[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Erhöhung bzw. Verbesserung des
Weisseffektes beim optischen Aufhellen von Streichmassen für die Beschichtung von
Papier oder Karton mit Hilfe von Aufhellern der Bis-triazinylaminostilben-2,2'-disulfon-
säurereihe sowie optisch aufgehellte Streichmassen und mit diesen Streichmassen beschichtetes
Papier oder Karton.
[0002] Aufheller aus der Klasse der Bis-triazinylaminostilben-2,2'-disulfonsäuren sind auch
zum Aufhellen von Papier geeignet. Bei der Aufhellung von Streichmassen treten jedoch
je nach Aufheller und je nach Zusammensetzung der Streichmasse Probleme auf, so dass
entweder ungenügende Weisseffekte erhalten werden oder dass mancher Aufheller für
eine Applikation in bestimmten Streichmassen überhaupt nicht in Frage kommt. Besonders
bei höheren Aufhellerkonzentrationen tritt oft statt einer Zunahme des Weissgrades
ein manchmal starker Abfall desselben statt, wobei es auch häufig zu einer Vergrünung
der Streichmasse kommt. Besonders bei Streichmassen mit künstlichen Bindemitteln tritt
dieser unerwünschte Effekt bei manchen der genannten Aufheller auf.
[0003] Es wurden bereits Anstrengungen unternommen, um der geschilderten Schwierigkeiten
Herr zu werden. So wurden der Streichmasse unter anderem Lösungsvermittler, vor allem
Polyäthylenglykol zugesetzt. Bei manchen Aufhellern bringt diese Massnahme eine gewisse
Effektsteigerung, bei anderen Aufhellern wiederum versagt sie. Ausserdem sind, sofern
Effektsteigerungen erzielt werden, diese oft ungenügend.
[0004] Weiterhin wurde der Zusatz von Tensiden (siehe GB-PS 1 294 173) oder von Amidformaldehydharzen
(siehe DE-OS 22 29 872) bei der Aufhellung der Streichmassen vorgeschlagen. Es werden
dann zwar Aufhellungen erhalten, die jedoch bezüglich Weissgrad nicht den gestellten
Anforderungen entsprechen. Im übrigen sind diese Massnahmen nur in Streichmassen mit
synthetischen Bindern anwendbar, hingegen nicht für die technisch wichtigen Mischungen
aus natürlichen und synthetischen Bindern.
[0005] In den DE-OSen 28 06 194 und 28 06 195 sind Beschichtungszus ammensetzungen geoffenbart,
denen ein Dispersionsaufheller, aber auch Bis-triazinylaminostilben-2,2'-disulfonsäureaufheller
in Mischung mit Wasser, einer organischen, über 150°C siedenden Flüssigkeit, z.B.
Triäthylphosphat, Trioctylphosphat, Trikresylphosphat oder Trich-loräthylphosphat,
und einem Lösungsvermittler, z.B. einem nicht-ionogenen Emulgator, zugegeben wird.
Diese Methode eignet sich hauptsächlich für Dispersionsaufheller..Ausserdem ist die
Verwendung von relativ teuren, hochsiedenden organischen Lösungsmitteln aus verschiedenen
Gründen nicht vorteilhaft.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung war es nun, ein Verfahren zu finden, das die geschilderten
Nachteile nicht aufweist, das vor allem beim Einsatz von Bis-triazinylaminostilben-2,2'-disulfonsäure-
aufhellern in Streichmassen zu höheren Weisseffekten führt, das die bei höheren Aufhellerkonzentrationen
häufig eintretende Vergrünung beseitigt und das den Einsatz von manchen Aufhellern
der genannten Klasse in Streichmassen ermöglichen soll, die bisher für diese Applikation
als nicht geeignet galten.
[0007] Diese Aufgabe konnte überraschenderweise dadurch gelöst werden, dass man der Streichmasse
neben dem Aufheller einen sauren Phosphorsäureester eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes
der untenstehenden Formel (1) einverleibt. Durch diese Massnahme wird der Weissgrad
der aufgehellten Streichmassen wesentlich verbessert, insbesondere bei höheren Aufhellerkonzentrationen,
und die unerwünschte Vergrünung wird vermieden. Im Gegensatz zur üblichen Aufhellung
von Streichmassen mit Bis-triazinylaminostilben-2,2'-disulfonsäureaufhellern steigt
der Weissgrad praktisch linear mit dem Logarithmus der steigenden Aufhellerkonzentration,
so dass sehr hohe Weissgrade erreicht werden können.
[0008] Das Verfahren zur Erhöhung bzw. Verbesserung des Weisseffektes beim optischen Aufhellen
von Streichmassen für die Beschichtung..von Papier oder Karton mit Hilfe von Aufhellern
der Bis-triazinylamino- stilben-2,2'-disulfonsäurereihe ist nun dadurch gekennzeichnet,
dass man den Streichmassen neben dem jeweiligen Aufheller einen sauren Phosphorsäureester
eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes der Formel.

oder dessen Alkalimetall-, Ammonium- oder Aminsalz einverleibt, worin R einen aliphatischen
Kohlenwasserstoffrest mit 8 - 22 C-Atomen,
y1 und Y
2 beide Wasserstoff oder eines dieser beiden Symbole Wasserstoff und das andere Methyl,X
den Säurerest der Phosphorsäure, wobei die sauren Wasserstoffatome dieses Restes durch
Alkalimetall-, Ammonium- oder Aminsalzionen ersetzt sein können, und m und n ganze
Zahlen bedeuten, wobei die Summe n + m zwischen 2 und 30 liegt.
[0009] In im erfindungsgemässen Verfahren eingesetzten Hilfsmitteln der Formel (1) bedeutet
der aliphatische Rest R vorzugsweise einen Alkyl- oder Alkenylrest (verzweigt oder
unverzweigt) mit 10 bis 18 C-Atomen. Bevorzugt einsetzbare Hilfsmittel entsprechen
der Formel

