[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Hinterschleifvorrichtung für Bohrer gemäß der
Gattung des Patentanspruches 1. Mit dieser Vorrichtung sollen Bohrerspitzen geschliffen
werden, um an diesen einen Hinterschliffwinkel, einen Schneidmeißelwinkel und einen
Spitzenwinkel in jeweils gewünschter Form auszubilden.
[0002] -Bohrer werden in manchen Fällen mit einer ganz allgemeinen Spitzenausbildung aber
ohne jeden speziellen Spitzenwinkel, Hinterschliffwinkel oder Schneidmeißelwinkel
hergestellt und an den Benutzer ausgeliefert. Es liegt dann in der Verantwortlichkeit
des Benutzers, diese Winkel am Bohrer in Übereinstimmung mit dem bestimmungsgemäßen
Gebrauch auszubilden. Ein Benutzer mag ein spezielles Verhältnis der für Winkel an
den Spitzen seiner Bohreryerforderlich halten, um eine bestimmte Arbeit durchzuführen,
während ein anderer Benutzer eine ganz andere Kombination von Winkeln an den Spitzen
seiner Bohrer für gänzlich andere Zwecke benötigt.
[0003] Bohrer, die bereits vom Hersteller an den Benutzer mit der erforderlichen Kombination
der Winkel ausgeliefert werden, werden nach einer bestimmten Benutzungszeit abgenutzt
oder beschädigt. In solchen Fällen ist es fast zu kostspielig, die Bohrer wegzuwerfen.
Es ist weniger aufwendig und manchmal leichter, die Bohrer nachzuschleifen, um diese
in ihren Ursprungszustand zurückzuversetzen oder eine gewünschte Spitzenausbildung
abzuändern. Dies ist insbesondere in großen Herstellungsbetrieben der Fall, wo der
Ersatz von Bohrern ungewöhnlich hohe Kosten verursachen kann.
[0004] Viele große Herstellungsbetriebe investieren daher in Schleifmaschinen, die benutzt
werden, um die Spitzen von Bohrern nachzuschleifen, überhaupt zu schleifen oder für
einen erneuten Gebrauch umzuschleifen. In kleineren Betrieben wird das Nachschleifen
der Bohrer immer noch von Hand durch den Schleifer selbst ausgeführt, wobei eine Bohrerlehre
verwendet wird, um die Grund- Oberflächen der Bohrer zu überprüfen und um zu sehen,
ob sie noch die erforderlichen Winkelabmessungen aufweisen. Auch werden solche Schleifvorrichtungen
zum Neuanschleifen eines stark abgenutzten Bohrers verwendet.
[0005] Es sind zahlreiche Vorrichtungen entwickelt worden, um die Spitzen von Bohrern anzuschleifen
oder nachzuschleifen. Die herkömmlichen Vorrichtungen benötigen komplizierte zusammengesetzte
Bewegungen des Bohrers selbst über die Oberfläche einer Schleifscheibe, um so zu ermöglichen,
dass diese am Bohrerende den notwendigen Spitzenwinkel , Hinterschliffwinkel und Schneidmeißelwinkel
ausbildet. Die Vorrichtungen sind kompliziert und schwerfällig und benötigen viele
bewegliche Teile, die zum frühzeitigen Zusammenbruch der Vorrichtungen beitragen,
welche in einem Nicht-Gebrauch -resultieren und folglich einen Wertverlust für dem
Erwerber darstellen.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Hinterschleifvorrichtung der gattungsgemäßen
Art zu schaffen, welche die Positionierung des anzuschleifenden Bohrers ermöglicht,
-während dieser in einer relativ festen Lage gehalten ist.
