[0001] Das durch DE-AS 28 52 299 bekannte Verfahren zum Bilden einer Überwendlichnaht mit
Hilfe einer Zickzack-Nähmaschine sieht vor, daß die Nadelstange nach dem Bilden einer
ersten Verschlingung von Nadel- und Greiferfaden in einer ersten Überstichlage zum
Bilden einer weiteren Fadenverschlingung in eine zweite Überstichlage wechselt, wobei
der Nadelfaden über einen Übernähdorn gelegt und dadurch gelockert wird. In der zweiten
Überstichlage der Nadelstange wird dann mindestens ein Geradstich gebildet, worauf
der von der ersten zur zweiten Fadenverschlingung führende Nadelfaden beim folgenden
Wechsel der Nadelstange in die erste Überstichlage zu einer Schleife ausgezogen, der
Nadel zum Einstich dargeboten und danach freigegeben wird. Der Wechsel der Nadelstange
in die jeweils andere Überstichlage erfolgt bei ausgesetztem Nähgutvorschub. Zur Erzieleung
einer besonders lockeren Naht wird das Fadenstück zwischen der ersten und zweiten
Fadenverschlingung unter Umkehr der Nähgutvorschubrichtung ausgezogen. Die fortschreitende
Nahtbildung wird ausschließlich durch die Ausführung mindestens eines Geradstiches
innerhalb einer aus mindestens vier Stichen gebildeten Grundformation der Überwendlichnaht
erzielt.
[0002] Durch die Vorschubpausen bzw. die Ausführung eines Rückwärtsstiches entsteht eine
nicht unerhebliche Verzögerung der fortschreitenden Nahtbildung, so daß die effektive
Vorschubgeschwindigkeit und damit die Nähzeit negativ beeinflußt werden. Rationell
läßt sich dieses Verfahren nur auf solchen Zickzack-Nähmaschinen ausführen, die mit
Steuerungsmitteln für die Nadelstange und den Stoffschieber ausgerüstet sind.
[0003] Bei der Vorrichtung zur Durchführung des bekannten Verfahrens ist der zum Lockern
und Ausziehen des von der ersten zur zweiten Fadenverschlingung einer Grundformation
der Überwendlichnaht führenden Nadelfadens dienende Übernähdorn an seinem freien Ende
hakenförmig ausgebildet, um ein Abrutschen des auszuziehenden Nadelfadens zu verhindern.
Allerdings reicht die Sicherheit gegen das Abrutschen bei Verwendung von steifen und
glatten Fäden nicht aus. Durch stärkere Aufbiegung des Hakens könnte das Abrutschen
zwar weitgehend verhindert werden, jedoch ergeben sich dann Schwierigkeiten beim Abstreifen
der ausgezogenen Fadenschleife. Zum Abstreifen wird nämlich der Übernähdorn der bekannten
Vorrichtung mit Berührungskontakt an der Vorderkante eines auf dem Stoffdrücker der
Nähmaschine befestigten Schleifenabstreifbügels vorbeibewegt. Bei Verwendung eines
zur Erhöhung der Sicherheit gegen Abrutschen der Fadenschleife stärker aufgebogenen
Übernähdornes würde bei der bekannten Vorrichtung die Fadenbeanspruchung beim Abstreifen
der Fadenschleife in einem nicht vertretbaren Maße ansteigen.
[0004] Der in den Ansprüchen zusammengefaßten Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein
Verfahren und eine Vorrichtung zu dessen Durchführung zu entwickeln, die es ermöglichen,
eine Überwendlichnaht wesentlich schneller herzustellen, eine schonende Fadenbehandlung
und volle Sicherheit gegen das Abrutschen der auszuziehenden Fadenschleife vom Übernähdorn
gewährleisten und es gestatten, die Überwendlichnaht auf jeder normalen Zickzack-Nähmaschine
herzustellen.
[0005] Die Überwendlichnaht kann nach dem neuen Verfahren mit der gleichen Vorschubgeschwindigkeit
wie eine normale Zickzacknaht genäht werden.
