[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren, nach dem textile Materialien, insbesondere
Polmaterial, bestehend aus natürlichen oder synthetischen Fasermaterialien oder Mischungen
solcher Fasern untereinander, in einem kontinuierlichen Arbeitsgang sowohl gefärbt
als auch ausgerüstet werden können.
[0002] Unter Ausrüstung soll die Behandlung der textilen Materialien z.B. mit Antielektrostatica,
Egalisiermittel, Knitterfestmittel, Hydrophobier- und Oleophobiermittel, Weichmachern,
Soil-Release-Mittel und/oder Flammschutzmittel verstanden werden.
[0003] Aus Textilveredlung 6 (1971), Nr. 11, S. 708 - 711 ist ein Verfahren bekannt geworden,
nach dem gewirkte Textilien in einer rotierenden Trommel in einem feinblasigen, einphasigen,
wäßrigen Schaum gefärbt werden, der durch spezielle, anionaktive und nichtionogene
Hilfsmittel gebildet wird, und der gleichzeitig Farbstoffe, bzw. andere Chemikalien
zu deren Fixierung enthält. Diese Methode wurde in der Absicht entwickelt, das Färbegut
in einem extrem kurzen Flottenverhältnis färben zu können, woraus ein geringer Energie-
und Wasserbedarf sowie eine gegenüber anderen Färbeverfahren relativ geringe Abwasserbelastung
resultiert.
[0004] Zu diesem Zweck wird der flüssige Anteil im Gesamtvolumen des Schaumes möglichst
klein gehalten. Nach dem Verteilen des Schaumes mittels der Zentrifugalkraft in der
Färbetrommel bei Raumtemperatur wird der Trommelinhalt mit Dampf oder Heißluft auf
die Farbstoff-Fixiertemperatur aufgeheizt, die Ware für eine gewisse Zeit bei dieser
Temperatur behandelt, sodann gekühlt und geschleudert.
[0005] Es handelt sich bei dieser Arbeitsweise um ein diskontinuierliches Verfahren, das
infolge der Trommel nicht für Stückware, sondern nur für Fertigartikel geeignet ist.
[0006] Eine Weiterentwicklung dieses Verfahrens ist in der DE-OS 2 402 353 beschrieben und
bezieht sich auf das kontinuierliche Aufbringen eines stabilen Schaumes auf das zu
färbende Textilgut, wobei der stabile Schaum sowohl den erforderlichen Farbstoff als
auch die weiterhin benötigten Hilfsmittel enthält. Der Flüssigkeitsgehalt des Schaumes
ist zusammen mit der Höhe der aufgetragenen Schaumschicht zur Regulierung der Auftragsmenge
und damit zur Einstellung der Farbtiefe verwendet.
[0007] Nach erfolgter Ablage des Schaumes auf das textile Material wird das Textilgut in
einen Dämpfer gebracht, in dem die aufgetragene Schaumschicht zerfallen soll und die
in den Schaumlamellen befindliche Flüssigkeit an die Pol- oder Gewebefasern übergeht
und diese benetzt und der Farbstoff die für eine Fixierung auf der Faser erforderliche
Temperatur erhält. Zu diesem Zweck wird die mit der Schaumschicht belegte Ware gewöhnlich
durch einen Kanal geführt, in dem sich eine gesättigte Wasserdampfatmosphäre befindet
(100°C).
[0008] Der gebildete Schaum dient dem gleichzeitigen Auftragen und der feinen Verteilung
der verschäumten Flotte auf der Ware. Ist dies geschehen, wird der verschäumte Zustand
der Flotte nicht mehr erforderlich und muß wieder aufgehoben werden.
[0009] Die Zerstörung der aufgetragenen Schaumschicht stellt ein besonderes Problem dieses
Färbeverfahrens dar.
