[0001] Die Erfindung bezieht sich auf Druckmittelvorrichtungen, bei welchen der Druck eines
Druckmediums ein Arbeits- oder Stellglied mit hoher Kraft in eine Position verstellt,
welche sich, vorzugsweise mit Hilfe eines Magnetfeldes, von außen her einstellen bzw.
verändern läßt. Insbesondere ist die Erfindung auf Stell- und Servomotoren, Schalt-
und Servoventile, Kraftbetätiger zur Steuerung und/oder Schaltung mechanischer Vorrichtungen,
wie vor allem Ventile, Motoren und/oder Pumpen u.dgl. gerichtet, bei welchen eine
erhebliche mechanische Schalt- oder Steuerkraft mit Hilfe leistungsschwacher elektrischer
Steuersignale aufgebracht werden kann. Obwohl die Erfindung bevorzugt für hydraulisch
betriebene Geräte der genannten Art vorgesehen ist, läßt sie sich auch bei pneumatischen
Geräten zur Anwendung bringen.
[0002] In der Technik werden für vielfältige Zwecke ferngesteuerte Stellmotoren, Kraftschalter
u.dgl. verwendet, um eine mechanische Schalt- oder Stellkraft auszuüben, um ein Arbeits-oder
Funktionsteil über kurze Wege in eine vorbestimmte Position zu bringen und das Arbeits-
und Funktionsteil selbst bei Änderungen einer in Rückstellrichtung wirkenden Kraft
in dieser Position zu halten. Das Arbeits- und Funktionsteil kann ein beliebiges Objekt,
z.B. eine Motor- oder Pumpensteuerung, eine Ventilsteuerung od.dgl. sein.
[0003] In der Vergangenheit sind für diese Zwecke elektrische Motoren, elektrische Magnetvorrichtungen
und hydraulisch betätigte Stellvorrichtungen verwendet worden. Elektrische Stellmotoren
und magnetische Betätigungsvorrichtung en ermöglichen in einfacher Weise eine Fernsteuerung,
da hierfür lediglich elektrische Drahtverbindungen zwischen den Steuervorrichtungen
und den gesteuerten Teilen benötigt werden. Elektrische Stellmotoren verlangen jedoch
die Verwendung von Untersetzungsgetrieben und sind daher verhältnismäßig groß bauende,
verwickelte und teure Geräte, die außerdem mit verhältnismäßig langen Schaltzeiten
arbeiten. In vielen Fällen unerwünscht ist auch, daß die Untersetzungsgetriebe im
allgemeinen-selbstsperrend sind, um das angetriebene Teil auch bei Änderungen der
auf sie von außen wirkenden Kraft in der jeweils eingestellten Position zu halten.
Aufgrund der Selbstsperrung kann das angetriebene Teil bei einem Ausfall der Stromversorgung
auch nicht in seine Ausgangsstellung zurückgelangen. Elektrisch betriebene Stellmotoren
werden im allgemeient mittels elektrischer Impulse betätigt, die sehr genau abgestimmt
werden müssen, um bestimmte Stellwege zu erzielen. Die hierfür benötigten Zeitsteuerungen
u.dgl. sind teuer und aufwendig.
[0004] Mit elektrischen Magnetvorrichtungen lassen sich im Bezug auf ihre Baugröße verhältnismäßig
kleine Stell- oder Schaltkräfte erzielen. Sie weisen ein verhältnismäßig niedriges
Verhältnis von Stellkraft zu elektrischer Energie auf, die in Form eines analogen
elektrischen Signals kontinuierlich aufgebracht werden muß. Obwohl magnetische Solenoide
bei einem gegebenen Erregerstrom schnell ansprechen, sind sie nicht geeignet, ein
Objekt in einer Festposition zu halten, wenn die äußere Krafteinwirkung an dem Objekt
sich ändert. Um diesen Mangel zu beheben, müssen verwickelte Rückkopplungsschaltungen
u.dgl. vorgesehen werden.
[0005] Hydraulische Kraftschalter und Stellmotoren sind für den genannten Zweck hervorragend
geeignet. Mit ihnen lassen sich bei verhältnismäßig kleinen Bauabmessungen große mechanische
Kräfte aufbringen. Sie sind geeignet, einen Gegenstand unabhängig von sich ändernden
Krafteinwirkungen in jeder Einstellposition zu halten. Allerdings ist die Fernsteuerung
dieser hydraulischen Stellmotoren problematisch. Die hierfür verwendbaren elektrischen
Antriebe und Magnetventile weisen die vorgenannten Nachteile auf. Die herkömmlichen
hydraulischen Stellantriebe weisen eine Steuerstange auf, die durch eine Dichtpackung
in ein das zu schaltende Bauteil aufnehmendes Gehäuse eingeführt werden muß. Die Stangenabdichtung
verursacht eine nicht unerhebliche Reibung an der Steuerstange, so daß verhältnismäßig
große mechanische Kräfte zur Bewegung der Steuerstange erforderlich sind. Ferner ergibt
sich aufgrund der Stangenreibung insbesondere bei einem elektromagnetischen Stellantrieb
eine Hysterese-Schleife, die sich nachteilig auf die Ansprechempfindlichkeit auswirkt.
Die Abdichtung gegenüber den vollen hydraulischen Drücken führt nicht selten zu Leckagen
und Wartungsproblemen sowie Betriebsstörungen.
[0006] Bei hydraulischen Kraftschaltern, Stellmotoren u.dgl. ist es daher üblich, das hydraulische
Druckmedium über von Hand oder automatisch betätigte Ventile und Leitungsverbindungen
zu einer Steuerstelle zu führen und von dieser zurück zu dem hydraulischen Stellantrieb.
Dabei können sich sehr lange Leitungswege ergeben. Der Arbeits- und Kostenaufwand
für die Verbindungsleitungen und deren Verlegung ist beträchtlich, insbesondere wenn
die Leitungen in beengten Räumen und Kurven verlegt werden müssen und/ oder wenn eine
größere Anzahl an Steuerungen vorgesehen werden muß.. Die Leitungsverbindungen unter
Verwendung von Rohr- oder Schlauchleitungen, Anschlußarmaturen uodgl. können bei Leckagen
zu erheblichen Betriebsstörungen führen.
[0007] Ferngesteuerte Linear-Servomotoren sind seit langem bekannt. Sie bestehen im allgemeinen
aus einem in einem Gehäuse gelagerten Arbeits- oder Stellglied und einem sich durch
das Gehäuse erstreckenden Betätigungsschaft. Im Inneren des Stellgliedes ist ein Servoventil
angeordnet, welches die Verbindungen zwischen Druck- oder Saugkammern und einer dritten
veränderlichen Druckkammer steuert. Das Steuerelement des Servoventils weist im allgemeinen
einen aus dem Gehäuse herausragenden Schaft auf, der sich durch verschiedene, von
außen her aufgebrachte Verstellkräfte einstellen läßt. Da das eine Schaftendedem Atmosphärendruck
ausgesetzt ist, muß auch das andere Schaftende bei gleichem Durchmesser mit der Atmosphäre
in Verbindung stehen, was einen nicht unerheblichen Dichtungsaufwand erfordert und
zu Schwierigkeiten führt, wenn mehrere Öffnungen in unbedingt konzentrischer Ausfluchtung
bei gröBeren Abständen derselben gehalten werden müssen. Da keine Ausfluchtung vollkommen
ist, ergibt sich hier eine zusätzliche Reibung in Verbindung mit dem Steuerelement
des Servoventils. Die genannte Dichtung bewirkt außerdem zusätzliche Reibung. Dies
führt bei Servoventilen zu einer ausgeprägten Hyterese. Je größer die Hysterese, um
so größer muß die Erregervorrichtung in ihrer Leistung ausgelegt werden, da die Einstellungsgenauigkeit
nur so genau sein kann wie die Gesamt-Hysteresekraft, dividiert durch die Erregerkraft.
Mit der vorliegenden Erfindung sollen diese Schwierigkeiten, die sich aus der hohen
Hysteresereibung ergeben, behoben werden.
[0008] Aus der US-PS 29 30 360 und der US-PS 31 31 608 sind elektrisch gesteuerte Servomotoren
bekannt. Dabei ist ein in einer Steuerdruckkammer angeordneter Elektromagnet vorgesehen,
welcher ein zylindrisches Steuerelement bewegt, um Druckeinlaß- und Auslaßöffnungen
im Gehäuse gegenüber der Steuerdruckkammer zu öffnen und zu schließen und den Druck
in dieser Kammer zu verändern. Das Steuerelement ist mit dem Betätigungskolben über
eine Zugfeder verbunden, welche das Steuerelement in seine Ausgangsstellung zieht,
um den Druckausgleich wieder herzustellen. Geräte dieser Art haben sich in der Praxis
aus verschiedenen Gründen nicht einführen können, insbesondere weil die elektrische
Spule in dem Betriebsmedium liegt und ihre Isolierung daher durch das hydraulische
Medium angegriffen wird, wobei zugleich noch ein Auswechseln der Spule schwierig durchzuführen
ist. Außerdem arbeiten diese Geräte nur mit einer Federrückstellung, wobei die Feder
eine sehr niedrige Federkonstante haben muß. Für Hochdruckbedingungen, bei welchen
große Kräfte entwickelt werden, müssen große Federn verwendet werden. Außerdem ergibt
sich auch hier aufgrund der Reibung zwischen dem Steuerelement und dem Gehäuse ein
erhebliches Hystereseproblem.
[0009] Die Erfindung ist darauf gerichtet, die vorgenannten Nachteile und Schwierigkeiten
der bekannten Vorrichtungen zumindest teilweise, vorzugsweise insgesamt zu beheben,
indem eine Druckmittelvorrichtung insbesondere eine Druckmittelbetätigungsvorrichtung,
ein Servomotor oder ein sonstiger Kraftbetätiger od.dgl. geschaffen wird, mit der
sich auch über eine Fernsteuerung unter Verwendung elektrischer Leitungen und eines
analogen elektrischen Signals anstelle zeitgesteuerter Impulse eine genaue Steuerung
erreichen läßt, wobei mit im Vergleich zu den wirklichen Stellkräften niedrigen elektrischen
Leistungen gearbeitet werden kann. Ferner soll die vorgenannte Druckmittelvorrichtung
eine geringe Hysteresis aufweisen und demzufolge in Abhängigkeit von einem vorbestimmten
elektrischen Signal oder einer anderen äußeren Steuerkraft sehr genau gesteuert werden
können. Mit der Erfindung lassen sich somit Stellmotoren, Durchflußregelventile, Druckventile
oder Schalt- und Wegeventile genau steuern, wobei die erfindungsgemäßen Druckmittelvorrichtungen
auch zur Steuerung von Pumpen und/oder Motoren, insbesondere zur Geschwindigkeitssteuerung
und/oder Drehrichtungasteuerung verwendbar sind. Die erfindungsgemäßen Druckmittelvorrichtungen
sind nicht nur zur Fernsteuerung verwendbar, sondern können auch in Baueinheit mit
einem gesteuerten Teil, z.B. einem ferngesteuerten Ventil eingesetzt werden, bei dem
der Arbeitsdruck von dem durch das Ventil geschalteten Betriebsmedium aufgebracht
wird.
[0010] Nach Vorstehendem ist die Erfindung demgemäß auf eine magnetisch gesteuerte Druckmittelvorrichtung,
insbesondere einen Stellmotor, ein Servoventil u.dgl., gerichtet, mit einem Gehäuse,
welches ein Stellgliedgehäuseteil mit einer Hochdruckkammer und ein Steuergehäuseteil
mit einer Steuerdruckkammer umfaBt, mit einem in dem Stellgliedgehäuseteil beweglichen,
von dem Druck in der Steuerdruckkammer beaufschlagten Stellglied ododgl., mit gesonderten
Ein- und AuslaBkanälen für die Hochdruck- und Niederdruckverbindung der Steuerdruckkammer,
und mit einem vollständig in der Steuerdruckkammer liegenden Steuerelement, welches
zumindest relativ zu dem einen Kanal beweglich ist, um die Verbindung des einen Kanals
mit der Steuerdruckkammer gegenüber der Verbindvng des anderen Kanals mit dieser Steuerdruckkammer
zu schließen oder zu öffnen. Erfindungsgemäß ist die Druckmittelvorrlchtung durch
folgende Merkmale gekennzeichnet:
a) mindestens einer der genannten Kanäle ist mit dem Stellglied beweglich;
b) das Steuerelement besteht aus einem solchen Werkstoff, daß es unter der Wirkung
eines Magnetfeldes in der Steuerdruckkammer in vorbestimmte Steuerpositionen einstellbar
ist;
c) eine steuerbare Magnetvorrichtung zur Verstellung des Steuerelementes in der Steuerdruckkammer.
[0011] Die Magnetvorrichtung ist normalerweise an der Außenseite des Gehäuses angeordnet
und/oder in das Gehäuse einbezogen. Es kann aus einem Permanentmagneten, einem von
Wechselstrom und/oder Gleichstrom erregten Elektromagneten oder mehrphasigen Wechselstrom-Elektromagneten
bestehen. Bei Verwendung mindestens eines Permanentmagneten muß dieser an der Gehäuseaußenseite
relativ zu dem Gehäuse beweglich angeordnet sein, wobei das Gehäuseteil aus einem
unmagnetischem bzw. einem nicht-magnetisierbaren Werkstoff bestehen muß, um das Magnetfeld
durchtreten zu lassen. Auch das Steuerelement besteht im allgemeinen aus einem Permanentmagneten.
[0012] Es empfiehlt sich, die Anordnung so zu treffen, daß das Steuerelement von einer Federvorrichtung
in eine vorgegebene Position eingestellt wird, derart, daß sich das Steuerelement
gegen die Federvorspannung bewegen muß. Dabei lassen sich exakte Stellwege erzielen,
die unmittelbar proportional der Stärke oder der Lage des Magnetfeldes sind, welches
von einem analogen elektrischen Signal erzeugt wird.
[0013] Das Steuerelement befindet sich vollständig im Inneren der Steuerdruckkammer und
ist daher durch die an seinen beiden Enden wirkenden Druckmittelkräfte druckausgeglichen.
Es ist demgemäß schwimmend angeordnet. Es wird aus einem solchen Werkstoff gefertigt,
daß es sich unter der Wirkung eines Magnetfeldes gegenüber dem Stellglied oder Stellkolben
verstellen läßt, wobei das Magnetfeld entweder an der Außenseite oder im Inneren der
Kammer erzeugt wird. Das Steuerelement ist somit auf magnetischem Wege verstellbar,
ohne daß zugleich mit ihm mechanisch verbundene Teile, welche Dichtungen an der Seite
des Gehäuses durchgreifen, bewegt werden müssen.
[0014] Zumindest ein Teil des genannten Stellgliedes hat zweckmäßig die Form eines zylindrischen
Kolbens, der in Dichtanlage mit der Wandung der ihn aufnehmenden Kammer gleitet, wobei
eine der Kolbenflächen eine die Steuerdruckkammer begrenzende Fläche bildet. An diesem
Ende ist zweckmäßig ein stangenartiges Steuerkanalelement, d.h. eine mit mindestens
einem Druckmittelkanal und einer Druckmittelöffnung versehenes Element angeordnet,
welches axial in die Steuerdruckkammer hineinragt. Dieses Steuerkanalelement weist
mindestens einen axialen Innenkanal mit einer radial in die Steuerdruckkammer mündenden
Einlaß- und/oder Auslaßöffnung auf, deren Öffnungsquerschnitt von dem Steuerelement
gesteuert wird. Das Steuerkanalelement bewegt sich mit dem Stellkolben in Abhängigkeit
zu der von außen wirkenden veränderlichen Steuerkraft, wobei es gegenüber dem Steuerelement
teilweise abgedichtet ist, um die Drosselsteuerung zu bewirken.
[0015] Das vorgenannte Steuerkanalelement kann einstückig mit dem Stellglied bzw. dem Stellkolben
verbunden sein. Vorzugsweise ist es so an dem Stellglied bzw. dem Stellkolben angeordnet,
daß es sich gegenüber diesem geringfügig in Radialrichtung bewegen kann, um Biege-
und Reibungskräfte möglichst kleinzuhalten. Im übrigen wird das Bewegungsspiel in
allen Fällen möglichst kleingehalten. Die Einhaltung kleiner Toleranzen und/oder die
exakte Ausfluchtung der gegeneinander gleitenden Flächen ist wichtig. Die Befestigung
des stangenartigen Steuerkanalelementes an dem Stellglied erfolgt zweckmäßig in der
Weise, daß das Steuerkanalelement eine vom Hochdruck beaufschlagte Fläche aufweist,
deren Flächengröße halb so groß ist wie eine vom Steuerdruck beaufschlagte Fläche,
die in der Gegenrichtung zu der erstgenannten Fläche gerichtet ist. Auf diese Weise
ergibt sich ein Druckausgleich an dem Steuerkanalelement.
[0016] Um einen radialen Druckausgleich an dem erfindungsgemäßen Steuerelement zu erreichen,
empfiehlt es sich, die vorgenannten Öffnungen an der Seitenfläche des Steuerkanalelementes
als umlaufende Nuten auszubilden und für das Steuerelement eine Hülse od.dgl. zu verwenden,
welche das Steuerkanalelement umschließt, wobei sie mit ihrer Innenfläche zumindest
teilweise in Dichtung mit der Außenfläche des Steuerkanalelements steht. Das Ende
der Hülse kann offen sein oder eine Öffnung des Steuerkanalelements drosseln. Andererseits
kann die Hülse an ihrer Innenfläche eine Nut erhalten, die in Verbindung mit der Hülsen-Außenfläche
steht, um eine der Öffnungen des Steuerkanalelementes gegenüber seiner anderen Öffnung
zu öffnen oder mehr oder weniger zu drosseln, wobei der gedrosselte Druck in der Nut
der Hülse in die Steuerdruckkammer übertragen wird.
[0017] Die vorstehend beschriebene Kombination des hülsenförmigen Steuerelementes und des
Steuerkanalelementes, welches von dem hülsenförmigen Steuerelement umschlossen wird,
ist für einen Servomechanismus besonders vorteilhaft und ist unabhängig von der Vorrichtung,
mit der das Steuerelement in der Steuerdruckkammer verstellt wird, erfinderisch. Es
wäre daher auch möglich, zur Einstellung der Position der Steuerhülse herkömmliche
Vorrichtungen, z.B. sich zur Außenseite des Gehäuses erstreckende Mittel vorzusehen,
beispielsweise eine Zug- und/oder Schubstange, ein Zugglied, eine Zahnstange mit Ritzel
oder eine Schraubverbindung zwischen der Steuerhülse und dem Gehäuse der Steuerdruckkammer,
derart, daß das die Steuerhülse aufnehmende Gehäuseteil gegenüber dem das Stellglied
aufnehmenden Gehäuseteil drehbar ist.
[0018] Mit der Erfindung läßt sich daher ein Druckmittelservomechanismus schaffen, bei welchem
das Steuerelement aus einer Hülse besteht, die eine mit mindestens einer Druckmittelöffnung
versehene Stange od.dgl. umschließt und die somit anstelle einer genuteten Spindel
herkömmlicher Art verwendet wird, die unter Abdichtung gegenüber dem Stellglied oder
Gehäuse bewegt werden muß. Die Hülse läßt sich bei dieser erfindungsgemäßen Vorrichtung
durch irgendeine Stellvorrichtung, vorzugsweise durch eine magnetische Einstellvorrichtung,
oder auch über eine äußere mechanische Zwischenverbindung verstellen.
[0019] Das bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung verwendete Steuerkanalelement weist zweckmäßig
einen verhältnismäßig kleinen Durchmesser im Verhältnis zum Durchmesser des mit ihm
verbundenen Stellgliedes oder Kolbens auf. Beispielsweise beträgt der Durchmesser
6,35 mm. Bei gleichem Spiel zwischen Hülse und Steuerkanalelement wird hierbei die
Nullpunkt-Leckage auf ein Maß vermindert, welches erheblich kleiner ist als bei den
herkömmlichen Servomotoren, die eine Spindel oder ein Zylindersteuerelement verwenden,
bei denen der Durchmesser der Öffnung beträchtlich größer sein muß, so daß bei einem
gegebenen Spiel ein erheblich größerer Leckagequerschnitt vorhanden ist.
[0020] Im Betrieb bewegt das Stellglied seinen Kanal oder seine Öffnung relativ zu dem in
eine bestimmte Einstellposition gebrachten Steuerelement, derart, daß die Drücke in
der Steuerdruckkammer eine Kraft auf das Stellglied ausüben, die genau gleich den
anderen an ihm wirkenden Kräften, einschließlich den äußeren Kräften, ist. Falls sich
diese anderen, z.B. die äußeren Kräfte ändern, bewegt sich das Stellglied mit seinem
Kanal relativ zu dem Steuerelement, wodurch die beiden Verbindungskanäle relativ zueinander
geöffnet bzw. geschlossen werden. Die Drücke in der Steuerdruckkammer ändern sich
demgemäß automatisch, um Änderungen der von außen wirkenden Kräfte zu kompensieren.
Da die Druckänderung zwischen der Steuerdruckkammer und dem von dem Steuerelement
beeinflußten Kanal bei extrem kleinen Relativbewegungen in weiten Grenzen variieren
kann, ergibt sich im Ergebnis, daß große Schwankungen der an dem Stellglied wirkenden
äußeren Kräfte große Schwankungen des Drucks in der Steuerdruckkammer bei extrem kleinen
Relativbewegungen der beiden Teile bewirken. Wird das Steuerelement innerhalb der
Steuerdruckkammer in eine andere Position gebracht, so folgt das Stellglied diesem
Verstellvorgang unverzüglich unter Herstellung des Kraftgleichgewichtes zwischen den
äußeren Kräften und den von den Kammerdrücken ausgeübten Kräften. Das Stellglied folgt
also exakt den Steuerbewegungen des Steuerelementes innerhalb des Gehäuses.
[0021] Nach der Erfindung können das Steuerelement und der oder die Kanäle so angeordnet
werden, daß sich bei den Relativbewegungen folgende Situationen ergeben: Der eine
Kanal wird geöffnet oder geschlossen unabhängig von dem anderen Kanal; der Auslaßkanal
wird gegenüber dem Einlaußkanal gedrosselt, wobei das Steuerelement den EinlaBkanal
lediglich öffnet oder verschließt; das Steuerelement öffnet einen Kanal,während es
den anderen schließt. Bei der letztgenannten Situation kann sich das Stellglied in
beiden Richtungen schnellstmöglich verstellen. Bei den beiden erstgenannten Situationen
bewegt sich das Stellglied in der einen Hubrichtung schneller als in der anderen Hubrichtung.
[0022] Bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung öffnet die von dem Steuerelement gesteuerte
Öffnung des betreffenden Kanals (oder auch die Öffnungen der Kanäle) in einer Richtung
senkrecht zu der Bewegungslinie des Steuerelements, so daß sich dieses stets in einem
druckausgeglichenen Zustand nicht nur in den Richtungen parallel zu seiner Bewegungslinie,
sondern auch in den Richtungen senkrecht hierzu befindet. Dies wird dadurch erreicht,
daß die gesteuerte Öffnung (oder Öffnungen) in mindestens zwei entgegengesetzte Richtungen
senkrecht zur Bewegungslinie des Steuerelementes öffnen. Mit Ausnahme der Schwerkraft,
der Reibung und/oder der Federkraft ist daher das Steuerelement innerhalb der Steuerdruckkammer
in einem schwimmenden Zustand, so daß es sich mit Hilfe der von außen gesteuerten
Einstellvorrichtung mit geringstmoglicher Reibung bewegen läßt.
[0023] Die Bewegung des Stellgliedes bzw. des Stellkolbens kann dazu ausgenutzt werden,
um eine mechanische Kraft auf irgend ein Objekt auszuüben oder um ein Ventil zu steuern,
einen Schalter zu betätigen oder sonstige Druckmittelvorrichtungen, z.B. eine Pumpe
oder einen Motor zu steuern. Außerdem läßt sich mit Hilfe der erfindungsgemäßen Vorrichtung
die Federvorspannung irgendeiner mechanischen Vorrichtung, insbesondere eines Überdruckventils,
einstellen.
