[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Aufbereitung von Tabak, bei dem lösliche
Tabakbestandteile mit Wasser extrahiert und aus der abgetrennten Lösung durch, von
Mikroorganismen hervorgerufene metabolische Assimilation und anschließendes Abtrennen
der Biomasse niedermolekulare Stickstoffverbindungen eliminiert werden und die in
der Restlösung verbleibenden Lösungsbestandteile einem extrahierten Tabak zugesetzt
werden.
[0002] Bei einem solchen bekannten Verfahren werden Nitrate, Nitrite und Amoniumverbindungen
aus dem Tabak extrahiert, weil diese in manchen Fällen durch Umsetzung zu für den
menschlichen Genuß unerwünschten Substanzen, zum Beispiel Stickoxyden, im Tabakrauch
führen.
[0003] Für die Aufbereitung von Tabak benötigt man außerdem Flavour, das sind aromabildende
Stoffe, die beim Abrauchen des Tabaks einen für Tabak charakteristischen Geschmack
bilden. Solche Flavour gewinnt man zum Beispiel aus Aminosäuren, die man der sogenannten
Maillard-Reaktion unterwirft. Die Qualität der gewonnenen Flavour ist abhängig von
den eingesetzten Aminosäuren.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, den"Tabak unter möglichst weitgehender Verwendung von
Tabakbestandteilen mit einem angenehmen Tabakgeschmack auszustatten.
[0005] Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß die Proteine der abgetrennten Biomasse
hydrolytisch in Aminosäuren zerlegt werden und daß dabei Tryptophan zerstört wird
bis auf weniger als 0,01 Prozent bezogen auf das Gewicht des gewonnenen Aminosäuregemischs
und daß dann das gewonnene Aminosäurengemisch isoliert mit reduzierendem Zucker unter
Erhitzung (Maillard-Reaktion) in Flavour (Aromabildner) umgesetzt wird, der dann dosiert.Tabak
zugesetzt wird.
[0006] Die Erfindung führt überraschend zu geschmacklich hervorragender Flavourisierung
und erfordert außer verhältnismäßig billigem Zucker keine wesentlichen zusätzlichen
Materialien, weil die als Ausgangsprodukt für die Gewinnung der Aminosäuren erforderliche
Hefe bei der Denitratisierung des Tabaks in ausreichenden Mengen anfällt.
[0007] Man kann den gewonnenen Flavour zur geschmacklichen Aufbereitung beliebiger Tabake,
insbesondere solcher schlechter Qualität, einsetzen. Vorteilhaft wird er aber eingesetzt
bei Tabak, der durch die eingangs dargelegte Denitratisierung aufbereitet ist und
dadurch zwangsläufig auch geschmackliche Komponenten eingebüßt hat die durch die Flavourisierung
dann kompensiert werden können. Auch bei rekonstituiertem Tabak, der durch die Vorbehandlung
der Rekonstitution solche Einbußen erlitten hat, ist die Flavourisierung nach der
Erfindung besonders vorteilhaft.
[0008] Eine Weiterbildung ist dadurch gekennzeichnet, daß Mikroorganismen, die ihren Stickstoffbedarf
durch Nitrat- und Nitritabbau decken können, auf die abgetrennte
Lösung angesetzt werden, welche Lösung mit einer Kohlenstoffquelle in einer Konzentration
von je 16,5
± 10 assimilierbaren Kohlenstoffatomen auf je ein Nitratmolekül und weiteren außer
Stickstoff erforderlichen Nährstoffen angereichert ist und bei der Assimilation mit
0,5 bis 2,5 1 . 1
-1 min
-1 belüftet und in dem pH-Bereich von 3,5 bis 6 und in dem Temperaturbereich von
250C bis 37°C gehalten wird, und daß die Assimilation solange durchgeführt wird, bis
der Nitratgehalt auf einen Maximalgehalt von 10 ppm reduziert ist. Bei der Reduzierung
der Nitrate werden auch gleichzeitig zwangsläufig die Nitrite und Amoniumsalze entsprechend
reduziert.
