(19)
(11) EP 0 046 960 B1

(12) EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT

(45) Hinweis auf die Patenterteilung:
02.10.1985  Patentblatt  1985/40

(21) Anmeldenummer: 81106555.6

(22) Anmeldetag:  24.08.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)4G03G 5/14

(54)

Elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial

Electrophotographic recording material

Matériau d'enregistrement électrophotographique


(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR GB LI NL

(30) Priorität: 30.08.1980 DE 3032775

(43) Veröffentlichungstag der Anmeldung:
10.03.1982  Patentblatt  1982/10

(71) Anmelder: HOECHST AKTIENGESELLSCHAFT
65926 Frankfurt am Main (DE)

(72) Erfinder:
  • Wiedemann, Wolfgang, Dr.
    D-6222 Geisenheim-Johannisberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       
    Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen).


    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial aus einem elektrisch leitenden Schichtträger, gegebenenfalls einer isolierenden Zwischenschicht, einem photoleitfähigen Schichtsystem organischer Materialien aus einer gegebenenfalls Bindemittel enthaltenden Schicht mit Ladungsträger erzeugender Verbindung und einer Schicht mit Ladungen transportierender Verbindung sowie einer schützenden transparenten Deckschicht.

    [0002] Bei dem aus der US-A-2 297 691 bekannten und heute viel verwendeten elektrophotographischen Verfahren zur Herstellung von Kopien ist nach der Übertragung des auf der Photoleiterschicht auf trockenem Wege entwickelten Tonerbildes auf den Kopieträger stets eine gründliche Reinigung der Photoleiterschicht erforderlich. Das Reinigen geschieht in der Regel durch Abbürsten oder Abwischen der Schicht mit dafür geeigneten Bürsten bzw. Geweben. Bei Kopiermaschinen, die mit Flüssigentwicklern arbeiten, wird die Wirkung der mechanischen Reinigung häufig durch Mitverwendung einer Reinigungsflüssigkeit verstärkt. Neben diesen Reinigungsoperationen ist die photoleitfähige Schicht auch noch anderen sie schädigenden Einflüssen ausgesetzt. Zum Beispiel unterliegt sie der Einwirkung des Trockenentwicklers sowie der Entwicklerstation (Gegenspannung) und bei der Flüssigentwicklung darüber hinaus der Einwirkung der Entwicklerflüssigkeit.

    [0003] Sie ist auch der in der Aufladestation erzeugten ionisierten Luft ausgesetzt. Es ist bekannt, daß die erforderlichen Reinigungsvorgänge und die anderen erwähnten Einflüsse zu einer Beeinträchtigung oder sogar mechanischen Beschädigung der Photoleiterschicht führen und damit eine Verminderung ihrer Gebrauchsdauer zur Folge haben.

    [0004] Aufzeichnungsmaterialien mit einer photoleitfähigen Schicht aus mindestens einer Schicht mit Ladungsträger erzeugender Verbindung und Ladungen transportierender Verbindung sind bekannt. So werden zum Beispiel hochempfindliche, organische Photoleiterschichten (DE-B-2 314 051) aufgrund ihrer hohen Elastizität auf leitfähigen Trägerfolien bzw. -bändern verwendet.

    [0005] Insbesondere lassen sich sehr hochempfindliche Photoleitersysteme gemäß zum Beispiel DE-A-2 734 288 wegen ihrer großen Flexibilität als Endlosbänder einsetzen, die über Umlenkwalzen mit relativ kleinem Durchmesser geführt werden können.

    [0006] Es ist auch bekannt (US-A-2 901 348, US-A-4148 637, DE-A-2 452 622), Photoleiterschichten mit einer zusätzlichen Deckschicht aus anorganischen oder organischen Materialien zu schützen. Nachteilig daran ist, daß sie entweder auf den weniger flexiblen aus Selen bestehenden oder Selen enthaltenden Schichten oder auf generell weniger empfindlichen organischen Photoleitersystemen angewandt werden. Außerdem müssen diese Deckschichten zur besseren Haltbarkeit mit Zusätzen, wie Silankupplern, versetzt werden oder enthalten die elektrische Leitfähigkeit erhöhende Substanzen.