[0024] Nach einer weiteren Ausgestaltungsmerkmal der Erfindung wird auf den Kolben eine
ihn in Richtung auf die Steuerdruckkammer bewegende Vorspannkraft ausgeübt, was sich
durch Verwendung eines Differntialkolbens od.dgl. erreichen läßt, dessen der Steuerdruckkammer
abgewandten Kolbenflächen eine dem Niederdruck ausgesetzte Kolbenfläche und eine vom
Hochdruck beaufschlagte Kolbenfläche sind, wobei die letztgenannte Fläche, vorzugsweise
um die Hälfte kleiner ist als die von dem Druck in der Steuerdruckkammer beaufschlagte
Kolbenfläche. Die Anordnung ist hierbei so getroffen, daß der Kolben in Abhängigkeit
von den auf den beiden gegenüberliegenden Kolbenseiten wirkenden Differenzdrücken
in der einen oder anderen Richtung bewegt wird. Da verschwindend geringe Änderungen
in der Drosselung der Verbindungskanäle große Änderungen des Druckgefälles über der
Drosselstelle bewirken, ist eine äußerst genaue Lageeinstellung des Kolbens gegenüber
dem Steuerelement möglich.
[0025] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung kann der Auslaßkanal gegenüber dem Einlaßkanal
ständig gedrosselt sein um ein Verhältnis über 1000:1. Das von dem Steuerelement gebildete
Drosselventil drosselt hierbei die Auslaßöffnung des Einlaßkanals, derart, daß der
Kolben die Auslaßöffnung relativ zu dem Steuerelement bewegt und der Strom durch die
Drosselstelle den Strom durch den gedrosselten Auslaßkanal genau teilt.
[0026] Der genannte gedrosselte Auslaßkanal besteht vorzugsweise aus mehreren Umfangsnuten
in der zylindrischen Außenfläche des Kolbens und einer einzigen die Umfangsnuten schneidenden
Längsnut, die sich von der Steuerdruckfläche zu der Niederdruckfläche erstreckt und
eine Mehrzahl scharfkantiger Drosselkanten zwischen der Steuerdruckkammer und der
Niederdruckseite bildet. Der Druckabfall über jede einzelne Drosselkante bzw. Drosselstelle
ist im wesentlichen von der Viskosität unbeeinflußt und der gedrosselte Strom ist
proportional der Quadratwurzel der Druckdifferenz. Bei Verwendung solcher mehrfacher
Drosselstellen kann die Längsnut für dieselbe Druokmittelmenge größer ausgeführt werden,
so daß die Gefahr eines Zusetzens durch von dem Druckmedium mitgeführte Schmutzpartikel
entsprechend geringer ist.
[0027] Das Gehäuse der Steuerdruckkammer umfaßt vorzugsweise zwei (oder mehr) im Abstand
angeordnete Gehäuseteile magnetischem, d.h. magnetisch wirksamen Werkstoff und mindestens
einen Zwischenteil aus unmagnetischem, d.h. magnetisch unwirksamen Material, wobei
die magnetischen bzw. die magnetisierbaren Gehäuseteile die Magnetpole mindestens
einer elektrischen Magnetspule bzw. eines oder mehrerer Solenoide bilden, welche das
unmagnetische Gehäuseteil umschließt bzw. umschließen. Eine Hülse aus einem Magnetmaterial
umschließt die Spule (Spulen) und liegt in Anlage an den im Abstand zueinander angeordneten
Gehäuseteilen, um einen, bis auf das oder die Zwischenteile, geschlossenen magnetischen
Kraftflußweg zu erzielen, der teilweim über das magnetische bzw. magnetisch wirksame
Steuerelement im Inneren der Steuerdruckkammer geschlossen wird. Falls lediglich eine
Magnetspule vorgesehen wird, ist die magnetische Polarität dieser Spule ohne Bedeutung.
Bei Verwendung von zwei Magnetspulen werden die elektrischen Anschlüsse dieser Spulen
so hergestellt, daß die benachbarten Enden der beiden Spulen dieselbe magnetische
Polarität aufweisen.
[0028] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist der Einlaß zu dem zu der Steuerdruckkammer
führenden Einlaßkanal in Nähe der Basis eines vorzugsweise etwa topfförmigen Teils
aus magnetisiertem Werkstoff angeordnet ist. Das in den Einlaß fließende Druckmedium
strömt hierbei über einen gekrümmten Strömungsweg an diesem Bauteil vorbei, wobei
sich in dem Druckmedium befindliche Magnetteilchen auf magnetischem Wege entfernen
und zur Ablagerung an dem topfförmigen Bauteil bringen lassen. Auf diese Weise wird
der Eintritt solcher Schmutzteilchen in die Steuerdruckkammer verhindert. Die Kanten
des topfförmigen Bauteils bilden vorzugsweise einen Ventilsitz. Die Anordnung wird
hierbei zweckmäßig so getroffen, daß das Druckmedium beim Eintritt in Nähe des Ventilsitzes
strömt und damit die magnetisch entfernten Teilchen in Nähe des Ventilsitzes zur Ablagerung
kommen, wo sie beim Öffnen des Ventils ausgespült werden.
[0029] Das Steuerelement besteht, wie erwähnt, vorzugsweise aus einer Hülse, die von einer
Feder, zweckmäßig einer Schraubenfeder belastet ist. Hierbei wird die Anordnung vorteilhafterweise
so getroffen, daß das Steuerelement durch die Federkraft in eine Ausgangsposition
in Nähe eines magnetisch wirksamen Teils gebracht wird, wenn die Spule nicht erregt
ist. Durch Erregen der Magnetspule kann dann das Steuerelement gegen die Federrückstellkraft
an einem magne-tisch unwirksamen Teil vorbei in Richtung auf ein anderes magnetisches
Teil bewegt werden. Mindestens das eine der beiden Enden der Hülse ist vorzugsweise
konisch verjüngend ausgebildet, um bei Annäherung des Steuerelementes an den anderen
magnetischen Teil den Mindest-Magnet-Luftspalt zu begrenzen und um eine im wesentlichen
konstante Kraft-Wegkurve an der Hülse bei einem vorgegebenen Erregerstrom der Magnetspule
über den gesamten Verstellbereich des Steuerelements zu erhalten. Da die Schraubenfelder
eine ansteigende Kraft-Wegkurve hat, schneiden sich die beiden Kurven in einem definierten
Punkt, in welchem die wirkliche Verstellung der Hülse gegen die Federrückstellkraft
in unmittelbarer Beziehung zu dem sich ändernden Erregerstrom steht.
[0030] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung weist das Steuerelement einen Außendurchmesser
auf, um einen vorbestimmten Mindestspalt mit den magnetisch wirksamen Wandungen der
Steuerdruckkammer zu erzielen. Die Außenfläche des Steuerelementes ist hierbei mit
einer Umhüllung oder Beschichtung aus einem magnetisch unwirksamen Material versehen,
deren Dicke mindestens der doppelten Größe des vorgenannten Mindestspaltes entspricht,
so daß selbst dann, wenn exzentrische Magnetkräfte das Steuerelement geringfügig radial
einstellen, das Verhältnis des maximalen magnetischen Luftspaltes zu dem minimalen
Luftspalt zwischen der äußeren Magnetfläche des Steuerelementes normalerweise kleiner
als 2:1 ist.
[0031] Es ist bekannt, daß, wenn der magnetische Luftspalt sich Null nähert, die magnetischen
Anziehungskräfte asymptotisch auf ein Maximum ansteigen. Durch Aufrechterhaltung des
Verhältnisses des Luftspaltes oberhalb 2:1 wird der nachteilige Effekt des Null-Luftspaltes
begrenzt. Die Wandungen der Steuerdruckkammer können daher zur Führung des Steuerelementes
dienen, ohne daß sie übermäßig große Seitenkräfte auf dieses ausüben und ein Kleben
des Steuerelementes mit statischer Reibung, die stets größer ist als die Reibung der
Bewegung verursachen. Für die AußenbeSchichtung des Steuerelementes wird vorzugsweise
ein verschleißfestes Kunststoffmaterial mit selbstschnierender Wirkung, insbesondere
Teflon (Warenzeichen der Fa. DuPont) oder ein ähnliches Material verwendet.
[0032] Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung bei einem hydraulischen Durchfluß-
bzw. Druckregelventil weist der Kolben an seinem der Steuerdruckkammer abgewandten
Ende vorzugsweise eine sich konisch verjüngende Ventilsitzanlagefläche auf, an welcher
der Hochdruck im Querschnittsbereich des Ventilsitzes wirkt. Eine aus einer Vielzahl
elektrischer Drahtwindungen bestehende Magnetspule wird zur Verstellung des Steuerelementes
in Positionen verwandet, in denen das Ventil um ein bestimmtes Maß aufgesteuert ist.
In Verbindung hiermit werden zweckmäßig Maßnahmen getroffen, um die Magnetspule im
wesentlichen auf derselben Temperatur zu halten wie das hydraulische Druckmedium.
Auf diese Weise wird ein , Regelventil mit Temperaturausgleich erzielt. Die vorgenannten
Maßnahmen bestehen vorzugsweise aus einer die Magnetspule umschließenden Wärmeisolierung
oder einem Luftspalt um die Magnetspule herum als Isoliermaatel, Das bei einer bestimmten
Öffnungsstellung durch das Ventil strömende Volumen an Druckmedium steigt mit zunehmender
Temperatur des Druckmediums und entsprechend abnehmender Viskosität derselben an.
Gleichzeitig sinkt aber bei einer vorgegebenen, unveränderlichen Erregerspannung an
der Magnetspule deren Widerstand und damit auch der sie druchflieBende Strom mit ansteigender
Temperatur, so daß das Steuerelement einen kleineren Stellweg ausführt und entsprechend
das Ventil unter Aufrechterhaltung der Durchströmmenge um ein kleineres Maß geöffnet
wird. Durch entsprechende Anpassung des Widerstands der Magnetspule an die Außentemperaturen
oder durch Verwendung eines Werkstoffs für den Spulendraht, der einen geeigneten Temparatur-Widerstandskoeffizienten
aufweist, ist demgemäß ein nahezu vollständiger Temperaturausgleich insbesondere bei
solchen Ventilen erreichbar, die mit kleinen Durchflußöffnungen versehen sind, wo
das Problem der Mengen-Temperaturschwankungen besonders ausgeprägt ist.
[0033] Die vorstehend genannte konische Nase des Ventilkörpers des Durchflußregelventils
ist zweckmäßig konkav ausgeformt, um eine fallende Kurve in der Abhängigkeit des Ventilöff-
nungs
querschnitts zu dem Öffnungshub des Schließgliedes zu erhalten. Das Maß der Konkavität
ist so auf die bekannten Leckverluste eines geschweißten Druckmittelmotors abgestimmt,
daß diese kompensiert werden. Diese Leckverluste beeinflussen die Arbeitsweise des
Druckmittelmotors in besonderen Maße, wenn mit geringen Flüssigkeitsmengen und niedrigen
Drehgeschwindigkeiten. gearbeitet wird. Die exakte Bemessung der konkaven Fläche muß
daher in Verhältnis zu der Leckeigenschaft des Motors gebracht werden.
[0034] Bei Verwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung bei einem Entiasbmgs- oder Überdruckventil
wird zweckmäßig ein Ventilkolben vorgesehen, dessen Ventilsitzanlagefläche über die
Fläche des Ventilsitzes vom Hochdruck beaufschlagt wird und der mit veränderlicher
Schließkraft in Schließstellvng gehalten wird. Hierbei kann eine Druckfeder zwischen
dem Ventilkolben und dem vom Steuerdruck in der Steuerdruckkammer beaufschlagten Kolben
vorgesehen werden, deren Federkraft durch Verstellen des Federwiderlagers genau steuerbar
ist. Dies erfolgt mit Hilfe des vorgenannten Steuerelementes.
[0035] Der Ventilkolben des Überdruckventils weist zweckmäßig einen Schaft auf, dessen Durchmesser
kleiner ist als der Durchmesser des Ventilsitzes und der dichtend in einem Zylinderraum
des vom Druck in der Steuerdruckkammer beaufschlagten Steuerkolbens geführt ist. Die
Reibung der Dichtung, die durch den Hochdruck in Richtung auf den Ventilsitz belastet
wird, wird auf diese Weise vermindert, wenn der Ventilkolben schließt, wodurch die
Bysterese-Kurve des Ventils entsprechend vermindert wird.
[0036] Bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung in Gestalt eines
Schieberventils ist das Stellglied mit dem einen Ende eines Schiebers gekoppelt, der
an seinem anderen Ende einen vom Einlaßdruck beaufschlagten Kolben und einen Innenkanal
aufweist, welcher den hohen Einlaßdruck einer Kolben-Druckkammer und der Steuerdruckkammer
des Stellgliedes zuführt. Bei einer solchen änordnung läßt sich der Ventilschieber
leicht von seiner Neutral- oder Mittelstellung in irgendeine andere Schaltposition
bringen, ohne daß ein das Schiebergehäuse seitlich durchgreifendes mechanisches Teil
benötigt wird, sei es mit oder ohne Druckdichtungen.
[0037] In weiterer Ausgestaltung der Erfindung ist die Ventilanlagefläche des Überdruckventils
gekrümmt oder gewölbt, während der Ventilsitz konisch ausgeführt ist, so daß beim
Abheben des Ventilschließgliedes von dem Ventilsitz sich ein gleichmäßiger und ungestörter
Fluß des Druckmediums ergibt.
[0038] Weitere erfindungswesentliche Merkmale sind in den einzelnen Patentansprüchen aufgeführt
und werden weiter unten im Zusammenhang mit den in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen
hinsichtlich ihrer Funktion und Vorteile näher erläutert.
[0039] Mit der Erfindung wird insgesamt eine für vielfältige Zwecke verwendbare Druckmittelvorrichtung
geschaffen, welche sich in einfacher Weise mittels eines leistungsschwachen analogen
elektrischen Signals steuern läßt und bei der kein beweglicher Teil, ggfls. mit Ausnahme
des Betätigungsschaftes od.dgl., nach außen aus dem Gehäuse herausragt. Die gesamte
Druckmittelvorrichtung zeichnet sich durch einfache Bauweise aus und ermöglicht eine
lineare Stellbewegung des Stellgliedes oder Stellkolbens in Abhängigkeit von einem
analogen elektrischen Steuersignal. Dabei kann mit hoher Leistungsverstärkung, d
oh
o mit hohem Verhältnis von Stellkraft zu elektrischer Steuerkraft gearbeitet werden.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung erlaubt eine äußerst präzise Positionseinstellung
des Stellgliedes. Die Steuerung mit Hilfe eines analogen elektrischen Steuersignals
läßt sich bei äußerst geringer Hysterese durchführen. Mit der Erfindung läßt sich
ein Servomotor od.dgl. schaffen, bei welchem bei gleichem Spiel zwischen seinem Steuerelement
und den zugeordneten Teilen eine verminderte Null-Leckage gegeben ist. Zugleich läßt
sich das Steuerkanalelement so mit den Stellkolben verbinden, daß auch bei sehr geringem
Spiel kein Fressen der beweglichen Teile in dem Gehäuse eintreten kann. Mit der Erfindung
läßt sich ferner ein/elektrisch gesteuertes Durchflußregelventil od.dgl. schaffen,
welches die Möglichkeit bietet, mit geringen elektrischen Leistungen große und veränderliche
Druckmittelströme zu steuern. Außerdem läßt sich eine hohe Ansprechempfindlichkeit
des Gerätes erreichen. Ferner besteht die Möglichkeit, die erfindungsgemäße Vorrichtung
so auszugestalten, daß von dem Druckmedium mitgeführte magnetische Schmutzteilchen
aus dem Druckmedium herausgeholt werden, bevor sie in die Steuerdruckkammer gelangen
können. Das Steuerkanalelement läßt sich erfindungsgemäß so an dem Stellglied bzw.
Stellkolben anordnen, daß es sich in druckausgegliohenem Zustand befindet und gegenüber
dem Kolben radial beweglich ist. Das vollständig in der Druckkammer liegende Steuerelement
ist ebenfalls druckausgeglichen und läßt sich mit kleinstmöglicher Kraft, sei es einer
magnetischen Steuerkraft oder einer anderen Stellkraft, verstellen. Die erfindungsgemäße
Druckmittelvorrichtung bzw. der erfindungsgemäße Servomotor läßt sich mit vergleichsweise
kleinen Bauabmessungen wirtschaftlich herstellen. Der Servomotor kann z.B. zur Steuerung
oder Betätigung von Ventilen, Motoren oder Pumpen u.dgl. Verwendung finden. Die elektrische
Fernsteuerung des Servomotors od.dgl. läßt sich durch Federbelastung des Steuerelementes
im Sinne seiner Einstellung in die Neutralposition so gestalten, daß das Gefühl bei
der Handbetätigung der elektrischen Steuerung ähnlich dem Schaltgefühl herkömmlicher
Steuerungen ist.
[0040] Weiterhin ist die Erfindung darauf gerichtet, einen im Inneren einer Magnetspule
befindlichen Plungerkolben so auszubilden und anzuordnen, daß die nicht ausgeglichenen
radialen Magnetkräfte weitgehend unterdrückt und auf diese Weise eine übermäßige Reibung
an der Außenfläche des Plungerkolbens vermieden wird. Ferner zielt die Erfindung darauf
ab, bei Steuer- und DurchfluBregelventilen u.dgl. den Ventilsitz und die Ventilsitzanlagefläche
so auszugestalten und anzuordnen, daß ein gleichäßiger Druckmittelstrom beim Öffnen
des Ventils erhalten wird. Ferner ist die Erfindung auf ein verbessertes elektrisch
gesteuertes DurchfluBregelventil gerichtet bei welchem die sich bei Temfperaturanstieg
vermindernde Viskosität des Betriebsmediums automatisch kompensiert wird.
[0041] Mit der Erfindung läßt sich ferner ein Leistungsverstärker für Schalt-, Steuer- und
Stellvorgänge beliebiger Art schaffen, der mit niedrigen elektrischen Leistungen,
z.B. von 10 Watt und häufig weniger als 5 Watt arbeiten kann.
[0042] Alle vorgenannten Vorteile sowie die weiter unten noch näher erläuterten Vorteile
sind für sich oder in Kombination Gegenstand der Erfindung und der ihr zugrundeliegenden
Aufgabe.
[0043] Im folgenden werden Definitionen der wichtigsten, in der Beschreibung und in den
Ansprüchen verwendeten Begriffe gegeben:
[0044] Unter "Hochdruck" ist jeder Druckmitteldruck zu verstehen, der über dem Atmosphärendruck
liegt und der z.B. bis zu 210 bar und darüber reichen kann.
[0045] Mit "Niederdruck" ist ein Druck unterhalb des Hochdrucks bis zum Atmosphärendruck
zu verstehen, der z.B. in einer von der erfindungsgemäßen Druckmittelvorrichtung zu
einem Rücklauf oder einem Sumpf oder zu einer druckmittelbetätigten Einrichtung führenden
Leitung vorhanden ist.
[0046] "Steuerkammerdruck" bezeichnet jeden Druck zwischen Hochdruck und Niederdruck, wie
er in der Steuerdruckkammer wirkt und den eigentlichen Arbeitskolben belastet, um
die mechanische Arbeit zu leisten.
[0047] Die Bezeichnung "verhältnismäßig ungedrosselter Kanal" bezeichnet einen Kanal od.dgl.
mit einem Durchflußquerschnitt, der von dem Druckmedium frei durchflossen werden kann,
z.B. bei einem Differenzdruck von 140,6 Kg/cm
2 bei einer Durchflußmenge von mindestens 3,8 l/min.
[0048] Der Ausdruck "relativ gedrosselter Kanal" bezeichnet einen Leitungsquerschnitt oder
eine Drossel oder Drosselkombination in einem ungedrosselten Kanal, wodurch der freie
Druckmitteldnrchfluß gedrosselt wird. Normalerweise wird die Drosselung so eingestellt,
daß bei einem Druckgefälle von 140,6 Kg/cm
2 die Durchflußmenge zwischen 4,1 und 819 cm
3/min oder auch darüber liegt.
[0049] Das Maß der Drosselung des Druckmittelstromes in einem Drosselkanal bestimmt die
Rücksiellgeschwindigkeit des Kolbens in eine Rüokstellposition und kann innerhalb
weiter Grenzen variieren, solange es größer ist als die unvermeidbare Drosselwirkung
in einem im wesentlichen ungedrosselten Kanal, wenn sich das Steuer element in einer
Position befindet, in der die Auslaßöffnung zu der Steuerdruckkammer voll geöffnet
ist. Im Betrieb drosselt das Steuerelement die Auslaßöffnung des einen Kanals zu dem
anderen Kanal hin und bewirkt dadurch einen solchen Druck in der Steuerdruckkammer,
daß die Durchflußmenge durch die Steuerdruckkammer genau den Durchflußmengen in den
beiden Kanälen entspricht. Da sich das Steuerelement gegenüber dem einen Kanal verstellt,
wenn sich der Kolben in dem Gehäuse bewegt, und da das Steuerelement innerhalb der
Kammer in feste Positionen gebracht werden kann, ergibt sich, daß der Kolben sich
stets relativ zu der Position des Steuerelementes verstellt, wobei die vorgenannten
Durchflußbedingungen vorliegen.
[0050] Wenn die Auslaßdrossel und das Steuerelement scharfe, z.B. rechtwinklige Drosselkanten
aufweisen, so liegt lediglich eine exakte Drosselposition vor, bei der die Durchflußmengen
genau gleich sind. Infolgedessen folgt der Kolben und die mit ihm verbundene Auslaßoffnung
genau der Bewegung des Steuerelementes, welches sich in vollständig druckausgeglichenem
Zustand befindet, soweit es die Radial- und Axialkräfte an ihm betrifft, und bei dessen
Einstellposition sich die Magnetkräfte und die Federkräfte ausgleichen. Eine verminderte
Ansprechempfindlichkeit kann sich durch Abrunden der Steuerkanten oder Abschrägen
der Dichtflächen in Nähe der Steuerkanten ergeben.
[0051] Unter der Bezeichnung "magnetisch durchlässiges (wirksames) Material" ist ein Werkstoff
zu verstehen, der eine magnetische Permeabilität größer als Luft, d.h. größer als
1 aufweist. Diese Werkstoffe sind üblicherweise Legierungen des Eisens, z.B. des Stahls,
und einige der rostfreien Stähle; sie können eine Permeabilität von 150 bis 20.000
oder darüber aufweisen. Diese Werkstoffe werden durch ein Magnetfeld angezogen.
[0052] Die Bezeichnung "magnetisch nicht-durchlässiges (unwirksames) Material" bezeichnet
einen Werkstoff, dessen magnetische Permeabilität derjenigen der Luft entspricht.
Hierunter fallen einige der bekannten rostfreien Stähle, Aluminium, Kupfer, Kunststoffe,
hydraulische Flüssigkeiten u.dgl. Solche Stoffe werden durch einen vorhandenen Magnetfluß
nicht beeinflußt.
[0053] Unter "magnetischer Luftspalt" ist ein Spalt im Magnetkreis zu verstehen, der mit
einem magnetisch unwirksamen (nichtdurchlässigen) Material gefüllt ist.
[0054] Der Ausdruck "Steuerelement" bezeichnet ein Teil oder eine Gruppe von einander zugeordneten
Teilen, die geeignet sind, die Verbindung des einen Anschlußkgngls zu der Steuerdruckkammer
relativ zu dem anderen Kanal zu drosseln, d.h. zu öffnen oder zu schließen. Mit Ausnahme
kurzzeitiger Vorgänge wird die Verbindung niemals vollständig geschlossen oder geöffnet
sein.
[0055] "Stellglied" bezeichnet einen Kolben, eine Scheibe, eine Membrane oder andere mechanische
Elemente, die in Abhängigkeit von Schwankungen des Drucks in der Steuerdruckkammer
ganz oder teilweise beweglich sind.
[0056] Unter der Bezeichnung "magnetisch empfindsames Material" ist wahlweise folgendes
zu verstehen: ein magnetisch wirksames Material; ein magnetisch unwirksames Material,
welches geeignet ist, permanent magnetisiert zu werden, wie z.B. Barium- oder Strontiumferrite
u.dgl., die eine magnetische Permeabilität von angenähert 1 haben, jedoch magnetisierbar
sind und in diesem Zustand durch ein Magnetfeld angezogen oder abgestoßen werden;
ein elektrisch leitendes Teil in Anwesenheit eines sich bewegenden, z.B. mehrphasigen
Magnetfeldes. Es ist von Bedeutung, daß das Steuerelement durch ein Magnetfeld zumindest
beeinflußbar ist.
