[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum gleichzeitigen, kontinuierlichen Verfestigen
und Beschichten eines Vliesstoffes mit einem Bindemittel und mit einer Haftmasse,
bei dem das Bindemittel von der einen Seite synchron gegen die von der anderen Seite
aufgedruckte Haftmasse in Form sich damit deckender Teilflächen gegengedruckt wird,
wobei die Teilflächen untereinander jeweils einen Abstand haben.
[0002] Ein solches Verfahren ist aus der japanischen Offenlegungsschrift 1667/1975 bekannt.
Das Bindemittel und die Haftmassen werden dabei während des Hindurchleitens des Vliesstoffes
durch ein Paar Gravur- oder Siebrollen aufgebracht.
[0003] Bindemittel dienen primär dazu, die Fasern eines Vliesstoffes untereinander zu verkleben
und ihm dadurch Festigkeit zu verleihen. Die Festigkeit ist um so grösser, je mehr
Fasern untereinander verklebt sind. Es ist deshalb erwünscht, dass das Bindemittel
in das Innere des behandelten Vliesstoffes eindringt und nach dessen Verfestigung
möglichst gleichmässig über den gesamten Querschnitt verteilt ist. Als Bindemittel
kommen insbesondere vernetzbare polymere Substanzen zur praktischen Anwendung.
[0004] Die auf die Oberfläche von Fixiereinlagen aufgebrachten Haftmassen dienen demgegenüber
dazu, eine Verklebung mit einem anderen Stoff zu ermöglichen. Gebräuchliche Haftmassen
sind thermoplastische Substanzen, und die Aktivierung wird durch Anwendung von Druck
und Wärme, beispielsweise unter Zuhilfenahme eines Bügeleisens, bewirkt. Im Gegensatz
zu dem Bindemittel ist es deshalb erwünscht, dass die Haftmasse auch während des Verbügelns
möglichst nicht in das Innere des verwendeten Vliesstoffes eindringt, sondern möglichst
vollständig und konzentriert für die gegenseitige Verklebung der aufeinanderliegenden
Oberflächen zur Verfügung steht.
[0005] Das eingangs angesprochene Verfahren ermöglicht es, das Bindemittel und die Haftmasse
deckungsgleich auf die Ober- und auf die Unterseite des verwendeten Vliesstoffes aufzubringen.
Bedingt durch das bei der Behandlung der Ober-und der Unterseite angewendete, identische
Druckverfahren ergeben sich jedoch gleiche Einpresskräfte, und es ist deshalb äusserst
schwierig, die erwünschte unterschiedliche Einpressung von Bindemittel und Haftmasse
praktisch zu realisieren. Eine gegenseitige Modifizierung der Grösse der aufgebrachten
Teilflächen ist nicht möglich und grössere Druckgeschwindigkeiten können insbesondere
beim Behandeln nicht vorverfestigter Faservliese zu einem unsauberen Druckbild und
damit zu undefinierten Eigenschaften der erhaltenen Fixiereinlage führen.
[0006] Aus der europäischen Patentanmeldung 12776 ist ein Verfahren bekannt, welches die
Verfestigung eines Vliesstoffes durch Aufdrucken eines UV-härtbaren Bindemittels und
anschliessende Bestrahlung mit einer Quecksilber-Hochdrucklampe bei Arbeitsgeschwindigkeiten
von mehr als 50 m/min ermöglicht. Das Aufbringen einer Haftmasse wird nicht angesprochen.
[0007] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das eingangs angesprochene Verfahren derart
weiter zu entwickeln, dass beim gleichzeitigen, kontinuierlichen Aufdrucken eines
Bindemittels und einer Haftmasse auf einen unverfestigten Vliesstoff in Form von Teilflächen
mit deckungsgleicher Mittellinie beiderseits ein präzises Druckbild gewährleistet
wird und das es ermöglicht, die beiderseitige spezifische Auftragsmenge sowie die
beiderseitige Einpressung zu variieren.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss mit den kennzeichnenden Merkmalen des Patentanspruches
gelöst. Auf vorteilhafte Ausgestaltungen ist in den Unteransprüchen Bezug genommen.
