[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Breithaltung einer
bewegten textilen Warenbahn während einer Behandlung.
[0002] Textile Warenbahnen werden vielfach in Strangform einer Naßbehandlung (z.B. Färben
oder Spülen) unterworfen. Nachteilig sind hierbei die durch die Strangform entstehenden
Falten, die das Aussehen der fertigen Warenbahn beeinträchtigen.
[0003] Man hat daher bereits Verfahren und Vorrichtungen entwickelt, die eine Naßbehandlung
einer bewegten textilen Warenbahn im ausgebreiteten Zustand ermöglichen. Viele Warenbahnen,
insbesondere elastische und wenig dimensionsstabile Warenbahnen, besitzen jedoch die
Tendenz, bei einer solchen Naßbehandlung im ausgebreiteten Zustand wieder Falten zu
bilden oder gar zu einem Strang zusammenzulaufen. Um dieser Tendenz entgegenzuwirken,
ist es beim diskontinuierlichen Färben von Teppichen in Färbekufen bekannt, die in
der Kufe endlos umlaufende Warenbahn über Breithaltewalzen zu führen. Derartige Verfahren
und Vorrichtungen bedingen jedoch einen erheblichen konstruktiven Aufwand und sind
zudem mit dem Nachteil einer schlechten Anpaßbarkeit während des Betriebes behaftet.
[0004] Es sind schließlich auch Verfahren zur Breithaltung einer bewegten textilen Warenbahn
während einer Naßbehandlung bekannt (D
E- A - 25 20 748 und 24 30 135), bei denen die mittels eines oberen und eines unteren
endlos umlaufenden perforierten Transportbandes durch ein Flüssigkeitsbad geführte
textile Warenbahn dadurch breitgehalten wird, daß der oberen und unteren Breitseite
der Warenbahn Fluidströme zugeführt werden, die jeweils von der Warenbahnmitte zu
den Warenbahnkanten hin gerichtet sind.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe .zugrunde, ein Verfahren zur Breithaltung einer bewegten
textilen Warenbahn mittels zu den Warenbahnkanten hin gerichteter Fluidströme so auszubilden,
daß mit einfachsten konstruktiven und verfahrenstechnischen Mitteln eine zuverlässige
Breithaltung der Warenbahn auch bei unterschiedlichen Warenbahnarten und wechselnden
Betriebsverhältnissen gewährleistet ist.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die beiden seitlichen Warenbahnkanten
durch Fühler abgetastet werden, welche die auf die betreffenden Warenbahnkanten gerichteten
Fluidströme steuern.
[0007] Die Abtastung der Warenbahnkanten durch die Fühler erfolgt zweckmäßig in der Nähe
(vor oder hinter) der Stelle, an der die Fluidströme zum Zwecke der Breithaltung auf
die Warenbahn treffen.
[0008] Durch die Abtastung der Warenbahnkanten mittels Fühlern und die Steuerung der Fluidströme
durch diese Fühler erreicht man eine sehr feinfühlige und rasche Anpassung der Breithaltewirkung
an die jeweils vorliegenden Verhältnisse, insbesondere an unterschiedliche Tendenzen
der Warenbahn zur Faltenbildung, seitlichen Verlegung usw.
[0009] Das erfindungsgemäße Verfahren zeichnet sich ferner durch einen besonders geringen
Aufwand aus, zumal das von den Fühlern gelieferte Signal dazu verwendet werden kann,
der Warenbahn Fluidströme nur insoweit zuzuführen, als eine Ausbreitwirkung gerade
tatsächlich benötigt wird. Selbstverständlich ist es jedoch im Rahmen der Erfindung
auch möglich, der Warenbahn eine gewisse Grundmenge der Fluidströme ständig zuzuführen
(etwa eine Menge von Flotte und/oder Luft, die der Warenbahn aus verfahrenstechnischen
Gründen an dieser Stelle zugeführt werden soll), während das von den Fühlern gelieferte
Signal nur zur Steuerung zusätzlicher, zur Breithaltung dienender Fluidströme dient.
[0010] Weitere Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und aus der
folgenden Beschreibung einiger in der Zeichnung veranschaulichter Ausführungsbeispiele.
