[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Aufbringen einer dünnen Schicht
eines Beschichtungsmaterials auf eine über eine Gegendruckwalze laufende Materialbahn
mittels einer Schlitzdüseneinrichtung mit feststehender einlaufender und ablaufender
Düsenlippe des Düsenschlitzes, insbesondere Breitdüsenschlitzes, bei der die ablaufende
Düsenlippe als drehbarer Rakelstab in einem zweiteiligen Rakellager ausgebildet ist.
[0002] Durch die US-PS 3 919 974 ist eine Schlitzdüseneinrichtung mit feststehenden Düsenlippen
des Düsenschlitzes bekannt geworden, bei welcher die Düsenlippen zueinander zur Einstellung
des Düsenschlitzes verstellbar sind. Eine derartige Schlitzdüseneinrichtung bedingt
den Einsatz von Gegendruckwalzen mit genau der Beschichtungsbreite und Materialbahnbreite
angepaßter Länge. Eine Selbstreinigung der Düsenlippen zur Erzielung eines möglichst
strichfreien Auftrages des Beschichtungsmaterials ist nicht vorgesehen.
[0003] Durch die US-PS 2 946 307 ist eine Beschichtungsvorrichtung bekannt geworden, bei
welcher das Beschichtungsmaterial entweder über eine Schöpfwalze auf die zu beschichtende
Materialbahn aufgebracht und dann mittels einer Rollrakel abgerakelt wird oder in
einem Sumpf zwischen der über eine Leitwalze laufenden Materialbahn und der Rollrakel
aufgebracht wird. Die Vorteile eines Schlitz- . düsenauItrags lassen sich mit einer
derartigen Vorrichtung nicht erreichen.
[0004] Eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen Art ist durch die DE-OS 1 964 908 bekannt
geworden. Eines der beiden Rakellagerteile wird dort von einem mit variierbarem Anpreßdruck
an dem Rakelstab anliegenden Reinigungsspachtel gebildet.
[0005] Bei allen diesen bekannten Beschichtungseinrichtungen muß je nach Breite der Materialbahn
die Gegendruckwalze in ihrer Länge genau auf die Materialbahnbreite abgestellt sein,
um eine Verunreinigung der Gegendruckwalze außerhalb der Beschichtungsbreite sowie
ein Reiben der ablaufenden Düsenlippe auf der Gegendruckwalze ohne dazwischenliegende
Materialbahn zu vermeiden.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der eingangs beschriebenen
Art zu schaffen, welche den Einsatz bzw. das Auswechseln besonderer Gegendruckwalzen
für unterschiedliche Materialbahnbreiten überflüssig macht und auch bei längeren Produktionszeiten
praktisch über Tage hin von Beschichtungsmittel freie Enden der Gegendruckwalze sicherstellt.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Rakelstab außerhalb der
Bahnbreite mit segmentförmigen Ausnehmungen versehen und derart oszillierend angetrieben
ist, daß die segmentförmigen Ausnehmungen nicht in Verbindung mit den Schlitzen zwischen
den beiden Rakellagerteilen kommen können.
[0008] Durch diese Ausbildung der ablaufenden Düsenlippe bzw. des Rakelstabs ist sichergestellt,
daß zwar der Rakelstab in seiner Lagerung durch das Beschichtungsmaterial ausreichend
geschmiert ist, daß jedoch kein Beschichtungsmaterial in einen Bereich außerhalb der
vorgesehenen Beschichtungsbreite und damit über die Materialbahnbreite hinaus auf
die Gegendruckwalze austreten kann.
[0009] Der Rakelstab ist für jede gewünschte Beschichtungs- und Bahnbreite auf einfache
Weise herstellbar und auswechselbar.
[0010] Vorteilhaft ist der Rakelstab fest mit einem Gestänge verbunden, welches seinerseits
leicht lösbar mit einem Antrieb für den Rakelstab in Verbindung steht.
[0011] Weiter sind zweckmäßig in dem Düsenschlitz im Bereich ausserhalb der Bahnbreite Dichtstreifen
eingelegt.