[0009] Bei dem erfindungsgemässen Verfahren wird ein durch UV-Strahlen vernetzbares Bindemittel
von der Unterseite gegen eine nach dem Puderpunkt- oder Siebdruckverfahren auf die
Oberseite des Vliesstoffes aufgebrachte, thermoplastische Haftmasse gedruckt. Das
Bindemittel wird anschliessend durch UV-Strahlen vernetzt, wobei die Dosis so gewählt
wird, dass sich gleichzeitig eine geometrische Eigenstabilisierung der Gestalt der
Haftmassenflächen ergibt, die ausreichend ist in bezug auf das Verhindern eines Auseinanderlaufens
und damit von Unsauberkeiten des Druckbildes während der Überführung und der anschliessenden
Fertigbehandlung in einem Sinterkanal bzw. einem Trockner.
[0010] Zur Erzielung einer vollständigen Vernetzung des nach dem Drucken über den Querschnitt
des Vlieses verteilten Bindemittels wird die UV-Bestrahlung mit Überschussenergie
betrieben. Diese Überschussenergie, die zweckmässig mehr als die Hälfte der eingesetzten
elektrischen Energie ausmacht, wird erfindungsgemäss dazu ausgenutzt, die sich reliefartig
über den Bindemittel enthaltenden Teilflächen des Vliesstoffes von dessen Oberfläche
abhebenden Teilflächen im wesentlichen aus Haftmassenpartikeln soweitgehend ineinander
bzw. mit der Oberfläche des Vliesstoffes zu verkleben, dass eine Veränderung der geometrischen
Gestalt und insbesondere ein Auseinanderlaufen während der Überführung in den anschliessenden
Trockner bzw. in die anschliessende Temperkammer verhindert wird. Die eingesetzte
elektrische bzw. Strahlungsenergie gewährleistet eine vollständige Vernetzung des
innerhalb der Teilflächen in den Vliesstoff eingepressten Bindemittels bei gleichzeitiger
Stabilisierung der Haftmassenteilflächen. Ein besonders günstiges Verhältnis zwischen
UV- und Wärmebestrahlung ist bei Quecksilber-Mittel- und -Hochdruckstrahlern gegeben,
wenn diese ohne Anwendung spezieller Filter und/oder einer speziellen Kühlung von
beiden Seiten gegen die Oberfläche des bedruckten Vliesstoffes gerichtet werden. Die
Anwendung einer Überdosis der beanspruchten Energieaufteilung ist im allgemeinen nicht
nachteilig, sondern begünstigt eher bei höchsten Arbeitsgeschwindigkeiten eine hochgradige
Konturenschärfe des beiderseits erhaltenen Druckbildes. Es ist ein hervorzuhebender
Vorteil, dass dieses auch dann erhalten bleibt, wenn auf das Vlies durch äussere Einwirkungen
Schwingungen oder Schüttelbewegungen übertragen werden. Deren Unterdrückung ist in
der angesprochenen Verfahrensstufe häufig äusserst schwierig, wobei auch zu berücksichtigen
ist, dass die hier zur Diskussion stehenden Vliesstoffe eines Flächengewichtsbereiches
von 10 bis 50 g/m
2 bei einer Arbeitsbreite von mehr als 1 m in vielen Fällen bereits auf Luftschwingungen
äusserst empfindlich reagieren.
[0011] Die für die Aufbringung der Haftmasse und des Bindemittels angewendeten Druckverfahren
gehören grundsätzlich verschiedenen Gattungen an, wodurch erreicht wird, dass die
beiden Substanzen, die bestimmungsmässig verschiedenartige Aufgaben zu erfüllen haben,
in einer günstigen gegenseitigen Abstimmung aufgebracht werden können. Es ist weiterhin
von wesentlicher Bedeutung, dass von den beiden gegeneinanderlaufenden Druckzylindern
zumindest einer weichelastische Eigenschaften aufweist, durch die Dicken- oder Elastizitätsunterschiede
des bedruckten Vliesstoffes während des Druckvorganges soweit ausgeglichen werden,
dass eine Störung des erzeugten Druckbildes vermieden wird.
[0012] Das Bindemittel wird unter Anwendung eines Hoch-, Flach- oder Tiefdruckzylinders
mit einem weichelastischen Mantel aus Gummi aufgebracht. In allen drei Fällen wird
eine gute Einpressung des Bindemittels in das Innere des Vliesstoffes erreicht. Das
Hochdruckverfahren vereinigt in sich darüber hinaus den weiteren Vorteil einer besonders
grossen Elastizität der Oberfläche mit einer guten Verschmutzungssicherheit gegenüber
sich von der Oberfläche des bedruckten Vliesstoffes ablösenden Faserbestandteilen.
[0013] Beim Hoch- und Flachdruckverfahren kann die spezifisch aufgetragene Bindemittelmenge
durch Verstellen der verwendeten Druckeinrichtung kontinuierlich verändert werden.