[0010] Als Verfahrensvorschläge zur Schaumbeseitigung wurden entweder der spontane Schaumzerfall
der aufgetragenen Schaumschicht aufgrund der besonderen Zusammensetzung eines zeitlich
begrenzt beständigen Schaumes in Verbindung mit einer entsprechend gesteuerten Warengeschwindigkeit
oder ein ausgelöster Schaumzerfall infolge Zufuhr eines schaumzerstörenden Mittels
(etwa Aufsprühen einer Lösung eines Entschäumers oder Kontakt der Schaumoberfläche
mit einer Walze, die mit einer schaumzerstörenden Lösung beschickt ist) genannt.
[0011] Die erwähnten Verfahren zur Zerstörung der Schaumschicht besitzen jedoch Nachteile.
In vielen Fällen ist es nicht möglich, der Färbeflotte und somit dem daraus hergestellten
Schaum ein für das betreffende Textilgut ausreichende Benetzungsvermögen zu verleihen,
ohne die hierfür geeigneten Hilfsmittel zuzusetzen. Diese Hilfsmittel besitzen aber
in vielen Fällen eine stark schaumstabilisierende Wirkung, was die Schaffung von zeitlich
begrenzt beständigen Schäumen unmöglich macht.
[0012] Das Verfahren, den Schaumzerfall durch Zufuhr schaumzerstörender Mittel (beispielsweise
Aufsprühen) einzuleiten, kann dadurch erschwert werden, daß eine rasche Zerstörung
des Schaumes auch an solchen Stellen bewirkt wird, an denen der den Farbstoff tragende
Schaum noch nicht ausreichend tief in das Textilmaterial eingedrungen ist. Hierdurch
können sich Unregelmäßigkeiten der Färbung ergeben und unter Umständen nicht eingefärbte
Stellen zurückbleiben.
[0013] Das ausreichend tiefe Eindringen des Farbschaumes z.B. in den Pol wird bei höheren
Polwaren meist dadurch erreicht, daß die Ware nach Auftrag der Schaumschicht über
einen Vakuumspalt geführt wird, der den aufgetragenen Schaum gerade so weit in den
Pol hereinzieht, daß sich nach diesem Vorgang ein Teil des Schaumes im Pol befindet,
ohne jedoch durch das Grundgewebe hindurchgezogen zu werden. Durch diese Maßnahme
wird jedoch dieser Schaumanteil der unmittelbaren Durchmischung mit dem aufgetragenen
Schaumzerstörungsmittel entzogen. Dies kann entweder zur Folge haben, daß die Entschäumung
innerhalb des Pols nicht rasch genug erfolgt und es zum starken Aufblähen der Schaumschicht
im Dämpfungsvorgang kommt, oder daß durch die Kapillaradhäsion bestimmter Entschäumer
die zwischen den Fasern des Pols befindliche Flottenflüssigkeit rasch bis auf das
Grundgewebe durchfällt. Das Ergebnis ist, daß nur die Polspitze und der Polfuß gefärbt
sind.
[0014] Aus den gleichen Gründen wie bei der Aufbringung von schaumzerstörenden Substanzen
durch das Aufsprühen kann das Heranbringen der Schaumschicht an eine Walze, die mit
einem schaumzerstörenden Mittel versehen wurde, nicht befriedigend sein.
[0015] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren zum kontinuierlichen
Färben und gleichzeitigen Ausrüsten von textilen Materialien in einem Arbeitsgang,
dadurch gekennzeichnet, daß während des Färbevorgangs der Färbeflotte ein entschäumend
wirkende Mittel, das im wesentlichen zusammengesetzt ist aus
a) 80 bis 100 Gew.-% eines Polyoxyalkylen-Polysiloxan-Copolymers der allgemeinen Formel

in der
R eine gegebenenfalls halogensubstituierte Alkylgruppe mit bis zu 4 Kohlenstoffatomen,
R den Substituenten R bzw. einen Phenylrest,
R2 eine Gruppe der Zusammensetzung

Z eine difunktionelle Einheit wie -O- oder

darstellt, wobei
R3 einen Kohlenwasserstoffrest mit bis zu 6 Kohlenstoffatomen,
R4 unabhängig voneinander Wasserstoff oder R3,
n eine Zahl zwischen 3 und 40,
m eine Zahl zwschen 1 und 15,
x eine Zahl zwischen 0 und 68
y eine Zahl zwischen 0 und 52
x+y eine Zahl zwischen 1 und 68
P eine Zahl zwischen 2 und 12 bedeutet, und
b) 0,5 bis 20 Gew.-% eines hydrophoben Siliziumdioxids, sowie gleichzeitig das Ausrüstungsmittel
zugesetzt wird.
