[0001] Die Erfindung betrifft einen Druckluftantrieb mit wenigstens einem in einem Arbeitszylinder
hin- und herbeweglichen Ar-
beitskolben sowie eine Einrichtung zum Umwandeln der reversiblen Linearbewegung dieses
Arbeitskolbens in eine Drehbewegung.
[0002] Druckluftantriebe sind insbesondere im Bergbau verbreitet, da sie weder Funken noch
Hitze entwickeln und somit einen Beitrag für die Sicherheit unter Tage darstellen.
[0003] Vor dem Hintergrund steigender Mineralölpreise steht dem Druckluftantrieb jedoch
eine Erweiterung seines Anwendungsgebietes offen, wenn es gelingt, den Wirkungsgrad
der Druckluftantriebe zu verbessern.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Druckluftantrieb-mit verbessertem
Wirkungsgrad zu schaffen.
[0005] Diese Aufgabe ist durch die im Anspruch 1 angegebene Erfindung gelöst.
[0006] Der mit Hilfe der Erfindung erzielbare technische Fortschritt ergibt sich in erster
Linie daraus, daß der Arbeitskolben bei der Druckluftbeaufschlagung eine möglichst
große Oberfläche präsentiert, wohingegen bei der Rückstellung des Arbeitskolbens,
also entgegen dem im Arbeitszylinder herrschenden Druck, eine beispielsweise lediglich
noch 20 % der maximalen Kolbenoberfläche betragende Kolbenoberfläche zu bewegen ist.
Aus diesem Unterschied zwischen der großen Kolbenoberfläche bei der Druckbeaufschlagung
und der kleinen Kolbenoberfläche bei der Rückstellung des Arbeitskolbens resultieren
die mit Hilfe der Erfindung erzielbaren Vorteile.
[0007] Entsprechend der Vergrößerung bzw. Verkleinerung der Arbeitskolbenoberfläche ist
der Arbeitszylinderquerschnitt veränderbar, wobei nach einer bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung zwei einander gegenüberliegende Zylinderwandungen über eine Kolben/Zylindereinheit
aufeinander zu beweglich sind, um den vergleichsweise großen Anfangszylinder
querschnitt auf einen der verkleinerten Arbeitskolbenoberfläche bei der Kolbenrückstellung
angepaßten Zylinderquerschnitt zu verkleinern. Die letztgenannte Kolben/Zylindereinheit
umfaßt zwei einander gegenüberliegend in einem Zylinder angeordnete Kolben, an deren
Kolbenstangen jeweils ein zweiarmiger Hebel angelenkt ist, dessen freies Ende die
ortsbeweglichen Zylinderwandungen beaufschlagt. Der Arbeitszylinder und die letztgenannte
Kolbenzylindereinheit werden aus dem gleichen Druckluftvorrat gespeist.
[0008] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung ist die Länge der beiden zweiarmigen
Hebel veränderbar und sind zwischen den freien Enden dieser Hebel sowie den ortsbeweglichen
Zylinderwandungen Zwischenelemente vorgesehen, die sich mit dem Arbeitskolben bewegen.
[0009] Als Einrichtung zum Umwandeln der reversiblen Hin- und Herbewegung des Arbeitskolbens
bzw. der Vielzahl von Arbeitskolben sofern eine Vielzahl von Arbeitszylinder/Arbeitskolbeneinrichtungen
vorgesehen ist, sind an die Kolbenstange des Arbeitszylinders die ersten Enden von
vorzugsweise drei längerveränderlichen Übertragungsstäben angeschlossen, deren zweite
Enden jeweils an wenigstens eine drehbar gelagerte Scheibe angeschlossen sind, um
dieselbe in Rotation zu versetzen, wobei diese Rotation auf eine Abtriebswelle übertragbar
ist. Vorzugsweise sind die genannten Scheiben als Doppelscheiben ausgebildet, wobei
zwischen jeweils zwei Einzelscheiben ein Ende eines Übertragungsstabes angeordnet
ist. Es versteht sich, daß bei einer Vielzahl von Doppelscheiben diese miteinander
verbunden sind.
[0010] Nach einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung besteht die breitenveränderliche
Oberfläche des Arbeitskolbens aus einer Vielzahl von Abschnitten, von denen wenigstens
einige bei der Rückstellung des Arbeitskolbens durch die übrigen Abschnitte abdeckbar
sind, um die Oberfläche des Arbeitskolbens zu verkleinern.
[0011] Ferner kann eine Einrichtung vorgesehen sein, mit deren Hilfe den zweiarmigen Hebeln,
welche vermittels der Zwischenelemente die ortsbeweglichen Zylinderwandungen beaufschlagen,
ein Bewegungsimpuls erteilt wird. Ein solcher Bewegungsimpuls kann nützlich sein,
wenn es zwischen der Arbeitskolben/Arbeitszylindereinheit und der anderen druckluftbeaufschlagten
Zylinder/Kolbeneinheit zu einem Bewegungsstillstand als Folge eines völligen Kräftegleichgewichtes
kommt.
[0012] Weitere Merkmale, Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der folgenden
Beschreibung eines Ausführungsbeispieles und bevorzugte Ausgestaltungen anhand der
Zeichnung. In dieser zeigt
Figur 1 eine Übersichtsdarstellung der wesentlichen Bauteile des Druckluftmotors,
Figuren 2 mit 6 schematisierte Darstellung aufeinander folgender Betriebszustände
im Druckluftmotor,
Figur 7 eine erste Ausführungsform einer Umschaltvorrichtung,
Figur 8 eine Detaildarstellung aus einer Vorrichtung zum Rückführen des Kolbens,
Figur 9 eines der in Figur 8 dargestellten Übertragungsteile,
Figur 10 eine Ansicht der die reversible Kolbenbewegung in eine Rotationsbewegung
umsetzenden Einrichtungen,
Figuren 11 und 12 teilweise geschnittene Darstellungen einer ersten Ausführungsform
der längenveränderlichen Übertragungstäbe,
Figur 13 eine zweite Ausführungsform der längerveränderlichen Übertragungsstäbe,
Figur 14A einen schematischen Schnitt durch die vier Zylinder einer Vier-Zylindermaschine,
Figur 14B einen Schnitt entlang der Linie C-C in Figur 14A,
Figuren 15 eine schematisierte, teilweise geschnittene und 15A Darstellung einer zweiten
Ausführungsform einer Umschaltvorrichtung bzw. eine Antriebseinrichtung für die Umschaltvorrichtung,
Figuren 16A
und 16B schematische Darstellungen erster Ausführungsformen des oberflächenveränderlichen
Kolbens,
Figuren 17A
und 17B Horizontalschnitte durch den Arbeitszylinder bei minimaler Kolbenoberfläche
bzw. maximaler Kolbenoberfläche,
Figuren 18A
und 18B Horizontalschnitte durch den Arbeitszylinder bei minimaler Oberfläche bzw.
maximaler Oberfläche einer weiteren Kolbenausführungsform,
Figur 19 eine bevorzugte Ausführungsform eines die beweglichen Zylinderwandungen beaufschlagenden
Elementes,
Figuren 20A
und 20B Schnitte durch die Einrichtungen zur Befestigung des Kolbens an den beweglichen
Zylinderwänden,
Figur 21 eine Prinzipdarstellung der miteinander in Eingriff stehenden Zahnräder und
der bei einem Kolbenhub von diesen zurückgelegten Bahnabschnitten und
Figuren 22A
und 22B eine Aufsicht auf bzw. einen Vertikalschnitt durch die in den Figuren 18 dargestellte
Arbeitskolben-Variante.