Sofern eine Entsprechende Änderung bei Anwendung eines Tiefdruckverfahrens erforderlich
ist, ist der Einsatz einer entsprechend geänderten Druckwalze erforderlich.
[0014] Geänderte Druckwalzen sind weiterhin erforderlich, wenn die Grösse der Teilflächen
beim Hoch-, Flach- oder Tiefdruckverfahren modifiziert werden soll. Eine solche Modifizierung
kann beispielsweise in einer Vergrösserung des Durchmessers bestehen, wenn verhindert
werden soll, dass die Haftmasse beim Verbügeln der Fixiereinlage mit einem Oberstoff
schlechter Saugfähigkeit in das Innere der Fixiereinlage eindringt.
[0015] Die Haftmasse kann in trockener Form als Pulver unter Anwendung des Puderpunktverfahrens
auf den Vliesstoff aufgedruckt werden oder in Form eines pastenartig suspendierten
Pulvers unter Anwendung eines Siebdruckverfahrens. Beim Pulverpunktverfahren ist es
nicht erforderlich, die für die Anwendung des Siebdruckverfahrens erforderliche Trägerflüssigkeit
nachträglich wieder zu entfernen, wodurch der spezifische Energieverbrauch niedriger
ist. Die pro Flächeneinheit aufgebrachte Haftmassenmenge kann jedoch nicht wie beim
Siebdruckverfahren kontinuierlich durch einfache Veränderung des Anstellwinkels des
Rakels verändert werden, sondern es ist eine geänderte Auftragswalze erforderlich.
Für die Herstellung ausgesprochener Massenprodukte mit gleichbleibendem, spezifischem
Haftmassenauftrag bietet sich deshalb die Anwendung des Pulverpunktverfahrens an,
während das Siebdruckverfahren für die Herstellung kleinerer Produktionsraten von
Fixiereinlagen mit spezifischer Haftkraft bevorzugt wird.
[0016] In beiden Fällen können alle einschlägig verwendeten Haftmassen verarbeitet werden,
beispielsweise solche auf Polyolefinbasis, Polyurethane, Copolyamide oder Copolyester.
Der Schmelzpunkt liegt im allgemeinen im Bereich zwischen 100 und 130°C. Die Partikelgrösse
des eingesetzten Pulvers muss relativ fein sein, um eine ausreichende gegenseitige
Vorverklebung unter Ausnutzung der Überschussenergie aus der UV-Vernetzung des Bindemittels
zu ermöglichen.
[0017] Gute Ergebnisse werden im allgemeinen erzielt, wenn der maximale Partikeldurchmesser
beim Pulverpunktverfahren in wenigstens 95% aller Fälle weniger als 0,2 mm und beim
Dispersionsdruckverfahren in wenigstens 95% aller Fälle weniger als 0,1 mm beträgt.
[0018] Die Teilflächen aus Bindemittel und Haftmasse werden mit sich deckender Mittellinie
in einem identischen Flächenraster auf die Ober- und auf die Unterseite des Vliesstoffes
aufgedruckt. Sie sind relativ fein ausgebildet, und können beispielsweise bei einem
Durchmesser von 0,4 bis 0,7 mm einen gegenseitigen Mittelpunktabstand von 1 mm haben.
Die für die Herstellung derartiger Fixiereinlagen verwendeten Fasern haben demgegenüber
eine Länge von wenigstens 25 mm, und ihre gegenseitige Zuordnung folgt einem unregelmässigen
Muster. Es wird angenommen, dass alle Parameter gemeinsam beteiligt sind, wenn Verzerrungen
des Vlieses während der Behandlung in dem Druckwerk nicht beobachtet werden konnten.
Beispiel 1
[0019] Mit Hilfe mehrerer in Längsrichtung stehenden Krempeleinrichtungen wird ein 25 g/m
2 schweres Faservlies aus 100% Polyesterfasern 1,7 dtex/40 mm mit einer Geschwindigkeit
von 60 m/min hergestellt. Das Vlies wird durch ein Paar gegeneinander angestellter
und auf 150 °C Oberflächentemperatur geheizter Walzen geleitet, und dabei mit einem
Liniendruck von 15 kp/cm verdichtet. Sofort anschliessend wird das Vlies durch eine
Druckvorrichtung nach Figur 1 geleitet. Die obere Druckwalze ist eine Siebdruckschablone
1 mit einem 25-mesh-Raster. Der Lochdurchmesser ist einheitlich 0,45 mm, die Schablonendicke
beträgt 0,19 mm. In dem Siebdruckzylinder ist ein in der Neigung zur Senkrechten verstellbares
Rakel 3 angeordnet.