[0007] Die Lösung dieser Aufgabe ergibt sich aus den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches
1. Dabei ist die Lage des Bohrers bevorzugt in der Vertikalen. Der Bohrer und die
Schleifoberfläche werden relativ zueinander in geraden Linien bewegt, wobei der Bohrer
selbst in seiner relativ festen Position zurückgehalten wird, um so zusammengesetzte
Bewegungen und verwickelte Mechanismen zu vermeiden, welche dazu neigen, auszufallen
und oftmals ungewünschte Winkel zu -erzeugen.
[0008] Ein Vorteil der Erfindung besteht in der Einfachheit der Vorrichtung zum Hinterschleifen
von Bohrerspitzen, was den Gebrauch einfacher Bauformen erleichtert, die eine hohe
Lebensdauer aufweisen. Hieraus resultiert eine erhöhte Wirksamkeit -bei der Bearbeitung,
wobei die erfindungsgemäße Vorrichtung leicht zu benutzen ist und weniger Ursache
zu Ausfällen ist.
[0009] Die vorliegende Erfindung ist gänzlich unterschiedlich vom Stand der Technik darin,
dass sie die Beibehaltung der Schleifscheibe und der Bohrerspitze in relativ festen
Lagen zuein--ander lehrt. Die Bohrerspitze und die Schleifscheibe werden relativ zueinander
zum Zwecke des Schleifkontaktes miteinander,während der Schleifarbeit bewegt. Die
einzige andere durchgeführte Bewegung ist die Drehbewegung des Bohrers während der
Schleifarbeit. Folglich lehrt die Erfindung eine relativ einfache Schrittfolge zur
Durchführung des Spitzen - schleifens eines Bohrers.
[0010] Die Erfindung ist nachfolgend an Hand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1 eine Prinzipdarstellung der Hinterschleifeinrichtung - in einer Seitenansicht,
Fig. 2 einen Querschnitt entlang der Linie II - II in Fig.1,
Fig. 3 einen Querschnitt entlang der Linie III - III in Fig.1,
Fig. 4 und 5 Prizipdarstellungen der Dreheinrichtung für den Bohrer,
Fig. 6 eine perspektivische Prinzipdarstellung der Schleifscheibe und des Bohrers
und
Fig. 7,8 und 9 Darstellungen des Spitzenwinkels bzw.des Hinterschliffwinkels bzw. des Schneidmeißelwinkels am Bohrer.
[0011] Beim Spitzen schleifen eines Spiralbohrers 12 in einer Hinterschleifvorrichtung erhält
die Bohrerspitze einen Spitzenwinkel 14 ( Fig. 7 ), einen Hinterschliffwinkel 16 (
Fig.8) und einen Schneidmeißelwinkel 18 ( Fig. 9 ) mit einer Schneidkante 20.
[0012] Die Ausbildung der Kombination der Winkel 14, 16, 18 wird durch Verwendung einer
Schleifscheibe 22 durchgeführt, die mittels eines nicht.dargestellten Antriebsmotors
betrieben wird und die um ihre Rotationsachse 24 rotiert ( Fig. 1,2 und 6 ). Die Schleifscheibe
22 ist mit einer abgeschrägten Schleifoberfläche 26 versehen, die unter einem bestimmten
Winkel abgeschrägt ist. Die Auswahl des Schrägungswinkels der Schleifoberfläche 26
bestimmt den eingeschlossenen Spitzenwinkel 14, der am Ende des Bohrers 12 durch Schleifen
-erzeugt wird ( Fig. 7 ). Wenn jede Fläche des Bohrers 12 durch Schleifkontakt mit
der abqeschrägten Schleifoberfläche 26 geschliffen ist, nimmt das Ende des Bohrers
12 die Winkelabmessungen an, die für die Schräge der Schleifoberfläche 26 ausgewählt
sind.