[0009] Vorzugsweise erfolgt die Belüftung mit 1,4 bis 1,6 1.1 .min und vorzugsweise wird
der pH-Wert auf 5,5
± 0,3 und die Temperatur auf 30°C ± 3
0C gehalten. Es sind sehr viele Hefen in Verbindung mit der Erfindung geeignet, bevorzugt
erfolgt jedoch die Assimilation durch Einsatz einer Hefe aus der Gruppe bestehend
aus der Candida utilis NCYC 707, Candida berthetii CBS 5452, Candida utilis NCYC 321
und Candida utilis DSM 70167.
[0010] Nicht nur wasserlösliche Nitrate und Nitrite führen zu unerwünschten Bestandteilen
im Rauch, das kann auch hervorgerufen werden durch den Stickstoffgehalt von Proteinen
oder Proteinuntereinheiten. Dem wird eine Weiterbildung der Erfindung gerecht, die
dadurch gekennzeichnet ist, daß zunächst die unlöslichen Proteinbestandteile und Proteinunterheinheiten
des aufzubereitenden Tabaks durch enzymatische Behandlung in lösliche Proteinfragmente
zerlegt werden und dann diese löslichen Proteinfragmente zusammen mit den übrigen
löslichen Tabakbestandteilen mit Wasser extrahiert werden und dann in der abgetrennten
Lösung der metabolischen Assimilation unterworfen werden. Dadurch werden die Stickstoffanteile
der Proteine der gleichen Assimilation unterworfen wie die löslichen Nitrate und dergleichen.
Für die enzymatische Behandlung geeignete Enzyme sind in Tabelle
1 angegeben.
[0011] Zur Gewinnung der Aminosäuremischung werden die Proteine in der anfallenden Biomasse
hydrolysiert. Das kann geschehen, indem man zuvor die Proteine aus der Biomasse isoliert
oder aber, indem man sie in der Biomasse beläßt. Die Hydrolyse erfolgt zweckmäßig
unter folgenden Bedingungen:
Bei einer Temperatur von 50 - 130°C, vorzugsweise 90°C, während einer Zeitdauer von 2 - 300 Stunden, vorzugsweise
110 Stunden,
bei einem Hefefeststoffgehalt von 5 - 50 Prozent (Gewichtsprozent), vorzugsweise 20
Prozent,
bei einer Säurekonzentration von 0,5 - 45 N (normal), vorzugsweise bei Salzsäure 6
N und bei Phosphorsäure 45 N,
bei einem Druck von 1 - 3 Atmosphären, vorzugsweise 1 Atmosphäre und unter dauerndem Umrühren.
[0012] Man kann, um aus dem gewonnenen Aminosäurengemisch zu dem Flavour zu gelangen, die
bei der Hydrolyse anfallende Mischung zunächst einmal von den Feststoffbestandteilen
befreien. Das ist aber nicht unbedingt nötig. Man kann diese Feststoffbestandteile
- die unlöslichen Zellreste der Biomasse - auch belassen und mit der Maillard-Reaktion
unterwerfen. In einem solchen Fall wird man aber die bei der Hydrolyse anfallende
Lösung einengen, um die nötige Konzentration für die Maillard-Reaktion zu erzielen.
Bevorzugt wird allerdings ein Verfahren, bei dem die Aminosäuren, bevor sie der Maillard-Reaktion
unterworfen werden, isoliert werden. Das geschieht zweckmäßig dadurch, daß das in
der Lösung enthaltene Aminosäuregemisch durch Adsorptionschromatographie isoliert
ind anschließend zur Trocknung eingedampft wird.
[0013] Die Maillard-Reaktion erfolgt zweckmäßig unter Bedingungen wie folgt:
bei einem pH-Wert von 3 - 12, vorzugsweise 6 - 7,
bei Angleichen des pH-Wertes durch Ammoniumhydroxyd oder Kaliumhydroxyd oder Phosphorsäure,
bei einer Behandlungszeit von 1 - 200 Stunden, vorzugsweise 70 - 140 Stunden,
bei einer Temperatur von 20 - 180 °C, vorzugsweise 90 - 140 °C,
bei einem molaren Verhältnis von Aminosäuren zu zugesetztem reduzierenden Zucker von
4 : 1 bis 1: 4, vorzugsweise 1 : 1 bis 2 : 1,
in wässriger Lösung bei einem Feststoffgehalt von 20 bis 70 Gewichtsprozent, vorzugsweise
45 - 55 Gewichtsprozent,
bei einem Druck von 1 - 5 Atmosphären, vorzugsweise 1 Atmosphäre und unter ständigem
Rühren.