    [0007] Aus GB-A-918 234 ist ein elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial aus einer elektrisch leitenden Unterlage mit einer Schicht aus photoleitfähigem, isolierendem Material, wie Selen oder ähnlichem photoleitfähigem Material, bekannt, das mit einer dünnen transparenten Schicht eines anorganischen Materials, wie Sulfid, Siliziumdioxid, Titandioxid, Silikat und Erdalkalifluorid, bedeckt ist. Die Deckschicht hat eine Dicke, die bei merklichem Schutz der Photoleiterschicht beginnen soll, bis zu einem Maximum von 2,5 um (0,1 mil). Als Photoleiterschichtdicke wird ein Bereich von etwa 1,25 bis 25,4 um angegeben. Aus der dieser Patentschrift korrespondierenden DE-B-1 109 031 wird ein ganz anderes System als geeignet vorgestellt. Dort hat die Photoleiterschicht eine Dicke im Bereich von 0,0008 bis 0,04 cm und die anorganische Deckschicht eine Dicke von 0,0004 bis 0,004 cm. Es war deshalb für den nacharbeitenden Fachmann durchaus nicht eindeutig, welche Dickenbereiche er nun anwenden sollte, geschweige, daß er von diesem System anorganischer Photoleiter/anorganische Deckschicht abgehen sollte auf ein organisches Material, wie dies erfindungsgemäß der Fall ist.

    [0008] Es ist auch aus DE-A-2 220 270 eine xerographische Speicherfläche bekannt, die einen Antireflexions- und Schutzüberzug aus Siliziumoxid besitzt. Aufgrund der physikalischen Angaben ist die Offenbarung eindeutig auf Selenbeschichtungen als Photoleiterschicht abgestellt. Von einer elektrisch leitenden Unterlage ist nicht die Rede. Die Dicke der Aufdampfschicht wird nur insofern angegeben, daß sie optisch bestimmt wird und die Bedampfung dann beendet wird, wenn die Reflexibilität durch ihr erstes Minimum geht. Aus dieser Lehre geht ein elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial der eingangs beschriebenen Art nicht hervor.

    [0009] Aufgabe der Erfindung war es, die aus organischen Materialien bestehenden, in Photoleiterdoppelschichtanordnung hochlichtempfindlichen Photoleitersysteme mit einer sie vor mechanischen oder gegebenenfalls sonstigen nachteiligen Einflüssen schützenden Deckschicht aus gegen sichtbares Licht transparenten Materialien zu versehen, die die Funktion der Photoleiterschicht nicht wesentlich beeinträchtigen und allgemein die Gebrauchsdauer solcher Systeme erhöhen.

    [0010] Die gestellte Aufgabe wird durch ein in Anspruch 1 genanntes elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial gelöst, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß die Deckschicht aus 1 bis 10-3 Pa bei (10-5 bis 10-8 bar) aufgebrachtem Siliziummonoxid, Magnesiumfluorid oder Calciumfluorid besteht und 0,5 bis 10 µm dick ist.

    [0011] Hierdurch wird erreicht, daß ein elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial zur Verfügung gestellt werden kann, bei dem bei nahezu gleichbleibender Photoempfindlichkeit die Abriebfestigkeit und die Gebrauchsdauer deutlich verbessert sind.

    [0012] Durch die Erhöhung der Abriebfestigkeit und damit der Gebrauchsdauer wird weiterhin erreicht, daß die Mehrfachschichtanordnung nicht nur auf flexiblen leitenden Schichtträgern, sondern auch auf Trommeln rentabler eingesetzt werden kann.

    [0013] Schematisch wird das erfindungsgemäße elektrophotographische Aufzeichnungsmaterial durch die Fig. 1 bis 3 wiedergegeben. Die photoleitfähige Schicht liegt als Doppelschichtanordnung vor, die aus einer Ladungsträger erzeugende Verbindungen enthaltenden Schicht 2, wie dies in Fig. 1 und 2 zum Ausdruck kommt, und aus einer Ladungen transportierende Verbindungen enthaltenden Schicht unter der jeweiligen Position 3 besteht. Der leitende Schichtträger ist jeweils mit 1 angegeben. Unter Position 4 ist eine isolierende Zwischenschicht angedeutet, Position 5 zeigt eine Schicht aus Ladungen erzeugender Verbindung in Dispersion. Mit Position 7 ist die erfindungsgemäße schützende Deckschicht angezeigt.

