[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung mit wenigstens einer an einem Schwingungserreger
befestigten Schneide zum Entfernen von Farb-, Teppich-, Klebstoff- und/oder Materialresten
von einer Fläche.
[0002] Das Entfernen derartiger Reste fällt häufig beispielsweise bei der Renovierung von
Wohn- oder Geschäftsräumen nach der Abnahme von Tapeten, Fußbodenbelägen, Verkleidungen
oder ähnlichem an. In diesen Fällen wurden die an den zu renovierenden Flächen verbliebenen
Reste von Farben, Kunststoffen, Klebemitteln oder auch von zu entfernenden Material
von Hand mit einem Spachtel oder mit Hilfe von maschinellen Schleifgeräten in mühevoller
Arbeit entfernt. Von Nachteil dabei ist nicht nur der hohe Arbeitsaufwand, sondern
auch der erhebliche Verbrauch von Schleifmitteln. Noch störender wird bei derartigen
Arbeiten der Anfall von Schleifstaub empfunden, insbesondere wegen der damit verbundenen
Gesundheitsgefährdung. Diese ist besonders dann ernst zu nehmen, wenn der zu schleifende
Grund Reste von Farben enthält, die, wie im Falle von Weißpigmenten, einen hohen Anteil
von Schwermetalloxiden enthalten, die in Form von Stäuben inhaliert werden.
[0003] Bekannt sind in diesem Zusammenhang außerdem sogenannte Stripper-Maschinen, die aus
einer Vibroschleifmaschine bestehen, an deren Stirnseite ein im Querschnitt V-förmiges
Blech mit einem Öffnungswinkel von etwa 150° befestigt sind. Diese Vorrichtung stellt
jedoch im Prinzip nichts anderes als eine Art motorisierter Spachtel dar. Die Vorrichtung
muß angehoben geführt werden und eignet sich daher nicht besonders zum Abreinigen
von großen Flächen, insbesondere senkrechten Flächen. Auch ist oftmaliger Klingenwechsel
erforderlich.
[0004] Für die Erfindung besteht damit die Aufgabe, eine Vorrichtung der eingangs genannten
Art zu erhalten, mit deren Hilfe unter Überwindung bisher bestehender Schwierigkeiten
und Nachteile eine rationelle, ermüdungsfreie und von gesundheitlichen Risiken freie
Arbeitsweise bei der Entfernung von Materialresten ermöglicht wird. Ferner soll die
Erfindung unkompliziert, leicht zu handhaben und preisgünstig zu verwirklichen sein.
[0005] Die Lösung der gestellten Aufgabe gelingt durch eine Vorrichtung, bei der die Schneide(n)
Teil einer oder mehrerer Schneidplatten ist (sind), die auch außerhalb der Stirnseiten
des Schwingungserregers mit seitlichen Schneidbereichen ausgestattet sind, und deren
Ränder als Klinge ausgebildet in spitzem Winkel mit einer Schneide zur Fläche auslaufen.
[0006] Mit der Vorrichtung gemäß Erfindung wird in vorteilhaftem Unterschied zur Arbeitsweise
nach dem Stand der Technik eine äußerst rationelle und von Staubentwicklung praktisch
freie Arbeitsweise dadurch erreicht, daß diese in der Frequenz der Schwingung schneidende
und hobelnde Arbeitshübe in der Größenordnung der Schwingungsamplitude vollführt,
die die als Erhebungen auf der zu glättenden Fläche stehenden Materialreste wirksam
abhebt. Dabei werden weder Schleifmittel verbraucht, noch gibt es eine starke Staubentwicklung,
wie dies beim Schleifen unvermeidlich der Fall ist. Die Arbeit mit der Vorrichtung
geht schneller und ermüdungsfreier von der Hand.
[0007] Dadurch, daß die Schneidplatte mit ihrer charakteristischen, erfindungsgemäßen Formgebung
mit abgeschrägten Rändern und im spitzen Winkel zur bearbeiteten Fläche auslaufenden
Schneiden ausgestattet ist, wird einerseits ein bissiger Schneidvorgang erreicht,
ohne daß andererseits die zu glättende Fläche angegriffen wird. Diese kraftvolle und
doch schonende Arbeitsweise wird in überraschender Weise auch dadurch erzielt, daß
die abgeschrägten Randpartien der Schneidplatte eine gewisse federnd-elastische Wirkung
erzielen, die den arbeits-und handhabungstechnischen Fortschritt ermöglichen, der
die Erfindung gegenüber bekannten Vorrichtungen auszeichnet.
