[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen von Schlitzwänden, bei dem stirnseitig
aneinander anschließende Wandabschnitte nacheinander betoniert und durch ein vertikal
verlaufendes, vorzugsweise mit einem horizontalen Ansatz im Bereich des Sohlplattenanschlusses
versehenes Fugenband abgedichtet werden, wozu jeweils ein Schlitzabschnitt in Länge
des herzustellenden Wandabschnitts ausgehoben wird, ein sich Über die Schlitzwandhöhe
erstreckendes, das Fugenband teilweise aufnehmendes Schalungselement, das auf seiner
in den Schlitzabschnitt weisenden Vorderseite Vorsprünge zur gegenseitigen Verzahnung
der einzelnen Wandabschnitte aufweist, am Ende des Schlitzabschnitts vertikal in diesem
angeordnet wird, der Schlitzabschnitt mit einem Bewehrungskorb versehen wird, Beton
im Kontraktorverfahren in den Schlitzabschnitt eingeführt wird, der anschließende
Schlitzabschnitt auf der Rückseite des Schalungselements ausgehoben wird und das Schalungselement
nach Freigabe des teilweise einbetonierten Fugenbandes vertikal ausgehoben wird.
[0002] Ein solches Verfahren, bei dem vor dem Ausheben des Schalungselements der anschließende
Schlitzabschnitt ausgehoben wird, ist bereits bekannt (US-PS 3 464 665). Hier ist
allerdings über das beim Einbringen des Betons angewendete Verfahren wie auch über
die Gestaltung des Fugenbandes im Bereich des Sohlplattenanschlusses nichts gesagt.
Zur Halterung des Fugenbandes sind zwei Schläuche vorgesehen, die sich durch das Schalungselement
erstrecken und in aufgeblasenem Zustand das Fugenband in seinem hinteren Bereich innerhalb
des Schalungselementes festklemmen. Vor dem Ziehen des Schalungselements wird der
Druck aus den Schläuchen abgelassen und dadurch das Fugenband freigegeben.
[0003] Das Schalungselement wird wie allgemein üblich in vertikaler Richtung gezogen, wozu
Abdrückzylinder an der Unterseite eines Querträgers angreifen, der am oberen Ende
des über die Erdoberfläche aufragenden Schalungselements befestigt ist. Außerdem verjüngt
sich das Schalungselement in Richtung auf sein unteres Ende, um das vertikale Ziehen
zu erleichtern. Dieses vertikale Ziehen, das ggf. in bekannter Weise auch durch Verwendung
von auf das Schalungselement aufgebrachten Entschalungsmitteln wie Fette oder Öle
erleichtert werden kann, stellt eine Gefahr für das Fugenband und seine ordnungsgemäße
Anordnung dar. Hier erweist sich die lange Relativbewegung zwischen dem Schalungselement
und dem freigegebenen Fugenband beim vertikalen Ziehen in der Erstreckungsrichtung
beider Teile als besonders nachteilig. Durch örtliches Anhaften des Fugenbandes am
Schalungselement kommt es leicht zum Reißen des Fugenbandes, zumal ein Eindringen
von Betonschlempe längs des Fugenbandes in das Schalungselement trotz des am Fugenband
vorgesehenen Querflansches, der sich abdichtend an das Schalungselement anlegen soll,
nicht immer verhindert werden kann. Außerdem lassen sich die Schalungselemente selbst
bei Anwendung der vorgenannten Hilfsmaßnahmen nach einem mehr oder weniger vollständigen
Abbinden des Betons häufig nicht mehr ziehen, was insbesondere bei tiefen Schlitzwänden
der Fall ist. Daher muß ggf. frühzeitig, beispielsweise bereits 3 bis 4 Stunden nach
Beginn des Kontraktorverfahrens mit dem Ziehen begonnen werden, was bei tiefen Schlitzen
ein schrittweises Ziehen bedeutet, das bereits beginnt, bevor der betreffende Schlitzwandabschnitt
mit Beton gefüllt ist. Es ist ersichtlich, daß hierbei bereits Ziehkräfte auf das
Fugenband übertragen werden, bevor dieses in seinen oberen Bereichen im bereits mehr
oder minder stark abgebundenen Beton fixiert ist. Hier liegt eine weitere Quelle für
eine nicht ordnungsgemäße Fugenbandabdichtung.
