[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Auftragen eines Mediums (einer Veredelungsflotte)
auf ein Flächengebilde mittels einer Auftragseinrichtung, wobei der Auftragseinrichtung
ein das Auftragsmedium aufnehmender, sich über die Arbeitsbreite erstreckender begrenzter
Raum zugeordnet ist, der vor dem Auftragsbereich der Auftragseinrichtung liegt.
[0002] Ähnliche Vorrichtungen zum Auftragen eines Mediums sind an sich bekannt. So ist in
der DE-OS 25 14 586 eine Vorrichtung zum gleichmäßigen Farbverteilen in einer Siebdruckmaschine
dargestellt und beschrieben, bei dem auf der Zulaufseite des Siebdruckschablonenbandes
für das Auftragsmedium ein begrenzter Raum vorgesehen ist, der eine Wand aufweist
und Seitenbegrenzungen, die bis auf das Siebdruckschablonenband geführt sind.
[0003] Diese Vorrichtung hat aber für das Auftragsmedium, wie
Farbpaste u.dgl., nur eine Füllhöhe, die kleiner ist als die Auftragseinrichtung, nämlich
die Rollrakel, und kann auch nicht höher gefüllt werden, weil sonst die Auftragseinrichtung
vom Auftragsmedium überlaufen würde und sich die Farbpaste od.dg1. hinter die Auftragseinrichtung,
nämlich die Rakel, legen könnte. Dies führt zu Verschmierungen, Abfleckungen u.dgl.
und demzufolge zu einem völlig ungenügenden Druckausfall.
[0004] Die Begriffe "vorn" und "hinten" sind so zu verstehen, daß "vorn" die Zulaufseite
des Siebes gemeint ist, die vor dem Auftragselement liegt und "hinten", daß der Teil
des Siebes gemeint ist, der von der Auftragseinrichtung bereits freigerakelt ist bzw.
der die Auftragseinrichtung bereits passiert hat.
[0005] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, den Raum vor der Auftragseinrichtung
zu erhöhen, um einerseits einen höheren statischen Druck des Mediums auf dem Sieb
zu erzielen, andererseits aber mit Sicherheit zu verhindern, daß das Auftragsmedium
auf die hintere . Seite der Auftragseinrichtung gelangt, das verschmiert und Schäden
anrichtet; außerdem soll die Möglichkeit gegeben sein, mit aüfgeschäumten Medien zu
arbeiten.
[0006] Die Erfindung besteht darin, daß dieser Raum oberhalb eines Siebes angeordnet ist
und über die Höhe der Auftragseinrichtung hinausgeführt ist und einen sich über die
Höhe der Auftragseinrichtung erhebenden Füllbereich aufweist, der mit einer Wandung
mit der Auftragseinrichtung abschließt und/oder dieser gegenüber abgedichtet ist und
diesem Raum mindestens eine Zuführung zum Einfüllen des Mediums zugeordnet ist.
[0007] Wesentlich ist somit, daß ein sich über die Höhe der Auftragseinrichtung erhebender
Füllbereich durch eine querliegende Wand oder Wandung geschaffen wird, die verhindert,
daß das Auftragsmedium über das Auftragselement auf die Ablaufseite der Schablone
gelangt.
[0008] Ein Vorteil besteht darin, daß ein Medienraumbereich, z.B. auf oder innerhalb eines
Siebes oder einer Schablone geschaffen ist, der über die begrenzende Auftragseinrichtung
gefüllt werden kann, ohne daß das Auftragsmedium auf die hinter der Auftragseinrichtung
liegende Sieb- oder Schabloneninnenseite gelangt und dadurch die frisch behandelte
flächige Ware, z.B. die Warenbahn, verschmiert, respektive unsauber macht durch unkontrollierten
Ausfluß.
[0009] Ein weiterer, sehr wesentlicher Gedanke der Erfindung besteht darin, daß die Zuführung
bzw. Zuführungsvorrichtung(en) für das Medium mit einer Schaumerzeugungsvorrichtung
verbunden ist. Der Vorteil des erhöhten Füllbereiches spielt gerade bei dem Auftrag
mit Schaum eine erhebliche Rolle, da Schaum einerseits einen geringen physikalischen
Druck auf das Sieb ausübt, andererseits aber relativ schnell während des Auftrages
verbraucht wird, so daß der erhöhte Füllbereich und Raum vor der Auftragseinrichtung
ein genügendes Depot für den relativ voluminösen Schaum bietet.