Es zeigen
Fig.1 eine Vertikal-Schnittansicht durch eine erste Ausführungsform der Vorrichtung,
insbesondere einer zugehörigen Naßbehandlungskufe;
Fig.2 eine Querschnittsansicht durch einen Teil der Kufe (entlang etwa der Linienführung
II-II in Fig.1) zur Darstellung einer ersten Ausführungsform von Düseneinheiten zur
Breithaltung der Warenbahn;
Fig.3 eine ähnliche Schnittansicht wie Fig.2, jedoch zur Veranschaulichung einer zweiten
Ausführungsmöglichkeit der Düseneinheiten;
Fig.4 eine Seitenansicht auf einen Düsenkasten einer weiteren Ausführungsvariante;
Fig.5 eine Querschnittsansicht durch die Naßbehandlungskufe entlang der Linie V-V
in Fig.1 (zur Darstellung der Führung der einzelnen Fluidströme);
Fig.6 eine Vertikalschnittansicht durch eine gegenüber Fig.1 abgewandelte Kufenausführung;
Fig.7 eine Querschnittsansicht (bei ähnlicher Schnittführung wie Fig.5) zur Darstellung
einer weiteren Ausführungsvariante, mit der gleichzeitig mehrere Warenbahnen nebeneinander
in ein und derselben Kufe behandelt werden können;
Fig.8 eine ähnliche Vertikal-Schnittansicht wie Fig.1, jedoch zur Veranschaulichung
eines Ausführungsbeispieles, bei dem gleichzeitig mehrere Warenbahnen übereinander
behandelt werden können;
Fig.9 und 10 eine Schemadarstellung einer Ausführung mit schwenkbaren Düseneinheiten;
Fig.11 eine Schemadarstellung eines Ausführungsbeispieles mit konvex gekrümmter Abstützung.
[0011] Zu den Zeichnungsfiguren 1 bis 11 sei von vornherein darauf hingewiesen, daß in allen
Darstellungen lediglich die zur Erläuterung der Erfindung notwendigen Vorrichtungsteile
veranschaulicht sind, während die üblicherweise noch notwendigen anderen Vorrichtungsteile
aus Gründen der Übersichtlichkeit weggelassen worden sind.
[0012] In Fig.1 ist von einer Naßbehandlungsvorrichtung vor allem die Naßbehandlungskufe
1 veranschaulicht, deren Kufengehäuse 2 die übliche Querschnittsform besitzen kann
(wie dargestellt). In dieser Naßbehandlungskufe 1 wird eine endlos gemachte textile
Warenbahn 3 mit Hilfe von Umlenk- und Transportwalzen 4, 5, 6, 7 in Richtung der Pfeile
8 transportiert. Von diesen Walzen 4 bis 7 ist in üblicher Weise wenigstens eine angetrieben,
während die anderen als Schleppwalzen lose mitlaufen; diese Walzen 4 bis 7 sind im
oberen Teil der Kufe 1 angeordnet, und zwar - in Förderrichtung (Pfeil 8) gesehen
- vorzugsweise in einer schräg ansteigenden Ebene. Im unteren Teil der Kufe befindet
sich der eigentliche Behandlungsraum 9 mit einem Warenspeicher. In diesem Behandlungsraum
9 befindet sich bei der Naßbehandlung der Warenbahn 3 ein entsprechendes Bad 10 mit
Behandlungsflüssigkeit (je nachdem ob gefärbt, gespült, gebleicht, gewaschen usw.
wird). Während der Naßbehandlung wird die Warenbahn 3 im endlosen Umlauf mehrmals
- wie allgemein üblich - durch das Behandlungsbad 10 transportiert, wobei es gleichzeitig
in diesem Behandlungsraum 9 gespeichert wird (wie in Fig. 1 angedeutet). Die jeweils
im Behandlungsraum 9 gespeicherte Warenbahn wird dann aus dem Behandlungsbad 10 mit
Hilfe der Umlenk- und Transportwalzen 4 bis 7 nach oben herausgezogen, wobei sie zunächst
einen vertikalen Bewegungsabschnitt 11 durchläuft, bevor sie zur ersten Umlenkstelle,
nämlich der - in Transportrichtung (Pfeil 8) gesehen - ersten Walze 4 gelangt. Über
die Umlenk- und Transportwalzen 4, 5, 6 und 7 wird die Warenbahn 3 mehrfach umgelenkt,
weitertransportiert und nach Passieren der letzten, oberen Walze 7 (die auch in Form
einer Haspel ausgeführt sein könnte) an den Anfang des Behandlungsraumes 9 zurückgeführt.
Im Bereich dieser Warenbahn-Rückfüh- ,rung sowie im unteren Teil kann die Innenseite
des Kufengehäuses 2 - wie an sich bekannt - in Form einer glatten Rutsche ausgebildet
sein, wodurch sich ein günstiger Fördereffekt in das Behandlungsbad 10 erzielen läßt.