[0013] -Die Schleifscheibe 22 rotiert in einer gegebenen Ebene. Die Rotationsachse 24 der
Schleifscheibe 22 befindet sich in der Horizontalen. Durch Anordnung der Schleifscheibe
22,; einer vertikalen Ebene kann der zu schleifende Bohrer 12 auch in der gleichen
Ebene für einen Schleifkontakt mit der Schleif--oberfläche 26 positioniert und gehalten
werden. Die Ebene der Schleifscheibe 22 ist nicht auf die Vertikale beschränkt, sich
solange die Schleifscheibe 22 und der Bohrer 12 sich in der gleichen Ebene bewegen.
[0014] Die Hinterschleifvorrichtung umfaßt eine Einspanneinrichtung -10 für den Bohrer 12,
die ein Gehäuse 28 aufweist, das im wesentlichen kreisringförmig ist und das einen
Träger 30 aufweist, der einen Teil des-Gehäuses 28 bildet. Innerhalb des Gehäuses
28 sind eine Indexbüchse 32 und eine Lagerbüchse 34 angeordnet. Jede der beiden Büchsen
ist innerhalb -der anderen angeordnet und kreisförmig umschlossen. Die Lagerbüchse
34 hat eine innere Aufnahmebohrung, welche von genügendem Durchmesser zur Aufnahme
eines zu schleifenden Bohrers 12 ausgebildet ist. Der Bohrer 12 ist mit seinen Nuten
in geeigneter Stellung innerhalb der Bohrung der Lager--büchse 34 durch Verwendung
eines Stiftes oder einer entfernbaren Justierschraube 36 angeordnet.
[0015] Die Indexbüchse 32 schließt einen ähnlichen Stift oder eine Justierschraube 38 ein,
welche ähnlich ausgebildet ist wie die Justierschraube 36 zum Zwecke der Indexierung
der Lagerbüchse 34, um hierdurch zu erreichen, dass die Schneidkante 20 in geeigneter
Anordnung im Hinblick auf einen ausgewählten Schleifpunkt auf der Schleifoberfläche
26 der Schleifscheibe 22 angeordnet ist. Die Lagerbüchse 34 ist mit zwei diametral
gegenüberliegenden-Bohrungen oder Indexbohrungen 40 versehen, von denen jeweils einewahlweise
von der Justierschraube 38 durchdrungen ist ( Fig.2).
[0016] Obwohl die Indexbüchse 32 mit einer zentralen.Aufnahmeöffnung zur Aufnahme des Schaftes
des Bohrers 12 versehen ist, ist die Tiefe der Aufnahmeöffnung wahlfrei und nur abhängig
von der Länge des Bohrers 12, der in die Aufnahme in geeigneter Weise einsetzbar'sein
muß. Die Indexbüchse 32 ist drehbar gelagert..innerhalb des Gehäuses 28 und erstreckt
sich außerhalb desselben für eine hin- und hergehende Bewegung ( Doppelpfeil 42 in
Fig.2 ) und für eine Drehbewegung -innerhalb des Gehäuses 28 und relativ zu und um
dessen Achse herum in einer Art, welche vom angetriebenen Zahnrad 44 bewirkt wird.
[0017] Die Indexbüchse 32 ist beaufschlagt und normalerweise in eine Richtung nach unten
gedrückt durch eine Feder 46, welche sich zwischen der Trägerplatte 30 und dem angetriebenen
Zahnrad 44 abstützt. Das untere Ende der Indexbüchse 32 ist mit einer Lagerausbildung
48 versehen, um eine weiche hin-und hergehende, im wesentlichen reibungsfreie Gleitberührung
mit einem einstellbaren Nocken oder einer Verschieberampe 50 zu ermöglichen. Der Nocken
50 ist prinzipartig dargestellt und an seinem einen Ende 52 gelenkig angeordnet und
an seinem anderen Ende 54 einstellbar mittels einer Spannschraubenvorrichtung gelagert,
welche manuell betätigt wird, um eine gewünschte Neigung des Nockens oder Rampe einzustellen.
