[0001] Die Erfindung betrifft eine Bogenstranggießanlage, insbesondere Stahlbrammengießanlage,
mit einer unterhalb der Kokille angeordneten Strangführung, die zwei einander gegenüberliegende
Rollenbahnen aufweist, deren Rollen an Gerüstteilen montiert sind, wobei der Abstand
einander gegenüberliegender Gerüstte-ile und damit der Abstand der Rollenbahnen entsprechend
einem einzustellenden Strangquerschnitt veränderbar ist.
[0002] Bei einer Stranggießanlage dieser Art wird das Einstellen des Abstandes der einander
gegenüberliegenden Rollenbahnen üblicherweise durch Parallelverschieben einer der
Rollenbahnen durchgeführt. Wird beispielsweise die an der Bogeninnenseite liegende
Rollenbahn zwecks Vergrößerung der Strangdicke nach innen, d.h. zum Krümmungsmittelpunkt
hin verschoben, so nähern sich die an den zueinander gerichteten Enden benachbarter
Gerüstteile (z.B. an einer Strang-Biegeeinrichtung und an einer daran anschließenden
Strang-Kreisbogenführung) angeordneten Rollen. Um ein Aneinanderstoßen dieser Rollen
zu vermeiden, ist es erforderlich, - bei auf kleinster Dicke eingestellten Rollenbahnen
- einen unverhältnismäßig großen Rollenabstand zwischen den benachbarten Endrollen
der benachbarten Strangführungsgerüstteile vorzusehen. Will man dies wegen der dadurch
eintretenden unzulässigen Ausbauchung der Strangschale nicht in Kauf nehmen, so ist
man gezwungen, zusätzlich zum Parallelverschieben der aneinander anschließenden Gerüstteile
einen oder mehrere dieser Gerüstteile zusätzlich in Achsrichtung der Strangführungsbahn
zu verstellen, sodaß der Abstand der nebeneinander liegenden Endrollen dieser Gerüstteile
auch für unterschiedliche Strangdicken etwa gleich groß bleibt. Dies ist sehr umständlich
durchzuführen und bedingt eigens für diesen Zweck vorgesehene Bauelemente, die die
Anlage verteuern, das Umrüsten komplizieren und die eine zusätzliche Fehlerquelle
der Stranggießanlage darstellen. Insbesondere bei einem großen Verstellbereich, wie
er bei modernen Brammenstranggießanlagen gefordert ist,und bei einstückig ausgebildeten
Strang-Kreisbogenführungen - diese.erstrecken sich beinahe über einen Viertelkreis
-, kommen die oben genannten Schwierigkeiten besonders zum Tragen.
[0003] Zur Vermeidung dieser Nachteile wurde vorgeschlagen, die Rollen bei einem Gerüstteil
an Rollenträgern zu lagern. Dabei werden in ihren Abmessungen auf unterschiedliche
Strangquerschnittsformate- angepaßte, untereinander austauschbare Rollenträger verwendet.
Diese Rollenträger weisen insbesondere verschiedene Längen auf; die Rollen sind an
ihnen in untereinander gleichen Abständen angeordnet. Zwar gelingt es, durch diese-Konstruktion
für jede eingestellte Strangdicke gleichmäßige Rollenabstände zwischen den Rollen,
u.zw. auch bei den Endrollen benachbarter Gerüstteile bei. unterschiedlichen Strangformaten
einzuhalten, und ist diese vorgeschlagene Lösung für sich in Längsrichtung über einen
kurzen Teil der Kreisbogenführung erstreckende Gerüstteile von besonderem Vorteil,
jedoch bedingt diese Lösung eine Lagerhaltung von verschieden dimensionierten Rollenträgern
sowie einen aufwendigen Austausch der Rollenträger.