Außerdem könnte in dem genannten Bereich -wie strichpunktiert angedeutet ist - auch
ein die Rückförderung der Warenbahn 3 in den Behandlungsraum 10 besonders begünstigender
Teflonrost 12 angeordnet sein.
[0013] Um die textile Warenbahn 3 in stets breitgeführter Form behandeln zu können, ist
in der Kufe 1 eine besondere Vorrichtung 13 zur Breithaltung der bewegten Warenbahn
3 angeordnet. Um eine besonders wirksame Breithaltung der Warenbahn 3 erzielen zu
können, wird die Breithaltevorrichtung 13 zweckmäßig in einer Zone von geringer Warenbahn-Längsspannung
angeordnet, wozu sich die Zone des vertikalen Bewegungsabschnittes 11 der Warenbahn
3, also die etwa vertikale Zone zwischen dem Warenbahnspeicher (im Behandlungsraum
9) und der ersten Umlenkwalze 4 als besonders günstig erwiesen hat. Hierbei wird es
ferner zweckmäßig sein, die Breithaltevorrichtung verhältnismäßig kurz vor der ersten
Umlenk- und Transportwalze anzuordnen, während im Bereich über oder kurz hinter dieser
ersten Walze 4 Warenbahn-Kantenfühler 14 (vgl. auch Fig. 5) angeordnet sind. Diese
Kantenfühler 14 steuern - wie bereits weiter oben erwähnt und wie im folgenden noch
näher erläutert wird - die Breithaltevorrichtung 13..
[0014] Die Breithaltevorrichtung 13 enthält - wie sich insbesondere aus Fig. 2 ergibt -
für jede Breitseite 3a bzw. 3b der Warenbahn 3 zwei unabhängig voneinander mit Fluid
beaufschlagbare Düseneinheiten, und zwar die Düseneinheiten 15, 16 für die vordere
Warenbahn-Breitseite 3a und die Düseneinheiten 17, 18 für die hintere Warenbahn-Breitseite
3b. Im Beispiel der Fig. 2 sind die Düseneinheiten 15 bis 18 in Form von Düsenkästen
mit einer Vielzahl von einzelnen Fluid-Ausströmdüsen 15a, 16a, 17a, 18a ausgebildet.
Jeder Düsenkasten 15 bis 18 ist auf der entsprechenden Breitseite der Warenbahn 3
einer Warenbahnhälfte (also einer Hälfte der entsprechenden Warenbahn-Breitseite)
zugeordnet. Jeder Düsenkasten wird über ein Zuführrohr 19, 20, 21, 22 gesondert mit
einem Fluidstrom gespeist, wobei die Düsen 15a, 16a, 17a, 18a der Düsenkästen 15 bis
18 so ausgebildet und eingestellt sind, daß die über die Zuführrohre 19 bis 22 herangeführten
Fluidströme der Warenbahn 3 jeweils von der Warenbahnmitte zu den Warenbahnkanten
hin ausgerichtet zugeführt werden, d.h. die aus den Düsenkästen 15 bis 18 austretenden
Fluidstrahlen sind von der Warenbahnmitte her schräg auf die Warenbahn 3 sowie nach
den seitlichen Warenbahnkanten hin gerichtet.
[0015] Wie in den Figuren 1 und 2 angedeutet und auch bereitserwähnt worden ist, sind sowohl
der vorderen als auch der hinteren Breitseite 3a bzw. 3b der Warenbahn 3 je zwei voneinander
unabhängige Düsenkästen 15, 16 bzw. 17, 18 zugeordnet, wobei jeweils die zur selben
Warenbahnhälfte gehörenden Düsenkä-: sten beider Breitseiten sich hinsichtlich ihrer
Fluid-Austrittsstrahlrichtungen paarweise genau gegenüberliegen und die gegenüberliegenden
zusammengehörenden Düsenkästenpaare (also die Düsenkästen 15 und 17 bzw. 16 und 18)
in gleicher Weise (d.h. in Fluidmenge und -druck) beaufschlagbar sind, wozu die entsprechenden
Zuführrohre jeweils an eine gemeinsame Zuführleitung angeschlossen sind. In Fig. 2
sind somit die Zuführrohre 20, 22 für die Düsenkästen 15, 17 an eine gemeinsame Zuführleitung
23 und die Zuführrohre 19, 21 für die Düsenkästen 16, 18 an eine Zuführleitung 24
angeschlossen.
[0016] Es sei an dieser Stelle jedoch erwähnt, daß die Düseneinheiten auch nur auf der einen
Breitseite der Warenbahn angeordnet sein können, während dann auf der anderen Breitseite
wenigstens eine glatte Stützfläche angebracht ist, die den Düseneinheiten genau gegenüberliegt.
