[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verfestigen von Fasergebilden durch Behandeln
mit wässrigen Kunststoffdispersionen. Die Wahl der dafür zu verwendenden Kunststoffdispersionen.
Die Waahl der dafür zu verwendenden Kunststoffdispersionen hängt unter anderem davon
ab, ob das ausgerüstete Fasergebilde gegenüber organischen Lösungsmitten beständig
sein soll. Wenn das nicht der Fall ist, können Kunststoffdispersionen eingesetzt werden,
die frei von formaldehydabgebenden Substanzen sind und deren Kunststoffanteil beispielsweise
im wesentlichen aus AIkylestern der Acryl- oder Methacrylsäure, Vinylestern und/oder
Styrol sowie geringen Mengen a,ß-ungesättigten Carbonsäuren aufgebaut ist. Wird dagegen
Beständigkeit gegen organische Lösungsmittel oder Weichmacher gefordert, so werden
Kunststoffdispersionen eingesetzt, die sich nach dem Beschichten oder Tränken und
Trocknen bei erhöhten Temperaturen vernetzen lassen. Die Vernetzung wird entweder
dadurch erreicht, dass man zu den Dispersionen der oben genannten Art wasserlösliche
Aminoplastharze zusetzt oder Kunststoffdispersionen einsetzt, an deren Aufbau kondensationsfähige
Formaldehydderivate, insbesondere N-Methylolacrylamid oder -methacrylamid, beteiligt
sind.
[0002] Beim Erhitzen der lmprägnierung oder Beschichtung tritt durch Kondensationsreaktionen
Vernetzung ein, wodurch der Kunststoff in Lösungsmitteln unlöslich wird. Gleichzeitig
wird Formaldehyd frei, der in die Abluft gelangt, aus der er wegen seines unangenehmen
Geruchs herausfiltriert werden muss.
[0003] Eine vollständige Unlöslichkeit des Bindemittels in organischen Lösungsmitteln ist
bei vielen Anwendungen von verfestigten Fasergebilden nicht erforderlich. Oft werden
Dispersionen von selbstvernetzenden Kunststoffen nur deshalb verwendet, weil die daraus
entstehenden Filme weniger dazu neigen, an warmen Metalloberflächen anzukleben, z.B.
auf einem Trockenzylinder. Eine schwache Vernetzung ist oft ausreichend um den Blockpunkt
von weichen Beschichtungen zu erhöhen. Man war jedoch auch in den Fällen, in denen
eine schwache Vernetzung ausreicht, auf die beim Erhitzen formaldehydabgebenden Kunststoffdispersionen
angewiesen.
[0004] Aus der EP-A 12 033 sind bereits verfestigte Faservliese bekannt, zu deren Herstellung
Kunststoffdispersionen verwendet wurden, die frei von Formaldehyd oder von formaldehydabgebenden
Substanzen sind. Sie sind mit einem Gehalt von 1 bis 8 Gew.-% Einheiten einer ungesättigten
Carbonsäure hergestellt und nachträglich mit Alkali neutralisiert worden. Die Empfindlichkeit
des bindemittels gegenüber Lösungs- bzw. Weichmachungsmitteln wird dadurch nicht entscheidend
verbessert.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Fasergebilde mit einer Ausrüstung zu versehen,
die wenigstens begrenzt lösungsmittelbeständig bzw. blockfrei oder klebfrei ist, und
hierzu eine wässrige Kunststoffdispersion einzusetzen, die frei von Formaldehydabgebenden
Substanzen ist und deren Kunststoffanteil überwiegend aus Alkylestern der Acryl- oder
Methacrylsäure, sowie geringen Mengen a,ß-ungesättigten Carbonsäuren aufgebaut ist.
[0006] Es wurde gefunden, dass man die genannte Aufgabe mit einer solchen Kunsstoffdispersion
lösen kann, die nach dem Zulaufverfahren unter Einsatz von 1-4 Gew.-% Acryl- oder/und
Methacrylsäure, bezogen auf das Gesamtgewicht an polymerisierbaren Verbindungen, in
der Vorlage und unter Zugabe der übrigen Monomeren im Zulauf hergestellt worden ist,
wobei die Acryl- bzw. Methacrylsäure in Form eines Alkali- oder Ammoniumsalzes eingesetzt
worden ist. Beim Zulaufverfahren werden die Monomeren als solche oder in Form einer
wässrigen Emulsion allmählich unter Polymerisationsbedingungen zu einer Vorlage zulaufen
gelassen, in der die Polymerisation stattfindet. Die Vorlage besteht aus einer wässrigen
Phase, die in der Regel einen wasserlöslichen Polymerisationsinitiator und ein oder
mehrere Emulgiermittel enthält. Überraschenderweise hängt die verbesserte Lösungsmittelbeständigkeit
der erfindungsgemäss erzeugten Beschichtungen oder Imprägnierungen davon ab, dass
sich bei der Herstellung der zu verwenden- ..10 Kunststoffdispersion nach dem Zulaufverfahin
die Acryl- oder Methacrylsäure in Form ihres Alkali- oder Ammoniumsalzes in der Vorlage
gelöst befindet. Gleichwertige Kunststoffdispersionen lassen sich nicht dadurch herstellen,
dass man die Acryl- oder Methacrylsäure oder ihre Salze zusammen mit den übrigen Monomeren
beim Zulaufverfahren allmählich zusetzt oder dass man die Acryl- oder Methacrylsäure
als solche in die Vorlage gibt und erst nach der Polymerisation neutralisiert.
[0007] Die Herstellung von Kunststoffdispersionen, die frei von formaldehydabgebenden Substanzen
sind, nach dem oben angegebenen Verfahren ist zwar aus der OE-PS 236 643 und aus der
FR-A-1 157 265 bekannt. Die so hergestellten Kunststoffdispersionen sind jedoch noch
nicht zum Verfestigen von Fasergebilden eingesetzt worden. Es war auch nicht vorauszusehen,
dass die dabei erhaltenen Imprägnierungen und Beschichtungen sich durch eine verbesserte
Beständigkeit gegenüber organischen Lösungsmitteln auszeichnen würden.
[0008] Mit besonderem Vorteil werden für das Verfahren der Erfindung Kunststoffdispersionen
mit einer Mindest-Filmbildungstemperatur unter 25°C und mit einem Txmax-Wert des dispergierten
Kunststoffes (nach DIN 53445) unter 50°C eingesetzt. Der Kunststoffanteil der Dispersion
ist vorzugsweise zu mehr als 50 Gew.-% aus Acrylsäureaklylestern mit 1-8 C-Atomen
im Alkylrest und zum übrigen Teil überwiegend aus Methacrylsäurealkylestern mit 1-4
C-Atomen im Alkylrest aufgebaut. Andere wasserunlösliche Monomere, wie z. B. Styrol,
Vinylacetat oder Vinylidenchlorid, können in untergeordneten Mengen am Aufbau des
Kunststoffes beteiligt sein. Der Anteil der in Salzform einpolymerisierten Acryl-
und/oder Methacrylsäure beträgt vorzugsweise 2-3 Gew.-% berechnet als freie Säure
und bezogen auf das Gewicht des Kunststoffes. Als Alkalisalze kommen vorzugsweise
die Natrium- und Kaliumsalze in Betracht. Die Ammoniumsalze können sich von Ammoniak
oder von organischen Aminen, wie z. B. Äthanolamin, ableiten.
[0009] Das bevorzugte Verfahren zur Herstellung der Kunststoffdispersion ist das Emulsions-Zulaufverfahren.
