[0001] Die Erfindung betrifft eine schwenkbare Tintenabweisblende für den Schreibkopf einer
Tintenschreibeinrichtung mit einer Antriebsvorrichtung, die in einer Ruhestellung
die Austrittsöffnungen des Tintenschreibkopfes über eine Abdeckplatte abdeckt und
in einer Betriebsstellung freigibt.
[0002] Bei Tintenschreibeinrichtungen wird ein Schreibkopf mit Hilfe einer Antriebsvorrichtung
zeilenweise entlang von einem Aufzeichnungsträger bewegt. Dieser Schreibkopf kann
aus einem Tintenmosaikschreibkopf bestehen, in dem mehrere, piezoelektrisch betriebene
Schreibdüsen mosaikartig angeordnet sind. Über eine Tintenversorgungseinrichtung werden
diese Schreibdüsen mit Schreibflüssigkeit versorgt und über einen Zeichengenerator
angesteuert.
[0003] Da sich ein derartiger Schreibkopf in relativ dichtem Abstand zu dem Aufzeichnungsträger
befindet, wird insbesondere beim Wechseln des Aufzeichnungsträgers häufig Schmutz
an die den Schreibkopf an seiner Schreibseite abschließende Düsenplatte getragen.
Da außerdem die piezoelektrisch betriebenen Schreibdüsen ständig mit Tinte gefüllt
sind, besteht die Gefahr, daß beim Wechseln des Aufzeichnungsträgers die Aufzeichnungsträger
in der Düsenplatte des Schreibkopfes vorbeigezogen und dadurch mit Tinte bespritzt
wird.
[0004] Aus der DE-AS 27
02 663 ist eine elastische Abdeckung zum Schließen der Düsen eines Schreibkopfes bekannt.
Die elastische Abdeckung ist mit einer Antriebsvorrichtung versehen, die in einer
Ruhestellung die Austrittsöffnungen des Tintenschreibkopfes über eine elastische Abdeckplatte
abdeckt und in einer Betriebsstellung freigibt.
[0005] Die beschriebene Vorrichtung hat aber den Nachteil, daß sie ortsfest am Rand der
Schreibeinrichtung angebracht ist, so daß zum Abdecken der Düsenöffnungen der Schreibkopf
in eine bestimmte Position gebracht werden muß.
[0006] Es ist außerdem aus der DE-OS-26 o7 313 eine Vorrichtung zum Schützen und Reinigen
der Austrittsöffnungen eines Schreibkopfes in Tintenschreibeinrichtungen bekannt.
Diese Vorrichtung besteht aus einer über eine elektrische Antriebsvorrichtung entgegen
einer Federkraft schwenkbaren, Verlusttinte ableitenden Tintenabweisblende mit daran
befestigten, die Austrittsöffnungen beim Abschwenken überstreichenden, an den Austrittsöffnungen
federnd anliegenden Abstreifelement. Als Antriebsvorrichtung für die Tintenabweisblende
wird ein Elektromagnet beschrieben, der an einem Hebelarm der Tintenabweisblende angreift.
[0007] Es wird weiters in der DE-OS 27 42 963 eine elektrische Antriebsvorrichtung für eine
schwenkbare Tintenabweisblende beschrieben, die unmittelbar am Schreibkopf befestigt
ist und einem mit der Tintenabweisblende verbundenen Mikrogleichstrommotor aufweist,
der die Tintenabweisblende betätigt.
[0008] Alle diese Vorrichtungen sind aber relativ kompliziert aufgebaut und nicht geeignet,
die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe zu lösen.
[0009] Aufgabe der Erfindung ist es, für eine Tintenschreibeinrichtung eine Tintenabweisblende
mit zugehöriger Antriebsvorrichtung bereitzustellen, die es ermöglicht, den Tintenschreibkopf
während längerer Schreibpausen für den Transport automatisch zu verschließen und zu
reinigen. Die Vorrichtung soll einfach ausgestaltet sein und es außerdem ermöglichen,
die Abdeckung der Düsenöffnungen für Spülzwecke kurzzeitig abzuheben.
[0010] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß im Bereich der Abdeckplatte
ein Wischelement derart angeordnet ist, daß beim Betätigen der Tintenabweisblende
das Wischelement den Austrittsbereich des Schreibkopfes überstreicht, und daß die
Abdeckplatte und das Wischelement auf einem bedarfsweise gesondert abschwenkbaren
und damit die Austrittsöffnungen des Schreibkopfes zu Spülzwecken freigebenden.Teil
der Tintenabweisblende angeordnet sind.
[0011] Das erfindungsgemäße Verschlußsystem ist dem Schreibkopf selbst zugeordnet und besteht
aus einer vor den Düsen bewegbaren Kappe, die einen Wischer und eine elastische Verschlußkappe
trägt. Der Antriebsvorrichtung ist ein Kraftspeicher zugeordnet. Der Kraftspeicher
wird z.B. durch eine Bewegung des Schreibwagens gespannt oder durch ein Magnetsystem
oder andere Mittel gehalten. Bei bestimmten Betriebszuständen, wie z.B. Abschalten
des Gerätes bei längeren Schreibpausen, Öffnen des Gehäusedeckels oder Stromausfall
wird die Verklinkung gelöst und über den Kraftspeicher werden die Düsen automatisch
verschlossen, wobei vorher ein Wischvorgang erfolgt. Unabhängig von diesem Öffnen
und Schließen über die Tintenabweisblende ist es möglich, die Abdeckplatte an den
Austrittsöffnungen der Düse kurzzeitig abzuheben, um damit die Düsen durchzuspülen.
Die ausfließende Tinte wird automatisch abgeleitet, ohne dabei den Aufzeichnungsträger
zu verschmutzen.
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[0012] Bei einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist ein um einen festen Lagerpunkt
auf dem Schreibkopf über ein Magnetsystem schwenkbarer Hebel vorgesehen, wobei auf
dem Hebel eine die Abdeckplatte, das Abstreifelement und ein Austrittsfenster aufweisende,'den
Schreibkopf umfassende Kappe gelagert ist, die einerseits über ein Federelement an
dem Hebel angelenkt ist und andererseits einen den Schwenkbereich der Kappe durch
Anlage an den festen Lagerpunkt begrenzenden Anschlag aufweist, so daß durch alleiniges
Schwenken des Hebels sämtliche Positionen der Kappe einstellbar sind.
[0013] Ausführungsformen der Erfindung sind in den Zeichnungen dargestellt und werden im
folgenden beispielsweise näher beschrieben.
[0014] Es zeigen
Fig. 1 bis 3 eine Draufsicht der schwenkbaren Tintenabweisblende mit zugeordnetem
Verriegelungssystem,
Fig. 4 bis 6 eine Draufsicht einer Ausführungsform der Tintenabweisblende, bei der
sämtliche Positionen über ein Magnetsystem einstellbar sind und
Fig. 7 bis 9 eine schematische Darstellung der Seitenansicht einer schwenkbaren, unterhalb
des Schreibkopfes angeordneten Tintenabweisblende.
[0015] Die in der Fig. 1 in Draufsicht dargestellte schwenkbare Tintenabweisblende für den
Schreibkopf einer Tintenschreibeinrichtung besteht im wesentlichen aus einer den Schreibkopf
8 umfassenden Verschlußkappe 1, auf der ein als Verschlußplatte ausgebildetes elastisches
Kissen 2, ein federndes Wischelement 3 und ein Schreibfenster angeordnet sind. Die
Kappe 1 ist über ein Lager 5 auf dem eigentlichen Betätigungshebel 6 schwenkbar gelagert,
der wiederum über einen ortsfesten Lagerpunkt 7 mit dem Schreibkopf 8 verbunden ist.
Der eigentliche Betätigungshebel 6 steht mit einem Magnetsystem in Verbindung, das
aus einer Klinke 9 mit zugeordneter Erregungsspule 1
0 und einer Rückholfeder 11 besteht. Ein Kraftspeicher, der in diesem Fall aus einer
Feder 12 besteht, hält die Tintenabweisblende in der dargestellten Lage. Anstelle
des Magnetsystems aus Klinke 9, Erregungsspule 1o und Rückholfeder 11 ist es auch
möglich, z.B. eine Bimetallfeder anzuordnen.
[0016] Die Darstellung der Fig.1 zeigt dabei die schwenkbare Abweisblende in Funktionsstellung
am Schreibkopf 8, wobei die Kappe 1 gleichzeitig als Schutzkappe für den Schreibkopf
dient, um z.B. das Verschmutzen des Aufzeichnungsträgers, der sich dicht hinter der
Verschlußkappe 1 befindet, zu verhindern.