Somit wird sowohl bei der anhand der Fig. 2 geschilderten Ausführung als auch bei
der letzterwähnten stets eine zuverlässige Abstützung der Warenbahn 3 in dem Bereich
erzielt, in dem sie mit den Fluidströmen zum Breithalten beaufschlagt wird.
[0017] Eine andere Ausführungsmöglichkeit für die Düseneinheiten ist in Fig. 3 veranschaulicht.
Hiernach kann jede Düseneinheit durch ein, mit einer Anzahl von Düsenöffnungen für
den Fluidaustritt versehenes Düsenrohr 25, 26 (für die vordere Warenbahn-Breitseite
3a) und 27, 28 (für die hintere Warenbahn-Breitseite 3b) ausgebildet sein. Die Düsenöffnungen
der Düsenrohre 25 bis 28 können auch in diesem Falle in der gewünschten Fluid-Strahlrichtung
ausgerichtet sein oder auch . gesonderte Fluiddüsen enthalten, die dann die erforderliche
Fluidstrahl-Austrittsrichtung erhalten, wie es bereits anhand der Fig. 2 geschildert
worden ist. Diese Düsenrohre 25 bis 28 sind in gleicher Weise wie bei der Ausführungsform
gemäß Fig. 2 jeweils paarweise auf gegenüberliegenden Warenbahn-Breitseiten angeordnet
und entsprechend an Fluid-Zuführleitungen 29 (für die Düsenrohre 26, 28) und 30 (für
die Düsenrohre 25 und 27) angeschlossen, wobei sich eine solche Ausführung und Erfindung
der Düsenrohre 25 bis 28 mit den zugehörigen Zuführleitungen 29, 30 besonders einfach
herstellen und installieren läßt.
[0018] Fig. 4 veranschaulicht noch eine Ausführungsvariante einer Düseneinheit in Form eines
Düsenkastens 31. Dieser Düsenkasten 31 besitzt wenigstens einen Ausströmschlitz 31
für ein Fluid. An dem Düsenkasten 31 ist - wie bereits anhand der Fig. 2 geschildert
- wiederum ein Zuführrohr 33 angeschlossen, das das zuzuführende Fluid über mehrere
Zweigleitungen über die Länge des Düsenkastens 31 verteilt. Um auch mit diesem Schlitz-Düsenkasten
einen zugeführten Fluidstrom in der gewünschten Weise (von der Warenbahnmitte zu den
Warenbahnkanten hin) ausrichten zu können, ist in dem Düsenkasten 31 eine Vielzahl
von Lenkelementen entsprechend angeordnet, bei denen es sich um einfache Lenkbleche,
Jalousien oder dergleichen handeln kann und die entweder fest oder - was im allgemeinen
vorgezogen wird - einzeln oder gemeinsam verstellbar eingebaut sein können.
[0019] Auch die Austrittsdüsen gemäß den Beispielen der Figuren 2 und 3 können entweder
fest ausgerichtet oder in ihrer Größe und/oder Richtung einstellbar ausgeführt sein.
[0020] Egal welche Ausführungsform der Düseneinheiten gewählt wird, so sollte doch darauf
geachtet werden, daß eine Mindesteinwirkhöhe für die Fluidströme auf die Warenbahn
3 im Bereich des vertikalen Bewegungsabschnittes 11 gegeben ist. Es hat sich dabei
als günstig erwiesen, diese Einwirkhöhe, d.h. die Länge des mit den Fluidströmen beaufschlagten
Bewegungsabschnittes der Warenbahn, auf wenigstens etwa der halben Warenbahnbreite
zu halten, wobei je nach der Art der zu behandelnden Warenbahn jedoch eine Einwirkhöhe
von etwa 40 - 100 cm eingehalten werden sollte.
[0021] Wie bereits weiter oben erwähnt worden ist und wie im folgenden anhand der Fig. 5
erläutert wird, kann als Fluid zum Bilden der zum Breithalten benutzten Fluidströme
sowohl Gas, vorzugsweise Luft, als auch Flüssigkeit, vorzugsweise Behandlungsflotte,
verwendet werden.
