| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 046 908 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
09.01.1985 Patentblatt 1985/02 |
| (22) |
Anmeldetag: 13.08.1981 |
|
|
| (54) |
Verfahren zur Herstellung einer supraleitenden Wicklung
Method for the production of superconductive winding
Procédé pour la fabrication d'un enroulement supraconducteur
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT CH FR GB IT LI SE |
| (30) |
Priorität: |
28.08.1980 DE 3032399
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
10.03.1982 Patentblatt 1982/10 |
| (71) |
Anmelder: BROWN, BOVERI & CIE
Aktiengesellschaft |
|
68309 Mannheim (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Dustmann, Cord-Heinrich, Dr. Dipl.-Phys.
D-7514 Eggenstein-Leopoldshafen (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Dahlmann, Gerhard, Dipl.-Ing. et al |
|
c/o Brown Boveri & Cie., AG
Zentralbereich ZPT/P
Postfach 351 D-6800 Mannheim D-6800 Mannheim (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung einer supraleitenden
Wicklung, bei dem mehrere tausend mit einer supraleitenden Schicht und mit einer hochleitfähigen
Metallschicht versehene Fasern zu einem Bündel zusammengefaßt sind und dieses Bündel
mit einer Isolationsschicht umgeben ist.
[0002] Bisher sind Supraleiter als Filamentleiter in Drahtform und als Faserleiter bekannt.
Im folgenden wird der Begriff « Filamente für die fest in eine metallische Matrix
eingebetteten supraleitenden Fäden aus bsw. NbTi oder Nb
3Sn benutzt, und der Begriff « Fasern gilt für unverflochten und ungebunden vorliegende
Fäden aus jeglichem Material, z. B. C-Fasern, Borfasern, Stahlfasern.
[0003] Es ist bekannt, aus supraleitenden Drähten Spulen herzustellen. Dabei bestehen die
supraleitenden Drähte aus supraleitenden Filamenten aus bsw. NbTi oder Nb
3Sn, die in eine Matrix aus hochleitfähigen Material, bsw. Kupfer oder Aluminium eingebettet
sind. Die Drähte werden durch metallurgische Verfahren hergestellt. Dabei ist eine
gute intermetallische Verbindung zwischen den supraleitenden Filamenten und dem Matrixmaterial
für die Funktionstüchtigkeit des supraleitenden Drahtes entscheidend.
[0004] Bis zu einer durch die Strombelastbarkeit des Supraleiters gegebenen Stromstärke
können die Spulen aus einzelnen supraleitenden Drähten gewickelt werden. Für höhere
Stromstärken werden mehrere Drähte zu Seilen zusammengefaßt und mit einer gemeinsamen
Isolierschicht umgeben. Diese Seile werden zu Spulen gewickelt und zwar müssen, um
die Funktionssicherheit solcher Spulen sicherzustellen, die Seile sorgfältig nebeneinander
geschichtet und Hohlräume vermieden werden. Die supraleitenden Drähte oder Seile sowie
die Isolierung werden durch eine Imprägnierung mit Harz in ihrer Lage fixiert (DE-A-27
09 300).
[0005] Die metallurgischen Herstellungsverfahren für supraleitende Drähte sind insbesondere
für Nb
3Sn-Supraleiter sehr aufwendig. Bei letzteren muß zur Bildung des supraleitenden Materials
eine Diffusionsglühung bei bsw. 700° für ca. 60 Stunden durchgeführt werden. Wird
diese Glühung vor dem Wickelprozeß durchgeführt, so besteht beim Wickeln die Gefahr
der Beschädigung des sehr spröden Nb
3Sn-Materials, was sich erst an der fertigen Spule überprüfen läßt. Wird die Glühung
nach dem Wickelprozeß durchgeführt, so muß die gesamte Spule einschließlich der Isolation
geglüht werden, was an die Isolation und die verwendeten Struktur- und Kontaktiermaterialien
beondere Anforderungen bezüglich der Temperaturbeständigkeit stellt.
