[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Nutzbarmachung der Verlustwärme von flüssigkeitsgekühlten
Transformatoren oder Drosselspulen, in denen durch Drosselung der Kühleinrichtung
die Temperaturen nicht höher als die mit Rücksicht auf normalen Lebensdauerverbrauch
der Isolierung der Wicklungen jeweils maximal zulässigen Temperaturen gehalten sind.
[0002] Die Nutzung der Verlustwärme von Transformatoren oder Drosselspulen ist bisher im
wesentlichen aus Gründen mangelnder Wirtschaftlichkeit unterblieben.
[0003] Normalerweise wird ein Transformator oder eine Drosselspule nicht ständig mit Vollast,
sondern nur mit Teillast betrieben, wobei eine geringere Erwärmung als unter Nennbedingungen
erfolgt. Außerdem besteht der Bedarf, die Verlustwärme für Heizzwecke auszunutzen
gerade in der kalten Jahreszeit, während der das innere Kühlmittel Öl eines außen
luftgekühlten Transformators ohnehin kälter bleibt als bei maximaler Umgebungstemperatur.
Unter den vorgenannten Bedingungen stellt sich ein relativ niedriges und meist stark
schwankendes Temperaturniveau ein, durch das für die Ausnutzung der Verlustenergie
mit den bisherigen Mitteln ein verhältnismäßig großer technischer Aufwand erforderlich
ist.
[0004] Dieses niedrige Temperaturniveau ist durch das Langzeitverhalten der in dem Transformator
verwendeten Isolierstoffe bedingt, die zur Erzielung der erwünschten großen Lebensdauer
thermisch nicht zu stark belastet werden dürfen. Darüber hinaus ist auch die Menge
der anfallenden Verlustenergie in Transformatoren auf Grund von deren sehr hohem Entwicklungsstand
verhältnismäßig klein.
[0005] Technische Möglichkeiten zur Verlustwärmeverwertung von Transformatoren durch Wärmepumpen
und Wärmeaustauscher sind in der Zeitschrift "Elektrizitätswirtschaft" im 55. Jahrgang
auf den Seiten 825 bis 831 beschrieben. Ausgangspunkt für die dort angegebenen Lösungen
ist die Ausnutzung der Verlustwärme von Öltransformatoren bei niedrigen und mittleren
Belastungen ohne Begrenzung der Öltemperatur durch Maßnahmen an der äußeren Kühleinrichtung.
Nach der dort vorgesehenen Konzeption wird die mit steigender Verlustleistung ansteigende
Öltemperatur erst bei Erreichen eines einstellbaren Höchstwertes dadurch begrenzt,
daß die normale Eigenkühlung des Transformators selbsttätig in Betrieb gesetzt wird.
Nachteilig ist hierbei im Hinblick auf die Nutzbarmachung der Verlustwärme, daß gerade
die kleineren Verlustwärmemengen im Teillastbereich bei niedrigeren Temperaturen im
Kühlmittel anfallen als die größere Verlustwärme bei Vollast.
[0006] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zu Grunde, die Wirtschaftlichkeit einer Einrichtung
zur Verlustwärmeverwertung von Transformatoren zu verbessern, indem die Arbeitstemperatur
des inneren Kühlmittels unter Berücksichtigung unterschiedlicher Lastzustände jeweils
soweit angehoben wird, daß gegenüber dem Zustand ohne Verlustwärmeverwertung kein
erhöhter thermisch bedingter Lebensdauerverbrauch der Wicklungsisolierung des Transformators
oder der Drosselspule eintritt, wobei zu berücksichtigen ist, daß sich die höchste
thermische Beanspruchung der Wicklungsisolierung nach der Heißpunkttemperatur am Leiter
der Wicklung richtet.
[0007] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß der Abstand der Temperatur
des inneren Kühlmittels unter dem Kesseldeckel von der für die Isolierung der Wicklung
im Hinblick auf deren normalen Lebensdauerverbrauch maximal zulässigen Temperatur
abhängig von der Belastung des Transformators oder der Drosselspule durch Drosselung
der normalen Kühleinrichtung so eingestellt ist, daß die Temperatur des Kühlmittels
bei Vollast des Transformators niedriger ist, als bei Teillast.
