[0001] Die Erfindung betrifft Tafel- und Ziergegenstände nach dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Bei solchen Gegenständen hat die Schutzlackierung, auch Vernierung genannt, den Zweck,
die silberne bzw. versilberte Oberfläche pflegeleicht zu gestalten, ohne die optische
Wirkung zu beeinträchtigen. Die Schutzlackierung verhindert das Verfärben durch Schwefelanlauf
und erleichert durch ihre Wasserbeständigkeit das Reinigen der Gegenstände. Bei bekannten
Schutzlackierungen dieser Art läßt sich jedoch nicht gleichzeitig mit der Wasserbeständigkeit
auch die Widerstandsfähigkeit gegen mechanische Beschädigungen erhöhen. Dies macht
sich unangenehm dann bemerkbar, wenn Gegenstände der beschriebenen Art in Warenhäusern,
Selbstbedienungsläden und derartigen Stellen verkauft werden, wo sie dem direkten
Zugriff des Publikums ausgesetzt sind. Verpackungen, die nur teilweise durchsichtig
sind, erlauben dem Kunden nicht, den Gegenstand von allen Seiten zu betrachten und
sind außerdem aufwendig. Allseitig durchsichtige Verpackungen, wie Klarsichtbeutel
oder -folien lassen die verpackte Ware optisch nicht in befriedigendem Maße zur Wirkung
kommen und sind daher für Ausstellungszwecke, insbesondere in Schaufenstern oder Vitrinen,
ungeeignet.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, Gegenstände der eingangs beschriebenen Art wenigstens
für die Zeit des Anbietens bzw. Ausstellens ohne optische Beeinträchtigung mit einem
zusätzlichen Schutz zu versehen.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das Merkmal des Anspruches 1 gelöst.
[0005] Der transparente Lacküberzug umschließt den silbernen bzw. versilberten Gegenstand
allseitig und schützt ihn damit sowohl vor mechanischen als auch anderen Einwirkungen
von der Herstellung bis wenigstens zum Verkauf. Im Gegensatz zu einer folienförmigen
Verpackung liegt der Lacküberzug so dicht an der Schutzlackierung an, daß er die optische
Wirkung der silbernen bzw. versilberten Oberfläche nicht oder nicht nennenswert beeinträchtigt.
Er gestattet auch die problemlose Reinigung, wenn die Gegenstände durch Staub oder
durch Betasten verschmutzt wurden. In einfacher Weise kann der jeweilige Gegenstand
mit seiner Schutzlackierung beim Verkauf oder beim Kunden in seinen unbeschädigten
Originalzustand gebracht werden, indem der Lacküberzug abgelöst wird. Ein weiterer
Vorteil des Lacküberzugs ist der hermetische Abschluß, der auch in extrem feuchtwarmem
Klima verhindert, daß durch Elektrolytrückstände Ausblühungen und kleine Korrosionsstellen
entstehen können.
[0006] Bei einer bevorzugten Ausführungsform beruht der Lacküberzug auf Polyvinylchlorid-Basis.
[0007] Vorteilhaft kann der Lacküberzug seine Elastizität über eine längere Lagerzeit auch
bei Temperaturen bis 40
0 C erhaltende Weichmacher mit geringer Flüchtigkeit enthalten, die keine Neigung besitzen,
in die Schutzlackierung einzudiffundieren. Die Weichmacher gewährleisten, daß der
Lacküberzug wenigstens bis zum Verkauf des Gegenstandes elastisch und damit auf einfache
Weise abziehbar bleibt.
[0008] Der Lacküberzug läßt sich auf einfache Weise entfernen, wenn er erst einmal an einer
Stelle abgelöst ist. Dies kann beispielsweise durch Anritzen mit einem Holzgegenstanderfolgen.
Zur Erleichterung des Abziehens kann der Lacküberzug einen oder mehrere Aufreißstreifen
enthalten. Sie ersparen nicht nur das Einritzen der Schutzlackierung; sie zeigen dem
Kunden auch unmißverständlich, daß es sich bei dem Lacküberzug um eine zusätzliche,
zum Entfernen bestimmte Hülle handelt.
[0009] Vorteilhaft kann der Aufreißstreifen aus saugfähigem Material, wie Papier oder Kunststoffgewebe
bzw. -vlies, bestehen und durch teilweises Auflegen auf den noch feuchten Lacküberzug
befestigt werden, wobei der freie Teil des Aufreißstreifens vorteilhaft über den Rand
des Gegenstandes hinausragt. Aufreißstreifen dieser Art können zusätzlich einen Aufdruck
erhalten, beispielsweise Markenzeichen oder Hinweise auf die Doppellackierung.
[0010] Der Lacküberzug kann durch Tauchen aufgebracht werden, so daß die Herstellung der
erfindungsgemäßen Gegenstände trotz des zusätzlichen Schutzes auf wirtschaftliche
Weise möglich ist.
[0011] Je nach Form der Gegenstände und/oder bei Gegenständen mit nur teilweise silberner
Oberfläche kann der Lacküberzug auch durch Spritzen aufgebracht werden.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Ziergegenstandes wird nachstehend
anhand der Zeichnungen beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf einen Zierteller mit teilweise aufgebrochenen Lackschichten,
und
Fig. 2 einen Schnitt entsprechend der Schnittlinie II-II in Fig. 1.
[0013] Der Zierteller 1 ist kreisförmig ausgebildet mit einer mittleren, ebenfalls kreisförmigen
Vertiefung 1a. Er besteht aus Silber. Seine silberne Oberfläche 2 ist, wie aus Fig.
