[0001] Das durch die DE-AS 28 52 299 bekannte Verfahren zum Bilden einer Oberwendlichnaht
mit Hilfe einer Zickzack-Nähmaschine sieht vor, daß die Nadelstange nach dem Bilden
einer ersten Verschlingung von Nadel- und Greiferfaden in einer ersten Oberstichlage
zum Bilden einer weiteren Fadenverschlingung in eine zweite Überstichlage wechselt,
wobei der Nadelfaden über einen Obernähdorn gelegt und dadurch gelockert wird. In
der zweiten Oberstichlage der Nadelstange wird dann mindestens ein Geradstich gebildet,
worauf der von der ersten zur zweiten Fadenverschlingung führende Nadelfaden beim
folgenden Wechsel der Nadelstange in die erste Oberstichlage zu einer Schleife ausgezogen,
der Nadel zum Einstich dargeboten und danach freigegeben wird. Der Wechsel der Nadelstange
in die jeweils andere Oberstichlage erfolgt bei ausgesetztem Nähgutvorschub. Zur Erzieleung
einer besonders lockeren Naht wird das Fadenstück zwischen der ersten und zweiten
Fadenverschlingung unter Umkehr der Nähgutvorschubrichtung ausgezogen. Die fortschreitende
Nahtbildung wird ausschließlich durch die Ausführung mindestens eines Geradstiches
innerhalb einer aus mindestens vier Stichen gebildeten Grundformation der Oberwendlichnaht
erzielt.
[0002] Durch die Vorschubpausen bzw. die Ausführung eines Rückwärtsstiches entsteht eine
nicht unerhebliche Verzögerung der fortschreitenden Nahtbildung, so daß die effektive
Vorschubgeschwindigkeit und damit die Nähzeit negativ beeinflußt werden. Rationell
läßt sich dieses Verfahren nur auf solchen Zickzack-Nähmaschinen ausführen, die mit
Steuerungsmitteln für die Nadelstange und den Stoffschieber ausgerüstet sind.
[0003] Bei der Vorrichtung zur Durchführung des bekannten Verfahrens ist der zum Lockern
und Ausziehen des von der ersten zur zweiten Fadenverschlingung einer Grundformation
der Oberwendlichnaht führenden Nadelfadens dienende Obernähdorn an seinem freien Ende
hakenförmig ausgebildet, um ein Abrutschen des auszuziehenden Nadelfadens zu verhindern.
Allerdings reicht die Sicherheit gegen das Abrutschen bei Verwendung von steifen und
glatten Fäden nicht aus. Durch stärkere Aufbiegung des Hakens könnte das Abrutschen
zwar weitgehend verhindert werden, jedoch ergeben sich dann Schwierigkeiten beim Abstreifen
der ausgezogenen Fadenschleife. Zum Abstreifen wird nämlich der Obernähdorn der bekannten
Vorrichtung mit Berührungskontakt an der Vorderkante eines auf dem Stoffdrücker der
Nähmaschine befestigten Schleifenabstreifbügels vorbeibewegt. Bei Verwendung eines
zur Erhöhung der Sicherheit gegen Abrutschen der Fadenschleife stärker aufgebogenen
Obernähdornes würde bei der bekannten Vorrichtung die Fadenbeanspruchung beim Abstreifen
der Fadenschleife in einem nicht vertretbaren Maße ansteigen.
[0004] Der in den Patentansprüchen zusammengefaßten Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde,
ein Verfahren und eine Vorrichtung zu dessen Durchführung zu entwickeln, die es ermöglichen,
eine Oberwendlichnaht wesentlich schneller herzustellen, eine schonende Fadenbehandlung
und volle Sicherheit gegen das Abrutschen der auszuziehenden Fadenschleife vom Obernähdorn
gewährleisten und es gestatten, die Oberwendlichnaht auf jeder normalen Zickzack-Nähmaschine
herzustellen.
[0005] Die Oberwendlichnaht kann nach dem neuen Verfahren mit der gleichen Vorschubgeschwindigkeit
wie eine normale Zickzacknaht genäht werden.
[0006] Die Fadenschleife wird durch die in den Ansprüchen 2 und 3 angegebenen Einzelheiten
beim Nähen sowohl über den Obernähdorn als auch über den Abstreifer gelegt, sie kann
daher sehr leicht und schonend vom Obernähdorn abgehoben und freigegeben werden. Außerdem
ergibt sich durch die Maßnahme nach Anspruch 2 und 3 eine besonders einfache, von
der Axialbewegung der Nadelstange abgeleitete Steuerung des Abstreifers.