worin R' einen Alkyl- oder Alkenylrest mit 10 bis 18 C-Atomen, X' den Säurerest der
Phosphorsäure, wobei die sauren Wasserstoffatome dieses Restes auch durch Alkalimetall-
oder Ammoniumionen ersetzt sein können und n' und m' ganze Zahlen bedeuten, wobei
die Summe n' + m' zwischen 4 und 20 liegt.
[0010] Besonders bevorzugt werden solche Verbindungen der Formel (2) eingesetzt, in denen
n' + m' 6 bis 8 beträgt, insbesondere solche, in denen R' den Laurylrest (C
12H
25) darstellt. Besonders vorteilhaft ist dann für die Summe n' + m' die Zahl 8.
[0011] Im allgemeinen muss der Rest R nicht eine bestimmte Anzahl von Kohlenstoffatomen
aufweisen, sondern er kann auch eine Mischung von verschieden langen Kohlenwasserstoffketten
darstellen, wie dies etwa bei vielen Fettaminen, die sich von natürlichen Fetten ableiten,
der Fall ist. Ein bevorzugter Rest dieser Art ist der Kohlenwasserstoffrest des Talgfettamins.
In Formel (1) bedeuten Y und Y
2 vorzugsweise Wasserstoff.
[0012] Die Säurekomponente des Esters der Formel (1) ist Phosphorsäure. X ist daher der
Rest der Phosphorsäure,. wobei die endständigen OH-Gruppen der Aethylenoxid- bzw.
Propylenoxidketten vollständig oder nur teilweise verestert sein können. Nach dem
Veresterungsgrad, der nicht ganzzahlig sein muss, richtet sich die Anzahl der sauren
Wasserstoffatome im Phosphorsäurerest X. Diese sauren Wasserstoffatome können auch
durch Alkalimetall-, Ammonium- oder Aminsalzionen ersetzt sein, so dass der Rest X
in Salzform vorliegt. Bevorzugt liegt der Rest X jedoch in seiner sauren Form vor.
[0013] Mögliche Grenzstrukturen der Verbindungen der Formel (1) wären, je nach Veresterungsgrad,
beispielsweise die folgenden (für
Y1 = Y
2 =
H)
:

[0014] Als Bis-triazinylaminostilben-2,2'-disülfonsäureaufheller, die erfindungsgemäss zum
optischen Aufhellen von Streichmassen eingesetzt werden, werden insbesondere solche
der Formel

eingesetzt, worin M Wasserstoff, ein Alkalimetall-, Ammonium- oder Aminsalzion, R
1 und R
2 NH
2, NH-CH
3, NH-C
2H
5, N(CH
3)
2, N(C
2H
5)
2, NH-CH
2-CH
2-OH, NH-CH
2 -CH
2-CH
2-OH, N(CH
2-CH
2-OH)
2, N(CH
2-CH
2-CH
2-OH)
2, N(CH
3)(CH
2-CH
2-OH), NH-CH
2-CH
2-O-CH
2-CH
2-OH, NH-CH
2-CH
2-SO
2 M, OH, OCH
3, OCH(CH
3)
2, O-CH
2-CH
2-O-CH
3,

SCH
3, SO
3M

bedeuten.
[0015] Bevorzugt verwendet man als Aufheller einen solchen der Formel

worin R
1 -NHCH
2CH
2OH, -N(CH
2CH
2OH)
2,-N(CH
2CH
3)
2 oder

oder

und M' Wasserstoff oder ein Alkalimetallion, ein Ammonium-, Diäthanolammonium- oder
Triäthanolammoniumion bedeuten.
[0016] Die Sulfogruppen -S0
3M in den Verbindungen der Formel (3) können in freier Form (M=H) oder in Salzform
vorliegen. M bedeutet dann ein Alkalimetallion, insbesondere ein Natrium- oder Kaliumion,
ein Ammoniumion oder ein Aminsalzion, z.B. eines primären oder sekundären Alkylamins,
wobei die Alkylgruppe(n) durch Halogen, Hydroxy (z.B. Aethanolamin, Diäthanolamin,
Triäthanolamin) oder Alkoxy substituiert sein kann (können) oder eines cyclischen
Amins, z.B. eines Piperidins, Pyrrolidins, Piperazins oder Morpholins.
[0017] Die sauren Wasserstoffatome im Phosphorsäurerest X der Verbindungen der Formel (1)
oder (2) können gegebenenfalls durch dieselben Ionen ersetzt sein, wie sie für M vorstehend
definiert sind. Der Rest X liegt dann in Salzform vor.
[0018] Oft kann es zweckmässig sein, den Streichmassen neben Aufheller und Hilfsmittel der
Formel (1) noch weitere Stoffe einzuverleiben, die entweder eine weitere Effektverbesserung
bewirken oder die die Eigenschaften der Streichmasse in anderer Weise positiv beeinflussen.
Als derartige zusätzliche Hilfsmittel kommen nichtionische oder anionische Tenside,
organische Lösungsvermittler und/oder gewisse organische polare Verbindungen in Betracht.
[0019] Als organische Lösungsvermittler und polare organische Verbindungen können beispielsweise
eingesetzt werden:
Niedere einwertige Alkohole, mehrwertige Alkohole, Aetheralkohole, nicht zu hochmolekulare
Polyglykole oder Carbonsäureamide. Beispiele solcher Lösungsmittel sind Propanol,
Isopropanol, Aethylenglykol, Propylenglykol, Butylenglykol, Glycerin, Aethylenglykolmonomethyl-,
monoäthyl-, -monopropyl- oder -monobutyläther, Dipropylenglykol, Formamid, Dimethylformamid,
Dimethylacetamid und N-Methylpyrrolidon. Bevorzugt sind hierbei Aethyl-englykol und
Polyäthylenglykole. Weiters kommen Amine wie Triäthanolamin und andere wässerlösliche
polare Verbindungen wie Dimethylsulfoxid, Dimethylmethanphosphonat, Dimethylsulfon,
Sulfolan (=Tetrahydrothio- phen-l,l-dioxid), Aethylen- oder Propylencarbonat sowie
Harnstoff oder substituierte Harnstoffe, beispielsweise Tetramethylharnstoff , in
Betracht.
[0020] Als nichtionische Tenside können beispielsweise verwendet werden:
Anlagerungsprodukte von Alkylenoxiden, insbesondere von Aethylenoxid, an höhere Fettsäuren,
Fettsäureamide, aliphatische Alkohole, Mercaptane oder Amine, an Alkylphenole oder
Alkylthiophenole, deren Alkylreste mindestens 7 Kohlenstoffatome aufweisen oder an
Phenylphenole wie z.B. Polyglykol- (monoalkyl-phenyl)-äther, deren Alkylgruppe 8 bis
12 Kohlenstoffatome aufweist, mit mindestens 8 gegebenenfalls substituierten Glykoleinheiten,
wie Decaäthylenglykolmono-octoyl-phenyläther oder das Umsetzungsprodukt von Monononylphenol
mit 5 bis 35 Molen Aethylenoxid; Blockpolymere aus Aethylenoxid und höheren Alkylenoxiden,
wie z.B. Propylenoxid oder Butylenoxid; nichtionogene Ester der Anlagerungsprodukte
von Alkylenoxiden, wie z.B. der tertiäre Phosphorsäureester des Anlagerungsproduktes
von 40 Molen Aethylenoxid an Monononylphenol; Ester von Polyalkoholen, insbesondere
Monoglyceride von Fettsäuren mit 12 bis 18 Kohlenstoffatomen, z.B. die Monoglyceride
der Laurin-, Stearin- oder Oelsäure; N-acylierte Alkanolamine des gleichen Typs wie
bei den Sulfaten dieser Verbindungen erwähnt (siehe unten), so z.B. die N,N-Bis-(w
-hydroxyalkyl)-amide-der unter dem Sammelbegriff "Cocosölfettsäuren" zusammengefassten
Säuregemische, vor allem N,N-Bis-(ß-hydroxyäthyl)- oder N,N-Bis-(y-hydroxypropyl)-amide,
ferner die Anlagerungsprodukte von Aethylenoxid an diese N-acylierten Alkanolamine;
Reaktionsprodukte von höheren Fettsäuren mit einem Alkanolamin, wobei das Molverhältnis
Alkanolamin zu Fettsäure grösser als 1, z.B. 2, ist. Als Fettsäuren kommen vor allem
solche mit 8 bis 18 Kohlenstoffatomen sowie die als Cocosölfettsäuren bezeichneten
Gemische, als Alkanolamine insbesondere Diäthanolamin, in Betracht.
[0021] Als anionaktive Tenside können beispielsweise verwendet werden:
Sulfatierte Alkylenoxidaddukte, insbesondere sulfatierte Aethylenoxidaddukte, wie
sulfatierte Anlagerungsprodukte von 1 bis 40 Mol Aethylenoxid 'an Fettsäureamide,
Mercaptane oder Amine, besonders aber an Fettsäuren, aliphatische Alkohole oder Alkylphenole
mit 8 bis 20 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette, z.B. an Stearinsäure, Oelsäure,
Laurylalkohol, Myristylalkohol, Stearylalkohol, Oleylalkohol, Octylphenol oder Nonylphenol.
Anstelle der Sulfate können auch die Ester anderer mehrwertiger Säuren eingesetzt
werden. Hierher gehören z.B. die primären und sekundären Ester der Phosphorsäure sowie
die Halbester der Sulfobernsteinsäure; Sulfate N-acylierter Alkanolamine, z.B. die
sulfatierten Amide von Capryl-, Pelargon-, Caprin-, Laurin-, Myristin- oder Stearinsäure
oder von durch Alkylphenoxygruppen substituierten niederen Fettsäuren, wie Octyl-
oder Nonylphenoxyessigsäure, mit Mono- oder Bis-hydroxyalkylaminen, wie β-Hydroxyäthylamin,
y-Hydroxypropylamin, β,γ-Dihydroxy- propylamin, Bis-(ß-hydroxyäthyl)-amin oder mit
N-Alkyl-N-hydroxyalkylaminen, wie N-Methyl- bzw. N-Aethyl-N-(ß-hydroxyäthyl)-amin;
Sulfatierte veresterte Polyoxyverbindungen, z.B. sulfatierte partiell veresterte mehrwertige
Alkohole, wie das Natriumsalz des sulfatierten Monoglycerids der Palmitinsäure.
[0022] Die im erfindungsgemässen Verfahren eingesetzten sauren Phosphorsäureester von Fettamin-oxalkylierungsprodukten
der Formel (1) sind bekannt und können einfach durch Veresterung eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes
der Formel