[0020] Mit diesem Siebdruckzylinder 1 wird eine wässrige Haftmassenpaste 2 aufgedruckt,
die 40 Gew.-% eines ternären Copolyamid-Pulvers aus Laurinlactam, Caprolactam und
AH-Salz (auf Basis Adipinsäure-Hexamethylendiamin) mit einem maximalen Partikeldurchmesser
von 10 bis 80 g und einem Schmelzpunkt von 115°C enthält und die durch Zusatz eines
Acrylatverdickers mit Ammoniak auf eine Viskosität von 15 000 m Pas sec eingestellt
ist. Die Auflage auf dem Vlies 4 beträgt nass 30 g/m
2, und nach dem Trocknen 12 g/m
2,
[0021] Die untere Druckwalze 5, d.h. die zweite Walze von oben, ist als Gummi-Hochdruckwalze
ausgebildet. Der Gummi ist beständig gegen organische Flüssigkeiten und weist eine
Shore-A-Härte von 65 auf. Die Teilung des Hochdruckmusters ist absolut identisch mit
dem des Siebdruckzylinders, während der Durchmesser der Druckflächen 0,8 mm beträgt.
Die Gravurtiefe beträgt 0,4 mm.
[0022] Von der auf 60° vorgeheizten Wanne mit Prepolymeren 6 wird die unten beschriebene
BinderMischung über die Tauchwalze 7 aus Gummi und die ebenfalls auf 60°C beheizte,
mit einer 60 mesh-Gravierung versehene verchromte Übertragswalze 8 auf die Gummi-Hochdruckwalze
übertragen. Die Geschwindigkeit der Tauchwalze 8 ist so eingestellt, dass ein Druckauftrag
von der Hochdruckwalze auf das Vlies von 2,5 g/m
2 resultiert.
[0023] Die beiden Druckwalzen sind so eingestellt, dass die Mittelpunkte der beiderseits
aufgedruckten Teilflächen deckungsgleich übereinanderliegen.
[0024] Die Bindermischung hat die folgende Zusammensetzung.

[0025] Nach Verlassen des Druckwerkes wird das Vlies mit Hilfe eines Tragebandes aus Metall
durch eine Lichtschleuse in einen Belichtungskasten transportiert, wo es durch 2 Reihen
von Quecksilber-Hochdrucklampen mit einer Leistung von 200 Watt/cm -je eine Reihe
von oben und von unten - geleitet wird. Die Härtung des Bindemittels erfolgt augenblicklich.
Das Vlies verlässt durch eine zweite Lichtschleuse den Belichtungskasten und wird
danach durch einen Spannrahmen von 15 m Länge geführt, in dem bei einer Umluft-Temperatur
von 115°C die Haftmasse fertig getrocknet und fertig gesintert wird.
[0026] Nach dem Spannrahmen wird die Warenbahn mit Hilfe von Schneidwerken beidseitig randbeschnitten
und in der Mitte geteilt, so dass 2 Bahnen 90 cm breiten, direkt verkaufsfähigen Einlage-Vliesstoffes
aufgerollt werden können.
[0027] Der erhaltene Einlagevliesstoff ist sehr weich und drapierfähig, ausgezeichnet wasch-
und chemischreinigungsfest, und auf allen herkömmlichen Fixiereinrichtungen einwandfrei
verarbeitbar.
Beispiel 2
[0028] Mit Hilfe mehrerer quer zur Maschinenlaufrichtung stehender Krempeln und von Querlegern,
wird auf einen Lattentisch ein quergelegtes Vlies abgelegt. Das Flächengewicht der
mit dieser Geschwindigkeit laufenden Vliesbahn beträgt 27 g/m
2, die Bahnenbreite 1-95 cm. Die Fasermischung besteht aus
Hochgekräuselte Polyamidfaser 1,7 dtex/40 mm Schnittlänge 40 Tle.
Hochgekräuselte Polyamidfaser 3,3 dtex/51 mm Schnittlänge 30 Tle.
Polyesterfaser 1,6 dtex/40 mm Schnittlänge 30 Tle.
[0029] Das Faservlies wird wie bei Beispiel 1 durch ein Paar geheizter Walzen geleitet.
Die Oberflächentemperatur der Walzen beträgt 190°C, der Liniendruck 30 kp/cm, die
Umfangsgeschwindigkeit 25 m/min.