[0013] Wie in Figur 1 dargestellt, bezieht der Druckluftmotor nach der Erfindung seine Energie
aus einem Druckluftvorrat 1 der vorzugsweise etwa das einhundertfache Volumen eines
von Zylinderwandungen 6, 6' definierten Zylinders aufweist. Der Zylinder-Innenraum
steht mit dem Druckluftvorrat 1 über ein Sperrorgan 3 in Verbindung, mit dessen Hilfe
das Einströmen von Luft aus dem Behälter in den Zylinder gesteuert werden kann. Im
Zylinder ist ein Kolben 5 mit veränderbarer Oberfläche angeordnet, dessen Kolbenstange
7 das untere Zylinderende durchsetzt. An die Kolbenstange 7 angeschlossen ist mit
seinem ersten Ende ein zweiarmiger Hebel 8, dessen zweites Ende an ein Übertragungsteil
10 angelenkt ist. Der Hebel 8 ist um eine ortsfeste Achse 9 verschwenkbar.Das obere
Ende des Übertragungsteils 10 ist an ein Gelenk 11 angeschlossen. Sind beispielsweise
vier Arbeitskolben 5 zusammen mit vier verschiebliche Wandungen 6, 6' aufweisenden
Zylindern vorgesehen, so sind die den drei weiteren Kolben bzw. Kolbenstangen zugeordnete
Übertragungsteile 10 an die in Figur 1 angegebenen drei weiteren Gelenke 11 angeschlossen.
Wie in Figur 8 dargestellt, sitzen die Gelenke 11 an vier um 90° zueinander versetzten
Kröpfungen einer Welle 22, die mit einem Zahnrad 24 drehfest ist.
[0014] Wie bereits erwähnt, sind die Zylinderwandungen 6 und 6' beweglich. Das heißt, sie
sind aus einer in Figur 2 dargestellten ersten Extremstellung in eine in Figur 5 dargestellte
zweite Extremstellung und aus dieser zurück in die in Figur 2 dargestellte Stellung
verschieblich. Von den vier Seitenwänden des Zylinders sind mithin zwei einander gegenüberliegende
Seitenwände in der erwähnten Weise verschieblich ausgebildet. Zum Bewegen der Zylinderwandungen
6, 6' aus der Stellung gemäß Figur 2 in die Stellung gemäß Figur 5 sind in einem Zylinder
12 zwei einander gegenüberliegende Kolben 13, 13' sowie an den zugehörigen Kolbenstangen
14, 14' angelenkte zweiarmige Hebel.15, 15' vorgesehen. Diese Hebel 15, 15' sind um
Drehachsen 20, 20' verschwenkbar. Wie in den Zeichnungen dargestellt, ist das erste
Ende eines jeden Hebels 15, 15' an die zugeordnete Kolbenstange 14 bzw. 14' angelenkt,
während das andere Hebelende an eine Flanscheinrichtung 16, 16' angeschlossen ist,
die auf einer ortsfesten Führung 17, 17' in einer senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Kolbens 5 verlaufenden Richtung angeordnet ist. Die Hebel 15, 15' sind längerveränderlich,
beispielsweise als teleskopierbare Stäbe,ausgebildet. Zwischen den Flanscheinrichtungen
16, 16' und den ortsbeweglichen Zylinderwänden 6, 6' ist jeweils eine Einrichtung
18, die über die Kurbelwelle 7 angetrieben ist, vorgesehen. Wie anhand von Figur 19
noch näher zu beschreiben ist, besitzt jede Einrichtung 18 zwei einander gegenüberliegende
Kugeln oder Rollen 19, von denen die eine auf der zugeordneten Zylinderwandung 6 oder
6' und die andere an der Flanscheinrichtung 16 bzw. 16' abrollt. Der Zylinder 12 ist
über eine Druckluftleitung 2 mit dem Druckluftvorrat 1 verbunden, wobei die Druckluftleitung
2 so an den Zylinder 12 angeschlossen ist, daß die eintretende Druckluft die beiden
einander gegenüberliegenden Kolben 13, 13' auseinander bewegt.
[0015] In den Figuren 1 bis 6 ist der Kolbenhub durch die Strecke d bezeichnet, die vom
unteren Zylinderende bis zur halben Zylinderhöhe reicht. Der Kolben 5 tritt somit
niemals in die obere Zylinderhälfte ein. Der Kolbenhub d ist größer als die in Figur
1 bei den Gelenken 11 dargestellte Strecke S, wobei die Anordnung so getroffen ist,
daß sich bei einem Kolbenhub d also beispielsweise bei der Bewegung des Arbeitskolbens
aus seiner oberen Totlage in seine untere Totlage die Welle 22 um eine Dreiviertelumdrehung
dreht. Die Längen der beiden Helbearme des zweiarmigen Hebels 8 wie auch die Abmessung
des Übertragungsteiles 10 sind dementsprechend gewählt. Mit Hilfe des zweiarmigen
Hebels 8 wird die unter Druckluftbeaufschlagung des Arbeitskolbens 5 hervorgerufene
Abwärtsbewegung der Kolbenstange 7 umgewandelt in eine Aufwärtsbewegung des Übertragungsteiles
10 und eine 270°-Drehung der Welle 22 und der daran angeschlossenen Gelenke 11 in
Pfeilrichtung. Wie bereits angegeben, bewegt sich der Arbeitskolben 5 nicht durch
die gesamte Zylinderhöhe, sondern ausgehend von der Zylindermittel lediglich bis zum
unteren Zylinderende, so daß der Arbeitskolben 5 einen Kolbenhub d besitzt. Ist der
Arbeitskolben 5 in seiner beispielsweise in Figur 2 dargestellten Stellung mit maximaler
Kolbenoberfläche unter Druckluftbeaufschlagung aus seiner eine erste Extremstellung
darstellenden Ausgangsstellung (Figur 2) in seine die zweite Extremstellung darstellende
untere Totlage (Figur 3) gelangt, so werden die entsprechend der maximalen Kolbenoberfläche
einen maximalen Abstand voneinander aufweisenden Zylinderwandungen 6 und 6' noch vor
der Aufwärtsbewegung des Arbeitskolbens 5 in Richtung aufeinander, d.h. in Richtung
auf die Zylindermitte, verschoben. Wie bereits erwähnt, erfolgt, diese Innenverschiebung
der Zylinderwandungen 6, 6' mit Hilfe der Kolben 13,13',der zweiarmigen Hebel 15,
15',der Flanschelemente 16, 16' und der Zwischenelemente 18, 18'.
[0016] Die in ihrer Länge veränderlichen zweiarmigen Hebel 15, 15' sind in bezug auf die
Abstände zwischen ihren beiden Enden und ihre Drehachsen 20, 20' so dimentsioniert,
daß die Drehachse genau in der Hebelmitte liegt, so daß beide Hebelarme F und G gleich
lang sind. Die in Figur 1 angegebene weitere Länge G
1 ist wiederum genau so lang gewählt wie jede der beiden Hebelarmlängen F und G, so
daß die Länge G plus G
1 doppelt so lang ist wie die Hebelarmlänge F. Diese Hebelarmlängen sind wie oben angegeben
gewählt, um siderzustellen, daß die sich aufwärts und abwärts bewegenden Zwischenelemente
18, 18' stets imstande sind, die verschieblichen Zylinderwände 6,6' gegen den im Zylinder
herrschenden Innendruck zu bewegen. Durch geeignete Hebelarmdimensionierung ist sicherzustellen,
daß dann, wenn die Zwischenelemente 18, 18' ihre maximale Höhe (Figur 1 oder Figur
2) erreichen, die maximale Länge der Hebelarme 15, 15' (F plus G plus G
1) zur Verfügung gestellt ist. Wie in Figur 1 angegeben, endet die Hebelarmlänge G
1 oben etwa auf der Höhe der oberen Totlage des Arbeitskolbens 5. Die Auf- und Abbewegung
der Zwischenelemente 18, 18' ist über die Kolbenstange 7 steuerbar.
[0017] Die Bewegung der beiden verschieblichen Zylinderwände 6,6' und der beiden im Zylinder
12 vorgesehenen Kolben 13, 13' erfolgt gegenläufig. Wenn sich die Kolben 13, 13' auseinander
bewegen, dann bewegen sich die beiden Zylinderwandungen 6, 6' aufeinander zu, wobei
durch die Dimensionierung der Oberflächen der Kolben 13, 13', der Hebel 15, 15' und
der Zylinderwandungen 6, 6' gewährleistet ist, daß die zur Verfügung stehenden und
die zu überwindenden Kräfte, abgesehen von Reibungsverlusten und dergleichen etwa
gleich groß sind. Dadurch, daß der Druckluftvorrat 1 entsprechend groß dimensioniert
ist, wirken sich die durch die Bewegung der Kolben 7, 13, 13' sowie der Zylinderwandungen
6, 6' hervorgerufenen Volumenänderungen im Druckluftsystem praktisch nicht auf den
im Druckluftvorrat 1 herrschenden Druck von beispielsweise 30 bar aus. Der Druck im
Druckluftsystem bleibt somit während des Betriebes des erfindungsgemäßen Druckluftmotors
praktisch konstant.
[0018] Die Verringerung der Breite des Arbeitskolbens 5 erfolgt unter dem Druck der sich
einwärts bewegenden Zylinderwandungen 6, 6'. Das Ausfächern des Arbeitskolbens 5 aus
einer Stellung kleinster Oberfläche in eine Stellung maximaler Oberfläche erfolgt
unter der Wirkung des in den Zylinder einströmenden Druckmediums, welches die Zylinderwandungen
6, 6' auseinanderdrückt, in welchen die entsprechenden Kolbenkanten geführt sind (vgl.
Figuren 16 und 17). Da beide Zylinder, nämlich der Arbeitszylinder und der Zylinder
12 mit dem gleichen Druck beaufschlagt sind, wenn die Zylinderwandungen 6, 6' in das
Zylinderinnere verschoben und die beiden Kolben 13, 13' in Zylinder 12 auseinanderbewegt
werden sollen, sind praktisch lediglich Kräfte für die Bewegung der beweglichen Massen
sowie zur Überwindung der Reibung aufzuwenden.
[0019] Zum Einleiten der Verschwenkungsbewegung der Hebel 15, 15' um ihre Schwenkachsen
20, 20' ist eine Einrichtung 40 (Figuren 7 und 15) vorgesehen, die verhindert, daß
es als Folge eines Kräftegleichgewichtes zum Stillstand der gegenläufigen Bewegungsabläufe
von Zylinderwandungen einerseits und Kolben 13, 13' kommt.
[0020] Wie bereits erwähnt, wird der Arbeitskolben 5 in seiner maximal ausgefächerten Stellung
mit Druckluft beaufschlagt, so daß sich der Arbeitskolben aus der in Figur 2 dargestellten
Stellung (bei maximal voneinander entfernten Zylinderwandungen 6, 6') in seine in
Figur 3 dargestellte untere Totstellung bewegt. Wie den beiden letztgenannten Figuren
zu entnehmen, haben sich die Zwischenelemente 18, 18
1 entsprechend von ihrer oberen Ausgangsstellung in ihre untere Ausgangsstellung bewegt.
Wie Figur 4 zu entnehmen, wird, während sich der Arbeitskolben 5 in seiner unteren
Totlage befindet, der Zylinder 12 mit Druckluft beaufschlagt, so daß die beiden Kolben
13, 13' auseinander gedrängt werden, wodurch die oberen Enden der Hebel 15, 15' in
Richtung aufeinander bewegt werden. Diese Bewegung hat zur Folge, daß die Zylinderwandungen
6, 6' aus der in Figur 3 dargestellten Stellung in die in Figur 4 dargestellte Stellung
gelangen. Die Figuren 4 und 5 zeigen im übrigen deutlich, daß die Hebelarmlänge G
1 durch die Flanscheinrichtung 16, 16' zur Verfügung gestellt wird. Die Längenveränderbarkeit
der Hebel 15, 15' dient in erster Linie dem Zweck, eine Hin- und Herbewegung der oberen
Hebelenden auf der Führungswelle 17, 17' (Figur 1) zu ermöglichen.
[0021] Aus der in Figur 4 dargestellten unteren Totlage des seine kleinste Oberfläche aufweisenden
Arbeitskolbens 5 wird der Arbeitskolben in die in Figur 5 dargestellte obere Totlage
bei kleinster Oberfläche bewegt. Diese Rückführung des Arbeitskolbens 5 in seine obere
Totlage erfolgt bei der in Figur 1 dargestellten Ausführungsform mit vier Zylindern
(vgl. Figur 8) mit Hilfe der an der gekröpften Welle 22 angreifenden Übertragungsteile
10, welche in Pfeilrichtung aufeinanderfolgend das in Figur 1 linke Ende des Hebels
8 nach unten beaufschlagen, so daß das andere Ende des Hebels 8, welches an die Kolbenstange
7 angelenkt ist, nach oben bewegt wird. Ist lediglich ein einziger Arbeitszylinder
vorhanden, so ist eine äußere Kraft erforderlich, um den Arbeitskolben aus seiner,
unteren Totlage wieder nach oben zurückzuführen. Bei mehrzylindrigen Motoren wird
jedoch die erforderliche Rückstellkraft von jeweils einem der übrigen Zylinder/Kolbeneinheiten
aufgebracht, da sämtliche Kolben mittels der in Figur 8 dargestellten Einrichtung
über die Übertragungsteile 10 an der gekröpften Welle 22 angreifen. Da ferner die
einzelnen Arbeitskolben eines mehrzylindrigen Motors niemals gemeinschaftlich auf
gleicher Höhe innerhalb ihrer Zylinder angeordnet sind, sondern stets eine in Figur
14A als Beispiel herausgegriffene abgetreppte oder vielmehr abgestufte Anordnung aufweisen,
ist stets sichergestellt, daß wenigstens eines der Übertragungsteile 10 (Figur 8)
in einem Richtungssinn beaufschlagt wird, welches zu einer Drehung der gekröpften
Welle 22 in einer Richtung führt, die vermittels des Hebels 8 eine Aufwärtsbewegung
der Kolbenstange 7 und damit des Kolbens 5 hervorruft.
