(19)
(11) EP 0 048 386 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
31.03.1982  Patentblatt  1982/13

(21) Anmeldenummer: 81107074.7

(22) Anmeldetag:  09.09.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3B08B 1/00, A47L 11/12, B44D 3/16
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 24.09.1980 DE 8025515 U

(71) Anmelder: Feldhues, Arnold
D-4402 Greven 1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Feldhues, Arnold
    D-4402 Greven 1 (DE)

(74) Vertreter: Schulze Horn, Stefan, Dipl.-Ing. et al
Patentanwälte Schulze Horn und Nehls Goldstrasse 50
48147 Münster
48147 Münster (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Vorrichtung zum Entfernen von Materialresten von einer Fläche


    (57) Vorrichtung mit wenigstens einer an einem Schwingungserreger befestigten Schneide (6,6') zum Entfernen von Farb-, Teppich-, Klebstoff- und/oder Materialresten (7) von einer Fläche (3), bei der die Schneiden Teil einer Schneidplatte (1) sind, die außerhalb der Stirnseiten des Schwingungserregers mit seitlichen Schneidbereichen ausgestattet sind, wobei die Ränder als Klingen ausgebildet in einem spitzen Winkel auslaufen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung mit wenigstens einer an einem Schwingungserreger befestigten Schneide zum Entfernen von Farb-, Teppich-, Klebstoff- und/oder Materialresten von einer Fläche.

    [0002] Das Entfernen derartiger Reste fällt häufig beispielsweise bei der Renovierung von Wohn- oder Geschäftsräumen nach der Abnahme von Tapeten, Fußbodenbelägen, Verkleidungen oder ähnlichem an. In diesen Fällen wurden die an den zu renovierenden Flächen verbliebenen Reste von Farben, Kunststoffen, Klebemitteln oder auch von zu entfernenden Material von Hand mit einem Spachtel oder mit Hilfe von maschinellen Schleifgeräten in mühevoller Arbeit entfernt. Von Nachteil dabei ist nicht nur der hohe Arbeitsaufwand, sondern auch der erhebliche Verbrauch von Schleifmitteln. Noch störender wird bei derartigen Arbeiten der Anfall von Schleifstaub empfunden, insbesondere wegen der damit verbundenen Gesundheitsgefährdung. Diese ist besonders dann ernst zu nehmen, wenn der zu schleifende Grund Reste von Farben enthält, die, wie im Falle von Weißpigmenten, einen hohen Anteil von Schwermetalloxiden enthalten, die in Form von Stäuben inhaliert werden.

    [0003] Bekannt sind in diesem Zusammenhang außerdem sogenannte Stripper-Maschinen, die aus einer Vibroschleifmaschine bestehen, an deren Stirnseite ein im Querschnitt V-förmiges Blech mit einem Öffnungswinkel von etwa 150° befestigt sind. Diese Vorrichtung stellt jedoch im Prinzip nichts anderes als eine Art motorisierter Spachtel dar. Die Vorrichtung muß angehoben geführt werden und eignet sich daher nicht besonders zum Abreinigen von großen Flächen, insbesondere senkrechten Flächen. Auch ist oftmaliger Klingenwechsel erforderlich.

    [0004] Für die Erfindung besteht damit die Aufgabe, eine Vorrichtung der eingangs genannten Art zu erhalten, mit deren Hilfe unter Überwindung bisher bestehender Schwierigkeiten und Nachteile eine rationelle, ermüdungsfreie und von gesundheitlichen Risiken freie Arbeitsweise bei der Entfernung von Materialresten ermöglicht wird. Ferner soll die Erfindung unkompliziert, leicht zu handhaben und preisgünstig zu verwirklichen sein.

    [0005] Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt durch eine Vorrichtung, bei der die Schneide(n) Teil einer oder mehrerer Schneidplatten ist (sind), die auch außerhalb der Stirnseiten des Schwingungserregers mit seitlichen Schneidbereichen ausgestattet sind, und deren Ränder als Klinge ausgebildet in spitzem Winkel mit einer Schneide zur Fläche auslaufen.

    [0006] Mit der Vorrichtung gemäß Erfindung wird in vorteilhaftem Unterschied zur Arbeitsweise nach dem Stand der Technik eine äußerst rationelle und von Staubentwicklung praktisch freie Arbeitsweise dadurch erreicht, daß diese in der Frequenz der Schwingung schneidende und hobelnde Arbeitshübe in der Größenordnung der Schwingungsamplitude vollführt, die die als Erhebungen auf der zu glättenden Fläche stehenden Materialreste wirksam abhebt. Dabei werden weder Schleifmittel verbraucht, noch gibt es eine starke Staubentwicklung, wie dies beim Schleifen unvermeidlich der Fall ist. Die Arbeit mit der Vorrichtung geht schneller und ermüdungsfreier von der Hand.

