[0001] Die Erfindung betrifft eine Steuereinrichtung für die Düsen einer Strahleintrag-Webmaschine,
insbesondere für eine Lufteintrag-Maschine mit Wanderfeld und sogenannten, entlang
dem Eintragsweg angeordneten Hilfsdüsen.
[0002] Bei einer bekannten Einrichtung dieser Art (DE-OS 21 45 256) befindet sich in einem
Druckraum ein auf einer Welle rotierender Drehschieber von scheibenförmiger Gestalt.
In der rotierenden Scheibe befindet sich eine Oeffnung, welche über mehreren Austrittsöffnungen
für den Anschluss von Düsen hinweg läuft.
[0003] Eine Schwierigkeit bei dieser Ausführungsform besteht dar- in, dass der Drehschier
über der die Inftaustrittsöffnungen enthaltenden Grundplatte des Druckbehälters gleitend
hinweg läuft, wodurch die Abdichtung zwischen beiden Teilen beeinträchtigt werden
kann. Insbesondere kann an den weiter aussen liegenden Stellen des Drehschiebers infolge
des höheren Radius mehr Abrieb entstehen als an der inneren Partie des Drehschiebers.
Dadurch kann während des Betriebes ungleiche Dichtigkeit an den äusseren und inneren
Stellen des Drehschiebers entstehen. Der ungleiche Abrieb lässt sich bei dieser Ausführungsform
mit scheibenförmigem Drehschieber während des Betriebes nicht ohne weiteres ausgleichen.
[0004] Ferner ist die Zahl der am Druckraum anschliessbaren Düsen begrenzt, so dass sich
die bekannte Bauart für Webmaschinen mit hoher Webbreite und zahlreichen Hilfsdüsen
nicht eignet.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine besonders in dieser Hinsicht verbesserte
Steuereinrichtung zu schaffen.
[0006] Die Erfindung liegt in einem ortsfesten, trommelförmigen Druckbehälter und einem
darin rotierenden, zylinderförmigen Steuerschieber, wobei der Druckbehälter auf dem
Umfang mehrere, gegeneinander versetzt, vorzugsweise schraubenförmig angeordnete Austrittsöffnungen
für den Anschluss der Düsen und der Steuerschieber einen sich über die ganze Länge
des Steuerschiebers erstreckenden, im wesentlichen achsparallel verlaufenden Schlitz
aufweisen.
[0007] Hierdurch wird es möglich, den geschlitzten, zylinderförmigen Steuerschieber entweder
bereits bei Beginn des Betriebes unter leichte Vorspannung in radialer Richtung zu
setzen oder eine leichte Radialspannung während des Betriebes am Steuerschieber durch
den im Druckraum vorhandenen Druck des Mediums zu erzeugen (im Folgenden ist als Druckmedium
z. B. Luft angenommen). Es wird somit dafür gesorgt, dass der zylinderförmige.Steuerschieber
immer unter voller Dichtigkeit bzw. Dichtungswirkung auf dem Innenumfang des trommelförmigen
Druckbehälters läuft. Auch bei allmählicher Abnützung der Teile infolge Abriebes entsteht
selbsttätig ausreichende Dichtigkeit, so dass Leckverluste vermieden werden können.
[0008] Bei der erfindungsgemässen Steuereinrichtung lässt es sich auch, wie im folgenden
näher beschrieben wird, leicht erreichen, dass diejenigen Luftaustrittsöffnungen des
Druckbehälters, die zu Düsen gehören, welche z.B. währenddes gesamten Schusseintrages
blasen sollen, durch einfache Bypasskanäle länger mit Luft gespeist werden, als andere,
hierfür nicht bestimmte, am Eintragsweg befindliche Düsen.
[0009] Weitere Merkmale ergeben sich aus der folgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen
in Verbindung mit der Zeichnung und den Ansprüchen.
Fig. 1 ist ein Längsschnitt durch eine erfindungsgemäss ausgebildete Steuereinrichtung,
Fig. 2 und 3 sind Schnitte nach den Linien II/II bzw. III/III in Fig. l,
Fig. 4 veranschaulicht eine Abwicklung am Innenumfang des Druckbehälters nach Fig.
1 und
Fig. 5 ist ein zugehöriges Steuerdiagramm.
[0010] Auf dem Gestell 1 einer nicht dargestellten Lufteintrag-Webmaschine ist eine als
Ganzes mit 2 bezeichnete Steuertrommel befestigt. Sie besteht aus einem Zylinder 3
und zwei stirnseits auf diesen aufgesetzte, im wesentlichen scheibenförmige Deckel
4,5. In diesen ist unter Zwischenlage von Kugellagern 6 und einer Dichtung 7 eine
Hohlwelle 8 gelagert. Diese trägt an dem in Fig. 1 linken Ende eine Zahnscheibe 9,
über die ein Zahnriemen 11 gelegt ist. Von ihm aus wird die Hohlwelle 8 während des
Betriebes synchron mit der Hauptwelle der Webmaschine entsprechend Pfeil 12 angetrieben.