[0004] Die Erfindung bezweckt die Vermeidung dieser Nachteile, und Schwierigkeiten und stellt
sich die Aufgabe, eine Bogenstranggießanlage der eingangs beschriebenen Art zu schaffen,
bei der ein Umrüsten zwecks Verstellung des Abstandes der einander gegenüberliegenden
Rollenbahnen ent
- sprechend der gewünschten Strangdicke derart möglich ist, daß der Abstand der Endrollen
benachbarter Gerüstteile etwa gleich bleibt und wobei.das Umrüsten der Anlage in einfacher
Wei.se und ohne einen großen Aufwand zu erfordern durchführbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Rollen mindestens einer
der Rollenbahnen am Gerüstteil in Längsrichtung dieser Rollenbahn versetzbar angeordnet
und am Gerüstteil in unterschiedlichen Lagen fixierbar sind.
[0006] Vorzugsweise sind nur die Rollen der bogeninneren Rollenbahn versetzbar.
[0007] Bei einer Bogenstranggießanlage mit einer unterhalb der Kokille angeordneten Strang-Biegeeinrichtung
und einer daran anschließenden Strang-Kreisbogenführung sind zweckmäßig die Rollen
mindestens einer Rollenbahn der Strang-Biegeeinrichtung versetzbar.
[0008] Sind dabei die Rollen der.Strang-Biegeeinrichtung und die Rollen der Strang-Kreisbogenführung
jeweils an sich in Längsrichtung der Rollenbahnen erstreckenden Längsträgern befestigt,
so.sind nach einer bevorzugten Ausführungsform die Längsträger der Strang-Biegeeinrichtung
zu den Längsträgern der Strang-Kreisbogenführung seitlich in Längsrichtung der Rollen
versetzt angeordnet. Dies hat den Vorteil, daß ein Aneinanderstoßen der Längsträger
der Strang-Biegeeinrichtung bzw. Strang-Kreisbogenführung bei Verstellen auf eine
große Strangdicke vermieden wird.
[0009] Sind die Gerüstteile mittels Rollenhalterungen abgestützt, so sind zweckmäßig die
Rollenhalterungen jeweils mittels Abstützflächen am Gerüstteil auf einer zur Rollenbahn
in äquidistantem Abstand angeordneten Gegenstützfläche abgestützt.
[0010] Bei Verwendung von Rollen mit jeweils feststehenden, in Rollenhalterungen eingesetzten
Rollenachsen, auf denen jeweils mindestens ein Rollenkörper drehbar gelagert ist,
sind vorteilhaft die an den Rollenenden angeordneten Rollenhalterungen mittels eines
jeweils in einem Längsschlitz der geteilt ausgebildeten Längsträger eingesetzten,
etwa radial gerichteten Befestigungsbolzens befestigbar, wobei zweckmäßig die Befestigungsbolzen
jeweils die Achse der Rollenkörper durchsetzen.
[0011] Nach einer bevorzugten Ausführungsform weisen die die an den Rollenenden angeordneten
Rollenhalterungen tragenden Längsträger zur Außenseite der Längsträger offene Schlitze
auf, wobei jeder der Schlitze
°eine Stützfläche für den Befestigungsbolzen aufweist.
[0012] Um ein selbsttätiges Verschieben der Rollen auch bei großen, in Längsrichtung der
Rollenbahnen bzw. des Gußstranges wirkenden Kraftkomponenten mit Sicherheit zu vermeiden,
schließen die Stützflächen der Schlitze jeweils mit der Tangentenfläche, gelegt an
den von der dort befestigten Stützrolle gebildeten Rollenbahnteil, einen sich in Strangausziehrichtung
erweiternden Winkel ein, der kleiner ist als der Reibungswinkel der zwischen Längsträger
und Rollenhalterung bzw. Beilagen herrschenden Reibung.
[0013] Eine weitere bevorzugte Ausführungsform ist dadurch gekennzeichnet, daß die Abstützflächen
der an den Enden der Rollen angeordneten Rollenhalterungen unsymmetrisch ausgebildet
sind, wobei jeweils die sich in Strangausziehrichtung erstreckende Hälfte der Rollenhalterung
frei über die Abstützflächen auskragend ausgebildet ist.
[0014] Um bei dieser Ausführungs-form ebenfalls ein Verschieben der Rolle infolge großer,
in Längsrichtung der Rollenbahnen bzw: des Gußstranges wirkenden Kraftkomponenten
zu vermeiden, liegt der Schnittpunkt der Mittellinie des Befestigungsbolzens mit der
vom Strang auf die Rolle wirkenden Kraft, die die größte Neigung gegen die radiale
Richtung an dieser Stelle aufweist, innerhalb eines an der Kipplinie der Rollenhalterung
errichteten Reibungskeiles.