[0057] Der Ausdruck "vollständig im Inneren der Kammer" bedeutet, daß kein Teil des Steuerelementes
oder ein starr hiermit verbundenes Teil durch die Wand der Steuerdruckkammer ragt
und somit unterschiedliche endseitige Druckkräfte an dem Steuerelement wirken. Das
Steuerelement ist demgemäß allseitig dem Druck in der Steuerdruckkammer ausgesetzt
und daher in dem Druckmedium schwimmend.
[0058] Der Ausdruck "Druckventile" umfaßt alle Druckmittelventile, bei denen zur Bestimmung
eines Druckes eine Kraft verwendet wird. Üblicherweise wird die Kraft von einer Feder
aufgebracht. Dieser Ausdruck umfaßt daher Überdruck- und Entlastungsventile, Folgeventile,
Druckreduzierventile, Ventile mit Kraft- und Gewichtsausgleich und Totpunkt- und Endlagenventile
uodgl. Ein Sonderfall eines solchen Ventils ist ein Mengenteilventil, welches den
Mengenstrom steuert durch Abtasten des Druckabfalls über einer Drossel und über eine
Vorspannfeder reagiert. Obwohl es den Durchfluß steuert, ist es in Wirklichkeit ein
Druckventil.
[0059] Der Ausdruck "Schieberventil" oder "Wegeventil" umfaßt Zweiwegeabsperrventile, 2/3-Wegeventile,
2/4-Wegeventile mit Federausgleich und 3/4-Wegeventile. Alle diese Ventile können
Meßschieber oder nicht-messende Schieber aufweisen, und sie können so ausgelegt sein,
daß in einer bestimmten Einstellposition entweder keine Öffnung oder sämtliche Öffnungen
geschlossen oder abgesperrt ist bzw. sind.
[0060] Im folgenden werden nur einige typische Ventile beschrieben, die in der erfindungsgemäßen
Weise ausgestaltet werden können. Es versteht sich aber, daß die Erfindung sich auch
bei Ventilen anderer Ausführungen, insbesondere den vorgenannten Ventilen, allgemein
verwenden läßt. Ferner wird die Erfindung nachfolgend im Zusammenhang mit hydraulisch
arbeitenden Vorrichtungen erläutert, bei denen als hydraulisches Druckmedium z.B.
Öl Verwendung findet. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Erfindung bei pneumatischen,
z.B, mit Druckluft arbeitenden Vorrichtungen zur Anwendung zu bringen.
[0061] Die Erfindung wird nachfolgend im Zusammenhang mit den in der Zeichnung dargestellten,
bevorzugten Ausführungsbeispielen näher erläutert. In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 im Längsschnitt, teilweise in Ansicht, einen magnetisch gesteuerten, einseitig
arbeitenden Kraftschalter oder Stellmotor gemäß der Erfindung;
Fig. 2 in größerem Maßstab einen Teilschnitt nach Linie 2-2 der Fig. 1;
Fig. 3 in größerem Maßstab einen Schnitt nach Linie 3-3 der Fig. 2;
Fig. 4 in einem schematischen Schaltdiagramm einen vereinfachten elektrischen Schaltkreis
zur Steuerung des Magnetfeldes der erfindungsgemäßen Vorrichtung;
Figo 5 in einem der Fig. 1 entsprechenden Schnitt einen doppeltwirkenden Stell- oder Servomotor
od. dgl.;
Fig. 5A in einem schematischen Schaltdiagramm einen elektrischen Stromkreis zur Speisung
der beiden Stromspulen des Geräts nach Fig. 5;
Fig. 6 in einer der Fig. 1 entsprechenden Schnittdarstellung ein weiteres bevorzugtes
Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei welchem der Kraftschalter bzw. der Stellmotor
ein Schieberventil betätigt;
Fig. 7 ebenfalls im Axialschnitt ein Ausführungsbeispiel, bei welchem der Kraftschalter
bzw. der Stellmotor ein Überdruckventil steuert;
Fig. 7A in größerem Maßstab einen Ausschnitt der Fig. 7 zur Darstellung der Lage der
Druckmittelnuten bei nicht vorhandenem Druckmitteldruck (voll ausgezogen) und bei
einem Druckmitteldruck (gestrichelt angedeutet);
Fig. 8 ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung im Axialschnitt, bei dem die
Betätigungsvorrichtung ein Durchflußregelventil steuert;
Fig. 8A eine der Fig. 7A entsprechende TeilschnittDarstellung der Ausführungsform
nach Fig. 8;
Fig. 9 ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem die Betätigungsvorrichtung
nach Art einer Ventilpatrone ausgebildet ist, die sich an einem mit Einlaß- und Auslaßkanälen
versehenen Gehäuseteil durch Verschrauben anschließen läßt.
[0062] Der in den Fig. 1 bis 3 dargestellte, magnetisch gesteuerte Stell- oder Servomotor
weist ein im wesentlichen aus zwei Teilen bestehendes Gehäuse, nämlich ein Kolbengehäuse
H und ein Steuerelementgehäuse M, auf. In dem Kolbengehäuse H ist als Stellglied ein
Differentialkolben angeordnet, der aus einem druckmittelbeaufschlagten Stellkolben
P und einem Hochdruckkolben Q besteht. Der die beiden Kolben P und Q umfassende Differentialkolben
ist in dem Gehäuse H verschiebbar geführt und weist einen Ausgangsschaft 0 auf. Mit
dem Kolben P ist ein Steuerkanalelement E beweglich. Ein Steuerelement C ist in dem
Gehäuse M gegenüber dem Steuerkanalelement E zumindest teilweise abgedichtet verschiebbar
gelagert. Das Steuerelement C ist in dem Gehäuse M mit Hilfe eines Solenoiden bzw.
einer Magnetspule S, die ein Magnetfeld erzeugt, verstellbar, wobei die Einstellung
in bestimmte Einstellpositionen abhängig ist von dem Erregungszustand der Magnetspule
S. Das Kolbengehäuse H besteht aus einem Block oder Zylinder aus Metall mit einem
zylindrischen Gehäuseraum mit der zylindrischen Innenwand 10 und einer axial mit dem
Gehäuseraum fluchtenden Kammer mit kleinerem Durchmesser, die von der zylindrischen
Innenwand 11 begrenzt wird. Am Übergang zwischen den koaxialen Räumen ist eine Schulter
12 gebildet, die einen linksseitigen Anschlag für den Kolben P bildet.
[0063] Der Hochdruckkolben Q gleitet mit seiner Mantelfläche 13 in Dichtanlage mit der Wand
11 und teilt die Kammer in eine auf seiner rechten Seite liegende Niederdruckkammer
15 und eine auf seiner linken Seite liegende Hochdruckkammer 16. Der Schaft 0 durchfaBt
eine Öffnung einer Schraubhülse 17 und ist in der Öffnung mittels einer Dichtung 14
abgedichtet. Die Schraubhülse 17 ist in das linke Ende der Druckkammer 16 eingeschraubt
und mittels eines 0-Ringes 18 abgedichtet. Eine Hochdruck-Einlafiöffnung 19, die mit
einem Innengewinde 20 für eine hydraulische Anschlußarmatur versehen ist, verbindet
die Hochdruckkammer 16 mit der Zuleitung eines hydraulischen Hochdruckmediums.
[0064] Der Stellkolben P gleitet mit seiner Umfangsfläche 21 in Dichtanlage an der zylindrischen
Wandung 10 des Gehäuses H. Auf der rechten Seite des Kolbens P befindet sich eine
Steuerdruckkammer 22. Seine linke Kolbenfläche 23 ist dem Niederdruckraum 15 zugewandt.
Der Niederdruckraum 15 ist über eine Auslaßöffnung 24, die ebenfalls mit einem Innengewinde
25 für eine Anschlußarmatur versehen ist, mit einem Rücklauf oder Sumpf od.dgl. verbunden.
[0065] Der Stellkolben P, welcher das hydraulische Arbeitsteil bildet, weist an seiner Umfangsfläche
21 mehrere Druckausgleichsnuten 26 auf. Die rechte Kolbenfläche 27 des Stellkolbens
P bildet eine Druckfläche, die der Steuerdruckkammer 22 zugewandt ist, während die
linke Kolbenseite 23 von dem Druck in dem Niederdruckraum 15 beaufschlagt wird. Die
Kolbenfläche 23 weist eine oder mehrere radiale Nuten 29 auf.
[0066] Der Hochdruckkolben Q dient zur Vorspannung des Stellkolbens P in Richtung auf die
Steuerdruckkammer 22. Er weist in herkömmlicher Weise eine oder mehrere Druckausgleichsnuten
32 an seiner Umfangsfläche 13 auf und ist mit einer vom Hochdruck in der Hochdruckkammer
16 beaufschlagten, ringförmigen Kolbenfläche 33 und einer dem Niederdruckraum 15 zugewandten
Kolbenfläche 34 versehen. Der Kolben Q ist entweder einstückig mit dem Stellkolben
P ausgebildet oder an diesem befestigt. Gleiches gilt für die Anordnung des Schaftes
0 an dem Kolben Q. Das äußere Ende des Schaftes E kann mit irgendeinem verstellbaren,
schaltbaren oder steuerbaren Gegenstand zusammenwirken. Die Querschnittsfläche des
Kolbens Q abzüglich der Querschnittsfläche der Stange 0 ist angenähert gleich der
halben Querschnittsfläche des Stellkolbens P.
[0067] Das Steuerelementgehäuse M besteht im wesentlichen aus einem Paar im Axialabstand
zueinander angeordneter, magnetisch wirksamer Teile 40 und 41 und einem zwischen diesen
liegenden magnetisch unwirksamen Teil 42, dessen beide Enden in dichtender Anlage
an den benachbarten Enden der Teile 50 und 41 liegen. Die dichtende Verbindung kann
in unterschiedlicher Weise, z.B. mittels O-Ringen oder, wie dargestellt, dadurch bewerkstelligt
werden, daß die Teile 40, 41 und 42 miteinander verfugt und verlötet werden. Die Teile
40, 41 und 42 bilden einen durchgehend zylindrischen Kanal 45 mit einer zylindrischen
Wändung 46. Der Kanal 45 bildet eine Verlängerung der Steuerdruckkammer 22 des Steuerelementgehäuses
H.
[0068] Das Teil 40 ist in das Stellkolbengehäuse H bei 48 eingeschraubt und mittels einer
O-Ringdichtung 49 abgedichtet.Die linke Stirnfläche 46 dieses Teils 40 bildet einen
rechtsseitigen Anschlag für den Stellkolben P, dessen Kolbenweg sP somit gleich dem
Abstand der Anschlagflächen 12 und 46 abzüglich der Axiallänge des Kolbens P ist.
Das Teil 40 weist in Nähe seines linken Endes einen Flansch 50 auf, der radial in
den Kanal 45 vorspringt und einen linksseitigen Anschlag 51 für das Steuerelement
C bildet. Das rechts liegende Ende des Kanals 45 ist von einem topfförmigen Schraubstopfen
60 verschlossen, der in das Teil 41 eingeschraubt und gegenüber diesem durch eine
O-Ringdichtung 61 abgedichtet ist. Der Schraubstopfen 60 kann aus einem magnetisch
wirksamen oder einem magnetisch unwirksamen Werkstoff bestehen.
[0069] Das Gehäuse M und der Teil des Gehäuses H, der auf der rechten Seite der Kolbenfläche
27 des Hoohdruckkolbens P liegt, bilden die Steuerdruckkammer. Das Teil 40 des Gehäuses
M weist einen radial nach außen vorspringenden Flansch 52 und das Teil 41 einen magnetsch
wirksamen Ring 53 als Gegenflansch im Axialabstand zu dem Flansch 52 auf. Die Magnetspule
S liegt zwischen diesen radialen Flanschen 52 und 53. Eine Hülse 55 aus magnetisch
wirksamem Material umschließt die Magnetspule S und verbindet die beiden radialen
Flansche 52 und 53 unter Überlappung mit diesen. Das Gehäuse M bildet demgemäß um
die Magnetspule S herum eine geschlossene magnetische Schleife, mit Ausnahme eines
magnetischen Luftspaltes, der von dem magnetisch unwirksamen Zwischenteil 42 gebildet
wird. Diese Gehäusegestaltung ist neu und von erfinderischer Eigenart.
[0070] Das Steuerkanalelement E besteht aus einer Stange aus magnetisch nicht-wirksamem
Werkstoff; es erstreckt sich von der rechten Seite der Kolbenfläche 27 des Stellkolbens
P axial nach rechts und ist mit einer zylindrischen Außenfläche 65 versehen. Das Steuerkanalelement
E kann einstückig mit dem Kolben P verbunden oder als gesondertes Teil gefertigt und,
wie z.B. in Fig. 5 dargestellt, am Kolben angeschlossen sein. Der Außendurchmesser
des Steuerkanalelements E beträgt zumindest angenähert 6,35 mm; er ist kleiner als
die innere Ringfläche des Flansches 50, so daß das Druckmedium hier einen freien Durchfluß
hat, wenn sich der Stellkolben P zusammen mit dem Steuerkanalelement E in dem Gehäuse
bewegt.
[0071] Die Hochdruckkammer 16 ist mit der Steuerdruckkammer 22 verbunden. Bei dem dargestellten
Ausführungsbeispiel wird die Verbindung über einen Axialkanal 70 bewirkt, welcher
sich von dem rechten Ende des Steuerkanalelements E durch den Stellkolben P und den
Kolben Q hindurch erstreckt und über einen Radialkanal 71 mit der Hochdruckkammer
16 in Verbindung steht. Der Kanal 70 kann von dem rechten Ende 72 her in das Steuerkanalelement
E gebohrt werden. Er ist hier mittels eines Stopfens 73 verschlossen.
[0072] Die Steuerdruckkammer 22 ist außerdem mit der Niederdruckseite verbunden. Dies geschieht
bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel über einen zweiten Axialkanal 75, der sich
von dem rechten Ende des Steuerkanalelementes E durch den Stellkolben P erstreckt
und hinter dem Stellkolben über einen Radialkanal 76 mit dem Niederdruckraum 15 verbunden
ist. Auch dieser Kanal kann von der rechten Seite her in das Steuerkanalelement E
gebohrt und hier mittels eines Stopfens 78 verschlossen werden.
[0073] Das Steuerkanalelement E weist an seiner zylindrischen Außenfläche ein Paar im Axialabstand
zueinander angeordneter Umfangsnuten 80 und 81 auf (Fig. 3), die durch einen Steg
82 getrennt sind, dessen axiale Länge angenähert gleich dem Hub s des Stellkolbens
P ist. Die Nut 80 ist mit dem Hochdruckkanal 70 über einen Radialkanal 84 verbunden,
während die Nut 81 über einen Radialkanal 86 an den Niederdruckkanal 75 angeschlossen
ist. Die Flanken 80', 80" der Nut 80 schneiden die Außenfläche 65 des Steuerkanalelements
E unter einem scharfen Winkel von vorzugsweise 90°, wodurch als Steuerkante ein scharfer
Winkel 87 gebildet wird. Die Nut 81 weist ebenfalls radiale Flanken 81' und 81" auf,
die mit der Außenfläche 65 scharfe Winkel 88 ausbilden.
[0074] Die Steuerdruckkammer 22 ist demgemäß über die im Axialabstand angeordneten, im wesentlichen
gleich ausgebildeten Nuten an der Außenfläche 65 des Steuerkanalelementes E und über
die genannten axialen Verbindungskanäle mit der Hochdruckseite und der Niederdruckseite
verbunden. Der Stellkolben und das Steuerkanalelement E sind in Richtung der Achse
des Kolbens P beweglich. Die Nuten 80 und 81 bilden Einlaß- und Auslaßöffnungen zu
bzw. von der Steuerdruckkammer 22. Sie weisen in eine Richtung senkrecht zur Bewegungsrichtung
des Steuerelementes C. Diese Anordnung des Stellkolbens P und des Steuerkanalelements
E ist ebenfalls neu und von erfinderischer Eigenart.
[0075] Das Steuerelement C, welches durch die Innenwandung 46 des Gehäuseteils M geführt
wird, hat die Aufgabe, den Ausfluß des Druckmediums aus der die Einlaßöffnung bildenden
Nut 80 zu drosseln und den Fluß des Druckmediums in die die Auslaßöffnung bildende
Nut 81 zu öffnen und umgekehrt. Die Bezeichnung "Auslaßöffnung" und "Einlaßöffnung"
bezeichnet hier die Richtung des Druckmittelflusses in bezug auf die Steuerdruckkammer
22.
[0076] Das Steuerelement C besteht aus einer Hülse, deren zylindrische Innenwand einen solchen
Durchmesser hat, daß ein enger Spalt bzw. ein Spiel f zu der Außenfläche 65 des Steuerkanalelementes
E vorhanden ist. An dieser zylindrischen Innenfläche der Hülse ist im wesentlichen
in der Hülsenmitte eine Steuernut 90 angeordnet, die über ein Paar diametral einander
gegenüberliegender Radialkanäle 91 mit der Außenseite der Hülse verbunden sind. Die
Radialkanäle 91 münden in Längsnuten 93 an der Außenseite der Hülse, welche zu den
Hülsenenden hinführen. Die Steuernut 90 weist vorzugsweise eine Axialabmessung, d.h.
eine Breite auf, die mindestens gleich dem Gesamthub s des Stellkolbens P ist. Bei
einem Hub s von z
oB. 15,8 mm sollte die Nutbreite mindestens etwa 19 mm betragen. Die Flanke 90' der
Steuernut 90 befindet sich in einem Abstand von dem linken Ende des Steuerelementes
C, der mindestens gleich dem maximalen Verstellweg des Steueielementes C nach rechts
und mindestens dem maximalen Hub des Kolbens P entspricht. Die beiden Flanken 90'
und 90" der Steuernut 90 befinden sich in einem Abstand, der geringfügig, z.B. 0,05
bis 0,1 mm kleiner ist als die Breite des Steges 82. Die Flanken 90' und 90" schneiden
die Innenfläche des Steuerelementes C rechtwinklig, d.h. unter Ausbildung scharfer
Steuerkanten 94 und 96, die den Steuerkanten 87 und 88 zugewandt sind und mit diesen
Drosseln 97 und 98 bilden, deren Drosselquerschnitt sich mit der Stellbewegung des
Druckelementes C gegenüber dem Steuerkanalele· ment E verändert.
[0077] Das Steuerelement C wird von einer Sohraubenfeder 95 mit einer kleinen Federkraft
von z.Bo 0,9 Kg nach links gedrückt, die sich mit ihrem einen Ende gegen die Bodenfläohe
des Schraubstopfens 60 und mit ihrem anderen Ende gegen das rechte Ende des Steuerelementes
C abstützt. Das linke Ende des hülsenförmigen Steuerelementes C stützt sich gegen
einen Ring 99 aus magnetisch unwirksamem Material ab, der seinerseits an der rechten
Stirnfläche 51 des Flansches 50 abgestützt ist. Der Ring 99 bildet einen magnetischen
Luftspalt zwischen dem Flansch 50 und dem Steuerelement C. Ein oder mehrere Radialnuten
99' in der sich gegen den Flansch legenden Fläche stellen eine Verbindung zwischen
den Druckkammern 45 und 22 her.
[0078] Die Nuten 80 und 81 sind von dem Stellkolben P in einem solchen Abstand angeordnet,
daß der Steg 82 gegenüber der Steuernut 90 ausgerichtet ist, wenn sich das Steuerelement
C in seiner dargestellten, linken neutralen Position befindet. Hierbei ist eine kleine
Überlappung der Nutkanten und demgemäß ein kleiner Leckstrom des Druckmediums durch
den Spalt f von der Hochdruckkammer über den Kanal 70 in die Steuernut 90 und dann
über den Kanal 75 zu der Niederdruckkammer 15 hin gegeben. Der Druck in der Nut 90
und in der Steuer druckkammer 22 liegt hier angenähert in der Mitte zwischen dem Hochdruck
und dem Niederdruok. Die Kolben P und Q sind druckausgeglichen.
[0079] Das rechte Ende 100 des hülsenförmigen Steuerelementes ist so ausgebildet, daß es
sich zum Hülsenende hin konisch verjüngt.
[0080] Das Steuerelement C weist zwischen seiner Außenfläche 103 und der Innenfläche 46
der Kammer 45 ein Spielel OK von 0,013 mm auf, damit das Steuerelement sich ohne nennenzwerte
Rebung in der Steuerdruckkammer radial bewegen kann. Wie Fig. 3 zeigt, besteht das
Steuerelement C aus einem magnetisch wirksamen Teil mit einem Außendurchmesser d und
einer äußeren Beschichtung 105 aus einem magnetisch nichtwirksamen Material mit einer
Dicke t, die erfindungsgemäß mindestens dem doppelten Spiel cx,etwa o,026 mm, entspricht.
Die Beschiohtung 105 kann aus jedem hierfür geeigneten, unmagnetischen bzw. magnetisch
unwirksamen Werkstoff, wie z.B. Kupfer, Messing, rostfreiem Stahl od.dgl., bestehen.
Vorzugsweise wird hierfür ein Kunststoffmaterial, insbesondere "Teflon" (Warenzeichen
der Firma DuPont Corporation) oder ein äquivalentes Kunststoffmaterial mit geringer
Reibungseigenschaft verwendet.
[0081] Die radialen Magnetkräfte an dem Steuerelement C wirken in den meisten Fällen geringfügig
exzentrisch, so daß das Steuerelement um etwa sein Bewegungsspiel so weit radial verstellt
wird, daß es sich mit seiner Außenfläche punkt-oder linienförmig gegen die Wandung
46 legt. Es ist bekannt, daß, wenn zwei magnetisch wirksame Flächen durch ein Magnetfeld
gegeneinandergezogen werden, die Magnetkräfte bei Annäherung des magnetischen Luftspaltes
gegen Null nach einer asymptotischen Kurve auf einen Maximalwert ansteigen. Durch
die Verwendung der magnetisch unwirksamen Umhüllung oder Beschichtung in der genannten
Stärke wird das Verhältnis des maximalen Luftspaltes zwischen den magnetisch wirksamen
Flächen zu dem geringstmöglichen Luftspalt so eingestellt, daß es niemals den Wert
2:1 übersteigt. Die zwischen der Außenfläche des Steuerelementes C und den Innenflächen
der magnetisch wirksamen Teile 40 und 41 wirkenden Radialkräfte werden auf diese Weise
begrenzt. Das Spiel f zwischen der Innenfläche des Steuerelements C und der Außenfläche
65 des Steuerkanalelements E ist vorzugsweise mindestens gleich dem Spiel u, um zu
verhindern, daß die genannten Radialkräfte das Steuerelement C in Reibanlage gegen
das Element E ziehen.
[0082] Das Steuerelement C wird durch die Vorspannkraft der Feder 95 in Anlage gegen den
Abstandsring 99 und den Anschlag 50 gedrückt. In dieser Funktion sind die Nuten 80
und 81 gegenüber der Steuernut 90 normalerweise um das gleiche Maß gedrosselt. Die
Breite bzw. Axialabmessung der Nut 90 ist vorzugsweise mindestens gleich dem Hub des
Kolbens P und dem Hub des Steuerelements C, so daß die Steuernut 90 stets in Verbindung
mit der Nut 81 steht, auch dann, wenn sich das Steuerelement C in seiner äußersten
rechten Position und der Kolben P in seiner äußersten linken Position befindet.
[0083] An den Drosselstellen 97 und 98 stellt sich ein erheblicher Druckabfall ein. Selbst
in der Null- oder Neutralposition ergibt sich ein kontinuierlicher Druckmittelfluß
durch die Drosselstellen, der unmittelbar proportional den Durchflußquerschnitten
der beiden Drosseln ist. Der Durchflußquerschnitt jeder Drossel ist gleich dem Spalt
f, multipliziert mit dem Umfang des Steuerkanalelementes E. Der Durchmesser des letzteren
wird so weit, wie dies im Hinblick auf die Anordnung der Kanäle 70, 75 möglich ist,
eingestellt. Vorzugsweise beträgt der Durchmesser des Steuerkanalelementes E etwa
6,35 mm, was unter Zugrundelegung des genannten Spiels einen Außenquerschnitt ergibt,
der kleiner ist als bisher bei Linear-Servomotoren für möglich gehalten wurde, bei
denen ein genuteter Schieber verwendet wurde, der sich in einem mit Öffnungen versehenen
Kolben bewegt. Infolgedessen wird erfindungsgemäß eine geringere Null-Leckage erhalten.