[0011] Von der Hohlwelle 8 ist mittels zwei Stiften 13 ein zylinderförmiger, rotierender
Steuerschieber 14 angetrieben, der einen achsparallel verlaufenden Schlitz 15 aufweist.
Die in der Hohlwelle befestigten Stifte 13 ragen in der Mitte 30 des sich z. B. über
ca. 280° erstreckenden Umfangssektors des Drehschiebers 14 in in diesem angebrachte
Bohrung 81 unter geringem Spiel, die sich gegenüber der Mitte 82 des Axialschlitzes
15 befinden. Dadurch ist der Drehschieber 14 mit der Hohlwelle 8 auf Drehung gekuppelt.
Bei Abnutzung der Teile 3,14 bleibt er jedoch immer in gleichmässiger Anlage am Zylinder
3.
[0012] Der Zylinder 3 besitzt Bohrungen 16, an denen Luftleitungen 17 für mehrere Düsen
der Webmaschine angeschlossen sind. Diese sogenannten Hilfsdüsen sind entlang dem
Eintragsweg für den Schussfaden angebracht. Durch sie wird jeweils die Fadenspitze
in Richtung des Eintragsweges weiter getragen.
[0013] Während des Betriebes wird gemäss Pfeil 18 Druckluft in die Hohlwelle 8 eingeleitet.
Sie tritt durch in der Welle 8 befindliche Bohrungen 22 in den Raum 19. Durch die
im Druckraum 19 befindliche Luft wird der Rotationsschieber 14 unter leichter Aufweitung
ständig gegen den Innenumfang 41 des Zylinders 3 gedrückt, so dass er dichtend und
gleitend auf diesem läuft. Der Ueberströmschlitz 15 des Steuerschiebers 14 läuft sukzessive
über die schraubenförmig in dem Zylinder 3 befindlichen Luftaustrittsbohrurg en 16,
so dass die Leitungen 17 nacheinander mit Luft gespeist werden.
[0014] Der Zylinder 3 enthält auf demjenigen Kreis seines Innenumfangs, auf welchem die
in Fig. 1 rechte Bohrung 16 liegt, weitere Bohrungen 16a bis 16 e, in welche parallel
zur Hohlwelle 8 verlaufende, im Zylinder 3 angebrachte Zusatzbohrungen 25, 25a bis
25e münden. Der Deckel 5 enthält ferner einen sich z. B. über zirka 160 erstreckenden
Bypass-Kanal 26, welcher gegenüber einem Teil der Kanäle 25, 25a bis 25e gestellt
ist. Durch Verdrehen des Deckels 5 kann der Bypass-Kanal 26 über eine wählbare Anzahl
von Bohrungen 25, 25a bis 25e gestellt und damit verstellt werden. In Fig. 3 steht
der Bypass-Kanal 26 gegenüber den Kanälen 25, 25a bis 25c, so dass diese Kanäle durch
den Bypass-Kanal 26 miteinander verbunden sind.
[0015] Für den Betrieb gemäss dem Diagramm nach Fig. 5 ist angenommen, dass sechs Steuertrommeln
gemäss Fig. 1 bis 4 entlang der mit B bezeichneten, auf der Abzisse von Fig. 5 aufgetragenen
Webbreite der Webmaschine angeordnet sind. Die sechs Steuertrommeln sind mit 31 bis
36 bezeichnet. Jeweils die ersten vier an den Luftzuführungsleitungen 17 angeschlossenen
Düsen erhalten von dem Oeffnungszeitpunkt 37 bzw. 37a bis 37c an bis zum Schliesszeitpunkt
38 bzw. 38a bis 38c Luft, so dass sie in dem mit 39 bezeichneten, für alle vier Düsen
gleich langen Zeitraum blasen. Die in Fig. 1 und 2 rechte Anschlussleitung 17 sowie
die zugehörige Düse erhält Luft von ihrem Oeffnungszeitpunkt 37d an bis zum Schliesszeitpunkt
38d, der bei Ende der auf der Ordinate aufgetragenen Eintragsdauer bzw des Drehwinkels
A der Hauptwelle der Webmaschine liegt.
[0016] Bei den Steuertrommeln 32 bis 36 liegt ein entsprechender Verlauf der Blasluft an
den zugehörigen Düsen vor, jedoch liegt das jeweilige Blasprofil für die Düsen etwas
später als bei der jeweiligen, vorhergenden Steuereinrichtung. Bei jeder Steuertrommel
bläst die der letzten, jeweils rechts angedeuteten Blasdauer entsprechende Düse bis
zum Eintragsende. Dies wird durch die jeweilige Komunikation zwischen den Bohrungen
16 der in Fig. 1 rechten Anschlussleitung 17 und der zugehörigen Axialkanäle 25, 25s
bis 25e sowie dem Bypass-Kanal 26 erzielt. Durch Verdrehen des Deckels 5 und Verändern
der Position des Bypass-Kanales 25 kann die Blasdauer der jeweils letzten Düse der
einzelnen Steuertrommeln 31 bis 36 verändert werden.