[0022] Bei seiner Aufwärtsbewegung aus der in Figur 4 dargestellten Lage in die in Figur
5 dargestellte obere Totstellung (jeweils bei minimaler Kolbenoberfläche) besitzt
der Arbeitskolben 5 eine weitaus geringere Oberfläche als bei der in den Figuren 2
und 3 veranschaulichten Abwärtsbewegung des Arbeitskolbens 5.. bei Beaufschlagung
durch Druckluft. Folglich sind beim. Zurückführen des oberflächenmäßig verkleinerten
Arbeitskolbens 5 aus der in Figur 4 dargestellten Lage in die in Figur 5 dargestellte
Lage entgegen dem im Druckluftsystem herrschenden Druck kleine Kräfte erforderlich
als (wegen der größeren Oberfläche) hervorgerufen werden, wenn der maximal ausgebreitete
Arbeitskolben mit Druckluft beaufschlagt abwärts bewegt wird. Die erfindungsgemäße
Maschine bezieht ihre abgebbare Leistung in erster Linie aus dem Unterschied zwischen
der Arbeitskolbenoberfläche beim Arbeitstakt im Vergleich zur Kolbenoberfläche beim
Rückführtakt.
[0023] Die mit Kröpfungen versehene Welle 22 mit starr mit einem Zahnrad 24 (Figur 1 und
Figur 8) verbunden, welches mit einem Zahnrad 26 kämmt, dessen Achswelle 27 die Abtriebswelle
des erfindungsgemäßen Motors bildet. Die beiden Zahnräder 24 und 26 bzw. die Welle.22
und die Abtriebswelle 27 sind miteinander gekoppelt, um sicherzustellen, daß im Ruhezustand,
d.h. bei abgeschalteter Maschine, die beispielsweise vier Arbeitskolben 5, 5a, 5b,
5c in Figur 14A die dargestellte abgestufte Lage innerhalb ihrer jeweiligen Arbeitszylinder
einnehmen. Diese Koppelung der Welle 22 und der Abtriebswelle 27 (vgl. auch Figur
21) dient in erster Linie der Erleichterung des Anfahrvorganges, da bei der in Figur
14A dargestellten Kolbenanordnung stets wenigstens ein Kolben im druckbeaufschlagbaren
Zustand ist und dient andererseits, wie bereits erwähnt, der Rückstellung der Arbeitskolben.
[0024] Ein in den Figuren 1 sowie 11 mit 13 dargestelltes Anschlußteil 28 ist fest mit der
Kolbenstange 7 verbunden und trägt an seinem freien Ende je Kolbenstange drei längenveränderliche
Übertragungsstäbe 30, auf die im Zusammenhang mit den Figuren 11 mit 13 näher eingegangen
wird. In Figur 7 ist eine erste Ausführungsform einer Vorrichtung 40 dargestellt,
die zumindest zum Einleiten des Verschwenkungsvorganges der Hebel 15, 15' dient. Wie
Figur 7 zu entnehmen, sind einander gegenüberliegend zwei (über das Zahnrad 26) antreibbare
Ritzel 41, 41' vorgesehen. Jedes dieser Ritzel kämmt mit einem zugeordneten Zahnrad
42, 42', mit welchem jeweils eine ellipsenförmiges Nockenglied 43, 43' drehfest verbunden
ist. Die beiden Nockenglieder 43,.43' sind, was ihre Längsdimension angeht, um 90°
zueinander versetzt. Jedes dieser ellipsenförmigen Nockenglieder wirkt mit zwei einander
gegenüberliegend angeordneten Nockenfolgegliedern 44a, 44b, 44a', 44b' zusammen. Diese
Nockenfolgeglieder sind mit ihren freien Enden an den Hebeln 15, 15' angelenkt, wobei
Figur 7 zeigt, daß die in der Zeichnung rechtzeitigen Nockenfolgeglieder 44b und 44b'
am Hebel 15' angelenkt sind, wohingegen die Nockenfolgeglieder 44a und 44a' am Hebel
15 angelenkt sind. Dabei beaufschlagt jedes Nockenglied mit seinen zugeordneten Nöckenfolgegliedern
eines der beiden Enden der jeweiligen Hebel 15, 15', so daß die Drehachsen dieser
beiden Hebel 15, 15' zwischen den Anlenkpunkten der jeweiligen Nockenfolgeglieder
an diesen Hebeln liegen. Dabei ist die Anordnung und Ausbildung so getroffen, daß
die beiden Hebel 15, 15' gleichzeitig, jedoch gegensinnig um ihre Drehachsen 20, 20'
verschwenkt werden, um zu gewährleisten, daß ein Gleichgewichtszustand zwischen den
beweglichen Zylinderwänden 6, 6' und den Kolben 13, 13' überwunden wird. Dabei werden
die beiden ellipsenförmigen Nockenglieder 43, 43' stets abwechselnd so betätigt, daß
die angestrebte Schwenkbewegung der Hebel'15, 15' gewährleistet ist. Dadurch wird
gewährleistet, daß die beweglichen Zylinderwandungen 6, 6' und die beiden Kolben 13,
13' vergleichbar mit dem Arbeiten einer Lunge gegenläufig hin- und herbewegt werden,
wobei, was unterstrichen sei, zum Antrieb der vorstehend genannten beweglichen Teile
der im Druckluftsystem vorhandene Druckbenutzt wird.
