schüttgut zugeführt wird. Das Kühlgas strömt
durch die Schichten des Schüttgutes hin nach oben, wird im ringförmigem Raum 15 oberhalb
der Schüttgutoberfläche (3) gesammelt und über den Austritt 6 der Rückkühleinrichtung
16 zugeführt.
[0009] In Fig. 2 ist eine Konstruktionsvariante des bunkerförmigen Kühlers zu Fig. 1 dargestellt,
bei welcher die Gasbehandlungszone 10 mit der Gaskühlung 5 getrennt von einer Schüttgutvorlage
7 mit einer freien Schüttgutoberfläche (19) ausgebildet ist, in welcher das heiße
Schüttgut allein durch die Strahlungsheizfläche (17) abgekühlt wird. Durch diese Maßnahme
wird erreicht, daß das Kühlgas bei seinem Austritt 6 aus der Gasbehandlungszone eine
bedeutend geringere Temperatur aufweist, so daß Überhitzungen in der Gasleitung mit
Sicherheit vermieden werden können. Auch bei dieser Ausführung ist in der Nähe des
Gasaustrittes 6 eine Strahlungsheizfläche 4 ähnlich jener mit dem Bezugszeichen 17
vorgesehen, wodurch das Kühlgas weiter entlastet wird.
[0010] In Fig. 3 ist eine Kühleinrichtung für heiße kohlenstoffhältige Schüttgüter dargestellt,
die in einem Drehrohrofen 17 erhitzt wurden. Beim Austritt des Schüttgutes aus dem
Drehrohrofen 17, der die Schüttgutvorlage (7,12) ersetzt, in den bunkerförmigen Kühler
1 ist eine Strahlungsheizfläche 4 vorgesehen, über welche die von der Oberfläche 3
des Schüttgutes ausgehende Wärmestrahlung kontinuierlich abgeführt wird. Das heiße
Schüttgut wird dabei soweit abgekühlt, daß es in der Gasbehandlungszone, auch wenn
es von Luft durchströmt wird, nicht weiter erhitzt, bzw. verbrennt, und seine Wärme
an das Gas bzw. die Luft abgibt, welche über die Leitung 18 in den Drehrohrofen abgegeben
wird und dort zur Verbrennung eines Teiles des im Schüttgut enthaltenen Kohlenstoffes
Verwendung findet.
1. Verfahren zur Kühlung von heißem Schüttgut, wie z. B. glühendem Koks, Klinker oder
Sinter, in einem bunkerförmigen Kühler, bei dem das Schüttgut durch die von der Oberfläche
des ausgebreiteten Schüttgutes (2) im Kühler (1) ausgehende intensive Wärmestrahlung
mittels oberhalb der freien Schüttgutoberfläche (3) angeordnete Strahlungskühlflächen
(4) abgekühlt und die strahlende Schüttgutoberfläche (3) ständig aus einer dem Kühler
(1) vorgeschalteten Schüttgutvorlage (12) über eine Verengung mit heißem Schüttgut
überschüttet wird, während die teilweise abgekühlten Schüttgutschichten absinken und
vom Kühlgasstrom zumindest über einen Teil der Höhe des Kühlers umströmt und in an
sich bekannter Weise weiter abgekühlt werden und im abgekühlten Zustand aus dem Kühler
kontinuierlich ausgetragen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Schüttgut (2) durch
Abführen der Strahlungswärme bis unter die Zündtemperatur abgekühlt und anschließend
durch sauerstoffhältige Gase, wie z. B. Luft, die als vorgewärmte Verbrennungsluft
weiter verwendet wird, auf nahezu Umgebungstemperatur abgekühlt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Abführung eines Teiles
der Strahlungswärme in einer dem Kühler (1) mit dem Kühlgasstrom als getrennte Kammer
vorgeschalteten Schüttgutvorlage (7) erfolgt, in welcher das heiße Schüttgut allein
durch die Strahlungsheizflächen (17) abgekühlt wird, bevor es in den Kühler (1) gelangt.
4. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach mindestens einem der Ansprüche
1 bis 3, mit einem bunkerförmigen Kühler (1) und einer Strahlungskühlfläche (4) dadurch
gekennzeichnet, daß oberhalb des Austrittes (6) des Kühlgases aus dem Kühler (1) eine
Schüttgutvorlage (12) vorgesehen ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Austritt (6) des Kühlgases
aus dem Kühler (1) durch eine Schüttgutschicht (11) von der Strahlungskühlfläche (4)
getrennt angeordnet ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Kühler (1)
eine Schüttgutvorlage (7) aufweist, in welcher zumindest ein Teil der Strahlungskühlfläche
(17) in Nähe des Einlasses (8) oberhalb der freien Schüttgutoberfläche (19) vorgesehen
ist und daß der Auslaß (9) der Schüttgutvorlage (7) als Verengung ausgebildet ist,
über welche das Schüttgut der Gasbehandlungszone (10) zugeführt wird und daß unterhalb
der durch eine Schüttgutschicht vom Kühlgasaustritt getrennten Strahlungskühlfläche
(17) eine zweite Strahlungskühlfläche (4) im Bereich oberhalb des Austrittes (6) des
Kühlgases aus dem Kühler (1) und oberhalb einer zweiten freien Schüttgutoberfläche
(3) vorgesehen ist.
