[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verteilen von Gefechtskörpern entsprechend
dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Es ist bekannt, bewegliche insbesondere gepanzerte Ziele beispielsweise durch Streumunition,
Lenkflugkörper oder in der Entwicklung befindliche endphasengelenkte Flugkörper zu
bekämpfen (Siehe z. B. DE-A-2 347 374).
[0003] Streumunition, z. B. zur Verminung des Geländes, kann mittels des in der DE-A-21
53 994 beschriebenen Auswurfkopfes verteilt werden, der insbesondere in Verbindung
mit Raketen verwendet wird und als Verteileinheit eine Nutzlastträgerplatte mit mehreren
schwenkbar daran angebrachten Ausstoßrohren aufweist, welche die im Zielgebiet zu
verteilenden Körper enthalten und vor der Verteilung auseinandergespreizt werden.
Um eine kreisförmige Verteilung der Auswurfkörper am Boden zu erreichen, wird die
Verteileinheit vor der Freigabe, d. h. dem Beginn des Ausstoßens oder Verteilens der
Auswurfkörper durch zusätzliche Bremsmaßnahmen etwa mittels eines Bremsfallschirms
oder durch Bremsklappen im Fluge so abgebremst, daß sie senkrecht nach unten sinkt
und damit in eine vorgegebene Freigabeposition überführt worden ist. Dabei kann die
Verteileinheit noch mit der restlichen Rakete verbunden oder auch von dieser abgetrennt
sein und für sich allein in die senkrechte Bahn überführt werden.
[0004] Die Wirkung der Streumunition wird begrenzt durch die Genauigkeit der Aufklärung
der zu bekämpfenden beweglichen Ziele und die Möglichkeit, die Wege der Ziele mit
genügender Wahrscheinlichkeit voraussagen zu können. Ein Nachteil jeder Streumunition
ist die nur statistische Treffwahrscheinlichkeit, d. h. viele Wirkkörper erreichen
kein Ziel.
[0005] Lenkflugkörper stellen eine teure Waffe mit vergleichsweise geringer Kostenwirksamkeit
dar, deren Wirkung gleichfalls durch die Genauigkeit der Aufklärung begrenzt wird
und die einen hohen Aufwand nicht nur bezüglich der Elektronik, sondern auch für den
Antrieb erfordern.
[0006] Endphasengelenkte Flugkörper haben gegenüber den Lenkflugkörpern den Vorteil der
Vereinfachung des Transportmittels, insbesondere einer ungelenkten Rakete wie bei
der Streumunition. Der Vorteil gegenüber letzterer ist die Erhöhung der Treffwahrscheinlichkeit
in der Endphase, d. h. kurz vor dem Ziel mittels einer gegenüber den herkömmlichen
Lenkflugkörpern vereinfachten Lenkung. Da nur die Endphase gelenkt ist, muß aber auch
hier ebenso wie bei der Streumunition das Ziel vergleichsweise genau bekannt sein.
Weiterhin sind gewisse Probleme bei der Endphasenlenkung noch nicht gelöst, z. B.
die Verhinderung des Mehrfachbeschusses eines Zieles durch mehrere endphasengelenkte
Flugkörper, ein Problem, das auch bei den herkömmlichen Lenkflugkörpern besteht. Das
Problem des Mehrfachbeschusses besteht besonders dann, wenn wegen der Gesamtkosten
und/oder der Schußweite mehrere endphasengelenkte Flugkörper mit einer Rakete in das
Zielgebiet geschossen werden.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Verteilen von Gefechtskörpern
mit Wirkladungen zum Bekämpfer von insbesondere gepanzerten Zielen anzugeben, bei
dem mittels eines Trägerflugkörpers zwei oder mehrere, die Gefechtskörper darstellenden
Tochterflugkörper gemeinsam ins Zielgebiet transportiert und dort verteilt werden,
ohne daß die vorstehend angegebenen Nachteile auftreten, d. h. bei dem ein günstigeres
Verhältnis zwischen erforderlichem Aufwand und erzielbarer Treffwahrscheinlichkeit
erreicht wird.
