[0001] In der früheren europäischen Patentanmeldung 0 046 993 ist von der Ausbildung der
Kühlzone für einen aus Vorheiz-, Brenn- und Kühlzone bestehenden Brennofen, vorzugsweise
Rollenofen, ausgeganden, durch den das Brenngut, vorzugsweise keramische Fliesen oder
Platten, ohne es stützende Brennhilfsmittel aus feuerfestem Material einschichtig
hindurchgeführt wird.
[0002] Bei Rollenöfen, die das Brenngut einschichtig und ohne Brennhilfsmittel aus feuerfestem
Material brennen durchläuft das Brenngut die Vorheiz-, Brenn- und Kühlzone auf einem
Rollenteppich, dessen aus einem Spezialstahl oder keramischen feuerfesten Material
bestehenden Rollen von au- βerhalb des Ofens angetrieben werden. Der besondere Vorteil
dieser Ofen besteht darin, daß der Einsatz von Wagen und feuerfesten Brennhilfsmitteln
entfällt. Diese Transport- und Stützmittel stellen eine erhebliche Masse dar, die
vom Ofen aufgeheizt werden muß und in der Kühlzone wieder zur Abkühlung gebracht wird.
Es wird also ein erheblicher Teil der dem Ofen zum Brand des Brenngutes zugeführten
Energie ungenutzt verschwendet.
[0003] Mit solchen einschichtig und ohne Einsatz von Transport- und Brennhilfsrnitteln betriebenen
Öfen wird nicht nur eine wesentliche Energieeinsparung erreicht, sondern es läßt sich
auch der Brennvorgang schneller und gleichmäßiger durchführen. Man gelangt zu erheblich
verkürzten Produktionszyklen.
[0004] In der Kühlzone solcher Öfen wird im allgemeinen mit sogenannter Sturzkühlung gearbeitet,
d. h. es werden geeignete Mengen von Luft in die Kühlzone eingeführt und auf das Brenngut
zur Einwirkung gebracht. Dabei kommt es unvermeidbar, auch wenn die Brennzone gegen
die Kühlzone durch eine Schürze abgeschlossen ist, zu Rückwirkungen aus der Kühlzone
in die Brennzone und, wenn diese reduzierend gefahren wird, zu einer Reoxidierung
des Brenngutes in der Kühlzone und wenigstens in dem der Kühlzone benachbarten Bereich
der Brennzone. Will man eine solche Reoxidierung des Brenngutes in der Kühlzone und
ein Zurückwirken der Reoxidierung in die der Kühlzone benachbarten Bereiche der Brennzone
verhindern, so kann dies nach der DE-OS 28 24 367 beispielsweise dadurch erfolgen,
daß man die der Reduktion in der Kühlzone dienenden Mittel in den Ofen intermittierend
unter hohem Druck und in solchen. Anteilen und Zeitabständen eingibt, daß der nach
jeder durch Eingabe eines Anteils erzielten Teilreduktion verbleibende Überschuß des
Reduktionsmittelanteils so gering ist, daß er in der zwischen aufeinanderfolgenden
Eingaben liegenden Pausen ohne zusätzliche Luftzuführung durch die neutrale Ofenatmosphäre
abgebrannt wird.
[0005] Es ist erkennbar, daß zur Durchführung eines solchen Verfahrens ein außerordentlich
kompliziertes Steuersystem erforderlich ist.
[0006] Entsprechend der früheren europäischen Patentanmeldung 0 046 993, die gemäß Art.
54 (3) EPÜ als Stand der Technik gilt wird die Aufgabe gelöst, durch Anwendung einfachster
Mittel die Beeinflussung des Brenngutes in der Kühlzone und in dem der Kühlzone benachbarten
Bereich durch die Atmosphäre der Kühlzone und damit eine entsprechende Reoxidierung
des Brenngutes zu verhindern, indem die Kühlzone mittels eines strömenden Wärmeträgers,
vorzugsweise eines flüssigen Wärmeträgers, indirekt gekühlt wird.