[0007] Das Abrutschen der Fadenschleife während der Ausziehbewegung des Obernähdornes wird
durch die im Anspruch 4 angegebenen Merkmale wirksam verhindert, weil Halteglied und
Obernähdorn praktisch eine beim Ausziehen geschlossene öse für die Fadenschleife bilden.
[0008] Durch die Merkmale nach Anspruch 5 wird die Öse auf sehr einfache Weise für den Eintritt
der Fadenschleife geöffnet und zum Ausziehen geschlossen.
[0009] Durch die Ausbildung und Anordnung der Vorrichtung nach Anspruch 6 und 7 folgt sie
allen Vertikalbewegungen des Stoffdrückers.
[0010] Aufgrund aller Maßnahmen nach Anspruch 2 bis 7 zusammengenommen eignet sich die Vorrichtung
als Zusatzgerät für jede normale Zickzack-Nähmaschine.
[0011] Das neue Verfahren und die Vorrichtung zu seiner Durchführung sind nachstehend anhand
der beigefügten Zeichnung näher beschrieben.
[0012] Es zeigen:
Fig. 1 ein zur Befestigung am Stoffdrücker einer Zickzack-Nähmaschine bestimmtes Ausführungsbeispiel
der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens,
Fig. 2 ein zur Befestigung an der Stichplatte einer Zickzack- Nähmaschine bestimmtes
Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens,
Fig. 3 eine schaubildliche Darstellung der den Obernähdorn und den Abstreifer für
die Fadenschleife tragenden Schaltwelle in vergrößertem Maßstab,
Fig. 4 bis 6 die freien Enden von Obernähdorn, Fadenabstreifer, Fadenhalteglied und
Sohle des Stoffdrückers in drei verschiedenen Arbeitsphasen und
Fig. 7 eine vergrößerte schaubildliche Darstellung einer nach dem neuen Verfahren
hergestellten Oberwendlichnaht an der Randkante eines Stoffstückes.
[0013] Im Kopf 20 der Zickzack-Nähmaschine, mit deren Hilfe das Verfahren durchgeführt werden
soll, sind die unter Federwirkung stehende Stoffdrückerstange 21 und die Nadelstange
22 angeordnet. Am unteren Ende der Nadelstange 22 ist ein Nadelhalter 23 angeordnet,
in dem mittels einer einen Zylinderkopf 24 aufweisenden Befestigungsschraube 25 die
Nadel 26 befestigt ist, welche mit einem unter der Stichplatte 27 angeordneten fadenführenden
Greifer 28 zur Bildung von Doppelsteppstichen zusammenarbeitet. Der Nadelstange 22
werden in bekannter Weise senkrechte Auf- und Abbewegungen und wahlweise quer dazu
gerichetete Pendelbwegungen zwischen den mit I und II, Fig. 1 und 2, bezeichneten
Oberstichlagen erteilt.
[0014] Die mit einem Durchtrittschlitz für die Nadel 26 versehene Stichplatte 27 der Nähmaschine
weist zwei Längsschlitze 29 auf, durch die hindurch die gezahnten Stege 30 des in
üblicher Weise eine Viereckbewegung ausführenden Stoffschiebers 31 zur Nähgutverschiebung
nach oben durchtreten.
[0015] Mit den Stegen 30 des Stoffschiebers 31 arbeitet die Sohle 32 des Stoffdrückers der
Nähmaschine zusammen, die an einem Schaft 33 gelenkig gelagert ist. Der Schaft 33
ist mittels einer Flügelschraube 34 am unteren Ende der Stoffdrückerstange 21 befestigt,
die durch eine nicht dargestellte Stoffdrückerfeder nach abwärts beaufschlagt wird.
Der Schaft 33 weist einen Durchbruch 35 auf, durch den der eine Lagersteg (36) eines
mit zwei winklig abgebogenen Lagerstegen 36 und 37 ausgebildeten Lagerbügels 38 durchgeführt
und in denen eine Welle 39 drehbar und längsverschiebbar gelagert ist. Der Lagerbügel
38 ist mittels einer nicht dargestellten Schraube im Schaft 33 befestigt. Durch die
Verbindung Schaft 33/Lagersteg 36 folgt die Welle 39 allen vertikalen Bewegungen des
Stoffdrückers.