[0008] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß ausgehend von dem im Oberbegriff des Anspruchs 1
angegebenen Verfahren entsprechend dem Kennzeichen dieses Anspruchs gelöst. Die Festlegung
des Zeitpunktes der Freigabe der einzelnen Tochterflugkörper in Abhängigkeit von der
Zielerfassung mittels der zentralen Such- und Auswerteeinrichtung an der Verteileinheit
ermöglicht eine optimale Start- oder Ausgangsposition für jeden einzelnen Tochterflugkörper
in das ihm von der Such- und Auswerteeinrichtung zugeordnete Ziel. Damit wird eine
erhebliche Erhöhung der Treffwahrscheinlichkeit erreicht, ohne daß dazu wie bei endphasengelenkten
Flugkörpern je eine Such- und Auswerteeinrichtung an jedem einzelnen Tochterflugkörper
notwendig ist. Die Verwendung nur einer zentralen elektronischen Such- und Auswerteeinrichtung
je Verteileinheit ermöglicht es darüber hinaus, diese eine Einrichtung bei immer noch
geringerem Gesamtaufwand mit einem höheren Leistungsvermögen auszubilden als die entsprechenden
separaten Einrichtungen der Tochterflugkörper. Ein weiterer Vorteil ist die durch
die Sucheinrichtung autonom festlegbare Verlängerung der Zielphase, d. h. der Zeitspanne
bis zur Freigabe der Tochterflugkörper, welche eine längere Zielverfolgung und damit
eine Optimierung der Startkoordinaten der einzelnen Tochterflugkörper ermöglicht.
[0009] Bei dem Trägerflugkörper handelt es sich vorzugsweise um eine Rakete, insbesondere
eine ungelenkte Rakete. Es kommen aber auch andere unbemannte Flugkörper, z. B. solche
mit einem luftatmenden Antrieb oder auch Geschosse, in Frage. Die Verteileinheit oder
Verteilstruktur des Trägerflugkörpers ist vorzugsweise von diesem vor Einsetzen der
zusätzlichen Bremsmaßnahmen abtrennbar. Es können auch zwei oder mehrere abtrennbare
Verteileinheiten je Trägerflugkörper vorgesehen sein. Die Tochterflugkörper, die als
Gefechtskörper zur Bekämpfung beweglicher Ziele ausgebildet sind, werden in bzw. an
der Verteileinheit untergebracht, indem sie z. B. in Ausstoßrohren oder auf Startschienen
angeordnet oder auch mittels Ausklinkvorrichtungen angehängt werden. Die Sucheinrichtung
ist in bekannter Weise beispielsweise als optischer oder Infrarot-Sensor, vorzugsweise
jedoch als Radar-Sensor ausgebildet. Die dem Sensor nachgeordnete gleichfalls bekannte
elektronische Auswerteeinrichtung weist wenigstens einen Rechner mit Speichereinrichtung
auf.
[0010] In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung ist nach Anspruch 2 die Verwendung eines
höher entwickelten Sensors vorgesehen, der bereits in der Startphase des Trägerflugkörpers
arbeitet und nicht erst auf die zu bekämpfenden Einzelziele anspricht, sondern schon
aus größerer Entfernung einen aus mehreren Einzelzielen gebildeten Zielbereich zu
erfassen vermag, der erst bei weiterer Annäherung vom Sensor in die Einzelziele aufgelöst
wird. In abhängigkeit von der Erkennung des Zielbereiches werden dann die gewollte
Abbremsung der Verteileinheit und deren bevorzugte Trennung vom restlichen Trägerflugkörper
in optimaler Weise ausgelöst. Diese zentrale Such- und Auswerteeinrichtung ermöglicht
also eine autonome Festlegung der Zeitpunkte für die Abbremsung der Verteileinheit
und für die Freigabe der Tochterflugkörper und damit eine selbständige Korrektur von
Aufklärungsfehlern und der Raketenstreuung.
[0011] Gemäß einem weiteren im Anspruch 3 angegebenen Vorschlag der Erfindung kann nach
Erfassen des Zielbereiches eine Vorphasenlenkung für die Tochterflugkörper durchgeführt
werden, indem für den Trägerflugkörper bzw. die von diesem getrennte Verteileinheit
eine in Rahmen der aeroballistischen, d. h. aerodynamischen und ballistischen Möglichkeiten
optimale Abstiegsbahn berechnet wird, die durch einstellbare aerodynamische Flächen
wie Gleitschirm, Flügel usw. oder z. B. auch durch Steuerdüsen erreicht werden kann.