Außerdem ergibt sich eine verbesserte Passung der Elemente bei kleineren Fertigungsteleranzen
und verbesserter Konzentrizität.
[0084] Anstelle der in das stangenförmige Steuerkanalelement E eingebohrten Kanäle 70 und
75 können diese auch durch konzentrisch ineinanderliegende Rohre gebildet werden,
von denen das innere die Verbindung zur Hochdruckseite und der Ringraum zwischen den
Rohren die Verbindung zur Niederdruckseite herstellt.
[0085] Die Magnetspule S weist vorzugsweise mehrere Lagen an Kupferdrähten auf, die in einem
Isoliermedium eingekapselt sind. Ihre Ausgangsdrähte 110x und 111x sind durch Isolierungen
in der Mantelhülse 55 herausgeführt. Für die elektrische Stromversorgung der Magnetspule
S können elektrische Stromquellen unterschiedlicher Art Verwendung finden, die den
im Hinblick auf die Anzahl der Spulenwindungen erforderlichen Strom liefern. In einigen
Fällen ist es angebracht, eine Wecheelstromquelle oder eine Kombination einer Wechselstromquelle
mit einer Gleichstromquelle zu verwenden. Die geringfügige Schwingung des resultierenden
Flusses hat hierbei einen geringfügigen Vibrationseffekt auf das Steuerelement C,
welcher dazu beiträgt, ein Kleben bzw. Festsetzen des Steuerelementes zu unterdrücken
und außerdem die durch das Festsetzen des Steuerelementes bewirkte Hysterese zu beseitigen.
Fig. 4 zeigt schematisch eine Stromquelle 115x, die eine Wechselstromquelle, eine
von einer Wechselstromquelle überlagerte Gleichstromquelle oder eine Gleichstromquelle
ist, zusammen mit einem Potentiometer 116 X, dessen Außenansohluß 117X über einen
Leitungsdraht 118X mit dem einen Ausgang der Stromquelle verbunden ist. Der andere
Anschluß 119X des Potentiometers ist über einen Leitungsdraht 120X und einen veränderlichen
Widerstand 121X sowie einen Leitungsdraht 111X zu dem anderen Ausgang der Stromquelle
geführt. Die Magnetspule S ist über einen Leitungsdraht 110X mit dem Potentiometerarm
126X verbunden, während der andere Anschluß 127X der Magnetspule an den Leitungsdraht
111X angeschlossen ist. Bei Verstellung des den Potentiometerabgriff bildenden Potentiometerarms
126X wird der die Magnetspule S durchfließende Strom von einem durch den Widerstand
121X bestimmten Minimalwert auf einen von dem Widerstand der Magnetspule S und der
Spannung der Stromquelle bestimmten Maximalwert verändert.
[0086] Die Stromquelle könnte auch aus einem Computer oder irgendeiner anderen Quelle bestehen,
mit der sich an der Magnetspule S ein amaloges elektrisches Signal anlegen läßt.
[0087] Der die Magnetspule S durchfließende Strom erzeugt einen Magnetfluß über das magnetisch
wirksame Teil 40 zu dem ebenfalls magnetisch wirksamen Steuerelement C, welches den
von dem Teil 105 gebildeten Luftspalt überbrückt, zu dem magnetisch wirksamen Teil
41 hin. Bei steigendem Magnetfluß wird das Steuerelement C gegen die Rückstellkraft
der Feder 95 nach rechts gezogen, wodurch der magnetische Luftspalt geschlossen wird.
[0088] Der veränderliche Widerstand 121X hält einen geringfügigen Vorspannztrom in der Magnetspule
S aufrecht, wenn der Potentiometerarm 126Xsich in der dargestellten Position der Mindesterregung,
d.h. in Kontakt am Außännnsahluß 119X, befindet, so daß das Steuerelement C mit einer
Kraft nach rechts gezogen wird, die geringfügig kleiner ist als die geringstmögliahe
Vorspannkraft der Feder 95.
[0089] Aufgrund der konischen Verjüngung 100 des Steuerelementes C können die magnetischen
Kräfte, welche das Steuerelement C bei jedem Erregerstrom nach rechts zu ziehen suchen,
über den gesamten Verstellbereich des Steuerelementes C hinweg im wesentlichen konstant
gehalten werden. Dies bedeutet, daß eine verhältnismäßig flache Kraft-Wegkurve für
das Steuerelement erhalten wird. Da die Schraubenfeder 95 eine deutlich ansteigende
Kraft-Wegkurve hat, schneiden sich die beiden Kurven an einem genau definierten Punkt,
so daß sich das Steuerelement C bei jedem Erregerstrom in der Magnetspule S stets
in eine genau vorbestimmte Position innerhalb der Kammer einstellt.
[0090] Zum Verständnis der Arbeitsweise der vorstehend beschriebenen Vorrichtung ist es
nützlich, das Zusammenwirken des Steuerelementes C und des Steuerkanalelementes E
bei ihrer Bewegung relativ zueinander und die Bewegung der Kolben P und Q aufgrund
der auf sie wirkenden Kräfte zu beleuchten.
[0091] Wenn sich das Steuerelement
C gegenüber dem Steuerkanälelement E bewegt, wird der Durchströmquerschnitt am Übergang
von der Nut 80 zu der Steuernut 90 erhöht oder vermindert im Verhältnis zu dem Stellweg,
während die Verbindung der Nuten 90 und 81 in ihrem Querschnitt im umgekehrten Sinn
verändert wird. Das Zusammenwirken der Nuten ist vergleichbar einem Paar veränderlicher
Ventile oder Drosseln, die in Reihe zwischen Hochdruck und Niederdruck geschaltet
sind, wobei die Steuernut 90 einen Zwischenkanal zwischen den Nuten bildet und unter
einem Zwischen- oder Steuerdruck steht. Der Durchfluß durch eine Drossel ist unmittelbar
proportional dem Drosselquerschnitt und der Quadratwurzel des Druckabfalls über die
Drossel. Da der Durchfluß durch zwei hintereinandergeschaltete Drosseln genau gleich
groß ist, muß sich der Druck in der Zwischenverbindung, d.h. in der Nut 90 zwischen
den beiden Drosselventilen, zwangsläufig im Sinne einer Druckerhöhung oder Druckverminderung
verändern, um die Bedingung der gleichmäßigen Durchströmung der beiden Drosseln zu
erfüllen. Der Druck in der Nut 90 wird über die Nut 99' in die Steuerkammer 22 übertragen.
Er wirkt hier im Sinne einer Verschiebung des Stellkolbens B nach links mit einer
Kraft, die der druckbeaufschlagten Fläche des Stellkolbens P, multipliziert mit der
Druckhöhe, ist.
[0092] In Gegenrichtung wirkt auf die Kolbenfläche 33 des Hochdruckkolbens Q und damit auf
den Stellkolben der Hochdruck. Da die Kolbenfläche 33 um z.B. 50 % kleiner ist als
die druckbeaufschlagte Fläche des Stellkolbens P, übt der Hochdruck eine Kraft aus,
die den Kolben P nach rechts zu verschieben sucht. Wenn diese Kräfte zuzüglich oder
abzüglich irgendwelcher äußeren Kräfte an dem Ausgangsschaft 0 nicht im gleichgewicht
stehen, bewegen sich die Kolben in Richtung der höheren Kraft, bis der Gleichgewichtszustand
hergestellt ist.
[0093] Aufgrund der mechanischen Verbindung des Steuerkanalelements E mit den Kolben führt
jede Kolbenbewsgung zu einer Veränderung der Verbindung der beiden vorgenannten Ventile
oder Drosseln, bis der Druck in der Steuerdruckkammer 22 auf die Kolbenfläche 27 des
Stellkolbens eine nach links gerichtete Kraft ausübt, die genau gleich der Kraft ist,
welche der Hochdruck am Kolben Q bewirkt, züzüglich bzw. abzüglich etwaiger von außen
an dem Schaft 0 wirkender Kräfte.
[0094] Sehr geringe relative Veränderungen der Öffnungsquerschnitte bzw. der Drosselquerschnitte
führen zu großen Änderungen des Drucks in der Steuernut 90 und damit in der Steuerdruckkammer
22. Die Kolben folgen stets unverzüglich der Bewegung des Steuerelementes C nach rechts
oder links bei Ver- ände des Erregungszustandes der Magnetspule S. Große Schwankungen
der an dem Schaft 0 wirkenden Außenkräfte, d.h. entweder Zug- oder Druckkräfte, führen
zu großen Druckänderungen in der Steuerdruckkammer 22 bei nur sehr geringen Kolbenbewegungen
von z.B. 0,025 mm.
[0095] Fig. 1 zeigt den Stell- oder Servomotor bei maximalem Druck des Druckmediums und
bei nahezu Null-Erregerstrom. In diesem Zustand steht die Nut 80 unter Hochdruck und
die Nut 81 unter Niederdruck. Die beiden Nuten 80 und 81 sind gegenüber der Steuernut
90 um dasselbe Maß gedrosselt. Der Druckabfall von der Nut 80 zur Nut 90 und von letzterer
zu der Nut 81 ist somit derselbe. Der Druck in der Nut 90 und in der Steuerdruckkammer
22 liegt daher genau in der Mitte zwischen dem Hochdruck und dem Niederdruck. Da die
Größe der Kolbenfläche 27, welche die Querschnittsfläche des Steuerkanalelementes
E einschließt, doppelt so groß ist wie die Größe der Kolbenfläche 33, sind die Druckkräfte
ausgeglichen. Die Kolben P, Q und das Steuerkanalelement E befinden sich daher in
ihrer äußersten linken Position.
[0096] Wird nun die Magnetspule S durch Verstellen des Potentiometerarms 126X des Potentiometers
116 nach links erregt, so erhöht sich der die Magnetspule S durchfließende Strom und
entsprechend der Magnetfluß in den magnetisch wirksamen Teilen 40 und 41 mit der Wirkung,
daß das Steuerelement C sich gegen die Rückstellkraft der Feder 95 nach rechts bewegt.
Bei dieser Stellbewegung läuft die Steuernut 90 von der Nut 80 fort in Richtung auf
die Nut 81. Infolgedessen stellt sich zwischen den Nuten 80 und 90 ein größerer Druckabfall
und zwischen den Nuten 90 und 81 ein verminderter Druckabfall ein. Der Anstieg der
Drosselwirkung zwischen den Nuten 80 und 90 hat die Tendenz, den Druck in der Steuerdruckkammer
22, 45 zu vermindern,und damit die Druckwirkung auf den Kolben P im Sinne seiner Verschiebung
nach links. Die auf den Kolben Q nach rechts wirkenden Kräfte bleiben dieselben. Die
Kolben P, Q und das Steuerkanalelement E bewegen sich daher nach rechts, bis die Druckkräfte
an diesen drei Elementen wieder exakt im Gleichgewichtszustand sind. Wird das Steuerelement
C weiter nach rechts verstellt, so fällt der Druck in der Steuernut 90 und in der
Steuerdruckkammer 22 weiter ab mit der Folge, daß sich die Kolben Q, P und das Steuerkanalelement
E weiter nach rechts bewegen und damit die an den Kolben P, Q und dem Steuerkanalelement
E wirkenden Kräfte im Gleichgewichtszustand halten.
[0097] Bei Abwesenheit von Außenkräften an dem Schaft 0 bleibt bei einem konstanten Hochdruck
der Druck in der Steuerdruckkammer konstant. Das einzige, was sich ändert, ist die
Position der Kolben, des Steuerkanalelements E und des Schaftes 0, wenn diese der
Stellbewegung des Steuerelements C folgen.
[0098] Extrem kleine relative Bewegungen der Nuten 80, 81 gegenüber der Steuernut 90 können
große Druckänderungen hervorrufen. Die Drücke in der Steuerdruckkammer 22 reichen
von nahezu Hochdruck bis nahezu Niederdrnck bei sehr geringer Bewegung der Kolben
P und Q von z.B. 0,025 mm, um die Wirkung der von außen an dem Schaft 0 wirkenden
Kräfte auszugleichen.
[0099] Bei einem Versagen der elektrischen Stromzuführung bewegt sich das Steuerelement
C unter der Rückstellkraft der Feder 95 in die linke Neutralposition, wobei die Kolben
P und Q sich automatisch in die in Fig. 1 gezeigte linke Position einstellen.
[0100] Fig. 5 zeigt einen doppeltwirkenden Stell- bzw. Servomotor oder Kraftschalter, der
im Aufbau weitgehend demjenigen nach den Fig. 1 bis 3 entspricht. Übereinstimmende
Teile sind mit denselben Bezugszeichen belegt, während funktionell übereinstimmende,
jedoch baulich geänderte Teile die mit einem Indexstrich versehenen Bezugszeichen
des Ausführungsbedspiels nach den Fig. 1 bis 3 tragen.
[0101] Bei dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 ist das Steuerkanalelement E' radial beweglich
mit dem Stellkolben
P' verbunden, um etwaige Fluchtungsfehler der beiden miteinander verbundenen Gehäuseteile
auszugleichen. Das linke Ende 108 des Steuerkanalelementes E' greift mit Spiel in
eine Bohrung 110 am rechten Ende des Stellkolbens P' und ist in dieser Bohrung mittels
einer weich-flexiblen Druckdichtung 110 abgedichtet. Das Steuerkanalelement E
I weist im Axialabstand von seinem Ende 108 einen Flansch 121 auf, der ebenfalls eine
weich-flexible Druckdichtung 111 trägt, die in Dichtanlage an der Innenwand einer
Gegenbohrung steht. Das linke Ende 108 zwischen diesen Dichtungen 110 und 111 weist
eine umlaufende Nut 113 auf, die über einen Radialkanal 114 mit dem linken Ende des
Kanals 75
t verbunden ist. Diese Nut 113 ist über einen Kanal 116, welcher diagonal durch den
Kolben P' hindurchgeführt ist, mit der Kolbenseite 123 und damit mit dem Teil 115
der Niederdruckkammer 15 verbunden. Die Sicherung des linken Endes 108 des Steuerkanalelements
E' in der Bohrung 107 erfolgt mittels eines Halteringes 120, der sich gegen eine Schulterfläche
des Flansches 121 abstützt und der seinerseits von einem Sprengring 124 gehalten wird,
der in einer Nut der Kolbenbohrung sitzt.
[0102] Der Flansch 121 hat eine Fläche, die doppelt so groß ist wie die Stirnfläche 108.
Er ist daher relativ zu dem Kolben P' druckausgeglichen.
[0103] Die radial bewegliche Verbindung des Steuerkanalelements E' mit dem Stellkolben in
der vorstehend beschriebenen Weise oder in anderer Ausführung läßt sich bei allen
in der Zeichnung gezeigten Ausführungsformen vorsehen.
[0104] Der Servomotor nach Fig. 5 weist außerdem ein Paar im Axialabstand zueinander angeordneter
Magnetspulen S und S' sowie ein Paar magnetisch nicht-wirksamer Teile 42, 42
1 im Inneren der Magnetspule auf, zwischen denen das magnetisch nicht-wirksame Teil
42 liegt, welches mit einem Radialflansch 43
1 od.dgl. versehen ist, der zwischen den beiden einander zugewandten Enden der Magnetspulen
S und S' liegt. Beide Magnetspulen S und S' haben daher jeweils einen Magnetkreis,
der bis auf den von den Teilen 42, 42
t gebildeten magnetischen Luftspalt über das Steuerelement C' geschlossen ist.
[0105] Das Steuerelement C' entspricht dem Steuerelement C der Fig. 1 mit der Ausnahme,
daß hier auch sein linkes Ende 100' konisch-verjüngend ausgebildet ist.
[0106] Die magnetisch wirksamen Teile 40 und 41 sind mit einem um etwa 0,25 mm größeren
Durchmesser gegengebohrt, um links und rechts Schultern zu bilden, deren Abstand um
vorzugsweise etwa 0,25 mm größer ist als die axiale Länge des Steuerelementes C'.
Ein geschlitzter Sprengring 128 sitzt in einer Nut an der Fläche dieser Gegenbohrung
und bildet einen Stützring 129 aus rostfreiem Stahl für eine Feder 95'. Der Sprengring
128 ist so angeordnet, daß unter Berücksichtigung der Dicke des Stützringes 129 der
Abstand der linken Fläche 130 des Stützringes von der Schulter derselbe ist wie der
Abstand der Bodenfläche des topfförmigen Schraubstopfens 60 von der rechten Schulter.
In jeder der beiden Gegenbohrungen sitzt ein Stützring 132 bzw. 133, der in der betreffenden
Gegehbohrung beweglich ist und sich gegen die zugeordnete Schulter abstützen kann.
Die zu beiden Seiten des Steuerelementes C' angeordneten Schraubenfedern 95 und 95'
drücken die Stützringe 132, 133 gegen die genannten Schultern. Die Federn sind vorzugsweise
von gleicher Ausbildung; sie stehen unter einer geringen Anfangsdruckvorspannung von
z.B. etwa 0,95 Kg. Die Federn 95 und 95' brauchen hierbei nicht genau identisch zu
sein, um die Nut 90 des Steuerelements C' gegenüber den Nuten 80 und 81 in ihre Mittellage
einzustellen. Wenn das Steuerelement C' durch Erregung einer Magnetspule verstellt
wird, stellt sich ein geringer Totpunkt in der Bewegung des Steuerelements ein, bevor
die Erregung der Magnetspule einen Wert erreicht, bei welchem diese Anfangsdruckkraft
überwunden und das Steuerelement C' verstellt wird.
[0107] Fig. 5A zeigt schematisch in einem Schaltdiagramm eine Stromquelle zur Stromversorgung
der beiden Magnetspulen S und S'. Ein Potentiometer mit einem Widerstandeelement 142
ist mit seinen Außenanschlüssen über Leitungen 141, 143 mit den Klemmen einer Batterie
146 und mit den beiden Magnetspulen S, S' verbunden. Der den Abgriff bildende Potentiometerarm
144 ist an die beiden anderen Anschlüsse der Magnetspulen S, S' über eine Leitung
145 angeschlossen. Der Potentiometerarm 144 wird von (nicht dargestellten) Federn
in eine Mittellage eingestellt, in der beide Magnetspulen S, S' gleich, jedoch mit
einem Minimalerregerstrom und mit entgegengesetzter magnetischer Polarität beaufschlagt
werden, so daß sie auf das Steuerelement C' gleiche, jedoch in entgegengesetzter Richtung
wirkende Kräfte ausüben, die das Steuerelement in seiner Mittel- oder Neutralposition
halten.
[0108] Die Arbeitsweise der Magnetspulen S, S' im Zusammenwirken mit dem Steuerelement C'
entspricht im wesentlichen dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1. Wird die Magnetspule
S stärker erregt als die Magnetspule S', so verstellt sich das Steuerelement C' und
mit ihm das Steuerkanalelement E
I und der Stellkolben P' nach links. Bei Stromausfall gelangt das Steuerelement C'
unter der Wirkung der Feder 95, 95
1 wieder in seine dargestellte neutrale Mitteilage. Da die Fedem95, 95' unter einer
Anfangsvorspannung stehen, muß der Potentiometerarm 144 über einen kleinen Bogenweg
in der einen oder anderen Richtung verstellt werden, bevor die an dem Steuerelement
C' wirkende Magnetkraft die Anfangsvorspannung übersteigt und die Stellbewegung des
Steuerelements auslöst. Auf diese Weise wird in der Steuerung ein geringer Null- oder
Totpunkt geschaffen.
[0109] Mit den in den Fig. 1 bis 4 beschriebenen Ausführungsformen wird demgemäß ein einfach
wirkender oder ein doppeltwirkender, elektrisch steuerbarer und druckmittelbetätigter
Stell-oder Servomotor od.dgl. geschaffen, bei welchem das einzige Element, welches
aus der Druckkammer herausgeführt ist, der Schaft 0 ist. Die Position dieses Stellorgans
läßt sich mit Hilfe eines analogen elektrischen Stroms in der bzw. in einer der Magnetspulen
leicht steuern. Die Magnetspulen erzeugen einen magnetischen Kraftfluß, unter dessen
Wirkung sich das vollständig im Gehäuse befindliche Steuerelement gegenüber Einlaß-
und Auslaßkanälen verstellt, die eine Steuerdruckkammer mit der Hochdruckseite und
der Niederdruckseite verbinden. Durch Verstellung des Steuerelementes gegenüber diesen
Ein- und Auslaßkanälen wird der Druckabfall zwischen den Kanälen und der Steuerdruckkammer
verändert. Der Differentialkolben wird unter der Wirkung der an ihm wirkenden Differentialdrücke
so gesteuert, daß er der Stellbewegung des Steuerelements genau folgt. Der Kolben
wird dann unabhängig von etwaigen Änderungen der an dem Ausgangsschaft wirkenden äußeren
Kräfte exakt in seiner Position gehalten.
[0110] Fig. 6 zeigt den elektrohydraulisshen Stellantrieb nach Fig. 5 in Verbindung mit
einem ferngesteuerten Schieberventil. Letzteres umfaßt ein kombiniertes Ventil- und
Kolbengehäuse A, ein die Steuerdruckkammer bildendes Gehäuse B, einen Arbeits- oder
Stellkolben N, welcher den Schieber D des Ventils betätigt, einen Hochdruckkolben
L, eineSteuerkanalelement K, ein Steuerelement F und ein Paar Magnetspulen S, S',
mit denen das Steuerelement F wahlweise nach rechts oder nach links verstellt und
damit über den Stellkolben N der Schieber D nach rechts oder nach links verschoben
werden kann.
[0111] Das Gehäuse A weist einen länglichen Zylinderraum 610 mit der zylindrischen Innenwand
611 auf, an welcher sich der Stellkolben N führt, sowie mehrere mit Einlässen versehene,
über Dichtstege getrennte Gehäusekammern, und zwar von rechts nach links: eine Niederdruckkammer
613, einen schmalen Gehäusesteg 614, eine Auslaß-EinlaBkammer 615, einen breiten Gehäusesteg
616, eine Einlaß-Druckkammer 617, einen breiten Gehäusesteg 618, eine Einlaß-Auslaßkammer
619, einen schmalen Gehäusesteg 620 und eine Niederdruckkammer 621. Die Kammern weisen
sämtlich dieselbe axiale Breite auf, während die breiten Gehäusestege die doppelte
Breite haben wie die schmalen Gehäusestege. In Verbindung mit der Niederdruckkammer
621 steht eine Zylinderkammer 625, deren Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser
der verschiedenen Gehäusestege und der Kammer 610. Das linke Ende der Kammer 615 ist
von einer Stopfenschnaube 628 unter Einschaltung einer 0-Ringdichtung 629 verschlossen.
Ein Innenkanal 633 verbindet die Niederdruckkammern 621 und 613. Die Kammer 613 weist
eine Einlaßöffnung 634 mit einem Innengewinde für den Anschluß einer Leitungsarmatur
auf. Über die Öffnung 634 ist die Kammer 613 normalerweise mit der Niederdruckseite
bzw. dem Rücklauf oder einem Sumpf od.dgl. verbunden.
[0112] Die Kammer 615 weist eine Gehäuseöffnung 640 mit einem Innengewinde für eine Anschlußarmatur
auf, über welche die Verbindung mit einer zu betätigenden Druckmittelvorrichtung hergestellt
wird. Die Einlaßkammer 617 ist mit einer Einlaßöffnung 642 mit Innengewinde für eine
Anschlußarmatur versehen und wird mit einer Druckquelle verbunden, die ein Hochdruckmedium
mit konstantem Volumen liefert. Die Kammer 619 weist einen Anschluß 644 mit Innengewinde
für eine Anschlußarmatur auf und wird über diesen Anschluß mit dem anderen Anschluß
der druckmittelbetätigten Vorrichtung verbunden.
