[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Verfeuerung fester Brennstoffe mit
zonenweise geregelter klimatisierter Unterwindzuführung, wobei die Klimatisierung
durch Wasserdampfzugabe erfolgt, sowie auf eine Rostfeuerung zur Durchführung des
Verfahrens.
[0002] Die stetig wachsende Umweltbelastung hat dazu geführt, daß man bei Großfeuerungen
auf eine möglichst geringe Stickoxid-Emission achtet. Die Stickoxid-Bildung hängt
im wesentlichen einerseits vom verwendeten Brennstoff und andererseits von der Verbrennungstemperatur
ab. Mit zunehmender Verweilzeit und zunehmendem Luftüberschuß im Bereich hoher Temperaturen
wird die Stickoxidbildung begünstigt.
[0003] Zur Verminderung der Stickoxid-Emission ist es bekannt, die Temperatur im Feuerungsraum
bzw. in unmittelbarer Umgebung der im Feuerungsraum stattfindenden Verbrennung nicht
über einen bestimmten Betrag ansteigen zu lassen, da es bekannt ist, daß die NOX-Bildung
ab einer bestimmten kritischen Temperatur sehr stark ansteigt. Es liegen demnach Bemühungen
vor, die Verbrennungstemperatur möglichst unter diesem kritischen Wert zu halten,
was einerseits durch Rauchgasrückführung und andererseits durch einen erhöhten Luftüberschuß
erzielt wird. Beide bekannten Verfahren weisen einen wesentlichen Nachteil auf, der
darin besteht, daß die zu fördernde und zu entstaubende Gasmenge wesentlich ansteigt,
wodurch es erfoderlich ist, ein wesentlich größeres Elektrofilter und auch größere
Fördergebläse mit entsprechend höherem Energieaufwand zu installieren. Bei der Rauchgasrückführung
tritt noch ein zusätzlicher Nachteil ein, der darin zu sehen ist, daß entsprechende
Rohrleitungen vorgesehen werden müssen, die wegen der unvermeidlichen Temperaturschwankungen
häufig zu Undichtigkeiten neigen, was in Verbindung mit dem notwendigen Überdruck,
mit dem die Rauchgase in den Feuerungsraum eingeblasen werden müssen, zu einem Austreten
von Rauchgasen in das Kesselhaus führt.
[0004] Eine klimatisierte Unterwindzuführung ist ebenfalls bekannt und ergibt sich aus der
GB-PS 196 054 und der DE-PS 547 218. Bei der Feuerung nach der GB-PS 196 054 sind
zwar Unterwindzonen vorgesehen, doch ist dieser Bereich in erster Linie in Längsrichtung
unterteilt, wobei diese beiden Längszonen in Querrichtung nur in zwei Bereiche unterteilt
sind, so daß eine feinfühlige Regelung bei dieser groben Unterteilung nicht möglich
ist. Hierzu kommt noch, daß die einzelnen unterteilten Zonen oder Kanäle nach oben
hin zum Rost keine exakte Unterteilung der Unterzonen bewirken, da der unmittelbar
unter den Roststäben befindliche Raum durch diese Kanäle nicht unterteilt ist. Die
aus den Kanälen aufsteigende Luft, die mit Wasserdampf vermischt wird, hat also keine
zwangsweise Führung zu bestimmten Rostzonen.
[0005] Bei der Feuerung nach der DE-PS 547 218 ist zwar eine Wasserdampfzuführung vorgesehen,
die eine große Kühlwirkung zur Folge hat, doch ist diese Maßnahme vorgesehen worden,
um eine Schlackenbildung zu vermindern bzw. eine Granulierung der Schlacke herbeizuführen.
Dabei wird die Verbrennungsluft mit Wasserdampf insgesamt angereichert, so daß eine
Regelung bezüglich der einzelnen Unterwindzonen nicht vorliegt. Eine solche Regelung
würde bei dieser bekannten Ausführungsform auch deshalb nicht möglich sein, da nach
dem Durchtritt des Dampf-Luft-Gemisches durch die Regelklappen eine bevorzugte Ausrichtung
nicht aber eine zwangsweise Führung dieses Luft-Gemisches möglich ist.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Möglichkeit aufzuzeigen, bei der die seit langem
bekannte Wasserdampfzuführung zur Verbrennungsluft im Zusammenhang mit dem Bestreben
nach einer Verminderung der Stickoxid-Emission nutzbar gemacht werden kann.