[0015] Die Erfindung ist anhand zweier Ausführungsbeispiele in der Zeichnung näher erläutert,
wobei Fig. 1 eine Seitenansicht einer Strangführung einer Bogenstranggießanlage teilweise
im Schnitt (gemäß Linie I-I der Fig. 3), Fig. 2 ein Detail in größerem Maßstab im
Schnitt gemäß Linie II-II der Fig. 3 und Fig. 3 einen Schnitt-gemäß der Linie III-III
der Fig. 1 (ebenfalls in größerem Maßstab) zeigen. In Fig. 4 i-st die Befestigung
einer einzelnen Rolle an einem Längsträger in zu Fig. 2 analoger Darstellung dargestellt:
[0016] Bei den in den Fig. 1 bis 4 dargestellten Anlagen handelt es sich um Anlagen mit
gerader, nicht dargestellter Kokille, unterhalb der nach einer kurzen, vertikal gerichteten
Führungstrecke eine Strang-Biegeeinrichtung 1 angeordnet ist, die den Gußstrang 2
in einen Kreisbogen biegt. Anschließend an die Biegeeinrichtung 1 ist eine Strang-Kreisbogenführüng
3 vorgesehen, in der der Strang 2 von nahezu vertikaler Richtung in eine nahezu horizontale
Richtung geführt wird. Die Biegeeinrichtung 1 ist an einem nicht dargestellten orstfesten
Stützgerüst aufgehängt. Sie weist zwei einander gegenüberliegende Gerüstteile 4, 5
auf. An dem bogenaußenseitig angeordneten Gerüstteil 4 sind die die bogenaußenseitige
Rollenbahn 6 bildenden Biege- bzw. Stützrollen 7 befestigt. An diesen Außengerüstteilen
sind seitlich der Enden der Rollen 7 jeweils Führungsbolzen 8 angeordnet, an denen
der innere Gerüstteil 5, der die die bogeninnenseitige Rollenbahn bildenden Biege-
bzw. Stützrollen 10 trägt, verschiebbar geführt ist. Die letzte (auslaufseitig) angeordnete
Endrolle ist mit 10 bezeichnet. Zur Fixierung des inneren Gerüstteiles 5 am äußeren
Gerüstteil sind seitlich der Enden der Rollen.7, 10 Zugbolzen 11 vorgesehen, die jeweils
mit ihrem Kopf 12 am inneren Gerüstteil 5 befestigt sind und die mit ihrem anderen
Ende 13 unter Zwischenlage austauschbarer Beilagen 14 am äußeren Gerüstteil 4 abgestützt
und mittels jeweils einer Hutmutter 15 fixiert sind.
[0017] Der Abstand des inneren Gerüstteiles 5 vom äußeren Gerüstteil 4 und damit der Abstand
der bogeninnenseitigen Rollenbahn 9 von der bogenaußenseitigen Rollenbahn 6 läßt sich
durch Umschichten der Beilagen 14 verändern.
[0018] Die Biege- bzw. Stützrollen 10 der bogeninnenseitigen Rollenbahn 9 sind an sich einstückig
über die Länge der Biegeeinrichtung 1 erstreckenden und an der Biegeeinrichtung starr
befestigten Längsträgern 16, 16' befestigt.
[0019] Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, sind die Rollen 10 mehrteilig ausgebildet, wobei
die Rollen aus Rollenkörpern 17 gebildet werden, die jeweils auf einer Achse 18 drehbar
gelagert sind. Die Achsen 18 sind mittels an jeder Teilung'sstelle 19 und an ihren
Enden 20 vorgesehenen Rollenhalterungen 21, 21' an den Längsträgern 16, 16' abgestützt.