[0010] Der Anmeldungsgegenstand ist für den Auftrag beliebiger Chemikalien gedacht, so kann
mit der Vorrichtung gefärbt werden, aber auch"gedruckt" im Sinne einer Bemusterung,
es können alle möglichen Arten von flüssigen, pastösen oder viskosen Chemikalien od.dgl.
aufgetragen werden.
[0011] Mit der Vorrichtung kann auch eine beliebige flächige Ware, z.B. gefärbt, veredelt,
beschichtet oder gewaschen werden. Die Siebe können als Schablonen ausgebildet sein,
sie können bemustert oder nicht bemustert sein, es kann sich also um einfache Siebe
oder Siebzylinder handeln.
[0012] Im wesentlichen ist an den Farbauftrag, bemustert oder unbemustert, auf Warenbahnen
gedacht, insbesondere an Florware.
[0013] Weiterhin ist im wesentlichen an den Auftrag von Schaum gedacht, der eine Flottenmenge
enthält.
[0014] Der Schaumauftrag bringt wesentliche Vorteile gegenüber dem Auftrag anderer Medien.
[0015] Es ist außerordentlich schwierig und fast unmöglich, geringe Volumina von Flotte
über eine Arbeitsbreite auf eine Fläche zu verteilen, um sie gleichmäßig auf oder
in ein Substrat einzubringen. Das gelingt nur durch Vergrößerung des Volumens der
Flotte, was durch das Aufschäumen erfolgt. Erfindungsgemäß ist es aber nun möglich,
die Flotte wieder in ihre vorherige Konsistenz zurückzuführen durch die Anordnung
eines Siebes. Jetzt können relativ geringe Flüssigkeitsmengen absolut gleichmäßig
auf der Fläche einer Ware verteilt werden bzw. in sie eingebracht werden. Das Aufschäumen
allein gibt aber noch keine gleichmäßige Verteilung einer Flotte. Die genannten Schwierigkeiten
lassen sich somit durch den Schaumauftrag auf ein Flächengebilde überwinden, wenn
der Auftrag durch ein Sieb erfolgt.
[0016] Der Hauptbestandteil des Schaumes wird beim Durchpressen (oder Durchsaugen) durch
das Sieb wieder verflüssigt. Die dadurch entstehende Flüssigkeitsmenge wird somit
gleichmäßig auf oder im Substrat verteilt. Dieser Eintrag oder Auftrag erfolgt gleichmäßig
über der gesamten Arbeitsbreite.
[0017] Bei diesem Vorgang sind drei Möglichkeiten gegeben.
[0018]
1. Es erfolgt eine totale Zerstörung des Schaumes auf dem Sieb oder im Siebbereich.
Auf die Ware gelangt dann nur die dadurch entstehende Flottenmenge.
2. Der Schaum wird nur teilweise auf dem Sieb oder im Sieb zerstört, es wird Flotte
freigesetzt,aber die weiterlaufende flächige Ware nimmt noch unzerstörte Bläschen
des Schaumes mit. Diese können beim Weiterlaufen entweder in sich zusammenfallen und
Flotte freisetzen oder können, falls gewünscht, auf dem Substrat verbleiben und sich
verfestigen, beispielsweise durch Lufteinwirkung, Trocknung, Hitzeeinwirkung u.dgl.,
je nachdem welche Geräte nachgeschaltet werden.
3. Der Schaum wird kaum zerstört und soll auch nicht zerstört werden. Er kann dann
wieder bei Weiterlauf der Ware zerfallen oder wieder stabilisiert werden, wie unter
Punkt 2 gesagt.
[0019] Es sind somit drei verschiedene Möglichkeitsgruppen gegeben. Diese lassen sich in
sich noch vielfach variieren.