[0113] Der Schieber D weist ein Paar flindrischer Schieberkolben 650 und 651 auf, deren
Axialabstand gleich dem Abstand der beiden Einlaß-Auslaß-Druckkammern und einer Länge
entsprechend der Breite der Kammern zuzüglich der Breite eines breiten Gehäusesteges
ist. Der Schieberkolben 650 steht entweder mit dem Gehäusesteg 614 oder mit dem Gehäuseseg
616 in Kontakt, während der Schieberkolben 651 entweder an dem Gehäusesteg 618 oder
am Gehäusesteg 620 anliegt. Die Kolben 650 und 651 weisen jeweils ein Paar konischer,
gedrosselter Kanäle 654, 655 an jedem Ende auf, die sich in Richtung auf das Kolbenende
vertiefen, um einen ständigen Einlaßdruck und einen begrenzten Druckmitteldurchfluß
von z.B. 113 1/min. durch das Ventil aufrechtzuerhalten. Der Einlaßdruck ändert sich
innerhalb weiter Grenzen, wenn die Last an der gesteuerten 'Vorrichtung sich ändert.
Die Nuten 654 und 655 sind in Fig. 6 an dem Kolben 650 im Querschnitt und an dem Kolben
651 in Draufsicht dargestellt.
[0114] Der Hochdruckkolben L ist einstückig mit dem linken Ende des Schiebers D verbunden
und gleitet in Dichtanlage an der Wandung der Kammer 625. Er bildet in dieser Kammer
eine Hochdruckkammer 661, die links durch den Schraubstopfen 628 verschlossen ist.
Der Schieber weist einen im Durchmesser verjüngten Schaft 662 auf, welcher einen Druckmittelkanal
bildet, der die Kammer 619 mit der Niederdruckseite verbindet, wenn der Schieber D
nach rechts verschoben wird. In gleicher Weise ist der Schieber D mit einem im Durohmesser
verjüngten Schieberteil 665 versehen, welches einen mit dem Gehäuseraum 610 in Verbindung
stehenden Kanal 666 bildet, über den bei Bewegung des Schiebers D nach links die Kammern
615 und 616 verbunden werden. Schließlich weist der Schieber ein die Kolben 650 und
651 verbindendes, im Durchmesser verjüngtes Schaftteil 657 mit einem diametralen Querkanal
656 auf, über welchen der Einlaßdruck in der Kammer 617 mit einem Axialkanal 658 in
Verbindung steht, der sich längs durch den Schieber D erstreckt und eine Verbindung
einerseits zu der Hochdruckkammer 661 und andererseits zu der rechten Seite des Schiebers
D herstellt.
[0115] Der Kolben N ist vorzugsweise einstückig mit dem Schieber D verbunden; er weist mehrere
im Axialabstand angeordnete umlaufende Druckausgleichsnuten 670 und eine diese schneidende
axial verlaufende Nut 671 auf, die sich von der linken Kolbenfläche 672 zur rechten
Kolbenfläche 673 erstreckt. Die sich schneidenden Nuten 671, 670 bilden eine Vielzahl
rechtwinkliger Drosselstellen und im Zusammenwirken einen Drosselkanal, der sich von
der Steuerdruckkammer zu der Niederdruckkammer hin erstreckt, wie dies im einzelnen
im Zusammenhang mit den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 7 und 8 noch beschrieben
wird.
[0116] Das Steuerkanalelement K ist in der im Zusammenhang mit Fig. $ beschriebenen Weise
mit dem Kolben N verbunden. Da die Steuerdruckkammer mit der Niederdruckseite hier
über die Drossel 671 verbunden ist, braucht hier in dem Steuerkanalelement K nur ein
einziger Hochdruck-Verbindungskanal 675 vorgesehen zu werden. Dieser Kanal 675 erstreckt
sich axial durch das Steuerkanalelement K hindurch bis zu einem Verschlußstopfen 676
am rechten Ende desselben. Eine Nut 678 an der Außenfläche 679 des Steuerkanalelementes
K ist über radial gebohrte Öffnungen 680 mit dem Axialkanal 675 verbunden. Die Nut
678 weist radial stehende Flanken 678' und 678" auf.
[0117] Das Steuerelement F entspricht im wesentlichen dem Steuerelement C' der Fig. 5. Es
weist hier eine Umfangsnut 681 an seiner Innenfläche auf, die über Querkanäle 683
mit einer Längsnut 682 an der Außenseite des Steuerelementes in Verbindung steht,
so daß das Hochdruckmedium in der Einlaßkammer 617 über die Öffnungen 656, den Axialkanal
658, den Axialkanal 675, die Radialkanäle 680, die Nut 678, die Nut 681, den Radialkanal
683 und die Nut 682 mit der Steuerdruckkammer verbunden ist.
[0118] Die Nut 678 ist hier so angeordnet, daß ihre rechte Nutflanke 678" und die linke
Flanke der Nut 681 sich geringfügig Ubergreifen, wenn sich das Steuerelement F in
seiner dargestellten Mittellage befindet, bei der die Magnetspulen S und S' nicht
erregt sind. Das Maß der Überlappung dieser Nuten ist abhängig von der Drosselung
in der zum Auslaß führenden Nut 671 und dem Spalt f (Fig. 3). Der Kolben N bewegt
die Nuten relativ zueinander, so daß der Durchfluß durch diese Nuten gleich dem Durchfluß
durch die Nut 671 ist.
[0119] Der über den Kanal 658 in der Hochdruckkammer 661 wirkende Hochdruck wirkt auf die
rechte Kolbenfläche 660 des Hochdruckkolbens L. Die veränderlichen Drücke in der Steuerdruckkammer
wirken auf die linke Kolbenfläche des Kolbens N. Der Kolben N bewegt die Nut 678 relativ
zu der Nut 681 im Sinne eines Öffnens oder Schließens der Verbindung des Kanals 675
gegenüber der zu der Niederdruckseite führenden Verbindung, bis die Druckkräfte am
Kolben N und am Kolben L des Ventilschiebers D im Gleichgewicht stehen.
[0120] Bei Erregung der Magnetspule S bewegt sich das Steuerelement F nach rechts, wodurch
der Druck in der Steuerdruckkammer die Tendenz hat, sich zu verringern. Der Kolben
N und der Schieber D folgen dem Steuerelement F und halten diesen Druck konstant.
Bei dieser Bewegung des Schiebers D wird die Druckmittelverbindung zu der Gehäuseöffnung
640 hergestellt. Wird andererseits die Magnetspule S' erregt, so verschiebt sich das
Steuerelement F nach links, wobei der Kolben N und der Schieber D ebenfalls eine Bewegung
nach links ausführen, so daß die Druckmittelverbindung zu der Gehäuseöffnung 644 hergestellt
wird. Druckänderungen in der Einlaßöffnung 642 erzeugen proportionale Druckänderungen
in den Hochdruck-und Steuerdruckkammern und beeinträchtigen daher nicht den Kraftausgleich
am Kolben N und am Schieber D.
[0121] Bei einem Ausfall der elektrischen Stromversorgung stellt sich das Steuerelement
F wieder in die neutrale Mittellage gemäß Fig. 6 zurück, wodurch auch der Schieber
D automatisch in seine neutrale Mittellage zurückkehrt.
[0122] Bei diesem Ausführungsbeispiel sind die Federn 95 und 95' so ausgebildet, daß ihre
freie, unbelastete Länge größer ist als die Einbaulänge innerhalb der Steuervorrichtung.
Die Federn üben daher über ihre Stützringe eine Anfangsvorspannkraft auf die beiden
Enden des Steuerelements F aus. Um das Steuerelement F gegen diese Feder-Vorspannkraft
zu verstellen, muß daher der Potentiometerarm gemäß Fig. 5A über einen kleinen Stellweg
verstellt werden, um eine der beiden Magnetspulen stärker als die andere zu erregen,
bevor die Stellbewegung des Steuerelementes einsetzt. Die Bedienungsperson hat daher
einen geringfügigen Totweg in der Handsteuerung, bevor über das Steuerelement F der
Schieber D zur Steuerung eines Motors oder Kolbens geschaltet wird.
[0123] Bei dem vorstehend beschriebenen Ventil handelt es sich um ein Zweiwegeventil, welches
sich mittels eines analogen elektrischen Stroms fernsteuern läßt und welches eine
sehr präzise Schaltung des Schiebers und demgemäß eine genaue Steuerung der Vorrichtung,
die durch das Schieberventil gesteuert wird, zuläßt.
[0124] In Fig. 7 ist die erfindungsgemäße Vorrichtung in Verbindung mit einem Druckentlastungs-
oder Überdruckventil der Differentialkolbenbauart dargestellt. Dieses Ventil besteht
im wesentlichen aus einem VentilgehäuseT, einem die Steuerdruckkammer bildenden SteuergEhäuse
U, einem Ventilbetätigungskolben V, einem Stell- oder Steuerdruckkolben W, einem Steuerkanalelement
X, einem magnetisch betätigten Steuerelement Y in Gestalt'einer Hülse und einer Magnetspule
S, die mit einer einstellbaren Stromquelle verbindbar ist, um das Steuerelement je
nach dem Erregerstrom in die unterschiedlichen Einstellpositionen innerhalb des Gehäuses
U zu bringen.
[0125] Das Gehäuse T wird von einem Block aus Stahl, Aluminium oder einem anderen hochfesten
Werkstoff gebildet und weist einen länglichen Zylinderraum 710 auf, in welchem der
S
tell- kolben W gleitet, in welchem seinerseits der Ventilkolben V verschiebbar gelagert
ist. Das Gehäuse U entspricht den Gehäuseteil M der Fig. 1. Es weist eine Gehäusekammer
717 auf, die koaxial zu und in Verbindung mit dem Gehäuseraum 710 angeordnet ist.und
eine zylindrische Innenwand 718 hat. Die linke Seite des magnetisch wirksamen Teils
740 bildet eine Fläche 716, welche als rechter Anschlag für den Kolben W dient. Das
linke Ende des Gehäuseraums 710 ist bei 720 gegengebohrt, wobei die Schulter 721 einen
linken Anschlag für den hubbeweglichen Kolben W bildet. Die axiale Länge des Kolbens
W ist um die Strecke d kleiner als der Abstand der beiden genannten Anschläge.
[0126] Am linken Ende des Gehäuses T ist in der Achse des Gehäuseraumes 710 eine Einlaßöffnung
724 vorgesehen, in der ein Ventilsitzglied 725 sitzt, welches einen in der Einlaßöffnung
liegenden, durch eine O-Ringdichtung abgedichteten, zylindrischen Ansatz 726 aufweist.
Die Öffnung 724 ist mit einem Innengewinde für eine geeignete Anschlußarmatur versehen.
Das rechte Ende des Ventilsitzgliedes 725 weist eine konische Ventilsitzfläche 731
auf, die eine Einlaßöffnung 732 des zylindrischen Ansatzes 726 umschließt und gegen
die sich im Schließzustand des Ventils eine Ventilsitzanlagefläche 734 am linken Ende
des Ventilkolbens V legt. Die Ventilsitzanlagefläche 734 legt sich tangential gegen
die konische Ventilsitzfläche 731 auf einem Kreis 735, dessen Durchmesser a von dem
Krümmungsradius der Fläche 734 und dem Konuswinkel der Fläche 731 bestimmt ist. Die
Abmessungsverhältnisse sind so gewählt, daß der Durchmesser a mindestens größer ist
als der Durchmesser des gegenüberliegenden Endes des Ventilkolbens V, welches vom
Hochdruck beaufschlagt ist, und der Durchmesser des Teils 726 des Ventilsitzgliedes
725. Der Kreis 735 umschließt eine Fläche, gegen welche das in der Einlaßöffnung stehende
Druckmedium eine nach rechts gerichtete Kraft ausübt, die gleich dem Druck des Druckmediums,
multipliziert mit der Größe dieser linken Fläche, ist.
[0127] In Nähe des Ventilsitzgliedes 725, d.h. unmittelbar hinter diesem, ist am Gehäuse
ein Gehäuseauslaß 740 mit einem Innengewinde für eine Anschlußarmatur angeordnet,
die mit der von der Gegenbohrung 720 gebildeten Kammer in Verbindung steht. Normalerweise
ist der Druck an dieser Gehäuseöffnung 740 Null. Wenn sich der Ventilkolben V nach
rechts bewegt und damit seine Ventilsitzanlagefläche 734 von der Ventilsitzfläche
731 abhebt, strömt das Druckmedium von der Einlaßöffnung an der Ventilsitzfläche 731
vorbei zu dem Gehäuseauslaß 740.
[0128] Der Stellkolben W weist einen solchen Außendurchmesser auf, daß er in Dichtanlage
mit der zylindrischen Innenwand des Gehäuseraumes 710 gleitet. Er ist mit mehreren
im wesentlichen rechteckigen, umlaufenden Druckausgleichsnuten 750 versehen, wie dies
an sich bekannt ist. Außerdem ist an der Außenfläche des Kolbens eine axial verlaufende
rechteckige Nut 752 vorgesehen, welche die Umfangsnuten 750 schneidet und eimVerbindung
zwischen der auf der rechten Seite liegenden Kammer 717 und der auf der linken Seite
liegenden Kammer 710 herstellt, die ihrerseits mit dem Gehäuseauslaß 740 verbunden
ist. Die Schnittstellen der Nut 750 und 752 bewirken einen Drosselkanal in der Verbindung
zwischen der Kammer 717 und dem Gehäuseauslaß 740 mittels mehrerer scharfkantiger
Drosselstellen, so daß der Druckabfall des den Drosselkanal durchströmenden Druckmediums,
weitgehend unabhängig von dessen Viskosität, proportional der Quadratwurzel der Druckdifferenz
zwischen dem Druck in der Steuerdruckkammer 717 und der von dem Gehäuseauslaß 740
gebildeten Niederdruckseite ist. Die Abmessungen der Nut 752 sind vorzugsweise so
gewählt, daß der Leckstrom etwa in der Größenordnung von 4 bis 16,5 cm
3/min. bei Maximaldruck am Ventil beträgt. In der Praxis haben die Umfangsnuten 750
angenähert Abmessungen von 0,5 mm Breite und 0,5 mm Tiefe. Die den Leckstrom führende
Nut 752 hat Abmessungen von etwa 0,75 mm Breite und 0,5 mm Tiefe. Es versteht sich,
daß diese Abmessungsverhältnisse schwanken können, um die gewünschten Durchflußmengen
und den gewünschten Druckausgleich zu erzielen.
[0129] Der Kolben W ist mit einer inneren zylindrischen Kolbenkammer 755 versehen, in welcher
das rechte Ende 766 des Ventilkolbens V verschiebbar geführt und mittels einer O-Ringdichtung
767 abgedichtet ist. In Nähe des linken Endes des Ventilkolbens V befindet sich ein
Radialflansch 769, der in Gleitanlage mit der zylindrischen Innenwand der Gegenbohrung
720 des Gehäuseraumes 710 steht und der mit Axialnuten 771 für den Durchtritt des
Druckmediums versehen ist.
[0130] Das linke Ende des Kolbens W ist zur Bildung einer Schulter 772 und eines Kolbenraumes
773 für die Aufnahme einer Feder 774 gegengebohrt. Die Feder 774 stützt sich einerseits
gegen die Schulter 772 und andererseits gegen den Flansch 769 ab. Die Feder 774 ist
das Hauptdrucksteuerorgan; sie belastet den Ventilkolben V in Schließrichtung des
Ventilgliedes und den Kolben W in Gegenrichtung.
[0131] Der Ventilkolben V ist mit einem Axialkanal 779 versehen, welcher den Hochdruck in
der Einlaßöffnung 724 mit einer auf der rechten Seite des Ventilkolbens V liegenden
Kolbenkammer 765 verbindet. Das Hochdruckmedium in der Kolbenkammer 765 wirkt über
den Spalt zwischen dem Kolbenteil 766 und der Innenwand der Kolbenkammer 765 gegen
die linke Seite des O-Ringes 767. Das Druckmedium hat daher die Tendenz, den 0-Ring
767 in Richtung nach links. d.h. in Richtung auf den Ventilsitz 731, zusammenzudrücken.
Für die Erfindung wichtig ist, daß die Querschnittsfläche des Kolbenschaftes 766 kleiner
ist als die Querschnittsfläche der von dem Kreis 735 umschlossenen Fläche, wobei die
Fläohendifferenz so ausgelegt ist, daß die Drücke in der Einlaßöffnung 724 bestrebt
sind, den Kolben V nach rechts zu drücken. Diesen Drücken entgegen wirkt die Druckfeder
774, die durch den im Durchmesser größeren Stellkolben W in ihrer Federspannung veränderlich
einstellbar ist.
[0132] Diese Einstellung der Druckkraft der Feder 774 erfolgt über ein elektrisches analoges
Fernsteuersignal. Das Steuerkanalelement X ragt von dem Kolben W koaxial in die Steuerdruckkammer
717. Der hier als Steuerkolben dienende Stellkolben W und das Steuerkanalelement X
sind mit einem durchgehenden Axialkanal 780 versehen, der am linken Ende mit der Kolbenkammer
765 und am rechten Ende mit einem Querkanal 782 (Fig. 7A) verbunden ist. Der Kanal
782 mündet in eine zylindrische Nut 783 an der Außenfläche 784 des Steuerkanalelementes
X. Die Kanäle 782,78o und 779 bilden in Abwesenheit des Steuerelementes Y eine ungedrosselte
Verbindung zwischen dem Innenraum 717 des Gehäuses U und dem unter Druck stehenden
Gehäuseeinlaß. Der Druck in der Kammer 717 übt eine Kraft auf den Kolben W nach links
aus, die gleich der Kolbenfläche des Kolbens W abzüglich der Querschnittsfläche der
Kolbenkammer 765 ist.
[0133] Das Steuerelement Y entspricht im wesentlichen demjenigen nach Fig. 1. Es weist an
seiner Innenfläche eine langgestreckte, umlaufende Nut 790 auf, die über einen Querkanal
792 mit einer Längsnut 791 an der Außenfläche verbunden ist. Wie Fig. 7A zeigt, befindet
sich die linke Flanke 793 der Steuernut 790 in einem Abstand von dem linken Ende des
Steuerelements Y, der mindestens gleich der größtmöglichen Bewegungsstrecke des Steuerelementes
nach rechts entspricht, so. daß sie die Nut 783 überlappt, wenn bei nicht beaufschlagtem
Kolben W sich dieser in der dargestellten rechten Endlage befindet, wobei das Maß
der Überlappung der Nut 783 mit z.B. 0,12 mm verhältnismäßig gering ist, wenn der
Kolben W unter der Wirkung des Drucks in der Druckkammer 717 seinen vollen Kolbenweg
nach links ausgeführt hat. Während die meisten hier beschriebenen Vorrichtungen ein
Flächenverhältnis der Steuerkolbenfläche zu der Hochdruckkolbenfläche (Differentialflächenverhältnis)
von etwa 2:1 aufweisen, brauchen federbelastete Ventile, wie Überdruckventile, Druckreduzierventile,
Folgeventile u.dgl., eine vor Betätigung eingestellte Federkraft. Bei der Ausführungsform
nach Fig. 7 ist Netto-Steuerdruckfläche um 7,5mal größer als die Nettofläche des Steuerkolbens,
der dem Systemdruck ausgesetzt ist. Das Steuerelement Y wird von der Feder 795 ständig
nach links gedrückt. Es besteht daher normalerweise eincteilweise gedrosselter Druckmittelfluß
in die Kammer 717 und ein voll gedrosselter Druckmitteldruck aus der Kammer 717.
[0134] Im Betrieb erzeugt der an der Einlaßöffnung 724 wirkende Hochdruck eine nach rechts
gerichtete Kraft gegen die von dem Umkreis 735 des Ventilschließgliedes definierte
Fläche. Zugleich wird der Hochdruck über den Kanal 779 in die Kolbenkammer 765 übertragen,
wo er gegen das Ende 796 des Ventilkolbens V wirkt. Da die Fläche 796 kleiner ist
als die von dem Kreis 735 eingeschlossene Fläche, versuchen diese Kräfte, den Ventilkolben
V nach rechts zu verschieben. Die Feder 774 drückt den Ventilkolben V mit einer Kraft
in Schließrichtung, die abhängig ist von ihrer Federcharakteristik und dem Maß ihrer
Vorspannung. Wenn die am Ventilkolben V wirkenden Differenzdruckkräfte die Federkraft
übersteigen, öffnet der Ventilkolben V, wodurch eine gedrosselte Verbindung zwischen
Einlaß 724 und Auslaß 740 hergestellt wird.
[0135] Der Einlaßdruck wird außerdem über die Kanäle 779, 780, 782, die Nuten 783, 790,
den Kanal 792 und die Nut 791 in die Steuerdruckkammer 717 übertragen. Dieser Druck
baut sich dann über die Drosselnut 752 und die Nut 771 zu dem Auslaß 740 hin ab. Mit
steigendem Einlaßdruck erhöht sich der Druck in der Steuerdruckkammer 717. Der auf
der rechten Kolbenseite von dem Druck in der Steuerdruckkammer beaufschlagte Stellkolben
W verschiebt sich nach links und drückt die Feder 774 zusammen, wodurch die Schließkraft
des Ventils, d.h. der Einlaßdruck, bei dem sich der Ventilkolben V vom Ventilsitz
abhebt, erhöht. Die Schulter 721 begrenzt die Stellbewegung des Kolbens W nach links
und bestimmt damit das Maß, um welches die Feder 774 durch den Stellkolben zusammendrücken
läßt. In Abhängigkeit von der Charakteristik der Feder 774 wird auf diese Weise der
maximale Ansprechdruck des Ventils bestimmt. Bei Erregung der Magnetspule S verschiebt
der Magnetfluß das Steuerelement Y nach rechts gegen die Kraft der Feder 795. In Abhängigkeit
von der Erregung der Magnetspule S nimmt das Steuerelement Y unterschiedlkhe Positionen
ein. Bei der Bewegung des Steuerelements Y nach rechts drosselt es den Ausfluß des
Druckmediums aus der Nut 783, so daß die Menge des der Steuerdruckkammer 717 zuströmenden
Druckmediums kleiner wird als die Menge des aus der Steuerdruckkammer 717 über die
Kanäle,752, 771 abfließenden Druckmediums. Der Stellkolben W bewegt sich daher unter
der Kraft der Feder 774 nach rechts. Hierbei vermindert sich die Spannung der Feder
774 und damit der Druck,bei welchem sich der Ventilkolben V unter dem Differentialdruck
vom Ventilsitz abhebt.
[0136] Bei dem vorstehend beschriebenen Ventil läßt sich daher der Ansprechdruck, bei welchem
das Ventil öffnet, über ein analoges elektrisches Signal steuern, welches über eine
elektrische Leitungsverbindung von irgendeiner entfernt liegenden Stelle übertragen
wird. Durch Einstellung des Steuerelementes Y wird die Spannung der Feder 774 innerhalb
der gegebenen Grenzen verstellt, wodurch sich in Abhängigkeit von der Federkonstante
der Feder 774 und dem maximalen Hub des Kolbens W der Ansprechdruck zwischen einem
maximalen Betriebswert und einem tiefer liegenden Wert einstellen läßt.
[0137] Zusätzlich werden mit einem solchen Ventil noch eine Reihe weiterer Vorteile erhalten.
Im Gegensatz zu bekannten Ventilen ist bei dem erfindungsgemäßen Ventil der Durchmesser
des 0-Ringes 767 kleiner als der Durchmesser des Kreises 735 der Ventilsitzfläche.
Infolgedessen ist die Fläche, gegen welche der O-Ring 767 abdichtet, kleiner, wodurch
auch die Reibung vermindert und die Ansprechempfindlichkeit des Ventilkolbens V bei
Druckschwankungen erhöht wird.
[0138] Im Gegensatz zu bekannten Differentialdruckventilen wirkt bei dem erfindungsgemäßen
Ventil außerdem der Druck an dem O-Ring 767 stets in Richtung auf den Ventilsitz.
Dieser sehr hohe Druck ist bestrebt, Teile des O-Ringes in den Spalt zwischen den
abzudichtenden Flächen zu drücken. Die Schließbewegung des Ventilkolbens V hat daher
die Tendenz, den o-Ring 767 wieder aus dem Spalt herauszuführen, wodurch sich der
Ventilkolben mit verminderter Reibung in die Schließlage zurückstellen kann. Die Neigung
des Ventils, schon bei Drücken unmittelbariunterhalb des Ansprechdruckes Druckmittel
abzulassen, wird daher unterdrückt und es wird zugleich erreicht, daß sich das Ventil
nach dem Ansprechen schon unter einer kleineren Druckdifferenz schließt.