Die Rollenhalterungen 21, 21' weisen glatte Abstützflächen 22 auf, die an ebenfalls
glatten, an den Längsträgern 16, 16' vorgesehenen Gegenstützflächen 23 anliegen. Die
Gegenstützflächen 23 befinden sich in äquidistantem Abstand 24 der durch die Rollen
10 gebildeten Rollenbahn. Die Abstützflächen 22 der Rollenhalterungen 21, 21' weisen
jeweils eine Ausnehmung 25 auf, durch die die Abstützflächen jeder Rollenhalterung
zweigeteilt sind, sodaß die Abstützflächen 22 nur an den in Längsrichtung 26 des Gußstranges
2 endseitigen Teilen der Rollenhalterungen 21, 21' vorgesehen sind. Dadurch wird trotz
der sich in Längsrichtung veränderlichen Krümmung der Gegenstützflächen 23 eine einwandfreie
Auflage der Rollenhalterungen 21, 21' an den Längsträgern 16, 16' erreicht.
[0020] Zur Befestigung der Rollenachsen 18 dienen die die.an den Enden 20 der Rollen vorgesehenen
Rollenhalterungen 21' sowie die Rollenachsen 18 durchsetzende Befestigungsbolzen 27,
die als Schraubenbolzen ausgebildet sind und zwischen die geteilt ausgebildeten, an
den Rollenendeh 20 vorgesehenen Längsträger 16' ragen. Die Muttern 28 der Schraubenbolzen
27 stützen sich über keilförmige Beilagen 29 an Stützflächen 30 der Längsträger 16'
ab, welche Stützflächen 30 durch in die Längsträger 16' eingearbeitete, sich etwa
in Längsrichtung 26 der Längsträger 16'erstrekkende Schlitze 31 gebildet sind. Diese
Stützflächen 30 der Schlitze 31 schließen jeweils mit der Tangentenfläche 32 an den
von der dort befestigten Rolle 10 gebildeten Teil der Rollenbahn 9 einen sich in Strangausziehrichtung
33 erweiternden Winkel 34 ein. Dieser Winkel 34 ist kleiner als der Reibungswinkel
der zwischen Längsträger 16' und Rollenhalterung 21' herrschenden Reibung. Dadurch
wird ein Verschieben der Rollen 10 in Strangausziehrichtung 33 sowie in entgegengesetzter
Richtung mit Sicherheit veardeden.
[0021] Die an die Biegeeinrichtung anschließende Strang-Kreisbogenführung 3 weist zur Stützung
der bogenaußenseitigen, aus Stützrollen 35 gebildeten Rollenbahn 36 Längsträger 37
auf, die mit bogeninnenseitig angeordneten Längsträgern 38, die die Stützrollen 39
der bogeninnenseitigen Rollenbahn 40 tragen, mittels nicht dargestellter Zuganker
verbunden sind. Die erste (einlaufseitig) angeordnete Endrolle der Kreisbogenführung
3 ist mit 39' bezeichnet. Die bogeninnenseitig angeordneten Längsträger 38 sind, wie
aus Fig. 3 ersichtlich ist, zu den bogeninnenseitig angeordneten Längsträgern 16,
16' der Biegeeinrichtung seitlich, d.h. in.Richtung der Rollenachsen 18 versetzt angeordnet.
Sie überlappen einander in der in den Fig. 1 und 2 mit vollen Linien dargestellten,
auf die größte Strangdicke eingestellten.Stellung.
[0022] Bei einer Verstellung des Abstandes der einander gegenüberliegenden Rollenbahnen
6 und 9 bzw. 36 und 40 der Biegeeinrichtung 1 und der Kreisbogenführung 3 vom größten
Rollenbahnabstand 41 zum kleinsten auf der dargestellten Anlage einstellbaren Abstand
42, gelangt die obere bogeninnenseitig liegende Endrolle 39' der Kreisbogenführung
3 durch Parallelverschieben sowie Krümmungsänderung(durch elastisches Biegen) der
Längsträger 38 der Kreisbogenführung in die in Fig. 2 strichpunktiert dargestellte
Lage; Die bogeninnenseitig angeordneten Längsträger 16, 16' der Biegeeinrichtung gelangen
bei Verstellen (Verschieben längs des Führungsbolzens 8) vom größten Rollenbahnabstand
41 zum kleinsten Rollenbahnabstand 42 in die ebenfalls in Fig. 2 strichpunktiert dargestellte
Lage und es ist ersichtlich, daß bei unveränderten Rollenlagen der Rollen 10 der Biegeeinrichtung
1 die endseitige Rolle 10'. der Biegeeinrichtung zur endseitigen Rolle 39' der Kreisbogenführung
3 einen zu großen Abstand 43 aufweisen würde. Die an dieser Stelle nur sehr dünne
Strangschale 44 würde sich unzulässig zwischen diesen Rollen ausbauchen.