[0018] In geeigneter Weise ist an einer Seite des Gehäuses 28 ein Trägerblock 56 befestigt
( Fig. 1 ), der eine Welle 58 drehbar aufnimmt, der an seinem unteren Ende ein großes
Antriebszahnrad 60 trägt, das in Berührung mit dem kleineren angetriebenen Zahnrad
44 steht. Die Welle 58 dreht innerhalb des Nockens 50 und wird durch seine Verbindung
an seinem unteren Ende mit einem drehbarbefestigten Arm 62 zu Drehbewegungen gezwungen.
[0019] An seinem von der Verbindung mit der Welle 58 entfernt -liegenden Ende ist der Arm
62 innerhalb eines zweigabligen Joches 64 geführt. Das Joch 64 ist nur derart dargestellt,
dass es auf der Grundplatte 66 der Vorrichtung befestigt ist. Das Joch 64 ist mit
bügelartigen Stiften versehen, welche innerhalb einer Reiheävon Aufnahmebohrungen
68 eingreifen, um so eine Einstellbarkeit des Joches 64 in Positionen entlang und
relativ zur Länge des Armes 62 zu ermöglichen, um hiermit den Drehpunkt des Armes
62 festzulegen.
[0020] Auf die Basisplatte 66 ist ein Träger 70 montiert ( Fig. 2), der in geeigneter Weise
eine Betätigungseinrichtung 72 trägt, welche aus einer hydraulischen oder pneumatischen
Zylinderkolbeneinheit besteht. Die Betätigungseinrichtung 72 umfaßt einen doppelt
wirkenden Kolben 74 mit einer Kolbenstange 76, dieyentgegengesetzten Richtungen bewegt
werden kann ( Doppelpfeil auf der Kolbenstange 76 ). Geeignete Leitungen 78 für -das
Fluid sind vorgesehen, um den hin- und hergehenden Fluss des Gases oder der Flüssigkeit
in dem Zylinder der Betätigungseinrichtung 72 und aus diesem wieder heraus sicherzustellen.
[0021] Der Bohrer 12 ist in einer festen vertikalen Lage im Träger 30 gehalten, wobei seine
Achse in der vertikalen Rotations--ebene der Schleifoberfläche 26 liegt und wenigstens
parallel zu einer imaginären Linie 88 ist, welche vertikal durch die Rotationsachse
24 der..Schleifscheibe 22 gezogen ist. Der Bohrer 12 überschneidet besondere vorbestimmte
Bewegungslinien. Wenn die Betätigungseinrichtung 72 betätigt wird, -so dass die Kolbenstange
76 ( Fig. 2 ) nach rechts bewegt wird, werden der Träger und der Bohrer 12 folglich
auch nach rechts bewegt. Dies bewirkt, dass der Lageransatz 48 am unteren Ende der
Indexbüchse 32 aufwärts entlang des Nockens 50 läuft, während der Träger seine nach
vorwärts gerichtete -Schleifhubbewegung in Richtung nach rechts durchführt. Das Ergebnis
ist, dass der Bohrer 12 innerhalb des Trägers entgegengesetzt zur normalen, nach unten
gerichteten Kraft der Feder 46 angehoben wird.
[0022] Während dieser Bewegungen bewegt der Trägerblock 56, welcher an das Gehäuse 28 angebaut
ist, das Gehäuse 28 und bewegt folglich das damit verbundene Antriebszahnrad 60. Wenn
das Antriebszahnrad 60 bewegt wird, rotiert es um die Achse des Schaftes 58. Die Drehbewegung
des Antriebszahnrades 60 wird auf das angetriebene Zahnrad 44 übertragen, welches
in Folge die Indexbüchse 32 und damit den Bohrer 12 in Richtung des Pfeiles 79 dreht
( Fig. 6 und Pfeile in Fig. 3,4 und 5). Der Bogenwinkel der Drehbewegung des Bohrers
12 ist durch Einstellung der Lage des Joches 64 veränderlich einstellbar. Wenn das
Joch 64 in der Lage gemäß Fig. 3 und 4 ist, ist der Bogenwinkel der Rotation geringer
als wenn das Joch 64 näher an die Achse des Zahnrades 60 heran bewegt wird ( Fig.