[0022] Wenn die Warenbahn 3 mit Hilfe von Luftströmen, die ihr über die zuvor erläuterten
Düseneinheiten zugeführt werden, breitgehalten werden soll, dann hat es sich als besonders
vorteilhaft erwiesen, wenn die Düseneinheiten (z.B. 15 bis 18 gemäß Fig. 2) jeder
Warenbahnhälfte mit einem Luftstrom beaufschlagt werden, der aus dem oberen Teil der
Kufe 1 abgezogen wird, wozu in der Nähe jeder Kufenstirnseite 2a, 2b auf dem Kufengehäuse
2 ein Ventilator 35 bzw. 36 angeordnet ist, mit dessen Hilfe Luft aus dem entsprechenden
Kufenteil abgesaugt und bei einem Druck von vorzugsweise etwa 0,2 bar - während des
normalen Breithaltebetriebes - über die Düseneinheiten so auf die Warenbahn 3 aufgeblasen
wird, daß diese in der bereits geschilderten Weise breitgehalten werden kann. Hierbei
kann es ferner besonders vorteilhaft sein, wenn die mit Hilfe der Ventilatoren 35,
36 abgesaugte Luft jeweils der dem Ventilator und seiner Kufenstirnseite 2a bzw. 2b
gegenüberliegenden Warenbahnhälfte zugeleitet wird, wie es aus Fig. 5 durch die Leitungsführung
deutlich ersichtlich ist, so daß sich gewissermaßen eine Art Kreuzstromführung mit
vergleichmäßigendem Behandlungseffekt ergibt. In den von den Ventilatoren 35, 36 zu
den Düseneinheiten 25 bis 17 führenden Zuführleitungen 23 bzw. 24 sind ferner zweckmäßig
Fluid-Steuerventile 37, 38 (für die Leitung 23) und 37a, 38a (für die Leitung 24)
angeordnet, die eine manuelle und/oder automatische Steuerung der Fluidströme gestatten.
[0023] Wie ferner in Fig. 5 strichpunktiert angedeutet ist, kann anstelle der zuvor geschilderten
Luftzuführung aus dem Oberteil der Kufe 1 zu den Düseneinheiten 15 bis 18 oder aber
auch in Kombination damit eine Beaufschlagung der Düseneinheiten 15 bis 18 jeder Warenbahnhälfte
mit Behandlungsflüssigkeit aus dem Behandlungsbad 10 im unteren Teil der Kufe 1 erfolgen.
Die Behandlungsflüssigkeit wird dabei mit Hilfe einer Flottenpumpe 39 - vorzugsweise
unter Zwischenschaltung eines Filters 40 (hier kann gleichzeitig ein ohnehin meist
notwendiger Flusenfilter verwendet werden) - aus dem Flottenbad 10 abgepumpt und über
die strichpunktiert angedeuteten Zuführleitungen 41,42 in gleicher Weise (ebenfalls
durch Ventile gesteuert) wie bei der Luftzuführung den Düseneinheiten 15 bis 18 zugeführt.
Für die Breithaltung der Warenbahn genügt im allgemeinen ein Flüssigkeitsdruck von
bis etwa 0,5 bar, wobei auch dieser Druck selbstverständlich von der Art der zu behandelnden
Warenbahn abhängt.
[0024] Aus dieser Fig. 5 läßt sich auch ohne weiteres der Einsatz der Kantenfühler 14 für
die Warenbahn 3 erkennen. Da in diesem Beispiel die sich auf beiden Warenbahn-Breitseiten
gegenüberliegenden Düsenkästen 15, 17 bzw. 16, 18 bezüglich ihrer Breithaltefunktion
paarweise zusammengefaßt sind und praktisch zwei unabhängig voneinander beaufschlagbare
Düsensysteme bilden, ist jedes dieser Düsensysteme steuerungsmäßig mit dem Kantenfühler
14 der entsprechenden Warenbahnhälfte bzw. Warenbahnkante verbunden. Wenn dann beispielsweise
während der Naßbehandlung der Warenbahn 3 in der Kufe 1 der - in Fig. 5 - rechte Kantenfühler
14 die rechte Warenbahnkante nicht mehr berührt, dann wird das zugehörige Düsensystem
(also das Düsenkastenpaar 16, 18) mit Fluid aus dem Innenraum der Kufe 1 beaufschlagt,
so daß die rechte Warenbahnhälfte wieder in der gewünschten Weise vollkommen ausgebreitet
und glattgestreckt wird. Nach Erreichen dieses Zustandes (durch eine entsprechende
Abtastung des zugehörigen Kantenfühlers 14) kann die Fluid-Zufuhr zu diesem Düsensystem
entsprechend vermindert oder ganz abgeschaltet werden. Auf jeden Fall wird durch das
kurze Hintereinanderschalten von Breithaltevorrichtung 13 und Kantenfühler 14 im Bereich
der ersten Umlenkwalze 4 ohne wesentliche Verzögerung rasch auf die Warenbahn 3 eingewirkt,
wenn diese nicht mehr vollkommen breitgehalten transportiert werden sollte.
