[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung der im Oberbegriff des ersten Anspruch
angegebenen Art.
[0002] Bei Verdrängungsmaschinen ist eine anpassungsfähige Steuerung zum Ein- und Ausströmen
des Arbeitsmediums erforderlich, um den Arbeitsprozeß nach den jeweilig erforderlichen
Gesichtspunkten optimal beeinflussen zu können. Der Ablauf der Steuerung hat dabei
großen Einfluß auf verschiedene Parameter, beispielsweise die Zustände des Arbeitsmediums
vor, im und nach dem Arbeitsraum, die Arbeitsfrequenz und die Vorgänge im Arbeitsraum.
Die Notwendigkeit einer anpassungsfähigen Steuerung ist insbesondere bei Brennkraftmaschinen
gegeben, da sie bei sehr unterschiedlichen Betriebszuständen instationär arbeiten
und eine entsprechend variable Zwangssteuerung der Gaswechselventile vorteilhaft ist.
[0003] Insbesondere zur Steuerung der Gaswechselventile in Brennkraftmaschinen wurde bisher
im wesentlichen Nockenwellen verwendet. Diese lassen jedoch keine variable Steuerung
zu. Daneben sind elektromagnetische Steuerungen von Gaswechselventilen an Brennkraftmaschinen
bekannt geworden, bei denen die Schließkraft auf das Gaswechselventil von einer Feder
aufgebracht wurde, während die Öffnungskräfte von einem entsprechend angesteuerten
Elektromagneten erzeugt wurden. Diese Art der elektromagnetischen Steuerung hat den
Nachteil, daß kurze Steuerungszeiten bei hohen Betätigungsfrequenzen und üblichen
Hüben der Gaswechselventile nur mit umfangreichen Schaltanlagen und hohem Energieaufwand
erreicht werden können (DE-OS 28 15 849, DE-OS 20 63 138).
[0004] Daneben ist die DE-OS 23 35 150 bekannt geworden. Dort wird eine elektromagnetisch
arbeitende Steuerung für Gaswechselventile an Brennkraftmaschinen vorgeschlagen, die
aus zwei wassergekühlten Schaltspulen besteht, welche jeweils mit einem Anker zusammenwirken.
Die beiden Anker sind an einer gemeinsamen Spindel befestigt, die auf das Gaswechselventil
einwirkt. Das Gaswechselventil weist wie bei der Nockensteuerung eine Druckfeder auf,
welche das Ventil in seinem geschlossenen Zustand hält. Daneben ist eine weitere Feder
gleicher Steifigkeit vorgesehen, welche auf einen der Anker einwirkt und im geschlossenen
Zustand des Ventils von dem Anker gespannt wird. Zum Schalten dieser Einrichtung wird
jeweils ein Elektromagnet erregt und andere abgeschaltet. Aufgrund des vorgespannten
Federsystems wird die Spindel mit dem Anker beschleunigt bis auf halben Hubweg, bei
dem beide Anker gleichen Abstand von den dazugehörigen Schaltspulen aufweisen. Die
Schaltspulen sind hierbei so ausgelegt, daß sie bei Erregung ihren Anker aus dieser
Mittellage anziehen können gegen die sich vergrößernde Kraft des Federsystems. In
Ruhestellung dieser Anordnung stellen sich beide Anker ebenfalls in ihre Mittelstellung,
so daß-das Gaswechselventil bereits seinen halben Hubweg zurückgelegt hat, so daß
es geöffnet ist.
