[0001] Gegenstand der Erfindung ist eine Innenauskleidung für einen zylindrischen Behälter
zum Transport und/oder zur Lagerung von radioaktivem Material, insbesondere von bestrahlten
Brennelementen aus Kernreaktoren, sowie ein Verfahren zur Herstellung einer solchen
Innenauskleidung.
[0002] Radioaktive Stoffe, insbesondere abgebrannte Brennelemente aus Kernreaktoren, geben
neben Gamma- und Neutronenstrahlung auch nennenswerte Nachwärme ab. Behälter, die
zum Transport und/ oder zur Lagerung derartiger Stoffe eingesetzt werden, müssen daher
die Radioaktivität des eingebrachten Gutes sicher ein- . schließen und die erzeugte
Nachwärme sicher nach außen ableiten. Dieses ist in strengen Tests so nachzuweisen,
daß auch bei extremen Unfallsituationen die Sicherheit gewährleistet ist.
[0003] Es sind Behälter bekannt, bestehend aus einem dickwandigen metallischen Außenbehälter,
der die erforderliche mechanische Festigkeit und die Abschirmung der radioaktiven
Strahlung sicherstellt, und aus einem inneren Behälter bzw. aus einer inneren Behälterauskleidung,
die den inneren Einschluß des radioaktiven Materials unter den Gesichtspunkten Korrosion,
Oberflächenrauhigkeit und Diffusion zusätzlich garantiert.
[0004] Derartige Behälter verfügen über Innenauskleidungen, die eingegossen (DE-GM 78 19
282) oder als Spritzschicht bzw. als Galvanoschicht (DE-GM 77 28 331) aufgebracht
werden.
[0005] Diese Verfahren haben jedoch den Nachteil, daß entweder prüftechnische Schwierigkeiten,
z. B. Vortäuschung von Gußlunkern bei fehlerhaft angegossener Innenauskleidung, auftreten
können, oder aber die Oberflächengüte durch aufwendige zusätzliche Bearbeitung verbessert
werden muß.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Innenauskleidung für einen zylindrischen
Behälter zum Transport und/oder zur Lagerung von radioaktivem Material, insbesondere
von bestrahlten Brennelementen aus Kernreaktoren, zu schaffen, die einen guten Kontakt
zwischen Innenauskleidung und dem Behälter bei Minimierung der Bearbeitungsschritte
gewährleistet, sowie ein Verfahren zur Herstellung solcher Innenauskleidungen zu finden.
[0007] Die Aufgabe wurde erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Innenauskleidung aus einem
Boden, einem Flansch und einem mit einem axialen Schlitz versehenen Mantel besteht,
der auf der Innenseite des Behältergrundkörpers eng anliegt, wobei der Mantel mit
dem Boden und dem Flansch verschweißt und der Schlitz abgedichtet ist.
[0008] Solche Innenauskleidungen werden vorteilhafterweise dadurch hergestellt, daß ein
Boden und ein Flansch in dem Behältergrundkörper eingelegt werden, dann der auf Endmaß
gewalzte metallische Mantel, der mit einem axialen Schlitz versehen ist,durch Zusammendrücken
zwischen Boden und Flansch positioniert, anschließend wieder entspannt, der nunmehr
an der Innenseite des Behältergrundkörpers anliegende Mantel mit Boden und Flansch
verschweißt und abschließend der Schlitz verschlossen wird.
[0009] Vorzugsweise wird der Schlitz mit einem passenden Blechstreifen abgedichtet, insbesondere
verschweißt.
[0010] Die Abbildungen I bis III erläutern schematisch in beispielhafter Ausführungsform
die erfindungsgemäße Innenauskleidung. Zunächst werden Boden (6) und Flansch (5),
an dem ein Ver- . schluß befestigt werden kann, im Kühlrippen (4) und andere Einrichtungen
aufweisende Behältergrundkörper (3) eingelegt. Der Mantel (1) ist auf Endmaß gewalzt
und mit einem axialen Schlitz (8) versehen. Längs des Schlitzes (8) sind vorteilhafterweise
als Montagehilfen Stege (2) angeschweißt, die es gestatten, durch Zusammenziehen den
Mantel (1) elastisch zu verformen, so daß er unter Bildung eines Montagespaltes (9)
in den Behältergrundkörper (2) eingebracht werden kann. Anschließend wird der Mantel
(1) entspannt. Dadurch legt er sich an den Grundkörper (3) an. Der axiale Schlitz
(8) wird mit geeignetem Blech (7) abgedeckt und verschweißt. Boden (6) und Flansch
(5) werden ebenfalls angeschweißt. Besonders günstig ist, daß mit der Bearbeitung
des Grundkörpers (3) und den dort erreichbaren Toleranzen und der heute technisch
möglichen Walzgenauigkeit von Blechen eine außerordentlich geringe Zylinderformtoleranz
im Bereich weniger Zehntel mm bei großen Innendurchmessern und Behälterabmessungen
erreicht werden. Dadurch hat es sich überraschend ergeben, daß durch die Entspannung
des bei der Montage im Umfang verkleinerten Innenbehältermantels der verbleibende
Restspalt (10) zwischen dem Grundkörper (3) und der Innenauskleidung (1) vernachlässigbar
klein ist, und daher einen guten Wärmeübergang sowie gute Festigkeitseigenschaften
sicherstellt. Die Größe dieses Restspaltes (10) wird weitgehend durch die Schrumpfung
der axialen Schweißnaht (11) bestimmt.