Damit kann in vorteilhafter Weise eine noch weitere genauere Annäherung an den zu
bekämpfenden Bereich, insbesondere auch an eine Häufung von Einzelzielen in diesem
Bereich, erreicht werden.
[0012] Eine sehr einfache und zuverlässige Methode zur Elimination von Overkill ist im Anspruch
4 angegeben, gemäß dem die Zielkoordinaten eines freigegebenen Tochter
flugkörpers in der Auswerteeinrichtung erfaßt, gegebenenfalls entsprechend der weiteren
Abstiegsbahn der Verteileinheit korrigiert, und als erneutes Ziel gesperrt werden.
[0013] Bei der Anordnung einer zentralen Such- und Kommandoeinrichtung am Trägerflugkörper
bzw. an der Verteileinheit für die nacheinander freizugebenden einzelnen Tochterflugkörper
gibt es für deren Trennung verschiedene Möglichkeiten. So kann der Tochterflugkörper
mittels einer pyrotechnischen Ladung aus an der Verteileinheit angebrachten Abschußrohren
ausgestoßen werden. Diese einfache Lösung ist jedoch mit Reaktionskräften verbunden,
die ein Pendeln der Verteileinheit bzw. des Trägerflugkörpers nach den einzelnen Abschüssen
hervorrufen. Die Berücksichtigung dieser Pendelbewegungen bei der Freigabe der nachfolgenden
Tochterflugkörper durch den Rechner der Such- und Kommandoeinrichtung kann das System
unerwünscht komplex machen, während eine verstärkte aerodynamische Bedämpfung der
Anordnung die Systemzeit, d. h. die Zeitspanne bis zu einer für den nächsten Abschuß
hinreichenden Beruhigung der Pendelbewegung ungünstig lang machen kann.
[0014] Derartige Reaktionskräfte werden vermieden, wenn die Trennung der Tochterflugkörper
vom Trägerflugkörper bzw. der Verteileinheit aufgrund ihres Eigengewichtes erfolgt.
Eine zumindest nahezu rückstoßfreie Trennung mit in vorteilhafter Weise höherer Abgangsgeschwindigkeit
ist möglich, wenn der Tochterflugkörper nach Anspruch 5 mit Hilfe eines Raketenantriebes
gestartet bzw. nach dem Prinzip der Daviskanone gleichzeitig mit einer in entgegengesetzter
Richtung ausstoßbaren Kompensationsmasse aus dem Abschußrohr abgefeuert wird. Jedoch
tritt auch hier eine geringe Pendelung auf, weil sich durch die nacheinander erfolgende
Freigabe der Tochterflugkörper die Schwerpunktslage der mit den restlichen Tochterflugkörpern
versehenen Struktur ändert.
[0015] Sofern es im Einzelfall zweckmäßig sein sollte, einen solchen Störeinfluß zu minimieren,
kann nach Anspruch 6 vorgesehen werden, die Abschußrohre, Startschienen od. dgl. um
den Schwerpunkt der Verteilstruktur verschwenkbar anzuordnen und ihnen die Tochterflugkörper
- zusammen mit einer gegebenenfalls vorgesehenen Kompensationsmasse - so zuzuordnen,
daß deren Schwerpunkt mit dem der Verteilstruktur zusammenfällt. Damit ist sichergestellt,
daß es durch die Freigabe der Tochterflugkörper zu keiner Schwerpunktsverschiebung
in axialer Richtung, d. h. in Längsrichtung der Verteileinheit kommt. Dies gilt für
die Betrachtung in einer Seitenansicht der Verteileinheit, in welcher die Abschußrohre,
Startschienen od. dgl. sozusagen um die Höhenkoordinate des Schwerpunktes der Verteileinheit
verschwenkbar sind. Im Hinblick darauf, daß die Abschußrohre, Startschienen od. dgl.
dabei nicht in einer Ebene angeordnet werden können, sondern geringfügig gegeneinander
versetzt werden müssen, tritt noch eine Schwerpunktsverschiebung in seitlicher Richtung
auf, die jedoch gering ist.
