[0001] Die Erfindung betrifft eine Fadenzuführung für Rundstrickmaschinen mit über deren
Umfang verteilten Spulenträgern, denen jeweils ein Knotenfänger und eine Fadenumlenkung
zugeordnet sind, die im Abstand über dem Spulenträger angeordnet und durch aufragende
Stangen abgestützt sind, und mit den Knotenfängern und den Fadenumlenkungen in Fadenlaufrichtung
nachfolgenden Fadenspeichern.
[0002] Eine derartige Rundstrickmaschine ist bekannt (z.B aus
"Wirkerei- und Strickereitechnik", Juni 1977, S.309-313). Dabei tragen die senkrecht
aufragenden Stangen einen Ring, an dem sich waagerecht radial nach außen erstreckende
Tragarme für die Knotenfänger und Fadenumlenkungen befestigt sind. Die Knotenfänger
und die Fadenumlenkungen, die den höchsten Punkt der Fadenlaufbahn bilden, sind mit
einem größeren Abstand oberhalb der Spulenträger angeordnet, damit das Garn einwandfrei
von den Spulen ablaufen kann.
[0003] Die Spulenträger sind in einer bequem erreichbaren Arbeitshöhe über dem Boden angeordnet,
damit leere Spulen möglichst einfach durch neue Garnspulen ersetzt werden können.
Dieses hat zur Folge, daß die Knotenfänger und Fadenumlenkungen in einer Höhe angeordnet
sind, in der sie nicht mehr ohne weiteres durch eine Bedienungsperson bzw. von Hand
erreichbar sind. Daher wird eine Auflegegabel benutzt, um bei Betriebsbeginn die Fäden
bzw. Garne in die Knotenfänger einzufädeln und in die Fadenumlenkungen einzulegen.
Dieser Vorgang ist umständlich und zeitraubend. Außerdem sind bei der bekannten Rundstrickmaschine
viele sich im wesentlichen waagerecht erstrekkende Teile vorhanden, auf denen sich
Faserflug bzw. Flaum ablagert und die durch Abblasen gereinigt werden müssen. Dieses
Abblasen wird unter Benutzung von Leitern durchgeführt. Auch insoweit ist die Arbeitsweise
umständlich und überdies ist die Benutzung von Leitern mit einer erhöhten Unfallgefahr
verbunden. Schließlich kommt es durch die vielen vorgesehenen Garnrechenteile zu einer
vergleichsweise starken Verschmutzung, woraus sich Fehler im Stoff ergeben können.
[0004] Dementsprechend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, die bekannte Ausbildung
so zu verbessern, daß sich der Arbeitsaufwand beim Betrieb der Maschine verringert
und daß sich Schmutz und Flaum in geringerem Maße ablagern und leicht sowie gefahrlos
entfernt werden können.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß jedem Spulenträger zur Abstützung
des zugehörigen Knotenfängers und der Fadenumlenkung eine eigene aufragende Stange
zugeordnet ist, die durch eine Steckverbindung leicht abnehmbar etwa in Höhe des Spulenträgers
befestigt ist.
[0006] Bei dieser Ausbildung entfallen der hochliegende Ring und die von diesem ausgehenden
radialen Arme für die Knotenfänger und Fadenumlenkungen. Die in ihrer Betriebsstellung
im wesentlichen senkrecht verlaufenden Stangen bieten eine vergleichsweise geringe
Fläche zur Ablagerung von Flaum. Ohne Verwendung von Leitern oder dgl. lassen sich
die Stangen leicht abnehmen, so daß auch ihre oberen Enden mit dem Knotenfänger und
der Fadenumlenkung in eine zum Hantieren bequeme Höhenlage abgesenkt werden können.
Die abgenommenen Stangen lassen sich auf diese Weise nicht nur bequem reinigen, auch
das Einfädeln des Fadens in den Knotenfänger und das Einlegen des Fadens in die Fadenumlenkung
können direkt von Hand mühelos vorgenommen werden, worauf die Stangen mittels der
Steckverbindung wieder in ihrer Betriebsstellung befestigt werden. Somit enfällt das
umständliche Hantieren über Kopf mit-einer Auflegegabel oder dergleichen. Vielmehr
werden die entsprechenden Tätigkeiten von der Bedienungsperson bei sicherem Stand
auf dem Boden durchgeführt. Die einzelnen Arbeiten gehen schnell und gefahrlos vonstatten,
zumal keine Hilfsmittel wie Auflegegabeln und Leitern benötigt werden und die einzelnen
Stangen der Reihe nach und bei Bedarf auch einzeln abgenommen und wieder aufgesteckt
werden können, wobei die Stangen stets an ihrem Platz bleiben. Ein ggf*. erforderlicher
Austausch einer Stange mit Knotenfänger und Fadenumlenkung kann ebenfalls schnell
und problemlos vorgenommen werden.
[0007] Zweckmäßige Ausgestaltungen und Weiterbildungen ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachfolgend anhand einer schematischen
Zeichnung näher erläutert, die in einer teilweise geschnittenen Sicht in Umfangsrichtung
eine in Betriebsstellung befindliche Stange mit Knotenfänger und Fadenumlenkung über
der zugehörigen Spule zeigt, wobei der Ablauf des Fadens von der Spule durch den Knotenfänger,
über die Fadenumlenkung bis zu einem Speicherkopf für den Faden angedeutet ist.
[0009] Eine Radialstange 1 ist mit Hilfe einer Klemmvorrichtung 2 radial verstellbar an
einem Träger 3 gelagert. Auf der Radialstangelist ein Spulenträger 4 mit einem Gleitstück
5 radial verschiebbar gelagert und mittels eines Schraubteils 6 feststellbar. Auf
den Spulenträger 4 ist eine Spule 8 aufgesteckt.
[0010] Das radial nach außen über den Spulenträger 4 bzw. die aufgesteckte Spule 8 vorspringende
Ende der Radialstange 1 ist wie dargestellt um etwas mehr als 90° nach oben abgebogen.
Dabei ist dieses äußere Ende zu einem Steckstift 10 von quadratischem Querschnitt
verbreitert.
[0011] Auf den Steckstift 10 ist eine aufragende Stange 11 mit einer an ihrem unteren Ende
angeformten Steckbuchse 12 aufgesteckt, die eine Aussparung 13 von dem Steckstift
10 angepaßter quadratischer Form aufweist. Die Stange 11 ist an ihrem oberen Ende
mehrmals im wesentlichen unter einem rechten Winkel abgebogen, so daß eine Fadenumlenkung
15 mit einem im wesentlichen waagerecht verlaufenden Umlenkabschnitt 16 gebildet ist,
dessen beide Enden in aufragende Stangenabschnitte übergehen. Die Fadenumlenkung 15
ist ebenso wie der etwas tiefer liegende Knotenfänger 18, der über eine an der Stange
11 angeschweißte Halterung 19 befestigt ist, wie dargestellt im wesentlichen in der
senkrecht verlaufenden Achse des Spulenträgers 4 bzw. der Spule 8 angeordnet. Der
Knotenfänger 18 ist in bekannter Weise ausgebildet, so daß eine nähere Beschreibung
entfallen kann.
[0012] Während des Betriebs der Rundstrickmaschine, die eine Vielzahl der dargestellten
Anordnungen aufweist, die gleichmäßig in Umfangsrichtung verteilt hintereinander angeordnet
sind, läuft der Faden 20 von der Spule 8 durch den Knotenfänger 18 und über den Umlenkabschnitt
16 zu einem Fadenspeicher22 bekannter Bauart, um dann der Verarbeitung durch die Rundstrickmaschine
zugeführt zu werden.
[0013] Der Steckstift 10 und die Steckbuchse 12 bilden eine Steckverbindung, die ein leichtes
Abnehmen und Wiederaufstecken der Stange 11 ermöglicht. Der Steckstift 10 ist mit
geringem Führungsspiel in der Aussparung 13 der Steckbuchse 12 aufgenommen. Dieses
gewährleistet in Verbindung mit einer ausreichenden Länge des Steckstiftes 10 und
der Aussparung 13 eine sichere und präzise Befestigung der Stange 11 und damit Anordnung
des Knotenfängers 18 und der Fadenumlenkung 15. Es hat sich gezeigt, daß das Gewicht
der Stange 11 diese auch während des Maschinenbetriebes in der dargestellten Betriebslage
hält, so daß im Interesse einer einfachen Handhabung auf besondere Maßnahmen zur Sicherung
der Steckverbindung 10, 12 verzichtet werden kann.
1. Fadenzuführung für Rundstrickmaschinen mit über deren Um-fang verteilten Spulenträgern
(4), denen jeweils ein Knotenfänger (18) und eine Fadenumlenkung (15) zugeordnet sind,
die im Abstand über dem Spulenträger (4) angeordnet und durch aufragende Stangen (11)
abgestützt sind, und mit den Knotenfängern (18) und den Fadenumlenkungen (15) in Fadenlaufrichtung
nachfolgenden Fadenspeichern (22), dadurch gekennzeichnet , daß jedem Spulenträger
(4) zur Abstützung des zugehörigen Knotenfängers(18) und der Fadenumlenkung (15) eine
eigene aufragende Stange (11) zugeordnet ist, die durch eine Steckverbindung leicht
abnehmbar etwa in Höhe des Spulenträgers (4) befestigt ist.
2. Fadenzuführung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Steckverbindungen
radial außerhalb der Spulenträger (4) angeordnet sind.
3. Fadenzuführung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß die aufragenden
Stangen (11) an ihrem unteren Ende eine Steckbuchse (12) mit unrunder Aussparung (13)
aufweisen, denen ein entsprechend profilierter Steckstift (10) zugeordnet ist, der
mit dem Maschinengestell verbunden ist.
4. Fadenzuführung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet , daß die Steckstifte (10)
am nach oben abgebogenen äußeren Enden von Radialstangen (1) ausgebildet sind, auf
denen die Spulenträger (4) montiert sind.
5. Fadenzuführung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet , daß die Aussparungen
(13) der Steckbuchsen (12) und die Steckstifte (10) ein quadratisches Profil aufweisen.