Dabei wird ein Teil der als wässrige Phase der Dispersion vorgesehenen Wassermenge
im Polymerisationsgefäss vorgelegt und das Salz der Acryl- und/oder Methacryisäure
darin gelöst: Ausserdem kann in der Vorlage ein üblicher anionischer oder nichtionischer
Emulgator und ein wasserlöslicher Polymerisationsinitiator, wie Kalium-oder Ammoniumperoxidisulfat,
gelöst werden. Man bringt die Vorlage auf eine zur Durchführung der Polymerisation
geeignete Temperatur, vorzugsweise etwa auf 50 bis 80°C. In dem übrigen Teil der Wasserphase
werden die zu polymerisierenden Monomeren mit Ausnahme der Acryl-oder Methacrylsäure
emulgiert, wozu zweckmässig eine weitere Menge an einem Emulgiermittel verwendet wird.
Im Laufe von mehreren Stunden lässt man die Monomerenemulsion allmählich in die Vorlage
einlaufen, während gleichzeitig die Polymerisation stattfindet. Während der Polymerisation
kann kontinuierlich oder in einzelnen Zugaben weiterer Polymerisationsinitiator zugefügt
werden. Die Wasser- und Monomerenmenge werden vorzugsweise so aufeinander abgestimmt,
dass eine 40- bis 60%ige Dispersion entsteht. Auf die Verwendung von Emulgiermitteln
kann gegebenenfals verzichtet werden. Die Monomeren, ausser dem Acrylsäure- oder Methacrylsäuresalz,
können auch in nicht emulgierter Form allmählich zugesetzt werden. In diesem Falle
wird die gesamte Wasserphase zu Beginn des Verfahrens in die Vorlage gegeben.
[0010] Es empfiehlt sich, zu Beginn der Polymerisation eine Emulgatorkonzentration nahe
oder unterhalb der kritischen Mizellbildungskonzentration einzustellen und erforderlichenfalls
weiteren Emulgator während oder nach der Polymerisation zuzusetzen. Dadurch lässt
sich die Teilchengrösse der Latexpartikel und die Viskosität der Dispersion beeinflussen.
[0011] Die Fasergebilde, die erfindungsgemäss verfestigt werden, können aus Naturfasern,
Chemiefasern oder aus Gemischen verschiedener Faserarten bestehen. Auch die Verfestigung
von mineralischen Fasergebilden, z. B. aus Glasfasern oder Steinwolle, kommt in Betracht.
Im wesentlichen werden flächige Fasergebilde ausgerüstet; dazu gehören Gewebe, Gewirke,
Faservliese, sowie Papiere, insbesondere saugfähige Rohpapiere und Pappen. Die Kunststoffdispersion
kann als Beschichtung auf die Oberfläche des Fasergebildes aufgetragen werden. Vorzugsweise
wird das Fasergebilde mit der Kunststoffdispersion so behandelt, dass eine den gesamten
Querschnitt verfestigende Imprägnierung erreicht wird. Die Menge der zum Verfestigen
verwendeten Kunststoffdispersion richtet sich nach dem Verwendungszweck des verfestigten
Fasergebildes. Sie kann von einer leichten Verfestigung mit 5-20 % Kunststofftrockengewicht,
bezogen auf das Fasergewicht, bis zu einer Kunststoff-Füllung mit 100 Gew.-% Kunststoff,
bezogen auf das Fasergewicht, oder mehr reichen. Eine bevorzugte Anwendungsform der
Erfindung ist die Verfestigung von leichten Faservliesen mit einem Flächengewicht
nicht über 60 g/qm. Die Dispersion kann durch Imprägnieren, Besprühen, Pflatschen,
Streichen oder Drucken auf das Fasergebilde aufgebracht bzw. in dieses eingebracht
werden. Je nach dem angewandten Auftragsverfahren kann die Dispersion als verdünnte
Flotte, beispielsweise mit einem Bindergehalt von 15 bis 30 Gew.-%, oder als verdickte
Paste oder als Schaum aufgebracht werden. In den Pasten können übliche Verdikkungsmittel,
wie Cellulosederivate oder wasserlösliche synthetische Polymere, umgesetzt werden,
der Bindergehalt liegt vorzugsweise bei 20 bis 40 Gew.-%.