[0016] Bei dem erfindungsgemäßen Verfahren sind die Anforderungen an die Tochterflugkörper
vergleichsweise gering. Bevorzugt sind die Tochterflugkörper oder Tochtergeschosse
daher ungelenkt. Als Tochterflugkörper können z. B. Streumunition wie Minen, Bomblets
od. dgl., geschoßartige Körper, Gefechtskörper mit zusätzlichem Antrieb usw. eingesetzt
werden. Je nach. Aufgabenstellung und Ergebnis einer eventuellen Systemanalyse sind
dabei Kombinationen möglich die beispielsweise vom gezielten Verlegen von Streumunition
über den Abschuß panzerfaustähnlicher Flugkörper bis zu einfachen Bahnkorrekturvorrichtungen
für die Tochterflugkörper reichen. Aber selbst echt endphasengelenkte Tochterflugkörper
können nach dem erfindungsgemäßen Verfahren verteilt werden, wenn sich dies trotz
des Aufwandes im Hinblick auf die angestrebte Treffwahrscheinlichkeit ais vorteilhaft
erweist. Beim « gezielten » Verlegen von Streumunition wird der Streubereich nicht
vor dem Abschuß des Trägerflugkörpers fest vorbestimmt, sondern von der zentralen
Such-und Auswerteeinrichtung autonom festgelegt.
[0017] Allen Variationen gemeinsam ist das Erreichen einer optimalen Start- oder Abschußposition
für die Tochterflugkörper durch Verwendung nur einer zentralen Sensor-Auswerte-Einheit,
die dadurch entsprechend hoch entwickelt sein kann. Ein weiterer Vorteil ist darin
zu sehen, daß die Erhöhung beim Abschuß des Trägerflugkörpers im Hinblick auf das
Überfliegen von Hindernissen vergleichsweise groß sein kann, ohne daß wie bei ungelenkten
Flugkörpern durch Windeinflüsse die Schußgenauigkeit darunter leidet. Als Vorteil
erweist sich ferner die hohe Flexibilität dervorgenannten Systeme, weil Anzahl und
Entwicklungsgrad der Tochterflugkörper nachträglich einfach variiert werden können.
Die Kosteneffektivität kann gesteigert, das Entwicklungsrisiko und die Entwicklungszeit
können vermindert werden durch die weitgehende Nutzung der einfachen Technologie ungelenkter
Flugkörper. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren ist es in sehr einfacher Weise möglich,
die bisherigen Schwierigkeiten bei der Aufklärung und Bekämpfung beweglicher gepanzerter
Ziele zu überwinden. Diese Schwierigkeiten waren darin begründet, daß einerseits die
Ziele sich relativ schnell bewegen, was bedeutet, daß die Zeit zwischen Aufklärung
und Bekämpfung minimiert werden muß, und andererseits in der Regel nur ein direkter
Treffer des Ziels zum Erfolg führt.
[0018] Das erfindungsgemäße Verfahren wird in der Zeichnung anhand schematischer Darstellungen
noch näher erläutert. Es zeigen
Figur 1 eine Darstellung möglicher Flugbahnen,
Figur 2 eine erfindungsgemäße Anordnung von Verteileinheit und Sucheinrichtung über
dem Zielbereich,
Figur 3 eine Verteileinheit mit um ihren Schwerpunkt schwenkbaren Abschußrohren und
Figur 4 eine Verteileinheit mit Bahnkurve eines Tochterflugkörpers.
[0019] Gemäß Fig. 1 wird der nicht gezeigte Trägerflugkörper, vorzugsweise eine ungelenkte
Rakete, mittels der Abschußeinrichtung 1 unter der Erhöhung 6
0 abgeschossen und bewegt sich auf der Bahn A. Werden die zu bekämpfenden Ziele aufgrund
vorhergehender Aufklärung im Zielbereich Z angenommen, so wird in bekannter Weise
aufgrund entsprechender Dateneingabe vor dem Abschuß der die Verteileinheit enthaltende
Kopf an dem Punkt I vom restlichen Trägerflugkörper getrennt und beispielsweise mittels
eines Fallschirms oder Bremsklappen bis zum Punkt 11 verzögert, an dem die Bahngeschwindigkeit
ausreichend reduziert und die Bahnneigung der Vertikalen so nahe ist, daß entsprechend
der DE-A-21 53 994 die Abschußrohre der Verteileinheit abgespreizt werden können.