worin die allgemeinen Symbole wie in Formel (1) definiert sind, mit Phosphorsäure,
Phosphorpentoxid oder einem Halogenid der Phosphorsäure erhalten werden. Bevorzugt
ist die Umsetzung mit Phosphorpentoxid. Die Veresterung erfolgt zweckmässig durch
einfaches Vermischen der Reaktionspartner unter Erwärmen, z.B. auf 50 - 100°C. Die
sauren Ester können, falls erwünscht, in die entsprechenden Salze (Alkalimetall-,
Ammonium- oder Aminsalze) übergeführt werden, z.B. in üblicher Weise durch Zugabe
der entsprechenden Basen, z.B. Ammoniak, Monoäthanolamin, Triäthanolamin, Alkalimetallhydroxide.
[0023] Zur Herstellung der Verbindung der Formel

worin n"+ m" die Zahl 8 ist und X einen sauren Phosphorsäurerest bedeutet, kann wie
folgt vorgegangen werden: 914,6 g der Verbindung der Formel

worin n"+ m = 8, werden bei Raumtemperatur in einem Kolben vorgelegt und unter Rühren
mit einem Wasser/Eisbad auf 18°C gekühlt. Dann werden 80,94 g Phosphorpentoxid schnell
zugegeben. Nach Entfernung des Kühlbades steigt die Temperatur der gelblichen Suspension
auf Raumtemperatur an. Nun wird mit einem Oelbad innerhalb 2 Stunden auf 40°C und
anschliessend innerhalb weiterer 2 Stunden auf 60°C erwärmt. Es wird noch eine Stunde
bei 60°C gerührt. Das erhaltene Produkt der Formel (6) ist bei Raumtemperatur ein
gelbes, gut giessbares Gel. Die analogen Verbindungen der Formeln (6a), (6b), (6c)
und (6d) (siehe Beispiele) werden ebenfalls nach der obigen Vorschrift erhalten.
[0024] Die Anlagerungsprodukte der Formel (5) sind bekannt und können in bekannter Weise
durch Anlagerung von 2 bis 30 Mol Aethylen-oder Propylenoxid an ein aliphatisches
Amin mit einem Kohlenwasserstoffrest von 8 bis 22 C-Atomen hergestellt werden.
[0025] Das erfindungsgemässe Verfahren wird zweckmässig so ausgeführt, dass man beispielsweise
zu der jeweiligen Streichflotte, die in üblicher Weise bereitet wird, den Aufheller,
einen sauren Phosphorsäureester eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes der Formel
(1) und gegebenenfalls eines oder mehrere der vorstehend erwähnten zusätzlichen Hilfsmittel
einzeln und in beliebiger Reihenfolge zumischt und darin fein verteilt, beispielsweise
bei Temperaturen zwischen 10 und 150°C. Alternativ kann der Aufheller auch vor der
Zumischung zur Steichflotte mit einem sauren Phosphorsäureester eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes
der Formel (1) und gegebenenfalls mit einem oder mehreren der vorstehend erwähnten
zusätzlichen Hilfsmittel, vorteilhaft unter Zugabe von Wasser,vermischt werden und
die erhaltene Aufhellerpräparation kann dann, wie oben beschrieben, der Streichflotte
zugemischt werden. Mit der fertigen Streichmasse kann dann Papier oder Karton mit
üblichen Beschichtungsapparaten beschichtet werden, beispielsweise mit einem Luftmesser,
einem Streichmesser, einer Bürste, einer Rolle einer Rakel, einem Stab oder einer
sonstigen in der Papierindustrie üblichen Beschichtungsapparatur.
[0026] Die im erfindungsgemässen Verfahren eingesetzte Menge an Verbindung der Formel (1)
kann in weiten Grenzen schwanken. Schon bei einem Verhältnis Aufheller zu Verbindung
der 'Formel (1) von 1:0
95 werden positive Effekte beobachtet. Vorgzugsweise beträgt dieses Verhältnis 1:1
bis 1:5, insbesondere 1:1 bis 1:3. Bei einem Verhältnis von 1:2 werden besonders gute
Effekte erzielt. Es wäre durchaus auch möglich, mehr Verbindung der Formel (1) einzusetzen
als dem Verhältnis 1:5 entspricht; dies ist jedoch sowohl aus wirtschaftlichen Gründen
als auch wegen des damit verbundenen Einflusses auf die Konsistenz der Streichmasse
in der Praxis nicht zweckmässig. Die Menge der fakultativ einsetzbaren Hilfsmittel
(Tenside, Lösungsvermittler, polare Verbindungen) kann in weiten Grenzen schwanken.
Das Verhältnis Aufheller zu diesen Hilfsmitteln kann zwischen 1:0,1 bis 1:10 betragen,
je nach Art des eingesetzten Hilfsmittels (siehe auch Beispiele).
[0027] Die Menge an Aufheller, die den Streichmassen zugesetzt wird, bewegt sich in dem
in der Papierindustrie üblichen Rahmen. Es kommen beispielsweise Mengen zwischen 1
g und 50 g/1 Streichflotte in Betracht, vorzugsweise solche zwischen 4 und 20 g/l.
Wie bereits erwähnt, erlaubt ja das erfindungsgemässe Verfahren auch höhere Aufhellerkonzentrationen
als sie üblicherweise (z.B. 4 bis 8 g/1) verwendet werden. Ohne Zusatz von Verbindungen
der Formel (l) tritt beispielsweise bei Konzentrationen von mehr als 10 g Aufheller
pro Liter häufig bereits ein Weissgradabfall bzw. starke Vergrünung ein. Hingegen
wird beim erfindungsgemässen Zusatz von Verbindungen der Formel (1) dieser Effekt
ausgeschaltet: mit zunehmender Aufhellerkonzentration steigt auch der erreichbare
Weissgrad.
[0028] Das erfindungsgemässe Verfahren eignet sich zum optischen Aufhellen der in der Papierindustrie
üblicherweise verwendeten Streichmassen, und zwar von unpigmentierten, insbesondere
aber von pigmentierten Streichmassen. Diese Streichmassen enthalten ein polymeres
Bindemittel, ein anorganisches Pigment (im Falle von pigmentierten Streichmassen)
und gegebenenfalls weitere Zusatzstoffe wie z.B. Wachse, Dispergiermittel, Netzmittel
oder andere oberflächenaktive Mittel, Viskositätsregler, Schaumverhütungsmittel, Gleitmittel,