5 ).
[0023] Die Hinterschleifvorrichtung macht von der Notwendigkeit Gebrauch, Bohrer mit wahlweise
unterschiedlichen Hinterschliffwinkeln 16 auszubilden. Im Stand der Technik wurde
dieses durch verschiedene Strukturen durchgeführt, welche eine Schwingbewegung des
Bohrerendes um seine Spitze herum einschlossen. Solche Ausbildungen waren kompliziert
und schwerfällig.
[0024] Die vorliegende-Erfindung lehrt die Anordnung des Bohrers 12 -in einer festen Lage,
um so zu vermeiden, dass er einer unregelmässigen Schwingbewegung ausgesetzt ist.
Die erfindungsgemäße Hinterschliffvorrichtung lehrt die Möglichkeit, den an der Bohrerspitze
anzuschleifenden und auszubildenen Hinterschliffwinkel durch eine Bewegung des Bohrers
relativ zur Schleifoberfläohe 26.und für einen wahlweisen Berührungskontakt mit einem
Schleifpunkt 82 an der Schleifoberfläche 26 auszuwählen, der um einen ausgewählten
Bogenabstand vom Totpunkt oder einer imaginären Linie 88 entfernt ist.
[0025] Durch Auswahl des Ortes des Schleifkontaktpunktes 82, an welchem die Spitza des Bohrers
12 die Schleifoberfläche 26 berührt, kann die Ausdehnung oder Winkelabmessung des
Hinterschliffwinkels 16 eingestellt werden. Hierzu umfaßt die Hinterschleifvorrichtung
den einstellbaren Kamm oder einstellbare Rampe 50.
[0026] Der Hinterschliffwinkel 16 wird wahlweise eingestellt und kann.durch Einstellung
der Oberflächenneigung des Nockens 50 geändert werden. Da der Bohrer in einer tangentialen
Richtung zur Schleifoberfläche bewegt wird, wird sein Bewegungsweg -durch die Lage
des Nockens50 gesteuert, der das Bohrerende in dessen Achsenrichtung verschiebt. Der
tangentiale Bewegungsweg 18 des Bohrerendes ist parallel zum Winkel des Kamms 50 (
Fig. 2 ). Während seines Bewegungsweges kommt das Bohrerende am gleichen Punkt in
Schleifberührung mit der -schleifoberfläche im Schleifpunkt 82. Dieser Punkt wird
durch den Winkel desNockens 50 ausgewählt.
[0027] Der an dem Bohrer 12 anzuschleifende Hinterschliffwinkel 16 wird größer, wenn der
Schleifpunkt 82 um einen bogenförmigen Abstand entfernter ist von der Totzenterlinie
88 als wenn der Punkt 82 näher an der Linie 88 liegt. Durch einstellbares Anheben
oder Absenken desNockens 50 kann der Punkt 82 des Schleifberührungskontaktes zwischen
dem Ende des Bohrers 12 und der Schleifoberfläche 26 wahlweise eingestellt werden.
[0028] Der Bohrer 12 ist vertikal innerhalb seiner Aufnahme durch seine Anordnung in den
Büchsen 32 und 34 positioniert. Der Stift 36 ist in einer Nut des Bohrers 12 derart
gesichert, dass die Schneidkante 20 senkrecht zum vorgewählten Schleifpunkt 82 im
Kreispunkt des Berührungskontaktes zwischen Bohrer 12 und 82 steht. Dies stellt sicher,
dass im Moment der Schleifberührung der Schneidkante 20 mit dem Schleifpunkt 82 die
Schneidkante 20 in geeigneter Weise geschliffen und geformt wird.