[0008] Nach vorteilhaften Ausgestaltungen der Erfindung ist vorgesehen, daß die Verlustwärme
des Transformators oder der Drosselspule dem Kreislauf des inneren Kühlmittels, z.B.
Öl, über parallel oder in Reihe zu der abschaltbaren bzw. überbrückbaren normalen
Kühleinrichtung geschaltete Wärmetauscher oder Wärmepumpen entzogen ist, wobei der
Transformator selbst mindestens einen Teil eines erforderlichen Wärmespeichers darstellt.
[0009] Nach zweckmäßigen Weiterbildungen der Erfindung sind Teile der normalen Kühleinrichtung,
wie Radiatoren, Öl-
- Luft oder Öl-Wasser-Kühler einzeln oder über Sammelrohre zusammengefaßt an wenigen
oder nur einer einzigen Stelle gedrosselt nach Maßgabe der Differenz zwischen Ist-und
Sollwert der unter dem Deckel herrschenden öltemperatur, die einerseits abhängig von
der Transformatorbelastung und die andererseits entweder unabhängig oder auch abhängig
von der Umgebungstemperatur vorgegeben ist. Dabei ergeben sich die zulässigen Deckelöltemperaturen
aus der Berücksichtigung der Annahme, daß nach DIN 57536 Ausgabe März 1977 unterhalb
von 80°C Heißpunkttemperatur an der Isolierung deren Lebensdauerverbrauch vernachlässigbar
klein ist.
[0010] Die erfindungsgemäße Einrichtung ist sehr vorteilhaft, denn sie erhöht die Wirtschaftlichkeit
bei-der Ausnutzung der Verlustleistung von Transformatoren im wesentlichen durch die
Erhöhung der Temperatur des inneren Kühlmittels bis auf Werte, bei denen gerade noch
kein Lebensdauerverbrauch auftritt, indem der bei Teillast zwischen der Transformatorwicklung
und dem inneren Kühlmittel tatsächlich auftretende Temperaturunterschied berücksichtigt
wird. Eine Erhöhung der Kühlmitteltemperatur ist aus diesem Grund bei Teillastzuständen
möglich, ohne daß dies für die eingesetzten Isolierwerkstoffe zu erhöhtem Lebensdauerverbrauch
führt.
[0011] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird anhand einer Zeichnung näher erläutert.
[0012] Ein lediglich schematisch dargestellter, herkömmlicher Transformatorkessel 1 ist
an einer Breitseite zur normalen Kühlung des im Inneren des Transformators durch die
Wicklungs- und Eisenverluste erwärmten inneren Kühlmittels Öl mit einer Kühleinrichtung
2 versehen, die üblicherweise aus Radiatoren,Öl-Kühlern mit forcierter Luftkühlung
oder Öl-Wasser-KÜhlern besteht. Ein Sammelrohr 3 verbindet den Ölrücklauf mehrerer
Teile der Kühleinrichtung 2 und führt zu einer als Ventil 5 dargestellten Drosselstelle.
Das Ventil 5 ist über einen Temperaturkühler 4 im Deckelöl und über einen Temperaturregler
13 nach Maßgabe eines vorgegebenen Temperatur-Sollwertes automatisch so eingestellt,
daß die von einem Sollwertgeber vorgegebenen Werte für die Deckelöltemperatur eingehalten
sind. Der Temperatur-Sollwert ist dabei in erster Linie abhängig von der Belastung
des Transformators und ist außerdem in Abhängigkeit vom Wärmebedarf für Heizzwecke
oder für eine Brauchwassererwärmung variierbar.
[0013] Am Transformatorkessel 1 ist parallel zur normalen Kühleinrichtung 2 über ein Ventil
11 im Ölvorlauf und über ein Ventil 12 im Ölrücklauf ein Öl-Wasser-Wärmetauscher 7
geschaltet, dessen Ölkreislauf durch eine Pumpe 6 angetrieben ist. Das im Wärmetauscher
7 erwärmte Wasser wird von einer Wasserpumpe 8 in einen Wasservorlauf 9 gedrückt.
Bei Verwertung der Verlustwärme zu Heizzwecken kehrt das abgekühlte Wasser im geschlossenen
Kreislauf über einen Wasserrücklauf 10 zum Wärmetauscher 7 zurück. Bei Verwertung
der Verlustwärme zur Brauchwassererwärmung ist kein geschlossener Wasserkreislauf
vorhanden. In diesem Fall dient das Rohr 10 als Frischwasserzulauf und durch das Rohr
9 erfolgt der Ablauf des erwärmten'Wassers aus dem Wärmetauscher 7.