[0012] Nach der Behandlung mit der Kunststoffdispersion wird das beschichtete oder getränkte
Fasergebilde getrocknet. Hierzu können übliche Flachbahntrockner, Zylindertrockner
oder Siebtrommeltrockner verwendet werden. Das behandelte Fasergebilde neigt weniger
zum Kleben an warmen Metalloberflächen als mit rein thermoplastischen Dispersionen
ausgerüstete Produkte.
[0013] Als Mass für die Beständigkeit gegen organische Lösungsmittel eignet sich der sogenannte
«Binder-Tri-Waschverlust», abgekürzt BTV, dessen Bestimmung in den Beispielen unter
IV näher erläutert ist. Während die Imprägnierung mit Dispersionen, die keine Carboxylatgruppen
enthalten oder in denen der Anteil an Alkalicarboxylatgruppen nicht in der hier beschriebenen
Weise eingebaut worden ist, BTV-Werte von 80-100% ergibt, wird der Binderverlust bei
den nach dem Verfahren der Erfindung imprägnierten Fasergebilden auf einen Bruchteil
dieses Wertes herabgesetzt. Schon bei einem Alkali-Methacrylat-Gehalt von 1 % (berechnet
als Methacrylsäure, bezogen auf das Kunststoffgewicht) wird ein BTV-Wert zwischen
30 und 50% erreicht. Bei einer Steigerung des Alkali-Methacrylatgehaltes auf 2 bis
3% sinkt der Binderverlust auf 20 bis 25% ab. Bei weiterer Erhöhung des Carboxylatgehaltes
bleibt der Binderverlust auf niedrigem Niveau, jedoch nimmt die Wasserempfindlichkeit
der Imprägnierung zu. Eine geeignete Masszahl für die Wasserempfindlichkeit ist der
sogenannte «Binder-Kochwasch-Verlust», abgekürzt BKV, dessen Bestimmung in den Beispielen
unter IV ausführlich beschrieben ist. Der BKV-Wert erweist sich in starkem Masse abhängig
von der Trocknungstemperatur. Nach der Trocknung bei Raumtemperatur werden BKV-Werte
bis zu 70% beobachtet. Nach dem Trocknen oder Nacherhitzen bei Temperaturen zwischen
80 und 120°C sind - insbesondere bei niedrigem Carboxylatgehalt - nur noch Binderverluste
von wenigen Prozent festzustellen. In dem bevorzugten Bereich von 2-3 Gew.-% Carboxylateinheiten
treten Binderverluste zwischen 4 und 10 Gew.-% auf. Selbstverständlich hängen die
Binderverluste von der Art des Fasermaterials und der Kunststoffdispersion ab; die
hier genannten Werte gelten für ein Polyestergewebe, das mit 50 Gew.-% einer aus Methylmethacrylat
und Butylacrylat als Hauptkomponenten aufgebauten Kunststoffdispersion ausgerüstet
war.
Beispiele
[0014] I. Herstellung der Dispersionen - allgemeine Arbeitsweise
[0015] In einem Polymerisationsgefäss mit Rührwerk, Rückflusskühler und Thermometer werden
bei 80°C vorgelegt:

[0016] Innerhalb 4 Std. wird in diese Lösung bei 80°C unter Rühren eine zuvor hergestellte
Emulsion eingetropft, die aus folgenden Bestandteilen besteht:

[0017] Nach Abschluss des Zulaufs wird noch eine Stunde bei 80°C gerührt und danach auf
Raumtemperatur abgekühlt. Es entsteht eine Dispersion mit 45% Feststoffgehalt. Zur
Herstellung 50%iger Dispersionen wird der Wasseranteil entsprechend vermindert.

II. Herstellung von Vergleichsdispersionen
[0018] Es wurde die unter I. beschriebene Arbeitsweise angewendet, soweit nicht anders angegeben.
[0019] Vergleichsdispersion-A und B entsprechend Beispielen 1 und 2, jedoch wurde das Kalium-Methacrylat
in der Monomer-Zulaufemulsion gelöst.