[0014] Man kann die bei der Maillard-Reaktion anfallende Reaktionsmischung unmittelbar als
Flavour verwenden und auf den Tabak auftragen, zum Beispiel durch Aufsprühen. Man
kann aber auch die für den Flavour wesentlichen Bestandteile aus der Reaktionsmischung
extrahieren, zum Beispiel durch Ausschütteln gegen Dichlormethan oder gegen Isobutylalkohol.
Man kann die für den Flavour wesentlichen Substanzen durch fraktionierte Destillation
aus dem Reaktionsprodukt der Maillard-Reaktion isolieren.
[0015] Die Erfindung wird nun anhand einiger Beispiele näher erläutert.
Beispiel 1
a) Deproteinisierung und Denitratisierung des Tabaks
[0016] In 10 1 (Liter) Wasser wurden 3,75 g (Gramm) des Enzyms Protease EC 3.4.24.4 mit
einer Enzymaktivität von 1,0 Enzymeinheit pro mg (Milligramm) gelöst. Eine Enzymeinheit
ist diejenige Aktivität, die Casein bei pH 7,5 und 37
0C (Grad Celsius) dermaßen hydrolisiert, daß pro Minute die Menge von 1 Mykromol Tyrosin
freigesetzt wird. In diese 10 1 Enzymlösung wurden 1 kg (Kilogramm) aufzubereitende
Tabakmischung (American Blend) in Form von sogenannten Strips (entrippte Blätter)
eingeschlämmt. Diese Schlämme wurde 6 Stunden bei 37
0C stehengelassen und dabei gelegentlich umgerührt. Dann wurde die wässrige Phase von
den Strips abgetrennt und danach wurden die Strips zweimal mit je 2,5 1 Wasser von
80°C gewaschen und anschließend ausgepreßt. Die wässrige Phase, das Waschwasser und
die beim Auspressen anfallende Flüssigkeit wurde zur Lösung vereinigt. Es ergaben
sich insgesamt 12 1 Lösung.
[0017] Der vorbehandelte Tabak, das sind die ausgepreßten Strips, wurde in strömender Warmluft
bis auf eine Restfeuchte von
18 % (Prozent) getrocknet und aufbewahrt. Die aufzubereitende Tabakmischung, die Lösung
und der vorbehandelte Tabak wurden analytisch untersucht. Es ergaben sich dabei Analysenwerte
wie in
TABELLE 3
angegeben.
[0018] Die TABELLE 3 zeigt, daß 58 Trockengewichtsprozent der in der aufzubereitenden, eingesetzten
Tabakmischung vorhandenen Proteine abgebaut worden sind und die Abbauprodukte in die
Lösung überführt wurden.
b) Metabolische Assimilation
[0019] In die 12 1 Lösung wurden folgende Zusätze eingegeben:

[0020] Die so aufbereitete Lösung wurde in einem Autoklaven bei 105vC unter Druck sterilisiert
und dann druckentlastet und auf 30
C abgekühlt und in einen 20 1 Fermenter überführt. Die 30°C warme, aufbereitete Lösung
wurde mit 600 ml (Milliliter) einer sich in ihrer exponentiellen Wachstumsphase befindenden
Kultur von Candida utilis NCYC 707 angeimpft. Die angeimpfte Lösung wurde 8 Stunden
lang unter Belüftung und laufendem Umrühren im Fermenter belassen. Der pH-Wert wurde
zunächst mit KOH (Kaliumhydroxyd) und später mit Zitronensäure auf pH 5,5 stabilisiert.
Dabei wurden die Proteine, Aminosäuren, Nitrate und Nitrite durch metabolische Assimilation
abgebaut. Nach Ablauf der 8 Stunden wurde die Biomasse abzentrifugiert. Man erhielt
2,25 1 Biomasse mit einem Feststoffgehalt von 8,
5% entsprechend
190 g wasserfreier Biomasse.