[0016] Überraschendreweise gelingt es mit dem erfindungsgemäßen Verfahren, die beschriebenen
Nachteile zu vermeiden und es resultieren einwandfreie Färbungen und eine ausgezeichnete
Ausrüstung der textilen Materialien.
[0017] Das erfindungsgemäße Verfahren wird in einer allgemeinen Ausführungsform wie folgt
ausgeführt:
Ein Polmaterial oder textiles Flächengebilde durchläuft eine Schaumauftrag-Apparatur,
die einen feinblasigen Schaum kontinuierlich in vorgegebener Dicke auf die Oberseite
des zu färbenden und gleichzeitig auszurüstenden Materials aufbringt. Sodann wird
das beschäumte Textil über einen Vakuumspalt geführt, derart, daß ein Teil des auf
das Material aufgetragenen Schaumes in den Pol hineingezogen, nicht aber hindurchgezogen
wird. Danach wird eine Vorrichtung durchlaufen, in der das so vorbereitete Material
mit Hilfe von Sattdampf, erwärmter Luft oder durch Infrarotstrahlung auf eine Temperatur
von etwa 100°C gebracht wird. Bei diesem Schritt erfolgt der Schaumzerfall unter Freigabe
der im Schaum gebundenen interlamellaren Flüssigkeit, die unter den vorgesehenen Bedingungen
der Pol vollständig benetzt und für die gewünschte Anfärbung des Polmaterials sorgt.
[0018] Die Flotte, aus der der für das erfindungsgemäße Verfahren erforderliche Schaum mit
Hilfe von Rühraggregaten oder Treibgas erzeugt wird, besteht erfindungsgmäß im wesentlichen
aus:
a) dem für die Einstellung des gewünschten Farbtones erforderlichen Farbstoff oder
Farbstoffgemisch.
b) einen oder mehreren Netzmitteln anionischer, kationischer oder nichtionogener Natur
c) der Entschäumersubstanz auf Basis von Polyether-Siloxan-Copolymeren
d) einem Ausrüstungsmittel sowie
e) weiteren Hilfsmitteln, die zur Optimierung des Benetzungs- und/oder Viskositätsverhaltens
der Flotte erforderlich sind.
[0019] Die für das erfindungsgemäße Verfahren benötigten Geräte und Maschinen sind an sich
bekannt, ebenso wie die prinzipielle Technik (vgl. z.B. Ch. Namboodri, R. Gregorijan,
Continous foam dyeing of carpets, Amer. Dyestuff Reporter, June 1978, S.27-34).
[0020] Das Verfahren zur Herstellung der verwendeten Entschäumer ist dadurch gekennzeichnet,
daß ein Organopolysiloxan der allgemeinen Formel

in der
U einen Rest einer niedrigen einbasischen Carbonsäure mit bis zu 4 Kohlenstoffatomen,
vorzugsweise einen Acetatrest, und
Weinen Rest einer fluorierten Alkansulfonsäure darstellt, wobei
a gleich oder kleiner 1 und
b gleich oder kleiner als 0,5 ist,
das durch Umsetzung von R
1SiCl
3 mit einem Diorganopolysiloxan in Gegenwart einer fluorierten Alkansulfonsäure bzw.
derer Salze in überschüssiger einbasischer Carbonsäure erhalten wird, mit einem Gemisch
von R
2-OH und H-Z-H, dessen Zusammensetzung durch die Kettenlänge n des Organosiloxangliedes
bestimmt wird, in Gegenwart einer Base in einem organischen Lösungsmittel umgesetzt
wird, und gegebenenfalls mit 20 bis 0,5 Gew.-% eines hydrophoben Siliziumdioxids vermischt
wird.