[0007] Diese Aufgabe wird - ausgehend von einem Verfahren der eingangs erläuterten Art -
erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die zonenweise Wasserdampfzuführung in Abhängigkeit
von dem in der betreffenden Zone auftretenden NO
x-Gehalt erfolgt.
[0008] Durch diese Maßnahme wird erreicht, daß die Verminderung des Feuerungswirkungsgrades
gering bleibt, da nicht der gesamte Verbrennungsvorgang pauschal beeinflußt wird,
sondern die Dampfzuführung in Abhängigkeit von den Verhältnissen einer jeden Zone
gesondert eingestellt wird. Die Einführung des Wasserdampfes in die Brennschicht zusammen
mit dem Unterwind hat den Vorteil, daß der Verbrennungsvorgang in gezielter Weise
so beeinflußt wird, daß er in einem Temperaturbereich abläuft, in welchem die NO
X-Bildung gering ist, ohne die weiter oben erwähnten Nachteile der für die Stickoxid-Emission
angewandten Verfahren in Kauf nehmen zu müssen. Die Verwendung von Wasserdampf als
Ballastmedium zur Absenkung der Verbrennungstemperatur im Feuerungsraum hat den Vorteil,
daß aufgrund der sehr hohen spezifischen Wärme von Wasserdampf sehr viel Wärme dem
Verbrennungsprozeß bei einem vergleichbaren kleinen Volumen des zuzuführenden Wasserdampfes
entzogen werden kann.
[0009] Um eine besonders gleichmäßige Vermischung des Wasserdampfes mit der Verbrennungsluft
zu erzielen, wird in weiterer Ausgestaltung der Erfindung der Wasserdampf im wesentlichen
im Gegenstrom der aus der jeweiligen Unterwindzone nach oben gegen den Feuerungsrost
strömenden Verbrennungsluft zugeführt.
[0010] Zur Durchführung der erfindungsgemäßen Maßnahmen ist es vorteilhaft, wenn der Raum
unter dem Feuerungsrost in einzelne voneinander getrennte Unterwindzonen mit geregelter
Unterwindzuführung unterteilt und jeder Unterwindzone ein Wasserdampfzuführungsrohr
zugeordnet ist, das sich quer zur Rostlängsrichtung erstreckt und mit Wasserdampfausblaseöffnungen
bzw. Wasserdampfausblasdüsen versehen ist, deren Austrittsöffnungen an der dem Rost
abgewandten Seite des Wasserdampfzuführungsrohres vorgesehen sind und daß im Feuerraum
Sensoren zur Feststellung des NO
X-Gehaltes in den Feuerungsgasen vorgesehen sind. Hierdurch wird die angestrebte feinfühlige
Regelung der Wasserdampfzuführung zu den einzelnen Unterwindzonen mit verhältnismäßig
geringem baulichem Aufwand möglich, so daß die Verminderung des Feuerungswirkungsgrades
auf ein Mindestmaß beschränkt bleiben kann.
[0011] Um einer Verstopfungsgefahr der Wasserdampfausblasdüsen vorzubeugen, sind in weiterer
Ausgestaltung der Erfindung die Wasserdampfzuführungsrohre gegen den Feuerungsrost
durch jeweils eine Abdeckung, vorzugsweise durch Unterstützungsrahmen der Rostkonstruktion,
geschützt.
[0012] Im nachfolgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispieles
in Form einer Rostfeuerung mit Rückschubrost näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen Feuerungsrost mit Unterwindzonen und
Fig. einen Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1.
[0013] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, sind unterhalb eines insgesamt mit 1 bezeichneten Feuerungsrostes
mehrere Unterwindzonen 2 bis 2'" vorgesehen, die gegeneinander durch Trennwände 3
abgegrenzt sind. Durch große Öffnungen 4 in der Seitenwand 5 der Feuerungsanlage ist
die für die Verbrennung notwendige Verbrennungsluft einführbar. Mit 6 sind schräg
gestellte Böden innerhalb der einzelnen Unterwindzonen 2 bezeichnet, auf denen die
durch den Feuerungsrost hindurchfallende Asche zu einer Austragsöffnung 7 gelangt.