[0016] Am unteren, durch den Lagersteg 36 ragenden Ende der Welle 39 ist ein Winkel träger
40 mittels einer Schraube 41, Fig. 3, befestigt. Die Axialsicherung der Welle 39 erfolgt
durch einen auf ihrem oberen Ende befestigten Tasthebel 42 und einen Sprengring 43,
Fig. 1 und 2. Zwischen dem Lagersteg 36 und dem Winkelträger 40 ist auf der Welle
39 eine Drehfeder 44 angeordnet, welche zwei freie Schenkel 45 und 46 aufweist, von
denen der eine, 45, am Lagersteg 36 abgestützt ist und der andere, 46, am Winkelträger
40 angreift. Der Lagerbügel 38 ist durch Schrauben 47 an einem die Teile der Vorrichtung
umschließenden Gehäuse 48 befestigt, das der besseren Montage wegen mehrteilig ausgebildet
sein kann. Der Tasthebel 42 weist ein hochgebogenes, durch eine Aussparung 49 des
Gehäuses 48 ragendes freies Ende 50 mit einer schrägen Anlauffläche 51, Fig. 3, auf,
die mit der Nadelstange 22 zusammenarbeitet, um die Welle 39 zu verdrehen.
[0017] Am Winkelträger 40 ist ein Obernähdorn 52 ausgebildet, der eine nach oben abgebogene
Haltenase 53 für die Nadelfadenschleife aufweist und durch eine öffnung im Gehäuse
48 nach außen bis über den Nadeldurchtrittschlitz ragt. In die Endstellung wird der
Winkel träger 40 mit dem Obernähdorn 52 durch die Drehfeder 44 gedrückt. Die Endstellung
wird durch eine in einem Lappen 54 des Lagerbügels 38 angeordnete, einstellbare Anschlagschraube
55 bestimmt, die mit einem Ansatz 56, Fig. 3, des Tasthebels 42 zusammenwirkt.
[0018] An einem winklig hochgebogenen Lagersteg 57 des Winkelträgers 40 ist ein als zweiarmiger
Hebel ausgebildeter Abstreifer 58 für die Nadelfadenschleife um eine Zapfenschraube
59, Fig. 3, schwenkbar gelagert. Der eine Arm 60 ragt zur Nadel 26 hin. Sein vorderes
Ende ist parallel zum Obernähdorn 52 angeordnet und bildet eine Ergänzung von diesem.
Der andere Arm 61 des Abstreifers 58 ragt schräg nach aufwärts. Sein Ende ist L-förmig
abgebogen und der freie Steg 62 weist eine schräge.Anlauffläche 63 auf, die in der
Oberstichlage I der Nadelstange 22 in die Bewegungsbahn des Zylinderkopfes 24 der
Nadelbefestigungsschraube 25 ragt. Am Arm 60 des Abstreifers 58 ist ein winklig abgebogener
Lappen 64 zur Befestigung eines aus Federdraht hergestellten Haltegliedes 65 für die
Nadelfadenschleife mittels einer Schraube 66 vorgesehen. Der vordere Teil des Haltegliedes
65 ist nach unten abgebogen. Das Halteglied 65 legt sich zum Ausziehen einer Nadelfadenschleife
mit dem freien Ende unter der Wirkung einer den Abstreifer 58 beaufschlagenden Schenkelfeder
67 gegen Haltenase 53 des Obernähdornes 52 (Fig. 5). In der Fadenfangstellung (Fig.
4) läuft der Abstreifer 58 mit dem vorderen Ende seines Armes 60 auf eine Anlauffläche
69 der Stoffdrückersohle 32 auf, wodurch der Arm 60 und damit das Halteglied 65 etwas
angeboben werden, so daß zwischen Haltenase 53 und Halteglied 65 ein Spalt entsteht,
durch den eine über das Halteglied 65, den Obernähdorn 52 und den Arm des Abstreifers
58 gelegte Nadelfadenschleife eintreten kann und so hinter die Haltenase 53 des Übernähdornes
52 gelangt. Wie erwähnt, wird der Spalt zum Ausziehen der Nadelfadenschleife - wie
in Fig. 5 dargestellt - durch die Feder 67 geschlossen, so daß Obernähdorn 52 und
Haltegleid 65 praktisch eine Öse bilden. In der Freigabestellung für die Fadenschleife
(Fig. 6) wird der Abstreifer 58 durch Auflaufen des Zylinderkopfes 24 der Schraube
25 auf die Gleitfläche 63 um die Zapfenschraube 59 gegen die Wirkung der Schenkelfeder
67 verschwenkt, wobei der Arm 60 des Abstreifers 58 bis über die Haltenase 53 des
Obernähdornes 52 angehoben und das Halteglied 65 von der Haltenase 53 abgehoben wird.
Die ausgezogene Nadelfadenschleife kann so unbehindert über die Haltenase 53 abrutschen.
[0019] Zur Führung der Seitenkante des Nähgutes W ist auf der Stoffdrückersohle 32 ein Lineal
70 mit einem nach unten abgewinkelten Führungssteg 71 befestigt.