[0021] Der durch das Zentrifugieren gewonnene Überstand - die sogenannte Restlösung - enthielt
die Tabakalkaloide in der ursprünglich vorhandenen Konzentration, darüberhinaus aber
nur noch Spuren an löslichen Stickstoffverbindungen. Das Gesamtvolumen der Restlösung
von 9,75 1 wurde auf 2 1 eingeengt und dem vorhandelten Tabak durch Aufsprühen wieder
zugesetzt. Daran anschließend wurde dieser Tabak getrocknet. Tabelle 2 zeigt Analysen
von Zigaretten, die aus solchem Tabak hergestellt wurden.
c) Gewinnung von Aminosäuren
[0022] Die nach Absatz b) erhaltene Biomasse wurde getrocknet. 1 kg auf diese Weise erhaltene
Biomasse wurde mit 3,5 1 HC1 (6N) versetzt und während 140 Stunden unter Rückfluss
gekocht. Das resultierende Hydrolysat wurde während 20 Minuten bei 15 000 xg zentrifugiert
und der Überstand auf ein Viertel seines ursprünglichen Volumens eingedampft. Das
Destillat enthielt das HC1 und konnte für weitere Hydrolysen verwendet werden.
[0023] Der Rückstand wurde mit dem gleichen Volumen eines Ionenaustauschers (300 g Amberlite
IR-120, Fluka) versetzt, 0,6 1 HC1 (0,1N) zugefügt und das Ganze während 2 Stunden
bei Raumtemperatur geschüttelt. Anschließend wurde der Ionenaustauscher durch Filtration
von der flüssigen Phase getrennt und mit 250 ml deionisiertem Wasser gewaschen. Das
Filtrat wurde verworfen.
[0024] Der Ionenaustauscher seinerseits wurde mit 0,8 1 (NH
4)OH (7N) versetzt und während 2 Stunden bei Raumtemperatur geschüttelt. Der Ionenaustauscher
wurde wiederum abfiltriert und mit 150 ml deionisiertem Wasser gewaschen. Die Aminosäuren
befanden sich im Filtrat, das bis zur Trockene eingedampft wurde. Aus dem 1 kg Biomasse
konnten auf diese Weise' 300 g einer Mischung von Aminosäuren gewonnen werden. Die
Zusammensetzung dieser Mischung ist aus Tabelle 4 ersichtlich.
d) Gewinnung des Flavour
[0025] 100 g der nach Absatz c) gewonnenen Aminosäuremischung, wurden mit 55 g Glucose und
188 g deionisiertem Wasser versetzt. Das pH wurde mit einer 25%-igen Ammoniumhydroxydiösung
auf 9,5 eingestellt. Anschließend wurde die Reaktionsmischung während 70 Stunden unter
Rückfluß gekocht. Die entstehende braune Produktlösung wurde filtriert. Das Filtrat
wurde in Mengen von 20% auf rekonstituierten Tabak aufgesprüht.
Beispiel 2
a) Denitratisierung des Tabaks
[0026] 1kg einer Tabakmischung bestehend aus Burley-Rippen wurden mit 14 1 Wasser während
1 Stunde bei 80°C gewaschen und anschließend ausgepreßt. Das ausgepreßte Waschwasser
ergab insgesamt 12 1 Lösung und enthielt 1140 ppm Nitratstickstoff.
b) Metabolische Assimilation. Wie Beispiel 1.
[0027]
c) Gewinnung von Aminosäuren. Wie Beispiel 1.
d) Gewinnung des Flavour. Wie Beispiel 1.
Beispiel 3
[0028]
a) Denitratisierung des Tabaks. Wie Beispiel 2.
b) Metabolische Assimilation. Wie Beispiel 2.
c) Gewinnung von Aminosäuren
[0029] Die nach Absatz b) erhaltene Biomasse wurde getrocknet.1 kg auf diese Weise erhaltene
Biomasse wurde mit 5 1 H
3P0
4 (85%) versetzt und während 140 Stunden unter Rückfluss gekocht. Das resultierende
Hydrolysat wurde durch eine Fritte filtriert und das Filtrat mit 300 g Amberlite IR-120
sowie 0,6 1 HC1 (0,1N) versetzt. Diese Mischung wurde während
10 Stunden bei Raumtemperatur geschüttelt. Anschließend wurde das Amberlite durch Filtration
von der flüssigen Phase getrennt und mit 360 ml deionisiertem Wasser gewaschen. Das
Filtrat wurde verworfen.