[0029] Die Voreinstellung des Schleifpunktes 82 wird in Übereinstimmung mit dem Erfordernis
des Hinterschliffwinkels 16 -durchgeführt, der an den Bohrer 12 anzuschleifen ist.
Der Nocken 50 wird angehoben oder abgesenkt,um den genauen Punkt 82 des Berührungskontaktes
des Bohrers 12 mit der Schleifoberfläche 26 einzustellen.
[0030] Die Winkelabmessungen der Schräge der Schleifoberfläche 26 wird in übereinstimmung
mit dem Spitzenwinkel 14 voreingestellt, der am Bohrer 12 auszubilden ist. Der Schrägungswinkel
beträgt die Hälfte des eingeschlossenen Spitzenwinkels 14, wenn beide Seiten oder
Flächen 84 des Bohrers 12 mit dem gleichen Winkel geschliffen werden müssen.
[0031] Bei rotierender Schleifscheibe wird die Betätigungseinrichtung 72 betätigt, so dass
der Kolben 74 und seine Kolbenstange 76 in Richtung nach rechts zu ihrem Vorwärtsschleifhub
bewegt werden. Da der Träger 30 in Richtung der ansteigenden Neigung des Nockens 50
bewegt wird, wird der festgehaltene und positionierte Bohrer 12 in Richtung auf die
abgeschrägte Schleifoberfläche 26 angehoben und zwar -entlang de tangentialen Weg
80, der mit dem Winkel der Verschiebung durch den Nocken 50 übereinstimmt und zu diesem
parallel ist.
[0032] Gleichzeitig wird die Indexbüchse 32 durch den Eingriff der Zahnräder 44 und 60 in
eine Drehbewegung versetzt. Die -eingestellte Anordnung des Jochs 64 entlang des Einstellarmes
62 stellt den Drehwinkel der Zahnräder 44 und 60 ein ( Fig. 4 und 5 ).. Wenn das Joch
dichter auf die Drehachse 58 des Zahnrades 60 zu bewegt wird, nimmt dessen Drehwinkel
und der des Zahnrades 44 zu , bei gleichem Hub oder gleicher -Bewegung der Kolbenstange
76.
[0033] Bei Bohrern 12 mit Flächen 84 von größerer bogenförmiger Ausdehnung wird das Joch
64 dichter an die Achse 58 eingestellt als es für Flächen mit kleinerer bogenförmiger
Ausdehnung der Fall ist. Die Einstellung muß-lediglich -ausreichend sein, um sicherzustellen,
dass die Schleifoperation die volle Ausdehnung der Standflächen des Bohrers 12 bedeckt.
Andererseits werden die Ausbildungen des Spitzenwinkels 14, des Hinterschliffwinkels
16 und des Schneidmeißelwinkels 18 unvollständig.
[0034] Wenn die Schneidkante 20 in Schleifkontakt mit dem Punkt 82 kommt, hat der Bohrer
12 bereits eine bogenförmige Schwenkbewegung durchgeführt. Nachdem die Schneidkante
20 geschliffen ist, wird der nachfolgende Teil der Fläche 84 ebenfalls geschliffen
und zwar während seiner Rotationsberührung mit dem Schleifpunkt 82. Gleichzeitig mit
der Drehbewegung des Bohrers 12 wird dieser kontinuierlich in Richtung auf den Schleifpunkt
82 bewegt und aufwärts entlang des Nockens 50. Diese zusammengesetzte Linie und Rotationsbewegungen
des Bohrers 12 stellen den vollständigen -Spitzenschliff und die Ausbildung der einen
Fläche des Bohrerendes sicher.
[0035] Wenn der Vorwärtsschleifhub beendet ist, werden die Kolbenstange 76 und der Kolben
74 in ihre Anfangsposition zurückgezogen und der Bohrer 12 und sein Träger 30 werden
-in ihre Lage gemäß Fig. 2 zurückgeführt. Der Bohrer 12 muß nun für die gleiche Folge
von Schritten vorbereitet werden, die am Ende der anderen Fläche 84 durchzuführen
sind. Dies wird leicht durch einfaches Entfernen des Stiftes 38 aus seiner Berührung
mit der Bohrung 40 durchgeführt, um eine Drehung der Lagerbüchse 34 zu ermöglichen.