    [0014] Als leitende Schichtträger kommen zum Beispiel Aluminium-Folie, gegebenenfalls transparente, mit Aluminium bedampfte oder kaschierte Polyesterfolie zum Einsatz, jedoch kann jeder andere genügend leitfähig gemachte Schichtträger verwendet werden.

    [0015] Die isolierende Zwischenschicht kann durch eine thermisch, anodisch oder chemisch erzeugte Aluminiumoxid-Zwischenschicht hergestellt werden. Sie kann auch aus organischen Materialien bestehen. So werden unterschiedliche Natur- bzw. Kunstharzbindemittel verwendet, die gut auf einer Metall- bzw. Aluminium-Oberfläche haften und beim nachfolgenden Anbringen der weiteren Schichten wenig angelöst werden, wie zum Beispiel Polyamidharze, Polyvinylphosphonsäure, Polyurethane, Polyesterharze oder spezifisch alkalilösliche Bindemittel, wie zum Beispiel Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymerisate. Die Dicke solcher organischen Zwischenschichten kann bis zu 5 gm betragen, die der Aluminiumoxidschicht liegt größtenteils im Bereich von 0,01―1 µm.

    [0016] Die Schicht 2 bzw. 5 besitzt die Funktion einer Ladungsträgererzeugungsschicht. Die dabei eingesetzten Ladungsträger erzeugenden Verbindungen bestimmen in besonderem Maße die spektrale Lichtempfindlichkeit des photoleitfähigen Systems. Als Ladungsträger erzeugende Substanzen sind Farbstoffe unterschiedlichster Klassen vorhanden. Beispielsweise seien genannt:

    Perylen-3,4,9,10-tetracarbonsäureanhydrid bzw. Perylen-3,4,9,10-tetracarbonsäureimidderivate nach DE-A-2 237 539;

    oder gemäß DE-B-2 232 513 N,N'-Bis-(3-methoxy-propyl)-3,4,9,10-perylentetracarbonsäureimid;

    polynukleare Chinone nach DE-A-2 237 678; cis- bzw. trans-Perione nach DE-A-2 239 923;

    Thioindigo-Farbstoffe nach DE-A-2 237 680; Chinacridone nach DE-A- 2 237 679;

    Kondensationsprodukte aus Benzo-4,10-thioxanthen-3,1'-dicarbonsäureanhydrid und Aminen nach DE-A-2 355 075;

    Phthalocyanin-Derivate nach DE-A-2 239 924 und Farbstoffe, die durch Kondensation nach der Vorschrift Bull. Chem. Soc. Japan, 25, 411-413/1952, aus

    Perylen-3,4,9,10-tetracarbonsäureanhydrid und o-Phenylendiamin oder 1,8-Diaminophthalin hergestellt werden, gemäß DE-A-2 314 051.



    [0017] Ferner können beispielsweise Farbstoffe nach den DE-A-2 246 255, 2 253 639 und 2 356 370 eingesetzt werden.

    [0018] Das Aufbringen einer homogenen, dicht gepackten Schicht 2 wird bevorzugt durch Aufdampfen im Vakuum erhalten. Ein vorteilhafter Schichtdickenbereich der Schicht 2 liegt zwischen 0,005 und 3 µm, da hier Haftfestigkeit und Homogenität der aufgedampften Verbindung besonders günstig sind.

    [0019] In Kombination mit der Zwischenschicht oder als Ersatz der Zwischenschicht können homogene, gut abdeckende Farbstoffschichten mit Dicken von größenordnungsmäßig 0,1―3 µm auch durch Vermahlen des Farbstoffs mit einem Bindemittel, insbesondere mit hochviskosen Cellulosenitraten und/oder vernetzenden Bindemittelsystemen, zum Beispiel polyisocyanatvernetzbaren Acrylharzen, Lacken auf Basis von Polyisocyanaten und hydroxylgruppenhaltigem Polyester oder -ether und durch anschließendes Aufbringen dieser Farbstoffdispersionen 5 auf den Schichtträger hergestellt werden, wie dies aus Fig. 3 hervorgeht.

    [0020] Als dem Ladungstransport dienendes Material in Schicht 3 sind vor allem organische Verbindungen geeignet, die ein ausgedehntes z-Elektronensystem besitzen. Hierzu gehören insbesondere monomere aromatische bzw. heterocyclische Verbindungen, die mindestens eine Dialkylaminogruppe oder zwei Alkoxygruppen aufweisen. Bewährt haben sich besonders Oxdiazol-Derivate, die in der deutschen Patentschrift 1 058 836 genannt sind. Hierzu gehören insbesondere das 2,5-Bis-(p-diethylaminophenyl)-oxdiazol-1,3,4. Weitere geeignete monomere Elektronendonatorverbindungen sind zum Beispiel Triphenylaminderivate, höher kondensierte aromatische Verbindungen wie Pyren, benzokondensierte Heterocyclen, außerdem Pyrazolin- oder Imidazolderivate (DE-B-1 060 714, 1 106 599), hierher gehören auch Triazol-, Thiadiazol- sowie besonders Oxazolderivate, zum Beispiel 2-Phenyl-4-(2-chlorphenyl)-5-(4-diethylamino)-oxazol, wie sie in den deutschen Patentschriften 1 060 260, 1 299 296, 120 875 offenbart sind.

    [0021] Die Ladungstransportschicht 3 weist im sichtbaren Bereich (420-750 nm) praktisch keine Photoempfindlichkeit auf. Sie besteht vorzugsweise aus einem Gemisch einer Elektronendonatorverbindung mit einem Harzbindemittel, wenn negativ aufgeladen werden soll.

    [0022] Die Schicht 3 ist vorzugsweise transparent. Es ist jedoch auch möglich, daß sie, etwa bei transparentem, leitfähigem Schichtträger, nicht transparent zu sein braucht. Sie besitzt einen hohen elektrischen Widerstand (≥1012 Ω) und verhindert im Dunkeln das Abfließen der elektrostatischen Ladung. Bei Belichtung transportiert sie die in der organischen Farbstoffschicht erzeugten Ladungen.

    [0023] Neben den bisher beschriebenen Ladungsträger erzeugenden und den transportierenden Verbindungen beeinflußt das zugesetzte Bindemittel sowohl das mechanische Verhalten wie Abrieb, Flexibilität, Filmbildung usw. als auch in gewissem Umfang das elektrophotographische Verhalten wie Photoempfindlichkeit, Restladung und zyklisches Verhalten.

    [0024] Als Bindemittel werden filmbildende Verbindungen wie Polyesterharze, Polyvinylchlorid/Polyvinylacetat-Mischpolymerisate, Styrol-Maleinsäureanhydrid-Copolymerisate, Polycarbonate, Silikonharze, Polyurethane, Epoxidharze, Acrylate, Polyvinylacetale, Polystyrole, Cellulose-Derivate wie Celluloseacetobutyrate usw. eingesetzt. Außerdem werden nachvernetzende Bindemittelsysteme wie DD-Lacke (zum Beispiel Desmophen/Desmodur®, Bayer AG), polyisocyanatvernetzbare Acrylatharze, Melaminharze, Harze aus ungesättigten Polyestern usw. erfolgreich angewandt.

    [0025] Wegen der kombinierten Vorteile (hohe Photoempfindlichkeit, Blitzempfindlichkeit, hohe Flexibilität) ist der Einsatz von Cellulosenitraten, insbesondere der hochviskosen Typen bevorzugt.

    [0026] Das Mischungsverhältnis der ladungstransportierenden Verbindung zu dem Bindemittel kann variieren. Jedoch sind durch die Forderung nach maximaler Photoempfindlichkeit, d. h. möglichst großem Anteil an ladungstransportierender Verbindung und nach zu vermeidender Auskristallisation sowie Erhöhung der Flexibilität, d. h. möglichst großem Anteil an Bindemitteln, relativ bestimmte Grenzen gesetzt. Es hat sich allgemein ein Mischungsverhältnis von etwa 1 : 1 Gewichtsteilen als bevorzugt erwiesen, jedoch sind auch Verhältnisse zwischen 4 : 1 bis 1 : 2 geeignet.

    [0027] Die Dicke der Schicht 3 liegt vorzugsweise zwischen etwa 3 und 20 gm.