[0005] Diese Anordnung hat den Nachteil, daß sie bei Brennkraftmaschinen praktisch nicht
verwendet werden kann, da ein Abstellen einer Brennkraftmaschine ggfs. über einen
längeren Zeitraum mit bei allen Zylindern geöffneten Gaswechselventilen zur Korrosionsbildung
innerhalb des Zylinders führen kann. Ein anderer Nachteil besteht darin, daß zum Anfahren
einer derartig ausgerüsteten Brennkraftmaschine die Schaltspulen zum Anziehen eines
Ankers über den halben Hubweg für große Kräfte bei großen Wegen ausgelegt werden müssen,
was einen für eine Brennkraftmaschine mit mehreren Zylindern für den Startvorgang
sehr'hohen Energiebedarf bedeutet. Weiterhin ist es bei einer derartigen Anordnung
nachteilig, daß aufgrund der hohen zu beschleunigenden Massen aufgrund der beiden
Tauchanker eine hohe Schaltfrequenz nur mit großen Federkräften erreicht werden kann,
wodurch die erforderlichen Magnetkräfte und damit der Energiebedarf stark ansteigen.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, bei einer Vorrichtung der eingangs
genannten Art eine variable Stelleinrichtung bereitzustellen, die einen kleinen Bauraum
benötigt, einfach im Aufbau ist und mit einem geringen Steuerungs- und Leistungsaufwand
zu betreiben ist.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten
Anspruchs gelöst. Die Erfindung beruht auf der Erkenntnis, daß nur dann eine geringe
Leistungsaufnahme der Schaltmagnete erreicht wird, wenn der Ort der Gleichgewichtslage
des Federsystems zum Anfahren der Stelleinrichtung verlegt werden kann. Damit ist
es möglich, daß die Schaltmagnete das Steuerelement nicht aus der Gleichgewichtslage
des Federsystems beim Anfahren heraus anziehen müssen, was je nach Größe des Schaltweges
einen hohen Energiebedarf bedeutet. Da zum Schalten des Steuerelementes selbst kein
sehr hoher Strom benötigt wird, ist die gesamte Leistungsaufnahme der erfindungsgemäßen
Anordnung sehr niedrig. Damit wird der weitere Vorteil erzielt, daß keine große Wärmeentwicklung
in den Schaltmagneten stattfindet, so daß eine separate Kühlung für diese nicht vorgesehen
werden muß. Aufgrund der geringen Leistungsaufnahme ist es darüberhinaus möglich,
die erfindungsgemäße Stelleinrichtung auch zur Steuerung von Gaswechselventilen in
Brennkraftmaschinen anzuwenden. Erfindungsgemäß ist es gleichgültig, ob der Ort der
Gleichgewichtslage des Federsystems im abgeschalteten Zustand verlegt wird oder ob
er erst zum Anfahren verlegt wird.
[0008] Eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung sieht vor, daß die Spanneinrichtung
mindestens zwei diskrete Stellungen aufweist, wobei der Ort der Gleichgewichtslage
des Federsystems in der ersten Stellung der Spanneinrichtung zwischen den Schaltpositionen
und in der zweiten Stellung der Spanneinrichtung im Bereich einer der Schaltpositionen
liegt. Hierbei ist es sinnvoll, die Spanneinrichtung zumindest beim Anfahren der Stelleinrichtung
in ihre zweite Position fahren zu lassen. Darüberhinaus ist es möglich, daß diese
Position auch während des Mchtgebrauchs der Stelleinrichtung erreicht wird. Dies ist
insbesondere dann sinnvoll, wenn als Steuerelement ein Gaswechselventil von Brennkraftmaschinen
vorgesehen ist. Damit ist es möglich, den Gaskanal bei ausgeschalteter Brennkraftmaschine
durch das Gaswechselventil geschlossen zu halten. Die erste Stellung der Spanneinrichtung
wird dann nur im Betrieb der Stelleinrichtung erreicht. Hierbei ist allerdings zu
beachten, daß durch eine entsprechende Steuerung der Schaltmagnete der Ort der Gleichgewichtslage
des Federsystems bei der ersten Stellung der Spanneinrichtung kein Ort der Ruhestellung
ist, sondern nur ein Ort, der während des Schaltens des Steuerelementes kurzfristig
erreicht wird.