[0017] Wenn nach längerer Betriebsdauer an den Laufflächen 41,42 der Teile 3, 14 Abrieb
entsteht, so wird automatisch durch den Druck im Raum 19 sowie infolge der Zentrifugalkraft
des Steuerschiebers 14 dieser etwas mehr aufgeweitet, so dass er mit seiner Lauffläche
42 ständig dicht auf der Fläche 41 des Zylinders 3 läuft.
[0018] Bei einer abgewandelten Ausführungsform wird ein Rotationssteuerschieber 14 verwendet,
der bereits beim Zusammenbau der Teile unter Vorspannung auf der inneren Lauffläche
41 des Zylinders 3 aufliegt. Der Steuerschieber 14 kann z. B. aus einem Kunststoff
bestehen, so dass die Teile schmierungsfrei aufeinander laufen können. Dadurch bleiben
auch die Luft, die Hilfsdüsen sowie Schussfaden und Gewebe frei von Schmiermittel.
[0019] Die Anzahl der über die Webbreite B verwendeten Steuereinrichtungen kann selbstverständlich
auch mehr als sechs betragen. Auch kann jede einzelne Steuertrommel mehr als fünf
Anschlussleitungen für fünf zugehörige Düsen aufweisen. Schliesslich ist es möglich,
an jede Anschlussleitung 17 z. B. oder drei Düsen anzuschliessen, so dass diese zu
gleicher Zeit Luft erhalten. Schliesslich kann eine Steuertrommel gemäss Figuren 1
bis 4 auch zur Steuerung einer auf der Schusseite der Webmaschine ausserhalb des Webfaches
angeordneten, sogenannten Haupteintragsdüse verwendet werden.
[0020] Der Schlitz 15 des Rotationsschiebers 14 braucht nicht vollständig parallel zur Welle
8 zu verlaufen, er kann beispielsweise auch schraubenförmig gestaltet sein. Dabei
kann er im Sinne der Schraubenform der Anordnung der Bohrungen 16, jedoch mit anderer
Neigung verlaufen oder aber in einem entgegengesetzt gerichteten Schraubensinn. Die
Weite des Schlitzes 15 kann ebenfalls verschieden gestaltet sein.
1. Steuereinrichtung für die Düsen einer Strahleintrag-Webmaschine, gekennzeichnet
durch einen ortsfesten, trommelförmigen Druckbehälter (2) und einen darin rotierenden,
zylinderförmigen Steuerschieber (14), wobei der Druckbehälter (2) auf dem Umfang mehrere,
gegeneinander versetzt, vorzugsweise schraubenförmig angeordnete Austrittsöffnungen
(16) für den Anschluss der Düsen und der Steuerschieber (14) einen sich über die ganze
Länge des Steuerschiebers (14) erstreckenden, im wesentlichen achsparallel verlaufenden
Schlitz (15) aufweisen.
2. Einrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Druckbehälter (2)
eine mit wenigstens einer Oeffnung (22) versehene Hohlwelle (8) enthält, mit welcher
der Steuerschieber (14) auf Drehung gekuppelt ist und durch welche das Druckmedium
dem Druckbehälter (2) zugeführt ist.
3. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, gekennzeichnet durch mindestens ein radial
gestelltes Element (13) zur Verbindung von Hohlwelle (8) mit Steuerschieber (14),
welches Element in der Mitte (30) des Umfangssektors des Steuerschiebers (14) an diesem
angreift.
4. Einrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Steuerschieber
(14) in seiner Mitte (30) unter Bewegungsmöglichkeit in radialer Richtung mit dem
Verbindungselement (13) auf Drehung gekuppelt ist.
5. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
bei mindestens einer Düsenanschlussöffnung (16) des Druckbehälters (2) wenigstens
eine zusätzliche, im Druckbehälter (2) enthaltene, mit dem Innenraum (19) des Druckbehälters
(2) in Verbindung stehende, versetzt zu der Düsenanschlussöffnung (16) angeordnete
Bohrung (16a-e) vorgesehen ist, welche über einen Bypass- kanal (25a-e,26) Verbindung
mit der betreffenden Düsenanschlussöffnung (16) hat.
6. Einrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
der Bypasskanal für die Zusatzbohrung (16a-e) und die zugehörige Düsenanschlussöffnung
(16) durch achsparallele, im Mantel (3) des Druckbehälters (2) befindliche Bohrungen
(25a-e) und einen diese verbindenden, in einem stirnseitigen Deckel (5) des Druckbehälters
(2) angebrachten Kanal (26) gebildet ist.