[0025] Die Breithaltevorrichtung, wie sie insbesondere anhand der Figuren 2 bis 4 erläutert
worden ist, braucht jedoch nicht unbedingt in einer Naßbehandlungskufe der in Fig.
1 gezeigten Art angeordnet zu sein.
[0026] Fig. 6 zeigt eine flache, längliche Ausführungsform einer Naßbehandlungskufe, in
deren unterem Teil sich wiederum der eigentliche Behandlungsraum 44 (gegebenenfalls
mit einem Behandlungsbad) befindet, in dem auch eine kurzzeitige Speicherung der endlos
umlaufenden Warenbahn 3' erfolgt. Die wiederum in Richtung der Pfeile 8 umlaufende
Warenbahn 3' wird in diesem Falle nicht nur im oberen Teil der Kufe 43 von Umlenk-
und Transportwalzen 45 bis 48 transportiert, sondern auch im unteren Teil,also im
Behandlungsraum 44, ist noch ein Transportorgan in Form eines Transport- bzw. Siebbandes
49 vorgesehen, das für einen zuverlässigen Transport der umlaufenden Warenbahn 3'
von dem einen Ende des Behandlungsraumes 44 zum anderen sorgt. Die Ausbildung und
Anordnung der Breithaltevorrichtung 13' und des Warenbahnkantenfühlers 14' kann ansonsten
jedoch in gleicher Weise vorgenommen werden, wie es anhand der Figuren 1 bis 5 geschildert
ist.
[0027] Es leuchtet ferner ein, daß eine Naßbehandlungskufe auch so ausgebildet sein kann,
daß:in ihrem oberen Teil lediglich ein einziges Umlenk- und Transportorgan (vorzugsweise
in Form einer Haspel) angeordnet sein kann.
[0028] Während anhand der vorhergehenden Ausführungsbeispiele die Behandlung und Breithaltung
lediglich einer Warenbahn in einer Kufe erläutert worden ist, besteht darüber hinaus
die Möglichkeit, mehrere Warenbahnen gleichzeitig in ein und derselben Naßbehandlungskufe
(oder auch in einer anderen geeigneten Einrichtung) zu behandeln. In einem solchen
Fall wird für jede Warenbahn gesondert eine Fluid-Breithaltevorrichtung in einer der
weiter oben geschilderten Ausführungsformen eingesetzt, wobei diese Vorrichtungen
dann natürlich jeweils unabhängig voneinander mit Fluid beaufschlagt werden können.
[0029] Fig. 7 zeigt - in ähnlicher Schnittdarstellung wie Fig. 5 - ein Ausführungsbeispiel
für die Behandlung mehrerer Warenbahnen 50a, 50b, 50c gleichzeitig in ein und derselben
Naßbehandlungskufe 51, wobei die Kufe selbst weitgehend ähnlich ausgebaut sein kann,
wie die Kufe 1 in Fig. 1. Die Warenbahnen 50a, 50b, 50c werden dabei in der in Fig.
7 gezeigten Weise mit Abständen nebeneinander sowie mit Hilfe der im oberen Kufenteil
angeordneten Umlenk- und Transportwalzen 52 endlos umlaufend diskontinuierlich behandelt.
Demzufolge sind auch die jeder Warenbahn 50a, 50b, 50c zugeordneten, gesonderten Breithaltevorrichtungen
53a, 53b, 53c mit ihren Düseneinheiten sowie die jeweils zugehörigen Warenbahn-Kantenfühler
54a, 54b bzw. 54c in der angedeuteten Form gruppenweise nebeneinander angeordnet,
wobei die Ausbildung, Anordnung und Funktion der Fluid-Breithaltevorrichtungen und
der Kantenfühler denen der Figuren 1 bis 5 entsprechen kann. Aus diesem Grunde ist
auch in Fig. 7 nur ganz schematisch die Zufuhr von aus dem unteren Kufenteil abgepumpter
Behandlungsflüssigkeit zu den einzelnen Düseneinheiten angedeutet.
[0030] Damit insbesondere bei der zuletzt erläuterten Ausführung und Anordnung (Fig. 7)
die zu behandelnden Warenbahnen nicht in seitlicher Richtung verschwimmen (wodurch
insbesondere die Breithaltevorrichtung ungünstig beeinflußt werden könnte), wird es
vorgezogen, zwischen benachbarten Warenbahnen (z.B. 50a und 50b sowie 50b und 50c)
jeweils Trennwände 55a, 55b anzuordnen, die auch entsprechend der Breite der zu behandelnden
Warenbahnen eingestellt werden können.