[0006] Die Fadenschleife wird durch die in den Ansprüchen 2 und 3 angegebenen Einzelheiten
beim Nähen sowöhl über den Übernähdorn als auch über den Abstreifer gelegt, sie kann
daher sehr leicht und schonend vom Übernähdorn abgehoben und freigegeben werden. Außerdem
ergibt sich durch die Maßnahme nach Anspruch 2 und 3 eine besonders einfache, von
der Axialbewegung der Nadelstange abgeleitete Steuerung des Abstreifers.
[0007] Das Abrutschen der Fadenschleife während der Ausziehbewegung des Übernähdornes wird
durch die im Anspruch 4 angegebenen Merkmale wirksam verhindert, weil Halteglied und
Übernähdorn praktisch eine beim Ausziehen geschlossene Öse für die Fadenschleife bilden.
[0008] Durch die Merkmale nach Anspruch 5 wird die Öse auf sehr einfache Weise für den Eintritt
der Fadenschleife geöffnet und zum Ausziehen geschlossen.
[0009] Durch die Ausbildung und Anordnung der Vorrichtung nach Anspruch 6 und 7 folgt sie
allen Vertikalbewegungen des Stoffdrückers.
[0010] Aufgrund aller Maßnahmen nach Anspruch 2 bis 7 zusammengenommen eignet sich die Vorrichtung
als Zusatzgerät für jede normale Zick- zack-Nähmaschine.
[0011] Das neue Verfahren und die Vorrichtung zu seiner Durchführung sind nachstehend anhand
der beigefügten Zeichnung näher beschrieben.
[0012] Es zeigen :
Figur 1 ein zur Befestigung am Stoffdrücker einer Zickzack-Nähmaschine bestimmtes
Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens,
Figur 2 ein zur Befestigung an der Stichplatte einer Zickzack-Nähmaschine bestimmtes
Ausführungsbeispiel der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens,
Figur 3 eine schaubildliche Darstellung der den Übernähdorn und den Abstreifer für
die Fadenschleife tragenden Schaltwelle in vergrößertem Maßstab,
Figur 4 bis 6 die freien Enden von Übernähdorn, Fadenabstreifer, Fadenhalteglied und
Sohle des Stoffdrückers in drei verschiedenen Arbeitsphasen und
Figur 7 eine vergrößerte schaubildliche Darstellung einer nach dem neuen Verfahren
hergestellten Überwendlichnaht an der Randkante eines Stoffstückes.
[0013] Im Kopf 20 der Zickzack-Nähmaschine, mit deren Hilfe das Verfahren durchgeführt werden
soll, sind die unter Federwirkung stehende Stoffdrückerstange 21 und Nadelstange 22
angeordnet. Am unteren Ende der Nadelstange 22 ist ein Nadelhalter 23 angeordnet,
in dem mittels einer einen Zylinderkopf 24 aufweisenden Befestigungsschraube 25 die
Nadel 26 befestigt ist, welche mit einem unter der Stichplatte 27 angeordneten fadenführenden
Greifer 28 zur Bildung von Doppelsteppstichen zusammenarbeitet. Der Nadelstange 22
werden in bekannter Weise senkrechte Auf- und Abbewegungen und wahlweise quer dazu
gerichetete Pendelbewegungen zwischen den mit und II, Fig. 1 und 2, bezeichneten Überstichlagen
erteilt.
[0014] Die mit einem Durchtrittschlitz für die Nadel 26 versehene Stichplatte 27 der Nähmaschine
weist zwei Längsschlitze 29 auf, durch die hindurch die gezahnten Stege 30 des in
üblicher Weise eine Viereckbewegung ausführenden Stoffschiebers 31 zur Nähgutverschiebung
nach oben durchtreten.
[0015] Mit den Stegen 30 des Stoffschiebers 31 arbeitet die Sohle 32 des Stoffdrückers der
Nähmaschine zusammen, die an einem Schaft 33 gelenkig gelagert ist. Der Schaft 33
ist mittels einer Flügelschraube 34 am unteren Ende der Stoffdrückerstange 21 befestigt,
die durch eine nicht dargestellte Stoffdrückerfeder nach abwärts beaufschlagt wird.