Weichmacher und/oder Konservierungsmittel.
[0029] Als polymere Bindemittel kommen die üblichen in der Papierindustrie verwendeten,
polymeren Klebstoff-Bindemittelsysteme in Betracht. So können beispielsweise beliebige
der bekannten, modifizierten oder umgewandelten Stärkearten, wie etwa oxidierte, hydrolysierte
oder hydroxyäthylierte Stärken, verwendet werden. Ausser den verschiedenen Stärkesorten
und -typen können andere natürliche oder synthetische polymere Bindemittelsysteme
allein oder besonders im Falle von synthetischen polymeren Bindemitteln in Kombination
miteinander Verwendung finden. Kunststoffdispersionen auf Basis von Copolymerisaten
aus Butadien-Styrol, Acrylnitril-Butadien-Styrol, Acrylsäureestern, Aethylen-Vinylchlorid
und Aethylen-Vinylacetat; oder auf Basis von Homopolymerisaten wie Polyvinylchlorid,
Polyvinylidenchlorid, Polyäthylen, Polyvinylpyrrolidon, Polyvinylalkohol und Polyvinylacetat,
sowie Polyurethane kommen als Bindemittel für die im erfindungsgemässen Verfahren
aufzuhellenden Streichmassen in Betracht. Als Bindemittel können weiter abgebaute
Stärke, Alginate, Carboxymethylcellulose, Proteine (z.B. Gelatine, Kasein, Sojaprotein)
usw. verwendet werden.
[0030] Als Weisspigmente können beispielsweise Aluminium-Magnesiumsilikate (China-Clay),
Calciumcarbonat, CaSO
4. 10H
20 (Satinweiss), Al-silikate und -hydroxyde, Bariumsulfat (Blancfix) oder Titandioxid
bzw. Mischungen solcher Pigmente verwendet werden. Ausserdem können die Steichflotten
zwecks Eliminierung unerwünschter Metallspuren (z.B. Fe(III)) metallbindende Mittel
wie z.B. wasserlösliche Poly- oder Metaphosphate und polycarbonsaure Salze enthalten.
[0031] Um gute Fliesseigenschaften zu erhalten, verwendet man für den Pigmentstrich eine
alkalische Streichflotte. Die alkalische Reaktion wird zweckmässig mit Ammoniak oder
mit NaOH oder KOH oder mit Na- oder K-carbonaten oder- boraten bzw. deren Gemischen
eingestellt.
[0032] Als Netzmittel sind z.B. unsulfatierte oder sulfatierte höhere Alkanol- cder Alkylphenolpolyglykoläther
mit einem 8 bis 14 C-Atome aufweisenden Alkylrest mit 1 bis 20 Aethylenoxidgruppen
verwendbar.
[0033] Rezepturen solcher bekannter, nach dem erfindungsgemässen Verfahren aufzuhellender
Streichmassen sind beispielsweise in J.P. Casey, "Pulp and Paper"; Chemistry and Chemical
Technology, 2
nd Ed, Vol. III, p. 1648-1649 und in Mc Graw-Hill, "Pulp and Paper. Manufacture", 2
nd Ed., Vol. II, p. 497 beschrieben.
[0034] Die vorliegende Erfindung betrifft ferner die nach dem erfindungsgemässen-Verfahren
aufgehellten Streichmassen, die also einen optischen Aufheller der Bis-triazinylaminostilben-2,2'-di-
sulfonsäurereihe, vorzugsweise einen solchen der Formel (2), insbesondere einen solchen
der Formel (3) und einen sauren Phosphorsäureester eines Fettaminoxalkylierungsproduktes
der Formel (1), vorzugsweise einen solchen der Formel (2) enthalten.
[0035] Ferner können die erfindungsgemässen Streichmassen zusätzlich noch neben dem optischen
Aufheller und dem sauren Phosphorsäureester eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes
nichtionische oder anionische Tenside, organische Lösungsvermittler und/oder polare
organische Verbindungen enthalten, z.B. als organische Lösungsvermittler hydrophile
organische Lösungsmittel, beispielsweise niedere einwertige Alkohole, mehrwertige
Alkohole, Aetheralkohole, Glykole, Polyglykole, Glykol- und Polyglykoläther, Amide
und/oder Amine oder als polare organische Verbindung Dimethylsulfoxid, Dimethylsulfon,
Aethylen- oder Propylencarbonat und/oder Harnstoff,oder nichtionische Tenside wie
Anlagerungsprodukte von Alkylenoxiden an höhere Fettsäuren, Fettsäureamide, aliphatische
Alkohole, Mercaptane oder Amine, an Alkylphenole, Alkylthiophenole oder Phenylphenole,
Blockpolymere aus Aethylenoxiden und höheren Alkylenoxiden, nichtionische Ester der
Anlagerungsprodukte von Alkylenoxiden, Ester von Polyalkoholen, N-acylierte Alkanolamine
und deren Analgerungsprodukte mit Aethylenoxid und Reaktionsprodukte aus höheren Fettsäuren
mit einem Alkanolamin und/oder als anionische Tenside Alkylenoxidaddukte mit Sulfat-
oder anderen Säureresten, Sulfate N-acylierter Alkanolamine und sulfatierte veresterte
Polyoxyverbindungen.
[0036] Schliesslich betrifft die vorliegende Erfindung mit erfindungsgemässen Streichmassen
(wie vorstehend beschrieben) beschichtetes Papier und Karton.
[0037] In den nachfolgenden Beispielen sind Teile und Prozent, soweit nicht anders angegeben,
immer Gewichtsteile und Gewichtsprozent.
Beispiel 1:
[0038]
a) In einem 2 1-Becherglas werden 100 g Stärke ("Paperol R 10") und 950 ml entsalztes
Wasser unter Rühren innerhalb von 10 - 15 Minuten auf 80°C erwärmt und anschliessend
15 Minuten bei 80 - 85°C gerührt. Man erhält eine leicht trübe, graue, kolloide Lösung.
Danach wird die Mischung auf ca. 40°C abgekühlt, 50 ml mit 9,7 Mol Aethylenoxid äthoxyliertes
4-Nonylphenol 1:25 zugesetzt und mit entsalztem Wasser von ca. 40°C auf 1000 ml aufgefüllt
und kurz geschüttelt. Danach wird mit konz. Ammoniak ein pH-Wert von 8 - 9 eingestellt.
b) 15 ml der gemäss a) erhaltenen Stärkeflotte werden mit 5 ml einer Aufhellerlösung
versetzt, die aus 11,6 g des optischen Aufhellers der Formel