    [0007] Dadurch, daß die Schneidplatte mit ihrer charakteristischen, erfindungsgemäßen Formgebung mit abgeschrägten Rändern und im spitzen Winkel zur bearbeiteten Fläche auslaufenden Schneiden ausgestattet ist, wird einerseits ein bissiger Schneidvorgang erreicht, ohne daß andererseits die zu glättende Fläche angegriffen wird. Diese kraftvolle und doch schonende Arbeitsweise wird in überraschender Weise auch dadurch erzielt, daß die abgeschrägten Randpartien der Schneidplatte eine gewisse federnd-elastische Wirkung erzielen, die den arbeits-und handhabungstechnischen Fortschritt ermöglichen, der die Erfindung gegenüber bekannten Vorrichtungen auszeichnet.

    [0008] Dabei ist die Höhe, mit der die Schneidplatte über der Fläche liegt, verschieden hoch zu bemessen. Insbesondere wird vorgeschlagen, daß die Schneidplatte eine polygonale, vorzugsweise eine rechteckige, im Mittelbereich aufgewölbte Grundfläche hat und zwei annähernd parallele Ränder mit nach unten an eine überstehende Schrägfläche ausgearbeiteten Schneiden, während die zu diesen im rechten Winkel stehenden Stirnseiten der Schneidplatte schneidenlos sind.

    [0009] In Abweichung davon ist es auch möglich, die Schneidplatte schüsselförmig zu vertiefen und allseitig mit geschlossenen, als Schneiden ausgebildeten Rändern zu versehen. Dabei kann die Schneidfläche eine eckige (polygonale) oder eine runde oder ovale Grundfläche aufweisen.

    [0010] Die Schneide selbst kann gerade sein, sie kann aber auch gezahnt oder gezackt sein.

    [0011] Bei den verschiedenen Ausführungsformen ergibt sich außer der bereits erwähnten vorteilhaften Arbeitsweise der Vorteil, daß mit dererfindungsgemäßen Schneidplatte in Verbindung mit einem handelsüblichen Schwingschleifer, wie er heute in vielen Heinwerkerausrüstungen anzutreffen ist, für relativ geringe Anschaffungskosten eine neue, leistungsfähige Vorrichtung zur Verfügung steht, die viele einschlägige Glättarbeiten signifikant erleichtert, verbessert und dazu noch bei sparsamem Umgang mit benötigter Energie durch Wegfall von Staub Gesundheitsrisiken vermeidet.

    [0012] Mithin wird mit der Erfindung die gestellte Aufgabe in optimaler Weise gelöst.

    [0013] Im folgenden wird die Erfindung anhand zweier Ausführungsbeispiele in der Zeichnung dargestellt und dabei näher erläutert. Es zeigen:

    Figur 1 eine Vorrichtung nach der Erfindung in perspektivischer Darstellung;

    Figur 2 eine Vorderansicht der Vorrichtung gemäß Figur 1;

    Figur 3 eine andere Ausführungsform;

    Figur 4 ein Randdetail bei der Schneide gemäß den Figuren 1 und 3;

    Figur 5a und 5b zwei verschiedene Klingenformen.



    [0014] Figur 1 zeigt die Vorrichtung gemäß Erfindung in arbeitsbereitem Zustand. Eine Schneidplatte 1 erstreckt sich in ihrer Mittelpartie 2 annähernd parallel zu der zu bearbeitenden Fläche 3. Sie ist dabei in der Mittelpartie oberhalb der zu bearbeitenden Fläche angeordnet und steht mit dieser über die Schneidbereiche 4, 4' in Kontakt. Letztere sind in Richtung auf die Fläche 3 abgeschrägt, wobei die Ränder 5, 5' als Schneiden 6, 6' ausgebildet sind. Die Schneiden 6, 6' sind zu diesem Zweck durch ein bei Schneidwaren dem Fachmanne bekanntes Verfahren gehärtet. Die Schneiden 6, 6' laufen im spitzen Winkelo α zur Fläche 3 aus. Auf der Fläche 3 vorhandene, zu entfernenden Materialreste 7, 7' werden, wie aus der Darstellung in den Figuren deutlich erkennbar, in einer Kombination von kleinhübigen, in rascher Folge mit der Frequenz der Schwingung erfolgenden Schneid- und/oder Hobelbewegungen abgehoben.