[0006] Durch die DE-A-20 40 298 sind Leiter zum Wickeln von Spulen bekanntgeworden, bei
denen etwa tausend Fasern zu einem drahtförmigen Leiter zusammengefaßt sind (Faserleiter)
und diese Leiter mit einer Isolierschicht überzogen sind. Dabei sollen die Leiter
so angeordnet werden, daß in die feinen Kanäle zwischen den gebündelten Fasern superfluides
Helium eindringen kann. Maßnahmen zu Vermeidung mechanischer Instabilitäten sind dabei
nicht vorgesehen, so daß bei Auftreten großer Magnetfelder nachteilige Leiterbewegungen
auftreten können.
[0007] Derartige Wicklungen haben gegenüber den Wicklungen, die aus in einer starren Matrix
angeordneten Supraleitern oder zu Seilen zusammengefaßten supraleitenden Drähten bestehen,
den Vorteil, daß beim Wickeln keine Hohlräume entstehen, da sich das Bündel jeder
Querschnittsform anzupassen vermag. Ferner hat ein Faserbündel aus lose nebeneinanderliegenden
Fasern für das Wickeln von Spulen den Vorteil, daß die Gefahr des Brechens einzelner
Fasern des Bündels deutlich vermindert wird.
[0008] Zur Herstellung von Faserleitern ist es bereits bekannt, Kohlenstoffasern mit einer
dünnen Schicht einer Niobverbindung der allgemeinen Formel NbC
xNy und einer äußeren hochleitfähigen Metallschicht zu versehen. Derartige supraleitende
Niobcarbonnitrid
-Schichten können kontinuierlich hergestellt werden, bsw. kann aus dampfförmigem Niobchlorid
in einer Wasserstoffatmosphäre bei etwa 600 °C metallisches Niob auf den Kohlensstoffasern
(Kohlenstoffilamenten) abgeschieden werden. Dieses metallische Niob wird anschließend
in einer Ammoniak-und Methanatmosphäre bei etwa 1 000 °C in die supraleitende Niobcarbonnitridverbindung
umgewandelt (DE-B-28 56 885).
[0009] Es ist Aufgabe der Erfindung ein Verfahren zur Herstellung einer supraleitenden Wicklung
anzugeben, bei dem mehrere tausend mit einer supraleitenden Schicht und mit einer
hochleitfähigen Metallschicht versehene Fasern lediglich locker zu einem Bündel zusammengefaßt
sind und dieses Bündel mit einer Isolationsschicht umgeben ist. Bei dem Verfahren
sollen die Nachteile beim Wickeln mit Filamentleitern oder starr zusammengefaßten
Leitern vermieden werden. Es soll fern die mechanische Stabilität der einzelnen Fasern
sichergestellt werden.
[0010] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß das Bündel in Kunststoff
getränkt, in einer Form zu einer Spule gewickelt und der Kunststoff in dieser Form
ausgehärtet wird.
[0011] Nach dem Aushärten ist die Wicklung so stabil, daß die Form entfernt werden kann
und ein Spulenkörper nicht erforderlich ist. Da der für den Spulenkörper beanspruchte
Raum für Windungen zur Verfügung steht, wird neben einer Einsparung an Material der
zur Verfügung stehende Raum besser ausgenutzt. Die jedes Bündel umgebende Isolationsschicht
kann bsw. eine Umbandelung mit Folie oder eine Umspinnung oder Umflechtung von Glasfasern
sein.
[0012] Vor dem Aushärten des Kunststoffes wird die Wicklung in der Form gepreßt. Durch geeignete
Abstimmung von Kunststoffanteil und Presskraft kann z. B. für Gleichstromspulen ein
guter Kontakt von Faser zu Faser eines Bündels erreicht und damit der Querwiderstand
gesenkt werden, während für gepulste Magnetspulen ein höherer Querwiderstand zwischen
den einzelnen Fasern durch einen höheren Kunststoffanteil und/oder eine geringere
Preßkraft erzielt wird, so daß Stromverdrängungseffekte erheblich verringert werden.
[0013] Weiterhin ist es zweckmäßig, wenn das Fasermaterial auf den bereits vorliegenden
Trägerkörper derart abgestimmt wird, daß das thermische Schrumpfverhalten der supraleitenden
Wicklung an das thermische Schrumpfverhalten des Trägerkörpers angepaßt wird.