[0020] Vergleichsdispersion C, hergestellt entsprechend Beispiel 10, jedoch unter Zugabe
der Methacrylsäure in Form der freien Säure zusammen mit dem Monomerzulauf.
[0021] Vergleichsdispersion D, hergestellt wie Vergleichsdispersion C, jedoch die Methacrylsäureeinheiten
nach Abschluss der Polymerisation mit der äquivalenten Menge KOH neutralisiert.
[0022] Vergleichsdispersion E, hergestellt entsprechend Beispiel 10, jedoch allmähliche
Zugabe des Kaliummethacrylats gleichzeitig mit dem Zulauf der übrigen Monomeren.

[0023] 111. Quellverhalten von Filmen aus Dispersion nach Beispiel 10 und den Vergleichsdispersionen
C, D und E
[0024] Etwa 1 mm dicke Schichten der Dispersionen werden im Trockenschrank bei 39°C zu einem
0,5mm dicken Film eingetrocknet und danach 5 Minuten auf 140°C erhitzt. Zur Prüfung
der Quellbarkeit durch Trichloräthylen werden gewogene Teilstücke der Filme bei 20°C
2 Stunden lang quellen gelassen. Andere Teilstücke werden 72 Stunden bei 35°C in Dibutylphthalat
quellen gelassen. Dann werden die gequollenen Filme herausgenommen, von anhaftender
Flüssigkeit befreit und die Gewichtszunahme in Prozent des Ausgangsgewichts ermittelt:

IV.Verfestigung von Fasergebilden
[0025] Ein Polyestergewebe mit einem Flächengewicht von 100 g/m
2 aus Polyesterstapelfasern wird mit einer Dispersion bei Zimmertemperatur getränkt
und mittels eines Laborfoulards auf eine Flottenaufnahme von 80 bis 100% (bezogen
auf das Gewicht des Gewebes) abgequetscht. Der feuchte Gewebestreifen wird im gespannten
Zustand hängend 5 Minuten bei 120°C im Umlufttrockenschrank getrocknet.
[0026] Um die Beständigkeit der Imprägnierung gegenüber den in der Chemischreinigung und
in der Kochwäsche herrschenden Bedingungen zu prüfen, werden ausgewogene Probestücke
des imprägnierten Gewebes in einer Laborwaschmaschine («Linitestgerät», eingetr. Warenzeichen)
mit Trichloräthylen bzw. einer Waschlauge behandelt.
Prüfbedingungen:
Triwäsche:
[0027] Eine Probe von 18 x 18cm Grösse wird 80 min bei 20°C mit 125 ml Trichloräthylen bewegt,
anschliessend mit 100 ml Trichloräthylen gespült und 30 min bei 80° getrocknet. Nach
halbstündiger Lagerung bei Raumtemperatur wird die Probe ausgewogen. Der Gewichtsverlust
wird in Prozent, bezogen auf das Gewicht des Bindemittels in der eingesetzten Probe,
bestimmt.
Kochwäsche:
[0028] Eine Probe von 18 x 18cm Grösse wird 10 min bei 90° mit 125 ml einer wässrigen Waschflotte,
die je Liter 3 g Marseiller Seife und 2 g calc. Soda enthält, bewegt, anschliessend
einmal mit 90°C heissem und einmal mit kaltem Wasser gespült und 30 min bei 90°C getrocknet.
30 min nach der Trocknung wird die Probe gewogen und der Binderverlust in Prozent,
bezogen auf das Gewicht des Bindemittels in der eingesetzten Probe, bestimmt.

[0029] Die Vergleichsdispersionen zeigen, dass ohne Neutralisation der Carboxylgruppen des
Binderpolymeren (Vergleichsdispersion C) sehr hohe Binderverluste bei der Triwäsche
auftreten. Durch Neutralisation werden diese Verluste erheblich herabgesetzt, während
die Kochwaschverluste trotz gestiegener Polarität des Binders nur unerheblich zunehmen.