    [0028] Als übliche Zusätze werden der Schicht Verlaufmittel wie Silikonöle, Netzmittel, insbesondere nichtionogene Substanzen, Weichmacher unterschiedlicher Zusammensetzung wie zum Beispiel auf Basis chlorierter Kohlenwasserstoffe oder auf Basis von Phthalsäureester zugegeben. Gegebenenfalls können der Ladungstransportschicht als Zusatz auch Sensibilisatoren und/oder Akzeptoren zugefügt werden, jedoch nur in dem Maße, daß die optische Transparenz der Ladungstransportschicht nicht wesentlich beeinträchtigt wird.

    [0029] Die auf dem organischen Photoleitersystem erzeugte schützende Deckschicht besitzt eine gleichmäßige Dicke von 0,5-10 um, vorzugsweise von 0,5-5 um. Dieser Dickenbereich ist geeignet, weil dadurch einerseits beim Belichten und Entladungsvorgang der Ladungsdurchfluß nicht wesentlich beeinflußt wird und weil andererseits ein deutlich verbessertes Abriebverhalten erreicht wird.

    [0030] Die Auswahl der anorganischen Aufdampfmaterialien richtet sich hauptsächlich nach ihrer Verdampfungs-Temperatur und -rate, ihrer Beständigkeit bei der Verdampfung sowie nach den Eigenschaften der aufgedampften Schutzschichten, wie zum Beispiel homogene Filmbildung, Flexibilität, Oberflächenleitfähigkeit (auch in Abhängigkeit von der Luftfeuchte) und der spektralen Lichtdurchlässigkeit.

    [0031] Materialien wie Siliziummonoxid oder Magnesiumfluorid können das Antireflexverhalten der Photoleiterschicht verbessern, was sich in einer besseren Ausnutzung des einfallenden Lichtes anzeigt. Sie werden deshalb besonders bevorzugt eingesetzt.

    [0032] Größtenteils lassen sich diese Stoffe aus elektrisch beheizten Wolfram-, Molybdän- oder Tantal-Schiffchen bei einer Substrattemperatur ≤50°C im Vakuum aufdampfen. Für bestimmte Materialien können auch Elektronenstrahl-Verdampfer notwendig sein.

    [0033] Diese Verfahren haben den Vorteil, daß zum Aufbringen einer Deckschicht keine organischen Lösungen wie bei einem Beschichtungsvorgang mit nachfolgender Trocknung benötigt werden, also auch keine Anlösungsprobleme der zu schützenden photoleitfähigen Schicht bzw. Schichten auftreten. Vielmehr sorgt die kinetische Energie der aufzudampfenden Moleküle für eine homogene, haftende Deckschicht auf der Oberfläche; die Verträglichkeit mit der photoleitfähigen Schicht ist praktisch immer gegeben. Im niedrigeren Deckschichtdickenbereich bis ca. 3 um erweist sich das elektrophotographische Aufzeichnungsmaterial mit Deckschicht als weitgeehnd flexibel, bei bereits deutlich verbesserter Abriebfestigkeit.

    [0034] Weiterhin ergeben die erfindungsgemäßen Deckschichten den Vorteil, daß sie bei der Handhabung des Photoleiters entstehende Oberflächeneffekte wie zum Beispiel Auskristallisationseffekte durch Handberührung verhindern.

    [0035] Die erfindungsgemäßen Deckschichten werden bevorzugt auf Photoleitertrommeln als Schichtträger eingesetzt.

    [0036] Die Erfindung wird anhand der Beispiele näher erläutert, ohne sie hierauf zu beschränken.

    Beispiel 1



    [0037] Auf ein elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial, das in der angegebenen Reihenfolge aus aluminiumbedampfter 75 um dicker Polyesterfolie als elektrisch leitendem Schichtträger, einer Farbstoffschicht aus N,N'-Dimethylperylimid (C. I. 71 129) als Ladungsträger erzeugender Verbindung sowie einer Ladungstransportschicht aus 2,5-Bis(4-diethylaminophenyl)-oxdiazol-1,3,4 (= To) und den Bindemitteln Polyester- sowie Polyvinylchlorid/Polyvinylacetat-Harz aufgebaut ist, wird in einer Vakuumbedampfungsanlage bei 2,7×10-7bar im Abstand Verdampferschiffchen―Substrat von 20-25 cm leichtkörniges Siliziummonoxid homogen aufgedampft. Die Verdampfung erfolgt aus Wolfram-Schiffchen, die in direktem Stromdurchgang erhitzt werden. Das zu Vergleichszwecken halbseitig zu bedampfende Material wird auf eine rotierende Trommel aufgespannt und zur Herstellung unterschiedlicher SiO-Schichtdicken durch verschiedene Aufdampfzeiten von 5 bis 15 Minuten variiert.