[0030] Sofort nach Passieren der geheizten Walzen wird das Vlies durch eine Druckvorrichtung
nach Figur 2 geleitet.
[0031] Die unteren 3 Walzen samt Prepolymer-Wanne sind mit denen von Beispiel 1 identisch,
ebenso die Zusammensetzung der Prepolymer-Mischung und deren Temperatur, sowie die
Walzenheizung der Übertragswalze.
[0032] Die oberste Walze ist als Puderpunkt-Auftragswalze 9 ausgebildet. Das Druckmuster
ist als 25 mesh-Reihenpunkt ausgebildet. Seine Teilung ist mit dem 25-mesh-Raster
der darunterliegenden Hochdruck-Gummiwalze 5 absolut identisch, wobei die Druckflächen
bei einer ebenfalls kreisförmigen Ausbildung einen Durchmesser von 0,8 mm haben. Die
Gravurtiefe der Näpfchen ist 0,25 mm, ihr Durchmesser beträgt 0,40 mm.
[0033] Die Puderwalze ist auf eine Oberflächen-Temperatur von 68°C geheizt. Es werden damit
15 g/m
2 eines ternären Copolyamid-Pulvers 10 mit einem maximalen Partikeldurchmesser von
1 bis 20µ µ und einem Schmelzbereich von 120 bis 130°C aufgetragen.
[0034] Gleichzeitig und auf die gleichen Stellen der Warenbahn werden von unten mit Hilfe
der Hochdruckwalze 5 aus Gummi 3 g/m
2 der in Beispiel 1 beschriebenen UV-härtbaren prepolymeren Bindermischung aufgetragen.
Die Warenbahn läuft nach Verlassen des Druckwerkes durch den in Beispiel 1 beschriebenen
Belichtungskasten, wobei das Bindemittel ausgehärtet wird und die Haftmassenflächen
geometrisch stabilisiert werden. Die bereits leicht vorverklebten Haftmassenpunkte
werden in einem folgenden Infrarotfeld (Strahlertemperatur 400°C) endgültig festgesintert.
Nach Passieren einer Kühlwalze wird, wie in Beispiel 1, die Warenbahn in 2 Bahnen
von je 90 cm Fertigbreite geschnitten und aufgerollt.
[0035] Es resultiert ein besonders weiches, multidirektionales Einlagevlies von hohem Volumen,
guter Drapierfähigkeit, und ausgezeichneter Beständigkeit gegen Wäsche und Chemischreinigung.
[0036] Die kreisförmigen Teilflächen aus Bindemittel haben in beiden Beispielen einen grösseren
Durchmesser als die Teilflächen aus Haftmasse. Die beim Thermofixieren der Fixiereinlagen
schmelzende Haftmasse wird dadurch besser daran gehindert, in die Fixiereinlage einzudringen,
als wenn die übereinanderliegenden Teilflächen gleiche Durchmesser haben. Neben den
beschriebenen regelmässigen Flächenrastern können die Teilflächen in jedem anderen
gewünschten Flächenraster aufgebracht werden, beispielsweise auch in dem häufig bevorzugten
Streuraster mit statistischer Orientierung. Neben runder Ausbildung ist jede andere
gewünschte Form möglich.
1. Verfahren zum gleichzeitigen, kontinuierlichen Verfestigen und Beschichten eines
Vliesstoffes mit einem Bindemittel und mit einer Haftmasse, bei dem das Bindemittel
von der einen Seite synchron gegen die von der anderen Seite aufgedruckte Haftmasse
in Form sich damit dekkender Teilflächen gegengedruckt wird, wobei die Teilflächen
untereinander jeweils einen Abstand haben, dadurch gekennzeichnet, dass ein durch
UV-Strahlen vernetzbares Bindemittel von der Unterseite her mittels eines Hoch-, Flach-oder
Tiefdruckzylinders mit einem weichelastischen Gummimantel auf den Vliesstoff aufgedruckt
wird, dass eine thermoplastische Haftmasse nach dem Puderpunkt - oder dem Siebdruckverfahren
von der Oberseite her auf den Vliesstoff aufgedruckt wird, und dass anschliessend
der Vliesstoff mit Licht bestrahlt wird, das 10 bis 30% der Gesamtenergie in Form
einer UV-Strahlung enthält, wobei die Gesamtleistung so bemessen wird, dass das Bindemittel
vernetzt und die Haftmasse in ihrer geometrischen Verteilung eigenstabilisiert wird,
wonach das Vlies durch Trocknen bzw. Sintern der Haftmasse fertig behandelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zur Vernetzung des Bindemittels
und zur Stabilisierung der Haftmasse eine Quecksilber- Mittel- oder Hochdrucklampe
mit einer Leistung von 80 Watt/cm verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, dass bei dem Siebdruck-
oder Puderpunktverfahren ein Haftmassenpulver verarbeitet wird, das zu wenigstens
95% einen maximalen Partikeldurchmesser von weniger als 0,1 bzw. 0,2 mm aufweist.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel und
die Haftmasse in einem gleichmässigen oder in einem ungleichmässigen Flächenraster
auf den Vliesstoff aufgedruckt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Bindemittel in
Flächenbereichen aufgedruckt wird, die die von der Haftmasse bedeckten Flächenbereiche
überdecken.