1. Der Schaum kann die unterschiedlichste Konsistenz oder Konstitution haben. Die
Flüssigkeiten in ihm sind variabel, die Stärke der Verschäumung ist veränderbar und
auch die Bläschengröße.
2. Es ist veränderbar, wie und auf welche Weise der Schaum durch das Sieb hindurchgebracht
wird. Die Geschwindigkeit und die physikalischen Einflüsse sind zu beeinflussen.
3. Die Ausbildung des Siebes in bezug auf die Durchtrittsquerschnitte, seine Dichte,
sein Reibungswiderstand, · spielt eine große Rolle und ist veränderbar.
4. Weiterhin ist auch die Ausbildung der Ware unterschiedlich und auch deren Aufnahmefähigkeit,.
Oberflächenstruktur usw.
[0020] Alle diese Parameter sind für den Benutzer der Erfindung frei wählbar.
[0021] Beim vorliegenden Erfindungsgegenstand ist es also dabei wichtig, daß die aufgeschäumte
Flotte in einem verhältnismäßig großen Volumen zur Verfügung steht. Sie verbraucht
sich relativ schnell, wenn sie durch das Sieb hindurchgepreßt wird oder auch durch
das Sieb hindurchgesaugt wird. Der Zerfall der Flotte erfolgt oberhalb des Siebes
bzw. im Siebbereich, so daß ein gleichmäßiger Auftrag gewährleistet ist.
[0022] Nachfolgend sollen einige Beispiele angegeben werden:
Die Flächengebilde können aus Papier, Glas, Kunststoff oder selbstverständlich auch
aus Fasermaterialien, wie Textilware, bestehen. Insbesondere ist an das Färben von
Florware gedacht.
[0023] Es kann z.B. aufschäumbarer Kunststoff (Plastik mit Lösungsmitteln) aufgeschäumt
werden und mit dem Erfindungsgegenstand auf Glas aufgebracht werden. Ein-solcher Kunststoff
kann auch derart aufgebracht werden, daß er sich in ein Papier einlagert, insbesondere,
wenn es saugfähig ist. Kunststoff kann auch auf.sämtliche andere Waren aufgetragen
werden.
[0024] Ferner kann Kreide aufgeschäumt werden und auf Papier, ein Faservlies od. dgl. gebracht
werden.
[0025] Außerdem ist auch eine Latexbeschichtung, z.B. auf Textilien möglich. Dabei kann
es von Vorteil sein, wenn vom Schaum so weit wie möglich die Schaumstruktur erhalten
bleibt und der Schaum in üblicher Weise sich verfestigt bzw. auspolymerisiert wird.
[0026] Auch partielle Flächen können aufgetragen werden mit Farben bzw. auch mit Kunststoffharzen
auf die verschiedensten Flächengebilde. Weiterhin ist auch ein ganz normales Färben
oder Drucken mit gemusterten oder nicht gemusternen Schablonen möglich.
[0027] In den Zeichnungen sind Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt. Es zeigen:
Fig. 1 ein Auftragswerk einer Vorrichtung zum Auftragen eines Mediums im schematischen
Schnitt in Seitenansicht,
Fig. 2 ein weiteres Ausführungsbeispiel im Schnitt,
Fig. 3 u. 4 ein mögliches Ausführungsbeispiel eines Auftragswerkes mit der erfindungsgemäßen
Ausbildung in Seitenansicht und in Draufsicht,
Fig. 5 ein mögliches Ausführungsbeispiel einer Schaumerzeugungsvorrichtung zur Herstellung
von Schaum,
Fig. 6 ein weiteres Ausführungsbeispiel.
[0028] In Fig. 1 ist ein Auftragswerk schematisch dargestellt, wie es beispielsweise als
Druckwerk in der DE-PS 22 58 892 näher beschrieben ist. Ein solches Auftragswerk 1
arbeitet mit einem Sieb 2 oder einer Siebschablone, die als Band ausgebildet ist.
Das Siebband wird über eine Anzahl von Rollen geführt, beispielsweise über drei Rollen
10, 11 und 12, wovon eine, beispielsweise die obere Rolle, als Spannrolle dienen kann.
Die Rollen 10, 11, 12 liegen in Seitenlagerköpfen, die beliebig ausgebildet sein können,
beispielsweise gemäß Fig. 3 und 4.
[0029] Im Inneren des Siebes 2 befindet sich eine Auftragseinrichtung 3, die beim Ausführungsb-eispiel
der Fig. 1 als Auftragsrolle oder Auftragsrakel ausgebildet ist. Diese Auftragsrolle
kann in an sich bekannter Weise als Rollrakel angetrieben sein.
[0030] Dieser Auftragseinrichtung ist ein das Auftragsmedium aufnehmender, sich über die
Arbeitsbreite erstreckender, begrenzter Raum 4 zugeordnet, der offen ist nach unten
zum Sieb 2 und bei diesem Beispiel vierseitig abgegrenzt ist und sich mit seiner Vorderwand
bis zum Siebband erstreckt.
[0031] Erfindungsgemäß ist dieser begrenzte Raum 4 über die Höhe der Auftragseinrichtung
3 hinausgeführt und weist einen sich über die Höhe der Auftragseinrichtung erhebenden
Füllbereich 40 auf, der mit einer Wandung 41 mit der Auftragseinrichtung 3 abschließt
und/oder dieser gegenüber abgedichtet ist und mit der vorderen Wandung 42, wie bereits
erwähnt, mit dem Sieb 2 abschließt bzw. auf diesem dichtend liegt. Diesem Raum 4 bzw.
dem Füllbereich 40 ist eine Zuführung 5 zum Einfüllen des Mediums zugeordnet, beispielsweise
ein Farbzuführungsrohr mit einer Anzahl im Abstand voneinander stehenden Ausflußstutzen
50. Dies ist nur ein mögliches Beispiel der Ausbildung der Zuführung zum Einfüllen
des Mediums.
[0032] Der gesamte Raum 4 erstreckt sich über die Arbeitsbreite, gegebenenfalls sind die
Seitenwände 43 oder Seitenbegrenzer im Abstand voneinander einstellbar.
[0033] Die Abdichtung zur Auftragseinrichtung 3 hin ist beim dargestellten Ausführungsbeispiel
der Fig. l als einstellbarer Abdichtschuh 44 ausgebildet mit einer sich über die gesamte
Arbeitsbreite erstreckenden-Dichtung 144, die .einen Teil der Mantelfläche der Auftragsrolle
übergreift, wobei dieser Abdichtschuh höheneinstellbar ist, so daß die sich drehende
Auftragsrolle als Auftragseinrichtung 3 ihre Drehbewegung, vorzugsweise gleichlaufend
zum Sieb 2 bzw. Schablonenband ausführen kann, ohne zu stark ge- .bremst zu werden,
aber der Dichteffekt erhalten bleibt.
[0034] Die Wandung 41 baut sich oben, vorzugsweise auf der Zenitlinie der Auftragseinrichtung
3 auf.
[0035] Die Vorderwandung 42 weist im unteren Bereich eine Abdichtleiste 45 auf, die ebenfalls
höheneinstellbar ist und auch nachstellbar ist und auch eine Dichtung 145 an der Unterfläche
trägt, die auf dem Sieb 2 bzw. Siebband, und zwar auf dem unteren Trum desselben aufliegt.
Der begrenzte Raum 4, dessen Wände auch anders ausgebildet sein können, als in Fig.
1 dargestellt, ist somit kastenförmig bzw. in etwa kastenförmig ausgebildet und wird
entweder an durchgehenden Quertraversen zwischen den Seitenlagerköpfen 13 lagefixiert
oder in den Seitenlagerköpfen gehalten bzw. rechts und links des Auftragswerkes auf
dem Maschinengestell. Dies hängt von der jeweiligen Konstruktion des Auftragswerkes
1 ab. Genauso kann die Lagerung und der eventuelle Antrieb der Auftragseinrichtung
3 und auch der Zuführungsvorrichtung 5 unterschiedlich sein.
[0036] 'In Fig. 2 ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt, das dem der Fig. 1 ähnelt, jedoch
ist hier die Auftragseinrichtung 3 als Streichrakel ausgebildet und die Abdichtung
zum zulaufenden Sieb 2 ist eine gebogene Abdichtleiste 45, die. aus Blech-oder auch
flexiblem Kunststoff ausgebildet sein kann.