20 g des sauren Phosphorsäureesters eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes der Formel
(6), 10 g eines mit 9,7 Mol Aethylenoxyd äthoxylierten 4-Nonylphenols, 15 g Aethylenglykol,
18 g Polyäthylenglykol 300 und 25,4 g Wasser besteht. Die erhaltene Masse wird auf
einem Magnetrührer homogen vermischt.
c) Nach einer Wartezeit von ca. 20 Minuten wird die gemäss b) erhaltene Streichmasse
nochmals gerührt und damit vorbereitete Streifen Streichrohpapier in üblicher Weise
beschichtet. Man erhält auf diese Weise ein Papier, dessen Weissgrad deutlich höher
ist als der eines Vergleichspapiers, das mit einer Streichflotte beschichtet ist,
die keine Verbindung der Formel (6) enthält.
[0039] Beispiel 2: In einem 2.1-Becherglas werden 100 g Stärke ("Paperol R 10") und 950
ml entsalztes Wasser unter Rühren innerhalb von 10 - 15 Minuten auf 80°C erwärmt und
anschliessend 15 Minuten bei 80-85°C gerührt. Man erhält eine leicht trübe, graue,
kolloide Lösung, der man 7,5 g des sauren Phosphorsäureesters eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes
der Formel (6) zufügt. Danach wird die Mischung auf ca. 40°C abgekühlt, 50 ml mit
9,7 Mol Aethylenoxid äthoxyliertes 4-Nonylphenol 1:25 zugesetzt und mit entsalztem
Wasser von ca. 40°C auf 1000 ml aufgefüllt und kurz geschüttelt. Danach wird mit konz.
Ammoniak ein pH-Wert von 8-9 eingestellt.
[0040] b) 15 ml der gemäss a) erhaltenen Stärkeflotte werden mit 5 ml einer Aufhellerlösung
versetzt, die 11,6 g des Aufhellers der Formel (10) in 88,4 g Wasser enthält. Die
erhaltene Masse wird auf einem Magnetrührer homogen vermischt.
[0041] c) Nach einer Wartezeit von ca. 20 Minuten wird die gemäss b) erhaltene Streichmasse
nochmals gerührt und damit vorbereitete Streifen Streichrohpapier in üblicher Weise
beschichtet. Man erhält auf diese Weise ein Papier, dessen Weissgrad deutlich höher
ist als der eines Vergleichspapiers, das mit einer Streichflotte beschichtet ist,
die keine Verbindung der Formel (6) enthält.
[0043] Beispiel 4: Wiederholt man Beispiel 2, setzt jedoch statt des Aufhellers der Formel
(10) jeweils die entsprechende Menge eines Aufhellers der Formel (11), (12), (13),
(14) oder (15) ein, so erhält man Papier mit ähnlich hohem Weissgrad.
[0044] Beispiel 5: Zu 15 ml einer gemäss Beispiel la) erhaltenen Stärkeflotte werden jeweils
5 ml der folgenden Aufhellerlösungen zugegeben:
A) 20 g der Verbindung der Formel (6) 11,6 g des Aufhellers der Formel (10) 15 g Aethylenglykol
53,4 g Wasser;
B) 10 g der Verbindung der Formel (6) 5,8 g des Aufhellers der Formel (10) 9 g Polyäthylenglykol
300 25,2 g Wasser;
C) 10 g der Verbindung der Formel (6) 5,8 g des Aufhellers der Formel (10) 5 g eines
mit 9.7 Mol Aethylenoxid äthoxylierten 4-Nonylphenols 29,2 g Wasser;
D) 10 g der Verbindung der Formel (6) 5,8 g des Aufhellers der Formel (10) 5 g eines
mit 9,7 Mol Aethylenoxid äthoxylierten 4-Nonylphenols 7,5 g Aethylenglykol 21,7 g
Wasser;
E) 10 g der Verbindung der Formel (6) 5,8 g des Aufhellers der Formel (10) 7,5 g Aethylenglykol
9 g Polyäthylenglykol 300 17,7 g Wasser
[0045] Die Fertigstellung der Streichmasse und die Beschichtung des Papiers erfolgen wie
in Beispiel lb) und lc) angegeben. Man erhält jeweils Papier mit hohem Weissgrad,
der wesentlich höher ist als jener, der mit den einzelnen Aufhellerformulierungen
A) bis E), jedoch ohne Verbindung der Formel (6), erreicht wird.
[0046] Ersetzt man in den Aufhellerlösungen A) bis E) den Aufheller der Formel (10) durch
entsprechende Mengen an Aufheller der Formel (11), (12), (13), (14) oder (15), so
kommt man zu Papier mit ähnlich hohem Weissgrad.
[0047] Man kann die in den Aufhellerlösungen A) bis E) aufgezählten Einzelkomponenten auch
einzeln und in beliebiger Reihenfolge der Streichmasse zufügen und erhält dann ähnliche
Ergebnisse.
[0048] Beispiel 6: Zu 15 ml einer gemäss Beispiel la) erhaltenen Stärke- flotte werden jeweils
5 ml der folgenden Aufhellerlösungen zugegeben
A) 30 g der Verbindung der Formel (6) 16,7 g des Aufhellers der Formel