[0009] Als Spanneinrichtung im Sinne der Erfindung kann jede geeignete Spanneinrichtung
in Abhängigkeit des verwendeten Steuerelements vorgesehen werden. Sie kann dabei mechanisch,
hydraulisch, pneumatisch oder elektrisch arbeiten. Bevorzugt wird eine Ausbildung
der Spanneinrichtung nach Anspruch 3. Werden als Steuerelemente Gaswechselventile
einer Brennkraftmaschine vorgesehen, so ist es beispielsweise als Spanneinrichtung
sinnvoll, für alle Gaswechselventile eine gemeinsame Welle, die entweder exzentrisch
gelagert oder über entsprechende Hebel auf das Federsystem einwirkt, vorzusehen, die
durch eine gemeinsame Schalteinrichtung, beispielsweise einen Elektromotor oder einen
Hydraulikzylinder, in ihre beiden diskreten Stellungen verschoben wird.
[0010] Wird als Spanneinrichtung ein Elektromotor vorgesehen, so ist es sinnvoll, diesen
in seiner ersten Stellung eingeschaltet'und in seiner zweiten Stellung ausgeschaltet
zu steuern. Dies hat den Vorteil, daß die ausgeschaltete Stellung der Spanneinrichtung
mit der ausgeschalteten Stellung der Stelleinrichtung übereinstimmt, so daß im ausgeschalteten
Zustand kein Energiebedarf gefordert wird. Ein weiterer'Vorteil liegt darin, daß in
der ersten Stellung kein Luftspalt zwischen Spule und dem Anker vorliegt, also keine
Feldstärkenschwächung, so daß der Energiebedarf des Magneten gering ist.
[0011] Die Weiterbildung der Erfindung nach Anspruch 5 hat den Vorteil, daß die Stelleinrichtung
das Steuerelement mit einer hohen Frequenz bewegen kann, da die von den Schaltmagneten
erzeugten elektromagnetischen Felder mit hoher Frequenz bei niedrigen Spannungsspitzen
auf- und abgebaut werden können. Dies wird durch eine geringe Induktivität der Schaltmagnete
erreicht. Der Elektromagnet der Spanneinrichtung kann wesentlich langsamer sein. also
mit einer wesentlich höheren Induktivität ausgerüstet werden, da dessen Arbeitsfrequenz
deutlich niedriger liegt, da er während des Betriebes der Stelleinrichtung in einer
.seiner beiden diskreten Stellungen verharrt und nur zumindest zum Anfahren in die
andere geschaltet werden muß.
[0012] Wird die Spanneinrichtung schon bei Abschalten der Stelleinrichtung in ihre zweite
diskrete Stellung geschaltet, d. h. der Ort der G.leichgewichtslage des Federsystems
ist im Bereich einer der Schaltpositionen, so können alle Schaltmagnete einer Stelleinrichtung
gemeinsam eingeschaltet werden zur Inbetriebnahme der Stelleinrichtung. Durch die
langsamere Erregbarkeit des Elektromagneten der Spanneinrichtung können die Schaltmagnete
das Steuerelement in einer der Schaltpositionen festhalten, so daß dadurch verhindert
wird, daß die Spanneinrichtung beim Anfahren den Ort der Gleichgewichtslage zwischen
die beiden diskreten Schaltpositionen verlagert.
[0013] Durch den erfindungsgemäßen Aufbau der Stelleinrichtung ist es möglich, die Kräfte
der Schaltmagnete derart auszulegen, daß sie erst kurz vor Erreichen der Schaltpositionen
des Steuerelementes größer als die entgegenwirkenden Kräfte des Federsystems sind.
Damit können Schaltmagnete mit einer geringen Anziehungskraft, aber großen Haltekräften
bei praktisch nicht vorhandenem Luftspalt zwischen Magnet und Anker verwendet werden.
[0014] Um die zu beschleunigenden Massen und damit auch die von den Schaltmagneten aufzubringenden
Haltekräfte gering zu halten, wird die Weiterbildung nach Anspruch 7 vorgeschlagen.
Damit ist gleichzeitig eine Steigerung der Arbeitsfrequenz aufgrund der geringen zu
beschleunigenden Massen möglich.