Bei nachträglicher Neutralisation (Vergleichsdispersion D) werden zwar besonders niedrige
Binderverluste gefunden, jedoch zeigen die unter 111 beschriebenen Prüfungen eine
hohe Empfindlichkeit des Films gegenüber Weichmachern an. Bei gleichmässiger Zugabe
des methacrylsauren Salzes (Vergleichsdispersion E) sind die Binderverluste höher
als beim Einsatzt in der Vorlage gemäss der Erfindung (Beispiel 10), jedoch bedeutend
niedriger als bei nicht neutralisiertem Binderharz. Dageben ist die Quellung im Weichmacher
(siehe unter 111) ungünstig hoch.
1. Verfahren zum Verfestigen von Fasergebilden durch Behandeln mit wässrigen Kunststoffdispersionen,
die frei von formaldehydabgebenden Substanzen sind und deren Kunststoffanteil überwiegend
aus Alkylestern der Acryl- oder Methacrylsäure, sowie geringen Mengen a,ß-ungesättigten
Carbonsäuren aufgebaut ist, und anschliessendes Trocknen, dadurch gekennzeichnet,
dass das Verfahren mit einer solchen Kunststoffdispersion durchgeführt wird, zu deren
Herstellung eine Wasserphase vorgelegt wird, die 1 bis 4 Gew.-%, bezogen auf das Gesamtgewicht
der am Aufbau der Dispersion beteiligten polymerisierbaren Verbindungen, Acryl- und/oder
Methacrylsäure in Form ihrer Alkali- oder Ammoniumsalze gelöst enthält und die übrigen
Monomeren als solche oder in Form einer wässrigen Emulsion allmählich unter Polymerisationsbedingungen
zu der Wasserphase, in der die Polymerisation stattfindet, zulaufen gelassen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine Kunststoffdispersion
mit einem Anteil der in der Salzform einpolymerisierten Acryl- bzw. Methacrylsäure
von 2 bis 3 Gew.-%, bezogen auf den Kunststoffgehalt, eingesetzt wird.
3. Verfahren nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass eine bei 25°C
filmbildende Kunststoffdispersion mit einem Tamax-Wert des dispergierten Kunststoffes
unter 50°C eingesetzt wird.
4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass eine zu mehr
als 50 Gew.-%, bezogen auf den Kunststoffanteil, aus Acrylsäurealkylestern mit 1 bis
8 C-Atomen im Alkylrest und zum übrigen Teil überwiegend aus Methacrylsäurealkylestern
mit 1 bis 4 C-Atomen im Alkylrest aufgebaute Kunststoffdispersion eingesetzt wird.
5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4; dadurch gekennzeichnet, dass auf 100 Teile
Fasergewicht wenigstens 10 Teile Kunststoff-Trockengewicht als wässrige Kunststoffdispersion
eingesetzt werden.
6. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass als Fasergebilde
Gewebe und Faservliese aus Textilfasern oder Papier eingesetztwerden.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass Faservliese mit einem Flächengewicht
nicht über 60 g/qm zur Verfestigung eingesetzt werden.
8. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Fasergebilde
durch Imprägnieren, Besprühen, Beschichten, Pflatschen oder Bedrucken mit der Kunststoffdispersion
behandelt wird.
1. Process for strengthening fibrous structures by treating them with aqueous plastics
dispersions which are free from formaldehyde-releasing substances and the plastics
content of which is made up predominantly of alkyl esters of acrylic or methacrylic
acid and small quantities of α,ß- unsaturated carboxylic acids, and subsequent drying,
characterised in that the process is carried out with a plastics dispersion which
is prepared by taking an aqueous phase containing 1 to 4% by weight, based on the
total weight of polymerisable compounds involved in the composition of the dispersion,
of acrylic and/or methacrylic acid dissolved in the form of the alkali metal salts
or ammonium salts thereof, and gradually adding the other monomers, either as they
are or in the form of an aqueous emulsion, under polymerisation conditions to the
aqueous phase in which the polymerisation takes place.