[0014] Wenn z. B. eine Generatorwelle aus Stahl besteht, so zieht sich diese beim Abkühlen
von Raumtemperatur auf die Betriebstemperatur von 4,5 °K zusammen. Zur Anpassung der
Wicklung an dieses Zusammenschrumpfen der Generatorwelle ist es zweckmäßig, als Fasergrundmaterial
für eine derartige Wicklung Stahl oder einen anderen Werkstoff mit ähnlicher thermischer
Dilatation zu verwenden.
[0015] In die Faserleiterwicklung können an beliebiger Stelle Kühlrohre integriert werden.
Die mechanische Festigkeit wird durch diese Kühlrohre nicht beeinflußt.
[0016] Die Fig. 1 zeigt ein Ausführungsbeispiel der mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
hergestellten Spule, während in Fig. 2 die Wickelform dargestellt ist, die nur für
die Herstellung der Wicklung verwendet wird und zweckmäßig teilbar ist. Die Wickelform
besteht aus dem Kern 5 und den beiden Seitenteilen bzw. Endscheiben 6 und 7. Der Außendurchmessser
des Kerns 5 entspricht dem Innendurchmesser Di der Spule. Der Durchmesser der Endscheiben
6 und 7 muß größer als der Außendurchmesser Da der Spule sein. Wie aus Fig. 2 zu ersehen
ist, wird ein mit Isolierung versehenes Bündel 8, das aus mehreren Fasern besteht
und mit Kunststoff getränkt ist, auf den Kern 5 der Spulenform gewickelt, auf dem
schon mehrere Windungen 9 aufgebracht wurden. Die in Fig. 1 dargestellten Kühlrohre
2 können nach Aufbringen der ersten Lage Bündel aufgewickelt oder aufgeschoben werden.
Anschließend kann das Bündel 8 weiter in die Spulenform gewickelt werden, bis die
erforderliche Windungszahl erreicht ist. An den Enden 3 und 4 des Kühlrohres 2 kann,
wenn die Spule in Betrieb ist, ein Kühlmedium zu bzw. abgeführt werden. Mit L ist
die Länge der Spule angegeben. Der Spulenteil 1 besteht aus den Faserleitern und dem
Kunststoff, mit dem das Bündel getränkt wurde und der nach Wickeln der Spule ausgehärtet
wird, so daß der Kern 5 und die Endscheiben 6 und 7 der Wickelform entfernt werden
können.
[0017] Vor dem Aushärten wird durch ein geeignetes Preßwerkzeug die Wicklung in die gewünschte
Form gepreßt, durch geeignete Wahl von Preßkraft und Kunststoffanteil kann die Spule
den gewünschten Betriebsbedingungen angepaßt werden. Bei der Verwendung von Gleichstromspulen
ist ein starkes Zusammenpresser und/ oder ein geringerer Kunststoffanteil zweckmäßig,
um zwischen den Faserleitern eines Stranges einen guten Kontakt zu erreichen, so daß
ein geringer Querwiderstand entsteht. Bei gepulsten Magnetspulen ist dagegen ein geringeres
Zusammenpressen der Spule bei einem größeren Kunststoffanteil zweckmäßiger, da hierdurch
der Stromverdrängungeffekt bei starkem Anstieg des Stromes günstig beeinflußt wird.
1. Verfahren zur Herstellung einer supraleitenden Wicklung, bei dem mehrere tausend
mit einer supraleitenden Schicht und mit einer hochleitfähigen Metallschicht versehene
Fasern zu einem Bündel zusammengefaßt sind und dieses Bündel mit einer Isolationsschicht
umgeben ist, dadurch gekennzeichnet, daß das Bündel in Kunststoff getränkt, in einer
Form (5, 6, 7) zu einer Spule (1) gewickelt und der Kunststoff in dieser Form ausgehärtet
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolationsschicht aus
einer Umbandelung mit Folie oder aus Umspinnung oder Umflechtung mit Glasfasern hergestellt
ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Wicklung (1)
vor dem Aushärten in der Spulenform gepreßt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 3 für eine Gleichstromspule, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kunststoffanteil und die Preßkraft derart aufeinander abgestimmt werden, daß innerhalb
des Faserleiterstranges ein guter Kontakt von Faserleiter zu Faserleiter vorhanden
ist (geringer Querwiderstand).