Der Schaft 33 weist einen Durchbruch 35 auf, durch den der eine Lagersteg (36) eines
mit zwei winklig abgebogenen Lagerstegen 36 und 37 ausgebildeten Lagerbügels 38 durchgeführt
und in denen eine Welle 39 drehbar und längsverschiebbar gelagert ist. Der Lagerbügel
38 ist mittels einer nicht dargestellten Schraube im Schaft 33 befestigt. Durch die
Verbindung Schaft 33/Lagersteg 36 folgt die Welle 39 allen vertikalen Bewegungen des
Stoffdrückers.
[0016] Am unteren, durch den Lagersteg 36 ragenden Ende der Welle 39 ist ein Winkelträger
40 mittels einer Schraube 41, Fig. 3, befestigt. Die Axialsicherung der Welle 39 erfolgt
durch einen auf ihrem oberen Ende befestigten Tasthebel 42 und einen Sprengring 43,
Fig. 1 und 2. Zwischen dem Lagersteg 36 und dem Winkelträger 40 ist auf der Welle
39 eine Drehfeder 44 angeordnet, welche zwei freie Schenkel 45 und 46 aufweist, von
denen der eine, 45, am Lagersteg 36 abgestützt ist und der andere, 46, am Winkelträger
40 angreift. Der Lagerbügel 38 ist durch Schrauben 47 an einem die Teile der Vorrichtung
umschließenden Gehäuse 48 befestigt, das der besseren Montage wegen mehrteilig ausgebildet
sein kann. Der Tasthebel 42 weist ein hochgebogenes, durch eine Aussparung 49 des
Gehäuses 48 ragendes freies Ende 50 mit einer schrägen Anlauffläche 51, Fig. 3, auf,
die mit der Nadelstange 22 zusammenarbeitet, um die Welle 39 zu verdrehen.
[0017] Am Winkelträger 40 ist ein Übernähdorn 52 ausgebildet, der eine nach oben abgebogene
Haltenase 53 für die Nadelfadenschleife aufweist und durch eine Öffnung im Gehäuse
48 nach außen bis über den Nadeldurchtrittschlitz ragt. In die Endstellung wird der
Winkelträger 40 mit dem Übernähdorn 52 durch die Drehfeder 44 gedrückt. Die Endstellung
wird durch eine in einem Lappen 54 des Lagerbügels 38 angeordnete, einstellbare Anschlagschraube
55 bestimmt, die mit einem Ansatz 56, Fig. 3, des Tasthebels 42 zusammenwirkt.
[0018] An einem winklig hochgebogenen Lagersteg 57 des Winkelträgers 40 ist ein als zweiarmiger
Hebel ausgebildeter Abstreifer 58 für die Nadelfadenschleife um eine Zapfenschraube
59, Fig. 3, schwenkbar gelagert. Der eine Arm 60 ragt zur Nadel 26 hin. Sein vorderes
Ende ist parallel zum Übernähdorn 52 angeordnet und bildet eine Ergänzung von diesem.
Der andere Arm 61 des Abstreifers 58 ragt schräg nach aufwärts. Sein Ende ist L-förmig
abgebogen und der freie Steg 62 weist eine schräge Anlauffläche 63 auf, die in der
Überstichlage I der Nadelstange 22 in die Bewegungsbahn des Zylinderkopfes 24 der
Nadelbefestigungsschraube 25 ragt. Am Arm 60 des Abstreifers 58 ist ein winklig abgebogener
Lappen 64 zur Befestigung eines aus Federdraht hergestellten Haltegliedes 65 für die
Nadelfadenschleife mittels einer Schraube 66 vorgesehen. Der vordere Teil des Haltegliedes
65 ist nach unten abgebogen. Das Halteglied 65 legt sich zum Ausziehen einer Nadelfadenschleife
mit dem freien Ende unter der Wirkung einer den Abstreifer 58 beaufschlagenden Schenkelfeder
67 gegen Haltenase 53 des Übernähdornes 52 (Fig. 5). In der Fadenfangstellung (Fig.