[0025] Figur 15 zeigt eine pneumatisch betätigte Ausführungsform der Betätigungseinrichtung
40, welche anstelle der vorstehend .unter bezug auf Figur 7 beschriebenen Vorrichtung
40 benutzt werden kann. Gemäß Figur 15 ist ein pneumatischer Zylinder 56 mit einem
Kolben 57 vorgesehen, wobei der Kolben 57 eine fest mit der Kolbenstange 7 des Arbeitskolbens
5 verbundene Kolbenstange aufweist. Bewegt sich der Arbeitskolben 5 nach unten, so
bewegt sich der Kolben 57 in gleicher Richtung und komprimiert im unteren Bereich
des Zylinders 56 Luft. Unter dem Druck dieser komprimierten Luft schlägt ein mit der
Kolbenstange des Kolbens 57 verbundener Stößel 58 gegen einen Flansch 59, der an einem
Steuerschieber 60 ausgebildet ist. Dieser Steuerschieber besitzt in seinem oberen
Endbereich sowie in seinem unteren Endbereich jeweils einen Durchgangskanal. Befindet
sich der Steuerschieber 60 in seiner in Figur 15 dargestellten Stellung, so vermag
im oberen Bereich des Zylinders 56 komprimierte Luft durch die in Figur 15 als bestehend
dargestellte Strömungsverbindung über den oberen Durchgangskanal 62b in einen (in
der Zeichnung) oberen Zylinder 64 einzuströmen. Die diesem Zylinder zugeordnete Kolbenstange
65 ist als Zahnstab ausgebildet und vermag vermittels seines Zahnrades 42 (vgl. Figur
7) das ellipsenförmige Nockenglied 43 zu beaufschlagen und umzuschalten. Befindet
sich der Kolben 57 in seiner nicht in der Zeichnung dargestellten, also unteren Stellung
im Zylinder 56, so ist ein unterer Durchgangskanal 62b im Steuerschieber 60 geöffnet.
Über den Durcrgangskanal 62b vermag komprimierte Luft aus dem Zylinder 56 in einen
unteren Zylinder 66 einzuströmen, dessen Kolben eine Kolbenstange 67 aufweist, die
gleichfalls als Zahnstab ausgebildet ist und das andere ellipsenförmige Nockenglied
43' beaufschlagt.
[0026] Die Übertragungsteile 10 (Figuren 1, 8 und 9) sind nach dem Stoßdämpferprinzip aufgebaut
und mit Hydrauliköl gefüllt. Sie dienen dazu, gegebenenfalls schlagartig einwirkende
Beanspruchungen zu dämpfen.
[0027] Figur 10 zeigt für eine Maschine mit vier Arbeitskolben 7, 7A, 7B und 7C und folglich
der entsprechenden Anzahl von Arbeitszylindern die Einrichtungen zum Umsetzen der
Auf-und Abbewegung der Arbeitskolben in eine die Abtriebswelle 27 beaufschlagende
Rotationsbewegung. Jeder Arbeitskolbenstange sind jeweils drei Teleskopstäbe 30 zugeordnet,
wobei diese Teleskopstäbe mittels der Anschlußteile 28 (Figur 1) an die Arbeitskolbenstangen
angeschlossen sind. Das untere Ende aller Teleskopstäbe 30 ist im Zwischenraum zwischen
den zwei Scheiben einer Doppelscheibe 32 aufgenommen, so daß für jede Arbeitskolbenstange
drei Doppelscheiben benötigt sind. Kurze Wellenabschnitte 31 sind jeweils vorgesehen,
um zwei benachbarte Dreiergruppen von Doppelscheiben 32 miteinander zu verbinden.
Die Teleskopstäbe 30 einer zu einer Arbeitskolbenstange gehörigen Gruppe sind in Winkelabständen
von 120° mit ihren unteren Enden zwischen den Doppelscheiben befestigt, wie in Figur
1 sowie Figur 13 angedeutet. Mit der Auf- und Abbewegung der Arbeitskolbenstangen
7, 7A , 7B, 70 üben die Teleskopstäbe 30 aufeinanderfolgend Kräfte bzw. Impulse auf
die Doppelscheiben 32 aus, wodurch die in ihrer Gesamtheit untereinander und mit einem
Zahnrad 25 verbundenen Doppelscheiben eine Rotationsbewegung des Zahnrades 25 hervorrufen.
Es versteht sich, daß die Teleskopscheiben 30 mit ihren Enden in der Figur 10 zu entnehmenden
versetzten Weise angeordnet sind, um eine möglichst stoßarme Beaufschlagung der Doppelscheiben
und damit des Zahnrades 25 zu gewährleisten. Das über die Gesamtheit der Doppelscheiben
32 in Umdrehung versetzte Zahnrad 25 treibt ein mit der Abtriebswelle 27 drehfestes
Zahnrad 29 an, wobei der gegenüberliegende Abschnitt der Welle 27 drehfest mit dem
Zahnrad 26 ist, welches mit dem Zahnrad 24 kämmt. Auf die erforderliche Koppelung
zwischen den Zahnrädern 26 und 24 im Interesse einer möglichst gleichmäßigen Drehzahl
ist bereits hingewiesen worden.
[0028] An den in Figur 10 rechts außen dargestellten Wellenabschnitt 31 können weitere Doppelscheiben-Dreiergruppen
angeschlossen werden, die zu weiteren. Arbeitskolbenstangen 7 gehören.
[0029] Die Figuren 11 mit 13 erläutern Beispiele von Ausführungsformen für die längerveränderlichen
Übertragungsstäbe 30. Gemäß Figur 11 ist an jedem Übertragungsstab 30 ein Sperrhaken
34 vorgesehen. Linksseitig ist in Figur 11 der Zustand dargestellt, in dem ein Übertragungsstab
gegen ein weiteres Zusammenschieben gesichert ist, da ein weiteres Zusammenschieben
verhindern würde, daß der von der Arbeitskolbenstange vermittelte Impuls auf die Doppelscheibe
32 weitergegeben wird. Zu diesem Zweck ist der federbelastete, L-förmige Sperrhaken
34 vorgesehen. Der Haken ist mit seinem einen Schenkel am Stab 30 angelenkt und der
andere (etwa waagerecht verlaufende) Schenkel des Hakens durchsetzt den Übertragungsstab
30, um, wie in der Zeichnung dargestellt, ein weiteres Hineinschieben des inneren
Teleskopstabkörpers in den äußeren Teleskopstabkörper zu verhindern. Am am Stab 30
angelenkten Schenkel des Hakens 34 ist eine Spitze 35 ausgebildet, die in der in Figur
11 linksseitig dargestellten Betriebsstellung gegen ein Blech 36 anliegt, so daß der
andere Schenkel des Sperrhakens den inneren Teleskopabschnitt blockiert. Rechtsseitig
ist in Figur 11 dargestellt, wie sich ein solcher Übertragungsstab 30 bei der Drehbewegung
der Doppelscheibe 32 in Pfeilrichtung verkürzt. Dadurch, daß das untere Übertragungsstabende
von links nach rechts bewegt wird, während es von seinem Ausgangspunkt aufwärts rotiert,
wird der Übertragungsstab 30, d.h. wird die Spitze 35 vom Blech 36 wegbewegt, wodurch
unter der Wirkung einer Feder 37 der waagerechte Sperrschenkel des Hakens 34 außer
Eingriff mit dem inneren Teleskopstabende gelankt, so daß dieses innere Teleskopstabende
unter Verkürzung der Gesamtlänge des Übertragungsstabes in den äußeren Teleskopstabkörper
eingeschoben werden kann. Figur 12 erläutert,wie auch die Figuren 11 und 13, die Stellung
der inneren und äußeren Teleskopstabglieder in Abhängigkeit vom Hub d des Arbeitskolbens
7, wobei jeweils linksseitig der Zustand dargestellt ist, wenn sich der Kolben nach
unten bewegt bzw. bewegt hat, während rechtsseitig die Stellung der Teleskopstabglieder
bei der Aufwärtsbewegung des Arbeitskolbens 7 dargestellt ist. Die in Figur 12 gezeigten
Öffnungen 38 im äußeren Teleskopstabkörper bezeichnen die Öffnungen, in welche der
bei Figur 11 beschriebene Sperrhaken 34 eingreift.