[0020] Beim zweiten Ausführungsbeispiel der Vorrichtung ist die Welle 39 zur Stabilisierung
in einem Lagerwinkel 72 gelagert, der mit seinem Fußteil mit Hilfe einer durch einen
Klemmring 73 gegen Verlorengehen gesicherten Rändelschraube 74 auf der Stichplatte
27 der Nähmaschine befestigt ist. Zur Lagesicherung weist der Fußteil des Lagerwinkels
72 an der Unterseite eine Rippe 75 auf, die in eine Aussparung 76 in der Stichplatte
27 eingreift.
[0021] Durchführung des Verfahrens und Arbeitsweise der Vorrichtung.
[0022] Es wird davon ausgegangen, daß das Nähgut W mit der zu benähenden Kante an den Führungssteg
71 des Lineals 70 anstoßend auf der Stichplatte 27 aufliegt, an die es durch die übliche
Stoffdrückerstangenfeder über die am Schaft 33 angeordnete Stoffdrückersohle 32 angedrückt
wird, die zur Ausführung von ZickZack-Stichen eingestellte Nähmaschine in Nadelhochstellung
stillgesetzt ist und noch keine Fadenverschlingung erfolgt ist.
[0023] Wird davon ausgehend die Nähmaschine eingeschaltet, dann sticht die Nadel 26 zum
Bilden der ersten Verschlingung von Nadel- und Greiferfaden NF bzw. GF zuerst im Punkt
1, Fig. 7, in der Oberstichlage I, Fig. 1, 2, der Nadelstange 22 ein, wobei die Enden
der Fäden bei Nähbeginn von der Näherin festgehalten werden. Zum Bilden der Oberwendlichnaht
wechselt die Nadelstange 22 in die Überstichlage II unter Verschiebung des Nähgutes
W um eine Stichlänge durch den Stoffschieber 31 zum Einstich der Nadel 26 im PufKt
2. Dabei nehmen der Übernähdorn 52, der Arm 60 des Abstreifers 58 und das Halteglied
65 ihre in Fig. 5 gezeigte Stellung ein, während die den Tasthebel 42 und den Winkelträger
40 mi: den Vorrichtungsteilen tragende Welle 39 der Pendelbewegung der Nadelstange
22 unter der Wirkung der Schenkelfeder 44 folgt und der zum Punkt 1 reichende Nadelfaden
NF über cas Halteglied 65, den Obernähdorn 52 und den Arm 60 des Abstreifers 58 gelegt
wird, so daß er eine größere Länge als die Strecke 1 - 2 hat. Kurz bevor die Nadelstange
22 die Ober- stich'age II erreicht hat, läuft der Arm 60 des Abstreifers 58 mit dem
freien Ende auf die Anlauffläche 69 der Stoffdrückersohle 32 auf, wodurch der Arm
60 des Abstreifers 58 und damit auch cas Halteglied 65 etwas angehoben werden, so
daß zwischen dem freien Ende des Haltegleides 65 und der Haltenase 53 ein Spalt entsteht,
wie in Fig. 4 gezeigt, durch den der Nadelfaden NF bei der Abwärtsbewegung der Nadelstange
22 durchtritt und hinter die Haltenase 53 gelangt. Nach erfolgter Verschlingung von
Nadel- und Greiferfaden durch den Greifer 28 wechselt die Nadelstange 22 wieder in
die Überstichlage I, wobei das Nähgun W um eine weitere Stichlänge in Richtung des
Pfeiles V zum Einstich der Nadel 26 bei 3, Fig. 7, vorgeschoben wird, währerd sich
die Nadel 26 außerhalb des Nähgutes W befindet.
[0024] Bei der Pendelbewegung der Nadelstange 22 wird die Welle 39 mit dem an ihr angeordneten
Obernähdorn 52, dem Abstreifer 58 und dem Halteglied 65 über den mit der Nadelstange
22 zusammenwirkenden Tasthebel 42 entgegen der Wirkung der Drehfeder 44 verdreht.