[0021] Die Verwendung der erfindungsgemäßen Polyether-Siloxan-Copolymeren gestattet die
Herstellung homogener Farbstoff - und Hilfsmittelflotten sowie ihre problemlose Verschäumung
zu stabilen und bis zu Temperaturen von 50°C nicht zerfallenden Schäumen mit der für
das Verfahren erforderlichen oder erwünschten Feinheit der Schaumbläschen. Die Verschäumung
der Entschäumersubstanzen gestatten außerdem das Zusetzen der für die Ausrüstung erforderlichen
Mittel.
[0022] Ein besonderer Vorteil des erfindungsgemäßen Verfahrens besteht wie bereits erwähnt
darin, daß neben der Färbung das textile Material auch gleichzeitig ausgerüstet werden
kann. Dazu kommen z.B. folgende Mittel in Frage:
Antielektrostatika auf Basis von Polyglycolen, Fettaminen oder Phosphatestern
Egalisiermittel auf Basis von Fettalkohol-Ethylenoxid-Kondensaten
Knitterfestmittel auf Basis von Formaldehydkondensationsprodukten oder Methylol-Melaminverbindungen
Hydrophobier- und Olecphobiermittel auf Basis von Perfluoralkylcarbonharzen, Siliconen
Weichmacher Fettsäureamide, Fettsäurekondensationsprodukte
Soil-Release-Mittel auf Basis von Polvacrylestern
Flammschutzmittel org. Phosphorverbindungen
[0023] Ein besonderes Problem bei Gegenständen aus Polware, das heißt Textilien, die durch
Schlingen oder ausgeschnittene Schlingen (Velour) eine bestimmte Oberflächenstruktur
besitzen, ist die Erhaltung dieser Oberflächenstruktur während ihrer Gebrauchsdauer.
Es ist die Erfahrung weit verbreitet, daß zum Beispiel Teppichböden aus Polware schon
nach relativ kurzer Benutzungszeit durch Begehen, schwer aufliegende Gegenstände wie
beispielsweise Möbelstücke oder durch Befahren durch Rollstühle Schädigungen aufweisen,
die sich durch eine Veränderung der Oberflächenbeschaffenheit auszeichnen.
[0024] Solcherart belastete Teppichböden haben Druckstellen, Rillen und ungleichmäßig liegenden
Flor (sog. Gehstraßen).
[0025] Polhaltige Möbelbezugsstoffe erleiden gleichartige Veränderungen ihrer Oberflächenbeschaffenheit,
vorzugsweise an den am leichtesten zugänglichen und am stärksten belasteten Stellen.
Die Folge ist ein ungleichförmiges Aussehen der Textiloberfläche.
[0026] Zur Beseitigung dieses Zustandes werden Maßnahmen wie Bürsten, Saugen oder Abreiben
sowie Kombinationen daraus durchgeführt. Diese Maßnahmen sind in vielen Fällen mühevoll,
unwirtschaftlich und wenig effektiv.
[0027] Es sind nun Verfahren bekannt geworden, die mit Hilfe von stabilen, wäßrigen Methylsilsesquioxan-/Kieselsäure-dispersionen
bestimmter Teilchengrößenverteilung eine ausgezeichnete Polstabilisierung und gute
schmutzabweisende Effekte erzielen. Die Verfahren zur Herstellung solcher Methylsilsesquioxan-/Kieselsäure-Dispersionen
sind dadurch gekennzeichnet, daß Silane der allgemeinen Formel R-Si (OR
+)
3, worin R
+ ein substituierter oder unsubstituierter Kohlenwasserstoffrest mit 1 bis 7 Kohlenstoffatomen,
dessen Substituenten Halogenatome, Amino-, Mercapto- und Epoxygruppen sein können
und bis zu 95 % der Reste R einen Methylrest und R einen Alkylrest mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen
bedeuten, zu einem Gemisch aus Wasser, einer Puffersubstanz, einem oberflächenaktiven
Mittel und gegebenenfalls einem organischen
Lö- sungsmittel unter Bewegung und unter sauren oder basischen Bedingungen zugesetzt
werden.