[0007] Bei Einsatz eines flüssigen Wärmeträgers, beispielsweise Wasser, das durch Rohrschlangen
oder -register in der Kühlzone über dem Brenngut geführt wird, ergibt sich ebenfalls
eine schroffe Abkühlung des Brenngutes in der Kühlzone, ohne daß jedoch die Gefahr
der Beeinflussung der Atmosphäre durch eingeführte Kühlluft besteht.
[0008] Die Weiterbildung, wie sie durch die vorliegende Erfindung vorgeschlagen wird, besteht
darin, daß in der Kühlzone zusätzlich zu den über dem Brenngut angeordneten, den Wärmeträger
führende Rohrschlangen oder -registern unter dem Brenngut angeordnete, den Wärmeträger
führende Rohrschlangen oder -register angeordnet sind, deren Strahlungsflächen gegebenenfalls
gegen das Brenngut regelbar abgeschirmt sind.
[0009] Um zu vermeiden, daß von den den Wärmeträger führenden Rohrschlangen oder -registern
abplatzender Zunder od. dgl. auf das Brenngut fällt, sind die oberen Rohrschlangen
oder -register gegen das Brenngut gegebenenfalls abgeschirmt, wobei die Strahlungsflächen
der den Wärmeträger führenden Rohrschlangen oder -register gegen das Brenngut vorzugsweise
regelbar abgeschirmt sind, so daß nicht nur das Brenngut geschützt wird, sondern der
Kühlvorgang auch in beliebiger und optimaler Weise gesteuert werden kann. Bei den
unteren Strahlungsflächen kann die Abschirmung gegebenenfalls entfallen, weil von
hier dem Brenngut keine Gefahr von allenfalls abplatzenden Zunder droht. Sie ist jedoch
empfehlenswert, wenn eine Steuerung des Kühlvorgangs erwünscht ist.
[0010] Vorzugsweise sind die Rohrschlangen oder -register quer zur Fahrtrichtung des Brenngutes
durch den Brennofen angeordnet, weil dann die Einspeisung und Ableitung des Wärmeträgers
besonders einfach ist. Auch die Anordnung und Bedienung der Abschirmung ist bei einer
solchen Anordnung der Rohrschlangen oder -register wesentlich einfacher.
[0011] Die regelbare Abschirmung besteht vorzugsweise aus jalousieartig angeordneten, verdrehbaren,
paddelartigen Elementen. Diese Elemente decken im geschlossenen Zustand der Abschirmung
die Kühlschlangen oder -register vollständig ab und lassen durch leichtes Verdrehen
Schlitze frei, durch die die um die Kühlschlangen oder -register vorhandene stark
gekühlte Atmosphäre nach unten sturzartig auf das Brenngut zur Einwirkung gelangen
kann.
[0012] Anstelle der jalousieartigen Vorhänge kann man auch Schlitzplatten verwenden, die
sich in gewünschter Weise wechselseitig so übereinanderschieben lassen, daß mehr oder
weniger große Öffnungen für den Durchtritt gekühlter Atmosphäre nach unten auf das
Brenngut zur Verfügung stehen. Durch die Verstellbarkeit der Abschirmung ist es auch
möglich, den Kühlprozeß in der der Kühlzone in beliebiger Weise zu beeinflussen.
[0013] Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung besteht darin, daß die den Wärmeträger führenden
Rohrschlangen oder -register an die Wärme wiedergewinnende oder wiedernutzbarmachende
Anlage oder Ofenteile angeschlossen werden können.
[0014] Die Zeichnung zeigt in
Figur 1 eine schematische Draufsicht auf einen Brennofen ;
Figur 2 einen Schnitt längs der Linie 11-11 der Fig. 1 ;
Figur 3 einen Teillängsschnitt durch die Kühlzone.