[0015] Für die Funktion der erfindungsgemäßen Stelleinrichtung ist es gleichgültig, wo das
Federsystem an dem Stellelement angreift. Wird nur ein einziger Anker für beide Schaltmagnete
vorgesehen, so ist es sinnvoll, das Federsystem an diesem Anker angreifen zu lassen.
Hierbei ist es unwichtig, ob das Federsystem aus zwei entgegengesetzt wirkenden Federn
besteht oder aus einer Zugdruckfeder.
[0016] Die Ausbildung der Erfindung nach Anspruch 9 bringt den Vorteil, daß zum Wiederaufbau
des Magnetfeldes des Schaltmagneten, an dem das Steuerelement nicht anliegt, die gesamte
Schaltzeit zur Verfügung steht, d. h. die Zeit, die der Anker benötigt, um bis zum
anderen Schaltmagneten zu gelangen und wieder von dort zurückzukehren. Zudem verringert
eine derartige Anordnung den Steuerungsaufwand für die erfindungsgemäße Stelleinrichtung,
da nunmehr.nur noch ein kurzzeitiges Ausschaltsignal zum Schalten der Stelleinrichtung
benötigt wird.
[0017] Mit der Ausbildung der Erfindung nach Anspruch 10 wird der Vorteil erreicht, daß
Abweichungen von den Sollmaßen zwischen der Sitzfläche des Steuerelements und den
Polflächen der Schaltmagnete, die durch Einbautoleranzen, Wärmedehnungen und Verschleiß
auftreten und ein sicheres Erreichen der beiden diskreten Stellungen des Steuerelementes
beeinträchtigen können, verhindert werden. Hierbei ist es sinnvoll, die Federsteifigkeit
dieser Federn wesentlich höher als die Federsteifigkeit des Federsystems auszulegen.
[0018] Durch die Weiterbilding nach Anspruch 11 wird erreicht, daß das Steuerelement bei
Erreichen seiner diskreten Stellungen nicht hart aufschlägt, sondern diese gedämpft
erreicht.
[0019] Im folgenden wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele näher erläutert.
[0020] Es stellen dar:
Fig. 1 bis 4 Querschnitte durch die erfindungsgemäße Stelleinrichtung mit einem Gaswechselventil
einer Hubkolbenbrennkraftmaschine als Steuerelement;
Fig. 5 die erfindungsgemäße Steuereinrichtung im Querschnitt mit einem Flachschieber
als Steuerelement;
Fig. 6 eine Befestigungsmöglichkeit des Doppelankers an dem Schaft eines Steuerelementes;
Fig. 7, 8 Kraft-Weg-Diagrammeder erfindungsgemäßen Steuerungseinrichtung.
[0021] Die erfindungsgemäße Stelleinrichtung wird in den Beispielen nur an Steuerelementen
beschrieben, die bei Brennkraftmaschinen Verwendung finden. Sie ist jedoch nicht darauf
beschränkt, sondern es ist ganz allgemein möglich, alle oszillierend bewegbaren Steuerelemente,
die nur zwei diskrete Stellungen aufweisen müssen, mit der erfindungsgemäßen Stelleinrichtung
auszurüsten.
[0022] Die in den Fig. 1 bis 4 schematisch dargestellte Brennkraftmaschine besteht aus einem
Zylinderblock 1, einem Kolben 2 mit dessen Kolbenringen 3, einer Zylinderkopfdichtung
4, einem Zylinderkopf 5 sowie einem Tellerventil 6, welches in einer Ventilführung
7 geführt ist und den Brennraum 8 gemeinsam mit seinem Ventilsitzring 9 gegen einen
Gaskanal 10 abdichtet.