[0014] Die Zuführung von Wasserdampf, der als Abdampf dem Prozeßkreislauf des der Feuerung
nachgeschalteten Dampfkessels entnommen wird, erfolgt über Dampfzuführungsrohre 8,
die Dampfausblasedüsen bzw. Dampfausblaseöffnungen 9 aufweisen, die so an dem jeweiligen
Dampfzuführungsrohr 8 angeordnet sind, daß sie den Wasserdampf nahezu senkrecht nach
unten ausblasen, wie dies durch die strichpunktierten Pfeile 19 angedeutet ist. Der
Wasserdampf wird dabei auf den Kern der aus der Öffnung 4 austretenden Verbrennungsluft
gerichtet, so daß sich eine Mischung aus Quer- und Gegenstrom einstellt, weil die
Verbrennungsluft zunächst in horizontaler Richtung in die jeweilige Unterwindzone
eintritt, sich dort verteilt und dann nach oben zum Feuerungsrost 1 gelangt.
[0015] Der Feuerungsrost 1 besteht in bekannter Weise aus einzelnen Roststufen 10 und 11,
die jeweils aus nebeneinander liegenden Roststäben aufgebaut sind, welche mit ihren
unteren Enden auf Stufentragrahmen 12 und 13 aufruhen, von denen die Stufentragrahmen
13 fest und die Stufentragrahmen 12 bewegbar sind. Letztere sind auf einem Zickzack-Balken
14 angeordnet, der in Richtung des Doppelpfeiles 15 hin und her bewegbar ist. Dieser
Zickzack-Balken 14 ist mittels Rollen 16 auf Unterstützungsrahmen 17 für die Rostkonstruktion
abgestützt.
[0016] Wie aus Fig. 1 ersichtlich, sind die Dampfzuführungsrohre 8 unterhalb dieser Unterstützungsrahmen
17 angeordnet, wodurch sie gegen den Rostdurchfall geschützt sind.
[0017] Die Regelung der Dampfzufuhr erfolgt zonenweise und vorzugsweise sequentiell, z.
B. je nach Feuerlänge mittels entsprechender Ventile 18 bis 18"" in Abhängigkeit von
dem NO
X-Gehalt in den Feuerungsgasen, der durch Sensoren 20 bis 20" feststellbar ist. Die
Sensoren können z. B. Entnahmesonden sein, die zu einem für alle Sensoren gemeinsamen
Gas-Chromatographen führen. Mit Hilfe dieser Sensoren werden die Ventile 18 bis 18""
und damit die Dampfzuführung zu den verschiedenen Unterwindzonen 2 bis 2"' geregelt.
Selbstverständlich kann auch nur ein einziger Sensor vorgesehen sein, jedoch ist die
Regelung der Dampfzuführung genauer, wenn mehrere Sensoren zur Anwendung gelangen.
Diese können für sich nacheinander zur Aufschaltung auf den Ventilöffnungsmechanismus
abgetastet werden in der Art, daß z. B. bei Erreichung einer schädlichen NO
x-Konzentration im vorderen Rostbereich der Sensor 20 zuerst anspricht und die Öffnung
der Ventile 18 und 18' veranlaßt. Falls sich der Bereich der schädlichen Gase über
die Rostlänge weiter ausdehnt, kann als dann der Sensor 20' die zusätzliche Öffnung
des Ventils 18" bewirken und so fort. Umgekehrt kann bei sich verbrennungsmäßig einstellender
Verminderung der Schadgaserzeugung der entsprechende Sensor die Drosselung bzw. Schließung
des oder der zugeordneten Ventile bewirken.
[0018] Der große Vorteil der Wasserdampfeinblasung unmittelbar in die Brennschicht ist darin
zu sehen, daß die Verbrennung bereits in statu nascendi daran gehindert wird, hohe,
die NO
x-Bii- dung provozierende Werte anzunehmen.