[0014] Wenn auf der Wasserseite des Öl-Wasser-Wärmetauschers 7 weniger Wärme abgenommen
wird, als er auf Grund seiner Auslegung und der vom Transformator angebotenen Verlustwärme
abzugeben im Stande ist, wird über den Temperaturfühler im Deckelöl des Transformators
und den Temperaturregler 13 das Ventil 5 im Ölrücklauf der normalen Transformatorkühleinrichtung
2 mehr oder weniger geöffnet und über diese die überschüssige Wärmemenge abgeführt.
Im Wasserkreislauf wird damit keine weitere Temperaturregeleinrichtung erforderlich.
[0015] Der Temperaturregler 13 kann durch entsprechende Vorgabe des Temperatur-Sollwertes
des Deckelöles z.B. über einen Prozeßrechner dem Umstand Rechnung tragen, daß der
Wärmebedarf und damit die Vorlauftemperatur des Wassers in der Heizungsanlage mit
sinkender Umgebungstemperatur ansteigen sollte, um stets gleiche Raumtemperatur zu
erzielen.
[0016] Für alle Fälle, in denen die Vorlauftemperatur des Kühlmittels für einen vorgesehenen
Anwendungszweck nicht ausreichend hoch ist, kann dem Kühlmittel die Verlustwärme des
Transformators auch über den Verdampfer einer Wärmepumpe entzogen werden. Durch den
Einsatz einer Wärmepumpe wird in diesen Fällen die Verlustwärme des Transformators
auf ein höheres Temperaturniveau angehoben.
1. Einrichtung zur Nutzbarmachung der Verlustwärme von im Inneren flüssigkeitsgekühlten
Transformatoren oder Drosselspulen über zusätzlich zu der normalen Kühleinrichtung
angebrachte Wärmetauscher oder Wärmepumpen durch Drosselung der normalen Kühleinrichtung,
dadurch gekennnzeichnet, daß der Abstand der Temperatur des inneren Kühlmittels unter
dem Kesseldeckel von der für die Isolierung der Wicklung im Hinblick auf deren normalen
Lebensdauerverbrauch maximal zulässigen Temperatur so eingestellt ist, daß die Temperatur
des inneren Kühlmittels bei Vollast des Transformators (1) oder der Drosselspule niedriger
ist als bei Teillast.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß der Transformator (1)
oder die Drosselspule im Rahmen der Nutzung ihrer Verlustwärme selbst als Wärmespeicher
verwendet ist.
3. Einrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet , daß die Temperatur
des inneren Kühlmittels abhängig von der Belastung des Transformators (1) oder der
Drosselspule eingestellt oder geregelt ist und dabei mit zunehmender Belastung des
Transformators (1) abnimmt.
4. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Temperatur
des inneren Kühlmittels unabhängig von der Umgebungstemperatur eingestellt oder geregelt
ist.
5. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Temperatur
des inneren Kühlmittels unter Berücksichtigung unterschiedlichen Heizungsbedarfs abhängig
von der Umgebungstemperatur eingestellt oder. geregelt ist.
6. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Teile der
normalen Kühleinrichtung (2) einzeln oder über Sammelrohre (3) zusammengefaßt an wenigen
oder nur einer einzigen Stelle (5) gedrosselt sind.
7. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet , daß der Abstand der
Temperatur des inneren Kühlmittels von der für die Isolierung zulässigen Temperatur
unabhängig von der zur Heizung oder Brauchwassererwärmung verwendeten Wärmemenge durch
intermittierenden Betrieb der normalen Kühleinrichtung (2) des Transformators (1)
oder der Drosselspule eingestellt ist.
8. Einrichtung nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet , daß die Temperatur
des inneren Kühlmittels unter dem Kesseldeckel eines ONAN-, ONAF-oder luftgekühlten
Transformators (1) oder Drosselspule bei Vollast und Umgebungstemperaturen unter +
2°C etwa 57°C und bei Halblast unabhängig von der Umgebungstemperatur etwa 72°C nicht
überschreitet.