2. Process as claimed in claim 1, characterised in that a plastics dispersion is used
which contains a proportion of acrylic or methacrylic acid polymerised therein in
the form of a salt of from 2 to 3% by weight, based on the plastics content.
3. Process as claimed in claims 1 and 2, characterised in that a plastics dispersion
which forms a film at 25°C is,used, having a TAmax value for the dispersed plastics
of below 50°C.
4. Process as claimed in claims 1 to 3, characterised in that a plastics dispersion
is used which is made up of more than 50% by weight, based on the plastics content,
of alkyl acrylates with 1 to 8 carbon atoms in the alkyl group, the remainder being
predominantly alkyl methacrylates with 1 to 4 carbon atoms in the alkyl group.
5. Process as claimed in claims 1 to 4, characterised in that at least 10 parts of
dry weight of plastics are used as the aqueous plastics dispersion for each 100 parts
by weight of fibres.
6. Process as claimed in claims 1 to 5, characterised in that woven fabrics and fibre
matting made from textile fibres or paper are used as the fibrous structures.
7. Process as claimed in claim 6, characterised in that fibre matting with a weight
per unit area of not more than 60 g/m2 is used for strengthening.
8. Process as claimed in claims 1 to 7, characterised in that the fibrous structure
ist treated with the plastics dispersion by impregnation, spraying, coating, padding
or printing.
1. Procédé pour la consolidation de produits en fibres par traitement par des dispersions
aqueuses de matière synthétiques qui sont dépourvues de substances glrnéràtrices d'aldéhyde
formique et dont la partie matière synthétique est constituée principalement d'esters
alcoyliques de l'acide acrylique ou méthacrylique, ainsi que de petites quantités
d'acides carboxyliques α,β-insaturés, et par séchage consécutif, caractérisé en ce
que le traitement est effectué avec une dispersion de matière synthétique pour la
préparation de laquelle on charge préalablement une phase aqueuse qui contient en
solution 1 à 4% en poids, par rapport au poids total des composés polymérisable entrant
dans la constitution de la dispersion, d'acide acrylique et/ou méthacrylique sous
la forme de leurs sels alcalins ou ammoniques, et on introduit peu à peu par écoulement,
dans des conditions de polymérisation, les autres monomères, tels quels ou sous forme
d'une émulsion aqueuse, dans la phase aqueuse, dans- laquelle a lieu la polymérisation.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'on utilise une dispersion
de matière synthétique contenant, par rapport à la teneur en matière synthétique,
une proportion de 2 à 3% en poids de t'acide acrylique ou méthacrylique en liaison
polymère sous la forme de sel.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce qu'on utilise une dispersion
de matière synthétique qui forme une pellicule aux alentours de 25°C et qui présente
une valeur Tλmax de la matière synthétique dispersée inférieure à 50°C.
4. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'on
utilise une dispersion de matière synthétique qui est composée, pour plus de 50% en
poids, par rapport à la partie matière synthétique, d'esters alcoyliques d'acide acrylique
comportant 1 à 8 atomes de C dans le radical alcoyle et, pour le reste, principalement
d'esters alcoyliques d'acide méthacrylique comportant 1 à 4 atomes de C dans le radical
alcoyle.
5. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 4, caractérisé en ce que
pour 100 parties en poids de fibres, on utilise au moins 10 parties en poids à sec
de matière synthétique sous la forme de dispersion aqueuse de matière synthétique.
6. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 5, caractérisé en ce qu'on
utilise, en thant que produits en fibres, des tissus et des nappes non tissées en
fibres textiles ou du papier.
7. Procédé selon la revendication 6, caractérisé en ce qu'on utilise des nappes de
fibres non tissées, ayant un poids par unité de surface qui ne dépasse pas 60 g/m2, pour le traitement de consolidation.
8. Procédé selon l'une quelconque des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que
les produits en fibres sont traités par la dispersion de matière synthétique par imprégnation,
aspersion, enduction, placage ou impression.