und 53,3 g Wasser;
B) 30 g der Verbindung der Formel (6) 16,7 g des Aufhellers der Formel (10a) 9 g Harnstoff
44,3 g Wasser;
C) 30 g der Verbindung der Formel (6) 16,9 g des Aufhellers der Formel

und 53,1 g Wasser,
D) 30 g der Verbindung der Formel

worin n''' + m''' die Zahl 12 ist und X wie in Formel (6) definiert ist, 16,9 g
des Aufhellers der Formel (10b) 53,1 g Wasser;
E) 30 g der Verbindung der Formel

worin n1V + m1V die Zahl 20 ist und X wie in Formel (6) definiert ist, 16,9 g des Aufhellers der
Formel (10b) 53,1 g Wasser;
F) 30 g der Verbindung der Formel

worin n" + m" die Zahl 8 ist, X wie in Formel (6) definiert ist und R1 den Kohlenwasserstoffrest des Talgfettamins bedeutet, 16,9 g des Aufhellers der Formel
(lOb) 53,1 g Wasser.
[0049] Die Fertigstellung der Streichmasse und die Beschichtung des Papiers erfolgen wie
in Beispiel lb) und lc) angegeben. Man erhält jeweils Papier mit hohem Weissgrad,
der wesentlich höher ist als jener, der;. mit den einzelnen Aufhellerformulierungen
A) bis F), jedoch ohne Verbindung der Formel (6), (6a), (6b) bzw. (6c) erreicht wird.
[0050] Ersetzt man in den Aufhellerlösungen A) bis F) den Aufheller der Formel (lOa) bzw.
(10b) durch entsprechende Mengen an Aufheller der Formel (11), (12), (13), (14) oder
(15), so kommt man zu Papier mit ähnlich hohem.Weissgrad.
[0051] Man kann die in den Aufhellerlösungen A) bis F) aufgezählten Einzelkomponenten auch
einzeln und in beliebiger Reihenfolge der Streichmasse zufügen und erhält dann ähnliche
Ergebnisse.
[0052]
Beispiel 7: A. Zu 15 ml einer gemäss Beispiel la) erhaltenen Stärkeflotte werden 1,1
g des Aufhellers der Formel (15), 0,85 g des sauren Esters der Formel (6) und 3 g
Wasser zugegeben. Die erhaltene Masse wird auf einem Magnetrührer homogen vermischt.
B. 15 ml einer gemäss Beispiel la) erhaltenen Stärkeflotte werden mit 1,1 g des Aufhellers
der Formel (15), 0,51 g des sauren Esters der Formel (6c) und 3,4 g Wasser versetzt.
Die erhaltene Masse wird auf einem Magnetrührer homogen vermischt.
C. Man wiederholt Vorgang B, setzt jedoch an Stelle des sauren Esters der Formel (6c)
die gleiche Menge eines Esters der Formel (6a) ein.
D. Man wiederholt Vorgang B, setzt jedoch an Stelle des sauren Esters der Formel (6c)
die gleiche Menge eines Esters der Formel (6b) ein.
[0053] Nach einer Wartezeit von ca. 20 Minuten werden die gemäss A bis D erhaltenen Streichmassen
nochmals gerührt und damit vorbereitete Streifen Streichrohpapier in üblicher Weise
beschichtet. Man erhält auf diese Weise Papiere, deren Weissgrad deutlich höher ist
als der eines Vergleichspapieres, das mit einer Streichflotte beschichtet ist, die
keinen sauren Ester der Formel (6), (6a), (6b) bzw. (6c) enthält.
Beispiel 8:
[0054]
a) Unter Rühren werden 150 ml einer wässrigen Kunststoffdispersion eines Mischpolymerisates
aus Acrylsäureester und Styrol (frei von Weichmachern und Lösungsmittel), 100 ml Natriumsalz
einer Poly- carbonsäure (Lösung 1:50), 500 ml China-Clay Dinkie A und 50 ml eines
mit 9,7 Mol Aethylenoxyd athoxylierten 4-Nonylphenols (Lösung 1:25) in 600 ml Wasser
gegeben. Man rührt, bis eine homogene Streichflotte vorliegt.Die so hergestellte pigmentierte
Streichflotte wird gesiebt (Nickelsieb), dabei entlüftet und von gröberen Verunreinigungen
befreit.
b) 15 ml der gemäss a) erhaltenen Pigmentstreichflotte werden mit 5 ml einer Aufhellerlösung
versetzt, die aus 11,6 g des Aufhellers der Formel (10), 20 g des sauren Phosphorsäureesters
eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes der Formel (6), 10 g eines mit 9,7 Mol Aethylenoxyd
äthoxylierten 4-Nonylphenols, 15 g Aethylenglykol, 18 g Polyäthylenglykol 300 und
25,4 g Wasser besteht. Die erhaltene Masse wird auf einem Magnetrührer homogen vermischt.
c) Nach einer Wartezeit von ca. 20 Minuten wird die gemäss b) erhaltene Streichmasse
nochmals gerührt und damit vorbereitete Streifen Streichrohpapier in üblicher Weise
beschichtet. Man erhält auf diese Weise ein Papier, dessen Weissgrad deutlich höher
ist als der eines Vergleichspapiers, das mit einer Streichflotte beschichtet ist,
die keine Verbindung der Formel (6) enthält.
Beispiel 9:
[0055]
a) Unter Rühren werden 14 g der Verbindung der Formel (6), 150 ml einer wässrigen
Kunststoffdispersion eines Mischpolymerisates aus Acrylsäureester und Styrol (frei
von Weichmachern und Lösungsmittel), 100 ml Natriumsalz einer Polycarbonsäure (Lösung
1:50), 500 ml China-Clay Dinkie A und 50 ml eines mit 9.7 Mol Aethylenoxyd äthoxylierten
4-Nonylphenols (Lösung 1:25) in 600 ml Wasser gegeben. Man rührt, bis eine homogene
Streichflotte vorliegt..Die so hergestellte pigmentierte Streichflotte wird gesiebt
(Nickelsieb), dabei entlüftet und von gröberen Verunreinigungen befreit.
b) 15 ml der gemäss a) erhaltenen Eigmentstreichflotte werden mit 5 ml einer Aufhellerlösung
versetzt, die 11,6 g des Aufhellers der Formel (10) in 88,4 g Wasser enthält. Die
erhaltene Masse wird auf einem Magnetrührer homogen vermischt.
c) Nach einer Wartezeit von ca. 20 Minuten wird die gemäss b) erhaltene Streichmasse