1. Verfahren zur Verfeuerung fester Brennstoffe mit zonenweise geregelter klimatisierter
Unterwindzuführung, wobei die Klimatisierung durch Wasserdampfzugabe erfolgt, dadurch
gekennzeichnet, daß die zonenweise Wasserdampfzuführung in Abhängigkeit von dem in
der betreffenden Zone auftretenden NOX-Gehalt erfolgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wasserdampf im wesentlichen
im Gegenstrom der aus der jeweiligen Unterwindzone nach oben gegen den Feuerungsrost
strömenden Verbrennungsluft zugeführt wird.
3. Rostfeuerung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß der Raum unter dem Feuerungsrost (1) in einzelne voneinander getrennte Unterwindzonen
(2) mit geregelter Unterwindzuführung unterteilt und jeder Unterwindzone ein Wasserdampfzuführungsrohr
(8) zugeordnet ist, das sich quer zur Rostlängsrichtung erstreckt und mit Wasserdampfausblaseöffnungen
bzw. Wasserdampfausblasedüsen (9) versehen ist, deren Austrittsöffnungen an der dem
Rost abgewandten Seite des Wasserdampfzuführungsrohres (8) vorgesehen sind und daß
im Feuerraum Sensoren (20, 20', 20") zur Feststellung des NOx-Gehaltes in den Feuerungsgasen vorgesehen sind.
4. Rostfeuerung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wasserdampfzuführungsrohre
(8) gegen den Feuerungsrost (1) durch jeweils eine Abdeckung, vorzugsweise durch Unterstützungsrahmen
(17) der Rostkonstruktion, geschützt sind.
1. A process of burning solid fuels comprising a supply of conditioned air blown from
below and separately controlled in different zones, wherein the air is conditioned
by an addition of water vapour, characterized in that water vapour is supplied in
different zones in dependence on the NOX content in said zone.
2. A process according to claim 1, characterized in that the water vapour is substantially
supplied in a countercurrent to the combustion air which rises from the respective
bottom-blowing zone toward the furnace grate.
3. A grate furnace for carrying out the process according to claim 1 or 2, characterized
in that the space under the furnace grate (1) is divided into separate bottom-blowing
zones (2), to which bottom-blowing air is supplied at controlled rates, a water vapour
feed pipe (8) is associated with each bottom-blowing zone and extends transversely
to the longitudinal direction of the grate and is provided with water vapour discharge
orifices and/or water vapour discharge nozzles (9) having outlet openings on that
side of the water vapour fedd pipe (8) which is remote fromt the grate, and sensors
(20, 20', 20") for detecting the NOX content in the combustion gases are provided in the combustion chamber.
4. A grate furnace according to claim 3, characterized in that the water vapour feed
pipes (8) are protected on the side facing the furnace grate (1) by a covering consisting
preferably of frames (17) supporting the grate structure.
1. Procédé pour la combustion de combustibles solides avec, par zones, une adduction
régulée et climatisée d'un courant d'air sous-jacent, dans lequel la climatisation
a lieu par addition de vapeur d'eau, caractérisé par le fait que l'amenée de vapeur
d'eau par zones a lieu en fonction de la teneur en NOX présente dans la zone considéré.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la vapeur d'eau est
délivrée pour l'essentiel à contre-courant de l'air comburant circulant de bas en
haut vers la grille du foyer à sa sortie de la zone considérée de courant d'air sous-jacent.
3. Foyer à grille pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé par le fait que l'espace situé au-dessous de la grille (1) du foyer est
subdivisé en des zones indivuelles (2) de courant d'air sous-jacent séparées les unes
des autres avec arrivée régulée du courant d'air sous-jacent et que, à chaque zone
de corant d'air sous-jacent, est associé un tuyau (8) d'amenée de vapeur d'eau qui
s'étend perpendiculairement au sens longitudinal de la grille et est doté d'orifices
ou de buses (9) d'éjection de vapeur d'eau dont les ajutages de sortie sont prévus
du côté du tuyau (8) d'amenée de vapeur d'eau qui est élogigné de la grille; et par
le fait que des détecteurs (20, 20', 20") sont prévus dans la chambre du foyer pour
constater la teneur en NOX des gaz des combustion.
4. Foyer à grille selon la revendication 3, caractérisé par le fait qu'à proximeté
de la grille (1) du foyer, les tuyaux d'amenée (8) de vapeur d'eau sont protégés chacun
par un recouvrement, de préférence par des consoles (17) de soutien de la structure
de la grille.