[0030] Figur 13 zeigt eine andere Ausführungsform der teleskopierbaren Übertragungsstäbe
30 bzw. der Doppelscheiben 32. Wie in der Zeichnung dargestellt, ist in den Doppelscheiben
für jedes untere Teleskopstabende ein bogenförmiger Führungsschlitz 33 ausgebildet,
der so bemessen ist, daß das Einwärtsbewegen des inneren Teleskopstabkörpers in den
äußeren
Teleskopstabkörper im geeigneten Zeitpunkt blockiert ist. Innerhalb eines jeden bogenförmigen
Schlitzes 33 ist eine Feder 78 angeordnet, welche bestrebt ist, das im jeweiligen
Schlitz angeordnete untere Teleskopstabende in Scheibendrehrichtung zu belasten.
[0031] Figur 14A zeigt die bereits erwähnte abgestufte Anordnung der einzelnen Arbeitskolben
5 als Folge der Koppelung der Zahnräder 24 und 26 sowie als Folge der Dimensionierung
der Strecke S in Figur 1 in Relation zum Kolbenhub d. Ferner läßt Figur 14A deutlich
erkennen, wie die Arbeitskolben mit maximaler Oberfläche vom Druckmittel beaufschlagt
nach unten bewegt werden, während sie mit minimaler Oberfläche nach oben bewegt werden
(rechts außen).
[0032] Figur 14B zeigt einen entlang der Linie C-C durch Figur 14A gelegten Schnitt. Es
ist deutlich zu erkennen, wie die Oberfläche der Arbeitskolben im oberflächenmäßig
verkleinerten Zustand lediglich ein Drittel der maximalen Oberfläche beträgt. Ferner
zeigt Figur 14B die rechtwinkelige Querschnittsgestalt des Zylinders, die als Folge
der verschieblichen Zylinderwandungen 6, 6' verkleinerbar ist.
[0033] Bevorzugte AusfÜhrungsformen des Arbeitskolbens 5 sind in den Figuren 16A und 16B
beschrieben. Wie in den Zeichnungen dargestellt, besteht die Kolbenoberfläche aus
einer Vielzahl von Abschnitten a, b, c (Figur 16B)bzw. aus noch zwei weiteren Abschnitten
d und e gemäß Figur 16A. In der Mittelachse des Kolbens, d.h. in der Längsachse der
Kolbenstange 7. sind Zentralabschnitte 70, 70' vorgesehen, in welche die zu beiden
Seiten dieser Zentralabschnitte angeordneten übrigen Oberflächenabschnitte einschiebbar
sind. Mithin ist die Oberflächenbreite des Zentralabschnittes 70 bzw. 70' die minimale
Kolbenoberfläche, die beim Rückstellhub des Arbeitskolbens gegen den Druck des Druckmediums
bewegt werden muß. Gemäß Figur 16A können die beiden äußersten Oberflachenabschnitte
a und e in die nach innen angrenzenden Nachbarabschnitte b bzw. d eingeschoben werden,
worauf dann diese Abschnitte in entsprechende Aufnahmen 72 bzw. 73, welche in den
Zentralabschnitten 70, 70' ausgebildet sind, eingeschoben werden können. Gemäß Figur
16A ist die maximale Arbeitskolbenoberfläche in fünf gleich große Abschnitte unterteilt,
so daß sich der Kolben auf ein Fünftel seiner maximalen Oberflächenbreite verkleinern
läßt. Gemäß Figur 16B besteht die Kolbenoberfläche aus drei gleich großen Abschnitten
a, b, c, so daß sich der Kolben auf ein Drittel seiner maximalen Kolbenoberflächenausdehnung
verkleinern läßt. Die im Zentralabschnitt 70' der Ausführungsform 16B ausgebildeten
Aufnahmen für die beiden äußeren Oberflächenabschnitte a und c sind mit dem Bezugszeichen
72' und 73' bezeichnet.
[0034] Wie bereits erwähnt, sind die in den Figuren 16A und 16B links und rechts außen dargestellten
Kolbenkanten mit Einrichtungen 74 versehen, welche eine Verankerung dieser Kolbenkanten
in den zugeordneten beweglichen Zylinderwandungen 6, 6' gewährleisten. Dieses ist
erforderlich, um sicherzustellen, daß beim Auseinanderbewegen der Zylinderwandungen
6, 6' als Folge von Druckluftzutritt in den Zylinderinnenraum die Kolbenoberflächen
auf ihre maximale Größe zurückgestellt werden, bevor der nächste Arbeitstakt beginnt.
Dabei zeigen die Figuren 16A und 16B jeweils an den linken bzw. rechten Kolbenkanten
die im Querschnitt rund ausgebildete Einrichtung 74, welche in einer entsprechenden
Halterung 75, die zur Zylinderwand 6' gehört, aufgenommen ist. Es versteht sich, daß
die Zylinderwandungen 6 entsprechende Einrichtungen besitzen. Die im Querschnitt kreisförmigen
Einrichtungen 74 sind in den entsprechend geformten Aufnahmen 75 sicher geführt, so
daß die genannten Kolbenkanten zuverlässig in der Zylinderwandung bei ihrer Auf- und
Abwärtsbewegung geführt sind.
[0035] Das in den Figuren 16A und 16B jeweils ganz rechts außen in der der Zylinderwandung
zugeordneten Anordnung dargestellte Teil 76 ist in den Figuren 17A und 17B im Querschnitt
schwalbenschwanzförmig dargestellt. Dieses schwalbenschwanzförmige Teil 76 greift
in die Zylinderwandungen 6, 6' ein und ist somit formschlüssig geführt. Die Figuren
20A und 20B zeigen die genannten Teile im Schnitt bzw. in der Aufsicht.
[0036] Die Figuren 18A und 18B zeigen eine weitere Ausführungsfom des oberflächenmäßig veränderbaren
Arbeitskolbens 5, wobei diese Ausführungsform im Horizontalschnitt dargestellt ist.
Diese Ausführungsform des Kolbens besitzt im Längsschnitt eine kegelstumpfförmige
Gestalt, wie in Figur 22B dargestellt, wobei der Kegelstumpf zur Kobenstange 7 hin
seinen geringsten Durchmesser hat und somit in diesem Bereich bei der nachfolgend
beschriebenen Deformierung unverändert bleibt. Mit Hilfe des auf die Zylinderwandungen
6, 6' über die Hebel 15, 15' ausgeübten Drucks wird der in seiner Ausgangslage im
Horizontalschnitt kreisförmige Kolben (Figur 18B) in eine elliptische Gestalt verformt,
wie in Figur 18A dargestellt. Dieser zu einer elliptischen Oberflächengestalt verformte
Arbeitskolben besitzt eine deutlich kleine Oberfläche als der in Figur 18B dargestellte
unverformte Kolben.