[0023] Die Funktion der erfindungsgemäßen Anlage ist folgende: Bei Verstellen von der in
Fig. 1 mit voll ausgezogenen Linien dargestellten Lage der Rollen 10, 10' der Biegeeinrichtung
auf eine kleinere Strangdicke, werden die Rollen 10, 10' der innenseitigen Rollenbahn
9 in Längsrichtung 26 dieser Rollenbahn 9 bzw. des Stranges versetzt und in der neuen
Lage fixiert. Dieses Versetzen geschieht jeweils durch Lösen der Mutter 28 der Schraubenbolzen
27, Verschieben der Rollenhalterungen 21, 21' mit ihren Abstützflächen 22 entlang
der Gegenstützflächen 23 an den Längsträgern 16, 16' und anschließendes Festziehen
der Mutter 28 der Schraubenbolzen 27. Durch diese Maßnahme wird der zu große Abstand
43 zwischen den Endrollen 10' und 39' gleichmäßig aufgeteilt zwischen sämtlichen bogeninnenseitig
liegenden Rollen 10, 10' der Biegeeinrichtung 1. Die bogenaußenseitig angeordneten
Rollen 7, 35 der Biegeeinrichtung 1 und der Kreisbogenführung 3 bleiben dabei in ihrer
Lage unverändert.
[0024] Gemäß der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform sind die
.Rollenhalterungen 45 in Ausziehrichtung 33 des Stranges 2 über die Abstützflächen
46 frei auskragend ausgebildet. Die Abstützfläche 46 erstreckt sich lediglich über
eine Hälfte der Rollenhalterung. Der. die Rollenhalterung befestigende Schraubenbolzen
27 befindet sich nicht mehr mittig der Rollenachse 18, sondern ist zu dieser um den
Abstand 47 entgegen der Strangausziehrichtung 33 versetzt. In Fig. 4 ist die größte
zu erwartende, vom Gußstrang 2 auf die Rolle 10 wirkende Kraft 48 eingezeichnet, die
die größte Komponente 49 in Strangausziehrichtung 33 aufweist. Diese Kraft 48 weicht
erheblich von der radialen, zum Krümmungsmittelpunkt gerichteten Richtung 50 ab, wenn
die Lager der Rollen einen erhöhten Drehwiderstand aufweisen. Um selbst bei Auftreten
einer solchen Kraft 48 ein Verschieben der Rollenhalterungen in Ausziehrichtung 33
zuverlässig zu vermeiden, ist die Mittellinie 51 des Schraubenbolzens 27 so gelegt,
daß ihr Schnittpunkt 52 mit der vom Gußstrang 2 auf die Rolle 10 wirkenden Kraft 48,
die die größte Neigung gegen die radiale Richtung 50 an dieser Stelle aufweist, bzw.
die die größte Komponente 49 in Strangausziehrichtung'33 aufweist, innerhalb eines
an der Kipplinie 53 der Rollenhalterung errichteten, schraffiert dargestellten Reibungskeiles
54 liegt. Der öffnungswinkel 55 des Reibungskeiles 54, d.h. der Winkel zwischen der
radialen, zum Krümmungsmittelpunkt gerichteten Richtung 50 und der die Reibungskeiloberfläche
darstellenden Geraden 56 entspricht dem arctan des der zwischen der Abstützfläche
46 und der Gegenstützfläche 23 herrschenden Reibung entsprechenden Reibungskoeffizienten.