[0139] Beim Öffnen des Ventilkolbens V stellt sich durch das über den Einlaß 724 zufließende
Druckmittel eine Strahlwirkung an dem Ventilkolben ein, welcher den raschen Öffnungsvorgang
des Ventils unterstützt und dazu beiträgt, daß das Ventil mit einer extrem flachen
Druck-Mengenkurve arbeitet. Die Drosselnut 772, welche die Umfangsnut 750 unter Bildung
von rechteckigen Drosselkanten schneidet, ist für die Verwirklichung der Drosselverbindung
der Steuerdruckkammer mit dem Auslaß besonders vorteilhaft. Statt dessen können für
diese Verbindung aber auch andere Drosselkanäle vorgesehen werden. Bei Verwendung
der Drosselverbindung 752, 750 ergibt sich der besondere Vorteil, daß die Durchflußmenge
unmittelbar proportional der Quadratwurzel des Drucks und zugleich weitgehend unabhängig
von der Viskosität des Druckmittels ist.
[0140] Bei Ausfall der elektrischen Stromversorgung verschiebt die Feder 795 das Steuerelement
Y nach links mit der Folge, daß sich auch der Stellkolben W nach links verschiebt
und dabei die Feder 774 zusammendrückt. Der Kolben W legt sich hierbei gegen den von
der Schulter 721 gebildeten Anschlag, so daß bei Stromausfall das Ventil auf den größtmöglichen
Ansprechdruck eingestellt wird. Eine Verminderung des Ansprechdruckes den Ventils
bei Stromausfall würde in-vielen Fällen zu erheblichen Betrlebsgefährdungen führen.
[0141] Die gewölbte Ventilsitzanlagefläche 734 in Verbindung mit der konischen Ventilsitzfläche
verbessert die Strömungscharakteristik des Ventils. Diese Formgestaltung der Flächen
bewirkt, daß der Einfluß der Wirbelströme beim Öffnen des Ventils vollständig unterdrückt
wird, so daß sich eine erheblich flachere Druck-Mengenkurve ergibt. Dieser Vorteil
findet sine Erklärung darin, daß sich die Wirbel beim Öffnen des Ventils einerseits
bei einem kleineren Durchmesser als dem Durchmesser des Kreises 735 (Ventilsitzdurchmesser)
und andererseits bei einem gegenüber diesem größeren Durchmesser bilden. Die Wirbelbildung
im Inneren des wirklichen Ventilsitzes vollzieht sich in einem Bereich des Kolbens,
der gegenüber dem Einlaßdruck unter einem kleineren Druck steht. Sofern dieser Wirbelbildung
nicht entgegengewirkt würde, so würde sich eine ansteigende Druck-Mengencharakteristik
des Ventils ergeben. Da aber hier Flächen vorhanden sind, die einen größeren Durchmesser
haben als der wirkliche Ventilsitz und an denen sich eine dynamische Wirbelbildung
ohne statische Dichtwirkung einstellt, ergibt sich insgesamt eine flache Druck-Mengenkurve.
[0142] In den Fig. 8 und 8A ist eine Druckmittelvorrichtung gezeigt, bei welcher die erfindungsgemäße
Steuer- und Betätigungsvorrichtung zur Steuerung eines Durchflußregelventiles verwendet
wird, bei dem der Druck am VentilauslaB auf einem vorgegebenen Wert gehalten werden
muß. Das nach Art eines Differentialkolbenventils ausgebildete Ventil umfaßt im wesentlichen
ein Kolben- und Ventilgehäuse T1, ein die Steuerdruckkammer bildendes Steuergehäuse
G, einen Ventilkolben I, ein Steuerkanalelement J, ein magnetisch verstellbares Steuerelement
K und eine Magnetspule S, durch deren Erregung sich das Steuerelement K in dem Gehäuse
T1 in verschiedene Posttionen einstellen läßt.
[0143] Das Gehäuse T1 besteht auch hier aus einem Block aus Stahl, Aluminium oder einem
sonstigen hochfesten Werkstoff, der einen Zylinderraum 810 aufweist, in welcher der
Kolben I gleitet. Der Zylinderraum 810 ist am rechten Ende gegengebohrt und mit einem
Innengewinde versehen, in welches das Gewindeende 811 des Steuergehäuses G eingeschraubt
ist. Am linken Ende weist der Zylinderraum 810 eine Gegenbohrung 812, die eine Auslaßdruckkammer
bildet, und eine sich daran anschließende Gegenbohrung 813 auf, die einen Ventileinlaßkanal
bildet und mit einem Gewinde 814 für eine Anschlußarmatur versehen ist. In der Gegenbohrung
813 ist ein von einem O-Ring 815 abgedichtetes Ventilsitzglied 814 angeordnet, welches
einen in die kleinere Gegenbohrung 812 einfassenden Lagerflansch 816 aufweist. Das
Ventilsitzglied 814 wird durch einen Sprengring 817 festgelegt, der in eine Nut an
der Innenwand der Gegenbohrung 813 eingesetzt ist. Das Ventilsitzglied 814 hat im
wesentlichen die Form eines zur rechten Seite hin offenen Topfstückes, dessen Außenkante
einen kreisförmigen Ventilsitz 820 bildet. Mehrere Kanäle 821 verbinden den Innenraum
des Topfstückes mit der Einlaßseite. Erfindungsgemäß besteht das Ventilsitzglied 814
aus einem magnetisch wirksamen Werkstoff, so daß es etwaige in dem Druckmedium befindliche
magnetische Schmutzteilchen auffangen kann.
[0144] Unmittelbar rechts neben dem Ventilsitzglied 814 weist die Gegenbohrung 812 einen
Auslaßkanal 830 mit einem Innengewinde für eine Anschlußarmatur auf. Normalerweise
steht die von der Gegenbohrung 812 gebildete Kammer unter einem niedrigen Druck, dessen
Druckhöhe von dem Ventil bestimmt wird.
[0145] Das Steuergehäuse G entspricht dem Gehäuse M der Fig. 1. Seine linke Stirnfläche
bildet einen rechtsseitigen Anschlag für den Kolben I. Der Kolben I besteht aus einem
in dem Gehäuseraum 810 dichtend gleitenden zylindrischen Kolbenkörper, der in bekannter
Weise mit einer größeren Anzahl von im Axialabstand zueinander angeordneten Umfangs-Druckausgleichsnuten
841 versehen ist. Am linken Ende des Kolbens I befindet sich ein Schließglied 844
mit einer Ventilsitzanlagefläche 845, die sich nach links progressiv abnehmend konisch
verjüngt, so daß sich eine konkave Konusfläche ergibt. Bei Bewegung der Ventilsitzanlagefläche
845 nach rechts ändert sich daher der Ventilöffnungsquerschnitt in bezug auf den Linearhub
des Ventilsitzgliedes nach einer abfallenden, nicht-linearen Beziehung. Die Formgebung
der Ventilsitzanlagefläche 845 kann für eine bestimmte druckmittelbetätigte Vorrichtung
so getroffen werden, daß Leckageschwankungen dieser Vorrichtungen insbesondere bei
niedriger Geschwindigkeit und bei temperaturbedingter Verminderung der Viskosität
des Druckmediums kompensiert werden.
[0146] Der Durchmesser des Ventilsitzes 820 ist kleiner als der Kolbendurchmesser. Das den
Kolben I von links beaufschlagende Druckmedium übt auf den Kolben eine Kraft aus,
die gleich der Querschnittsfläche des Ventilsitzes 820, multipliziert mit "dem Druck,
ist.
[0147] Das Steuerkanalelement J besteht aus einer zylindrischen Stange, die sich von der
rechten Kolbenseite 851 nach rechts erstreckt und die an ihrer zylindrischen Außenfläche
853 eine umlaufende Nut 855 aufweist, die im Axialabstand von der Kolbenfläche 851
an dem Steuerkanalelement J angeordnet ist.
[0148] Das Steuerelement K entspricht im wesentlichen dem Steuerelement C nach Fig. 1. Die
Nut 855 und eine Nut 890 an der Innenwand des Steuerelementes K sind in Axialrichtung
so zueinander angeordnet, daß sich die Nuten um ein kleines Maß von z.B. 0,13 mm überschneiden,
wenn sich das Steuerelement K in der dargestellten äußersten linken Position und die
Ventilsitzanlagefläche 845 in Anlage an dem Ventilsitz 820 befindet.
[0149] Der Kolben I und das Steuerkanalelement J weisen einen durchgehenden axialen Kanal
880 auf, der auf der linken Seite mit dem Einlaß 813 und auf der rechten Seite mit
einem Querkanal 882 verbunden ist, welcher in die Nut 855 mündet. Die Kanäle 880,
882 und die Nuten 855, 890 sowie weitere vorgenannte Kanäle verbinden die Hochdruckseite
am Einlaß 813 mit der Steuerdruckkammer. Dieser Hochdruck wirkt auf die rechte Endfläche
des Steuerkanalelements J sowie auf die ringförmige Kolbenfläche 851. Die Fläche dieser
beiden Kolbenflächen ist größer als die Fläche des Ventilsitzes 8210. Infolgedessen
wird der Kolben I gegen die Druckbeaufschlagung an seiner Fläche 844 in Schließstellung
gedrückt. Der Kolbenteil 840 des Kolbens I bildet einen gedrosselten Verbindungskanal
zwischen der Steuerdruckkammer und dem Auslaß bzwo der Niederdruckkammer 812. Diese
Drosselverbindung wird bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel von einer Längsnut
850 an der Fläche des Kolbens I gebildet, welche die Nuten 841 unter Ausbildung rechtwinkliger
Steuerkanten schneidet und die rechte Kolbenseite mit der linken Klbenseite und der
hier befindlichen Kammer 812 verbindet.
[0150] Bei Erregung der Magnetspule S bewegt sich das Steuerelement K gegen die Rückstellkraft
der Feder 895 nach rechts, wodurch die Verbindung der Nuten 855, 890 gedrosselt und
in der Steuerdruckkammer 810 ein Druckabfall erzeugt wird. Erreicht der Druckabfall
einen Wert, bei welchem die den Kolben I nach links verstellenden Kräfte kleiner sind
als die nach rechts wirkenden Kräfte an der Ventilsitzanlagefläche 845, so verschiebt
sich der Kolben I nach rechts, wodurch sich die Ventilsitzanlagefläche 845 von dem
Ventilsitz 820 abhebt. Das Hochdruckmedium kann nun über die Ventilöffnung zum Auslaß
830 und von hier zu einer druckmittelbetätigten Vorrichtung strömen.
[0151] Bei einem vorgegebenen Öffnungsweg des Ventils ändert sich der Druckmittelstrom und
damit auch der Druckabfall mit der Viskosität des die Ventilöffnung durchströmenden
Druckmediums. Bei manchen hydraulischen D
ruckmedien, wie insbesondere Öl, kann sich die Viskosität in Abhängigkeit von der Temperatur
in verhältnismäßig weiten Grenzen ändern. Bei dem erfindungsgemäßen Ventil werden
solche Änderungen in der Viskosität des Öls, z.B. in einem Temperaturbereich von 20°
C bis 82° C, automatisch kompensiert.
[0152] Die Magnetspule S und ihr Magnetkreis sind so ausgebildet, daß sich das Steuerelement
K mit verhältnismäßig geringen elektrischen Strömen, z.B. unter 6 W, verstellen läßt.
Die bei diesen Strömen entstehende Wärme ist minimal. Das Ventil ist so ausgebildet,
daß die Magnetspule S im wesentli. chen auf derselben Temperatur wie das Druckmedium
gehalten wird, welches durch das Ventil gesteuert wird. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel
wird dies dadurch erreicht, daß die Wärme des Druckmediums auf die Magnetspule übertragen
und letztere zugleich mit einer Wärmeisolierung versehen wird, um ein Abkühlen der
Magnetspule zu vermeiden. Die Isolierung kann durch einen Luftspalt oder Luftmantel
oder aber durch eine nicht-metallische Isolierschicht 896 bewirkt werden. Ändert sich
die Temperatur, mit der das Druckmedium in den Einlaß 813 gelangt, so wird aufgrund
der Wärmeübertragung über das Metall des Kolbengehäuses R und das Metall des Steuerdruckgehäuses
G die Temperatur der Magnetspule S entsprechend verändert. Die Temperatur der Magnetspule
S wird durch die Temperatur des Druckmediums stärker beeinflußt als durch die Stromwärme.
[0153] Die Magnetspule S besteht z.B. aus 1.400 Kupferdrahtwindungen mit einem Widerstand
bei 20° C von etwa 24 Ohm, der mit der Temperatur ansteigt. Bei einer festen Erregerspannung
an der Magnetspule S vermindert sich daher bei zunehmender Spulentemperatur der Stromfluß
und damit auch der Magnetfluß. Daraus folgt, daß sich das Steuerelement K nach links
verstellt, was zu einer Bewegung des Ventilschließgliedes in Schließrichtung führt.
Erhält die Magnetspule S erheblich größere Wärmemengen aus der Wärme des Druckmediums
als durch die Stromwärme nach der Beziehung 1 R erzeugt wird, so läßt sich ein nahezu
vollständiger Temperaturausgleich bei Schwankungen in der Betriebstemperatur des hydraulischen
Druckmediums erzielen. Durch Auswahl der Metalle für den Magnetspulendraht, d.h. durch
Verwendung von Metallen mit entsprechendem Temperatur-Widerstandskoeffizienten, ist
eine mehr oder weniger große Temperaturkompensation erreichbar.
[0154] Bei Ausfall der elektrischen Stromzuführung bewegt sich bei dem vorstehend beschriebenen
Ventil das Steuerelement K unter der Wirkung der Feder 895 nach links, wodurch der
auf die rechte Kolbenfläche des Kolbens I wirkende Druck auf den Einlaßdruck ansteigt,
so daß unter der Differentialwirkung der Kolben I in die Ventilschließstellung gebracht
wird.
[0155] Fig. 9 zeigt eine Ventilpatrone der erfindungsgemäßen Bauart, die als Einheit in
ein Leitungsgehäuse od.dgl. einführbar ist, welches im Inneren einen Hochdruck-Einlaßkanal
und einen Auslaßkanal für den gesteuerten Druckmittelauslaß aufweist. Dieses Einlaßgehäuse
ist strichpunktiert angedeutet und besteht aus einem Metallblock mit einem zylindrischen
Kanal 910, dessen Innenwand mit 911 bezeichnet ist. der Kanal 910 erstreckt sich von
der Gehäuseseite 912 zu einer Stelle, an der mit einer Hochdruckquelle verbunden ist.
Im Gehäuse ist ferner ein zylindrischer Auslaßkanal 914 angeordnet, der im Abstand
von der Gehäusefläche 912 den Kanal 910 schneidet. Der Kanal 910 ist an seiner Mündung
mit einem Innengewinde 916 versehen, in welches die Ventilpatrone einschraubbar ist.
[0156] Die Ventilpatrone besteht im wesentlichen aus einem Kolbengehäuse AA, einem die Steuerdruckkammer
bildenden Gehäuse BB, einem Ventilbetätigungskolben CC, einem Ventilsitz DD, einem
Steuerkanalelement FF, einem Steuerelement GG und einer Magnetspule SS, bei deren
Erregung das Steuerelement GG nach rechts verstellt und entsprechend der Ventilkolben
CC nach rechts, d.h. in Öffnungsrichtung des Ventils, bewegt wird.
[0157] Das Gehäuse AA besteht im wesentlichen aus einem Block aus hochfestem magnetisch
wirksamen Metall und weist einen zylindrischen Gehäuseraum mit einer zylindrischen
Innenfläche 920 auf. Das Gehäuse AA weist etwa im mittleren Bereich ein Außengewinde
auf, mit der sich die Ventilpatrone in das Innengewinde 916 des Gehäuseblocks einschrauben
läßt. Die Abdichtung der Schraubverbindung erfolgt mittels einer 0-Ringdichtung 921.
Das Patronengehäuse AA faßt mit seinem linken Ende bis hinter die Mündung des Auslaßkanals
914 in den Kanal 910 und ist hier mittels eines 0-Ringes 922 abgedichtet. Zwischen
den Dichtungen 921 und 922 weist das Patronengehäuse radiale Öffnungen 924 auf, die
den Anschluß zu dem Auslaßkanal 914 herstellen.
[0158] Das Ventilsitzglied DD besteht aus einem hülsenartigen Teil aus magnetisch wirksamem
Werkstoff; es ist am linken Ende der Kammer 919 der Ventilpatrone abgedichtet und
durch einen Haltering 934 gesichert.
[0159] Das Steuergehäuse BB entspricht im wesentlichen dem Steuergehäuse der vorhergehenden
Ausführungsbeispiele. Es weist ein Paar im Axialabstand zueinander angeordneter, magnetisch
wirksamer Teile 970, 971 auf, die durch ein magnetisch unwirksames Zwischenteil 972
getrennt sind. Diese Teile sind miteinander verfugt und verlötet, so daß sie ein druckdichtes
Gehäuse bildet Die Teile 970, 971 und 972 bilden zusammen einen Axialkanal mit einer
zylindrischen Innenwand 975. Am rechten Ende ist dieser Kanal von einem topfförmigen
Schraubstopfen 976 verschlossen, der in das Teil 971 eingeschraubt und mittels eines
O-Ringes 977 abgedichtet ist. Der Stopfen 976 besteht ebenfalls aus magnetisch wirksamem
Werkstoff. Die Magnetspule SS umschließt die Teile 976, 970, 972 und 971 und liegt
in einem Gehäusemantel 980 aus magnetisch wirksamem Werkstoff, welcher zwischen der
Außenfläche des Stoffes 976 und dem Patronengehäuse AA, in Anlage hierzu, angeordnet
ist. Auch das Patronengehäuse AA ist aus einem magnetisch wirksamen Material gefertigt.
[0160] Der Kolben CC gleitet in Dichtanlage an der Innenwand 920 des Gehäuses AA und weist
am Umfang mehrere im Axialabstand angeordnete umlaufende Druckausgleichsnuten 940
auf. Am linken Ende des Kolbens CC ist eine Ventilsitzanlagefläche 941 angeordnet,
deren Durchmesser kleiner ist als der Durchmesser des Kolbens CC.
[0161] Der Kolben CC ist mit einem axialen Längskanal 964 versehen, der sich von seiner
rechten Kolbenfläche 942 zu einer ringförmigen Kolbenfläche 965 erstreckt und damit
die Verbindung der Steuerdruckkammer mit dem Auslaß- oder Niederdruck herstellt. Das
linke Ende des Kanals 964 ist bei 966 im Durchmesser verjüngt und bildet hier beine
Drosselstelle.
[0162] An der rechten Kolbenfläche 942 ist das Steuerkanalelement FF angeordnet, welches
sich nach rechts in die Steuerdruckkammer erstreckt. Die Kolbenfläche 942 bildet zusammen
mit der rechten Endfläche 943 des Steuerkanalelementes FF eine Druckfläche zur Verstellung
des Kolbens CC nach links. Die Außenfläche 944 des Sfeuerkanalabmentes FF weist eine
umlaufende Nut 945 auf, die über einen radial gebohrten Querkanal 946 mit einem Axialkanal
947 verbunden ist, der sich von einer in Nähe der Endfläche liegenden Stelle zu dem
linken Ende 948 des Kolbens CC erstreckt. In der Fläche 944 des Steuerkanalelementes
sind außerdem umlaufende Druckausgleichsnuten 953 angeordnet.
[0163] In das rechte Ende des Kanals 947 ist ein Stopfen 950 aus magnetisch wirksamem Werkstoff
eingesteckt, der einen Axialkanal 951 aufweist, welcher über einen gebohrten Querkanal
952 mit dem Hochdruckkanal 910 und andererseits mit dem Kanal 947 des Kolbens CC verbunden
ist, so daß das Hochdruckmedium an der Nut 945 steht. Die linke Stirnfläche 948 des
Stopfens 951 ist im äußeren Kantenbereich abgeschrägt, um den auftreffenden Druckflüssigkeitsstrom
an dieser Stelle aufzuteilen und in weitgehend wirbelfreiem Strom in Richtung auf
den Ventilsitz 932 zu lenken, wenn sich das Ventil im Öffnungszustand befindet.
[0164] Das Steuerelement GG ist angenähert topfförmig ausgebildet. Es besteht aus einer
Bodenfläche 955 und einer Umfangsfläche 956. Der Durchmesser der Innenbohrung ist
so gewählt, daß das Steuerelement GG auf der Außenfläche 944 des Steuerkanalelementes
FF dichtend gleitet. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist also das Steuerelement GG
auf dem zapfen-oder stangenförmigen Steuerkanalelement FF, statt an der Innenwandung
der Steuerdruckkammer, gleitend abgestützt.
[0165] Die Außenfläche 958 des Steuerelementes GG weist einen Durchmesser auf, der kleiner
ist als der Durchmesser der-Fläche 920, so daß sich hier ein Spalt bildet, über welchen
die Nut 945 in Druckmittelverbindung mit der Kolbenfläche 942 des Kolbens CC steht.
Die den Mantel des Steuerelementes GG bildenden Wände des Topfstückes sind mit quer
gebohrten Öffnungen 960 versehen, die den Raum auf der Außenseite des Steuerelementes
mit der Nut 945 verbinden. Die Öffnungen 960 überschneiden das rechte Ende der Nut
945 um ein Maß, welches etwa dem halben Durchmesser entspricht.
[0166] Zwischen dem linken Ende des Steuerelementes GG und der Kolbenfläche 942 befindet
sich ein Abstandselement 962 aus magnetisch unwirksamem Material.
[0167] Das Steuerelement GG wird von einer Feder 982 in die linke Position gedrückt, die
sich einerseits am Boden des topfförmigen Stopfens 976 und andererseits am Boden einer
Bohrung 985 abstützt, die sich am rechten Ende des Steuerelementes GG befindet. Die
Bohrung 985 ist über eine kleine Öffnung oder Drossel 986 in dem Boden 955 mit dem
Innenraum des Steuerelementes verbunden. Diese Öffnung bildet eine Dämpfungsöffnung,
welche die Stellbewegung des Steuerelementes GG gegenüber dem Steuerkanalelement FF
stabilisiert.
[0168] Wenn im Betrieb die Magnetspule SS von der Stromquelle gemäß Fig. 4 her erregt wird,
so stellt sich ein geringer Strom in der Spule ein, der einen kleinen Magnetfluß erzeugt,
welcher zur Verstellung des Steuerelementes GG gegen die Anfangskraft der Feder 982
nicht ausreicht. Der Hochdruck im Kanal 910 wird über die Kanäle 952, 951, 947, 946
und die Nuten 945 und 960 auf die rechte Seite des Kolbens CC übertragen. Da die rechte
Kolbenseite größer ist als die druckbeaufschlagte Fläche des Ventilsitzes 932, wird
der Kolben CC nach links geschoben. Unter allen Betriebszuständen liegt eine gedrosselte
Druckmittelverbindung über diese Kanäle zur Steuerdruckkammer hin und von hier über
den Kanal 964 und die Drossel 966 zu dem Auslaß vor 914 hin. Das Druckmittelvolumen
wird primär durch die Größe der Drossel 966 bestimmt.
[0169] Bei stärkerer Erregung der Magnetspule SS bewegt sich das Steuerelement GG nach rechts
und drosselt die Verbindung zwischen der Nut 945 und den Kanälen 960. Hierbei stellt
sich ein Druckabfall in der Steuerdruckkammer ein mit der Folge, daß sich der Kolben
CC nach rechts bewegt und damit das Ventil öffnet.
[0170] Das über den Auslaß 914 abfließende Druckmedium wird z.B. einer hydraulischen Vorrichtung
zugeführt, wobei sich in dem Auslaß 914 ein bestimmter Druck aufbaut. Das beschriebene
Ventil hält zwischen dem Einlaß 910 und dem Auslaß 914 einen konstanten Differenzdruck
aufrecht. Falls dieses Druckgefälle erhöht oder vermindert werden soll, so wird die
Magnetspule SS entweder erregt oder elektrisch abgeschaltet, wodurch sich das Steuerelement
GG entweder nach rechts oder nach links bewegt und das Ventilschlie?gied in Schließrichtung
oder in Öffnungsrichtung verstellt wird.