[0020] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren wird frühestens am Punkt I die in Fig. 2 nur
noch gestrichelt angedeutete Ogive 2 des Kopfes bzw. der Verteileinheit 3 mit Bremsfallschirm
4 abgetrennt, so daß der fest mit der Verteileinheit verbundene Suchkopf 5 bereits
aus großer Höhe einen entsprechend großen Zielbereich Z erfassen kann. Bevorzugt wird
dann über einen dem Suchkopf 5 nachgeschalteten Rechner die im Rahmen der aeroballistischen
Möglichkeiten optimale Abstiegsbahn der Verteileinheit 3 berechnet, die durch einen
Gleitschirm oder andere entsprechend einstellbare asymmetrische aerodynamische Flächen
erreicht werden kann.
[0021] Im Verlaufe des weiteren Abstiegs der Verteileinheit 3 vom Punkt II zum Punkt 111
in Fig. 1 werden die Abschußrohre 6 mit je einem darin befindlichen Tochtergeschoß
abgespreizt wodurch sich die Geschwindigkeit der Verteileinheit weiter reduziert.
Im Punkt III hat die Verteileinheit 3 die in Fig.2 gezeigte Konfiguration K und befindet
sich in der Höhe h über dem Zielbereich Z. Ab dieser Höhe können aufgrund des im Rechner
gespeicherten aeroballistischen Verhaltens der Tochtergeschosse zunächst die Ziele
am äußeren Rand des
' Zielbereiches durch Wahl eines geeigneten Abschußzeitpunktes bekämpft werden. Da
der Zielbereich eine Fläche ist, können durch eine geringe Rotation der Verteileinheit
um ihre Längsachse 7 alle äußeren Zeile erfaßt werden. Das dazu notwendige Drehmo-
. ment um die Längsachse wird bevorzugt aerodynamisch, z. B. durch den Fallschirm
4, erzeugt. Die weiter im Zentrum des Zielbereiches Z liegenden Ziele können bekämpft
werden, wenn der Gefechtskopf weiter abgesunken ist.
[0022] Wird ein hochentwickelter Suchkopf 5 verwendet, der bereits in der Startphase des
Trägerflugkörpers arbeitet, so kann abweichend vom Vorstehenden die Auslösung der
Vorgänge am Punkt I autonom durch die Sucheinrichtung bei Lokalisierung des Zielbereiches
Z erfolgen. Diese Ermittlung der Zielkoordinaten erst kurz vor der Bekämpfung ist
insbesondere bei schnell beweglichen Zielen von Vorteil, weil - wie in Fig. 1 gezeigt
- auf der gleichen Primärflugbahn A je nach den Auslösepunkten I oder I' und 11 oder
II' unterschiedliche Zielbereiche Z oder Z' erfaßt werden können. Im Punkt III' befindet
sich der Gefechtskopf wieder in Höhe h über dem Zielbereich Z', ab welcher die Bekämpfung
der Ziele gemäß Fig. 2 erfolgen kann.
[0023] In Fig. 3 ist eine Verteileinheit 3 mit Bremsfallschirm 4 und Such-Auswerte-Einrichtung
5 gezeigt, deren Abschußrohre 6 um ihren Schwerpunkt S und den der Verteileinheit
3 schwenkbar sind. Zur Vereinfachung der zeichnerischen Darstellung sind nur zwei
dicht hintereinander angeordnete Abschußrohre 6 in ihrer ausgestellten Position gezeigt.
[0024] Sofern auch die Tochterflugkörper innerhalb der Abschußrohre so angeordnet sind,
daß auch ihr Schwerpunkt mit dem der Verteileinheit in der Zeichenebene zusammenfällt,
kommt es beim Abschuß eines Tochterflugkörpers zu keiner Verschiebung des Schwerpunktes
in Richtung der Längsachse 7. Die durch die Hintereinanderanordnung der Abschußrohre
6 bedingte Schwerpunktsverschiebung senkrecht zur Zeichenebene ist gering, so daß
durch Massen- änderungen bedingte Pendelbewegungen der Verteileinheit 3 weitgehend
ausgeschaltet sind.