4) läuft der Abstreifer 58 mit dem vorderen Ende seines Armes 60 auf eine Anlauffläche
69 der Stoffdrückersohle 32 auf, wodurch der Arm 60 und damit das Halteglied 65 etwas
angeboben werden, so daß zwischen Haltenase 53 und Halteglied 65 ein Spalt entsteht,
durch den eine über das Halteglied 65, den Übernähdorn 52 und den Arm des Abstreifers
58 gelegte Nadelfadenschleife eintreten kann und so hinter die Haltenase 53 des Übernähdornes
52 gelangt. Wie erwähnt, wird der Spalt zum Ausziehen der Nadelfadenschleife - wie
in Fig. 5 dargestellt - durch die Feder 67 geschlossen, so daß Übernähdorn 52 und
Haltegleid 65 praktisch eine Öse bilden. In der Freigabestellung für die Fadenschleife
(Fig. 6) wird der Abstreifer 58 durch Auflaufen des Zylinderkopfes 24 der Schraube
25 auf die Gleitfläche 63 um die Zapfenschraube 59 gegen die Wirkung der Schenkelfeder
67 verschwenkt, wobei der Arm 60 des Abstreifers 58 bis über die Haltenase 53 des
Übernähdornes 52 angehoben und das Halteglied 65 von der Haltenase 53 abgehoben wird.
Die ausgezogene Nadelfadenschleife kann so unbehindert über die Haltenase 53 abrutschen.
[0019] Zur Führung der Seitenkante des Nähgutes W ist auf der Stoffdrückersohle 32 ein Lineal
70 mit einem nach unten abgewinkelten Führungssteg 71 befestigt.
[0020] Beim zweiten Ausführungsbeispiel der Vorrichtung ist die Welle 39 zur Stabilisierung
in einem Lagerwinkel 72 gelagert, der mit seinem Fußteil mit Hilfe einer durch einen
Klemmring 73 gegen Verlorengehen gesicherten Rändelschraube 74 auf der Stichplatte
27 der Nähmaschine befestigt ist. Zur Lagesicherung weist der Fußteil des Lagerwinkels
72 an der Unterseite eine Rippe 75 auf, die in eine Aussparung 76 in der Stichplatte
27 eingreift.
[0021] Durchführung der Verfahrens und Arbeitsweise der Vorrichtung.
[0022] Es wird davon ausgegangen, daß das Nähgut W mit der zu benähenden Kante an den Führungssteg
71 des Lineals 70 anstoßend auf der Stichplatte 27 aufliegt, an die es durch die übliche
Stoffdrückerstangenfeder über die am Schaft 33 angeordnete Stoffdrückersohle 32 angedrückt
wird, die zur Ausführung von Zick-Zack-Stichen eingestellte Nähmaschine in Nadelhochstellung
stillgesetzt ist und noch keine Fadenverschlingung erfolgt ist.
[0023] Wird davon ausgehend die Nähmaschine eingeschaltet, dann sticht die Nadel 26 zum
Bilden der ersten Verschlingung von Nadel- und Greiferfaden NF bzw. GF zuerst im Punkt
1, Fig. 7, in der Überstichlage I, Fig. 1, 2, der Nadelstange 22 ein, wobei die Enden
der Fäden bei Nähbeginn von der Näherin in festgehalten werden. Zum Bilden der Überwendlichnaht
wechselt die Nadelstange 22 in die Überstichlage II unter Verschiebung des Nähgutes
W um eine Stichlänge durch den Stoffschieber 31 zum Einstich der Nadel 26 im Punkt
2. Dabei nehmen der Übernähdorn 52, der Arm 60 des Abstreifers 58 und das Halteglied
65 ihre in Fig. 5 gezeigte Stellung ein, während die den Tasthebel 42 und den Winkelträger
40 mit den Vorrichtungsteilen tragende Welle 39 der Pendelbewegung der Nadelstange
22 unter der Wirkung der Schenkelfeder 44 folgt und der zum Punkt 1 reichende Nadelfaden
NF über das Halteglied 65, den Übernähdorn 52 und den Arm 60 des Abstreifers 58 gelegt
wird, so daß er eine größere Länge als die Strekce 1-2 hat. Kurz bevor die Nadelstange
22 die Überstichlage 11 erreicht hat, läuft der Arm 60 des Abstreifers 58 mit dem
freien Ende auf die Anlauffläche 69 der Stoffdrückersohle 32 auf, wodurch der Arm
60 des Abstreifers 58 und damit auch das Halteglied 65 etwas angehoben werden, so
daß zwischen dem freien Ende des Haltegleides 65 und der Haltenase 53 ein Spalt entsteht,
wie in Fig. 4 gezeigt, durch den der Nadelfaden NF bei der Abwärtsbewegung der Nadelstange
22 durchtritt und hinter die Haltenase 53 gelangt. Nach erfolgter Verschlingung von
Nadel- und Greiferfaden durch den Greifer 28 wechselt die Nadelstange 22 wieder in
die Überstichlage 1, wobei das Nähgut W um eine weitere Stichlänge in Richtung des
Pfeiles V zum Einstich der Nadel 26 bei 3, Fig. 7, vorgeschoben wird, während sich
die Nadel 26 außerhalb des Nähgutes W befindet.