[0004] Das bekannte Verfahren ist auch noch in anderer Hinsicht nachteilig. Bisher wollte
man stets vermeiden, daß beim Betonieren der Beton bzw. die Schlempe auf die Rückseite
des Schalungselements gelangt. Dementsprechend wurde das Schalungselement in seiner
Breite der Schlitzdicke eng angepaßt und ggf. das Schalungselement zweiteilig ausgeführt
und mittels eines aufblasbaren Schlauches aufgespreizt und dabei fest an die sich
gegenüberliegenden Wände des Schlitzes angedrückt (DE-OS 20 23 372). Hierdurch wird
nicht nur eine das Ziehen erleichternde geringere Berührungsfläche zwischen dem Schalungselement
und dem Beton geschaffen, es entsteht beim Betonieren auch ein erheblicher Überdruck
auf der Vorderseite des Schalungselements, der auf das hohe spezifische Gewicht des
Betons zurückzuführen ist, das dasjenige der beim Kontraktorverfahren üblicherweise
verwendeten Bentonit-Suspension übersteigt. Die daraus resultierenden, im Sinne einer
Durchbiegung auf das Schalungselement einwirkenden Kräfte machen ein kastenförmiges
versteiftes Schalungselement erforderlich, um Durchbiegungen und daraus resultierende
Behinderungen beim späteren Ziehen des Schalungselements zu vermeiden. Ein solches
Schalungselement ist naturgemäß voluminös, schwer und unhandlich sowie auch aufwendig.
Das gilt insbesondere auch dann, wenn keine die Biegekräfte aufnehmende Querverspannung
des Schalungselements innerhalb des Schlitzes vorgesehen ist, was für die US-PS 3
464 665 zutrifft.
[0005] Dort sind zwei verschiedene Schalungselemente vorgesehen, nämlich ein kastenförmiges
Schalungselement mit einer entsprechenden Dicke im Anlagebereich an den Schlitzwänden,
wodurch dem Beton ein Passieren zur Rückseite des Schalungselements weitgehend unmöglich
gemacht wird, und ein schmales Schalungselement in Form einer Platte,von deren Längskanten
aufeinanderzu geneigte Schrägwände vorspringen und zwecks Aufnahme des Fugenbandes
im Abstand voneinander enden. Dieses an seinen den Wänden des Schlitzes gegenüberliegenden
Seiten dünne Schalungselemente besitzt einen trapezförmigen Querschnitt, der der auszubildenden
Verzahnungsaussparung im herzustellenden Bandabschnitt entspricht. Dementsprechend
ist das Schalungselement weniger breit als der Schlitz und begrenzt den Schlitz nur
in einem mittleren Bereich. Hier kann der frisch eingefüllte Beton zwar seitlich am
Schalungselement vorbeifließen, ohne daß dieses in Längsrichtung stärker durchgebogen
wird, der hergestellte Schlitzwandabschnitt erhält jedoch stirnseitig keinen glatten
Abschluß, wie er für eine ein-
wandfreie Schlitzwand ohne Erdeinschlüsse zu fordern ist.
[0006] Dementsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, das eingangs genannte Verfahren
so zu verbessern, daß die Gefahr einer Beschädigung oder Verlagerung des Fugenbandes
aus seiner vorgesehenen Abdichtungsstellung weitgehend ausgeschaltet ist, wobei gleichzeitig
ein einfaches handliches Schalungselement verwendbar sein soll.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der in den Schlitzabschnitt
eingeführte Beton zur Auffüllung von Hohlräumen auch auf die Rückseite des Schalungselements
geleitet wird, daß beim oder nach dem Ausheben des anschließenden Schlitzabschnitts
an der Rückseite des.Schalungselements anhaftender Beton abgemeißelt wird und daß
das Schalungselement vor seinem vertikalen Ausheben vom hergestellten Wandabschnitt
in den anschließenden Schlitzabschnitt hinein seitlich abgedrückt wird.
[0008] Diese erfindungsgemäßen Maßnahmen sichern einen Druakausgleich zwischen der Vorderseite
und der Rückseite des Schalungselements, so daß dieses kompakt und preiswert ausgebildet
werden kann, obwohl es sich über die gesamte Schlitzwanddicke erstreckt und damit
einen sauberen Anschluß an den benachbarten Wandabschnitt gewährleistet. Das Ziehen
des Schalungselements muß nicht bereits nach kurzer Zeit erfolgen sondern kann beispielsweise
24 bis 48 Stunden nach dem Betonieren vorgenommen werden, was auch organisatorisch
von Vorteil ist. Das Schalungselement wird trotzdem nicht eingebüßt und kann wieder
verwendet werden, weil einerseits die Rückseite des Schalungselements freigemeißelt
wird und daher die Haftung am Beton auf die Vorderseite des Schalungselements begrenzt
ist und weil andererseits das Schalungselement nicht vertikal gezogen sondern seitlich
abgedrückt wird, wobei die Abdrückkraft gezielt in derjenigen Höhe auf- .gebracht
werden kann, an der sich das Schalungselement noch nicht gelöst hat. Dabei reißen
auch vorhandene Betonbrücken zwischen der Vorderseite und der Rückseite des Schalungselements,
die infolge der vergleichsweise geringen Dicke des Schalungselements zu keinen Problemen
führen. Das seitliche Abdrücken des Schalungselements führt zu einer besonders kurzen
Relativbewegung zwischen dem Schalungselement und dem Fugenband, so daß die Reißgefahr
gering ist. Ferner wird das Fugenband durch den bereits weitgehend abgebundenen Beton
in seiner Abdichtungsstellung fixiert, und zwar auch bei tiefen Schlitzwänden über
die ganze Fugenbandlänge. Das vorgesehene Abmeißeln des Betons bringt keine wesentliche
Erschwerung des Verfahrens, da die Zugänglichkeit zur Rückseite des Schalungselements
durch das Ausheben des anschließenden Schlitzabschnitts ohnehin gegeben ist und da
sich der anhaftende Beton vergleichsweise leicht von der glatten Rückseite des Schalungselements
abmeißeln läßt. Im übrigen muß bei entsprechender Bodenbeschaffenheit auch schon beim
Ausheben des anschließenden Schlitzabschnitts mit einem Meißelwerkzeug gearbeitet
werden. Schließlich ist auch zu berücksichtigen, daß nur begrenzte Betonmassen abgemeißelt
werden müssen, da das Schalungselement am Ende des ausgehobenen Schlitzes angeordnet
wird und somit nur Ausbrüche an der Stirnseite des Schlitzabschnitts mit Beton aufgefüllt
werden, in die das Schalungselement andernfalls unter Verbiegung hineingedrückt würde.
[0009] Der Beton kann seitlich um das Schalungselement herum zu dessen Rückseite geleitet
werden, zumal auch in den Seitenwänden des ausgehobenen Schlitzes mit Ausbrüchen zu
rechnen ist und ein dünnes Schalungselement der Umströmung durch den Beton dann keinen
wesentlichen Widerstand bietet. Um jedoch ein den Schlitzwandabschnitt im wesentlichen
vollständig abschließendes Schalungselement verwenden zu können und von durch die
jeweilige geologische Formation bedingten Zufälligkeiten unabhängig zu sein, ist es
sinnvoll, den Beton durch das Schalungselement hindurch auf dessen Rückseite zu leiten.
Auf diese Weise können in vorgegebenen Längsabständen Verbindungen zwischen der Vorderseite
und der Rückseite des Schalungselements hergestellt werden, wobei die Verbindungsquerschnitte
so dimensioniert werden können, daß die das Schalungselement durchdringenden Betonbrücken
beim seitlichen Abdrücken des Schalungselements mit einem vorbestimmten Kraftaufwand
reißen.
[0010] Die Erfindung betrifft auch ein Schalungselement zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens, bestehend aus einer langgestreckten Platte mit ebener Rückseite und mit
zwei auf der Plattenvorderseite vorgesehenen, im wesentlichen über die ganze Länge
der Platte verlaufenden Versteifungsgliedern, die in Querrichtung aufeinanderzu geneigte
Außenflächen aufweisen und zwischen sich eine Aufnahme für das im anschliessenden
Wandabschnitt einzubettende Teil des Fugenbandes bilden.
[0011] Ein derartiges Schalungselement ist wie ausgeführt bereits bekannt (US-PS 3 464 665),
auch wenn es nur der Ausbildung einer Verzahnungsaussparung im Schlitzwandabschnitt
und nicht der Begrenzung des Schlitzwandabschnitts über seine gesamte Dicke dient.
