[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abrichten von insbesondere profilierten
Schleifscheiben mit Diamant oder kubisch kristallinem Bornitrid als Schleifmittel,
bei dem eine Abrichtrolle und eine mit gegenüber der Schleifscheibenumfangsgeschwindigkeit
unterschiedlicher Umfangsgeschwindigkeit angetriebene Abrichtshilfsrolle aus Siliziumkarbid
oder Korund verwendet wird.
[0002] Zum Abrichten von Diamantschleifscheiben unter Anwendung einer sogenannten Crushierrolle
aus Hartmetall wird diese bei relativ langsamer Umlaufgeschwindigkeit gegen die abzurichtende
Schleifscheibe gedrückt, welche die gleiche Umfangsgeschwindigkeit aufweist. Bei einem
bekannten Verfahren (DE-B 2534872) wird zusätzlich eine feststehende Abrichthilfe
unter konstantem Druck gegen die Schleifscheibe gedrückt. Dadurch soll ein Zusetzen
der Schleiffläche durch Verdichtung beim Einrollen des Profils vermieden werden, indem
durch den feststehenden Abrichtstein aus der erzeugten Oberfläche der Schleifscheibe
Körner, die zunächst durch das plastische Verformen eingedrückt wurden, wieder aus
der Bindung herausgearbeitet werden und eine verbesserte Oberfläche erhalten wird.
Dem Abrichtstein kommt damit die Aufgabe einer Reinigung der Schleifscheibenoberfläche
zu.
[0003] Bei einem weiteren, aus der DE-A 2 655 533 bekannten Verfahren, das ebenfalls zum
Abrichten einer Diamant- oder CBN-Schleifscheibe eine Hartmetall- bzw. Crushierrolle
vorsieht, ist als Abrichthilfe eine angetriebene Abrichthilfsrolle vorgesehen. Zum
Abrichten und Schärfen muss auch bei diesem Verfahren die Schleifscheibe auf eine
Umfangsgeschwindigkeit von etwa 1 m/sek abgebremst werden, um Diamantkörner aus der
Oberfläche der abzurichtenden Schleifscheibe herauszubrechen. Damit ist dieses Verfahren
jedoch mit einem unwirtschaftlich hohem Zeitaufwand verbunden.
[0004] Auch Schleifscheiben mit einem Belag aus kubisch kristallinem Bornitrid oder Diamant,
die mit einer Diamantabrichtrolle abgerichtet werden, zeigen nach dem Abrichten kein
ausreichendes Schleifvermögen. Das ist u.a. darauf zurückzuführen, dass beim Durchschneiden
der kubisch kristallinen Körner mit Diamanten auf den Körnern Flächen erzeugt werden,
zwischen denen sich keine freien Zwischenräume befinden. Um einen Kornüberstand über
die Bindung hinaus zu schaffen, der für eine ausreichende Spanabfuhr beim Schleifen
notwendig ist, erfolgte bisher nach einem Abrichten einer Diamantschleifscheibe mit
einer Diamantabrichtrolle ein nachträgliches Schärfen der Schleifscheibe mit einem
feststehenden Abrichtstein. Durch ein derartiges Schärfen lässt sich die Bindung soweit
zurücksetzen, dass die einzelnen Körner der Schleifscheibe über sie hinaus vorstehen,
so dass zwischen ihnen ein freier Spanraum geschaffen wird. Die Anwendung eines feststehenden
Abrichtsteines zum Schärfen einer mit einer Diamantabrichtrolle abgerichteten profilierten
Schleifscheibe hat sich jedoch in der Praxis als unvollkommen gezeigt. Soll nämlich
beispielsweise eine Schleifscheibe mit einem Gewindeprofil versehen werden, dessen
Zähne nur sehr geringe Spitzenradien aufweisen, deren Zähne sich also im Querschnitt
gesehen als Spitz darstellen, so wird durch die nachträgliche Anwendung der feststehenden
Abrichthilfe eine unerwünschte Abrundung der Zahnspitzen hervorgerufen, wenn die Relativgeschwindigkeit
zwischen der feststehenden Abrichtshilfe und der Schleifscheibe nicht sehr gering
ist. Ausserdem muss die Relativgeschwindigkeit zwischen der Schleifscheibe und dem
Abrichtstein gering sein, um genügend Bindungsmaterial beim Schärfen abzutragen. Die
Anwendung des feststehenden Abrichtsteines erfordert deshalb eine sehr geringe Umfangsgeschwindigkeit
der Schleifscheibe, so dass der Abrichtprozess zeitaufwendig ist.
[0005] Ausgehend vom Stand der Technik gemäss DE-A 2 655 533, wonach der Oberbegriff gebildet
wurde, ist es Aufgabe der Erfindung, die Wirtschaftlichkeit dieses bekannten Abrichtverfahrens
zu verbessern und insbesondere dahingehend weiterzubilden, dass der Zeitbedarf für
den Abrichtvorgang geringer ist.
[0006] Nach der Erfindung ist zur Lösung dieser Aufgabe vorgesehen, dass die Abrichtrolle
eine angetriebene Diamantrolle ist und die Relativgeschwindigkeit zwischen der Schleifscheibe
und der Abrichthilfsrolle 0,5 bis 6 m/s beträgt. Dies ermöglicht ein Abrichten bei
Einhaltung einer hohen Umlaufgeschwindigkeit der Schleifscheibe und damit auch während
ihres Arbeitseinsatzes, denn wenn nur eine Relativgeschwindigkeit zwischen der Abrichthilfsrolle
und der von einer Diamantabrichtrolle profilierten Schleifscheibe in der Grössenordnung
von vorzugsweise 1 m/s vorliegt, so ist diese einerseits ausreichend, um einen genügenden
Kornüberstand zu schaffen, und andererseits zu gering für die Gefahr der Abrundung
der Diamant- bzw. Profilspitzen.
[0007] Die Diamantabrichtrolle kann dabei eine andere Umfangsgeschwindigkeit als die Schleifscheibe
aufweisen, wobei davon auszugehen ist, dass es allgemein zweckmässig ist, zum Vorprofilieren
einer Schleifscheibe die Diamantabrichtrolle im Gegenlauf rotieren zu lassen, so dass
also beispielsweise die Schleifscheibe und auch die Diamantabrichtrolle gegen den
Uhrzeigersinn rotieren, während beim Fertigprofilieren beide Scheiben im sogenannten
Gleichlauf arbeiten, wobei dann die eine im Uhrzeigersinn und die andere gegen den
Uhrzeigersinn rotiert, um dadurch bereits einen gewissen Kornüberstand über die Bindung
zu erzielen. Dieser Kornüberstand wird danach durch die mit geringer Relativgeschwindigkeit
arbeitende Abrichthilfsrolle auf das gewünschte Mass vergrössert.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist nachstehend unter Bezugnahme auf eine Zeichnung
erläutert.
[0009] Die in der Zeichnung wiedergegebene Schleifscheibe 1 mit einem Belag 2 aus Diamant
oder kubisch kristallinen Bornitrid rotiert entsprechend dem Pfeil 3 im Uhrzeigersinn.
Zum Abrichten und Profilieren der Schleifscheibe 1 ist eine drehangetriebene Diamantabrichtrolle
4 vorgesehen, die entsprechend dem Pfeil 5 entgegen dem Uhrzeigersinn rotiert und
entsprechend dem Pfeil 6 zustellbar ist.
[0010] Eine zusätzliche, aus keramisch oder bakelitisch gebundenen Siliziumkarbid oder Korund
bestehende Abrichthilfsrolle 7 rotiert entsprechend dem Pfeil 8 ebenfalls entgegen
dem Uhrzeigersinn und wird entsprechend dem Pfeil 9 zugestellt. Die Abrichthilfsrolle
7 ist derart angetrieben, dass sie eine Umfangsgeschwindigkeit von 29 m/s hat, wenn
die Umfangsgeschwindigkeit der Schleifscheibe 1 30 m/s beträgt, so dass die Relativgeschwindigkeit
zwischen den beiden Scheiben 1 m/s beträgt. Durch diese geringe Relativgeschwindigkeit
ist es möglich, beim Abrichten der Schleifscheibe 1 mittels der Diamantabrichtrolle
4 ein Herausarbeiten der einzelnen Körner über die Bindung hinaus zu erreichen und
zwar sogar dann, wenn auch mit der Schleifscheibe 1 gleichzeitig ein entsprechend
dem Pfeil 11 zustellbares Werkstück 10 geschliffen wird.
1. Verfahren zum Abrichten von insbesondere profilierten Schleifscheiben mit Diamant
oder kubisch kristallinem Bornitrid, als Schleifmittel, bei dem eine Abrichtrolle
(4) und eine mit gegenüber der Schleifscheibenumfangsgeschwindigkeit unterschiedlicher
Umfangsgeschwindigkeit angetriebene Abrichthilfsrolle (7) aus Siliziumkarbid oder
Korund verwendet wird, dadurch gekennzeichnet, dass die Abrichtrolle eine angetriebene
Diamantrolle (4) ist und die Relativgeschwindigkeit zwischen der Schleifscheibe (1)
und der Abrichthilfsrolle (7) 0,5 bis 6 m/s beträgt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es während des Arbeitseinsatzes
der Schleifscheibe erfolgt.
1. Procédé pour le dressage en particulier de meules de forme avec diamant ou nitrure
de bore cristallin cubique comme abrasif utilisant un rouleau à dresser (4) et un
rouleau auxiliaire à dresser (7) en carbure de silicium ou corindron entraîné par
une vitesse circonférentielle différente de celle de la meule de forme caractérisé
en ce que le rouleau à dresser est un rouleau diamantaire entraîné (4) et que la vitesse
relative entre la meule (1) et le rouleau à dresser auxiliaire (7) est de 0,5 à 6
m/s.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il est réalisé pendant l'emploi
de la meule.
1. Method of trueing especially profiled grinding wheels with diamond or cubic crystalline
boron nitride as abrasive according as a trueing roller (4) is used as well as an
auxiliary trueing roller (7) made of carbon silicide or corondum driven at with a
circumferential speed different from the one of the grinding wheel, characterised
in that the trueing roller is a driven diamond roller and that the relative speed
between the wheel (1) and the auxiliary trueing roller (7) amounts to 0.5 to 6 m/sec.
2. Method of trueing according to claim 1, characterised in that it takes place during
the utilization of the grinding wheel.