[0031] Bei der gleichzeitigen Behandlung mehrerer Warenbahnen besteht jedoch auch die Möglichkeit,
die zu behandelnden Warenbahnen 60a, 60b in der in Fig. 8 veranschaulichten Weise
übereinander bzw. zumindest auf einem Teil ihres endlosen Umlaufes mehrlagig zueinander
zu führen. In der in ihrer-- äußeren Form etwa gleichartig zur Kufe der Fig. 1 ausgebildeten
Naßbehandlungskufe 61 befindet sich im unteren Teil wiederum der eigentliche Behandlungsraum
62 mit dem Warenspeicher und einem Behandlungsbad 63, während im oberen Teil der Kufe
61 wiederum eine Anzahl von Umlenk- und Transportwalzen 64 bis 69 für einen Transport
der Warenbahnen 60a, 60b in Richtung der Pfeile 8 angeordnet ist. Während die Warenbahnen
60a, 60b zumindest vom größten Teil der Umlenk- und Transportwalzen 65 bis 68 unmittelbar
aufeinanderliegend durch den oberen Kufenteil transportiert werden, laufen sie weitgehend
getrennt voneinander (vgl. rechte Darstellung in Fig. 8) in den unteren Kufenteil,
d.h. in den eigentlichen Behandlungsraum 62 zurück, werden dort weitgehend getrennt
voneinander, jedoch bei übereinanderanordnung im Behandlungsbad 63 behandelt und gespeichert,
bevor sie in einem etwa vertikalen Bewegungsabschnitt 70 einerseits zur Walze 64 anderere
seits zur Walze 65 nach oben transportiert werden. Hierdurch erhalten die beiden Warenbahnen
60a, 60b im Bereich des genannten Bewegungsabschnittes 70 einen ausreichenden Abstand
voneinander, so daß im Bereich vor ihrer ersten Umlenkung jeweils eine Fluid-Breithaltevorrichtung
13"a bzw. 13"b in der bereits weiter oben geschilderten Weise angeordnet sein kann.
Ferner sind auch in diesem Falle Warenbahnkantenfühler 14"a bzw. 14"b einerseits der
ersten Umlenkung (Walze,64) für die Warenbahn 60a und andererseits für die erste Umlenkung
(Walze 65) der Warenbahn 60b angeordnet, um die Fluidströme der Breithaltevorrichtungen
13"a und 13"b entsprechend steuern zu können.
[0032] Die zuletzt geschilderte Ausführungsart bietet den Vorteil, daß bei verhältnismäßig
kleinem Raumbedarf mehrere Warenbahnen (auch mehr als zwei) gleichzeitig behandelt
werden können, ohne daß dafür eine besonders breite Kufe benötigt wird.
[0033] Die Fig. 9 und 10 veranschaulichen in schematischer Form ein Ausführungsbeispiel
einer Vorrichtung, bei der zu beiden Seiten einer Warenbahn 80 je zwei Düseneinheiten
81, 82 bzw. 83, 84 vorgesehen sind. Diese Düseneinheiten sind um Schwenkachsen 85
bis 88, die im Bereich der Warenbahnmitte angeordnet sind, im Sinne der Doppelpfeile
89 bis 92 schwenkbar. Auf diese Weise ist der Abstand der Düsen von der Warenbahn
und damit die von den Fluidströmen auf die Warenbahn ausgeübte Breithaltewirkung einstellbar.
[0034] Wandert beispielsweise die Warenbahn nach rechts (vgl. Fig.10), so werden - gesteuert
durch die die beiden seitlichen Warenbahnkanten abtastenden Fühler - die Düseneinheiten
81 und 83 in Richtung aufeinander geschwenkt, so daß sich ihre Düsen der Warenbahn
80 nähern. Dadurch wird die Wirkung der nach links (in der Darstellung gemäß Fig.10)
gerichteten Fluidströme verstärkt und die Warenbahn 80 wieder in ihre Mittellage zurückgeführt.
[0035] Statt der beim Ausführungsbeispiel der Fig.9 und 10 vorgesehenen Schwenkbewegung
der Düseneinheiten ist selbstverständlich auch eine Änderung des Abstandes der Düsen
von der Warenbahn durch geradlinige Verschiebung der Düseneinheiten (sei es senkrecht
oder schräg zur Warenbahn) möglich.