[0025] Durch diese Anordnung wird ein Verschieben der Rollenhalterung 45 in Strangausziehrichtung
33 selbst bei sehr großer, zwischen der Strangoberfläche und der Rolle herrschenden
Reibung und demgegenüber geringeren Reibung zwi-
' sehen der Abstützfläche 46 und der Gegenstützfläche 23 vermieden. Die Mutter 28 des
Befestigungsbolzens 27 ist bei dieser Ausführungsform ebenfalls an einer Stützfläche
57 abgestützt, die durch einen Schlitz 58 im Längsträger 16' gebildet ist, jedoch
erstreckt sich der Schlitz 58 etwa parallel zur Gegenstützfläche 23 (wobei die Krümmung
der Gegenstützfläche 23 unberücksichtigt bleiben kann). Diese Anordnung des Schlitzes
hat den Vorteil, daß der Abstand 59 zwischen der Stützfläche 57 des Schlitzes 58 und
der Gegenstützfläche 23 über die_Länge des Schlitzes 58 gleich groß bleibt, sodaß
die Mutter 28 des Befestigungsbolzens 27 nur um ein geringes Ausmaß gelockert bzw.
festgezogen werden muß, wenn die Rolle verschoben wird.
[0026] In der Praxis sind stets zwei Biegeeinrichtungen 1 für eine Stranggießanlage vorhanden,
von denen eine in der Stranggießanlage installiert ist, wogegen die andere außerhalb
der Anlage bereitgestellt ist, um bei einem Schadensfall sofort eingebaut werden zu
können. Beabsichtigt man die Strangdicke zu verändern, so wird zunächst die in Bereitschaft
stehende Biegeeinrichtung auf die gewünschte Gießdicke verstellt und ihre Rollen entsprechend
dieser Dicke in Längsrichtung versetzt und fixiert. Die so vorbereitete Reservebiegeeinrichtung.wird
sodann anstelle der bisher verwendeten Biegeeinrichtung in die Anlage eingebaut. Auf
diese Weise kann eine Verstellung des Strangquerschnittformates rasch durchgeführt
werden.
[0027] Bisher wurde üblicherweise,zum Zweck der Strangdickenverstellung der bogeninnenseitig
angeordnete Längsträger 38 der Kreisbogenführung 3 in einer Richtung, die unter 45°
zur Horizontalen geneigt ist, verschoben, um die Abweichung seiner Rollenbahn 40 in
Längsrichtung 26 der Rollenbahn an beiden Enden der Kreisbogenführung etwa gleich
groß zu halten. Erfindungsgemäß kann man nunmehr die Längsträger 38 der Kreisbogenführung
3 so verlagern, daß der Abstand der letzten (auslaufseitigen) Rolle der Kreisbogenführung
zur endseitigen (einlaufseitigen) Rolle des der Kreisbogenführung nachfolgenden Führungsgerüstes
etwa gleich bleibt, da selbst eine sehr große Lageänderung der einlaufseitigen Endrolle
39' der Kreisbogenführung leicht ausgeglichen werden kann.
[0028] Sowohl bei der in den Fig. 1 bis 3 als auch bei der in Fig. 4 dargestellten Ausführungsform
sind die bogenaußenseitigen Rollenbahnen 6, 36 starr angeordnet, d.h. sie werden beim
Einstellen eines der Strangdicke entsprechenden Rollenspaltes nicht verstellt. Dies
ist jedoch nur eine bevorzugte Ausführungsform. Es könnten auch die bogeninnenseitigen
Rollenbahnen 9, 40 unverschiebbar und die bogenaußenseitigen Rollenbahnen 6, 36 auf
eine gewünschte Strangdicke einstellbar sein.
1. Bogenstranggießanlage, insbesondere Stahlbrammengießanlage, mit einer unterhalb
der Kokille angeordneten Strangführung (1, 3), die zwei einander gegenüberliegende
Rollenbahnen (6, 9; 36., 40) aufweist, deren . Rollen (7, 10, 10'; 35, 39, 39') an
Gerüstteilen (4, 5; 37, 38) montiert sind, wobei der Abstand einander gegenüberliegender
Gerüstteile (4, 5; 37, 38) und damit der Abstand (41) der Rollenbahnen entsprechend
einem einzustellenden Strangquerschnitt veränderbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Rollen (10, 10') mindestens einer der Rollenbahnen (9) am Gerüstteil (5) in Längsrichtung
(26) dieser Rollenbahn versetzbar angeordnet und am Gerüstteil (5) in unterschiedlichen
Lagen fixierbar sind.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nur die Rollen (10, 10') der
bogeninneren Rollenbahn (9) versetzbar sind.