[0037] Figur 6 zeigt den vorstehend beschriebenen Arbeitskolben in einer im Vergleich zu
den Figuren 2 mit 5 unveränderten Umgebung.
[0038] Figur 19 zeigt eine bevorzugte Ausführungsform des Zwischenelementes 18 bzw. 18'.
Wie in der Zeichnung dargestellt, sind einander gegenüberliegend je eine Kugel oder
Rolle 19 vorgesehen, von denen die eine mit dem Flanschelement 16 bzw. 16' und die
andere mit der verschieblichen Zylinderwandung 6 bzw. 6' in Kontakt ist. Die Kugeln
oder Rollen 19 sind in einem Innengehäuse 80 gelagert, welches in einem mit Öl gefüllten
Außengehäuse 81 aufgenommen ist. Die Innengehäuse bzw. die Kugeln oder Rollen sind
innerhalb eines Führungsschlitzes 79 beweglich, um zusammen mit der durch den Ölvorrat
gewährleisteten Schmierung ein Festfressen oder eine bleibende Deformation der Kugeln
oder Rollen zu vermeiden.
[0039] Figur 21 zeigt die Durchmesserrelationen der drei Zahnräder 24, 25 und 26 einschließlich
der bei jedem Hub d des Arbeitskolbens 5 zurückgelegten Rotationsbahnen, die in der
Zeichnung als dick ausgezogene Kreisbögen veranschaulicht sind. Bewegt sich der Arbeitskolben
5 von seiner oberen Totlage in seine untere Totlage entsprechend der Strecke d in
Figur 21, so beschreibt die Welle 22 und das damit drehfeste Zahnrad 24 eine 270°
betragende Drehbewegung entsprechend der dick schwarz gezeichneten Kreisbogenbahn.
Da sich die Zahnräder 24 und 26 mit gleicher Umdrehungsgeschwindigkeit drehen, beschreibt
auch das Zahnrad und folglich die Welle 27 mit dem Zahnrad 29 einen 270° betragenden
Kreisbogen bei einem Arbeitshub des Arbeitskolbens 5. Bei einem Arbeitshub des Kolbens
dreht sich das Zahnrad 25 (bzw. jede Doppelscheibe 32) entsprechend dem diesbezüglich
dick schwarz ausgezogenen Kreisbogen. Auf drei Umläufe der Zahnräder 24 und 26 erfolgt
ein Umlauf des Zahnrades 25, da dessen Radius dreimal so groß ist wie der Radius des
Zahnrades 29. Der genannte Faktor 3 ist eine Folge der drei verwendeten Übertragungsstäbe
30. Es ist in jedem Fall zu beachten, daß die Zahnräder 24 und 26 mit gleicher Drehzahl
umlaufen. Bei einer vollen Umdrehung (360°) der Wellen 22 und 27 dreht sich das Rad
25 um den Bahnwinkel x = 120° (bei Betrachtung einer 4-Zylindermaschine).
[0040] In Figur 15A ist eine bevorzugte Einrichtung für den Antrieb der Umstelleinrichtung
40 dargestellt. Diese Einrichtung wird von der Arbeitskolbenstange 7 gesteuert und
arbeitet wie folgt:
Angetrieben beispielsweise über die Welle 27 sind zwei einander gegenüberliegende
Ritzel 100 und 101, welche über ihre Wellen 102, 103 zwei Ritzel 104, 105 antreiben.
Diese beiden Ritzel 104, 105 stehen jeweils mit einer Zahnradeinrichtung 106, 107
in Verbindung. Wie in Figur 15A dargestellt, sind mit der Arbeitskolbenstange 7 zwei
Gabelteile 108, 109 verbunden, die mit ihren (nicht dargestellten) Enden in entsprechende
Ausnehmungen 108', 109' eingreifen. Mit der Aufwärts- und Abwärtsbewegung der Arbeitskolbenstange
7 gelangt entweder das der Ausnehmung 108' zugeordnete oder das der Ausnehmung 109'
zugeordnete Maschinenelement in Antriebsverbindung mit dem Ritzel 104 bzw. 105. Jedem
dieser Maschinenelemente ist ein Zahnrad 110 bzw. 111 zugeordnet, welches mit den
Zahnrädern 42 bzw. 42' (vgl. Figur7) der Umschalteinrichtung 40 kämmt. Mit Hilfe der
vorstehend beschriebenen Einrichtung werden die ellipsenförmigen Steuerglieder 43
bzw. 43' im Takt der Arbeitskolbenbewegung umgesteuert.
[0041] Im Betrieb des erfindungsgemäßen Druckluftantriebes herrscht im Druckluftsystem 1,
im Arbeitszylinder 6, 6' sowie im zwei Kolben aufweisenden Zylinder 12 praktisch ein
gleichbleibender Druck, da sich die bei den jeweiligen Kolbenbetätigungen ergebenden
Änderungen des Druckmitteldruckes nicht nennenswert auf das gesamte Druckluftsystem
auswirken. Ferner sei unterstrichen, daß sich im Betrieb bei einer beispielsweise
vier Arbeitszylinder aufweisenden erfindungsgemäßen Vorrichtung vorzugsweise stets
drei Arbeitskolben 5 antriebsimpulsabgebend in Pfeilrichtung (Figur 14A) abwärts bewegen,
wohingegen der vierte Arbeitskolben mit klein gestellter Kolbenoberfläche rückgeführt
wird. Bei einer 8-Zylindermaschine wären dementsprechend jeweils sieben Arbeitskolben
nach unten beaufschlagt, während der achte Kolben mit klein gestellter Oberfläche
nach oben zurückgestellt wird. Um dieses zu ermöglichen, sind die Übertragungsteile
10 teleskopierbar und entsprechend dimensioniert. Zu unterstreichen sei ferner, daß
die als Antriebsenergie verwendete Druckluft praktisch nicht verbraucht wird und praktisch
auch nicht hin- und herströmt, da aus dem Druckluftvorrat sowohl der Arbeitskolben
5 als auch die beiden Rückstellkolben 13, 13' beaufschlagt werden. Beträgt das Volumen
des Arbeitszylinders beispielsweise 1 % des Volumens des Druckluftvorrates 1, so ergeben
sich durch die Kolbenbewegung lediglich Volumenänderungen um etwa 0,01%.
[0042] Ferner sei darauf hingewiesen, daß das Arbeitstempo des erfindungsgemäßen Antriebs,
also die Anzahl von Auf- und Abbewegungen des Arbeitskolbens pro Zeiteinheit mit Hilfe
der Umschalteinrichtung 40, insbesondere der Steuernocken 43, 43' und deren Antriebseinrichtungen,
wie den pneumatischen Zylindern 56, 64, 66 (Figur 15) steuern läßt. Der Druckluftantrieb
nach der Erfindung arbeitet ohne nennenswerte Geräuschentwicklung und ohne Umweltbelastung.