1. Method of cooling hot bulk material such as for example incandescent coke, clinker
or sinter, in a cooler in form of a hopper, in which the bulk material is cooled by
the intense heat radiation emitted by the surface of the bulk material (2) spread
in the cooler (1) by means of radiation cooling surfaces (4) located above the free
bulk material surface (3), and in which the radiating bulk material surface (3) is
constantly covered with hot bulk material which comes from a bulk material filling
tank (12) located above the cooler (1) and is fed into the cooler via a narrow pass,
while the partly cooled layers of bulk material sink down and are cooled according
to the well-known method by the cooling gas stream flowing around at least part of
the height of the cooler, the cooled bulk material then being discharged continuously
from the cooler.
2. Method according to claim 1 characterized in that the bulk material (2) is cooled
down by eliminating the radiation heat until it reaches a temperature below the inflammation
temperature and that it subsequently is cooled by oxygenous gases, such as air for
example, which is then reused as preheated combustion air, until an almost ambient
temperature is reached.
3. Method according to claim 1, characterized in that part of the radiation heat is
eliminated in a bulk material filling tank (7) which is a separate chamber located
above the cooler (1) with the cooling gas stream and that in this filling tank the
bulk material is cooled only by means of the radiation cooling surfaces (17) before
it falls into the cooler (1).
4. Apparatus for the execution of the method according to at least one of the claims
1 to 3 with a cooler designed as a hopper (1) and a radiation cooling surface (4)
characterized in that a bulk material filling tank (12) is located above the outlet
(6) of the cooling gas of the cooler (1).
5. Apparatus according to claim 4 characterized in that the outlet (6) of the cooling
gas of the cooler (1) is separated from the radiation cooling surface (4) by a layer
of bulk material (11).
6. Apparatus according to claim 4 or 5, characterized in that the cooler (1) is provided
with a bulk material filling tank (7) in which at least part of the radiation cooling
surface (17) is provided near the inlet (8) above the free bulk material surface (19)
and that the outlet (9) of the bulk material filling tank (7) is designed as a narrow
pass feeding the bulk material into the gas treatment zone (10) and that underneath
the radiation cooling surface (17) which is separated from the cooling gas outlet
by a layer of bulk material a second radiation cooling surface (4) is located in the
area above the outlet (6) of the cooling gas of the cooler (1) and above a second
free bulk material surface (3).
1. Procédé de refroidissement de matières chaudes en vrac telles que par exemple du
coke incandescent, du clinker, du minéral grillé ou du laitier de fer dans un refroidisseur
en forme de trémie dans laquelle les matières en vrac sont refroidies par élimination
du rayonnement calorifique intense émanant de la surface des matières en vrac (2)
étalées dans le refroidisseur (1) moyennant des surfaces de refroidissement du rayonnement
(4) qui se trouvent au-dessus de la surface libre des matières en vrac (3) et dans
laquelle la surface rayonnante des matières en vrac (3) est constamment couverte de
matières chaudes en vrac venant d'un pertuis d'un récipient de chargement de matières
en vrac (12), tandis que les couches des matières en vrac partiellement refroidies
descendent et sont entourées du courant de gaz de refroidissement au moins dans une
partie de la hauteur du refroidisseur et se refroidissent de manière généralement
connue et se déchargent continuellement du refroidisseur en état refroidi.
2. Méthode selon revendication 1 caractérisée en ce que les matières en vrac (2) sont
refroidies jusqu'au-dessous de la température d'inflammation par dissipation du rayonnement
calorifique et ensuite sont refroidies jusqu'à la température ambiante moyennant des
gaz oxygénés tels que de l'air par exemple qui sont réutilisés comme air de combustion
préchauffé.
3. Méthode suivant revendication 1 caractérisée en ce que la dissipation d'une partie
du rayonnement calorifique se fait dans un récipient de chargement de matières en
vrac (7) qui est une chambre séparée située avant le refroidisseur (1) avec le courant
de gaz de refroidissement. Dans ce récipient les matières en vrac se refroidissent
uniquement par les surfaces de refroidissement du rayonnement avant qu'elles arrivent
au refroidisseur (1).
4. Dispositif pour l'exécution du procédé suivant au moins une des revendications
1 à 3 à l'aide d'un refroidisseur en forme de trémie (1) et d'une surface de refroidissement
du rayonnement (4) caractérisé en ce qu'au-dessus de la sortie (6) du gaz de refroidissement
du refroidisseur (1) est prévu un récipient de chargement de matières en vrac.
5. Dispositif suivant revendication 4 caractérisé en ce que la sortie (6) du gaz de
refroidissement du refroidisseur (1) est séparée de la surface de refroidissement
du rayonnement (4) par une couche de matières en vrac.
6. Dispositif suivant revendication 4 ou 5 caractérisé en ce que le refroidisseur
(1) est pourvu d'un récipient de chargement de matières en vrac dans lequel au moins
une partie de la surface de refroidissement du rayonnement (17) est située près de
l'entrée (8) au-dessus de la surface libre des matières en vrac et que la sortie (9)
du récipient de chargement de matières en vrac (7) est construite comme pertuis par
lequel les matières en vrac arrivent dans la zone de traitement de gaz (10) et en
ce qu'au-dessous de la surface de refroidissement du rayonnement (17) séparée de la
sortie du gaz de refroidissement par une couche de matières en vrac est située une
deuxième surface de refroidissement du rayonnement (4) dans la zone au-dessus de la
sortie (6) du gaz de refroidissement du refroidisseur (1) et au-dessus d'une deuxième
surface libre de matières en vrac (3).