[0012] Sollen zwei oder mehr getrennte Bahnen in einer Beschichtungsvorrichtung nebeneinander
laufend beschichtetwerden, so weist der Rakelstab vorteilhaft mehrere segmentförmige
Ausnehmungen entlang seiner Länge auf, und zwar jeweils an den Stellen, wo die Gegenwalze
nicht von einer zu beschichtenden Materialbahn überdeckt ist.
[0013] Der Rakelstab kann aus Stahl und die Gegendruckwalze mit einem elastischen Material
wie Hartgummi, Kautschuk und dergleichen beschichtet sein. Alternativ kann der Rakelstab
aus Hartgummi und die Gegendruckwalze eine verchromte Stahlwalze sein.
[0014] Zur einfachen und genauen Herstellung der ablaufenden Düsenlippe sind die beiden
Rakellagerteile zweckmäßig miteinander verschraubt und mittels konischer Stifte in
ihrer Lage zueinander fixiert.
[0015] Um einen besonders gleichmäßigen Auftrag von Beschichtungsmaterial zu erhalten, kann
der Rakelstab auch als Spiralrakel ausgebildet sein.
[0016] Zweckmäßig ist die ablaufende Düsenlippe mit Rakelstab als flexible Düsenlippe mittels
Zug- und Druckschrauben in ihrer Berührungslinie mit der Materialbahn und der Gegendruckwalze
einstellbar. Hiermit läßt sich eine gleichmässige Verteilung der Beschichtungsdicke
auf einfache Weise einstellen.
[0017] Als weiteres Element zur Beeinflussung der Beschichtungsverteilung kann in der Zuleitung
zur Schlitzdüse eine im Düsenkörperteil des Rakelstabes eingebaute, mittels Zug-und
Druckschrauben verstellbare Strömungshemmleiste vorgesehen sein.
[0018] Die Schlitzdüseneinrichtung ist zweckmäßig seitlich neben der Gegendruckwalze zu
dieser hin verstellbar und drehbar eingebaut. Dabei ist die einlaufende Düsenlippe
der als Breitschlitzdüse ausgebildeten Schlitzdüse vorteilhaft als Dichtlippe ausgebildet.
[0019] Mit der erfindungsgemäßen Ausbildung der Aufbring- und Beschichtungsvorrichtung wird
erreicht, daß die Gegendruckwalze immer unverändert in der Vorrichtung verbleiben
kann, während durch die besondere Ausbildung der ablaufenden Düsenlippe mit Rakelstab
und Ausbildung und Antrieb dieses Rakelstabes sowohl ein Austreten von Beschichtungsmaterial
außerhalb der zu beschichtenden Materialbahn als auch 0 eine Berührung der ablaufenden
Düsenlippe in Form des Rakelstabes mit der Gegendruckwalze außerhalb der zu beschichtenden
Materialbahn sicher vermieden wird. Dies ist besonders wichtig bei dünnen Schichten
der Größenordnung von Auftragsmengen von 1 bis 40 g/m
2.
[0020] Die Erfindung ist im folgenden an einem Ausführungsbeispiel anhand der Zeichnungen
näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen
Fig. 1 eine Draufsicht auf eine Beschichtungsvorrichtung gemäß der Erfindung in schematischer
Darstellung,
Fig. 2 eine Seitenansicht der Beschichtungsvorrichtung nach Fig. 1, gesehen von links
in Fig. 1, und
Fig. 3 eine Seitenansicht der Beschichtungsdüse der Vorrichtung in Fig. 1 in vergrößerter
Darstellung.
[0021] Die erfindungsgemäße Vorrichtung zum Aufbringen einer dünnen Schicht eines Beschichtungsmaterials
weist eine Gegendruckwalze 1 auf, welche mit Kautschuk oder Hartgummi bezogen ist.
über die Gegendruckwalze 1 wird in Richtung des Pfeiles A eine zu beschichtende Materialbahn
2 mit einer Bahnbreite a geführt. Die Beschichtungsbreite b ist kleiner als die Bahnbreite,
während die Breite c der Gegendruckwalze 1 größer als die Bahnbreite a ist.
[0022] Auf einer Seite der Gegendruckwalze 1 ist eine Schlitzdüseneinrichtung 3 mit feststehender
einlaufender und ablaufender Düsenlippe des Düsenschlitzes vorgesehen. Die Breite
der Schlitzdüse ist mit d bezeichnet. Auf beiden Stirnseiten der Schlitzdüseneinrichtung
sind Abschlußplatten 4 vorgesehen.