[0008] Dabei ist die Höhe, mit der die Schneidplatte über der Fläche liegt, verschieden
hoch zu bemessen. Insbesondere wird vorgeschlagen, daß die Schneidplatte eine polygonale,
vorzugsweise eine rechteckige, im Mittelbereich aufgewölbte Grundfläche hat und zwei
annähernd parallele Ränder mit nach unten an eine überstehende Schrägfläche ausgearbeiteten
Schneiden, während die zu diesen im rechten Winkel stehenden Stirnseiten der Schneidplatte
schneidenlos sind.
[0009] In Abweichung davon ist es auch möglich, die Schneidplatte schüsselförmig zu vertiefen
und allseitig mit geschlossenen, als Schneiden ausgebildeten Rändern zu versehen.
Dabei kann die Schneidfläche eine eckige (polygonale) oder eine runde oder ovale Grundfläche
aufweisen.
[0010] Die Schneide selbst kann gerade sein, sie kann aber auch gezahnt oder gezackt sein.
[0011] Bei den verschiedenen Ausführungsformen ergibt sich außer der bereits erwähnten vorteilhaften
Arbeitsweise der Vorteil, daß mit dererfindungsgemäßen Schneidplatte in Verbindung
mit einem handelsüblichen Schwingschleifer, wie er heute in vielen Heinwerkerausrüstungen
anzutreffen ist, für relativ geringe Anschaffungskosten eine neue, leistungsfähige
Vorrichtung zur Verfügung steht, die viele einschlägige Glättarbeiten signifikant
erleichtert, verbessert und dazu noch bei sparsamem Umgang mit benötigter Energie
durch Wegfall von Staub Gesundheitsrisiken vermeidet.
[0012] Mithin wird mit der Erfindung die gestellte Aufgabe in optimaler Weise gelöst.
[0013] Im folgenden wird die Erfindung anhand zweier Ausführungsbeispiele in der Zeichnung
dargestellt und dabei näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 eine Vorrichtung nach der Erfindung in perspektivischer Darstellung;
Figur 2 eine Vorderansicht der Vorrichtung gemäß Figur 1;
Figur 3 eine andere Ausführungsform;
Figur 4 ein Randdetail bei der Schneide gemäß den Figuren 1 und 3;
Figur 5a und 5b zwei verschiedene Klingenformen.
[0014] Figur 1 zeigt die Vorrichtung gemäß Erfindung in arbeitsbereitem Zustand. Eine Schneidplatte
1 erstreckt sich in ihrer Mittelpartie 2 annähernd parallel zu der zu bearbeitenden
Fläche 3. Sie ist dabei in der Mittelpartie oberhalb der zu bearbeitenden Fläche angeordnet
und steht mit dieser über die Schneidbereiche 4, 4' in Kontakt. Letztere sind in Richtung
auf die Fläche 3 abgeschrägt, wobei die Ränder 5, 5' als Schneiden 6, 6' ausgebildet
sind. Die Schneiden 6, 6' sind zu diesem Zweck durch ein bei Schneidwaren dem Fachmanne
bekanntes Verfahren gehärtet. Die Schneiden 6, 6' laufen im spitzen Winkelo α zur
Fläche 3 aus. Auf der Fläche 3 vorhandene, zu entfernenden Materialreste 7, 7' werden,
wie aus der Darstellung in den Figuren deutlich erkennbar, in einer Kombination von
kleinhübigen, in rascher Folge mit der Frequenz der Schwingung erfolgenden Schneid-
und/oder Hobelbewegungen abgehoben.
[0015] Die eigentliche Schneidplatte 1 kann zum Schärfen oder nach Verschleiß nach dem Lösen
der Befestigungselemente, beispielsweise in Form von Schrauben 8, von dem eigentlichen
Schwingungserreger 9 gelöst werden. Dabei sind die Schraubenbohrungen in der Schwingungsplatte
selbst so angeordnet, daß sie mit den vorhandenen Bohrungen handelsüblicher Schwingschleifer
übereinstimmen.