Ein solches plattenförmiges dünnes Schalungselement eignet sich in besonderem Maße
für die Durchführung des vorstehend beschriebenen Verfahrens, wenn es in seiner Breite
der Schlitzwanddicke angepaßt ist.
[0012] Dieses Schalungselement ist erfindungsgemäß so ausgebildet, daß die Versteifungsglieder
auch in Längsrichtung geneigte Außenflächen aufweisen. Diese Maßnahme wird durch das
seitliche Abdrücken des Schalungselements vor dem Ausheben ermöglicht. Es führt nicht
nur dazu, daß die aneinander anschließenden Wandabschnitte außer in horizontaler Richtung
auch in vertikaler Richtung miteinander verzahnt werden - was bisher nur bei in der
Schlitzwand verbleibenden .Schalungselementen aus Beton möglich war (DE-OS 19 25 025)
- darüber hinaus wird im Interesse eines Schutzes des Fugenbandes sichergestellt,
daß das Schalungselement notwendigerweise in einem vorbestimmten Ausmaß von beispielsweise
20 cm seitlich abgedrückt werden muß, bevor es vertikal ausgehoben werden kann. Es
wird also ein vertikales Ziehen in der bisher üblichen Weise ausgeschlossen.
[0013] Weitere zweckmäßige Ausbildungen des Schalungselements ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Der Sinn dieser Maßnahmen ergibt sich bereits weitgehend aus den vorstehenden Darlegungen.
Zu den Abdrückflächen am vorderen Ende des Schalungselements sei noch ergänzend auf
zwei verschiedene Möglichkeiten zum seitlichen Abdrücken des Schalungselements hingewiesen.
In das Schalungselement können mit Längsabständen von beispielsweise 3 bis 4 m ein-
und ausfahrbare Hubzylinder integriert sein, die sich in einem zum seitlichen Abdrücken
erforderlichen Ausmaß von beispielsweise 20 cm ausfahren lassen. Im Interesse eines
möglichst einfachen Schalungselements kann aber auch mit einem separaten Preßkissen
gearbeitet werden, das von oben her zwischen das abzudrückende Schalungselement und
den betonierten Wandabschnitt eingeführt und bis auf die oberste Haftungsstelle zwischen
beiden Teilen abgesenkt und dann beispielsweise mit einem Druckmittel beaufschlagt
wird, um das Schalungselement vom Wandabschnitt zu trennen. Hierbei sind die Abdrückflächen
am Schalungselement von Vorteil.
[0014] Nachfolgend werden anhand einer schematischen Zeichnung das erfindungsgemäße Verfahren
sowie zwei verschiedene Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Schalungselements
näher erläutert.
[0015] Figuren 1 bis 3 zeigen jeweils in Draufsicht (oben) und in einem vertikalen Längsschnitt
(unten) bei verkürzt dargestellter Schlitzlänge Stadien bei der Herstellung eines
anschließenden Schlitzwandabschnittes.
[0016] Fig. 4 bis 7 zeigen die erste Ausführungsform des Schalungselements in Vorderansicht
und Seitenansicht, wobei jeweils ein mittlerer Bereich des Schalungselements weggelassen
ist, sowie in den beiden in Fig. 4 deutlich gemachten Schnitten VI-VI und VII-VII.
[0017] Fig. 8 zeigt in perspektivischer Darstellung gleichfalls unter Weglassung des mittleren
Bereichs die Stirnseite des hergestellten Wandabschnitts, wobei auch das teilweise
weggebrochene Fugenband einschließlich des angeformten Ansatzes im Bereich der unteren
Sohlplatte dargestellt ist.
[0018] Fig. 9 zeigt in perspektivischer Darstellung die Stoßstelle zwischen zwei aneinander
anschließendenVandabschnitten mit dem Fugenband.
[0019] Figuren 10 bis 13 zeigen die zweite Ausführungsform des Schalungselements, wiederum
in Vorderansicht, Seitenansicht und in zwei in Fig. 10 angedeuteten charakteristischen
Schnitten.
[0020] Figuren 1 bis 3 veranschaulichen die Arbeitsweise beim Herstellen eines Schlitzwandabschnitts.