[0171] Der Ventilsitz DD und die Gehäuse AA und BB bestehen aus magnetisch wirksamem Werkstoff.
Der Erregerstrom in der Magnetspule SS reicht aus, um ein Magnetfeld um die Ventilsitzanlagefläche
941 herum und in deren Nähe zu erzeugen. Dieses Magnetfeld zieht Magnetpartikel, die
von dem im Bereich der Kanäle 952 gedrosselten Druckmedium mitgeführt werden, an und
lagert sie in Nähe des Ventilsitzes 941 ab. Beim Öffnen des Ventils werden die abgelagerten
Verunreinigungen ausgespült.
[0172] Bei allen vorstehend beschriebenen Ausführungsbeispielen ist ein zweiteiliges Gehäuse
vorgesehen, dessen eines Gehäuseteil das Arbeits- oder Stellglied aufnimmt und eine
Hochdruckkammer aufweist, während das andere Gehäuseteil das eine Steuerdruckkammer
bildende Steuergehäuse ist. Die Gehäuseteile können einstückig gefertigt sein oder
aus gesondert gefertigten Gehäusen bestehen, die nachträglich druckdicht miteinander
verbunden werden. Das Arbeits- oder Stellglied weist eine von dem Druck in der Steuerdruckkammer
beaufschlagte Fläche auf und ist in seinem Gehäuse unter der Druckwirkung auf diese
Fläche gegen in entgegengesetzter Richtung wirkende Kräfte in Positionen beweglich,
die von einem magnetisch einstellbaren oder magnetisch beweglichen Steuerelement genau
bestimmt werden. Das Arbeits-oder Stellglied kann unterschiedliche Funktionen erfüllen,
z.B. einen aus dem Gehäuse herausgeführten Schaft oder ein sonstiges Stellglied verstellen,
ferner eine Ventilfeder entspannen oder zusammendrücken, einen Ventilschieber betätigen,
ein Ventilschließglied betätigen, welches mit dem Stellglied einstückig verbunden
ist oder aus einem gesonderten Teil besteht, den Kolben einer Pumpe hin- und herbewegen
oder sonstige Betätigungen ausführen, die einen kurzen Hub von z.B. unter 52 mm in
einer Hubrichtung bei hoher Hubkraft erfordern.
[0173] Da bei den Ausführungsformen nach den Fig. 1, 7 und 8 die beiden Gehäuseteile getrennt
hergestellt und anschließend miteinander verbunden sind, kann eine genaue axiale Ausrichtung
der beiden Gehäuseräume Schwierigkeiten verursachen. Das Stellglied ist in dem einen
Gehäuse verschiebbar, während das Steuerelement sich in dem anderen Gehäuse bewegt
und das Steuerkanalelement dicht umschließt. Bei Fluchtungsschwierigkeiten empfiehlt
sich die in den Fig. 5 und 6 dargestellte Befestigung des Steuerkanalelementes an
dem Stellglied.
[0174] Bei bekannten elektromagnetisch gesteuerten Nadelventilen sind für die Steuerung
selbst kleiner Druckflüssigkeitsmengen verhältnismäßig große elektrische Leistungen
erforderlich, z.B. 12 Watt für eine Druckflüssigkeitsmenge von höchstens 1,8 l/min.
bei 210 bar, was einem Verhältnis von 24 Watt je 3,7 1 entspricht. Außerdem ist hier
die Anordnung so getroffen, daß diese Ventile entweder voll geöffnet oder voll geschlossen
sind. Die maximale Durchströmmenge ist so gering, daß sie normalerweise nur dazu-verwendet
werden kann, ein weiteres druckbetätigtes Hauptventil zu steuern, welches dann seinerseits
die größere Druckflüssigkeitsmenge steuert, die von einer gesteuerten druckmittelbetriebenen
Vorrichtung benötigt wird. Mit der vorliegenden Erfindung kann das Ventil dagegen
solch große Druckmittelvolumen steuern, daß das Druckmittel unmittelbar als Betriebsmedium
zur Betätigung einer leistungsstarken hydraulischen Vorrichtung eingesetzt werden
kann.
[0175] Bei der vorliegenden Erfindung ist es mögich, mit einer Leistung von höchstens 6
Watt Druckmittelmengen von über 113,5 l/min. bei einem Verstellbereich zwischen 400
cm
3/min. und über 113,5 l/min. zu steuern. Bei einem Kraftschalter oder Servomotor der
erfindungsgemäßen Art kann bei einem Betriebsdruck von 210 bar und einem Stellglied
von 50,8 mm leicht eine Last bis über 4.000Kg mit einer elektrischen Leistung von
6 Watt, d.h. bei einem Verhältnis von 680 Kg je Watt, gesteuert werden. Mit größeren
Stellglieddurchmessern lassen sich entsprechend größere Leistungsverhältnisse erzielen.
[0176] Bei den Vorrichtungen nach den Fig. 1 und 5 ist es möglich, ein Stellglied bzw. Stellkolben
durch kontinuierliche Änderung der Magnetkraft an dem Steuerelement C, C' hin- und
herzubewegen, indem z.B. der Potentiometerarm eine oszillierende Bewegung ausführt,
oder mit einem die Steuerkammer umschließenden oszillierenden Permanentmagneten gearbeitet
wird oder indem der Schalter des in Fig. 1 gezeigten Solenoiden ein- und ausgeschaltet
wird. Bei der Ausführungsform nach Fig. 5 läßt sich die hin- und hergehende Kolbenbewegung
durch Umschalten von dem einen auf den anderen Magneten erreichen. Die Hubbewegung
des Stellkolbens kann z.B. zur Betätigung einer Kolbenpumpe ausgenutzt werden.
[0177] Bei einem Druckverstärker nach den Fig. 1 und 5 kann auch der Kanal 75 fortgelassen
werden, und es kann der Hochdruck-Verbindungskanal 70 durch andere Mittel ersetzt
werden. Die mit der Einlaßöffnung versehene Hochdruckkammer 16 kann über ein Rückschlagventil
mit der Hochdruckseite verbunden sein. Außerdem kann hier der Auslaß über ein Rückschlagventil
mit einer Vorrichtung verbunden sein, die von dem über den Druck des Hochdruckmediums
verstärkten Druck des Betriebsmediums versorgt wird.
[0178] Zur Verstellung des Steuerelementes in der Steuerdruckkammer werden Magnetvorrichtungen
bevorzugt verwendet. Solche Vorrichtungen sind einfach; sie benötigen geringe elektrische
Kräfte und lassen sich über einfache elektrische Drahtleitungen und Steuerungen ohne
Schwierigkeiten fernsteuern. Falls für die Magnetvorrichtung eine Permanentmagnetvorrichtung
an der Außenseite des Gehäuses vorgesehen wird, besteht das Steuerelement vorzugsweise
ebenfalls aus einem Permanentmagneten, während das das Steuerelement umschließende
Gehäuse aus einem magnetisch unwirksamen Werkstoff, z.B. austinitischem rostfreien
Stahl, besteht. Die Verbindung eines Steuerelementes in Form einer Hülse, welche ein
Steuerkanalelement umschließt, in welchem mindestens einer der zu der Steuerdruckkammer
führenden Kanäle liegt, ist neu und von erfinderischer Eigenart. Bei einer solchen
Kombination aus Steuerelement und Steuerkanalelement können ggf. auch andere Einstellvorrichtungen
für das Steuerelement verwendet werden, z.B. ein Zug-Schubglied, eine Zahnstange mit
Ritzel, wobei die Zahnstange-mechanisch mit dem Steuerelement verbunden und das Ritzel
über eine Welle angetrieben wird, die sich durch das Steuerdruckgehäuse erstreckt.
Ferner kann zur Einstellung des Steuerelementes das die Steuerkammer bildende Gehäuse
gegenüber dem das Stellglied aufnehmenden Gehäuse über ein Gehäuse-Gewinde gedreht
und damit verstellt werden.
1. Magnetisch gesteuerte Druckmittelvorrichtung, insbesondere Stellmotor, Servoventile
u.dgl., mit einem Gehäuse, welches ein Stellgliedgehäuseteil mit einer Hochdruckkammer
und ein Steuergehäuseteil mit einer Steuerdruckkammer umfaßt, mit einem in dem Stellgliedgehäuseteil
beweglichen, von dem Druck in der Steuerdruckkammer beaufschlagten Stellglied od.dgl.,
mit gesonderten Ein- und Auslaßkanälen für die Hochdruck-und Niederdruckverbindung
der Steuerdruckkammer, und mit einem vollständig in der Steuerdruckkammer liegenden
Steuerelement, welches zumindest relativ zu dem einen Kanal beweglich ist, um die
Verbindung des einen Kanals mit der Steuerdruckkammer gegenüber der Verbindung des
anderen Kanals mit dieser Steuerdruckkammer zu schließen oder zu öffnen, gekennzeichnet
durch folgende Merkmale:
a) mindestens einer der genannten Kanäle (70, 75; 75'; 675, 780, 880, 947) ist mit
dem Stellglied (P, P', N, W, I, CC) beweglich;
b) das Steuerelement (C, C', F, FJ,Y) besteht aus einem solchen Werkstoff, daß es
unter der Wirkung eines Magnetfeldes in der Steuerdruckkammer (22, 45; 717, 810, 919)
in Steuerpositionen einstellbar ist;
c) eine steuerbare Magnetvorrichtung zur Verstellung des Steuerelementes in der Steuerdruckkammer.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (P, P',
N, W, I, CC) unter einer Gegenkraft steht, die in Gegenrichtung zu der von der Steuerdruckkammer
(22, 45; 717, 810, 919) her ausgeübten Kraft wirkt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied (P, P',
N, W, I, CC) eine von dem Druck in der Hochdruckkammer (16, 66,65) beaufschlagte Kolbenfläche
aufweist, die kleiner ist als die vom Steuerdruck beaufschlagte Kolbenfläche.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die vom Hochdruck beaufschlagte
Kolbenfläche halb so groß ist wie die vom Druck in der Steuerdruckkammer beaufschlagte
Kolbenfläche.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied
(P) einen aus dem Gehäuse (H, M) herausragenden Schaft (0) od.dgl. aufweist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied
(N) den Schieber (D) eines Schieberventils bildet oder mit diesem gekoppelt ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied
(W, I, CC) ein Ventilschließglied (734, 844, 941) aufweist oder mit diesem gekoppelt
ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß durch
das Stellglied (W) die Federkraft eines federbelasteten Ventils einstellbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied
(P, P', N, W, I, CC) und das Steuerelement (C, C', F, F',Y) in Achsrichtung hintereinander
im Gehäuse angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß das Stellglied (P, P', N, W, I, CC) ein sich in die Steuerdruckkammer (22, 45;
717, 810, 919) erstreckendes, vorzugsweise stangen- oder rohrartiges, Steuerkanalelement
(E, E',X, K, J, FF) aufweist, wobei mindestens einer der genannten Kanäle (70, 75;
75', 675, 780, 880, 947) eine Öffnung (80, 81; 680; 882, 946) an der Seitenfläche
des Steuerkanalelementes aufweist, und daß das Steuerelement gegenüber dem Steuerkanalelement
beweglich ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement (C,
C', F, F',Y) hülsenförmig ausgebildet ist und das Steuerkanalelement (E, E', K,X,
J, FF) umschließt.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement
(C, C', F, F',Y) in der Steuerdruckkammer verschiebbar gelagert ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement
(C, C', F, F', Y) auf dem Steuerkanalelement verschiebbar abgestützt ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die
Öffnung (80, 678, 882, 946) an der Seitenfläche des Steuerkanalelementes mit dem Hochdruckeinlaßkanal
(70, 675, 780, 880, 947) verbunden ist.
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuerkanalelement (E, E') mit im Abstand voneinanderliegenden, mit dem EinlaBkanal
(70) bzw. im Auslaßkanal (75) verbundene Öffnungen (80, 81) aufweist, die von dem
beweglichen Steuerelement (C, C') gegenläufig zueinander in Schließrichtung bzw. in
Öffnungsrichtung gesteuert sind.
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der
Auslaßkanal gegenüber dem Einlaßkanal gedrosselt ist, wobei das Steuerelement (F,
F', Y) den EinlaBkanal (675, 780, 880, 947) in Öffnungs-und Schließrichtung steuert.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Auslaßkanal aus
einer Mehrzahl von Drosselstellen mit rechtwinkligen Drosselkanten besteht.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, daß die Drosselstellen durch
umlaufende Nuten (670, 750, 841) gebildet sind, die von einer Längsnut (671, 752,
850) des Stellgliedes geschnitten werden, welches in dem Stellgliedgehäuse gleitend
und dichtend geführt ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Drosselkanal von
einem Kolben-hängskanal (964) gebildet ist, der eine Drosseleinschnürung (966) aufweist.
20. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 19, dadurch gekennzeichnet,
daß das Stellglied (P, P', N, W, I, CC) ein sich in die Steuerdruckkammer (22, 45;
717, 810, 919) erstreckendes Zylinderteil aufweist, und daß mindestens einer der genannten
Kanäle eine in eine Umfangsnut (80, 81, 678, 855, 945) des Zylinderteils mündende
seitliche Öffnung aufweist.
21. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 20, dadurch gekennzeichnet, daß das
hülsenartige Steuerelement (C, C', F, Y,F') an seiner Innenfläche eine Steuernut (90,
681, 790, 890) aufweist, welche die Verbindung zwischen Hochdruckseite und Niederdruckseite
über die Kanäle herstellt.
22. Vorrichtung nach Anspruch 20 oder 21, dadurch gekennzeichnet, daß an der Außenseite
des Zylinderteiles bzw. des Steuerelementes die Kanäle (70, 75, 75') im Axialabstand
in Öffnungen münden, und daß das hülsenförmige Steuerelement (C, C') eine in Umfangsrichtung
verlaufende Steuernut (90) aufweist, deren Flanken (90', 90") in einem Abstand voneinander
angeordnet sind, der angenähert dem Abstand der einander zugewandten Seiten (80",
81') der Öffnungen (80, 81) entspricht.
23. Vorrichtung nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Öffnungen (80, 81)
aus Umfangsnuten bestehen.
24. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 23, dadurch gekennzeichnet, daß das
Stellglied (P, P', N, W, I, CC) ein sich in die Steuerdruckkammer (22, 45; 717, 810,
919) erstreckendes Element (E, E', K, X, J, FF) aufweist, und daß mindestens einer
der genannten Kanäle sich von diesem Element durch das Stellglied hindurch erstreckt.
25. Vorrichtung nach Anspruch 24, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl der mit dem Hochdruckraum
(16) verbundene Einlaßkanal (70) als auch der zu der Niederdruckseite führende Auslaßkanal
(75, 75') sich durch das Stellglied und das in die Steuerdruckkammer ragende Element
(E, EI) erstrecken.
26. Vorrichtung nach einen der Ansprüche 1 bis 25, dadurch gekennzeichnet, daß das
Stellglied (P, P', N) einen vom Druck in der Hochdruckkammer (16, 661) beaufschlagbaren
Hochdruckkolben (Q, L) aufweist, und daß das Stellglied auf derjenigen Seite, die
der von dem Druck in der Steuerdruckkammer beaufschlagten Seite gegenüberliegt, vom
Niederdruck beaufschlagt ist.
27. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 26, dadurch gekennzeichnet, daß die
steuerbare Magnetvorrichtung mindestens eine die Steuerdruckkammer umschließende Magnetspule
(S, S') aufweist.
28. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 27, gekennzeichnet durch eine das Steuerelement
(C, C', F, F',Y) in eine vorbestimmte Position einstellende Federvorrichtung (95,
95', 795, 895, 982).
29. Vorrichtung nach Anspruch 27 oder 28, dadurch gekennzeichnet, daß die steuerbare
Magnetvorrichtung eine Einstellvorrichtung (Fig. 4 und Fig. 5A) aufweist, mit der
die Magnetspule (S, S') mit einem Mindest-Erregerstrom, bei welchem auf das Steuerelement
eine etwa der Anfangskraft der Federvorrichtung entsprechende Magnetkraft wirkt, bis
zu einem maximalen Erregerstrom beaufschlagbar ist, bei welchem die Federvorrichtung
stärker vorgespannt ist.
30. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß das
Stellglied (W) auf seiner der Steuerdruckkammer (717) gegenüberliegenden Seite eine
Ausnehmung od.dgl. (773) für die Schließbelastung eines Ventilgliedes (734) aufweist.
31. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 28 bis 30, dadurch gekennzeichnet, daß die
Federvorrichtung (95, 95t) zu beiden Seiten des Steuerelementes (C') angeordnete, das Steuerelement in eine
Mittellage in der Steuerdruckkammer einstellende Federn aufweist.
32, Vorrichtung nach Anspruch 31, gekennzeichnet durch die Anordnung von Anschlägen
(122, 133) deren Abstand geringfügig größer ist als die Länge des Steuerelementes
(C'), wobei die Federn (95, 95') an den Anschlägen angreifen und diese im Abstand
von dem Ende des Steuerelementes (C') halten.
33. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 32, dadurch gekennzeichnet,
daß das Steuerelement (C') in beiden Hubrichtungen magnetisch verstellbar ist.
34. Vorrichtung nach Anspruch 33, dadurch gekennzeichnet, daß die steuerbare Magnetvorrichtung
ein Paar axial ausgerichteter Magnetspulen (S, S') aufweist, welche die Steuerdruckkammer
(22, 45) umschließen und in Bezug auf die Mittellage des Steuerelementes (C') symmetrisch
angeordnet sind.
35. Vorrichtung nach Anspruch 34, dadurch gekennzeichnet, daß zur wahlweisen Strombeaufschlagung
der Magnetspulen (S, S') eine Stromquelle (146) mit einen parallel zu den in Reihe
liegenden Magnetspulen angeordneten Potentiometer (142) vorgesehen ist, wobei der
Abgreifer (144) des Potentiometers mittig zwischen die elektrische Verbindung der
Magnetspulen angeschlossen ist.
36. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 35, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuerelement (C, C', F, F', Y) mindestens teilweise aus magnetisch wirksamen Werkstoff
besteht.
37. Vorrichtung nach Anspruch 36, dadurch gekennzeichnet, daß das hülsenförmige Steuerelement
(C, C', F, F', Y) eine Außenbeschichtung (105) aus einem unmagnetischen Material,
vorzugsweise Kunststoff, aufweist.
38. Vorrichtung nach Anspruch 37, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement (C,
C', F, F', Y) mit einem vorbestimmten Spiel (cx) in der Steuerdruckkammer angeordnet
ist, und daß die unmagnetische Beschichtung (105) eine Dicke (t) aufweist, die mindestens
dem doppelten Spiel entspricht.
39. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 38, dadurch gekennzeichnet, daß bei
einem mit einem Ventilschließglied 1844) versehenen Stellglied (I) die Magnetspule
(S) von einer ihre Wärmeabstrahlung verhindernden Umhüllung od.dgl. (896) umgeben
ist, wobei die Magnetspule in wärmeübertragender Verbindung mit dem Druckmedium steht,
derart, daß die von dem Druckmedium zur Magnetspule übertragene Wärme größer ist als
die durch den Erregerstrom in der Magnetspule erzeugte Wärme.
40. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 39, dadurch gekennzeichnet, daß die
sich gegen den Ventilsitz (820) legende Fläche (845) des am Stellglied (I) angeordbneten
Ventilschließgliedes (844) konkav ausgeformt ist und sich entgegen der Öffnungsrichtung
des Ventils konisch verjüngt.
41. Vorrichtung nach einem der ANsprüche 1 bis 40, dadurch gekennzeichnet, daß in
der Hochdruckkammer (813, 910) ein magnetischer bzw. magnetisierbarer Ventilsitz (820,
932) angeordnet ist, daß das Stellglied (I, CC) eine sich bis hinter den Ventilsitz
erstreckende, sich konisch verjüngende Ventilsitz-Anlagefläche (844, 845, 941) aufweist,
und daß der EinlaBkanal (880, 947) sich durch den sich hinter den Ventilsitz erstreckenden
Teil der Ventilsitz-Anlagefläche erstreckt.
42. Vorrichtung nach Anspruch 41, dadurch gekennzeichnet, daß der Ventilsitz (820)
eine im wesentlichen geschlossene Ausnehmung eines etwa topfförmigen Ventilsitzgliedes
(814) umschließt, daß das Ventilschließglied (844) in die Ausnehmung einfaßt, und
daß in der die Ausnehmung umschließenden Wand angeordnete Kanäle (821) die Hpchdruckkammer
(813) mit der Innenseite des topfförmigen Ventilsitzgliedes (814) verbinden.
43. Vorrichtung nach Anspruch 41 oder 42, dadurch gekennzeichnet, daß am Ende des Stellgliedes
(I, CC) eine den Strom des Druckmediums in Richtung auf den Ventilsitz (820, DD) umlenkende
Fläche (948) vorgesehen ist.
44. Vorrichtung nach Anspruch 42 oder 43, dadurch gekennzeichnet, daß der EinlaBkanal
(880) mit der Hochdruckkammer (813) über etwa radial verlaufende Kanäle (821) verbunden
ist.
45. Vorrichtung nach einen oder mehreren der Ansprüche 1 bis 44, dadurch gekennzeichnet,
daß sich der EinlaBkanal von der Nähe des Endes des Steuerkanalelementes (E, E', K)
durch das Stellglied und den vom Hochdruck beaufschlagten Hochdruckkolben (Q, L) hindurch
erstreckt und auf der dem Steuerkanal gegenüberliegenden Seite mit der Hochdruckkammer
verbunden ist.
46. Vorrichtung, insbesondere nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 45, dadurch
gekennzeichnet, daß bei einen Schieberventil der den Schieber (D) aufnehmende zylindrische
Gehäuseraum des Gehäuses (A) an einem Ende eine im Durchmesser verjüngte Kammer (661)
aufweist, daß in dem Gehäuseraum als Stellglied ein Steuerkolben (N) geführt ist,
der eine Steuerdruckkammer bildet, daß Hochdruck- und Niederdruckein- und -auslaßöffnungen
(640, 642, 644) zwischen dem Steuerkolben (N) und der im Durchmesser verjüngten Kammer
(661) vorgesehen sind, daß ein dem Schieber (D) zugeordneter Hochdruckkolben (L) in
der im Durchmesser verjüngten Kammer (661) dichtend geführt ist, daß das dem Steuerkolben
(N) zugeordnete, in den Steuerdruckraum ragende Steuerkanalelement (K) mindestens
eine radial mündende Öffnung (680) aufweist, die über Kanäle (675, 658) in dem Hochdruckkolben,
dem Schieber, dem Steuerkolben und dem Steuerkanalelement mit dem Einlaßdruck verbunden
ist, daß der Steuerdruckraum über einen Auslaßkanal (634) mit dem Niederdruck bzw.
dem Rücklauf verbunden ist, und daß ein von der Magnetvorrichtung betätigtes Steuerelement
(F) zur veränderlichen Drosselung der Verbindung zwischen Ein- und Auslaßkanal in
der Steuerdruckkammer gegenüber der Öffnung (680) des Steuerkanalelementes (K) verstellbar
ist.
47. Vorrichtung nach Anspruch 46, dadurch gekennzeichnet, daß die Einlaßöffnung (680)
in einer Nut (678) an der Außenfläche des stangenförmigen Steuerelementes (K) mündet,
und daß die Nutöffnung durch das das Steuerkanalelement umschließende hülsenförmige
Steuerelement (F) in ihrem Drosselquerschnitt gesteuert ist.
48. Vorrichtung nach Anspruch 47, dadurch gekennzeichnet, daß das hülsenförmige Steuerelement
(F) an seiner Innenfläche eine mit der Nut (678) des Steuerkanalelementes (K) zusammenwirkende
Steuernut (681) aufweist, die mit der Außenseite des Steuerelementes verbunden ist.
49. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 46 bis 48, dadurch gekennzeichnet, daß die
Magnetvorrichtung zwei axial hintereinander angeordnete Magnetspulen (S, S') aufweist,
die das Steuerelement (F) umschließen, und daß aus Federn und Anschlägen bestehende
Zentriermittel für das Steuerelement, vorzugsweise zu beiden Seiten des Steuerelementes,
vorgesehen sind.