[0028] Durch eine gleichmäßige und langsame Zugabe der eingesetzten Silanmenge zur wäßrigen
Lösung kann die gewünschte enge Teilchengrößenverteilung erzielt werden, die eine
optimale polstabilisierende Wirkung hervorruft.
[0029] Bekanntermaßen stellen derartige kolloidale Dispersionen Systeme dar, die oft schon
durch geringe äußere Einwirkungen wie Salzzusätze, hohe Mechanik, Zugaben von kationischen,
anionischen oder nichtionogenen Tensiden in ihrer Stabilität Schaden erleiden und
die erwähnten nutzbaren Eigenschaften verlieren.
[0030] Es war daher besonders überraschend, daß bestimmte Einstellungen dieser Methylsilsesquioxandispersionen
auch dann noch stabil und für den Anwendungszweck effektiv sind, wenn sie in Zubereitungen
eingemischt werden, deren Salz-, Tensid- und Hilfsmittelkonzentrationen erfahrungsgemäß
zur Zerstörung der kolloidalen Dispersionen führen würde.
[0031] Erst diese Tatsache erlaubt die Anwendung einer Verfahrensweise, bei der in eine
relativ konzentrierte Lösung von Farbstoffen, Tensiden und anderen Hilfsmitteln Methylsilsesquioxan-/Kieselsäuredispersionen
zugesetzt und in einem einzigen Arbeitsgang sowohl die Färbung als auch eine polstabilisierende
und schmutzabweisende Ausrüstung durchgeführt werden kann.
[0032] Für die Herstellung der Polstabilisierungsmittel kommen als anionische Oberflächenaktive
Mittel aliphatische und/oder aromatische Sulfonsäuren in Betracht, beispielsweise
Decyl-, Dodecyl-, Cetyl-, Stearyl-, Myristyl- oder Oleylsulfonsäuren oder deren Alkalisalze.
Werden kationische oberflächenaktive Mittel verwendet, ist es vorteilhaft, Halogenide
und insbesondere Chloride und Bromide zu verwenden. Andere oberflächenaktive Mittel,
einschließlich solche von nichtionogener oder am
photerer Natur, können in Verbindung mit den obengenannten Mitteln verwendet werden,
sofern dieselben weder auf Grund ihrer Natur noch ihrer Menge einen störenden Einfluß
auf die Stabilität der kolloidalen Suspension ausüben.
[0033] Zur Herstellung der Polstabilisierungsmittel ist ein den pH-Wert steuernder Puffer
von besonderer Wichtigkeit. Erst der Zusatz der Puffersubstanz bewirkt eine derart
geregelte Hydrolyse, der Alkoxysilane, und anschließende Kondensation der daraus gebildeten
Silanole, daß der beanspruchte Polstabilisierungseffekt hervortritt.
[0034] Die Herstellung der kolloidalen Suspensionen kann bei Temperaturen zwischen Raumtemperatur
und 80°C durchgeführt werden; besonders bevorzugt ist der Temperaturbereich zwischen
50 und 70°C.
[0035] Das erfindungsgemäße Verfahren wird mit folgenden Konzentrationen an eingesetzten
Mitteln durchgeführt:
Entschäumungsmittel 0,2 - 1,8 g/l, bevorzugt 0,5 - 1,0 g/l Tenside (Schaumerzeuger)
0,5 - 1,5 g/l, bevorzugt 0,8 - 1,2 g/l (Netzmittel) 0,5 - 1,5 g/l, bevorzugt 0,8-1,2
g/l (Wiederaufschäummittel) 0,5 - 1,5 g/l, bevorzugt 0,8 - 1,2 g/l.
[0036] Die Gesamtkonzentration an Tenside beträgt somit ca. 1,5 - 4,5 g/l Flotte.
[0037] Der Färbeflotte werden je nach Art zwischen 0,1 und etwa 40 g/l Farbstoff sowie gegebenenfalls
Harnstoff in einer Konzentration von 10 bis 50 g/l zugesetzt.
[0038] Im übrigen sind die Verfahrensweisen im Prinzip bekannt.
[0039] Im folgenden soll das erfindungsgemäße Verfahren anhand der Beispiele noch näher
erläutert werden (sofern nichts anderes vermerkt, beziehen sich %-An-
gaben auf Gew.-%).
Beispiel 1 (Herstellungsbeispiel für einen erfindungsgemäßen Entschäumer)
[0040] 0,79 kg Methyltrichlorsilan (5,28 Mol), 22,2 kg Octamethylcyclotetrasiloxan (75 Mol)
und 70 g Perfluorbutylsulfonsäure werden in einem Gefäß vorgelegt und auf 60°C erwärmt.
Ab 60°C werden innerhalb einer Stunde 4,2 kg Essigsäure (70 Mol) zugegeben. Nach beendeter
Zugabe der Essigsäure wird der Kesselinhalt bis zu einer Sumpftemperatur von 125 bis
130°C aufgeheizt.
[0041] Bei dieser Temperatur wird dann weitere 5 Stunden lang gerührt. Danach wird die Reaktionsmischung
auf unter 50°C abgekühlt und vorsichtig der Druck auf 50 mbar reduziert. Die in der
Reaktionsmischung enthaltenen Leichtsieder werden nun bis zu einer Sumpftemperatur
von maximal 135°C und einem Endvakuum von ca. 20 mbar ausgeheizt.
[0042] Ausbeute: ca. 22 kg transparentes Produkt mit einer Viskosität von ca. 50 mPas. Acetat:
67,5 mVal/100 g
[0043] Das nach obenstehender Beschreibung erhaltene Produkt wurde auf folgende Weise weiter
umgesetzt.
[0044] 15 kg des erhaltenen Acetoxysiloxans werden in einem Kessel zusammen mit 15 kg Toluol
vorgelegt. Bei Raumtemperatur wird separat eine Mischung aus 18,8 kg eines auf Butanol
gestarteten Polyethers mit dem Molgewicht von 1820, einem Ethylenoxidgehalt von 15
% und einem Propylenoxidgehalt von 85 %, wobei der gesamte erhaltene Ethylenoxidgehalt
unmittelbar auf das Startermolekül folgend als Blockeinheit vorliegt, und 25 kg Toluol
hergestellt und unter kräftigem Rühren in ca. 15 Minuten zu der vorgelegten Mischung
zulaufen gelassen. Dann werden während 45 Minuten 172 g NH
3 eingeleitet (325 1/h). Die Mischung wird nun auf 80°C erwärmt. Wenn diese Temperatur
erreicht ist, werden 90 g Isopropanol zur Reaktonsmischung zugesetzt und rührt weitere
3 Stunden lang bei 80°C und leitet während dieser Zeit NH
3 bis zur Sättigung der Reaktionsmischung ein.
[0045] Das Produkt wird auf Raumtemperatur abgekühlt, und die durch Salz getrübte Lösung
filtriert und aus dem Filtrat das Lösungsmittel bei max. 100°C und 20 mbar abdestilliert.
Man erhält einen klaren, leicht gelb gefärbten Rückstand.
[0046] Herstellung des Entschäumers
[0047] 18,1 kg des nach obenstehender Vorschrift erhaltenen Polyether-Siloxan-Copolymers
werden mit einem Dissolver handelsüblicher Bauart bei 400 U/min gerührt und mit 0,6
kg einer hydrophoben, gefällten Kieselsäure mit einer BET-Oberfläche von 130 m
2/g bei Raumtemperatur während 1,5 Stunden verrührt. Die Mischung wird in einen heizbaren
und evakuierbaren Kessel überführt und unter Anlegen eines Vakuums von 52 mbar während
3 Stunden auf 110°C erhitzt. Man erhält eine trübe, viskose Flüssigkeit.
Beispiel 2 (Anwendung des erfindungsgemäßen Entschäumers)
[0048] 6 g eines Säurefarbstoffgemisches vom Typ TELON-Licht werden in einem Liter Wasser
von 80°C gelöst und 8 Liter kaltes Wasser zugegeben. Dazu gibt man 1,5 g einer Mischung
aus 50 % eines anionaktiven Na-alkylbenzolsulfonates und 50 % eines mit 7 Mol Ethylenoxid
umgesetzten para-Isononylphenols. Weiterhin werden 1,5 g des erfindungsgemäßen Entschäumers
des Beispiels 1 zugesetzt und die Mischung mit Hilfe eines Dispergiergerätes, das
nach dem Prinzip einer schnell rotierenden Stiftmühle arbeitet, unter Zusatz von Luft
zu einem flieBfähigen Schaum mit einem Verschäumungsgrad von 1 zu 9 verarbeitet. Hierbei
ist der Verschäumungsgrad als das Verhältnis von Flotte zu Luft definiert. Dieser
Schaum wird mit einer Dicke von 10 mm auf einer vorgenetzten PA-Teppichware (Velour,
600 g/m
2) durch ein Schaumauftragsgerät aufgebracht. Die durch den Schaum belegte Teppichware
wird über ein Saugschlitzrohr geführt, wobei die Schaummatte ohne Gewichtsverlust
zum Teil in den Flor gesaugt wird.
[0049] Unmittelbar folgend wird die Ware durch eine mit Sattdampf (ca. 100°C) beschickte
Kammer geführt, wobei der Schaum innerhalb von 15 Sekunden Verweilzeit zerfallen ist.
Zur Fixierung des Farbstoffes verweilt die Teppichware 3 Minuten lang in der Dämpfungsvorrichtung
und kann dann gegebenenfalls zur Entfernung der Hilfsmittel mit Wasser gespült werden.
[0050] Die Polware ist bis zum Grundgewebe gleichmäßig durchgefärbt.
Beispiel 3 (Vergieich der Schaumbeständigkeiten der geschäumten Flotte nach Entschäumerzusatz)
[0051] Eine Farbstofflotte, bestehend aus 0,53 g/l Säurefarbstoff, 2,0 g/l einer 1:1-Mischung
aus einem anionaktiven Na-Alkylbenzolsulfonat und einem para-Isononylphenol, das mit
7 Mol Ethylenoxid umgesetzt wurde, und 1,5 g/l Entschäumer sowie 15 g/l eines pclstabilisierenden
Ausrüstungsmittels des Beispiels 4 wurde unter Zusatz von Luft mit Hilfe einer Verschäumungsapparatur
im Verschäumungsapparatur im Verschäumungsverhältnis 1 zu 9 verschäumt und die Wässerung
des Schaumes bei Raumtemperatur in einem Sedimentiergefäß in Abhängigkeit von der
Zeit bestimmt. Zur Bestimmung der Wässerung wurden jeweils 1 1 Schaum unmittelbar
nach der Herstellung verwendet.
[0052] Es wurden folgende Entschäumer miteinander verglichen:
I Erfindungsgemäßer Entschäumer des Beispiels 1
II Handelsübliche 30 %ige Entschäumeremulsion auf Siliconbasis
III Handelsüblicher Entschäumer auf Basis von Polyether-Siloxan-Copolymeren
IV Organischer, handelsüblicher Entschäumer auf Basis von Isooctylalkohol
[0053] Wässerung des Schaumes nach t Sekunden

Beispiel 4 (Herstellung des Polstabilisierenden Mittels)
[0054] In einem 500 1 fassenden Kessel werden 430 kg Wasser, 2,1 kg Natriumtetraborat und
0,4 kg eines anionischen Tensids (beispielsweise Na-Dodecylbenzolsulfonat) vorgelegt
und unter Rühren auf 60°C erwärmt. Dann werden innerhalb von 5 Stunden 70 kg Methyltriethoxysilan
und 8 kg Tetraethoxysilan zudosiert, wobei die Reaktionstemperatur auf 60°C gehalten
wird. Nach angeschlossener Zudosierung wird 3 Stunden bei gleicher Temperatur nachgerührt
und anschließend auf Raumtemperatur abgekühlt. Das Sol ist nach anschließender Filtration
über ein Haarsieb mit einer lichten Maschenweite von 0,04 mm
ge-brauchsfertig.
Beispiel 5 (Anwendungsbeispiel)
[0055] Eine Farbstofflotte, bestehend aus 0,53 g/l eines Säurefarbstoffgemisches vom Typ
TELON-Licht, 2,0 g/l einer 1:1-Mischung aus einem anionaktiven Na-Alkylbenzolsulfonat
und einem para-Isononylphenol, das mit 7 Mol Ethylenoxid umgesetzt wurde, weiterhin
2,0 g/l eines Na-Salzes eines substituierten Sulfofettsäureesters, 1,5 g/l des erfindungsgemäßen
Entschäumers des Beispiels 1 sowie 15,0 g/l eines polstabilisierenden Mittels des
Beispiels 4 wurde unter Zusatz von Luft mit Hilfe einer Verschäumungsapparatur im
Verschäumungsgrad 1 : 9 verschäumt. Hierbei ist der Verschäumungsgrad als das Verhältnis
von Flotte zu Luft definiert. Dieser Schaum wird mit einer Dicke von 10 mm auf einer
vorgenetzten PA-Teppichware (Velour, 600 g/m
2) durch ein Schaumauftraggerät aufgebracht. Die durch den Schaum belegte Teppichware
wird über ein Saugschlitzrohr geführt, wobei die Schaummatte ohne Gewichtsverlust
zum Teil in den Flor gesaugt wird.
[0056] Unmittelbar folgend wird die Ware durch eine mit Sattdampf (ca. 100°C) beschickte
Kammer geführt, wobei der Schaum innerhalb von 15 Sekunden Verweilzeit zerfallen ist.
Zur Fixierung des Farbstoffes verweilt die Teppichware 3 Minuten lang in der Dämpfungsvorrichtung
und wird dann zur Entfernung der Hilfsmittel mit Wasser gespült.
[0057] Die Polware ist bis zum Grundgewebe gleichmäßig durchgefärbt.
[0058] Das Teppichmuster wurde 5 Minuten bei 150°C getrocknet, gleichmäßig geschoren und
der Rücken mit einem handelsüblichen Latex-Planschaum beschichtet.
[0059] Aus diesem Material wurden gemäß den DIN-Vorschriften jeweils gleiche Muster entnommen.
[0060] Zum Vergleich wurden ebenso Muster aus einem gleichartigen Material entnommen, das
bis auf den Zusatz des Polstabilisierungsmittels gleich vorbehandelt worden war.
[0061] Die Muster werden zunächst mit je 10 g eines synthetischen Schmutzes folgender Zusammensetzung
angeschmutzt.
[0062] 1932 g Schamotte 40 g Eisernoxid, schwarz 20 g Eisenoxid, gelb 8 g Ruß 1000 g Wasser
[0063] Die Belastung der Proben erfolgt nach dem Stuhlrollenversuch, der in der DIN-Vorschrift
54 324 ausführlich beschrieben ist, bei einer Rollenbelastung von insgesamt 60 kg
und einer Änderung der Rollendrehrichtung nach jeweils 50 Umdrehungen.
[0064] Die Beurteilung erfolgt visuell. Beurteilt wird die Wiederholung des Pols im Vergleich
zu einer unbelasteten Ware.

[0065] Anschmutzung, der Proben: Die Beurteilung der Muster erfolgt visuell. Die Beurteilung
wird von 6 verschiedenen Begutachtern durchgeführt. Bewertet wird im Vergleich zu
einer nicht behandelten Probe. (Skala: 1 = sehr starke Veränderung, 5 = keine Veränderung)