[0023] Die erfindungsgemäße Stelleinrichtung für dieses Tellerventil 6 besteht aus einem
Anker 11, der an dem Schaft des Ventils 6 befestigt ist, und aus zwei Schaltmagneten
bzw. Schaltspulen 12, 13, wovon die Schaltspule 12 als Schließspule und die Schaltspule
13 als Öffnungsspule angeordnet ist. An dem Anker 11 greift ein Federsystem an, welches
aus einer Druckfeder 16 und einer Druckfeder 17 besteht. Die Druckfeder 17 ist die
an sich bekannte Ventilfeder, die auf das Tellerventil 6 eine Kraft in Schließrichtung
ausübt. Die Feder 16 ist derart angeordnet, daß sie eine Kraft auf das Tellerventil
6 in Öffnungsrichtung ausübt.
[0024] Die Druckfeder 16 wirkt mit einem Vorspannanker 15 zusammen, der zu einer Vorspannspule
14 gehört und eine Spanneinrichtung bildet. In dem Beispiel nach Fig. 1 liegt der
Vorspannanker 15 an der Vorspannspule 14 an, so daß die Druckfeder 16 gespannt ist.
Hierzu ist es erforderlich, daß die Vorspannspule 14 erregt ist. Damit das Tellerventil
6 in der gezeigten Stellung verharrt, ist es weiterhin erforderlich, daß die Schließspule
12 erregt ist, so daß der Anker 11 an ihr gegen die Kraft der Druckfeder 16 gehalten
wird. Die in Fig. 1 dargestellte Stellung der Stelleinrichtung entspricht einer Betriebsstellung
und zwar der Betriebsstellung "Tellerventil 6 geschlossen". In dieser Stellung weist
die Ventilfeder 17 ihre größte Länge auf und übt dementsprechend die geringste Kraft
auf den Anker 11 aus.
[0025] Die Distanzhülse 18 und der Magnetdeckel 19 dienen zur Befestigung der Schaltspulen
12, 13 und der Vorspannspule 14 im Zylinderkopf 5, der von dem Deckel 20 nach oben
verschlossen wird.
[0026] Anhand der Diagramme in den Fig. 7 und 8 soll nun die Arbeitsweise der erfindungsgemäßen
Vorrichtung näher erläutert werden. In Fig. 7 sind auf der Ordinate die Kräfte in
Schließrichtung mit plus und in Öffnungsrichtung mit minus bezeichnet. Auf der Abszisse
ist der mögliche Hub des Tellerventils 6 eingetragen. Fig. 8 weist auf der Ordinate
zusätzlich noch die Beschleunigung und Geschwindigkeit beim Öffnen auf, welche ebenfalls
in Schließrichtung positiv eingetragen sind.
[0027] Ist die Stelleinrichtung gemäß Fig. 1 ausgeschaltet, d. h. ist keine der Spulen 12,
13 und 14 erregt, so befindet sich der Vorspannanker 15 in seiner Ruhestellung, die
dadurch gekennzeichnet ist, daß er an dem Magnetdeckel 19 anliegt. Dadurch ist die
Druckfeder 16 entspannt, so daß durch die Ventilfeder 17 das Tellerventil 6 mit dem
Anker gegen die Schließspule 12 gedrückt wird. Dadurch ist der Brennraum 8 verschlossen.
[0028] Zum Einschalten der erfindungsgemäßen Stelleinrichtung werden - da die Vorspannspule
eine wesentlich höhere Induktivität wie die beiden Schaltspulen aufweist - alle drei
Spulen gleichzeitig erregt. Aufgrund der geringen Induktivität der Schließspule 12
baut diese ihr Magnetfeld schneller auf als der Vorspannanker 15 von der Vorspannspule
14 angezogen werden kann. Damit verharrt der Anker 11 an der Schließspule 12, so daß
das Tellerventil 6 geschossen bleibt. Dies bedeutet in Fig. 7, daß das Federsystem
(Kurve 74) eine in Schließrichtung negative Kraft auf den Anker 11 ausübt, die allerdings
kleiner ist als die Haltekraft der Schließspule 12 (Kurve 75). In der geschlossenen
Stellung des Tellerventils 6 ist die von der Öffnungsspule 13 ausgeübte Kraft in Schließrichtung
praktisch Null (Kurve 76).
[0029] Zum Öffnen des Tellerventils 6 wirkt die Schließspule 12 kurzzeitig ausgeschaltet.