[0015] Bei einem in Richtung des Pfeiles A mit dem zu brennenden Gut, insbesondere keramischen
Platten, beschickten Ofen sind eine Vorheizzone V. Z. ; eine Brennzone B. Z., die
in Richtung des Pfeiles B mittels Brenner beheizt wird, und eine Kühlzone K. Z. vorgesehen,
aus der das fertige gebrannte und gekühlte Brenngut austritt. Das Brenngut B wird
mittels Rollen durch den Ofen transportiert, von denen bei 1 in Fig. 2, die einen
Schnitt durch Kühlzone K. Z. längs der Linie 11-11 der Fig. 1 darstellt, erkennbar
ist. Solche Rollen bilden vom Ofeneingang bis zum Ofenausgang einen Rollenteppich
und sind von außen her angetrieben, so daß sie das auf ihnen lagernde Brenngut B durch
den Ofen hindurchfördern. In der Kühlzone K. Z. erfolgte die Kühlung gemäß dem bis
herigen Stand der Technik durch Kühlluft, die mittels über und unter dem Rollenteppich
angebrachten Gebläsen in die Kühlzone eingeführt wurde. Trotz eines bei 2 in Fig.
1 angedeuteten Schurzes zwischen Brennzone B. Z. und Kühlzone K. Z. ist es nicht möglich,
eine Rückwirkung dieser Kühlluft auf die Brennzone und damit eine Beeinflussung der
dort herrschenden Atmosphäre zu verhindern. Gemäß der Erfindung erfolgt die Kühlung
des Brenngutes in der Kühlzone K. Z. nicht durch Einblasen von Kühlluft, sondern durch
indirekte Kühlung mittels eines strömenden Wärmeträgers, vorzugsweise eines flüssigen
Wärmeträgers, wie Wasser der durch die vorzugsweise quer zur Fahrtrichtung verlegten
Kühlschlangen oder -register 3 im oberen Teil und zusätzlich auch im unteren Teil
der Kühlzone hindurchgeführt wird. Die Atmosphäre in der Kühlzone bleibt dabei in
Ruhe und es kann nicht mehr zu einer Rückwirkung in die Brennzone kommen. Um ein Abfallen
von sich allenfalls an den oberen Kühlschlangen oder -registern 3 bildenden Zunder
od. dgl. auf das Kühlgut zu verhindern, ist einmal eine feste Abschirmung, wie sie
bei 4 erkennbar ist, vorgesehen und zum anderen auch eine Abschirmung in Form einer
Art von Jalousie, wie sie bei 5 in Fig. 3 angedeutet ist. Diese Jalousie besteht aus
paddelartigen, sich quer über die Kühlzone erstreckenden Elementen, die so eingestellt
werden können, daß sie die Lücken zwischen den festen Abschirmungen 4 praktisch überdecken.
Sollten die Lücken zu groß sein, so können nebeneinander so viele Elemente angeordnet
sein, daß sie im quergestellten Zustand die Lücke gemeinsam verschließen. Mit dieser
Maßnahme ist nicht nur ein zusätzlicher Schutz des Brenngutes B auf den Rollen 1 gewährleistet,
sondern es ist auch möglich, den Kühlvorgang zu dosieren. Selbstverständlich kann
anstelle der in Fig. 3 wiedergegebenen paddelartigen Elemente auch eine Anordnung
vorgesehen werden, die sich aus quer über die Kühlzone oder in Längsrichtung der Kühlzone
erstreckenden Schlitzplatten zusammensetzt, deren Schlitze gegenseitig mehr oder weniger
zur Deckung gebracht werden können, so daß mehr oder weniger große Öffnungen entstehen,
durch die von den Kühlschlangen oder -registern her die kühlende Einwirkung auf das
auf den Rollen 1 geförderte Brenngut erfolgt.
[0016] Unter dem aus den Rollen 1 bestehenden Rollenteppich befindet sich eine feuerfeste
Isolierung 6.
[0017] Zwischen dieser feuerfesten Isolierung 6 und dem Rollenteppich 1 befinden sich weitere
Kühlschlangen oder -register 7, die ähnlich wie die Kühlschlangen oder -register 3
mit Vorrichtungen ähnlich den Jalousien 5 regelbar abschirmbar sein können. Diese
Abschirmung ist jedoch zur Vereinfachung der Darstellung nicht gezeichnet.