1. Procédé pour consolider et enduire simultanément en continu une nappe de fibres
avec un liant et une masse adhésive, dans lequel le liant est imprimé sur une face,
en synchronisme et en contre-pression par rapport à la masse adhésive imprimée sur
l'autre face, sous la forme de surfaces partielles superposées, les surfaces partielles
étant espacées les unes des autres d'une certaine distance, caractérisé en ce qu'un
liant réticulable par les rayons UV est imprimé sur la nappe de fibres par la face
inférieure, au moyen d'un cylindre d'impression en relief, à plat, ou en creux, muni
d'un revêtement de caoutchouc souple et élastique, en ce qu'une masse adhésive thermoplastique
est imprimée sur la nappe de fibres, par la face supérieure, selon le procédé du grain
de poudre ou de la sérigraphie et en ce que, ensuite, la nappe de fibres est irradiée
par une lumière qui comprend 10 à 30% de son énergie totale sous la forme d'un rayonnement
UV, la puissance totale étant calculée de telle manière que le liant soit réticulé
et que la masse adhésive soit stabilisée dans sa répartition géométrique, après quoi
la nappe de fibres subit son traitement final par séchage et agglomération de la masse
adhésive.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que, pour la réticulation du
liant et la stabilisation de la masse adhésive, on utilise une lampe à vapeur de mercure
à moyenne ou haute pression d'une puissance de 80 watts/cm.
3. Procédé selon les revendications 1 et 2, caractérisé en ce que, dans le procédé
de sérigraphie ou du grain de poudre, on travaille une poudre de masse adhésive qui
présente pour au moins 95% un diamètre maximum de particules de moins de 0,1 ou 0,2
mm.
4. Procédé selon les revendications 1 à 3, caractérisé en ce que le liant et la masse
adhésive sont imprimés sur la nappe de fibres en un motif de surfaces régulier ou
irrégulier.
5. Procédé selon les revendications 1 à 4, caractérisé en ce que le liant est imprimé
en régions de surfaces qui couvrent les régions de surfaces couvertes par la masse
adhésive.
1. A process for continuously consolidating a nonwoven and simultaneously coating
it with a binder and with an adhesive composition, in which process the binder is
synchronously counter-printed from one side against the adhesive composition, printed
on from the other side, in the form of matching part-surfaces, the part-surfaces being
spaced apart from one another, characterised in that a binder crosslinkable by ultraviolet
radiation is printed onto the nonwoven from the underside by means of a relief-printing,
planographic printing or gravure-printing cylinder having a soft, resilient rubber
covering, that a thermoplastic adhesive composition ist printed onto the nonwoven
from the upper face by the powder dot or screen printing process and that subsequently
the nonwoven is irradiated with light which contains 10 to 30% of its total energy
in the form of ultraviolet radiation, the total power being so chosen that the binder
becomes crosslinked and the geometrical distribution of the adhesive composition becomes
intrinsically stabilised, after which the nonwoven receives a final treatment by drying
and/or sintering of the adhesive composition.
2. A process according to claim 1, characterised in that a mercury medium pressure
or high pressure lamp with a power of 80 watt/cm is used to crosslink the binder and
to stabilise the adhesive composition.
3. A process according to claim 1 or 2, characterised in that the screen printing
or powder dot process employs an adhesive composition powder of which at least 95%
has a maximum particle diameter of less than 0.1 mm or less than 0.2 mm, respectively.
4. A process according to any of claims 1 to 3, characterised in that the binder and
the adhesive composition are printed onto the nonwoven in a regular or irregular surface
grid.
5. A process according to any of claims 1 to 4, characterised in that the binder is
printed onto the material in surface regions which overlap the surface regions covered
by the adhesive composition.