[0017] Zum Verschließen des Schreibkopfes in Schreibpausen wird entsprechend der Darstellung
der Fig.2 das Magnetsystem über die Spule 1o stromlos geschaltet. Damit schwenkt die
Feder 12 den Hebel 6 mit der darauf angeordneten Verschlußkappe 1 vor die Düsenöffnung
des Schreibkopfes 8. Bei dieser Bewegung überstreicht zunächst das Wischelement 3
die Düsenöffnungen und reinigt sie. Anschließend legt sich die Verschlußplatte 2 vor
die Düsenöffnungen.
[0018] Das erneute Spannen des als Feder 12 ausgebildeten Kraftspeichers kann durch Auflaufen
eines mit dem Hebel 6 verbundenen Lappens 13 auf einen im Bewegungsbereich des Schreibwagens
angeordneten Anschlag 14 (Fig.2) erfolgen. Damit wird der Hebel 6 mit der darauf angeordneten
Verschlußkappe 1 wieder im Magnetsystem verklinkt. Bei verschiedenen, nicht im einzelnen
ausgeführten Störungsfällen kann es notwendig sein, den Tintendruck von Hand zu erhöhen,
wobei Tinte aus den Düsen austritt und die Düsen dadurch durchgespült werden. In diesem
im Folgenden als Spülstellung bezeichneten Zustand wird entsprechend der Darstellung
der Fig.3 durch die dargestellte Kraft H die Kappe 1 um ihren Lagerpunkt 5 entgegen
einer Feder 15 weggeschwenkt und damit die Abdeckplatte 2 vor die Austrittsöffnungen
der Düsen gebracht, ohne diese fest zu verschließen. Der Schwenkbereich der Kappe
1 wird dabei durch am Schreibkopf 8 angebrachte Anschläge 16 beschränkt.
[0019] Die bei Druckerhöhung im Tintenversorgungssystem auftretende Tinte im Austrittsbereich
der Düsen wird durch die Kappe 1 so abgeleitet, daß der Aufzeichnungsträger nicht
beschmutzt wird.
[0020] Bei den in den Fig.4 bis 6 dargestellten Ausführungsformen der schwenkbaren Tintenabweisblende
können durch Verschwenken des Betätigungshebels 6 sämtliche Positionen der Kappe eingestellt
werden. Die Kappe 1 ist dabei einerseits über ein Federelement 17 am Hebel 6 angelenkt,
andererseits weist sie einen den Schwenkbereich der Kappe 1 begrenzenden Anschlag
18 auf, der sich im Betriebszustand des Schreibkopfes an den ortsfesten Lagerpunkt
des Hebels 6 anlegt. Eine Feder 18 hält dabei die Tintenabweisblende in dem dargestellten
Betriebszustand.
[0021] Wird entsprechend der Darstellung der Fig.5 die Spule 1
0 des Magnetsystemes stromlos geschaltet, bewegt sich die Klinke 9 unter der Wirkung
einer Feder 10 nach oben und verschwenkt dabei die Kappe 1 über den Hebel 6 vor die
Düsenöffnungen. Die Kappe 1 liegt dabei auf den am Schreibkopf angeordneten Anschlägen
16 auf.
[0022] Die in der Fig.6 dargestellte, der Spülstellung zugeordnete Position der Tintenabweisblende
erreicht man durch Absenken der Klinke 9 einerseits und durch Anheben des Hebels 6
über eine Haltekraft H. Diese Haltekraft H kann auch z.B.. durch teilweises Absenken
der Klinke 9 erreicht werden. Damit schwenkt der Hebel 6 um seinen Drehpunkt 7 und
die Verschlußplatte 2 hebt sich von den Düsenöffnungen ab, ohne daß die Platte 1 verschwenkt
wird.
[0023] Bei der in den Fig.7 bis 9 dargestellten Ausführungsform der schwenkbaren Tintenabweisblende
ist die gesamte Vorrichtung vollständig dem Schreibwagen zugeordnet. Die Bewegungen
der Tintenabweisblende erfolgen in einer vertikalen Ebene, wobei bei dieser Ausführungsform
der Schreibkopf 8 selbst um den Punkt 26 schwenkbar gelagert ist. Dabei erfolgt das
Verschließen der Düsenöffnungen des Schreibkopfes in abgesenkter Stellung des Schreibkopfes.
Sämtliche Verschlußelemente für die Düsenöffnungen sind unterhalb des Schreibkopfes
angeordre t.