[0036] Die freigegebene Büchse 34 wird dann gedreht bis die andere Indexbohrung 40 mit dem
Stift 38 übereinstimmt, der dann sicher in die Indexbohrung 40 eingeführt wird. Es
sind soviele Bohrungen 40 vorgesehen, wie zu schleifende Flächen 84 vorgesehen sind.
Die Bohrungen sind im gleichen Abstand um die Indexbüchse 32 herum angeordnet. In
der dargestellten Ausführungsform umfaßt der Bohrer 12 zwei Flächen 84, folglich sind
zwei sich entsprechende Bohrungen 40 vorhanden.
[0037] Sobald der Bohrer 12 wieder in seinem Träger in fester Position gesichert ist, folgt
die gleiche Folge von Arbeitsschritten in gleicher Weise wie diejenigen, die im Hinblick
auf die erste Fläche 84 beschrieben worden sind. Keine andere Änderung in den Schritten
oder in der Ausstattung sind erforderlich, da beide Flächen 84 des Bohrers 12 in identische
-Form zu bringen sind. Der gleiche Arbeitsvorgang wird an jedem folgenden Bohrer durchgeführt,
der anzuschleifen ist mit Ausnahme von Einstellungen, welche durchgeführt werden,
um geeignete Änderungen im Spitzenwinkel oder Hinterschliffwinkel oder im Schneidmeißelwinkel
durchzuführen.
1. Hinterschleifvorrichtung für Bohrer, mit einer um eine Achse drehbar gelagerten
Schleifscheibe und mit einer Einspanneinrichtung für die Bohrer, dadurch ge--kennzeichnet,
dass die rotierbare Schleifscheibe ( 22 ) eine abgeschrägte Schleifoberfläche ( 26
) aufweist, deren Schrägungswinkel mit dem am Ende des Bohrers ( 12) anzuschleifenden
Spitzenwinkel ( 14 ) übereinstimmt, dass die Einspanneinrichtung ( 10 ) eine Aufnahme
für die -Bohrer ( 12 ) mit senkrecht zur Drehachse ( 24 ) der Schleifscheibe ( 22
) gerichteterAchse ( 86 ) aufweist, dass Betätigungseinrichtungen ( 50, 72 ) für eine
Bewegung der Einspanneinrichtung ( 10 ) vorgesehen sind, um den in diese eingesetzten
Bohrer ( 12 ) relativ und tangential zur Schleifoberfläche ( 26 ) hin- und her und
axial.auf- und ab zu bewegen, wobei die zu schleifende Bohrerfläche in einem ausgewählten
Punkt ( 82 ) der Schleifoberfläche ( 26 ) in Schleifkontakt kommt, und dass eine Dreheinrichtung
( 86 ) vorgesehen ist, um den Bohrer ( 12 ) in Abhängigkeit von der Bewegung der Einspanneinrichtung
( 10 ) in Richtung auf den Schleifkontakt mit dem Berührungspunkt ( 82 ) zu drehen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Einspanneinrichtung
(10) ein Bauelement ( Schraube 38 ) aufweist, um die Schneidkante ( 20 ) des Bohrers
(12) senkrecht zum ausgewählten Berührungspunkt ( 82 ) auf der Schleifoberfläche (
26 ) anzuordnen, wenn der Bohrer ( 12 ) in Schleifkontakt mit der Schleifoberfläche
( 26 ) steht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass'die Einspanneinrichtung
( 10 ) ein weiteres Bauelement ( Schraube 36 ) aufweist, um die Nuten des Bohrers
( 12 ) auf eine Teilmarke einzustellen und um so zu erreichen, dass jede der zu schleifenden
Spitzenflächen des Bohrers ( 12 ) in einen Schleifkontakt mit dem ausgewählten Berührungspunkt
( 82 ) gebracht werden kann.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Betätigungseinrichtung.
( 50 ) für eine axiale Zustellung des Bohrers ( 12 ) einstellbar ist, um den Ort des
ausgewählten Berührungspunktes ( 82 ) auf der Schleifoberfläche ( 26 ) zu verändern,
an weichem die Bohrer-Spitzenflächen berühren, um so den am Ende des Bohrers ( 12
) anzuschleifenden Hinterschliffwinkel ( 16 ) einzustellen.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Schleifoberfläche
( 26 ) in einer vertikalen Ebene rotiert und die Einspanneinrichtung ( 10 ) für den
-Bohrer ( 12 ) mit ihrer Achse in der vertikalen Ebene der Schleifoberfläche ( 26
) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Dreheinrichtung (
86 ) einstellbar ist, um den Drehwinkel des Bohrers ( 12 ) einzustellen und um so
den -Schneidmeißelwinkel ( 18 ) des Bohrerendes voll auszuschleifen und ferner den
Spitzenwinkel ( 14 ) und den Hinterschliffwinkel ( 16 ), wenn der Bohrer ( 12 ) in
Schleifkontakt mit der Schleifoberfläche ( 26 ) steht.
7. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, -dadurch gekennzeichnet,
dass die Drehachse der mit der geneigten Schleifoberfläche ( 26 ) versehenen Schleifscheibe
( 22 ) in einer senkrechten Ebene zur Drehachse ( 86 ) des Bohrers ( 12 ) angeordnet
ist.
8. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Schneidkante ( 20 ) des Bohrers ( 12 ) im Zeitpunkt des Schleifkontaktes senkrecht
zur Schleifoberfläche ( 26 ) steht.
9. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Berührungspunkt ( 82 ) des Schleifkontaktes zwischen dem Bohrerende und der Schleifoberfläche
( 26 ) ausgehend von einem imaginären Punkt, der in der Drehebene der Schleifoberfläche
( 26 ) liegt, wahlweise einstellbar ist, um den am Bohrerende anzuschleifenden Hinterschliffwinkel
( 16 ) wahlweise auszubilden.
10. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Bohrer ( 12 ) um seine -Achse ( 86 ) drehbar ist, während der Bohrer ( 12
) in Schleifkontakt mit dem Berührungspunkt ( 82 ) steht, um so den Schneidmeißelwinkel
( 18 ), den Spitzenwinkel ( 14 ) und den Hinterschliffwinkel ( 16 ) am Bohrerende
auszuschleifen.
-11. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass die Schleifoberfläche ( 26 ) in einer vertikalen Ebene und die Einspanneinrichtung
( 10 ) für das Bohrerende in einer horizontalen Ebene rotieren, wobei letztere für
eine Bewegung in tangentialer Richtung auf den ausgewählten Berührungspunkt ( 82 )
zum Schleifkontakt bewegbar sind.
12. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, -dadurch gekennzeichnet,
dass der imaginäre Punkt entlang einer Linie liegt, die vertikal durch die Drehachse
( 24 ) der Schleifscheibe ( 22 ) verläuft.
13. Vorrichtung nach einem der vorangegangenen Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
dass der Berührungspunkt ( 82 ) -zum Schleifkontakt wahlweise einstellbar ist, um
das Bohrerende in seiner tangentialen Bewegung anzuheben oder abzusenken und um so
das Bohrerende in Berührung mit der Schleifoberfläche ( 26) an verschiedenen ausgewählten
Punkten entlang der Schleifoberfläche ( 26 ) einzustellen,
-die bogenförmig im Abstand von dem imaginären Punkt liegen, um ao wahlweise den Hinterschliffwinkel
zu verändern, der am Bohrerende anzuschleifen ist.