    [0038] Die Messung der Photoempfindlichkeit wird wie folgt durchgeführt:

    Zur Ermittlung der Hellentladungskurven bewegt sich die Meßprobe auf einem sich drehenden Teller durch eine Aufladevorrichtung hindurch zur Belichtungsstation, wo sie mit einer Xenonlampe kontinuierlich belichtet wird. Ein Wärmeabsorptionsglas und ein Neutralfilter mit 15% Transparenz sind der Lampe vorgeschaltet. Die Lichtintensität in der Meßebene liegt im Bereich von 50―100 µW/ cm2, sie wird unmittelbar nach Ermittlung der Hellabfallkurve mit einem Opto-Meter gemessen. Die Aufladungshöhe (Uo) und die photoinduzierte Hellabfallkurve werden über ein Elektrometer durch eine transparente Sonde oszillographisch aufgezeichnet. Die Photoleiterschicht wird durch die Aufladungshöhe (U0) und diejenige Zeit (T1/2) charakterisiert, nach der die Hälfte der Aufladung (Uo/2) erreicht ist. Das Produkt aus Ti/2 und der gemessenen Lichtintensität I (uW/cm2) ist die Halbwertsenergie Ei/2 (pJ/cm2). Gemäß dieser Charakterisierungsmethode wird die Photoempfindlichkeit mit und ohne SiO-Schutzschicht bestimmt:



    [0039] Die Restladung (UR) nach 0,1 sec, ermittelt aus obigen Hellentladekurven, ist ein weiteres Maß für die Entladung einer Photoleiterschicht.

    [0040] Hieraus wird ersichtlich, daß durch die aufgebrachte Siliziummonoxidschicht unterschiedlicher Dicke in diesem Bereich im wesentlichen keine Beeinträchtigung der Photoleitereigenschaften hervorgerufen wird.

    Beispiel 2



    [0041] Ein gemäß Beispiel 1 halbseitig mit SiO zu 2 g/m2 bedampftes Aufzeichnungsmaterial wird in einem Kopiergerät (25 Kopien/Min.) dem Kopierprozeß ausgesetzt, um die verbesserten Oberflächeneigenschaften zu demonstrieren. Zur Entwicklung dient eine Magnetbürsteneinrichtung mit einem Zweikomponententonergemisch. Zur Reinigung von restlichem Toner wird das Material an einer rotierenden Bürste vorbeigeführt. Dabei zeigt sich, daß durch Oberflächenverfilmung, herrührend von der Toner/Photoleiteroberflächen-Wechselwirkung, die Gebrauchsdauer der nicht geschützten Oberfläche begrenzt ist. Nach 2000 Kopien sind bereits deutliche Oberflächenverfilmungen sichtbar, dagegen überhaupt nicht auf der geschützten Oberfläche.

    [0042] Nach 10000 Kopien ist der Blendenspielraum (max. Öffnung) für die Herstellung einwandfreier Kopien bei dem ungeschützten Material durch Oberflächenverfilmung ausgenutzt, während sich das erfindungsgemäße Material in der Anfangsblendenstellung weiter kopieren läßt.

    Beispiel 3



    [0043] Wie in Beispiel 1 wird anstelle von Siliziummonoxid Magnesiumfluorid als Schutzschicht aufgedampft. Auch hier zeigt sich, daß die Photoempfindlichkeit noch nicht vermindert wird:


    Beispiel 4



    [0044] In gleicher Weise wie in Beispiel 3 wird Calciumfluorid als Deckschicht in 0,5 g/m2 Dicke aufgedampft. In Kopierversuchen gemäß Beispiel 2 wird gleich gute Photoempfindlichkeit nachgewiesen. Eine Oberflächenverfilmung war auf der Deckschicht praktisch nicht vorhanden.