nochmals gerührt und damit vorbereitete Streifen Streichrohpapier in üblicher Weise
beschichtet. Man erhält auf diese.Weise ein Papier, dessen Weissgrad deutlich höher
ist als der eines Vergleichspapiers, das mit einer Streichflotte beschichtet ist,
die keine Verbindung der Formel (6) enthält.
[0056] Beispiel 10: Wiederholt man Beispiel 8, setzt jedoch statt des Aufhellers der Formel
(10) jeweils die entsprechende Menge eines Aufhellers der Formel (11), (12), (13),
(14) oder (15) einso erhält man Papier mit ähnlich hohem Weissgrad.
[0057] Beispiel 11: Wiederholt man Beispiel 9, setzt jedoch statt des Aufhellers der Formel
(10) jeweils die entsprechende Menge eines Aufhellers der Formel (11), (12), (13),
(14) oder (15) ein, so erhält man Papier mit ähnlich hohem Weissgrad.
[0058] Beispiel 12: Zu 15 ml einer gemäss Beispiel 8a) erhaltenen Pigmentstreichflotte werden
jeweils 5 ml der in Beispiel 5 definierten Aufhellerlösungen A) bis E) zugegeben.
Die Fertigstellung der Streichmasse und die Beschichtung des Papiers erfolgen wie
in Beispiel 8b) und 8c) angegeben. Man erhält jeweils Papier mit hohem Weissgrad,
der wesentlich höher ist als jener, der mit den einzelnen Aufhellerformulierungen
A) bis E), jedoch ohne Verbindung der Formel (6), erreicht wird.
[0059] Ersetzt man in den Aufhellerlösungen A) bis E) den Aufheller der Formel (10) durch
entsprechende Mengen an Aufheller der Formel (11), (12), (13), (14) oder (15), so
kommt man zu Papier mit ähnlich hohem Weissgrad.
Beispiel 13:
[0060]
a) 600 ml entsalztes Wasser, 10 ml konz. Ammoniak und 35 g Kasein werden in ein 2
1-Becherglas gegeben und unter Rühren innerhalb 10 Minuten auf 70° C erwärmt. Man
rührt weitere 15 Minuten bei 70 - 75°C. Man erhält eine trübe, sandfarbene, kolloidale
Lösung. Die auf 30° C abgekühlte Kasein-Lösung wird einer Mischung aus 50 ml des Natriumsalzes
einer Polycarbonsäure (wässrige Lösung 1:50) und 400 g China-Clay SPS zugegeben. Die
erhaltene Mischung wird 3 Minuten langsam gerührt. Sodann wird das Rührwerk abgestellt
und mit einem Schaber das eventuell an der Wandung haftende Pigment abgeschabt. Anschliessend
wird nochmals 2 Minuten langsam gerührt. Sodann werden unter Rühren 3 ml konz. Ammoniak
und 80 ml Styrol-Butadien-Latex zugefügt und weitere 3 Minuten langsam gerührt. Abschliessend
werden 50 ml eines mit 9,7 Mol Aethylenoxid äthoxyliertes 4-Nonylphenol (1:25) zugefügt
und nochmals ca. 15 Sekunden gerührt.
Die so hergestellte Flotte wird durch ein Nickelsieb entlüftet und von Agglomeraten
und gröberen Verunreinigungen befreit. Dann wird die Masse in einen 1 Liter Erlenmayer-Kolben
gegeben und mit entsalztem Wasser auf ein Gewicht von 1260 g pro Liter eingestellt.
b) 15 ml der gemäss a) erhaltenen Kunstdruckstreichflotte werden mit 5 ml einer Aufhellerlösung
versetzt, die aus 11,6 g des Aufhellers der Formel (10), 20 g des sauren Phosphorsäureesters
eines Fettamin- oxalkylierungsproduktes der Formel (6), 10 g eines mit 9,7 Mol Aethylenoxyd
äthoxylierten 4-Nonylphenols, 15 g Aethylenglykol, 18 g Polyäthylenglykol 300 und
25,4 g Wasser besteht. Die erhaltene Masse wird auf einem Magnetrührer homogen vermischt.
c) Nach einer Wartezeit von ca. 20 Minuten wird die gemäss b) erhaltene Streichmasse
nochmals gerührt und damit vorbereitete Streifen Streichrohpapier in üblicher Weise
beschichtet. Man erhält auf diese Weise ein Papier, dessen Weissgrad deutlich höher
ist als der eines Vergleichspapiers, das mit einer Streichflotte beschichtet ist,
die keine Verbindung der Formel (6) enthält.
[0061] Beispiel 14: Beispiel 13 wird wiederholt, wobei jedoch bei der Herstellung der Kunstdruckstreichmasse
gemäss Beispiel 13a) zusätzlich 14 g der Verbindung der Formel (6) zugesetzt wurden.15
ml der ansonsten wie in Beispiel 13a) beschrieben hergestellten Streichmasse werden
dann mit 5 ml einer Aufhellerlösung versetzt, die aus 11,6 g des Aufhellers der Formel
(10) und 88,4 g Wasser besteht. Die weitere Aufarbeitung erfolgt wie in Beispiel 13
beschrieben. Man erhält ebenfalls ein Papier mit einem wesentlich höherem Weissgrad
als jenes, das durch Beschichtung mit einer entsprechenden Streichflotte erhalten
wurde, die die Verbindung der Formel (6) nicht enthält.
[0062] In den Beispielen 13 und 14 können mit gleichem Erfolg statt des Aufhellers der Formel
(10) jene der Formel (11), (12), (13), (14) und (15): verwendet werden.
[0063] Ersetzt man in den Vorschriften der Beispiele 8 bis 14 jeweils den sauren Ester der
Formel (6) durch einen solchen der Formel (6a), (6b) oder (6c), so erhält man ebenfalls
gut aufgehelltes Papier, das einen höheren Weissgrad aufweist als Papier, das mit
einer Streichflotte bestrichen wird, die keinen derartigen sauren Ester enthält.
1. Verfahren zur Erhöhung bzw. Verbesserung des Weisseffektes beim optischen Aufhellen
von Streichmassen für die Beschichtung von Papier'oder Karton mit Hilfe von Aufhellern
der Bis-triazinylamino- stilben-2,2'-disulfonsäurereihe, dadurch gekennzeichnet, dass
man den Streichmassen neben dem jeweiligen Aufheller einen sauren Phosphorsäureester
eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes der Formel