[0023] Zu beschichtende Materialbahnen 2 sind beispielsweise Papierbahnen, Kunstoffolien,
Metallfolien, Gewebebahnen sowie Kombinationen derartiger Materialbahnen. So kann
die Materialbahn 2 eine Aluminiumfolie mit 0,008 mm, 0,012 mm, 0,02 mm und bis zu
0,12 mm Dicke sein. Als Papierbahnen kommen glatte, gestrichene, oder gekreppte Papiere
von 40 bis 120 g/m
2 in Frage, als Kunststoffolien Polyäthylenfolien von 40 bis 120 mg Dicke, biaxial
gereckte, sogenannte orientierte Polypropylenfolien von 30 bis 120 mµ Dicke und Polyesterfolien
im gleichen Dickenbereich. Weiter können als Materialbahnen zwei Hart-PVC-Folien und
monomer sowie polymer weichgemachte PVC-Folien verarbeitet werden, und als Gewebebahnen
beispielsweise Teppichverlegebänder und Verbandsmaterialien.
[0024] Beschichtungsmaterialien sind unter anderem Paraffine und mikrokristalline Wachse
mit Verarbeitungstemperaturen zwischen 75°C und 100°C bei Auftragsmengen zwischen
4 und 40 g/m
2. Weiter kommen in Frage Beschichtungshotmelts, bestehend aus Äthylvinylacetat-Copolymeren,
gemischt mit Paraffin und Harzen, bei Verarbeitungstemperaturen zwischen 140°C und
190°C für die Oberflächenveredelung von Verpackungsmaterial. Verwendete Schmelzhaftkleber
haben Verarbeitungstemperaturen zwischen 140°C und 190°C bei Auftragsmengen zwischen
12 und 40 g/m
2, während Thermoset-Kleber bei Temperaturen von 70°C bis 80°C und Auftragsmengen ab
40 g/m
2 verarbeitet werden. Polyurethankleber, bestehend aus zwei Komponenten, werden kurz
vor der Beschichtung gemischt.
[0025] Weitere Beschichtungsmaterialien sind wäßrige Emulsionen und Dispersionen als PVDC-Beschichtung
bei Raumtemperatur, Acrylatkleber als wäßrige Dispersionen mit Beschichtung ebenfalls
bei Raumtemperatur, verschiedene Stärkekleber, die bei Temperaturen von 70°C bis 90°C
verarbeitet werden, Klebstoffe und Beschichtungsmassen, die in organischen Lösungsmitteln
gelöst sind und bei Raumtemperatur verarbeitet werden und schließlich Kaltleime PVC
auf der Basis von Polyvinylalkohol.
[0026] Die einlaufende Düsenlippe 5 der Schlitzdüseneinrichtung 3 ist feststehend ausgebildet.
Die ablaufende Düsenlippe der Schlitzdüse ist als drehbarer Rakelstab 6 ausgebildet.
Der Rakelstab 6 weist außerhalb der Bahnbreite a bis über die Walzenbreite c hinausreichende
segmentförmige Ausnehmungen 7 auf, durch welche der Rakelstab 6 ähnlich einer Schlüsselfläche
abgesetzt ist. Hierdurch bleibt das gesamte Rakelstablager durch den vollen Rakelstab
ausgefüllt und es gibt für das Beschichtungsmaterial keine Möglichkeit, sich in solchen
Hohlräumen anzusammeln, was zu einem Austreten des Beschichtungsmaterials an unerwünschten
Stellen führen könnte. Auch die für die Herstellung des Rakelstablagers unvermeidlichen
Schlitze 8 zwischen zwei Rakellagerteilen 9 und 10 sind ständig durch den Rakelstab
6 verschlossen.
[0027] Der Schlitzdüseneinrichtung 3 wird über einen Beschichtungsmaterialkanal 11 Beschichtungsmaterial
zugeführt. Der Beschichtungsmaterialkanal 11 befindet sich an der Trennstelle zwischen
einer oberen Düsenhälfte 12 und einer unteren Düsenhälfte 13. In den Düsenhälften
12 und 13 sind Heizungs- bzw. Kühlbohrungen 14 vorgesehen.