[0036] Fig.11 veranschaulicht schließlich in ganz schematischer Form ein Ausführungsbeispiel,
bei dem auf der einen Breitseite der Warenbahn 93 zwei Düseneinheiten 94, 95 vorgesehen
sind, die der Warenbahn auf die beiden Warenbahnkanten zu gerichtete Fluidströme zuführen.
Auf der anderen Breitseite der Warenbahn 93 ist eine konvex gekrümmte Abstützung 96
vorgesehen, über die die Warenbahn läuft.
1. Verfahren zur Breithaltung einer bewegten textilen Warenbahn während einer Behandlung,
wobei wenigstens einer Breitseite der Warenbahn mindestens zwei von der Warenbahnmitte
zu den Warenbahnkanten gerichtete Fluidströme zugeführt werden,
dadurch gekennzeichnet ,
daß die beiden seitlichen Warenbahnkanten durch Fühler abgetastet werden, welche die
auf die betreffenden Warenbahnkanten gerichteten Fluidströme steuern.
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die Warenbahn mehrmals eine Behandlungs- und Speicherzone
im unteren Bereich und eine Umlenk- und Rückführzone im oberen Bereich eines Behälters
durchläuft, dadurch gekennzeichnet, daß die Fluidströme in dem etwa vertikalen Bewegungsabschnitt,
in dem die Warenbahn von unten nach oben aus der Behandlungs- und Speicherzone zur
Umlenk- und Rückführzone läuft, auf die Warenbahn aufgebracht werden und daß die Abtastung
der beiden seitlichen Warenbahnkanten im Bereich der ersten Umlenkung der Warenbahn
in der Umlenk-und Rückführzone erfolgt.
3. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß auf wenigstens einer Breitseite der Warenbahn (3) zwei unabhängig voneinander
mit Fluidströmen beaufschlagte Düseneinheiten (z.B. 17, 18) vorgesehen sind, deren
Düsen (17a, 18a) schräg auf die Warenbahn und zu den Warenbahnkanten hin gerichtet
sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Größe und/oder Richtung
der Düsen einstellbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß auf beiden Breitseiten
(3a, 3b) der Warenbahn (3) je zwei unabhängig voneinander mit'Fluidströmen beaufschlagte
Düseneinheiten (15, 16 und 17, 18) vorgesehen sind, wobei jeweils die zur selben Warenbahnhälfte
gehörenden Düseneinheiten (15, 17 bzw. 16, 18) an die gleiche Fluidstrom-Zuführleitung
(23 bzw. 24) angeschlossen sind.
6. Vorrichtung nach Anspruch 3 zur Durchführung des Verfahrens nach den Ansprüchen
1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Düseneinheiten (15 bis 18) im Bereich des
etwa vertikalen Warenbahn-Bewegungsabschnittes kurz vor und Warenbahnkantenfühler
(14) im Bereich über oder kurz hinter dem ersten Umlenk- und Transportorgan (4) angeordnet
sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Düseneinheiten (z.B.
15 bis 18) wahlweise an einen zur Zuführung von Luft aus dem oberen Bereich des Behälters
(2) dienenden Ventilator (35, 36) oder an eine zur Zuführung von Behandlungsflüssigkeit
aus dem unteren Bereich des Behälters dienende Pumpe (39) anschließbar sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß den Düseneinheiten (z.B.
15 bis 18) steuerbare Fluidventile (37, 37a, 38, 38a) vorgeschaltet sind.
9. Vorrichtung nach Anspruch 3 zur gleichzeitigen Behandlung mehrerer Warenbahnen,
dadurch gekennzeichnet, daß für jede Warenbahn (z.B. 50a, 50b, 50c) gesonderte, unabhängig
voneinander mit Fluidströmen beaufschlagbare Düseneinheiten sowie gesonderte Warenbahnkantenfühler
vorgesehen sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen parallel nebeneinander
laufenden Warenbahnen (50a, 50b, 50c) einstellbare Trennwände (55a, 55b) vorgesehen
sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Düsen
von der Warenbahn einstellbar ist.
12. Vorrichtung nach den Ansprüchen 5 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand
der Düsen von der Warenbahn (80) durch Schwenken der Düseneinheiten (81 bis 84) um
im Bereich der Warenbahnmitte angeordnete Schwenkachsen (85 bis 88) einstellbar ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekenn= zeichnet, daß auf der einen Breitseite
der Warenbahn (93) zwei unabhängig voneinander mit Fluidströmen beaufschlagte Düseneinheiten
(94, 95) und auf der anderen Breitseite eine konvex gekrümmte Abstützung (96) für
die Warenbahn vorgesehen sind.