Dabei läuft zunächst der Arm 60 des Abstreffers 58 vor der Anlauffläche 69 der Stoffdrückersohle
32 ab und der Abstreifer 58 wird durch die Schenkelfeder 67 - bezogen auf Fig. 3 -
entgegen dem Uhrzeigersinn um die Zapfenschraube 59 versctwenkt, so daß der Spalt
zwischen der Haltenase 53 und dem Halteglied 65 geschlossen wird. Bei der weiteren
Drehbewegung der welle 39 wird der von der ersten zur zweiten Verschlingung reichende
Nadelfaden NF zu einer Schleife ausgezogen und in der Oberstichlage I der Nadel 26
zum Einstich dargeboten. Sobald die Nadel 26 bei 3, Fig. 7, in diese Fadenschleife
eingetreten ist, trifft der Zylinderkopf 24 der Nadelbefestigungsschraube 25 auf die
Anlauffläche 63 des Steges 61 des Abstreifers 58 und verschwenkt diesen zusammen mit
dem Halteglied 65 - bezogen auf Fig. 3 - im Uhrzeigersinn um die Zapfenschraube 59
mit der an der Fadenschleife angreifenden Oberkante des Armes 60 bis über die Haltenase
53 (vergleiche Fig. 6). Die Fadenschleife kann bei der sogenannten Sticheinzugsbewegung
des üblichen Fadenhebels der Nähmaschine unbehindert über die Haltenase 53 abrutschen.
Sie ist an der Stoffaußenkante bei Punkt 3 durch den Greiferfaden GF abgebunden. Mit
Vollendung dieser Verschlingung von Nadel- und Greiferfaden ist eine Grundformation
der Oberwendlichnaht gebildet. Die Ziffern 4 bis 6 in Fig. 7 bezeichnen die weitere
Stichfolge bei der fortschreitenden Bildung der Oberwendlichnaht, wobei das Nähgut
W zwischen jeweils zwei Stichbildungen um eine Stichlänge in Vorschubrichtung, Pfeil
V, Fig. 7, verschoben wird. Die Oberwendlichnaht wird also mit der gleichen Vorschubgeschwindigkeit
wie eine normale Zickzacknaht genäht.
[0025] Da zur Steuerung der Vorrichtung die Pendelbewegungen der Nadelstange ausreichen,
kann jede normale Zickzacknähmaschine zur Durchführung des Verfahrens unter Benutzung
der neuen Vorrichtung verwendet werden.
1. Verfahren zum Bilden einer Oberwendlichnaht mit Hilfe einer Zickzack-Nähmaschine
(20), bei dem nach dem Bilden einer ersten Verschlingung von Nadel- und Greiferfaden
(NF bzw. GF) in einer ersten Uberstichlage (I) der Nadelstange (22) und nach unter
Lockern des Nadelfadens (NF) erfolgtem Wechsel der Nadelstange (22) in eine zweite
Oberstichlage (II) eine weitere Fadenverschlingung erfolgt, worauf der von der ersten
zur zweiten Fadenverschlingung führende Nadel faden (NF) unter Bildung einer Schleife
in die erste Oberstichlage (I) gezogen, die Schleife der Nadel (26) zum nächsten Einstich
dargeboten und danach freigegeben wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Wechsel der
Nadelstange (22) in die jeweils andere Oberstichlage unter Verschiebung des Nähgutes
(W) in Vorschubrichtung (Pfeil V) um jeweils eine Stichlänge erfolgt.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einem zwei aufeinanderfolgende
Bewegungsphasen ausführen- den Obernähdorn (52) und einem Abstreifer (58) für die
Fadenschleife, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstreifer (58) eine Ergänzung des
Übernähdornes (52) bildet und in der einen Oberstichlage (I) durch die Nadelstange
(22) steuerbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstreifer (58) am
Obernähdorn (52) schwenkbar gelagert und als zweiarmiger Hebel (60, 61) ausgebildet
ist, dessen einer Arm (60) die Ergänzung des Übernähdornes (52) bildet und dessen
anderer Arm (61) in der einen Oberstichlage (I) in die Bewegungsbahn der Nadelstange
(22) ragt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Arm (60)
des Abstreifers (58) ein Halteglied (55) für die Fadenschleife trägt, das mit seinem
freien Ende am Obernähdorn (52) zur Anlage bewegbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 bis 4, dadurch gekennzeichent, daß das freie Ende des
Haltegliedes (65) in der zweiten Oberstichlage (II) der Nadelstange (22) durch Auflaufen
des Abstreifers (58) auf eine Gleitfläche (69) des Stoffdrückers (32) vom Obernähdorn
(52) abhebbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie in einem eigenen,
mit dem Stoffdrücker (32) der Nähmaschine (20) verbundenen Gehäuse (48) angeordnet
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 2 bis 6 mit einer den 0bernähdorn
(52) tragenden Welle (39), dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (39) in einem an
der Stichplatte (27) der Nähmaschine (20) angeordneten, in das Gehäuse (48) ragenden
Lagerbügel (38) angeordnet und zusammen mit dem Gehäuse (48) über einen Mitnehmer
(36) mit dem Stoffdrücker (32/33) verbunden ist.