[0016] Wie aus der Zeichnung weiterhin zu erkennen ist, besitzt der Schwingungserreger 9
einen oder mehrere Handgriffe10. Weiterhin ist eine elektrische Zuleitungsschnur vorhanden,
die jedoch im vorliegenden Falle nicht dargestellt ist. Demgemäß handelt es sich bei
den gezeigten Ausführungen um motorisch angetriebene Schwingschleifer handelsüblicher,
dem Fachmann vertrauter Bauart. Solche bekannten Geräte sind entweder als Kreisschwinger
oder als Linearschwinger ausgebildet, wobei auch beide, alternativ an einem Gerät
einstellbare Schwingungsarten bei handelsüblichen Geräten möglich sind. Für die Erfindung
eignen sich, wie Versuche ergeben haben, beide Schwingungsarten. Diese sind im übrigen
in der Darstellung mit den Pfeilen 10 (Kreisschwinger) und 11 (Linearschwinger)symbolisiert.
[0017] Eine etwas andere Ausführungsform zeigt die Figur 3. Bei dieser Ausführungsform ist
eine zweiteilige Schneidplatte 2, 2' vorgesehen, die im Mittelbereich geteilt ist.
Jedes der beiden Teile der Schneidplatte besitzt Ränder 5, 5', die als Schneiden 6,
6' ausgebildet sind.
[0018] Die Schneidplatte kann auch in einer anderen Ausführungsform gestaltet sein, etwa
in Form eines runden Suppentellers, der auf dem Kopf steht. Die Tellerränder bilden
die Randpartien 4, 4' und schneiden 6, 6'. Von der runden Form kann abgewichen werden,
beispielsweise zu einer Form eines regelmäßigen Sechsecks oder zu einer ovalen Form.
[0019] Eine etwas andere Formgebung der Randpartie 4 der Schneidplatte 1 zeigt Figur 4.
Dabei ist diese mit größeren Radiusübergängen 12, 13 ausgestattet. Hierdurch wird
eine etwas weicher-elastische Wirkung erzielt, was in Abstimmung mit dem Schneiden-Material
in einigen Fällen von Vorteil ist.
[0020] Zu erkennen ist auch in den Figuren 3 und 4 der spitze Winkel ct, den die Schneide
6, 6' mit der Fläche 3 bildet. Dieser Winkel α liegt etwa zwischen 5 und 25°, ohne
daß diese Winkelangaben letztlich limitierend sein sollen.
[0021] Die Figuren 5a und 5b zeigen die beiden Möglichkeiten, die Schneiden einmal mit einer
geraden Schneidkante auszustatten, während Figur 5b eine Schneidkante zeigt, die gezackt
ist.
1. Vorrichtung mit wenigstens einer an einem Schwingungserreger befestigten Schneide
zum Entfernen von Farb-, Teppich-, Klebstoff- und/oder Materialresten von einer Fläche,
dadurch gekennzeichnet, daß die Schneiden Teil einer oder mehrerer Schneidplatten
(2, 2', 2") sind, die auch außerhalb der Stirnseiten des Schwingungserregers mit seitlichen
Schneidbereichen ausgestattet sind, deren Ränder (5, 5') als Klingen ausgebildet im
spitzen Winkel (α) mit einer Schneide (6, 6') zur Fläche (3) auslaufen.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidplatte (1)
eine polygonale, vorzugsweise rechteckige, im Mittelbereich aufgewölbte Grundfläche
hat und zwei annähernd parallele Ränder (5, 5') mit nach unten an eine überstehende
Schrägfläche angearbeiteten Schneiden (6, 6') aufweist, während die zu diesen im rechten
Winkel stehenden Stirnseiten der Schneidplatte (1) schneidenlos sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneidplatte (1)
schüsselförmig vertieft in ihrer Mittelpartie (2) ausgestaltet ist und allseitig rund,
oval, oder polygonale Umrißform hat, die an den Rändern als Schneiden (6, 6') ausgebildet
ist.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneiden eine gerade
Kante haben.
5. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Schneiden eine gezackte
oder gezahnte Kante haben.