2 ersichtlich, mit einer Schutzlackierung überzogen, die eine Dicke von 2 - 4
/um aufweist. Sie verhindert im Gebrauch Schwefelanlauf und erleichtert die Reinigung
des Gegenstandes. über der Schutzlackierung 3 ist der Zierteller 1 mit einem durchsichtigen
Lacküberzug mit einer Dicke zwischen 50 - 80
/um versehen. Er liegt eng an der Schutzlackierung an, ohne sich mit ihr zu verbinden.
Der optische Eindruck der silbernen Oberfläche ist trotz des Lacküberzuges voll erhalten.
[0014] Der auf Polyvinylchlorid-Basis aufgebaute Lacküberzug enthält Weichmacher, die auch
bei 60° C nicht in die Schutzlegierung einwandern und auch nicht verdunsten. Bei einer
Temperatur bis 40° C erhalten sie die Elastizität des Lacküberzuges über lange Zeit
derart aufrecht, daß der Lacküberzug von dem Zierteller 1 abgezogen werden kann. Um
das Abziehen zu erleichtern, ist der Lacküberzug 4 mit Aufreißstreifen 5 versehen.
Sie sind teilweise zwischen der Schutzlackierung 3 und dem lacküberzug 4 eingebettet
und weisen einen frei abstehenden Abschnitt zum Anfassen auf.
[0015] Der Lacküberzug 4 ist dazu bestimmt, den Zierteller von seiner Fertigstellung an
bis zum Kunden in einwandfreiem Zustand zu erhalten, ohne sein Aussehen zu beeinträchtigen.
Der Zierteller ist von allen Seiten zu sehen. Er kann, beispielsweise in Selbstbedienungsläden,ausgestellt
und angefaßt werden. Dabei entstehende Verschmutzung oder kleine mechanische Schäden
werden vom Lacküberzug aufgenommen und berühren die Schutzlackierung nicht. Der Lacküberzug
kann beim Verkauf oder beim Kunden vor Ingebrauchnahme des Ziertellers auf einfache
Weise dadurch entfernt werden, daß der überzug mittels der Aufreißstreifen zunächst
an einer oder mehreren Stellen abgelöst und anschließend im Ganzen von dem Zierteller
abgezogen wird. Damit liegt die verbleibende, für den Dauergebrauch bestimmte haltbare
Schutzlackierung frei. Sie weist ihre neuwertige, saubere und glatte Oberfläche auf.
[0016] Die Erfindung ist nicht auf das Ausführungsbeispiel beschränkt. Im Rahmen der Erfindung
ist die Gestalt und Größe des Tafel- oder Ziergegenstandes völlig frei. Der Gegenstand
kann statt rein silbern auch nur an der Oberfläche versilbert sein. Ferner kann die
erfindungsgemäße Oberflächenbeschichtung einschließlich des Lacküberzuges auch auf
Teilflächen von Gegenständen aufgebracht werden, die aus verschiedenen Materialien
bestehen und nur teilweise silbern oder versilberte Oberflächen aufweisen.
[0017] Die Aufreißstreifen erleichtern das Ablösen des Lacküberzuges; dieser kann jedoch
auch durch Einritzen mit einem Holzgegenstand an einer Anfangsstelle abgelöst werden.
[0018] Eine bevorzugte Ausführungsform des Lacküberzugs besteht aus 30 % Mischpolimerisat
aus Polyvinylchlorid und Polyvinylalkohol als Bindemittel, 60 % Essigsäureäthylester
und Xylol als Lösungsmittel u. 10 % Phtalsäureester und höhere Alkohole als Weichmacher.
1. Tafel- und Ziergegenstände mit einer Oberfläche aus Silber, die mit einer Schutzlackierung
gegen Anlaufen, insbesondere einer Einbrennlackierung auf Zellulose- oder Kunstharzbasis,
überzogen ist, dadurch gekennzeichnet , daß die Gegenstände (1) einen weiteren durchsichtigen
Lacküberzug (4) aufweisen, der von der Schutzlackierung (3) ablösbar ist.
2. Gegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß der Lacküberzug (4) auf
Polyvinylchlorid-Basis beruht.
3. Gegenstand nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß der Lacküberzug (4) seine
Elastizität über eine längere Lagerzeit auch bei Temperaturen bis 400 C erhaltende Weichmacher mit geringer Flüchtigkeit enthält, die keine Neigung besitzen,
in die Schutzlackierung (3) einzudiffundieren.
4. Gegenstand nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet
, daß die Dicke des Lacküberzuges (4) im Bereich von 30 bis 120 µm, vorzugsweise 50
bis 80 µm, liegt.
5. Gegenstand nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet
, daß der Lacküberzug (4) einen oder mehrere Aufreißstreifen (5) enthält.
6. Gegenstand nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet - daß der Aufreißstreifen (5) zum Teil zwischen der Schutzlackierung (3) und dem Lacküberzug
(4) eingebettet ist.
7. Gegenstand nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet , daß der Aufreißstreifen (5)
aus saugfähigem Material, wie Papier oder Kunststoffgewebe bzw. -vlies, besteht, und
durch teilweises Auflegen auf den noch feuchten Lacküberzug (4) befestigbar ist.
8. Gegenstand nach wenigstens einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet
, daß der Lacküberzug (4) durch Tauchen aufgebracht ist.
9. Gegenstand nach wenigstens einem der Ansprüche .1 bis 7, dadurch gekennzeichnet
, daß der Lacküberzug (4) durch Spritzen aufgebracht ist.