    Beispiel 5



    [0045] Auf ein Aufzeichnungsmaterial, das in Reihenfolge aus aluminiumbedampfter 125 um dicker Polyesterfolie, einer Schicht aus Ladungsträger erzeugender Verbindung (N,N'-Bis(3-methoxy-propyl)pery- limid gemäß DE-B-2 451 781) sowie einer Ladungstransportschicht Dicke 8,6 g/m2) aus To und hochviskosem Cellulosenitrat besteht, wird wie in Beispiel 1 angegeben, eine Deckschicht aus Siliziummonoxid in etwa 3 g/m2 Dicke aufgedampft. Zur Prüfung des Abriebverhaltens dieses Materials im Vergleich zu einem ungeschützten Material werden an einem Norm-Abriebgerät (Taber Abraser Typ 352) der Abrieb beider Schichten unter folgenden Bedingungen gemessen:



    [0046] Der Abrieb in g/m2 ist der Quotient aus dem gravimetrisch ermittelten Abrieb und der Abriebfläche.

    [0047] Der Abrieb des ungeschützten Materials ergibt sich zu ca. 2,5 g/m2, das mit Deckschicht versehene Material hat einen Abrieb von 0,9 g/m2. Der Abrieb vermindert sich demnach um den Faktor 3.


    Ansprüche

    1. Elektrophotographisches Aufzeichnungsmaterial aus einem elektrisch leitenden Schichtträger, gegebenenfalls einer isolierenden Zwischenschicht, einem photoleitfähigen Schichtsystem organischer Materialien aus einer gegebenenfalls Bindemittel enthaltenden Schicht mit Ladungsträger erzeugender Verbindung und einer Schicht mit Ladungen transportierender Verbindung sowie einer schützenden transparenten Deckschicht, dadurch gekennzeichnet, daß die Deckschicht aus bei 1 bis 10-3 Pa aufgebrachten Siliziummonoxid, Magnesiumfluorid oder Calciumfluorid besteht und 0,5 bis 10 um dick ist.
     
    2. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Ladungsträger erzeugende Verbindung ein organischer Farbstoff vorhanden ist.
     
    3. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Ladungen transportierende Verbindungen monomere aromatische bzw. heterocyclische Verbindungen, die mindestens eine Dialkylaminogruppe oder zwei Alkoxygruppen aufweisen, vorhanden sind.
     
    4. Aufzeichnungsmaterial nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Bindemittel für die photoleitfähige Schicht Cellulosenitrat vorhanden ist.
     


    Claims

    1. An electrophotographic recording material, composed of an electrically conductive support, an insulating interlayer, if appropriate, and a photoconductive layer system of organic materials, comprising a layer which contains a binder, if appropriate, and a compound which generates charge carriers, and a layer containing a compound which transports charges, as well as a protective transparent covering layer, wherein the covering layer is composed of silicon monoxide, magnesium fluoride or calcium fluoride, applied under 1 to 10-3 Pa, and has a thickness of 0.5to 10 um.
     
    2. A recording material as claimed in claim 1, wherein the compound which generates charge carriers is an organic dyestuff.
     
    3. A recording material as claimed in claim 1, wherein the compounds which transport charges are monomeric aromatic or heterocyclic compounds which posses at least one dialkylamino group or two alkoxy groups.
     
    4. A recording material as claimed in claim 1, wherein cellulose nitrate is present as the binder for the photoconductive layer.
     


    Revendications

    1. Matériau d'enregistrement électrophotographique constitué d'un support de couche électrocon- ducteur, éventuellement d'une couche intermédiaire isolante, d'un système de couches photoconducteur en matériaux organiques constitué d'une couche contenant éventuellement des liants, comprenant un composé générateur de porteurs de charges, et d'une couche comprenant un composé transportant les charges ainsi que d'une couche de couverture transparente protectrice, caractérisé en ce que la couche de couverture est constituée de monooxyde de silicium, de fluorure de magnésium ou de fluorure de calcium déposé sous une pression de 1 à 10-3 Pa et a une épaisseur de 0,5 à 10 pm.
     
    2. Matériau d'enregistrement selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on emploie comme composé générateur de porteurs de charges un colorant organique.
     
    3. Matériau d'enregistrement selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on emploie comme composés transportant les charges des composés aromatiques ou hétérocycliques monomères possédant au moins un groupe dialkylamino ou deux groupes alcoxy.
     
    4. Matériau d'enregistrement selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'on emploie comme liant pour la couche photoconductrice du nitrate de cellulose.
     




    Zeichnung