[0025] Die Tochterflugkörper können mit einfachen Korrekturvorrichtungen für ihre Flugbahn
versehen werden. Gemäß Fig. 4 kann dann eine Verteileinheit 3 mit nur wenig oder sogar
nicht nach außen abgespreizten Abschußrohren 6 verwendet werden, wodurch in vorteilhafter
Weise die nach einem Abschuß auftretende seitliche Schwerpunktsverschiebung kleingehalten
wird. Die Tochterflugkörper können mit ausklappbaren angestellten Rudern (Steuerflächen)
versehen sein, so daß sie sich auf der Flugbahn B bewegen, während die Verteileinheit
3 sich auf der senkrechten Abstiegsbahn C bewegt. Die Trennung vom Rohr 4 und das
Durchfliegen der Bahn B kann alleine durch das Gewicht oder ergänzt durch einen Antrieb
erfolgen. Der zur Bekämpfung der Ziele notwendige seitliche Abstand der Tochterflugkörper
auf der Bahn B von der senkrechten Bahn C der Verteileinheit 3 kann wie in Fig.2 durch
die Ausstoßhöhe und/oder durch Variation des Rudereinstellwinkels erreicht werden.
1. Verfahren zum Verteilen von Gefechtskörpern, bei dem ein Trägerflugkörper bzw.
eine diesem zugeordnete Verteileinheit (3) für die als zwei oder mehrere Tochterflugkörper
ausgebildeten Gefechtskörper vor der Freigabe der Tochterflugkörper durch zusätzliche
Bremsmaßnahmen (4) verzögert und in eine vorgegebene Freigabeposition überführt wird,
dadurch gekennzeichnet, daß die Freigabe der Tochterflugkörper jeweils einzeln für
sich mittels einer für alle Tochterflugkörper gemeinsamen, der Verteileinheit (3)
zugeordneten Sucheinrichtung (5) mit nachgeschalteter Auswerteeinrichtung in Abhängigheit
von der jeweiligen Zielerfassung durch die Sucheinrichtung (5) zentral gesteuert wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mittels der Sucheinrichtung
(5) in Abhängigkeit von der Erfassung des Zielbereichs (Z) weiterhin der Beginn der
zusätzlichen Verzögerung des Trägerflugkörpers bzw. der Verteileinheit (3) und die
Auslösung der vorzugsweise vorgesehenen Trennung der Verteileinheit (3) vom restlichen
Trägerflugkörper gesteuert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß nach der Erfassung
des Zielbereichs (Z) durch die Sucheinrichtung (5) mittels deren Auswerteeinrichtung
die optimale Abstiegsbahn des Trägerflugkörpers bzw. der Verteileinheit (3) bestimmt
und dem entsprechende Bahnkorrekturen veranlaßt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verhinderung
der Mehrfachbekämpfung eines Ziels die Zielkoordinaten eines freigegebenen Tochterflugkörpers
in der Auswerteeinrichtung gespeichert und für die verbleibenden Tochterflugkörper
der Verteileinheit (3) blockiert werden.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zur Freigabe
der Tochterflugkörper vom Prinzip des Raketenantriebs oder der Daviskanone mit einer
entgegen dem Tochterflugkörper ausstoßbaren Kompensationsmasse Gebrauch gemacht wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Tochterflugkörper
aus Abschußrohren (6), von Startschienen o. dgl. freigegeben werden, die - betrachtet
in einer Seitenansicht der Verteileinheit (3) - um den Schwerpunkt (S) der Verteileinheit
(3) schwenkbar ausgebildet sind und in bzw. an denen die Tochterflugkörper derart
angeordnet werden, daß deren Schwerpunkt - betrachtet in der gleichen Seitenansicht
- mit demjenigen der Verteileinheit (3) wenigstens annähernd zusammenfällt, so daß
durch die Freigabe der Tochterflugkörper praktisch keine Änderung der Schwerpunktslage
der Verteileinheit (3) in deren Längsrichtung erfolgt.
1. Process for the distribution of ammunition in which a carrier flight body, or a
distribution unit (3) associated therewith, before the ammunition formed as two or
more sub-flight bodies is retarded before the releasing of the sub-flight bodies by
additional braking means (4) and is conveyed in a predetermined release position,
characterised in that the release of the sub-flight bodies is, at the time, controlled
centrally for each on its own by means of a searching arrangement (5) assigned to
the distribution unit (3) common to all sub-flight bodies, with coupled plotting arrangement
dependent on the target determination by the searching arrangement (5).