[0011] Besonders vorteilhaft ist die Anwendung der Erfindung auf zylindrische Behälter bei
Innendurchmessern ≥ 600 mm und Wandstärken der Innenauskleidung bis etwa 10 mm.
[0012] In manchen Fällen ist es besonders günstig, wenn der Innenbehältermantel nach dem
Positionieren und Entspannen zusätzlich an die Innenseite des Behälterkörpers angedrückt
wird.
[0013] Folgendes Beispiel zeigt einen Behälter mit erfindungsgemäßer Innenauskleidung.
Beispiel
[0014] Ein Behältergrundkörper mit Kühlrippen, aus Guß hergestellt, hatte einen Innendurchmesser
von 1 m und ein Längen-/Durchmesser-Verhältnis von 5. Die Innenauskleidung bestand
aus rostfreiem Stahl von 4 mm Dicke. Zunächst wurde der Innenauskleidungsmantel auf
1010 mm Durchmesser gewalzt und die Montagehilfen befestigt. Nachdem Boden und Flansch
in den Behältergrundkörper eingelegt waren, wurde der Innenauskleidungsmantel mittels
hydraulischer Hilfsvorrichtung auf ca. 990 mm Durchmesser zusammengezogen und in die
vorgesehene Position gebracht, justiert und entspannt. Nachdem der Mantel sich an
das Innere des Behältergrundkörpers gelegt hatte, wurde der Schlitz mit einem Blech,ebenfalls
rostfreier Stahl und mit entsprechender Wanddicke, verschweißt und anschließend die
Montagehilfe abgetrennt. Es erfolgte danach die Kontrolle der Schweißnähte sowie die
Endkontrolle.
[0015] Die Kontrolle ergab eine Toleranz des Innendurchmessers vom Innenauskleidemantel
von + 0,5 mm auf 5 m Länge. Der verbleibende Restspalt beträgt auch im ungünstigsten
Fall nur ≤ 0,5 mm. Eine plastische Verformung des Innenauskleidemantels wurde nicht
festgestellt, d. h., die Verformung erfolgte im elastischen Bereich. Somit ist keine
Rißprüfung erforderlich.
1. Innenauskleidung für zylindrische Behälter zum Transport und/oder zur Lagerung
von radioaktivem Material, insbesondere von bestrahlen Brennelementen aus Kernreaktoren,
dadurch gekennzeichnet, daß sie aus einem Flansch (5), einem Boden (6) und einem mit
einem axialen Schlitz (8) versehenen Mantel (1) besteht, der auf der Innenseite des
Behältergrundkörpers (3) eng anliegt, wobei der Mantel (1) mit dem Boden (6) und dem
Flansch (5) verschweißt und der Schlitz (8) abgedichtet ist.
2. Innenauskleidung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitz (8) mit
einem passenden Blechstreifen (7) abgedichtet ist.
3. Innenauskleidung nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Blechstreifen
(7) in den Schlitz (8) eingeschweißt ist.
4. Innenauskleidung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel
(1) im Innern mit Stegen (2) versehen ist.
5. Verfahren zur Herstellung einer Innenauskleidung nach Anspruch 1 bis 4, dadurch
gekennzeichnet, daß ein Boden und ein Flansch in einem Behältergrundkörper eingelegt
werden, dann ein auf Endmaß gewalzter metallischer Mantel, der mit einem axialen Schlitz
versehen ist, durch Zusammendrücken des Schlitzes zwischen dem Boden und dem Flansch
positioniert, anschließend wieder entspannt, der nunmehr an der Innenseite des Behälterkörpers
anliegende Mantel mit dem Boden und dem Flansch verschweißt und abschließend der Schlitz
verschlossen wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Schlitz durch
einen geeigneten Blechstreifen abgedeckt und dieser mit dem Mantel verschweißt wird.
7. Verfahren nach Anspruch 1 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Zusammendrücken
des Mantels mittels in ihm angebrachter Stege vorgenommen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel aus geeignetem
Blech bis zu 10 mm Dicke entsprechend dem Innenmaß des Behältergrundkörpers gewalzt
wird.
9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Mantel nach dem
Positionieren und Entspannen zusätzlich an die Innenseite des Behälterkörpers angedrückt
wird.