[0030] Der Ionenaustauscher seinerseits wurde mit 0,8 1 (NH
4)OH (7N) versetzt und während 2 Stunden bei Raumtemperatur geschüttelt. Der Ionenaustauscher
wurde wiederum abfiltriert und mit
150m1 deionisiertem Wasser gewaschen. Die Aminosäuren befanden sich im Filtrat, das
bis zur Trockene eingedampft wurde. Aus dem
1 kg Biomasse konnten auf diese Weise 320 g einer Mischung von Aminosäuren gewonnen
werden. Die Zusammensetzung dieser Mischung ist aus Tabelle 4 ersichtlich.
d) Gewinnung des Flavour. Wie Beispiel 1.
Beispiel 4
[0031]
a) Denitratisierung des Tabaks. Wie Beispiel 2.
b) Metabolische Assimilation. Wie Beispiel 2
c) Gewinnung von Aminosäuren
[0032] Die nach Absatz b) erhaltene Biomasse wurde auf eine Feuchtigkeitsgehalt von 60%
getrocknet. Man erhielt so 500 g feuchte Hefe. 2,5 kg so erhaltene Hefe wurden mit
6 1 H
3P0
4 (85%) versetzt und wie im Absatz c) Beispiel 4 angegeben, hydrolysiert. Es wurden
300 g Aminosäuremischung gewonnen, deren Zusammensetzung in Tabelle 4 angegeben ist.
c) Gewinnung des Flavour. Wie Beispiel 1.
Beispiel 5
[0033] Wie Beispiel 4 mit dem einzigen Unterschied, daß bei der Gewinnung von Aminosäuren
1,2 kg Hefe mit einem Feuchtigkeitsgehalt von 70% hydrolysiert werden und daraus 120
g Aminosäuremischung gewonnen wird.
Beispiel 6
[0034] Wie Beispiel 3 mit dem Unterschied, daß bei der Gewinnung der Aminosäuren 5 1 KOH
(6N) statt H
3P0
4 eingesetzt werden. Der pH-Wert dieser Lösung wurde mit HC1 auf 1,1 eingestellt, bevor
der Ionenaustauscher zugefügt wurde. Es konnten 280 g einer Aminosäurenmischung gewonnen
werden, deren Zusammensetzung, aus Tabelle 4 ersichtlich ist.
Beispiel 7
[0035]
a) Deproteinisierung und Denitratisierung des Tabaks. Wie Beispiel 1.
b) Metabolische Assimilation. Wie Beispiel 1.
c) Gewinnung von Aminosäuren. Wie Beispiel 1.
d) Gewinnung des Flavour.
[0036] 332g einer nach Absatz c) gewonnenen Aminosäurenmischung wurden nit 252 g Xylose
und 510 ml dionisiertem Wasser versetzt.-Das pH wurde mit einer 25%-igen Ammoniumhydroxydlösung
auf 7,0 eingestellt. Anschließend wurde die Reaktionsmischung während
140 Stunden unter Rückfluss bei 90°C gehalten. Die entstehende braune Produktflüssigkeit
wurde filtriert. Das Filtrat wurde in Mengen von bis zu 20% auf rekonstituierten Tabak
aufgesprüht.
Beispiel 8
[0037]
a) Deproteinisierung und Denitratisierung des Tabaks. Wie Beispiel 1.
b) Metabolische Assimilation. Wie Beispiel 1.
c) Gewinnung von Aminosäuren. Wie Beispiel 1.
d) Gewinnung des Flavour.
[0038] 219 g einer nach Absatz c) gewonnenen Aminosäuremischung wurden mit 120 g Glucose
und 435ml deionisiertem Wasser versetzt. Das pH wurde mit einer 25%-igen Ammoniumhydroxydlösung
auf 6,8 eingestellt. Anschließend wurde die Reaktionsmischung während 24 Stunden bei
105
0C unter Druck gehalten. Die entstehende braune Produktlösung wurde filtriert. Das
Filtrat wurde in Mengen von 20 % auf schlechten Burley-Tabak aufgesprüht.
Beispiel 9
[0039]
a) Denitratisierung des Tabaks. Wie Beispiel 2.
b) Metabolische Assimilation. Wie Beispiel 2.
c) Gewinnung von Aminosäuren. Wie Beispiel 2.
d) Gewinnung des Flavour
[0040] 180 g einer nach Absatz c) gewonnenen Aminosäuremischung wurden mit 76 g Glucose
und 400 ml deionisiertem Wasser versetzt. Anschließend wurde die Reaktionsmischung
während 120 Stunden bei 90°C unter Rückfluss gekocht. Die entstehende braune Produktlösung
wurde filtriert. Das Filtrat wurde in Mengen von bis zu 40% auf extrahierte Tabakstrips
aufgesprüht.
Beispiel 10
[0041]
a) Denitratisierung des Tabaks. Wie Beispiel 2.
b) Metabolische Assimilation. Wie Beispiel 2.
c) Gewinnung von Aminosäuren. Wie Beispiel 3.
d) Gewinnung des Flavour
[0042] 217 g einer nach Absatz c) gewonnenen Aminosäuremischung wurden mit 91 g Glucose
und 480 ml deionisiertem Wasser versetzt. Anschließend wurde die Reaktionsmischung
während
120 Stunden unter Druck bei 110°C gehalten. Die entstehende braune Produktlösung wurde
filtriert. Das Filtrat wurde in Mengen von bis zu 80% auf extrahierte Tabakrippen
aufgesprüht.
Beispiel 11
[0043]
a) Denitratisierung des Tabaks. Wie Beispiel 2.
b) Metabolische Assimilation. Wie Beispiel 2.
c) Gewinnung von Aminosäuren. Wie Beispiel 4.
d) Gewinnung des Flavour Wie Beispiel 10. Es wurde jedoch eine Temperatur von 180°C
angewendet.
Beispiel 12
[0044]
a) Deproteinisierung und Denitratisierung des Tabaks. Wie Beispiel 1.
b) Metabolische Assimilation. Wie Beispiel 2.
c) Gewinnung von Aminosäuren. Wie Beispiel 5.
d) Gewinnung des Flavour.
[0045] Wie Beispiel 8. Der pH-Wert wurde jedoch auf 11,5 eingestellt.
Beispiel 13
[0046]
a) Deproteinisierung und Denitratisierung des Tabaks. Wie Beispiel 1.
b) Metabolische Assimilation. Wie Beispiel 2.
c) Gewinnung von Aminosäuren. Wie Beispiel 6.
d) Gewinnung des Flavour.
[0047] Wie Beispiel 8. Die Reaktion wurde aber nur während 1 Stunde durchgeführt und das
Filtrat in Mengen von 15 % rekonstituiertem Tabak zugesetzt.
Beispiel 14
[0048] Wie Beispiel 9. Es wurden jedoch 350 g Glucose verwendet.
Beispiel 15
[0049] Wie Beispiel 9. Die Reaktion wurde aber bei 50°C während 200 Stunden durchgeführt.
[0050] Abänderungen der Beispiele sind wie folgt möglich:
Anstelle des im Beispiel 1 genannten Enzyms kann ein anderes Enzym aus Tabelle 1 eingesetzt
werden.
Anstelle der Glucose kann eine equimolare Menge Fructose, Galactose oder dergleichen
eingesetzt werden.
Anstelle der Candida utilis NCYC 707 kann eine der nachfolgenden Candidas eingesetzt
werden: Candida berthetii CBS 5452, Candida utilis NCYC 321 und Candida utilis DSM 70167.
[0051] Die erwähnten Stämme sind an den durch die Abkürzungen bezeichneten Hinterlegungsstellen
in der für patentrechtliche Offenbarung erforderlichen Form unter der angegebenen
Nummer erhältlich. Die Abkürzungen bedeuten:
NCYC National Collection of Yeast Cultures, Brewing Industry Research Foundation;
CBS Centraal Bureau voor Schimmelcultures;
DSM Deutsche Sammlung von Mikroorganismen.




1. Verfahren zur Aufbereitung von Tabak, bei dem lösliche Tabakbestandteile mit Wasser
extrahiert und aus der abgetrennten Lösung durch, von Mikroorganismen hervorgerufene
metabolische Assimilation und anschließendes Abtrennen der Biomasse niedermolekulare
Stickstoffverbindungen eliminiert werden und die in der Restlösung verbleibenden Lösungsbestandteile
einem extrahierten Tabak zugesetzt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Proteine
der abgetrennten Biomasse hydrolytisch in Aminosäuren zerlegt werden und daß dabei
Tryptophan zerstört wird bis auf weniger als 0,01 Prozent bezogen auf das Gewicht
des gewonnenen Aminosäuregemischs und daß dann das gewonnene Aminosäurengemisch isoliert
mit reduzierendem Zucker unter Erhitzung (Maillard-Reaktion) in Flavour (Aromabildner)
umgesetzt wird, der dann dosiert Tabak zugesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Mikroorganismen, die ihren
Stickstoffbedarf durch Nitrat- und Nitritabbau decken können, auf die abgegetrennte
Lösung angesetzt werden, welche Lösung mit einer Kohlenstoffquelle in einer Konzentration
von je 16,5 ± 10 assimilierbaren Kohlenstoffatomen auf je ein Nitratmolekül und weiteren
außer Stickstoff erforderlichen Nährstoffen angereichert ist und bei der Assimilation
mit 0,5 bis 2,5 1 . 1-1. min-1 belüftet und in dem pH-Bereich von 3,5 bis 6 und in dem Temperaturbereich von 25°C
bis 370C gehalten wird, und daß die Assimilation solange durchgeführt wird, bis der Nitratgehalt
auf einen Maximalgehalt von 10 ppm reduziert ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Assimilation
durch Einsatz einer Hefe aus der Gruppe bestehend aus der Candida utilis NCYC 707,
Candida berthetii CBS 5452, Candida utilis NCYC 321 und Candida utilis DSM 70167 erfolgt
und daß die Belüftung mit 1,4 bis 1,6 1 . 1 -1 . min -1 erfolgt und daß der pH-Wert auf 5,5 ± 0,3 und die Temperatur auf 30°C ± 3°C gehalten
wird.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
zunächst die unlöslichen Proteinbestandteile und Proteinuntereinheiten des aufzubereitenden
Tabaks durch enzymatische Behandlung in lösliche Proteinfragmente zerlegt ,werden
und dann diese löslichen Proteinfragmente zusammen mit den übrigen löslichen Tabakbestandteilen
mit Wasser extrahiert werden und dann in der abgetrennten Lösung der metabolischen
Assimilation unterworfen werden.
15. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Hydrolyse der Proteine der Biomasse unter Bedingungen wie folgt erfolgt:
Bei einer Temperatur von 50 - 130°C
während einer Zeitdauer von 2 - 300 Stunden
bei einem Hefefeststoffgehalt von 5 - 50 Prozent (Gewichtsprozent)
bei einer Säurekonzentration von 0,5 - 45 N (normal)
bei einem Druck von 1 - 3 Atmosphären und
unter dauerndem Umrühren.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß aus der hydrolysierten Lösung
die unlöslichen Restbestandteile der Biomasse abgetrennt werden, ehe die Lösung weiterverarbeitet
wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das in der Lösung enthaltene
Aminosäurengemisch durch Adsorptionschromatographie isoliert und anschließend zur
Trocknung eingedampft wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
das gewonnene Aminosäurengemisch bei der Maillard-Reaktion in Flavour umgesetzt wird
unter folgenden Bedingungen:
Bei einem pH-Wert von 3 - 12,
bei Angleichen des pH-Wertes durch Ammoniumhydroxyd oder Kaliumhydroxyd oder Phosphorsäure,
bei einer Behandlungszeit von 1 - 200 Stunden,
bei einer Temperatur von 20 - 180 °C,
bei einem molaren Verhältnis von Aminosäuren zum zugesetzten re-
duzierenden Zucker von 4 : 1 bis 1 : 4, in wässriger Lösung,
bei einem Feststoffgehalt von 20 bis 70 Gewichtsprozent,
bei einem Druck von 1 - 5 Atmosphären und
unter ständigem Rühren.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das mit der Maillard-Reaktion
erzeugte Reaktionsgemisch als Flavour auf Tabak aufgesprüht wird und zwar in einer
Menge von 0,05 bis 0,8 Milliliter pro Gramm Tabakmaterial.
10. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
mit dem gewonnen Flavour rekonstituierter Tabak behandelt wird.