3. Anlage nach Anspruch 1 oder 2, mit einer unterhalb der Kokille angeordneten Strang-Biegeeinrichtung
und einer daran anschließenden Strang-Kreisbogenführung, dadurch gekennzeichnet, daß
die Rollen (10, 10') mindestens einer Rollenbahn (9) der Strang-Biegeeinrichtung (1)
versetzbar sind.
4. Anlage nach Anspruch 3, wobei die Rollen der Strang-Biegeeinrichtung und die Rollen
der Strang-Kreisbogenführung jeweils an sich in Längsrichtung der Rollenbahnen erstreckenden
Längsträgern befestigt sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Längsträger (16, 16')
der Strang-Biegeeinrichtung (1) zu den Längsträgern (38) der Strang-Kreisbogenführung
(3) seitlich in Längsrichtung der Rollen (1O bzw. 39) versetzt angeordnet sind.
5. Anlage nach den Ansprüchen 1 bis 4, mit die Rollen an den Gerüstteilen abstützenden
Rollenhalterüngen., dadurch gekennzeichnet, daß die Rollenhalterungen (21, 21', 45)
jeweils mittels Abstützflächen (22, 46) am Gerüstteil (5) auf einer zur Rollenbahn
(9) in äqui-. distantem Abstand (24) angeordneten Gegenstützfläche (23) abgestützt
sind.
6. Anlage nach den Ansprüchen 1 bis 5, mit jeweils feststehenden, in Lagerhalterungen
eingesetzten Rollenachsen, auf denen jeweils mindestens ein Rollenkörper drehbar gelagert
ist, dadurch gekennzeichnet, daß die an den Rollenenden (20) angeordneten Rollenhalterungen
(21') mittels eines jeweils in einem Längsschlitz .der geteilt ausgebildeten Bogenlängsträger
(16') eingesetzten, etwa radial gerichteten Befestigungsbolzens (27) befestigbar sind.
7. Anlage nach Anspruch 6, 'dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigungsbolzen (27)
jeweils die Achse der Rollenkörper (17) durchsetzen.
8. Anlage nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß die die an den Rollenenden
(20) angeordneten Rollenhalterungen (21') tragenden Längsträger -(16') zur Außenseite
der Längsträger offene Schlitze.(31) aufweisen, wobei jeder der Schlitze eine Stützfläche
(30) für den Befestigungsbolzen (27) aufweist.
9. Anlage nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützflächen (30) der Schlitze
(31) jeweils mit der Tangentenfläche (32), gelegt an den von der dort befestigten
Stützrolle (10) gebildeten Rollenbahnteil, einen sich in Strangausziehrichtung (33)
erweiternden Winkel (34) einschließen, der kleiner ist als de.r Reibungswinkel der
zwischen Längsträger (16') und Rollenhalterung (21') bzw Beilagen (29) herrschenden
Reibung
10. Anlage nach den Ansprüchen 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstützflächen
(46) der an den Enden der Rollen (10) angeordneten Rollenhalterungen (45) unsymmetrisch
ausgebildet sind, wobei jeweils die sich in Strangausziehrichtung (33) erstreckende
Hälfte der Rollenhalterung (45) frei über die Abstützflächen (46) auskragend ausgebildet
ist (Fig. 4).
11. Anlage nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Schnittpunkt (52) der
Mittellinie (51) des Befestigungsbolzens (27) mit der vom Strang (2) auf die Rolle
(10) wirkenden Kraft (48), die die größte Neigung gegen die radiale Richtung (50)
an dieser Stelle aufweist, innerhalb eines an der Kipplinie (53) der Rollenhalterung
(45) errichteten Reibungskeiles (54) liegt (Fig. 4).