Damit wird (Fig. 7) in Öffnungsrichtung die volle Kraft des Federsystems, so daß der
Anker 11 mit dem Tellerventil 6 in Richtung Öffnen beschleunigt wird. Wie Fig. 7 zeigt,
kann die Spule 12 fast sofort wieder eingeschaltet werden, da schon nach einem kurzen
Hubweg des Tellerventils 6 die Anziehungskraft der Spule 12 geringer ist als die Öffnungskraft
des Federsystems.
[0030] Wie Fig. 7 weiterhin zeigt, wirkt auf halbem Hubweg praktisch keine Kraft mehr auf
das sich bewegende Tellerventil 6. Es ist also alle in der Schließrichtung der Ventils
vorhandene potentielle Energie in kinetische Energie umgewandelt worden. Dies bewirkt
(Fig. 8), daß das Tellerventil 6 mit seinem Anker 11 über dem halben Hubweg hinaus
weiter bewegt wird (Kurve 79). Die Geschwindigkeit (Kurve 78) weist am halben Hubweg
ihren größten Wert auf.
[0031] Nach Überschreiten des halben Hubweges wirkt die Ventilfeder 17 verzögernd, gleichzeitig
erhöht sich mit zunehmender Entfernung von dem halben Hubweg die Kraft der Öffnungsspule
13 auf den Anker 11. Dies bedeutet, daß die Beschleunigung des Tellerventils 6 sowie
dessen Geschwindigkeit sich verringert. Wie die Kurve 79 für die Beschleunigung deutlich
zeigt, kehrt diese sich kurz vor Erreichen der Öffnungss-tellung um. Dies bedeutet,
daß das Tellerventil 6 abgebremst in die Öffnungsstellung gelangt. Dies hat zur Folge,
daß ein hartes Aufschlagen des Ankers 11 auf die Öffnungsspule 13 vermieden wird.
[0032] Fig. 2 unterscheidet sich von der Ausführung nach Fig. 1 dadurch, daß die Federn
16, 17 innerhalb der Schaltspulen 12, 13 angeordnet sind, während sie in Fig. 1 innerhalb
der mit den Schaltspulen zusammenwirkenden Blechpaketen angeordnet waren.
[0033] In Fig. 3 umschließen die beiden Federn 16, 17 die Schaltspulen 12, 13. Ein weiterer
Unterschied besteht darin, daß der Vorspannanker 15.3 zur Aufnahme der Vorspannspule
15 und der Schaltspule 12 dient. Deshalb ist es erforderlich, daß der Anker 11 in
seiner Ruhestellung von der Ventilfeder 17 gegen eine Buchse gedrückt wird, welche
durch den Magnetdeckel 19 in ihrer Stellung gehalten wird.
[0034] Fig. 4 zeigt eine weitere alternative Anordnung der Federn 16, 17. Diese sind hierbei
außerhalb der Schaltspulen 12, 13 angeordnet. Die Fig. 4 zeigt zudem die Ruhestellung
der erfindungsgemäßen Stelleinrichtung. In dieser Stellung ist - wie eingangs erwähnt
- der Vorspannanker 15.4 von der sich entspannenden Feder 16 gegen den Magnetdeckel
19 gedrückt. Dadurch wirkt auf den Anker 11 nahezu die volle Kraft der Ventilfeder
17. so daß der Anker 11 und damit das Tellerventil 6 in ihrer Schließstellung verharren.
[0035] In Fig. 5 wird die erfindungsgemäße Stelleinrichtung anhand eines Flachschiebers
dargestellt. Sie unterscheidet sich in Aufbau und Funktionsweise nicht von den bisher
beschriebenen Anordnungen. Der Flachschieber ist in seinem Aufbau und seiner Funktionsweise
aus der DE-OS 29 29 195 bekannt und braucht deshalb nicht mehr erläutert zu werden.