2. Process according to Claim 1, characterised in that furthermore the beginning of
the additional retarding of the carrier flight body or of the distribution unit (3)
and the release of the preferably provided separation of the distribution unit (3)
from the residual carrier flight body are controlled by means of the searching arrangement
(5) in accordance with the determination of the target region (Z).
3. Process according to Claim 1 or 2, characterised in that, after the determination
of the target region (Z) through the searching arrangement (5) by means of its plotting
arrangement, the optimal descent path of the carrier flight body or of the distribution
unit (3) are determined and caused to undergo the corresponding path corrections.
4. Process according to one of Claims 1 to 3, characterised in that, for delaying
the multiple combating of a target, the target coordinates of a released sub-flight
body are accumulated in the plotting arrangement and are blocked for the remaining
sub-flight bodies of the distribution unit (3).
5. Process according to one of Claims 1 to-4, characterised in that, for the release
of the sub-flight bodies, use is made of the principle of rocket propulsion or of
the Davis cannon with a compensation mass dischargeable opposite to the sub-flight
body.
6. Process according to one of Claims 1 to 5, characterised in that that sub-flight
bodies are released from discharge tubes (6) by launching rails or the like, which
observed in a lateral view of the distribution unit (3) are formed rotatably about
the centre gravity (S) of the distribution unit (3) and so are arranged in or on the
sub-flight bodies thereof, that the centre gravity thereof observed in the same lateral
view coincides with that of the distribution unit (3) at least approximately, so that,
by the release of the sub-flight bodies, practically no change in the position of
the centre of gravity of the distribution unit (3) in its length direction takes place.
1. Procédé pour distribuer des projectiles de combat, selon lequel un missile porteur
(ou selon le cas une unité distributrice (3) affectée à ce missile porteur) de projectiles
de combat consistant en deux missiles portés ou plus est, avant que les projectiles
ne soient libérés, décéléré au moyen de dispositifs de freinage auxiliaires (4) et
amené à une position de libération des projectiles prédéterminée, caractérisé par
le fait que la libération individuelle de chacun des missiles portés est commandée,
en fonction de l'acquisition de l'objectif correspondant, par une centrale de détection
(5) commune, affectée à l'unité distributrice (3), et à laquelle est reliée un dispositif
d'interprétation.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le dispositif de détection
(5) sert également à commander, en fonction de l'acquisition de la zone des objectifs
(Z), le début du freinage du missile porteur ou de l'unité distributrice (3) et le
déclenchement de la séparation préférable de l'unité distributrice (3) du reste du
missile porteur.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que, à la suite de l'acquisition
par le dispositif (5) de la zone visée (Z), le dispositif d'interprétation relié au
dispositif de détection (5) détermine la trajectoire de descente optimale du missile
porteur ou, selon le cas, de l'unité distributrice (3), et des corrections adéquates
de trajectoire sont effectuées.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1, 2, 3, caractérisé en ce que,
afin d'éviter le bombardement multiple d'un objectif, les coordonnées de l'objectif
d'un projectile libéré sont mémorisées dans le dispositif d'interprétation, et interdites
aux projectiles restants.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1, 2, 3, 4, caractérisé en ce
que, pour libérer les projectiles, on utilise le principe de la propulsion par fusée
ou du canon de Davis, avec une masse compensatrice éjectable en sens opposé du projectile.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1, 2, 3, 4, 5, caractérisé en
ce que, les projectiles sont éjectés hors des tubes de lancement (6), rails de lancement
ou autres dispositifs similaires qui - si l'on considère l'unité distributrice (3)
en vue latérale - peuvent pivoter autour du centre de gravité (S) de celle-ci, et
dans ou sur lesquels les projectiles sont disposés de telle sorte que - en se plaçant
toujours dans la même vue latérale - leur centre de gravité coïncide au moins approximativement
avec celui de l'unité distributrice (3) ; ainsi, la libération des projectiles n'entraîne
pratiquement aucune modification de la position du centre de gravité de l'unité distributrice
(3) sur l'axe longitudinal de celle-ci.