50. Vorrichtung, insbesondere nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 45, zur
Verwendung als Stellmotor, Kraftbetätiger u.dgl., gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) ein Gehäuse mit einem zylindrischen Gehäuseraum, der an einem Ende eine im Durchmesser
verjüngte, die Hochdruckkammer (16) bildende Gehäusekammer aufweist, in welcher ein
Differentialkolben mit seinem Hochdruckkolben (Q) gleitet, während sein im Durchmesser
größerer Steuerkolben (P) in dem im Durchmesser größeren Teil des Gehäuseraumes geführt
ist und diesen Gehäuseraum in eine auf der Seite des Hochdruckkolbens liegende Niederdruckkammer
(15) und in eine auf der anderen Seite liegende Steuerdruckkammer (22) unterteilt;
b) ein sich von dem Steuerkolben (P) in die Steuerdruckkammer (22) erstreckendes Steuerkanalelement
(E);
c) ein Einlaßkanal (17), der die Hochdruckkammer (16) mit einer Öffnung (84) an der
Seitenfläche des Steuerkanalelementes (E) verbindet;
d) ein Auslaßkanal (75), der die Steuerdruckkammer (22) mit der Niederdruckseite bzw.
dem Rücklauf verbindet;
e) ein in der Steuerdruckkammer (22) angeordnetes, das Steuerkanalelement (E) umschließendes
Steuerelement (C), welches zur Steuerung der Drosselverbindung der beiden Kanäle (70,
75) zu der Steuerdruckkammer (22) hin verstellbar ist und zumindest teilweise aus
einen magnetisch wirksamen Werkstoff besteht;
f) mindestens eine die Steuerdruckkammer umschließende Magnetspule (S, S') zur Verstellung
des Steuerelementes (C).
51. Vorrichtung nach Anspruch 50, dadurch gekennzeichnet, daß der Einlaßkanal (70)
in einer Umfangsnut (80) des Steuerkanalelementes (E) mündet, deren Drosselquerschnitt
durch das Steuerelement (C) veränderlich ist.
52. Vorrichtung nach Anspruch 50 oder 51, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement
(C) an seiner Innenseite eine mit der Steuerdruckkammer verbundene Umfangsnut (90)
aufweist,
53. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 50 bis 52, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuerkanalelement (E) an seiner Seitenfläche ein Paar im Axialabstand angeordneter
Umfangsnuten (80, 81) mit einem dazwischenliegenden Steg (82) aufweist, daß die Einlaß-
und Auslaßkanäle (70, 75), welche sich durch den Steuerdruckkolben (P) und das Steuerkanalelement
(E) erstrecken, jeweils mit einer der genannten Umfangsnuten (80, 81) verbunden sind,
und daß eine an der Innenseite des Steuerelementes (C) angeordnete Steuernut (90)
eine axiale Länge hat, die zumindest angenähert gleich der axialen Länge des Steges
(82) ist.
54. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 50 bis 53, dadurch gekennzeichnet, daß die
Magnetvorrichtung ein Paar im Axialabstand zueinander angeordneter Magnetspulen (S,
S') aufweist, daß eine das Steuerelement (C) axial zu den Magnetspulen zentrierende
Zentriervorrichtung vorgesehen ist, und daß die Stromquelle der Magnetspulen ein Potentiometer
(116x)aufweist, dessen Abgriff (126x) so geschaltet ist, daß bei der Dreh- oder Schwenkbewegung
des Abgriffs die eine Magnetspule jeweils nicht erregt und die andere Magnetspule
proportional dem Schwenkwinkel des Abgriffs (126x) erregt wird.
55. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 50 bis 53, dadurch gekennzeichnet, daß die
Magnetspule (S) über ein Potentiometer (116x)zwischen einem Maximalwert und einem
Minimalwert erregbar ist, wobei die Erregung bei dem Minimalwert so eingestellt ist,
daß hierbei die Magnetkraft am Steuerelement (C) etwa gleich einer auf die Magnetspule
wirkenden, diese in einer vorbestimmten Position haltende Federkraft ist.
56. Vorrichtung, insbesondere nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 45, zur
Verwendung als eine elektrisch gesteuerte Ventilpatrone, gekennzeichnet durch folgende
Merkmale:
a) ein Gehäuse (AA) mit einem am einen Ende geschlossenen Gehäuseraum und mit einem
zwischen den Gehäuseenden angeordneten Gewinde (916) zur Verschraubung mit einem Druckmittel
fUhrenden Teil (912);
b) ein dem Gehäuseraum am offenen Ende umgreifendes Ventilsitzglied (DD) und eine
Abdichtung (922) an der Gehäuseaußenfläche in Nähe des Ventilsitzgliedes;
c) ein Auslaß (924) im Gehäuse zwischen dem Ventilsitzglied und dem Gewinde (916);
d) ein Ventilkolben (CC) in dem Gehäuseraum mit einer Ventilsitzanlagefläche (941),
dessen Durchmesser größer ist als der Durchmesser des Ventilsitzes und der den Gehäuseraum
in eine auf der geschlossenen Gehäuseseite liegende Steuerdruckkammer (920) und eine
in Nähe des Gehäuse-Auslasses liegende Niederdruckkammer unterteilt;
e) ein sich von dem Kolben in die Steuerdruckkammer erstreckendes Steuerkanalelement
(FF) mit einer an seiner Außenseite liegenden Öffnung (946), die zu der Hochdruckseite
an der Ventilsitzanlagefläche hinführt;
f) ein Drosselkanal am Ventilkolben (CC), welcher die Steuerdruckkammer mit der Niederdruckkammer
verbindet;
g) ein die genannte Öffnung (946) drosselndes, in der Steuerdruckkammer bewegliches
federbelastetes Steuerelement (GG), welches zumindest teilweise aus magnetisch wirksamen
Werkstoff besteht;
h) eine magnetische Verstellvorrichtung außerhalb des Gehäuses zur Verstellung des
Steuerelementes gegen die Federrückstellkraft.
57. Vorrichtung nach Anspruch 56, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement (GG)
eine Bohrung aufweist, in die das Steuerkanalelement (FF) dichtend und verschiebbar
einfaßt und an deren Boden eine Drosselöffnung (986) angeordnet ist, über welche die
Bohrung des Steuerlementes mit der Steuerdruckkammer verbunden ist, wobei die Kanäle
(960) an der Seite des Steuerelementes die Öffnungen (946) des Steuerkanalelementes
mit der Steuerdruckkammer verbinden.
58. Vorrichtung, insbesondere nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 45 zur
Verwendung als Überdruckventil, gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) ein Gehäuse mit einer am einen Ende geschlossenen Druckkammer und mit einem am
anderen Ende angeordneten HochdruckeinlaB (724) mit ihn umschließendem Ventilsitz
(731);
b) eine Niederdruckauslaßöffnung (740) in Nähe des Ventilsitzes und ein im Gehäuse
bewegliches, von e:.ner Schließfeder (774) belastetes Ventilschließglied (734) mit
einer Ventilsitzanlagefläche (735) am einen Ende;
c) ein in der Kammer bewegliches, diese in eine Steuerdruckkammer (717) und eine Niederdruckkammer
(710) unterteilendes Stellglied (W), welches eine vom Druck in der Steuerdruckkammer
beaufschlagte Kolbenfläche, eine kleinere, vom Druck der Hochdruckseite beaufschlagte
Kolbenfläche und eine vom Niederdruck beaufschlagte dritte Kolbenfläche aufweist,
und welches bei seiner Stellbewegung die Federvorspannung der Schließfeder (774) ändert;
d) in dem Stellglied (W) ist ein die Einlaßseite mit der Steuerdruckkammer verbindender
Kanal (780) angeordnet, während die Steuerdruckkammer über einen zweiten Kanal mit
der Niederdruckseite verbunden ist;
e) eine magnetisch im Gehäuse verstellbar Vorrichtung (Y) zur Drosselung der Verbindung
des erstgenannten Kanals (780) zur Steuerdruckkammer hin gegenüber dem zweitgenannten
Kanal.
59. Vorrichtung nach Anspruch 58, dadurch gekennzeichnet, daß eine außerhalb des Gehäuses
angeordnete, einstellbare Magnetvorrichtung vorgesehen ist.
60. Vorrichtung nach Anspruch 58 oder 59, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetvcrrichtung
eine Magnetspule (S) aufweist, die von einer entfernt angeordneten einstellbaren Stromquelle
erregbar ist.
61. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 58 bis 60, gekennzeichnet durch ein sich
mit dem Stellglied (W) bewegendes Steuerkanalelement (X), wobei der Einlaßkanal (780)
radial zu diesem Steuerkanalelement in die Steuerdruckkammer mündet und die magnetisch
verstellbare Vorrichtung aus einem hülsenförmigen Steuerelement (Y) aus magnetisch
wirksamen Werkstoff besteht, welches das Steuerkanalelement umschließt und durch seine
Stellbewegung den Auslaß des Radialkanals drosselt.
62. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 58 bis 61, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuerkanalelement (X) eine Umfangsnut aufweist, in welche der Radialkanal mündet,
und daß das Steuerelement (Y) und die Nut ein zwischen der Hochdruckseite und der
Steuerdruckkammer liegendes Ventil bilden, welches durch die Bewegung des Stellgliedes
gegenüber dem Steuerelement einstellbar ist.
63. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 58 bis 62, dadurch gekennzeichnet, daß die
Stromquelle mindestens eine Wechselstromkomponente aufweist.
64. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 58 bis 63, dadurch gekennzeichnet, daß das
Ventilschließglied (734) einen von der Hochdruckseite zu der Steuerdruckkammer führenden
Innenkanal (779) aufweist, der mit einem Kanal des Stellgliedes (W) und des Steuerkanalelementes
in Verbindung steht, und daß das Steuerelement (Y) aus einer magnetisch wirksamen,
im Gehäuse verstellbaren Hülse besteht.
65. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 58 bis 64, dadurch gekennzeichnet, daß der
Auslaßkanal eine Drosselung mit einer Mehrzahl von rechtwinkligen Drosselkanten aufweist.
66. Vorrichtung nach Anspruch 65, dadurch gekennzeichnet, daß die Drosselung an der
Kolbenfläche des Stellgliedes (W) angeordnet ist und aus umlaufenden Drosselnuten
(750) und einem diese schneidenden Längskanal (752) besteht, der an seinem einen Ende
mit der Steuerdruckkammer und an seinem anderen Ende mit der Niederdruckseite in Verbindung
steht.
67. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 58 bis 66, dadurch gekennzeichnet, daß das
Ventilschließglied (734) mit einem Kolben (V) in eine Zylinderbohrung des Stellgliedes
(W) dichtend verschieblich einfaßt, deren Querschnitt kleiner ist als derjenige des
Ventilsitzes.
68. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 58 bis 62, dadurch gekennzeichnet, daß der
Ventilsitz konisch ausgebildet ist und die vom Druck der Einlaßseite beaufschlagte
Ventilsitzanlagefläche gekrümmt ist, wobei der Krümmungsradius dieser Fläche und der
Konuswinkel des Ventilsitzes so aufeinander eingestellt sind, daß der Durchmesser
der Berührungslinie dieser beiden Flächen größer ist als der Durchmesser der Ventilglied-Druckfläche.
69. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 58 bis 68, dadurch gekennzeichnet, daß das
Stellglied (W) aus einem zylindrischen Kolben besteht, der eine koaxiale zylindrische
Kammer (773) aufweist, in welcher das Ventilschließglied (V) verschiebbar geführt
ist.
70. Vorrichtung nach Anspruch 69, gekennzeichnet durch einen die Bewegung des Stellgliedes
bzw. des Kolbens (W) entgegen der Federdruckrichtung begrenzenden Anschlag (721) im
Gehäuse.
71. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 58 bis 70, gekennzeichnet durch eine Federvorrichtung
(795) in der Steuerdruckkammer, welche das Steuerelement (Y) in eine Position einstellt,
in der der Einlaßkanal (780) ungedrosselt ist.
72. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 58 bis 71, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest
der die Steuerdruckkammer bildende Gehäuseteil mindestens teilweise aus unmagnetischem
Werkstoff besteht.
73. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 58 bis 72, dadurch gekennzeichnet, daß der
Gehäuseauslaß (740) in Nähe des am Gehäuseendes liegenden Gehäuseeinlasses (724) an
der Gehäuseseite angeordnet ist, daß der Ventilkolben (V) eine vom Einlaßdruck beaufschlagte
Kolbenfläche (796) aufweist und gegenüber seinem Zylinderraum durch einen O-Ring (767)
abgedichtet ist, wobei die genannte Kolbenfläche und der 0-Ring einen Durchmesser
aufweisen, der kleiner ist als der Durchmesser des Ventilsitzes (795), und daß die
Kolbenfeder (774) eine den Ventilkolben gegen den Ventilsitz drückende Druckfeder
ist.
74. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 45 zur Verwendung als
Durchflußregelventil u.dgl., gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) ein Gehäuse (R) mit einer darin befindlichen Druckkammer und einer Öffnung (814)
in der Achse dieser Kammer, wobei an dieser Öffnung ein Ventilsitz (820) angeordnet
ist;
b) eine zweite Gehäuseöffnung (830) in Nähe der ersten Gehäuseöffnung (814);
c) ein in der Gehäusekammer beweglicher Ventilkolben (I) mit einer Ventilsitzanlagefläche
(845) und mit einer dem gegenüberliegenden Gehäuseende zugewandten Kolbenfläche (851),
durch deren Druckbeaufschlagung der Ventilkolben in Schließrichtung belastet ist;
e) ein erster Kanal (880) an dem Ventilkolben, der die Druckkammer hinter der Kolbenfläche
(851) mit der Hochdruckseite verbindet und ein zweiter Kanal, welcher die Druckkammer
mit der Niederdruckseite verbindet;
f) ein durch ein äußeres Magnetfeld magnetisch im Gehäuse verstellbares Steuerelement
(R), mit welchem eine Verbindung der beiden genannten Kanäle drosselbar ist.
75. Vorrichtung nach Anspruch 74, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement (R)
relativ zu dem Ventilkolben (I) im Gehäuse verstellbar ist und eine Öffnung einer
der beiden Kanäle mehr oder weniger überschneidet.
76. Vorrichtung nach Anspruch 74 oder 75, dadurch gekennzeichnet, daß das die Druckkammer
umschließende, das aus magnetisch wirksamen Werkstoff bestehende Steuerelement aufnehmende
Gehäuse zumindest teilweise aus unmagnetischem Material besteht, und daß eine Magnetspule
das Gehäuse und das Steuerelement umgreift.
77. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 74 bis 76, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuerelement aus einer gegenüber dem Ventilkolben verstellbaren, den Hochdruck führenden
Kanal drosselnden Hülse besteht.
78. Vorrichtung nach Anspruch 77, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse aus einem
magnetisch wirksamen Werkstoff und der Ventilkolben (I) sowie zumindest ein Teil des
Gehäuses aus unmagentischem bzw. magnetisch unwirksamen Werkstoff besteht.
79. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 74 bis 78, dadurch gekennzeichnet, daß der
zu der Niederdruckseite führende Kanal eine Mehrzahl in der Dichtfläche des Ventilkolbens
(I) liegende Umfangsnuten (750) und eine diese schneidende Längsnut (752) aufweist,
die mit ihrem einen Ende mit der Druckkammer und mit ihrem anderen Ende mit der Niederdruckseite
in Verbindung steht.
80. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 45 zur Verwendung als
Durchflußregelventil od.dgl, gekennzeichnet durch
a) ein Gehäuse mit einer Gehäusekammer, einem Hochdruck-Gehäuseeinlaß (814) an dem
einen Gehäuseende und einem Niederdruck-Auslaß (830) in Radialanordnung an der Gehäuseseite;
b) das Gehäuse ist zumindest an seinem dem Gehäuseeinlaß gegenüberliegenden Ende zumindest
teilweise aus unmagnetischem bzw. magnetisch unwirksamen Material gefertigt;
c) ein den Einlaß (814) umschließender Ventilsitz (820), gegen den sich eine Ventilsitzanlagefläche
eines Ventilkolbens (I) im Schließzustand legt, der eine in Gegenrichtung zu der Ventilsitzanlagefläche
gerichtete Kolbenfläche (851) aufweist, die mit der Gehäusekammer eine Druckkammer
bildet und eine größere Fläche hat als die Ventilsitzfläche;
d) ein mit dem Ventilkolben (I) bewegliches Steuerkanalelement (J) und ein im Ventilkolben
und dem Steuerkanalelement angeordnete EinlaBkanal (880) zur Verbindung der Druckkammer
(810) mit der Druckseite über eine Seitenöffnung des Steuerkanalelementes;
e) ein gegenüber dem Einlaßkanal gedrosselter Auslaßkanal, der die Druckkammer mit
dem Gehäuseauslaß verbindet, und ein in der Druckkammer angeordnetes, wahlweise verstellbares
Steuerelement (R) zur Drosselung der Verbindung zwischen Einlaßkanal und Druckkammer,
sowie eine außerhalb des Gehäuses angeordnete Einstellvorrichtung für das Steuerelement
(R).
81. Vorrichtung nach Anspruch 80, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement (R)
aus einem magnetisch wirksamen Werkstoff besteht und die Einstellvor-richtung von
einer Magnetvorrichtung gebildet ist.
82. Vorrichtung nach Anspruch 81, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetvorrichtung
eine Magnetspule aufweist, die zumindest Teile des Gehäuses umgreift.
83. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 80 bis 82, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuerelement (R) eine Hülse ist, welche das Steuerkanalelement (J) umgreift.
84. Vorrichtung nach Anspruch 83, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetspule außerhalb
des Gehäuses so angeordnet ist, daß ihre axiale Mittellinie von der axialen Mittellinie
der Hülse gegenüber dem Ventilsitz versetzt ist.
85. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 80 bis 84, dadurch gekennzeichnet, daß der
Einlaßkanal (880) in einer Umfangsnut (855) des Steuerkanalelementes (J) mündet.
86. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 80 bis 85, dadurch gekennzeichnet, daß die
Magnetspule (S) von einer Wärmeisolierung umschlossen ist.
87. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 80 bis 86, dadurch gekennzeichnet, daß ein
etwa topfförmiges, nicht magnetisches Ventilsitzglied (814) vorgesehen ist, dessen
Umrandungslippe den Ventilsitz (820) bildet und dessen Topfboden mit seiner Außenseite
dem Hochdruck zugewandt ist, wobei in der Topfwand liegende Einlaßöffnungen (821)
in Nähe des Ventilsitzes münden, und wobei ferner die Ventilsitzanlagefläche (845)
konisch ausgebildet ist und eine in das topfförmige Ventilsitzglied fassende Nase
bildet.
88. Vorrichtung nach Anspruch 87, dadurch gekennzeichnet, daß die konische Ventilsitzanlagefläche
eine konkave Ausformung hat.
89. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 88, dadurch gekennzeichnet,
daß das hülsenförmige, aus magnetisch-wirksamen Material bestehende Steuerelement
(C, C', F, F'.Y) sich zumindest an seinem einen Ende konisch verjüngt.
90. Vorrichtung nach Anspruch 89, dadurch gekennzeichnet, daß die zylindrische Innen-
und Außenfläche des hülsenförmigen Steuerelementes (C, C', F, F',Y) koaxial zueinander angeordnet sind, und daß in der Außenfläche eine Längsnut (93,
682, 791) vorgesehen ist.
91. Vorrichtung nach Anspruch 89 oder 90, dadurch gekennzeichnet, daß die zylindrische
Außenfläche des hülsenförmigen Steuerelementes (C, C', F, F',Y) eine Beschichtung
(105) aus einem magnetisch unwirksamen Material trägt, deren Dicke (t) mindestens
gleich dem doppelten Spiel (cx)des Steuerelementes in dem Gehäuse ist.
92. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 89 bis 91, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuerelement (C, C', F, F',Y) an seiner Innenfläche eine Umfangsnut (90, 681, 790,
890) und einen mit dieser verbundenen Radialkanal (91, 683) aufweist.
93. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 92, dadurch gekennzeichnet,
daß das Stellglied (P, P', N, W, I, CC) aus einem Kolben besteht, der zwei in derselben
Richtung weisende Kolbenflächen (23, 33) aufweist, von denen die eine dem Hochdruck
und die andere dem Niederdruck ausgesetzt ist, während eine dritte, in die Gegenrichtung
weisende Kolbenfläche (27) von einem Zwischendruck beaufschlagt ist, und daß von dieser
dritten Kolbenfläche aus sich ein Steuerkanalelement (E) axial erstreckt, welches
im Abstand von der dritten Kolbenfläche (27) einen Radialkanal (84) aufweist, der
mit einem Axialkanal (70) des Steuerkanalelementes und des Kolbens verbunden ist.
94. Vorrichtung nach Anspruch 93, dadurch gekennzeichnet, daß der Radialkanal (84)
in eine Umfangsnut (80) mündet.
95. Vorrichtung nach Anspruch 93 oder 94, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerkanalelement
(E) im Abstand von dem Radialkanal (84) einen zweiten Radialkanal (86), ggfls. mit
Umfangsnut (81), aufweist, der mit einem zweiten Axialkanal (75) im Steuerkanalelement
und im Kolben verbunden ist.
96. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 95, dadurch gekennzeichnet, daß das
Steuerkanalelement (E, E') einstückig oder radial verstellbar mit dem Stellglied bzw.
Kolben verbunden ist.
97. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das Steuerkanalelement (E') durch eine elastische Dichtung, vorzugsweise 0-Ringe (110,
111) geringfügig radialbeweglich mit dem Stellglied verbunden ist.
98. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 97, dadurch gekennzeichnet, daß die
Magnetvorrichtung aus zwei nebeneinanderliegenden Magnetspulen (S, S') mit einem durch
ein magnetisch unwirksames Glied (42, 42') getrennten gemeinsamen Pol besteht.
99. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 98 zur Verwendung als
einfach-oder doppeltwirkender Servomotor, dadurch gekennzeichnet, daß von einem im
Gehäuse hubbeweglichen Arbeitskolben (P) eine Stange od.dgl. (E) in eine Steuerdruckkammer
(22) ragt, die mindestens eine Öffnung (80, 81) an ihrer Seite aufweist, welche mit
einem der die Steuerdruckkammern mit der Hochdruckseite und der Niederdruckseite verbindenden
Kanäle (70, 71) verbunden ist, und daß ein die Stange umgreifendes hülsenartiges Steuerelement
(C) die Verbindung der Öffnung (80, 81) gegenüber dem anderen Kanal durch Drosselwirkung
steuert.
100. Vorrichtung nach Anspruch 99, dadurch gekennzeichnet, daß das Steuerelement (C)
aus magnetischem Material besteht und durch ein einstellbares Magnetfeld im Gehäuse
verstellbar ist.
101. Vorrichtung nach Anspruch 100, gekennzeichnet durch mindestens eine die Steuerdruckkammer
umgreifende Magnetspule (S, S').
102. Vorrichtung nach Anspruch 96 oder 97, dadurch gekennzeichnet, daß das Stellglied
(N) eine Bohrung (107) mit einer erweiterten Gegenbohrung aufweist, deren Querschnittsfläche
etwa doppelt so groß ist wie diejenige der Bohrung, daß das Steuerkanalelement (EI) mit einem Schaft (108) in die Bohrung (107) faßt, und einen in de Gegenbohrung liegenden
Flansch (121) aufweist, dessen Querschnittsfläche etwa doppelt so groß ist wie diejenige
der Bohrung (107), und daß im Axialabstand angeordnete, mit der Niederdruckseite verbundene
Dichtungen (110, 111) zur Abdichtung dieser Teile vorgeseher sind.
103. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 96 bis 102, dadurch gekennzeichnet, daß
das Steuerkanalelement (E') mit einem im Durchmesser abgesetzten Schaft in einer Bohrung
des Stellgliedes (P') angeordnet und durch Dichtungen (110, 111) in der gestuften
Bohrung abgedichtet ist, und daß der im Durchmesser kleinere Schaftteil (108) vom
Hochdruck, der im Durchmesser größere Schaftteil (121) vom Druck in der Steuerdruckkammer
und der Spalt zwischen den Dichtungen (110, 111) vom Niederdruck beaufschlagt ist.