Bei Stillstand eines mittels der Erfindung angetriebenen Fahrzeuges,jedoch laufendem
Druckluftmotors kann ein eventuell im Druckluftvorrat aufgetretener Druckverlust ohne
weiteres ausgeglichen werden. Gleichzeitig kann mit der zur Verfügung stehenden Druckluft
Schmieröl an die Schmierflächen gebracht werden. Ein weiterer Vorteil ist, daß der
erfindungsgemäße Antrieb bei Umgebungstemperaturen arbeitet, wenn von kurzzeitigen
Temperaturerhöhen bei der Luftkomprimierung bzw. Temperaturerniedrigungen beim Entspannungsvorgang
abgesehen wird. Ferner sei unterstrichen, daß das Verengen des Arbeitszylinders theoretisch
ohne einen eigenen Energiebedarf erfolgt, da im Arbeitszylinder sowie im die beiden
Kolben 13, 13' aufwei senden Zylinder 12 im wesentlichen der gleiche Druck herrscht
und im übrigen durch die Dimensionierung der Hebel 15, 15' sowie der damit zusammenarbeitenden
Bauelemente für ein Kräftegleichgewicht gesorgt ist. Je nach prozentualer Verkleinerbarkeit
der Oberfläche des Arbeitskolbens bei der Rückstellung wird erwartet, daß als Nutzleistung
7 (bei Oberflächenverringerung auf ein Drittel) bis 15% (bei Oberflächenverringerung
auf ein Fünftel) der bei der Druckbeaufschlagung des Arbeitskolbens gewonnenen Leistung
verfügbar ist.
1. Druckluftantrieb mit wenigstens einem in einem Arbeitszylinder hin- und herbeweglichen
Arbeitskolben sowie einer Einrichtung zum Umwandeln der reversiblen Linearbewegung
des Kolbens in eine Drehbewegung, dadurch gekennzeichnet , daß die Oberfläche des
Arbeitskolbens (5) und dementsprechend die Querschnittsfläche des Arbeitszylinders
(6, 6') veränderbar sind, wobei der Arbeitskolben bei großer Oberfläche mit Druckluft
beaufschlagbar und bei verkleinerter Oberfläche rückstellbar ist.
2. Druckantrieb nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß zwei Seitenwandungen
(6, 6') des Arbeitszylinders mit Hilfe der druckluftbetätigten Kolben/ Zylindereinheit
(12, 13, 13') ortsbeweglich sind.
3. Druckluftantrieb nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet , daß die Kolben/Zylindereinheit
zwei in einem Zylinder (12) einander gegenüberliegend aufgenommene Kolben (13, 13')
aufweist, an deren Kolbenstangen (14, 14') jeweils ein zweiarmiger Hebel (15, 15')
angelenkt ist, deren freie Enden zum Bewegen der beiden ortsbeweglichen Zylinderwandungen
(6, 6') des Arbeitszylinders dienen.
4. Druckluftantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet , daß
die Länge der zweiarmigen Hebel (15, 15') veränderbar ist und daß zwischen den freien
Enden dieser Hebel und den ortsbeweglichen Zylinderwandungen (6, 6') mit der Bewegung
des Arbeitskolbens (5) ortsbewegliche Zwischenelemente (18, 18') vorgesehen sind.
5. Druckantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß die
Oberfläche des Arbeitskolbens (5) durch die Beaufschlagung der beiden ortsbeweglichen
Zylinderwandungen (6, 6') vermittels der beiden Kolben (13, 13') verkleinerbar ist.
6. Druckantrieb nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenelemente
(18, 18') auf den Außenoberflächen der ortsbeweglichen Zylinderwandungen (6, 6') von
der Ebene der oberen Totlage des Arbeitszylinders (5) bis zur Ebene der unteren Totlage
des Arbeitszylinders hin- und herbewegbar sind, wobei diese Zwischenelemente mittels
der Kolbenstange (7) des Arbeitszylinders angetrieben sind.
7. Druckluftantrieb nach einem der Ansprüche 1 mit 6, dadurch gekennzeichnet , daß
an der Kolbenstange (7) des Arbeitszylinders (5) die ersten Enden längenveränderlicher
Übertragungsstäbe (30) angeschlossen sind, während die zweiten Enden dieser Übertragurgsstäbe
jeweils an wenigstens eine drehbar gelagerte Scheibe (32) angeschlossen sind, um dieselbe
in Rotation zu versetzen, wobei diese Rotation auf eine Abtriebswelle (27) übertragbar
ist.
8. Druckantrieb nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet , daß bei
wenigstens zwei Arbeitskolben/Arbeitszylindereinheiten jede Kolbenstange (7) über
einen Hebel (8) gelenkig an eine kurbelwellenartig gekröpfte Welle (22) angeschlossen
ist, um die Arbeitskolben (5) rückzustellen.
9. Druckantrieb nach einem der Ansprüche 1 mit 8, dadurch gekennzeichnet, daß die
Oberfläche des Arbeitskolbens (5) aus einer Vielzahl von Abschnitten (a,b,c,....)
besteht, von denen wenigstens einige bei der Rückstellung des Arbeitskolbens durch
die übrigen Abschnitte abdeckbar sind, um die Kolbenoberfläche zu verkleinern.
10. Druckantrieb nach einem der Ansprüche 1 mit 9, dadurch gekennzeichnet , daß die
Oberfläche des Arbeitskolbens (5) einen Zentralabschnitt (70) aufweist, in welchem
die übrigen Kolbenoberflächenabschnitte (a, b, c,..) aufnehmbar sind.
11. Druckantrieb nach einem der Ansprüche 1 mit 10, dadurch gekennzeichnet , daß die
an die beiden ortsbeweglichen Zylinderwandungen (6, 6') angrenzenden Oberflächenabschnitte
des Arbeitskolbens (5) Einrichtungen (74) aufweisen, mit welchen sie in diesen ortsbeweglichen
Zylinderwandungen gehalten und geführt sind.
12. Druckluftantrieb nach einem der Ansprüche 1 mit 11, dadurch gekennzeichnet , daß
den beiden Hebeln (15, 15') mit Hilfe einer Einrichtung (40) Bewegungsimpulse erteilbar
sind.
13. Druckluftantrieb nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet , daß die Einrichtung
(40) ellipsenförmige Steuerglieder (43, 43') aufweist, die unter einem rechten Winkel
zueinander angeordnet sind, und daß diesen Steuergliedern Nockenfolgeglieder (44ä,
44b, 44a', 44b') zugeordnet sind, wobei die dem ersten Steuerglied zugeordneten Folgeglieder
oberhalb des Drehpunktes (20, 20') des jeweiligen Hebels (15, 15') und die dem zweiten
Steuerglied zugeordneten Nockenfolgeglieder unterhalb dieser Drehachse angreifen.