5. Verfahren nach Anspruch 3 für gepulste Magnetspulen, dadurch gekennzeichnet, daß
der Kunststoffanteil und die Preßkraft derart aufeinander abgestimmt werden, daß ein
hoher Querwiderstand zwischen den Faserleitern eines Stranges vorhanden ist (Vermeidung
eines Stromverdrängungseffektes).
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß ein oder
mehrere Kühlrohre (2) mit dem Faserleiterstrang (8) in die Spulenform (5, 6, 7) gewickelt
werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß bei einem
gegebenen Trägerkörper (z. B. Generatorwelle) ein Fasermaterial verwendet wird, dessen
thermisches Schrumpfverhalten und damit das Schrumpfverhalten der supraleitenden Wicklung
dem Schrumpfverhalten des Trägerkörpers angepaßt ist.
1. Method for manufacturing a superconductive winding in which several thousand fibres,
which are provided with a superconductive layer and with a highly conductive metal
layer, are combined to form a bundle and this bundle is surrounded by an insulation
layer, characterised in that the bundle is saturated in synthetic material, wound
in a former (5, 6, 7) into a coil (1) and the synthetic material is hardened in this
former.
2. Method according to Claim 1, characterised in that the insulation layer is produced
from a foil wrapping or a glass fibre braiding or covering.
3. Method according to Claim 1 or 2, characterised in that, before the hardening,
the winding (1) is pressed inside the coil former.
4. Method according to Claim 3, relating to a direct-current coil, characterised in
that the proportion of synthetic material and the pressing force are matched to each
other in such a manner that good contact exists between fibre conductor and fibre
conductor (low transverse resistance) within the strand of fibre conductors.
5. Method according to Claim 3, relating to pulsed magnetic coils, characterised in
that the proportion of synthetic material and the pressing force are matched to each
other in such a manner that a high transverse resistance exists between the fibre
conductors of a strand (preventing a current displacement effect).
6. Method according to one of Claims 1 to 5, _ characterised in that one or several
cooling tubes (2) are wound together with the fibre-conductor strand (8) into the
coil former (5, 6, 7).
7. Method according to one of Claims 1 to 6, characterised in that, with a given carrier
body (for example a generator shaft), a fibre material is used, the thermal shrinkage
characteristic of ' which and thus the shrinkage characteristic of the superconductive
winding is matched to the shrinkage characteristic of the carrier body.
1. Procédé de fabrication d'un enroulement supraconducteur, dans lequel plusieurs
milliers de fibres revêtues d'une couche supraconductrice et d'une couche métallique
de haute conductibilité sont rassemblées en un faisceau et ce faisceau est entouré
d'une couche isolante, caractérisé par le fait que le faisceau est imprégné de matière
plastique et enroulé dans un moule (5, 6, 7) pour former une bobine (1), la matière
plastique étant durcie par cuisson dans ce moule.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la couche isolante
est obtenue par emmaillotage à l'aide d'une feuille ou par tissage ou tressage en
rond de fibres de verre.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé par le fait que l'enroulement
(1) est soumis à compression avant son durcissement par cuisson dans le moule à bobines.
4. Procédé selon la revendication 3 pour une bobine à courant continu, caractérisé
par le fait que la quantité de matière plastique et la force de compression sont harmonisées
mutuellement de telle manière qu'il règne, à l'intérieur de l'écheveau de conducteurs
en fibres, un bon contact d'un conducteur en fibres à un autre conducteur en fibres
(faible résistance transversale).
5. Procédé selon la revendication 3 pour bobines magnétiques pulsées, caractérisé
par le fait que la quantité de matière plastique et la force de compression sont harmonisées
mutuellement, de telle manière qu'une forte résistance transversale règne entre les
conducteurs en fibres d'un écheveau (en évitant un effet pelliculaire).
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé par le fait qu'un ou
plusieurs tubes de refroidissement (2) sont enroulés dans le moule (5, 6, 7) à bobines
conjointement à l'écheveau (8) de conducteurs en fibres.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé par le fait que, en présence
d'un élément de support donné (par exemple l'arbre d'un générateur), on utilise une
matière fibreuse dont le comportement de contraction thermique, et donc le comportement
de contraction de l'enroulement supraconducteur, est adapté au comportement de contraction
de l'élément de support.