[0037] Wie in den Beispielen der anderen Figuren liegt das Sieb 2 direkt auf der Ware auf.
[0038] Streichrakeln der verschiedensten Konstruktionen können als Auftragseinrichtung 3
vorgesehen sein. Wichtig ist, daß eine Abdichtung der Wandung 41 zur Streichrakel
vorgesehen ist, entweder dadurch, daß die Wandung 41 mit der Befestigung der Streichrakel
einstückig verbunden ist oder das ein Abdichtelement zwischengeschaltet ist, beispielsweise
wieder ein Abdichtschuh 44. Hier braucht keine Dichtung 144, wie beim. Ausführungsbeispiel
der Fig. 1 angeordnet zu werden, da bei einer Streichrakel die Halterung 30 auf der
Traverse 14 sich nicht ständig dreht.
[0039] -In Fig. 3 ist ein Ausführüngsbeispiel dargestellt, aus dem hervorgeht, daß der Raum
4 nicht von einem geschlossenen Kasten gebildet zu werden braucht, sondern aus einzelnen
Wandteilen bestehen kann. Eine vordere Wand 42 ist über eine Halterung 142 an einer
Quertraverse 15 festgelegt, beispielsweise festgeklemmt, und ist durch Schrauben od.dgl.
in der Höhe verstellbar, so daß im unteren Bereich eine Abdichtung zur Schablone vorgenommen
werden kann, bzw. zum Sieb 2.
[0040] Die der Auftragseinrichtung 3 zugewandte Wand 41 ist bei diesem Ausführungsbeispiel
indirekt mit dem Abdichtschuh 44 verbunden und ist als Ganzes in den angegebenen Pfeilrichtungen
einstellbar und die Seiten können durch Endabdichtungen oder Seitenwände 43 geschlossen
werden. Bei diesem Ausführungsbeispiel sieht man einen der Seitenlagerköpfe 13 und
eine Reihe von Quertraversen, die die beiden Seitenlagerköpfe miteinander verbinden.
Diese können auch benutzt werden, was nicht dargestellt ist, um die Zuführung 5 zu
haltern. Eine dieser Quertraversen 15 dient, wie dargestellt, zur Befestigung der
vorderen Wandung 42, die auf der Zulaufseite.der Schablone liegt.
[0041] In Fig. 4 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel gezeigt, das einer Grundausbildung
der Seitenlagerköpfe u.dgl. dem Ausführungsbeispiel der Fig. 3 entspricht, jedoch
in der Ausgestaltung des Raumes 4 die Kastenform zeigt mit aufgesetztem Schuh 44.
[0042] Mit 6 ist das Gerüst der Maschine bezeichnet, mit 61 das endlos umlaufende Drucktuch.
Die obere Rolle 12 ist in der Darstellung abgenommen und man sieht, daß der erhöhte
Raum 4 zur Aufnahme des Mediums durch Halterungen 142 an einer Traverse 15 festgelegt
ist.
[0043] .Die auf der Zulaufseite des Siebes 2 und auf der Druckdecke 61 liegende vordere
Wandung 42 ist mit der hinteren Wand oder Wandung 41 kastenartig verbunden durch geschlossene
Seitenwände.
[0044] Dies ist nur ein mögliches Ausführungsbeispiel.
[0045] In Fig. 5 ist ein Ausführungsbeispiel gezeigt einer Schaumerzeugungsvorrichtung 7
zur Einbringung des Schaumes in einen Siebzylinder. Dieser entspricht z.B. einer Rundschablone,
die bemustert oder unbemustert sein kann, mit Schablonenringen 20, wie sie vorbekannt
ist. Von einer Schaumerzeuguhgsvorrichtung 7, wie sie beispielsweise in der DE-OS
25 23 062 dargestellt und beschrieben ist, wird über einen Schlauch 51.der Schaum
in die Zuführung 5, die rohrartig ausgebildet ist, gebracht. Der begrenzte Raum 4
ist hier als Wand dargestellt und könnte ausgebildet sein, wie in Fig. 6 gezeigt.
Hier liegt die Zuführung 5 noch innerhalb des oberen Bereiches des begrenzten Raumes
4, während in Fig. 6 die Zuführung 5 oberhalb angeordnet ist. Als Besonderheit ist
im Verhältnis zur Fig. 5 die Verbindung der Zuführung 5 mit der Wand oder Wandung
41 gezeigt, die aus flexiblem Material bestehen kann.
[0046] Fig. 5 zeigt nähereine Schaumerzeugungsvorrichtung 7
tals Beispie Von einem Flüssigkeitsvorratsbehälter 70, der beispielsweise Farbe, Wasser
und ein Aufschäummittel enthalten kann, z.B. gemäß der genannten DE-OS 25 23 062,
wird über eine Leitung 71 eine Zahnradpumpe 72, die von einem Getriebemotor 73 angetrieben
wird, über eine weitere Leitung 74, die Flüssigkeit zu einem Durchflußmesser 75 gepumpt
in einen Mischkopf 76.
[0047] Andererseits wird von einem Kompressor 77 über eine Leitung 78 und einen Luftdurchflußmesser
79 Luft in den Mischkopf 76 gepreßt. Regelelemente, wie ein Haupthahn 80 und Druckminderer
81 steuern das Mischverhältnis im Mischkopf 76. Je mehr Luft zugegeben wird, umso
trockener ist der Schaum. Im Inneren des Mischkopfes 76 ist. ein Mischbehälter 176,
dem von unten her Flüssigkeit zugeführt wird und durch Löcher 276 auch die Druckluft.
Im Inneren des Mischbehälters 176 können beliebige Mischelemente liegen, wie ein Granulat,
Steine Glaskugeln od.dgl.
[0048] Die Schaumerzeugungsvorrichtung bzw. der Aufschäumer kann auch nach anderem Prinzip
arbeiten. Die dargestellte Vorrichtung ist einfach zu bedienen und sicher in der Regelung.
[0049] Die Vorrichtung kann eingesetzt werden für das Aufbringen von Schaum auf beliebige
Ware, vorzugsweise Florware, Teppiche u.dgl.
[0050] Bei sämtlichen dargestellten Ausführungsbeispielen besteht die Möglichkeit, wie aus
Fig. 3 ersichtlich, einen Saugkasten 9, der in seiner Lage einstellbar ist, unterhalb
der Ware anzuordnen. Dieser kann mit Farbabscheider u.dgl. versehen sein und über
einen Schlauch 90 von einer einstellbaren und regelbaren Saugpumpe 91 mit dem notwendigen
Saugdruck versehen werden.
[0051] Saugkästen mit Schlitzanordnung sind vorbekannt zum Durchsaugen und Absaugen von
Druckmedien, beispielsweise durch die FR-PS 984 151. Der Einsatz eines solchen Saugkastens
9 beliebiger Gestaltung, vorzugsweise aber mit Saugschlitz, hat den Vorteil, daß insbesondere
beim Drucken mit Schaum dieser schneller in die Ware eindringt. In diesem Fall ist
es vorteilhaft, die Warenbahn 60 auf einem luftdurchlässigen Drucktuch 61 aufliegen
zu lassen. Beim Drucken mit Schaum ist es vorteilhaft, daß der seitenbegrenzte Raum
4 eine im wesentlichen freie Bodenfläche aufweist; auf der der Schaum drucklos liegt
und erst durch das Auftragselement 3, vorzugsweise eine Rakel, durch die Schablone
hindurchgepreßt wird. Die dargestellte Vorrich- tung ist im wesentlichen für den Auftrag,
z.B. Färben oder Druckauftrag mit Schaum geeignet, es lassen sich aber auch andere
Auftragsmedien, beispielsweise stark viskose Farbpasten, Puder, mit dieser Vorrichtung
auftragen, genauso aufgeschäumte Glänzerstoffe u.dgl. Als Schaum ist, wie erwähnt,
jede Veredelungsflottenmischung auftragbar, nicht nur Farbe.