[0036] In Fig. 6 ist eine elastische Befestigungsmöglichkeit des Ankers 11 an dem Schaft
des Steuerelements, hier des Tellerventils 6, aufgezeichnet. Der Anker 11 ist zwischen
den Tellerfedern 22 und 23 eingespannt. Die Tellerfedern 22 und 23 sind vorgespannt
und werden von den Einlegeringen 24 und 25, die durch Sicherungsringe 26 und 27 gegen
Herausfallen gesichert sind, auf dem Schaft des Tellerventils fixiert. Die Tellerfedern
22 und 23 haben eine hohe Federsteifigkeit, so daß die Relativbewegungen zwischen
dem Schaft des Tellerventils 6 und dem Anker 11 durch die Reibung der Tellerfedern
22 und 23 auf dem Anker 11 gedämpft werden.
1. Elektromagnetisch arbeitende Stelleinrichtung für oszillierend bewegbare Steuerelemente
(6) an Verdrängungsmaschinen, insbesondere für Flachschieber und Hubventile, bestehend
aus einem Federsystem (16, 17) und zwei elektrisch arbeitenden Schaltmagneten (12,
13), über die das Steuerelement (6) in zwei diskrete, gegenüberliegende Schaltpositionen
bewegbar ist und dort von je einem der Schaltmagneten (12 bzw. 13) haltbar ist, wobei
der Ort der Gleichgewichtslage des Federsystems (16, 17) zwischen den beiden Schaltpositionen
liegt, dadurch gekennzeichnet, daß das Federsystem (Federn 16, 17) mit einer Spanneinrichtung
derart verbunden ist, daß der Ort der Gleichgewichtslage des Federsystems (Federn
16, 17) verlegbar ist.
2. Elektromagnetisch arbeitende Stelleinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Spanneinrichtung mindestens zwei diskrete Stellungen aufweist, wobei der Ort
der Gleichgewichtslage des Federsystems (Federn 16, 17) in der ersten Stellung der
Spanneinrichtung zwischen den Schaltpositionen und in der zweiten Stellung der Spanneinrichtung
im Bereich einer der Schaltpositionen liegt.
3. Elektromagnetisch arbeitende Stelleinrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß die Spanneinrichtung als Elektromagnet (Vorspannspule
14, -anker 15) ausgebildet ist.
4. Elektromagnetisch arbeitende Stelleinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Elektromagnet (14, 15) der Spanneinrichtung in der
ersten Stellung eingeschaltet und in der zweiten Stellung ausgeschaltet ist.
5. Elektromagnetisch arbeitende Stelleinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Elektromagnet (14, 15) der Spanneinrichtung langsamer
erregbar ist als die Schaltmagnete (12, 13).
6. Elektromagnetisch arbeitende Stelleinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Kräfte der Schaltmagnete (12, 13) nur kurz vor Erreichen
der Schaltpositionen größer als die entgegenwirkenden Kräfte des Federsystems (Federn
16, 17) sind.
7. Elektromagnetisch arbeitende Stelleinrichtung nach einem der vorangegangenen-Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Schaltpositionen (12, 13) ein einziger Anker
(11) angeordnet ist, der mit dem Steuerelement (Tellerventil 6) verbunden ist.
8. Elektromagnetisch arbeitende Stelleinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß das Federsystem (Federn 16, 17) an dem Anker (11) angreift.
9. Elektromagnetisch arbeitende Stelleinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß im Betrieb der Stelleinrichtung beide Schaltmagnete (12,
13) erregt sind und daß der Schaltmagnet (12 bzw. 13), an dem der Anker (11) anliegt,
zum Bewegen des Steuerelementes (Tellerventil 6) kurzzeitig ausschaltbar ist.
10. Elektromagnetisch arbeitende Stelleinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß der Anker (11) über federnde Bauteile (Tellerfedern 22,
23) mit hoher Federsteifigkeit an dem Steuerelement (Tellerventil 6) befestigbar ist.
11. Elektromagnetisch arbeitende Stelleinrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Anker (11) und dem Steuerelement (Tellerventil
6) Dämpfungselemente vorgesehen sind.