[0024] Bei der Pendelbewegung der Nadelstange 22 wird die Welle 39 mit dem an ihr angeordneten
Übernähdorn 52, dem Abstreifer 58 und dem Halteglied 65 über den mit der Nadelstange
22 zusammenwirkenden Tasthebel 42 entgegen der Wirkung der Drehfeder 44 verdreht.
Dabei läuft zunächst der Arm 60 des Abstreifers 58 von der Anlauffläche 69 der Stoffdrückersohle
32 ab und der Abstreifer 58 wird durch die Schenkelfeder 67 - bezogen auf Fig. 3 -
entgegen dem Uhrzeigersinn um die Zapfenschraube 59 verschwenkt, so daß der Spalt
zwischen der Haltenase 53 und dem Halteglied 65 geschlossen wird. Bei der weiteren
Drehbewegung der Welle 39 wird der von der ersten zur zweiten Verschlingung reichende
Nadelfaden NF zu einer Schleife ausgezogen und in der Überstichlage der Nadel 26 zum
Einstich dargeboten. Sobald die Nadel 26 bei 3, Fig. 7, in diese Fadenschleife eingetreten
ist, trifft der Zylinderkopf 24 der Nadelbefestigungsschraube 25 auf die Anlauffläche
63 des Steges 61 des Abstreifers 58 und verschwenkt diesen zusammen mit dem Halteglied
65 - bezogen auf Fig. 3 - im Uhrzeigersinn um die Zapfenschraube 59 mit der an der
Fadenschleife angreifenden Oberkante des Armes 60 bis über die Haltenase 53 (vergleiche
Fig. 6). Die Fadenschleife kann bei der sogenannten Sticheinzugsbewegung des üblichen
Fadenhebels der Nähmaschine unbehindert über die Haltenase 53 abrutschen. Sie ist
an der Stoffaußenkante bei Punkt 3 durch den Greiferfaden GF abgebunden. Mit Vollendung
dieser Verschlingung von Nadel- und Greiferfaden ist eine Grundformation der Überwendlichnaht
gebildet. Die Ziffern 4 bis 6 in Fig. 7 bezeichnen die weitere Stichfolge bei der
fortschreitenden Bildung der Überwendlichnaht, wobei das Nähgut W zwischen jeweils
zwei Stichbildungen um eine Stichlänge in Vorschubrichtung, Pfeil V, Fig. 7, verschoben
wird. Die Überwendlichnaht wird also mit der gleichen Vorschubgeschwindigkeit wie
eine normale Zickzacknaht genäht.
[0025] Da zur Steuerung der Vorrichtung die Pendelbewegungen der Nadelstange ausreichen,
kann jede normale Zickzacknähmaschine zur Durchführung des Verfahrens unter Benutzung
der neuen Vorrichtung verwendet werden.
1. Verfahren zum Bilden einer Überwendlichnaht mit Hilfe einer Zickzack-Nähmaschine
(20), bei dem nach dem Bilden einer ersten Verschlingung von Nadel- und Greiferfaden
(NF bzw. GF) in einer ersten Überstichlage (I) der Nadelstange (22) und nach unter
Lockern des Nadelfadens (NF) erfolgtem Wechsel der Nadelstange (22) in eine zweite
Überstichlage (11) eine weitere Fadenverschlingung erfolgt, worauf der von der ersten
zur zweiten Fadenverschlingung führende Nadelfaden (NF) unter Bildung einer Schleife
in die erste Überstichlage (I) gezogen, die Schleife der Nadel (26) zum nächsten Einstich
dargeboten und danach freigegeben wird, dadurch gekennzeichnet, daß der Wechsel der
Nadelstange (22) in die jeweils andere Überstichlage unter Verschiebung des Nähgutes
(W) in Vorschubrichtung (Pfeil V) um jeweils eine Stichlänge erfolgt.
2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 mit einem zwei aufeinanderfolgende
Bewegungsphasen ausführenden Übernähdorn (52) und einem Abstreifer (58) für die Fadenschleife,
dadurch gekennzeichnet, daß der Abstreifer (58) in der einen Überstichlage (11) parallel
und unmittelbar neben dem Übernähdorn (52) angeordnet ist und eine Ergänzung des Übernähdornes
(52) bildet und in der anderen Überstichlage (I) durch die Nadelstange (22) in eine
Fadenabstreifstellung bewegbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstreifer (58) am
Übernähdorn (52) schwenkbar gelagert und als zweiarmiger Hebel (60, 61) ausgebildet
ist, dessen einer Arm (60) die Ergänzung des Übernähdornes (52) bildet und dessen
anderer Arm (61) in der einen Überstichlage (I) in die Bewegungsbahn der Nadelstange
(22) ragt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Arm (60)
des Abstreifers (58) ein Halteglied (55) für die Fadenschleife trägt, das mit seinem
freien Ende am Übernähdorn (52) zur Anlage bewegbar ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende des
Haltegliedes (65) in der zweiten Überstichlage (II) der Nadelstange (22) durch Auflaufen
des Abstreifers (58) auf eine Gleitfläche (69) des Stoffdrückers (32) vom Übernähdorn
(52) abhebbar ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß sie in einem eigenen,
mit dem Stoffdrücker (32) der Nähmaschine (20) verbundenen Gehäuse (48) angeordnet
ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 2 bis 6 mit einer den Übernähdorn (52) tragenden Welle
(39), dadurch gekennzeichnet, daß die Welle (39) in einem an der Stichplatte (27)
der Nähmaschine (20) angeordneten, in das Gehäuse (48) ragenden Lagerbügel (38) angeordnet
und zusammen mit dem Gehäuse (48) über einen Mitnehmer (36) mit dem Stoffdrücker (32/33)
verbunden ist.
1. A method of producing an overedge seam with the aid of a zigzag sewing machine
(20), in which after the formation of a first interlacing of the needle and hook threads
(NF and GF respectively) in a first overstitch position (I) of the needle bar (22)
and after changing the needle bar (22) into a second overstitch position (II) while
loosening the needle thread (NF) a further thread interlacing is performed, after
which the needle thread (NF) leading from the first to the second thread interlacing
is drawn into the first overstitch position (I) while forming a loop, the loop of
the needle (26) is presented to the next penetration and is then released, characterized
in that the change of the needle bar (22) into the other overstitch position in each
case is carried out while displacing the sewn material (W) in the feed direction (arrow
V) by the length of a stitch in each case.
2. An apparatus for performing the method according to Claim 1 with an oversewing
mandrel (52) performing two successive movement phases and a stripper (58) for the
thread loop, characterized in that in one overstitch position (II) the stripper (58)
is disposed parallel and directly adjacent to the oversewing mandrel (52) and forms
an extension of the oversewing mandrel (52) and in the other overstitch position (I)
it may be moved into a thread-stripping position by the needle bar (22).
3. An apparatus according to Claim 2, characterized in that the stripper (58) is pivotably
mounted on the oversewing mandrel (52) and is in the form of a two-armed lever (60,
61), one arm (60) of which forms the extension of the oversewing mandrel (52) and
the other arm (61) of which in one overstitch position (1) projects into the path
of movement of the needle bar (22).
4. An apparatus according to Claims 2 and 3, characterized in that the first arm (60)
of the stripper (58) supports a holding member (65) for the thread loop, which [holding
member] may be moved by its free end to bear against the oversewing mandrel (52).
5. An apparatus according to Claims 2 to 4, characterized in that the free end of
the holding member (65) in the second overstitch position (II) of the needle bar (22)
may be raised by running the stripper (58) up on a sliding surface (69) of the pressure
bar (32) from the oversewing mandrel (52).
6. An apparatus according to Claims 2 to 5, characterized in that it is disposed in
its own casing (48) connected to the pressure bar (32) of the sewing machine (20).
7. An apparatus according to Claims 2 to 6 having a shaft (39) supporting the oversewing
mandrel (52), characterized in that the shaft (39) is disposed in a bearing bracket
(38) disposed on the needle plate (27) of the sewing machine (20) and projecting into
the casing (48), and together with the casing (48) is connected to the pressure bar
(32/33) by way of an entraining member.
1. Procédé pour la formation d'un surjet au moyen d'une machine à coudre en zigzags
(20) dans laquelle, après la formation d'un premier noeud des fils d'aiguille et de
boucleur (NF et GF) dans une première position de surjet (I) de la barre à aiguille
(22) et après un déplacement, associé à un relâchement du fil d'aiguille (NF), de
la barre à aiguille (22) dans une deuxième position de surjet (II), il y a formation
d'un autre noeud de fils, le fil d'aiguille (NF) qui va du premier au deuxième noeud
étant tiré, en formant une boucle, dans la première position de surjet (I), cette
boucle se présentant de manière que l'aiguille (26) y pénètre pour le point suivant
et étant ensuite libérée, caractérisé en ce que tout passage de la barre à aiguille
(22) d'une position de surjet s'accompagne d'un déplacement de la pièce à coudre (W)
dans le sens de l'avance (flèche 5) d'une quantité égale à la longueur d'un point.
2. Dispositif pour la mise en oeuvre du procédé selon la revendication 1, comportant
un mandrin de surjet (52) qui effectue deux mouvements successifs et un organe de
dégagement (58) de la boucle de fil, caractérisé en ce que l'organe de dégagement
(58) est dans l'une des positions de surjet (II), placé parallèlement et à proximité
immédiate du mandrin de surjet (52) et constitue un complément de ce mandrin de surjet
(52) et, dans l'autre position de surjet (I), se place, sous l'action de la barre
d'aiguille (22) dans une position de dégagement du fil.
3. Dispositif selon la revendication 2, caractérisé en ce que l'organe de dégagement
(58) est monté de manière à pouvoir pivoter sur le mandrin de surjet (52) et a la
forme d'un levier à deux bras (60, 61) dont l'un des bras (60) constitue le complément
du mandrin de surjet (52) et dont l'autre bras (61) se place, dans l'une des positions
de surjet (I), sur le trajet de la barre à aiguille (22).
4. Dispositif selon les revendications 2 et 3, caractérisé en ce que le premier bras
(60) de l'organe de dégagement (58) comporte une pièce de maintien (55) de la boucle
de fil, qui peut se déplacer de manière que son extrémité libre reste au contact du
mandrin de surjet (52).
5. Dispositif selon les revendications 2 à 4, caractérisé en ce que l'extrémité libre
de l'organe de maintien (65) peut se soulever en s'écartant du mandrin de surjet (52),
dans la deuxième position de surjet (II) de la barre à aiguille (22), du fait que
l'organe de dégagement (58) se déplace sur une surface de glissement (69) du pied
presseur (32).
6. Dispositif selon les revendications 2 et 5, caractérisé en ce qu'il est logé dans
une enveloppe (48) qui lui est propre et est relié au pied presseur d'étoffe (32).
7. Dispositif selon les revendications 2 à 6, comportant un arbre (39) portant un
mandrin de surjet (52), caractérisé en ce que cet arbre (39) est monté dans un étrier
(38) faisant saillie dans l'enveloppe (48) et placé sur la plaque de couture (27)
de la machine à coudre (20) et est relié, en même temps que l'enveloppe (48), par
l'intermédiaire d'une pièce d'entraînement (36), au pied presseur (32/33).