[0028] Der die ablaufende Düsenlippe bildende Rakelstab 6 wird über einen Getriebemotor
15, einen Pleuel 16 und ein fest mit der Rakelstab 6 verbundenes Gestänge 17 derart
oszillierend angetrieben, daß der Rakelstab 6 einerseits ständig die Schlitze 8 zwischen
den beiden Rakellagerteilen 9 und 10 abdichtet, andererseits aber aufgrund seiner
segmentförmigen Ausnehmungen 7 außerhalb der Materialbahn 2 nicht in Berührung mit
der Gegendruckwalze 1 kommen kann. Hierdurch wird eine Beschädigung der Gegendruckwalze
1 durch den Rakelstab 6 sicher vermieden, während gleichzeitig gewährleistet ist,
daß kein Beschichtungsmaterial auf die Gegendruckwalze 1 austreten kann.
[0029] Der Pleuel 16 läßt sich leicht von dem Gestänge 17 lösen, worauf der Rakelstab 6
einfach aus der Rakellagerung herausgezogen und durch einen einer geänderten Bahnbreite
a angepaßten Rakelstab ersetzt werden kann.
[0030] Der Getriebemotor 15 hat eine Drehzahl von 9 bis 11 Umdrehungen pro Minute und ergibt
eine entsprechend oszillierende Bewegung des Rakelstabes 6, wodurch der Rakeleffekt
für die ablaufende Düsenlippe erreicht und damit eine Streifenbildung bei der Beschichtung
sicher vermieden wird.
[0031] Die Schlitzdüseneinrichtung 3 kann durch einen nicht gezeigten Drehmechanismus derart
gedreht werden, daß die feststehende einlaufende Düsenlippe 5 leicht an der Materialbahn
2 anliegt und eine Dichtwirkung erzielt, so daß kein Beschichtungsmaterial nach unten
herausläuft und trotzdem keine nennenswerte Reibung zwischen den überstehenden Enden
der Gegendruckwalze 1 und der Düsenlippe 5 entsteht. Die feststehende einlaufende
Düsenlippe 5 ist mit der unteren Düsenhälfte 13 verschraubt und weist ein Ableitblech
18 auf.
[0032] Der Aufbau der ablaufenden Düsenlippe ist am besten aus Fig. 3 zu erkennen. Der Rakelstab
6 ist in einem zweiteiligen Rakellager gelagert. Das Rakellagerteil 9 ist gegenüber
dem Rakellagerteil 10 mittels einer Spannleiste 19 und Spannschrauben 20 verschraubt.
Das Rakellagerteil 9 wird zunächst mit den Spannschrauben 20 leicht angezogen. Danach
wird durch leichtes Klopfen mittels eines Kunststoffhammers der Abstand zwischen dem
Rakellagerteil 9 und dem Rakellagerteil 10 so eingestellt, daß ein zylindrisch geschliffener
Stift mit einer Länge von etwa 30 mm und 12 mm Durchmesser, Passung h
6 saugend durch die gesamte Bohrungslänge geschoben werden kann. Die Spannschrauben
20 werden jetzt angezogen.
[0033] Zwischen den Spannschrauben 20 des als Klemmleiste ausgebildeten Rakellagerteils
9, die etwa in einem Abstand von 100 mm angeordnet sind, befinden sich in dem Rakellagerteil
9 vorgebohrte Löcher. Nachdem die Endeinstellung stattgefunden hat, werden diese vorgebohrten
Löcher weiter aufgebohrt und in das Rakellagerteil 10 vorgetrieben. Mit einer konischen
Maschinenreibahle werden die Löcher derart erweitert, daß konische Stifte 21 mit Abzugsgewinden
22 das Rakellagerteil 9 und das Rakellagerteil 10 in der eingestellten Lage reproduzierbar
positionieren. Das Rakellagerteil 9 kann nach Abziehen der konischen Stifte 21 und
nach Lösen der Spannschrauben 20 beliebig oft zu Reinigungszwecken demontiert werden.
[0034] Der Rakelstab 6 samt seinem Rakellager 9, 10 kann mittels Zug- und Druckschrauben
23 zum Einspannen von Dichtstreifen 24 in den Zuführungsschlitz 25 zu der Düse, die
den Düsenschlitz auf die Beschichtungsbreite begrenzen, unter Spannung verschoben
werden. Für die Beschichtungsprofilbeeinflussung sind Zug- und Druckschrauben 26 vorgesehen.
[0035] Der Rakelstab 6 wird mit Hilfe der beiden Rakellagerteile9, 10 über 3/4 seines Umfanges
festgehalten, damit seine Lage und Form während seiner oszillierenden Bewegung der
Bohrung, die mit einem Passungssitz H
7 versehen ist, angepaßt bleibt. Der Rakelstab 6 selbst wird mit einem Passungssitz
h
6 hergestellt. Zwischen Bohrung und Rakelstab 6 tritt also ein begrenztes Spiel auf,
weshalb auch in das Rakelstablager Beschichtungsmaterial eintreten kann, das als Schmierung
dient, sich jedoch in Längsrichtung entlang dem Schlitz 8 zwischen den beiden Rakellagerteilen
9 und 10 bis zu den Abschlußplatten 4 der Schlitzdüse ansammeln kann. Die an den oben
beschriebenen Stellen angebrachten Ausnehmungen 7 stellen die Berührungsfreiheit der
Gegendruckwalze 1 ohne überlagernde Materialbahn 2 sowie die Abdichtung des Schlitzes
8 über die gesamte Rakelstablänge sicher.
[0036] Die ablaufende Düsenlippe in Form des Rakelstabes 6 mit zugehörigem Rakellager ist
als flexible Düsenlippe ausgebildet. Mittels der Zug- und Druckschrauben 26 kann die
Berührungslinie zwischen der Gegendruckwalze 1, der Materialbahn 2 und dem oszillierenden
Rakelstab 6 entlang der Bahnbreite beeinflußt werden. Es können also Korrekturen der
Beschichtungsverteilung vorgenommen werden.
[0037] Ein weiteres Element zur Beeinflussung der Beschichtungsverteilung ist eine Strömungshemmleiste
27 im Zuführungskanal 11 zu der Schlitzdüse. Diese Strömungshemmleiste 27 kann mitteils
Zug- und Druckschrauben 28 derart verstellt werden, daß die Strömungsverteilung des
Beschichtungsmaterials über die Bahnbreite beeinflußt wird. Die Strömungshemmleiste
27, auch Chokerbar genannt, findet hauptsächlich bei hochviskosen Massen Verwendung.
[0038] Mit den erfindungsgemäßen Schlitzdüseneinrichtungen sind Beschichtungsmaterialien
in einem Viskositätsbereich von dem von Wasser bis 25.000 Poise verarbeitbar. Die
Auftragsgewichte liegen zwischen 1 und 4
00 g/m
2.
[0039] Der Rakelstab 6 besteht normalerweise aus Stahl, während die Gegendruckwalze 1 mit
Kautschuk beschichtet ist; die Gegendruckwalze 1 kann auch eine verchromte Stahlwalze
sein. Alternativ kann der Rakelstab 6 aus Hartgummi bestehen und die Gegendruckwalze
1 eine verchromte Stahlwalze sein,welche mit höchster Präzision geschliffen ist. Die
Rundlaufgenauigkeit soll 0,001 bis 0,003 mm betragen. Diese Genauigkeiten sind erforderlich,
weil eine möglichst gute Verteilung der Beschichtung angestrebt wird. Bei 25 g/m
2 Trockengewichtsauftrag sollen die Schwankungen nicht mehr als - 1,5 g/m
2 sein; 1 g/m
2 Beschichtungsmasse entspricht bei einem spezifischen Gewicht von 0,9 etwa 0,001 mm
Dicke der Beschichtungen.
[0040] Für Beschichtungen, die eine sehr gute Verteilung unabhängig von Schwankungen der
Materialbahn 2 aufweisen sollen, werden als Rakelstab 6 Spiralrakel verwendet. Das
Beschichtungsgewicht wird dann durch die Drahtdicke der Spiralrakel bestimmt. Rostfreie
Klavierseitendrähte können eingängig oder mehrgängig um den Rakelstab 6 gewickelt
werden. Das Beschichtungsmaterial wird durch die entstehenden Zwischenräume zwischen
den Drähten untereinander durchgepreßt. Die Beschichtung weist jedoch feine Linien
auf, welche nicht immer erwünscht sind. Bei Verwendung einer Spiralrakel als Rakelstab
6 müssen die im Rakellager befindlichen Windungen abgedichtet werden, damit das Beschichtungsmaterial
nicht um den Rakelstab 6 herumlaufen kann und sich oberhalb des Rakelstabes 6 auf
der Materialbahn 2 absetzt.
[0041] Bei der Herstellung der ablaufenden Düsenlippe mit Rakelstab 6 ist darauf zu achten,
daß die beiden Rakellagerteile 9 und
.10 beispielsweise eine Bohrung bilden, deren Passungssitz 12 mm Durchmesser H
7 beträgt. Die Passung muß auf der ganzen Länge der Schlitzdüse bis zu 2.600 mm und
mehr stimmen. Nur dann läßt sich der Rakelstab 6 leicht ein- und ausschieben.
[0042] Die halbrunde Bohrung in dem Rakellagerteil 10 wird zunächst gefräst und anschließend
mit einer Formschleifscheibe geschliffen. Ähnlich wird das Bohrungsteilstück an dem
Rakellagerteil 9 hergestellt. Danach wird das Rakellagerteil 9 in seiner Höhe so angepaßt,
daß es zusammen mit der Halbrundbohrung einen Teil eines Kreises bildet. Die Bohrung
wird mittels zylindrischen geschliffenen Stiften eintouschiert. Die Endeinstellung
erfolgt, nachdem Düsenlippe und Rakellagerteil 9 auf eine Oberflächenhärte von 1.000
bis 1.200 Vickers ionitriert sind.
1. Vorrichtung zum Aufbringen einer dünnen Schicht eines Beschichtungsmaterials auf
eine über eine Gegendruckwalze (1) laufende Materialbahn (2) mittels einer Schlitzdüseneinrichtung
(3) mit feststehender einlaufender und ablaufender Düsenlippe des Düsenschlitzes,
bei der die ablaufende Düsenlippe als drehbarer Rakelstab (6) in einem zweiteiligen
Rakellager ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet , daß der Rakelstab (6) ausserhalb
der Bahnbreite (a) mit segmentförmigen Ausnehmungen (7) versehen und derart oszillierend
angetrieben ist, daß die segmentförmigen Ausnehmungen (7) nicht in Verbindung mit
den Schlitzen (8) zwischen den beiden Rakellagerteilen (9, 10) kommen können.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß der Rakelstab (6) fest
mit einem Gestänge (17) verbunden ist, welches seinerseits leicht lösbar mit einem
Antrieb (15, 16) für den Rakelstab (6) in Verbindung steht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß in dem Düsenschlitz
im Bereich außerhalb der Beschichtungsbreite (b) Dichtstreifen (24) eingelegt sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere segmentförmige
Ausnehmungen (7) entlang der Länge des Rakelstabs (6) vorgesehen sind.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß der
Rakelstab (6) aus Stahl und die Gegendruckwalze (1) mit einem elastischen Material
wie Hartgummi, Kautschuk und dergleichen beschichtet ist.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet , daß der
Rakelstab (6) aus Hartgummi und die Gegendruckwalze (1) eine verchromte Stahlwalze
ist.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß
die beiden Rakellagerteile (9, 10) miteinander verschraubt und mittels konischer Stifte (22) in ihrer Lage zueinander
fixiert sind.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß
der Rakelstab (6) eine Spiralrakel ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß
die ablaufende Düsenlippe mit Rakelstab (6) als flexible Düsenlippe mittels Zug- und
Druckschrauben (26) in ihrer Berührungslinie mit der Materialbahn (2) und der Gegendruckwalze
(1) einstellbar ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
in der Zuleitung (11) zur Schlitzdüse eine im Düsenkörperteil des Rakelstabs (6) eingebaute,
mittels Zug- und Druckschrauben (28) verstellbare Strömungshemmleiste (27) vorgesehen
ist.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet ,
daß die Schlitzdüseneinrichtung (3) seitlich neben der Gegendruckwalze (1) zu dieser
hin verstellbar und drehbar eingebaut ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet , daß die einlaufende Düsenlippe
(5) der Schlitzdüse als Dichtlippe ausgebildet ist.