Dazu werden in bekannter Weise Leitwände 1 und 2 gesetzt, die beispielsweise etwa
1,5 m tief in den Boden ragen und die Breite des auszuhebenden Schlitzes und damit
die Schlitzwanddicke festlegen. Aus den Figuren ist die Anordnung der Oberkante 3
der Leitwände 1 und 2 in Ausrichtung auf die Oberfläche 4 des Erdreichs 5 zu erkennen.
[0021] Fig. 1 geht von einem betonierten Wandabschnitt 6 mit einem noch nicht gezogenen
bzw. ausgehobenen Schalungselement 7 aus. Zunächst wird auf der Rückseite des Schalungselements
7, das ist in den Figuren 1 bis 3 die rechte Seite des Schalungselements, in bekannter
Weise ein anschließender Schlitzabschnitt 8 ausgehoben. Daraufhin wird wie in Fig.
1 angedeutet die Rückseite des Schalungselements geputzt, indem ein Werkzeug 10 mit
Meißeln 11, das zum Zerkleinern des auszuhebenden Erdmaterials bereits bekannt ist,
in den Schlitzabschnitt 8 abgesenkt wird. Dieses Werkzeug 10 ist mit Zahnleisten 12
bestückt worden, die den an der Rückseite des Schalungselements 7 anhaftenden Beton
13 abmeißeln. Das Werkzeug 10 ist mit einer geneigten Auflauffläche 14 versehen, die
entsprechend der durch Pfeile angedeuteten Kraftzerlegung dafür sorgt, daß die Zahnleisten
12 an die glatte Rückseite des Schalungselements 7 angedrückt werden.
[0022] Nach dem Putzen der Rückseite des Schalungselements 7 wird dieses wie in Fig. 2 angedeutet
seitlich in den Schlitzabschnitt 8 hinein abgedrückt, was in der vorbeschriebenen
Weise geschehen kann und nicht näher angedeutet ist. Dabei löst sich das Schalungselement
7 vom zuvor in ihm aufgenommenen Fugenband 15, das wie angedeutet etwa zur Hälfte
im bereits hergestellten Wandabschnitt 6 eingebettet ist. Nach dem seitlichen Abdrücken
wird das Schalungselement 7 aus dem Schlitzabschnitt 8 ausgehoben.
[0023] Darauf wird das Schalungselement 7 mit einem neuen Fugenband 15' versehen und entsprechend
Fig. 3 an der dem be-
reits betonierten Wandabschnitt 6 abgewandten Ende des Schlitzabschnitts 8 angeordnet.
Daraufhin wird in bekannter Weise ein Bewehrungskorb im Schlitzabschnitt 8 angeordnet,
worauf dieser im Kontraktorverfahren mit Beton gefüllt wird. Dieser Beton dringt durch
das Schalungselement 7 hindurch oder an dessen schmalen Längskanten vorbei in die
in Fig.3 angedeuteten Hohlräume 16 auf der Rückseite des Schalungselements, wodurch
der in Fig. 1 dargestellte und später abzumeißelnde Beton 13 entsteht.
[0024] Daraufhin wird der anschließende Schlitzabschnitt ausgehoben und das Verfahren wiederholt
sich mit den vorbeschriebenen Schritten.
[0025] Das Schalungselement gemäß Figuren 4 bis 7 besteht aus einer langgestreckten Platte
21, von deren Vorderseite zwei Versteifungsschienen 22 aufragen, die sich parallel
zueinander erstrecken, eine schlitzförmige Aufnahme 23 für das Fugenband 15 bilden
und Stirnflächen 24 aufweisen, die in Längsrichtung geneigt sind. Gemäß Fig. 7 sind
die Versteifungsschienen 22 als Hohlprofil mit einem zur Platte 21 senkrecht verlaufenden
inneren Schenkel 25 und einem geneigten äußeren Schenkel 26 ausgebildet. Die Teile
21, 24, 25 und 26 sind miteinander verschweißt. Die Stirnflächen 24 und die äußeren
Schenkel 26 führen zu einer in Längsrichtung wie in Querrichtung konischen Form der
Versteifungsschienen 22.
[0026] Auf der Außenseite der Versteifungsschienen 22 sind mit gleichmäßigen Abständen in
Längsrichtung Durchbrechungen 27 in der Platte 21 vorgesehen, die sich von der Vorderseite
zur Rückseite der Platte 21 verjüngen.
[0027] Ferner sind auf der Außenseite einer jeden Versteifungsschiene 22 Vorsprünge 28 angeordnet,
die in Querrichtung geneigte Außenflächen 29 und zusätzlich in Längsrichtung geneigte
Außenflächen 30 aufweisen, die jeweils von angeschweißten Blechstücken gebildet sind
und geschlossene Hohlräume umgrenzen. Die Vorsprünge 28 sind paarweise nebeneinander
angeordnet und über die Länge der Platte 21 verteilt. Dabei sind die Vorsprünge 28
jeweils in der Mitte zwischen den ebenfalls paarweise vorgesehenen Durchbrechungen
27 angeordnet.
[0028] Figur 8 zeigt einen fertigen Wandabschnitt 32 aus Beton, der auch als Lamelle bezeichnet
wird, und läßt die Verzahnungsaussparungen 33 erkennen, die von den Vorsprüngen
28 des Schalungselements herrühren. Auch die Versteifungsschienen 22 haben eine Aussparung
34 hervorgerufen. Ferner ist das Fugenband 15 zu erkennen, dessen frei vorragender
Abschnitt 36 in der schlitzförmigen Aufnahme 23 des Schalungselementes aufgenommen
war. Auch ist der im Bereich der nicht eingezeichneten Sohlplatte am Fugenband 15
angeformte Ansatz 37 dargestellt, der gegen in senkrechter Richtung eindringendes
Wasser abdichtet.
[0029] Fig. 9 zeigt den Wandabschnitt 32 mit dem anschließenden Wandabschnitt 38 und läßt
die Querverzahnung zwischen den beiden Wandabschnitten sowie die Lage des Fugendichtbandes15
erkennen, das mit einem nach beiden Seiten vorspringenden Querflansch 35 versehen
ist.
[0030] Die in Figuren 10 bis 13 dargestellte zweite Ausführungsform des Schalungselements
weist eine Platte 41 auf, die an ihrer Vorderseite zwei Versteifungsglieder 42 und
43 aufweist, die sich in Längsrichtung erstrecken und symmetrisch zur Längsmittelebene
ausgebildet und angeordnet sind. Die Versteifungsglieder 42 und 43 sind durch Schrauben
44(Fi&12) lösbar mit der Platte 41 verbunden, so daß die Platte 41 erforderlichenfalls
gegen eine andere Platte von unterschiedlicher Breite ausgetauscht werden kann.
[0031] Die Versteifungsglieder 42 und 43 bestehen jeweils aus einem Doppel-T-Träger 45 bzw.
46, dessen einer Flansch an der Platte 41 anliegt und dessen anderer Flansch eine
zur Platte parallele Abdrückfläche 47 bzw. 48 bildet. Mit den einander benachbarten
inneren Enden der Flansche der Träger 45 und 46 sind Innenflächen 51, 52 verschweißt,
die zwischen sich eine Aufnahme 53 für das Fugenband bilden. Die Außenflansche der
Träger 45 und 46 sind mit abwechselnder Neigung gegenüber der Längsrichtung sowie
mit einer Neigung im Querschnittsprofil teilweise eingekürzt und an ihren äußeren
Enden durch eingeschweißte Außenflächen 55 bzw. 56 miteinander verbunden. Diese Außenflächen
verlaufen dementsprechend mit einer Neigung sowohl in Querrichtung wie in Längsrichtung,
was zu einer Verzahnung der aneinander anschließenden betonierten Wandabschnitte sowohl
in horizontaler wie in vertikaler Richtung führt. Auch an ihren Enden sind die Versteifungsglieder
42 und 43 mit in Längsrichtung geneigten Stirnflächen 58 und 59 versehen, so
daß sie geschlossene Hohlprofile bilden. Ferner sind auf der Außenseite der Versteifungsglieder
42 und 43 jeweils im Bereich ihrer stärksten Einschnürung Paare von Durchbrechungen
60 und 61 vorgesehen, die sich von der Vorderseite zur Rückseite der Platte 41 konisch
verjüngen.
[0032] Die Platten 21 und 41 sind in nicht dargestellter aber bekannter Veise mit Anschlußmitteln
versehen, um zwei oder mehr Schalungselemente stirnseitig miteinander zu verbinden
und dadurch eine der Schlitzwandhöhe entsprechende Länge zu erhalten.
1. Verfahren zum Herstellen von Schlitzwänden, bei dem stirnseitig aneinander anschließende
Wandabschnitte nacheinander betoniert und durch ein vertikal verlaufendes, vorzugsweise
mit einem horizontalen Ansatz im Bereich des Sohlplattenanschlusses versehenes Fugenband
abgedichtet werden, wozu jeweils ein Schlitzabschnitt in Länge des herzustellenden
Wandabschnitts ausgehoben wird, ein sich über die Schlitzwandhöhe erstreckendes, das
Fugenband teilweise aufnehmendes Schalungselement, das auf seiner in den Schlitzabschnitt
weisenden Vorderseite Vorsprünge zur gegenseitigen Verzahnung der einzelnen Wandabschnitte
aufweist, am Ende des Schlitzabschnitts vertikal in diesem angeordnet wird, der Schlitzabschnitt
mit einem Bewehrungskorb versehen wird, Beton im Kontraktorverfahren in den Schlitzabschnitt
eingeführt wird, der anschließende Schlitzabschnitt auf der Rückseite des Schalungselements
ausgehoben wird und das Schalungselement nach Freigabe des teilweise einbetonierten
Fugenbandes vertikal ausgehoben wird, dadurch gekennzeichnet , daß der in den Schlitzabschnitt
eingeführte Beton zur Auffüllung von Hohlräumen auch auf die Rückseite des Schalungselements
geleitet wird, daß beim oder nach dem Ausheben des anschließenden Schlitzabschnitts
an der Rückseite des Schalungselements anhaftender Beton abgemeißelt wird und daß
das Schalungselement vor seinem vertikalen Ausheben vom hergestellten Wandabschnitt
in den anschließenden Schlitzabschnitt hinein seitlich abgedrückt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Beton durch das Schalungselement
hindurch auf dessen Rückseite geleitet wird.
3. Schalungselement zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus
einer langgestreckten Platte (21, 41) mit ebener Rückseite und mit zwei auf der Plattenvorderseite
vorgesehenen, im wesentlichen über die ganze Länge der Platte (21, 41) verlaufenden
Versteifungsgliedern (22,28; 42,43) die in Querrichtung aufeinander zu geneigte Außenflächen
(26,29; 55,56) aufweisen und zwischen sich eine Aufnahme (23; 53) für das im anschließenden
Wandabschnitt (38) einzubettende Teil (36) des Fugenbandes (15) bilden, dadurch gekenn-
zeichnet, daß die Versteifungsglieder (22,28; 42,43) auch in Längsrichtung geneigte
Außenflächen (24,30; 55,56,58,59) aufweisen.
4. Schalungselement nach Anspruch 3, dadurch gekenn- zeichnet, daß die Versteifungsglieder
(22,28; 42,43) im Abstand zu den Längskanten der Platte (21;41) angeordnet sind.
5. Schalungselement nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Versteifungsglied
(22,28; 42,43) als verschweißtes Hohlprofil mit wenigstens einer in Längsrichtung
verlaufenden Versteifungsschiene (22; 45,46) ausgebildet ist.
6. Schalungselement nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die in Längsrichtung
unddie in Querrichtung geneigten Außenflächen (24,26,29,30; 55,56,58,59) von mit den
Versteifungsschienen (22; 45,46) verschweißten Blechstücken gebildet sind.
7. Schalungselement nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die Versteifungsglieder (22,28; 42,43) zur Platte (21; 41) senkrechte, sich im Abstand
gegenüberliegende Innenflächen (25; 51,52) aufweisen, welche die Aufnahme (23,53)
für das Fugenband (15) begrenzen.
8. Schalungselement nach einem der Ansprüche 3 bis 7, da-durch gekennzeichnet, daß die Versteifungsglieder (42,43) an ihrem der Platte (41) abgewandten vorderen Ende zur Platte (41) parallele
Abdrückflächen (47,48) aufweisen.
9. Schalungselement nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
die Platte (21;41) außerhalb der Versteifungsglieder (22,28; 42,43) über ihre Länge
verteilt Randeinschnitte und/oder Durchbrechungen (27; 60,61) für den Durchtritt des
Betons zur Plattenrückseite aufweist.
10. Schalungselement nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
die Platte (41) lösbar mit den Versteifungsgliedern (42,43) verbunden und dadurch
jeweils gegen eine Platte von an die Schlitzwandstärke angepaßter Breite austauschbar
ist.