    [0015] Die eigentliche Schneidplatte 1 kann zum Schärfen oder nach Verschleiß nach dem Lösen der Befestigungselemente, beispielsweise in Form von Schrauben 8, von dem eigentlichen Schwingungserreger 9 gelöst werden. Dabei sind die Schraubenbohrungen in der Schwingungsplatte selbst so angeordnet, daß sie mit den vorhandenen Bohrungen handelsüblicher Schwingschleifer übereinstimmen.

    [0016] Wie aus der Zeichnung weiterhin zu erkennen ist, besitzt der Schwingungserreger 9 einen oder mehrere Handgriffe10. Weiterhin ist eine elektrische Zuleitungsschnur vorhanden, die jedoch im vorliegenden Falle nicht dargestellt ist. Demgemäß handelt es sich bei den gezeigten Ausführungen um motorisch angetriebene Schwingschleifer handelsüblicher, dem Fachmann vertrauter Bauart. Solche bekannten Geräte sind entweder als Kreisschwinger oder als Linearschwinger ausgebildet, wobei auch beide, alternativ an einem Gerät einstellbare Schwingungsarten bei handelsüblichen Geräten möglich sind. Für die Erfindung eignen sich, wie Versuche ergeben haben, beide Schwingungsarten. Diese sind im übrigen in der Darstellung mit den Pfeilen 10 (Kreisschwinger) und 11 (Linearschwinger)symbolisiert.

    [0017] Eine etwas andere Ausführungsform zeigt die Figur 3. Bei dieser Ausführungsform ist eine zweiteilige Schneidplatte 2, 2' vorgesehen, die im Mittelbereich geteilt ist. Jedes der beiden Teile der Schneidplatte besitzt Ränder 5, 5', die als Schneiden 6, 6' ausgebildet sind.

    [0018] Die Schneidplatte kann auch in einer anderen Ausführungsform gestaltet sein, etwa in Form eines runden Suppentellers, der auf dem Kopf steht. Die Tellerränder bilden die Randpartien 4, 4' und schneiden 6, 6'. Von der runden Form kann abgewichen werden, beispielsweise zu einer Form eines regelmäßigen Sechsecks oder zu einer ovalen Form.

    [0019] Eine etwas andere Formgebung der Randpartie 4 der Schneidplatte 1 zeigt Figur 4. Dabei ist diese mit größeren Radiusübergängen 12, 13 ausgestattet. Hierdurch wird eine etwas weicher-elastische Wirkung erzielt, was in Abstimmung mit dem Schneiden-Material in einigen Fällen von Vorteil ist.

    [0020] Zu erkennen ist auch in den Figuren 3 und 4 der spitze Winkel ct, den die Schneide 6, 6' mit der Fläche 3 bildet. Dieser Winkel α liegt etwa zwischen 5 und 25°, ohne daß diese Winkelangaben letztlich limitierend sein sollen.

    [0021] Die Figuren 5a und 5b zeigen die beiden Möglichkeiten, die Schneiden einmal mit einer geraden Schneidkante auszustatten, während Figur 5b eine Schneidkante zeigt, die gezackt ist.


    Ansprüche

    1. Vorrichtung mit wenigstens einer an einem Schwingungserreger befestigten Schneide zum Entfernen von Farb-, Teppich-, Klebstoff- und/oder Materialresten von einer Fläche, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneiden Teil einer oder mehrerer Schneidplatten (2, 2', 2") sind, die auch außerhalb der Stirnseiten des Schwingungserregers mit seitlichen Schneidbereichen ausgestattet sind, deren Ränder (5, 5') als Klingen ausgebildet im spitzen Winkel (α) mit einer Schneide (6, 6') zur Fläche (3) auslaufen.
     
    2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidplatte (1) eine polygonale, vorzugsweise rechteckige, im Mittelbereich aufgewölbte Grundfläche hat und zwei annähernd parallele Ränder (5, 5') mit nach unten an eine überstehende Schrägfläche angearbeiteten Schneiden (6, 6') aufweist, während die zu diesen im rechten Winkel stehenden Stirnseiten der Schneidplatte (1) schneidenlos sind.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidplatte (1) schüsselförmig vertieft in ihrer Mittelpartie (2) ausgestaltet ist und allseitig rund, oval, oder polygonale Umrißform hat, die an den Rändern als Schneiden (6, 6') ausgebildet ist.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneiden eine gerade Kante haben.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneiden eine gezackte oder gezahnte Kante haben.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht