(19)
(11) EP 0 047 909 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
24.03.1982  Patentblatt  1982/12

(21) Anmeldenummer: 81106779.2

(22) Anmeldetag:  29.08.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B41F 13/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE FR LI SE

(30) Priorität: 13.09.1980 DE 3034670

(71) Anmelder: M.A.N.-ROLAND Druckmaschinen Aktiengesellschaft
63012 Offenbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Burger, Rainer
    D-8900 Augsburg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Druckwerk für eine Rollen-Rotationsdruckmaschine


    (57) Um bei einem Druckwerk (1) für eine Rollen-Rotationsdruckmaschine, bei dem die Papierbahn (5) über einen aufsteigenden Bereich seitlich den Druckzylindern des Druckwerkes (1) zuführbar ist, sowohl den unterhalb als auch den oberhalb der seitlich zugeführten Papierbahn (5) angeordneten Zylinder zugänglich zu machen, wird eine Papierleitwalze (6) abgesenkt und anschließend ein eine Stehfläche bietender Träger (11) in eine horizontale Position (11') geschwenkt. Eine auf dem Träger (11) stehende Bedienungsperson kann bei dieser Bahnführung an den oberen Druckwerkzylindern hantieren, während bei dem Papierbahnverlauf, bei dem sich die Leitwalze (6) in der oberen Stellung und der Träger (11) in der vertikalen Lage befindet, die unteren Druckwerkzylinder zugänglich sind.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Druckwerk für eine Rollen-Rotationsdruckmaschine, in das eine zu bedruckende Bahn von einem aufsteigenden Bahnführungsabschnitt kommend über eine die Bahn umlenkende Leitwalze seitlich zwischen zwei Druckwerkzylindern einführbar ist, wobei die aufsteigende Bahn von den Druckwerkzylindern so beabstandet ist, daß diese zugängig sind.

    [0002] Ein Druckwerk für eine Rollen-Rotationsdruckmaschine der vorangehend genannten Art ist aus dem Fachbuch "Techniken, Systeme, Maschinen" Seite 9, Abbildung 17b, zweites Bild von links, Oscar Frei, Polygraph-Verlag bekannt. Bei einer derartigen Zuführung der Papierbahn ist zwar eine relativ gute Zugängigkeit zu den unteren Druckwerkzylindern gegeben, jedoch bereitet es besonders bei Zeitungsdruckmaschinen Schwierigkeiten, z. B. für den Plattenwechsel an die oberhalb der Papierbahn liegenden Druckwerkzylinder heranzukommen, da der Zugang zu diesen Zylindern durch die Papierbahn behindert wird. Es versteht sich, daß der zu den Druckwerkzylindern aufsteigende Bahnführungsabschnitt näher an die Druckwerkzylinder heran verlegt werden kann, so daß oberhalb der seitlich ins Druckwerk eingeführten Bahn freier Zugang zu den dortigen Druckwerkzylindern gegeben ist, jedoch verdeckt in diesem Fall der aufsteigende Papierbahnabschnitt die unteren Druckwerkzylinder.

    [0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, ein Druckwerk der eingangs genannten Art so auszubilden, daß mit einfachen Mitteln der Zugang zu der oberhalb in das Druckwerk einlaufenden Papierbahn verbessert wird.

    [0004] Diese Aufgabe wird gemäß dem Kennzeichen des Patentanspruchs 1 gelöst. Weitere Ausbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen und aus der Beschreibung in Verbindung mit den Zeichnungen.

    [0005] Bei der erfindungsgemäßen Ausbildung der Bahnzuführung ist es lediglich erforderlich, eine Leitwalze, die in einer entsprechenden Lagerung beidseitig gehalten ist, abzusenken, so daß die Papierbahn in Druckwerkzylindernähe aufsteigt, wonach ein eine Stehfläche bietender Träger, beispielsweise in Form einer Arbeitsbühne, über die Papierbahn legbar ist, so daß nun an den oberen Druckwerkzylindern sowie an deren Farb- und Feuchtwerken hantiert werden kann. Dabei kann entweder die zwischen der abgesenkten Leitwalze und einer im Druckwerkeinlaufbereich angeordneten weiteren Leitwalze die Bahn frei durchhängen oder durch eine weitere nach Absenken der genannten Leitwalze in deren Höhe einsetzbare Leitwalze gespannt werden, so daß auch bei geänderter Papierführung im Druckbetrieb gearbeitet werden kann. Der Ausdruck "von einem aufsteigenden Bahnführungsabschnitt kommend und seitlich zwischen zwei Druckwerkzylindern in das Druckwerk einführbar" ist so zu verstehen, daß die zu bedruckende Bahn auch in entgegengesetzter Richtung durch das Druckwerk laufen kann.

    [0006] Im nachfolgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen im einzelnen beschrieben, wobei Bezug auf die beiliegenden Zeichnungen genommen wird. In diesen zeigen:

    Fig. 1 ein Druckwerk für eine Rollen-Rotationsdruckmaschine mit einer bekannten Bahnführung,

    Fig. 2 ein Druckwerk mit der erfindungsgemäßen Papierleitvorrichtung und

    Fig. 3 ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Papierleitvorrichtung.



    [0007] Fig. 1 zeigt ein übliches 9-Zylinder-Druckwerk einer Rollen-Rotationsoffsetdruckmaschine, die beispielsweise für den Zeitungsdruck einsetzbar ist. Von den äußeren Plattenzylindern sind lediglich die an der linken Seite des Druckwerks 1 angeordneten Plattenzylinder 2 und 3 bezeichnet, die in üblicher Weise jeweils mit einem Gummizylinder zusammenwirken. Unterhalb des H-förmig ausgebildeten Druckwerkes 1 ist ein aus drei Rollen bestehender Papierrollenstern 4 angedeutet. Von der oberen Rolle wird die Papierbahn zum Druckwerk 1 hochgeführt, wobei die Papierbahn 5 zunächst vertikal nach oben läuft, wonach eine Umlenkung um eine Papierleitwalze 6 zur seitlichen Einführung zwischen zwei Zylindern, beispielsweise zwischen den Gummizylinder und einen nicht näher bezeichneten zentralen Gegendruckzylinder, des Druckwerks 1 erfolgt.

    [0008] Bei der in Fig. 1 gezeigten Ausführungsform des Druckwerkes 1 kann eine Bedienungsperson zwischen den aufsteigenden Bereich der Papierbahn und die linke Seite des Druckwerkes 1 treten und, beispielsweise im Stillstand der Maschine, einen Plattenwechsel am Plattenzylinder 3 vornehmen. Die Zugänglichkeit zu den oberen Druckwerkzylindern ist jedoch durch die etwa horizontal seitlich in das Druckwerk 1 eingeführte Papierbahn 5 bei diesem bekannten Druckwerk behindert.

    [0009] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung der Papierleitvorrichtung gemäß den Fig. 2 und 3 ist es nun in einfacher Weise möglich, auch an die oberen Druckwerkzylinder heranzukommen, um an diesen die erforderlichen Arbeits- und Überwachungsvorgänge vornehmen zu können.

    [0010] Die zwischen zwei Seitenwänden gelagerte Papierleitwalze 6 ist deshalb etwa vertikal absenkbar, so daß sie in die Position 6' gelangt. In dieser abgesenkten Stellung der Papierleitwalze 6' wird die Papierbahn 5 über eine weitere Papierleitwalze 8' geführt und an dieser umgelenkt, so daß der aufsteigende Bahnführungsabschnitt A von der in den Fig. 2 und 3 links dargestellten Position zu den Druckwerkzylindern hin verschoben ist. Dieser nach rechts verlegte aufsteigende Bahnführungsabschnitt ist mit A' bezeichnet. Die über die Papierleitwalzen 9, 10, 6', 8' und 7 verlaufende Papierbahn 5 kann in üblicher Weise auch bei diesem Bahnverlauf gespannt werden, so daß die Maschine drukken kann.

    [0011] Nach erfolgtem Absenken der Leitwalze 6 und Einfügen der Leitwalze 8 in die Stellungen 6' und 8' wird ein eine Stehfläche bietender Träger, beispielsweise in Form eines Trittbretts 11, von der außerhalb des Bahnführungsabschnittes A senkrecht verlaufenden Stellung abgeschwenkt, so daß der Träger 11' über dem zwischen den Leitwalzen 6' und 8' verlaufenden Bahnabschnittes zu liegen kommt. Eine auf dem Träger 11' stehende Bedienungsperson kann nun an den oberen Zylindern die erforderlichen Arbeiten, beispielsweise Plattenwechsel bei Stillstand der Maschine, ausführen.

    [0012] Fig. 3 zeigt eine abgewandelte Ausführungsform der Papierleitvorrichtung. Die in dem Druckwerk 1 bedruckte Bahn 5 wird bei der Ausführungsform gemäß Fig. 3 wieder seitlich aus dem Druckwerk 1 herausgeführt. Für diesen Zweck werden anstelle der in Fig. 2 verwendeten absenkbaren Leitwalze 6 zwei absenkbare Leitwalzen 13 und 14 verwendet. Wenn sich die Leitwalzen 13 und 14 in der oberen Stellung befinden und der Träger 11 aufrecht gestellt ist, sind die unteren Druckwerkzylinder und die zu diesen gehörenden nicht dargestellten Farb-und Feuchtwerke zugänglich. Werden die Leitwalzen 13 und 14 in die Position 13' und 14' abgesenkt und der Träger 11 nach unten geschwenkt, so daß er die waagerechte Lage 11' einnimmt, kann eine auf dem Träger 11 stehende Bedienungsperson an den oberen Druckwerkzylindern arbeiten.

    [0013] Zum automatischen Absenken der Leitwalzen ist die in Fig. 3 schematisch dargestellte Vorrichtung geeignet. Diese besteht aus einem an einer Seitenwand befestigten Antriebsmotor, beispielsweise einem Elektromotor 15, durch den eine vertikal verlaufende Gewindespindel 16 antreibbar ist. Mit Hilfe der Gewindespindel sind die an einem Führungsstück 17 befestigten Leitwalzen 13 und 14 in entsprechenden, nicht näher dargestellten Führungsbahnen bis zu den Positionen 13', 14' absenkbar. Die in Fig. 3 gezeigte Führungsspindel 16 kann, gegebenenfalls jeweils mit einem separaten Antrieb beidseitig der Leitwalzen verwendet und synchron betrieben werden.

    [0014] In vorteilhafter Weise kann gemäß Fig. 2 an dem oberen schwenkpunktfernen Ende des Trägers 11 die nach Absenken der Leitwalze 6 einschwenkbare Leitwalze 8 angeordnet werden, so daß automatisch mit dem Einschwenken des Trägers 11 in die horizontale Lage die Leitwalze 8 in die Position 8' gelangt. In der Ausführungsform gemäß Fig. 3 ist eine derartige Leitwalze nicht gezeigt, so daß hier zwischen den Papierleitwalzen 7 und 13', 14' geführten Bahnabschnitte 2 durchhängen. Es versteht sich, daß bei einem derartigen Durchhang nicht gedruckt werden kann. Die Druckwerkzylinder können jedoch zur Ausführung der erforderlichen Arbeiten, wie Plattenwechsel, gedreht werden, ohne daß Makulatur produziert wird. Das gleiche ist bei der Ausführung gemäß Fig. 2 möglich, wenn die Leitwalze 6 nur teilweise gesenkt wird, was bei 6" angedeutet ist.


    Ansprüche

    1. Druckwerk für eine Rollen-Rotationsdruckmaschine, in das eine zu bedruckende Bahn von einem aufsteigenden Bahnführungsabschnitt kommend über eine die Bahn umlenkende Leitwalze seitlich zwischen zwei Druckwerkzylindern einführbar ist, wobei die aufsteigende Bahn von den Druckwerkzylindern so beabstandet ist, daß diese zugängig sind, dadurch gekennzeichnet, daß der aufsteigende Bahnführungsabschnitt (A) durch Absenken der Leitwalze (6) versetzbar und oberhalb der abgesenkten Leitwalze (6') zwischen dieser und dem verschobenen aufsteigenden Bahnführungsabschnitt (A') ein eine Stehfläche bietender Träger (11') anbringbar ist.
     
    2. Druckwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Absenken der Leitwalze (6') eine die Bahn (5) in den verschobenen aufsteigenden Bahnführungsabschnitt (A') umlenkende Leitwalze (8') einfügbar ist.
     
    3. Druckwerk nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, der der Träger (11) als schwenkbares Trittbrett ausgebildet ist, dessen Schwenkachse an der druckwerkfernen Seite des Bahnführungsabschnitts (A) verläuft.
     
    4. Druckwerk nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß am schwenkpunktfernen Ende des Trittbretts (11) die Leitwalze (8) angeordnet ist.
     
    5. Druckwerk nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur seitlichen Einführung der Papierbahn in das Druckwerk oberhalb der abgesenkten Leitwalze (8') eine weitere, die von dem Bahnführungsabschnitt (A') kommende Bahn (5) umlenkende Leitwalze (7) angeordnet ist.
     
    6. Druckwerk nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitwalze (6) zur Entspannung der Bahn (5) teilabsenkbar ist.
     
    7. Druckwerk nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herausführung der in dem Druckwerk (1) bedruckten Bahn (5) oberhalb oder unterhalb der absenkbaren Leitwalze (13) eine weitere absenkbare Walze (14) angeordnet ist.
     
    8, Druckwerk nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Leitwalzen (6, 13, 14) durch eine von einem Motor (15) angetriebene Spindel (16) absenk- und anhebbar sind.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht