[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen eines Grobbleches aus Stahl,
insbesondere mit einer Dicke über 50 mm, durch Warmwalzen eines Vormaterials in mehreren
Stichen.
[0002] Im Stahlbau, insbesondere für den Bau von Kernkraftwerken benötigt man im zunehmenden
Maße Grobbleche in großen Dicken, wie z. B. bis zu 300 mm und mehr. Die Herstellung
solcher dicker Grobbleche bereitete bisher große Schwierigkeiten. Es ist bekannt,
bei der Herstellung von Grobblechen von Gußblöcken geeigneter Größe auszugeben. Um
eine einwandfreie Qualität der Fertigbleche zu erzielen, muß bei der Verarbeitung
ein Mindestverformungsgrad eingehalten werden; dieser Mindestverformungsgrad wird
je nach Qualitätsanforderungen festgelegt. Er liegt in der Regel bei über fünf. Je
nach dem Mindestverformungsgrad richtet sich die Blockgröße; man kommt daher bei dicken
Grobblechen auf Blockgewichte, die zwischen 15 und 60 t liegen.
[0003] Konventionell vergossene Blöcke dieser Größe sind bekanntlich sehr inhomogen; der
Fußteil neigt zu Einschlußanreicherungen, der Kopfteil ist bis gegen die Blockmitte
hin geseigert und lunkerhaft. Diese Eigenschaften großer Blöcke führen dazu, daß im
Fertigblech bei der Ultraschallprüfung oft unzulässige Fehler festgestellt werden,
die eine Abwertung oder sogar Verschrottung der Bleche notwendig machen. Auch sind
die mechanisch-technologischen Eigenschaften dieser Bleche aus großen Blöcken, insbesondere
die mechanisch-technologischen Eigenschaften in Dickenrichtung, unzureichend.
[0004] Um diese Schwierigkeiten zu vermeiden, ist es bekannt, Blöcke nach Sonderverfahren
herzustellen, die jedoch sehr aufwendig und infolge des hohen Energieverbrauches auch
teuer sind. Solche Sonderverfahren sind das Elektroschlakkeumschmelzverfahren (ESU-Verfahren)
oder das Böhler-Electro-Slag-Topping-Verfahren (B.E.S.T.-Verfahren).
[0005] Die Erfindung bezweckt die Vermeidung der geschilderten Nachteile und Schwierigkeiten
und stellt sich die Aufgabe, ein Verfahren der eingangs bezeichneten Art zu schaffen,
mit dem Grobbleche, insbesondere Grobbleche in großer Dicke, kostengünstig sowie in
hochwertiger fehlerfreier Qualität hergestellt werden können.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch folgende Merkmale gelöst:
a) mindestens zwei Brammen gleicher Stahlqualität und gleicher Breite werden mindestens
an je einer Breitseitenfläche so bearbeitet, daß die Voraussetzungen für ein Walzschweißen
gegeben sind,
b) die Brammen werden unter Kontaktnahme der vorbehandelten Breitseitenflächen aufeinander
gelegt,
c) die Brammen werden gegen gegenseitiges Verschieben gesichert,
d) das so gebildete Paket wird auf Walztemperatur erwärmt und
e) anschließend in mehreren Stichen verwalzt.
[0007] Das Walzschweißen ist aus der AT-C-302 223 an sich bekannt. Es wurde bisher zur Erzeugung
von mehrschichtigen Walzprodukten eingesetzt, wobei die Schichten des Walzproduktes
von Werkstoffen mit unterschiedlichen chemischen Zusammensetzungen gebildet sind.
Solche mehrschichtige Walzprodukte sind plattierte Bleche, wobei meist ein Grundwerkstoff
aus gewöhnlichem Stahl an einer oder an beiden Oberflächen mit einem rost- bzw. säurebeständigen
Auflage- bzw. Plattiermaterial versehen wird. Beim Walzplattieren verschweißen die
aufeinandergelegten Schichten durch den Walzdruck und durch die hohe Walztemperatur.
[0008] Für besonders hohe Qualitätsansprüche werden erfindungsgemäß Brammen verwendet, die
aus der gleichen Stahlschmelze stammen.
[0009] Gemäß einer Variante des erfindungsgemäßen Verfahrens für Grobbleche in größten Dikken
werden zunächst mindestens zwei Pakete aus jeweils mindestens zwei Brammen gebildet,
wobei nach Verschweißen der Brammenpakete zu jeweils einem Walzblock diese Walzblöcke
übereinander geschichtet und durch Walzschweißen miteinander verschweißt und dickenreduziert
werden.
[0010] Es kann sich als zweckmäßig erweisen, wenn die Brammen bzw. Walzblöcke nach dem Übereinanderschichten
mittels Stabilisierungslaschen gegen gegenseitiges Verrutschen gesichert werden.
[0011] Von besonderer Bedeutung hinsichtlich Qualität und Kosten ist das erfindungsgemäße
Verfahren, wenn als Brammen Stranggußbrammen verwendet werden. Dadurch wird das Anwendungsgebiet
für Stranggußbrammen wesentlich erweitert, da das Verhältnis der Dicke des Vormaterials,
d. h. der Brammendicke, zur Blechdikke sehr klein sein kann. Stranggußbrammen weisen,
sofern die Herstellungsbedingungen richtig gewählt sind, eine einwandfreie Oberflächen-und
Innenbeschaffenheit auf. Weiter haben sie nur eine kleine Seigerungszone von geringer
Intensität. Stranggußbrammen sind daher praktisch frei von Innenrissen und arm an
Einschlüssen, so daß sie für das erfindungsgemäße Verfahren als besonders vorteilhaft
in Frage kommen.
[0012] Das erfindungsgemäße Verfahren ist anhand nachstehender, in den Fig. 1 und 2 schematisch
dargestellter Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1 (Fig. 1)
[0013] Es soll ein Grobblech mit einer Dicke von 150 mm aus unlegiertem Baustahl hergestellt
werden. Zur Durchführung des Verfahrens stehen Stranggußbrammen 1 mit einer Dicke
von 200 mm zur Verfügung. Zur Erzielung der vom Grobblech geforderten mechanischen
Eigenschaften wird eine vierfache Verformung als ausreichend angesehen. Demnach werden
drei Stranggußbrammen 1 zu einem Paket 2 übereinander gelegt, so daß das Paket 2 vor
der Verformung eine Dicke von etwa 600 mm aufweist. Die Brammen 1 stammen aus einem
Strang und von einer Schmelze. Die Brammenoberflächen 3, die aufeinander zu liegen
kommen, werden vor dem Paketbau geschliffen. Wenn die geschliffenen Brammenoberflächen
ausreichend plan sind, kann auf eine Evakuierung des Paketes - (nach erfolgter Randverschweißung
der übereinander geschichteten Brammen) - verzichtet werden.
[0014] Nach dem Bau des Paketes wird das Paket in mehreren Stichen (angedeutet durch die
Pfeile 4) auf eine Dicke von 150 mm im Warmwalzverfahren heruntergewalzt. Das Vormaterial,
die Stranggußbrammen 1, weisen einen hohen Reinheitsgrad an nichtmetallischen Einschlüssen
auf, so daß nach dem Warmwalzen ein homogener Werkstoff mit einer Dicke von 150 mm
vorliegt. Dies wird durch Ultraschallprüfung bestätigt. Das so erzeugte Grobblech
5 ist wesentlich kostengünstiger herzustellen als das nach dem üblichen Verfahrensweg
über einen Blockguß.
Beispiel 2 (Fig. 2)
[0015] Es soll ein Grobblech mit einer Dicke von 300 mm hergestellt werden. Die zur Verfügung
stehende Stranggießanlage ermöglicht die Erzeugung von 300 mm dicken Brammen 6, die
als Vormaterial für dieses Blech verwendet werden sollen. Das Dickenverhältnis Brammendicke
zur Dicke des herzustellenden Grobbleches beträgt somit eins. Um eine möglichst hohe
Verformung aufzubringen, wird festgelegt, das Blech aus neun Stranggußbrammen zu fertigen,
u. zw. in mehreren Stufen. Zunächst werden drei Pakete 7 zu je drei Brammen gebildet
und jedes Paket durch Walzschweißen zu einem Walzblock 8 verschweißt. Die so gebildeten
Walzblöcke 8 weisen eine Dicke von 250 mm auf. Diese drei vorgewalzten Walzblöcke
8 werden nachfolgend zu einem weiteren etwa 750 mm dicken Paket 9 (Walzblockpaket)
zusammengefügt, welches anschließend auf die gewünschte Enddicke von 300 mm durch
Walzschweißen heruntergewalzt wird. Bei der Walzung werden übliche Warmwalzbedingungen
eingehalten. Sämtliche aufeinanderliegende Oberflächen 10, 11 der Brammen 6 sowie
der Walzblöcke 8 wurden vor dem Paketbau geschliffen. Das nach diesem Verfahren hergestellte
Blech 12 erfüllt ebenfalls alle gestellten Qualitätsanforderungen.
[0016] Nach dem erfindungsgemäßen Verfahren werden so viele Brammen übereinander geschichtet,
bis die zur Erzielung des gewünschten Verformungsgrades notwendige Dicke des Paketes
erreicht ist. Bei Verwendung von Stranggußbrammen, die bekanntlich eine sehr plane
Oberfläche aufweisen und beim Walzen daher einwandfrei verschweißten, sind Sondermaßnahmen,
wie Verschweißen an den Kanten und/ oder Evakuieren des Paketes, meist nicht erforderlich;
es genügt, die zur Anlage gelangenden Seiten der Brammen zu schleifen und z. B. durch
Stabilisierungslaschen 13 (in Fig. 1 strichliert eingezeichnet) gegen Verrutschen
zu schützen. Grundsätzlich kann jedoch jede Technologie, die beim Plattieren durch
Walzschleifen angewendet wird, praktiziert werden. Sollten die Brammen ein abnormales
Oberflächenprofil aufweisen, z. B. stark bombiert sein, wodurch ein einwandfreies
Verschweißen nicht gewährleistet ist, ist es zweckmäßig, die einzelnen Brammen vorzuverformen
und erst dann zu einem Paket zu schichten.
[0017] Wenn das zu erzeugende Blech eine sehr große Dicke aufweisen soll oder wegen des
gewünschten Verformungsgrades eine größere Anzahl von Brammen benötigt wird, ist esvorteilhaft,
»Teilpakete« zu bilden und jedes dieser Teilpakete durch Walzschweißen zu einem Walzblock
zu verformen und anschließend die Walzblöcke wiederum zu einem »Walzblockpaket« übereinander
zu schichten und durch Walzschweißen miteinander zu verschweißen, wobei von einer
beliebigen Anzahl von Brammen ausgegangen bzw. mit einer beliebigen Anzahl von Walzblockpaketen
weitergearbeitet werden kann.
1. Verfahren zum Herstellen eines Grobbleches (5, 12) aus Stahl, insbesondere mit
einer Dicke über 50 mm, durch Warmwalzen eines Vormaterials (1, 6) in mehreren Stichen,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
a) mindestens zwei Brammen (1, 6) gleicher Stahlqualität und gleicher Breite werden
mindestens an je einer Breitseitenfläche (3) so bearbeitet, daß die Voraussetzungen
für ein Walzschweißen gegeben sind,
b) die Brammen (1, 6) werden unter Kontaktnahme der vorbehandelten Breitseitenflächen
(3) aufeinandergelegt,
c) die Brammen (1, 6) werden gegen gegenseitiges Verschieben gesichert,
d) das so gebildete Paket (2, 7) wird auf Walztemperatur erwärmt und
e) anschließend in mehreren Stichen verwalzt.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Brammen (1, 6) verwendet
werden, die aus der gleichen Stahlschmelze stammen.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß zunächst mindestens
zwei Pakete (7) aus jeweils mindestens zwei Brammen (6) gebildet werden, wobei nach
Verschweißen der Brammenpakete (7) zu jeweils einem Walzblock (8) diese Walzblöcke
(8) übereinander geschichtet und durch Walzschweißen miteinander verschweißt und dickenreduziert
werden.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Brammen
(1) bzw. Walzblöcke (8) nach dem Übereinanderschichten mittels Stabilisierungslaschen
(13) gegen gegenseitiges Verrutschen gesichertwerden.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Brammen
(1, 6) Stranggußbrammen verwendet werden.
1. A method of producing a plate (5, 12) of steel, in particular having a thickness
of more than 50 mm, by hot-rolling a prematerial (1, 6) in several passes, characterized
by the following characteristic features:
a) at least two slabs (1, 6) of the same steel quality and of equal width are machined
on at least one broad side face (3) each in a manner that the conditions for roll-bonding
are met,
b) the slabs (1, 6) are superposed with the pretreated broad side faces (3) coming
into contact,
c) the slabs (1, 6) are secured against displacement relative to one another,
d) the thus formed pack (2, 7) is heated to rolling temperature and
e) subsequently is rolled in several passes.
2. A method according to claim 1, characterized in that slabs (1, 6) that are derived
from the same steel melt are used.
3. A method according to claim 1 or 2, characterized in that initially at least two
packs (7) are each formed of at least two slabs (6), wherein, after welding of the
slab packs (7) into one rolling ingot (8), these rolling ingots (8) are superposed
and are welded together by roll-bonding and reduced in thickness.
4. A method according to claims 1 to 3, characterized in that the slabs (1), or rolling
ingots (8), after having been superposed, are secured against displacement relative
to one another by means of stabilizing brackets (13).
5. A method according to claims 1 to 4, characterized in that continuously cast slabs
are used as slabs (1, 6).
1. Procédé pour fabriquer une tôle forte (5, 12) en acier, notamment, d'une épaisseur
de plus de 50 mm, par laminage à chaud d'une matière de départ (1, 6) en plusieurs
passes, caractérisé par les caractéristiques suivantes:
a) on traite au moins deux brames (1, 6) d'une même qualité d'acier et d'une même
largeur, au moins sur une surface latérale large (3) de chacune, de manière à remplir
les conditions pour le soudage par laminage;
b) on superpose les brames (1, 6) en mettant leurs surfaces latérales larges (3) prétraitées
en contact entre elles;
c) on bloque les brames (1, 6) pour les empêcher de se décaler mutuellement;
d) on chauffe le paquet (2, 7) ainsi formé à la température de laminage; et
e) on le lamine ensuite en plusieurs passes.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on utilise des brames (1,
6) qui proviennent de la même coulée d'acier.
3. Procédé selon l'une des revendications 1 et 2, caractérisé en ce que, tout d'abord,
on forme au moins deux paquets d'au moins deux brames (6) chacun et, après avoir soudé
les paquets de brames (7) chacun en un lingot laminé (8), on superpose ces lingots
laminés (8) et, par soudage par laminage, on les soude ensemble et on les réduit en
épaisseur.
4. Procédé selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'après les avoir superposés,
on bloque les brames (1, 6) ou les lingots laminés (8) au moyen de chevilles de stabilisation
(13) pour les empêcher de se décaler les uns par rapport aux autres.
5. Procédé selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce qu'on utilise, comme
brames (1, 6) des brames de coulée continue.