[0052] Die dargestellten Aüsführungsbeispiele zeigen im wesentlichen Kammern als Raum 4.
Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Raum 4 allein durch die Anordnung einer
einzigen Wand 41 zu bilden, wie das Ausführungsbeispiel der Fig. 6 zeigt und diese
Wand so hochzuziehen, daß ein Füllbereich 40 entsteht, der sich dann aber bis zum
Sieb herunter erstreckt. Die Anordnung von Seitenbegrenzungen oder Seiten- wänden
43 ist in diesem Fall von Vorteil. Die kammerartige Ausbildung des begrenzten Raumes
4 hat insbesondere bei Einsatz von Siebbändern oder beim Einsatz von flachebenen Schablonen
Vorteile, weil das Medium nach keiner Richtung abfließen kann. Bei flachebenen Schablonen
oder Sieben kann sich die Auftragseinrichtung 3 mit ihrer Wand oder Wandung 41 in
bekannter Weise auf der Schablone oder dem Sieb hin- und herbewegen.
[0053] Das wesentlichste Merkmal ist somit die Anordnung einer Wandung 41 bzw. einer Wand,
die mit der Auftragseinrichtung 3 abschließt und/oder dieser gegenüber abgedichtet
ist zur Erhöhung, und zwar zur wesentlichen Erhöhung des Füllbereiches vor der Auftragseinrichtung
3 erheblich über deren Höhe hinaus. Dieser Füllbereich kann bis zur doppelten, dreifachen
oder noch größeren Höhe'im Verhältnis zur Auftragseinrichtung gezogen werden, was
insbesondere für den Schaumauftrag oder -eintrag wesentlich ist.
[0054] Das Sieb oder ein siebartiger Zwischenträger kann als perforiertes Blech, als Gitterwerk,
Netzwerk, Drahtgewebe, als Siebtrommel, Schablone od.dgl. ausgebildet sein. Es kann
stillstehen oder gegebenenfalls mitgezogen werden mit der Ware oder gesondert angetrieben
angeordnet sein. Unter anderem ist auch an Schablonen gedacht, die die Flotte mustergemäß
oder uni, also fläschengemäß, auftragen können, vorzugsweise rotierende Siebe oder
Schablonen.
[0055] Es kann aber auch ein Netzwerk aus Kunststoff oder beispielsweise Kunstfasern u.dgl.
aufgelegt werden, ein Drahtgewebe usw.
[0056] Alle in den Unterlagen offenbarten Angaben und Merkmale, insbesondere die offenbarten
räumlichen Ausgestaltungen, werden, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber
dem Stand der Technik neu sind, als erfindungswesentlich beansprucht.
1. Vorrichtung zum Auftragen eines Mediums (einer Veredelungsflotte) auf ein Flächengebilde
mittels einer Auftragseinrichtung, wobei der Auftragseinrichtung ein das Auftragsmedium
aufnehmender, sich über die Arbeitsbreite erstreckender begrenzter Raum zugeordnet
ist, der vor dem Auftragsbereich der Auftragseinrichtung liegt, dadurch gekennzeichnet, daß dieser Raum
(4) oberhalb eines Siebes (2) angeordnet ist und über die Höhe der Auftragseinrichtung
(3) hinausgeführt ist und einen sich über die Höhe der Auftragseinrichtung erhebenden
Füllbereich aufweist, der mit einer Wandung mit der Auftragseinrichtung (3) abschließt
und/ oder dieser gegenüber abgedichtet ist und diesem Raum (4) mindestens eine Zuführung
(5) zum Einfüllen des Mediums zugeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Zuführung (5) bzw.