[0018] Die Kühlschlangen oder -register 3 können in nicht dargestellter Weise an Anlagen
oder Ofenteile angeschlossen sein, beispielsweise zur Vorheizzone geführt sein, so
daß ein Teil der Wärmeenergie des Wärmeträgers dort zum Vorheizen des Brenngutes dienen
kann. Man kann die von dem Wärmeträger aufgenommene Wärmemengen auch in anderer Weise
z. B. zum Trocknen, weiterverwenden.
1. Rollenofen, durch den das Brenngut in Form keramischer Fliesen oder Platten ohne
stützende Brennhilfsmittel aus feuerfestem Material einschichtig hindurchgeführt wird,
mit einer Vorheiz-, einer Brenn- und einer Kühlzone, in der zur Verhinderung der Reoxidation
die Kühlung des Brenngutes indirekt mittels eines strömenden Wärmeträgers erfolgt,
der in über dem Brenngut angeordneten Rohrschlangen oder -registern geführt ist, die
gegen das Brenngut regelbar abgeschirmt sind, dadurch gekennzeichnet, daß auch unter
dem Brenngut einen strömenden Wärmeträger führende Rohrschlangen oder -register angeordnet
sind.
2. Rollenofen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die unter dem Brenngut
angeordneten Rohrschlangen oder -register gegen das Brenngut regelbar abgeschirmt
sind.
3. Rollenofen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rohrschlangen
oder -register quer zur Fahrtrichtung des Brenngutes angeordnet sind.
4. Rollenofen nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschirmung
aus jalousieartig angeordneten, verdrehbaren paddelartigen Elementen besteht.
5. Rollenofen nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschirmung
aus ge- geneinander verschiebbaren Schlitzplatten besteht.
1. A roller kiln through which the objects for firing, in the form of ceramic tiles
or plates, are conducted in one layer without any supporting kiln furniture of refractory
material, having a preheating, a firing and a cooling zone in which the cooling of
the fired objects takes place indirectly by means of a flowing heat transfer medium
in order to prevent reoxidation, this heat transfer medium being conducted in pipe
coils or registers which are arranged above the fired objects and shielded adjustably
against them, characterized in that pipe coils or registers conducting a flowing heat
transfer medium are also arranged under the fired objects.
2. A roller kiln as in claim 1, characterized in that the pipe coils or registers
arranged under the fired objects are adjustably shielded against the fired objects.
3. A roller kiln as in claim 1 or 2, characterized in that the pipe coils or registers
are arranged at right angles to the travelling direction of the fired objects.
4. A roller kiln as in claim 1 or 3, characterized in that the shielding consists
of rotatable paddle- like elements in a louver-type arrangement.
5. A roller kiln as in claim 2 or 3, characterized in that the shielding consists
of mutually displaceable slotted plates.
1. Four à rouleaux dans lequel le passage des pièces de cuisson en forme de carreaux
ou de dalles céramiques s'effectue à une seule couche et sans dispositif de maintien
en matière réfractaire, comprenant une zone de préchauffage, une zone de cuisson et
une zone de refroidissement dans laquelle le refroidissement de la charge de cuisson
est obtenu indirectement par un caloporteur s'écoulant dans des tuyaux ou serpentins
montés au-dessus de la charge et protégés contre celle-ci par une cuirasse réglable,
afin d'éviter une réoxydation, caractérisé en ce que des tuyaux ou serpentins contenant
un caloporteur coulant sont montés en plus au-dessous de la charge.
2. Four à rouleaux selon la revendication 1 caractérisé en ce que les tuyaux ou serpentins
montés au-dessous de la charge sont protégés contre la charge par une cuirasse réglable.
3. Four à rouleaux selon les revendications 1 ou 2 caractérisé en ce que les tuyaux
ou serpentins sont montés en position transversale par rapport au sens de passage
de la charge de cuisson.
4. Four à rouleaux selon les revendications 1 ou 3 caractérisé en ce que la cuirasse
est constituée d'éléments en forme de pagaie, mis en disposition de jalousies, et
pouvant être tordus.
5. Four à rouleaux selon les revendications 2 ou 3 caractérisé en ce que la cuirasse
se constitue de plaques à fente coulissant l'un par rapport à l'autre.