oder dessen Alkalimetall-, Ammonium- oder Aminsalz einverleibt, worin R einen aliphatischen
Kohlenwasserstoffrest mit 8 - 22 C-Atomen, Y
1 und Y
2 beide Wasserstoff oder eines dieser beiden Symbole Wasserstoff und das andere Methyl,X
den Säurerest der Phosphorsäure, wobei die sauren Wasserstoffatome dieses Restes durch
Alkalimetall-, Ammonium- oder Aminsalzionen ersetzt sein können, und m und n ganze
Zahlen bedeuten, wobei die Summe n + m zwischen 2 und 30 liegt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als sauren Phosphorsäureester
eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes einen solchen der Formel

einsetzt, worin R' einen Alkyl- oder Alkenylrest mit 10 bis 18 C-Atomen vorzugsweise
den Laurylrest oder den Kohlenwasserstoffrest des Talgfettamins, X' den Säurerest
der Phosphorsäure, wobei die säuren Wasserstoffatome dieses Restes auch durch Alkalimetall-
oder Ammoniumionen ersetzt sein können, und n' und m' ganze Zahlen bedeuten, wobei:
die Summe n' + m' zwischen 4 und 20, insbesondere zwischen 6 und 8, liegt.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Aufheller einen
solchen der Formel

worin
R1 und R2 NH2, NH-CH3, NH-C2H5, N(CH3)2, N(C2H5)2, NH-CH2-CH2-OH, NH-CE2 -CH2-CH2-OH, N(CH2-CH2-OH)2, N(CH2-CH2-CH2-OH)2, N(CH3)(CH2-CH2-OH) NH-CH2-CH2-O-CH2-CH2-OH, NH-CH2-CH2-SO3M, OH, OCH3, OCH(CH3)2, O-CH2-CH2-2-O-CH3,

SCH3, SO3M


und M Wasserstoff, ein Alkalimetall-, Ammonium- oder Aminsalzion bedeuten, vorzugsweise
der Formel

verwendet, worin R1-NHCH2CH2OH,-N(CH2CH2OH)2,-N(CH2CH3)2 der


oder

und M' Wasserstoff oder ein Alkalimetallion, ein Ammonium-, Diäthanolammonium- oder
Triäthanol- ammoniumion bedeuten.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass man der
Streichmasse neben Aufheller und saurem Phosphorsäureester eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes
noch nichtionische oder anionische Tenside, organische Lösungsvermittler und/oder
polare organische Verbindungen zusetzt.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Lösungsvermittler
hydrophile organische Lösungsmittel wie etwa niedere einwertige Alkohole, mehrwertige
Alkohole, Aetheralkohole, Glykole, Polyglykole, Glykol- und Polyglykoläther, Amide,
Amine und/ oder als polare organische Verbindungen Dimethylsulfoxid, Dimethylmethanphosphonat,
Dimethylsulfon, Sulfolan, Aethylen- oder Propylencarbonat und Harnstoff oder substituierte
Harnstoffe zusetzt.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als nichtionische Tenside
Anlagerungsprodukte von Alkylenoxiden an höhere Fettsäuren, Fettsäureamide, aliphatische
Alkohole, Mercaptane oder Amine, an Alkylphenole, Alkylthiophenole oder Phenylphenole,
Blockpolymere aus Aethylenoxiden und höheren Alkylenoxiden, nichtionische Ester der
Anlagerungsprodukte von Alkylenoxiden, Ester von Polyalkoholen, N-acylierte Alkanolamine
und deren Anlagerungsprodukte mit Aethylenoxid und Reaktionsprodukte aus höheren Fettsäuren
mit einem Alkanolamin und/oder als anionische Tenside Alkylenoxidaddukte mit Sulfat-
oder anderen Säureresten, Sulfate N-acylierter Alkanolamine und sulfatierte veresterte
Polyoxyverbindungen zusetzt.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man den
Aufheller mit dem sauren Phosphorsäureester eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes
und gegebenenfalls mit fakultativen, in den Ansprüchen 4 bis 6 definierten Hilfsmitteln
und gegebenenfalls Wasser mischt und diese Mischung der Streichmasse einverleibt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man den
Aufheller, den sauren Phosphorsäureester eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes und
gegebenenfalls die in den Ansprüchen 4 bis 6 definierten fakultativen Hilfsmittel
unabhängig voneinander getrennt der Streichmasse einverleibt.
9. Optisch aufgehellte Streichmasse für die Beschichtung von Papier und Karton, enthaltend
einen optischen Aufheller der Bis- triazinylaminostilben-2,2'-disulfonsäurereihe,
vorzugsweise einen solcher der Formel (3), insbesondere einen solchen der Formel (4)
und einen sauren Phosphorsäureester eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes der Formel
(1), vorzugsweise einen solchen der Formel (2).
10. Streichmasse nach Anspruch 9, die neben dem optischen Aufheller und dem sauren
Phosphorsäureester eines Fettamin-oxalkylierungsproduktes nichtionische oder anionische
Tenside, vorzugsweise solche, die in Anspruch 6 definiert sind, organische Lösungsvermittler
und/ oder polare organische Verbindungen,vorzugsweise solche, die in Anspruch 5 definiert
sind, enthält.
11. Mit einer in Anspruch 9 oder 10 definierten Streichmasse beschichtetes Papier
oder Karton.