[0024] Die eigentliche Tintenabweisblende besteht aus der aus der die Wisch- und Verschlußelemente
tragenden Kappe 1, die über ein Lager 21 auf dem eigentlichen Schwenkhebel 6 gelagert
ist. Der Schwenkhebel 6 ist unterhalb des Schreibkopfes über ein Lager 22 schwenkbar
gelagert und steht über eine Feder 23 mit dem Schreibivagen in Verbindung. Zusätzlich
ist noch zwischen dem Hebel 6 und der Kappe 1 eine Feder 24 angeordnet, die sich in
der in der Fig.7 dargestellten Schreibstellung des Schreibkopfes im entspannten Zustand
befindet. Gehalten wird die Tintenabweisblende in der dargestellten Position über
das bereits beschriebene Magnetsystem aus einer Klinke 9 mit zugehöriger Spule 10
und Rückholfeder 11. Wird das Magnetsystem über die Spule 10 stromlos geschaltet,
so schwenkt die Klinke 9 unter der Wirkung der Feder 11 nach unten und gibt entsprechend
der Darstellung der Fig.8 den Hebel 6 frei. Die Feder 23 schwenkt den Hebel 6 um den
festen Drehpunkt 22. Dabei legt sich die Kappe 1 an einer am Schreibkopf angeordneten
Kulisse 25 an und wird bis zum Verschließen der Düsenreihe nach oben geschoben. Die
Feder 24 sorgt dabei für die notwendige Andruckkraft. Zurückgeführt in die Ausgangsstellung
wird die Tintenabweisblende über einen hier nicht dargestellten Anschlag analog zu
der Beschreibung zur Fig.2.
[0025] Durch Verschwenken über eine Haltekraft H ist es möglich, die Kappe 1 in die in der
Fig.9 dargestellte Spülposition zu bringen, wobei ein Anschlag 26 die Auslenkung der
Kappe begrenzt.
1. Schwenkbare Tintenabweisblende für den Schreibkopf einer Tintenschreibeinrichtung,
mit einer Antriebsvorrichtung, die in einer Ruhestellung die Austritts- 'öffnungen
des Tintenschreibkopfes über eine Abdeckplatte abdeckt und in einer Betriebsstellung
freigibt, dadurch gekennzeichnet , daß im Bereich der Abdeckplatte (2) ein Wischelement
(3) derart angeordnet ist, daß beim Betätigen der Abweisblende das Wischelement (3)
den Austrittsbereich des Schreibkopfes (8) überstreicht, und daß die Abdeckplatte
(2) und das Wischelement (3) auf einem bedarfsweise gesondert abschwenkbaren und damit
die Austrittsöffnungen des Schreibkopfes zu Spülzwecken freigebenden Teil (1) der
Tintenabweisblende angeordnet sind.
2.. Tintenabweisblende nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch ein über einen festen
Lagerpunkt (7) an den Schreibkopf (8) angelenkten, durch eine Federkraft (12) verschwenkbaren
und über ein Magnetsystem (9,10,11) verrastbaren Hebel (6) und einer auf dem Hebel (6) gelagerten,entgegen einer
Federkraft (15) verschwenkbaren, den Tintenschreibkopf umfassenden Kappe (1) mit darauf
angeordneter Abdeckplatte (2), Abstreifelement (3) und Austrittsfenster (4).
3. Tintenabweisblende nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein um einen festen
Lagerpunkt (7) auf dem Schreibkopf (8) über ein Magnetsystem (9,10,11) verschwenkbarer Hebel (6) vorgesehen ist, und daß auf dem Hebel (6) eine die
Abdeckplatte (2), das Abstreifelement (3) und ein Austrittsfenster (4) aufweisende,
den Schreibkopf umfassende Kappe (1) gelagert ist, die einerseits über ein Federelement
(17) an dem Hebel angelenkt ist und andererseits einen Schwenkbereich der Kappe (1)
durch Anlage an den festen Lagerpunkt (7) begrenzenden Anschl-ag (18) aufweist, so
daß durch alleiniges Schwenken des Hebels (6) sämtliche Positionen der Kappe (1) einstellbar
sind.
4. Tintenabweisblende nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb des Schreibkopfes,
dem Schreibwagen zugeordnete, eine um einen festen Lagerpunkt (22) durch eine Federkraft
(23) verschwenkbarer und über ein Magnetsystem (9,10,11) verrastbarer Hebel (6) angeordnet ist, und daß auf dem Hebel (6) ein weiterer,
die Abdeckplatte (2) und das Abstreifelement (3) tragender, bedarfsweise gesondert
verschwenkbarer Hebel (1) angeordnet ist.