die Zuführungsvorrichtung (en) für das Medium mit einer Schaumerzeugungsvorrichtung
(7) verbunden ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der vorzugsweise seitenbegrenzte
Raum (4) eine freie Bodenfläche gegenüber dem Sieb (2) aufweist und die an der Auftragseinrichtung
(3) befestigten oder freien Seitenbegrenzungen als Seitenwände (43) od.dgl. formabschließend
zum Sieb (2) liegen.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß unterhalb der zum
Sieb (2) freien Bodenfläche des vorzugsweise seitenbegrenzten Raumes (4) eine Saugkastenanordnung
(9) vorgesehen ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß oberhalb der Auftragseinrichtung
(3) eine sich etwa vertikal erstreckende, über die Gesamtarbeitsbreite gezogene Wand
(41) angeordnet ist, die sich auf dem Auftragselement . bzw.-der Auftragseinrichtung
(3) bzw. seiner Halterung (30) abstützt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Wandung
(41) und der Auftragseinrichtung (3) bzw. seiner Halterung (30) ein Abdichtschuh (44)
angeordnet ist, der einstellbar gelagert ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Abdichtschuh
(44) eine Dichtung (144) an seiner Unterseite trägt und einen Teil der Mantelfläche
der Halterung (30) bzw. einen Teil der Mantelfläche der als Auftragsrolle ausgebildeten
Auftragseinrichtung (3) dichtend übergreift.
8. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung (41) mit der
sich über die Gesamtarbeitsbreite erstreckenden Zuführung (5) als Einheit verbunden
ist, so daß sich die Zuführung (5) über der Wandung (41) aufbaut und diese vergrößert.
9. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der nachfolgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Raum (4) qeschlossen ist durch eine bodenfreie, gegenüber dem Sieb (2)' formabschließende
Kammer, die sich über die Auftragseinrichtung (3) hinaus erhöht zur Erzielung eines
zusätzlichen Füllbereiches (40) und dieser Kammerteil mit einer Wand oder Wandung
(41) versehen ist, die am Auftragselement bzw. an der Auftragseinrichtung (3) abschließt
und der Kammer ein oder mehrere Zuführungen (5) für das Auftragsmedium, vorzugsweise
Schaum, zugeordnet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der nachfolgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die sich an der Auftragseinrichtung (3) abstützende Wand (41) gegenüber der Auftragseinrichtung
(3) abgedichtet ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der nachfolgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der Raum (4) durch eine Kammer- oder Kastenanordnung geschlossen ist, wobei diese
Kammer oder der Kasten vierseitig begrenzt ist und am Maschinengestell bzw. Auftragswerk
(1) festgelegt ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Kammer oder der Kasten
durch Umschließung des Raumes (4) bzw. auch die einzelne Wand oder Wandung (41) durch
Halterungen (142) an Traversen (15) zwischen Seitenlagerköpfen (13) des Auftragswerkes
(1) gelagert ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der nachfolgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der begrenzte Raum (4) von Wänden oder Wandungen (41,42,43) begrenzt ist, die
einzeln auf dem Sieb oder einer Siebschablone (2) angeordnet und festgelegt sind und
im Verhältnis zueinander verstellbar sind, so daß der begrenzte Raum (4) in seiner
Größe veränderbar ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 1 und 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwände
(43) in ihrem Abstand zueinander einstellbar gelagert sind.
15. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der nachfolgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zuführung (5) eine Reihe von Ausflußstutzen (50) aufweist, die in Richtung
auf den abgegrenzten Raum (4) gerichtet sind zur Zuführung vorzugsweise von mit Farbstoff
versehenem Schaum od.dgl.
16. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der nachfolgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß als Auftragseinrichtung (3) eine Auftragsrolle angeordnet ist, auf der sich,die
Wandung (41) abgedichtet zur sich drehenden Auftragsrolle abstützt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der nachfolgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß als Auftragseinrichtung (3) eine Streichrakel vorgesehen ist, auf deren Halterung
oder Oberkante sich abdichtend die Wandung (41) abstützt.
18. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der nachfolgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die auf der Zuleitungsseite des Siebes (2) liegende vordere Wandung (42) über
eine Abdichtleiste (45) bzw. eine Dichtung (145) zum Sieb | (2) hin abgedichtet ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 1 und einem der nachfolgenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß die Abdichtleiste (45) aus flexiblem Material besteht.
20. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der begrenzte Raum (4)
bzw. die Höhe der Wandung (41) ein Mehrfaches der Höhe der Auftragseinrichtung (3)
beträgt.
21. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung (41) sich
oben auf der Auftragseinrichtung, vorzugsweise auf der Zenitlinie äufbaut.