[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Sitzmöbel, insbesondere einen drehbaren Bürostuhl,
bestehend aus einem Fußgestell mit einer daran anschließenden, nach oben gerichteten
Stütze sowie einem eine Sitzfläche und gegebenenfalls auch eine dieser zugeordneten
Lehne tragenden Sitzträger, wobei zwischen dem Sitzträger und der Stütze mindestens
ein die Stütze mit . dem Sitzträger gelenkig verbindender Lagerbock vorgesehen ist.
[0002] Aufgrund diverser gesetzlicher Bestimmungen einerseits und der mehr und mehr zunehmenden
Humanisierung des Arbeitsplatzes andererseits, werden eine Reihe von Maßnahmen getroffen,
um auch die Sitzmöbel einem besseren ergonomischen Arbeitsablauf anzupassen. So hat
man, solche., insbesondere für Büros infrage kommende Sitzmöbel zum einen mit Fußgestellen
und höhenverstellbaren Stützen, zum andern mit verstellbaren Lehnen und darüber hinaus
auch verstellbaren Sitzflächen ausgerüstet. Die Verstellung von Lehne und Sitzfläche
einerseits und Höhenverstellung der Sitzfläche mittels der höhenverstellbaren Stütze
andererseits haben den Zweck, insbesondere die Sitzfläche nicht nur in der für den
Benutzer erforderlichen Höhe einzustellen, sondern diese auch so zum Arbeitsplatz
zu neigen, wie der Benutzer dies für e-irte ergonomische Arbeitsgestaltung es fordert.
[0003] Ein bekanntes Sitzmöbel, bei dem diese Maßnahmen der Einstellbarkeit von Sitzfläche,
Lehne und Höhenverstellung durchgeführt sind, wird im wesentlichen dadurch gebildet,
daß auf einem mit oder ohne Rollen versehenen Fußgestell eine Stütze angeordnet ist,
welche ein zweites Stützteil aufweist und diese Stützteile teleskopartig höhenverstellbar
ausgeführt sind. An dem freien Ende, nämlich dem dem Fußgestell abgewandten Ende dieser
Stütze, ist ein Lagerbock mit diesem Ende verbunden, und es ist dieser Lagerbock sowohl
über eine Schwinge als auch einen Gelenkanschluß an einem die Sitzfläche tragenden
Sitzträger angeschlossen. Die Befestigung dieses Endes der Stütze am Lagerbock ist
dabei kraftschlüssig ausgeführt und zwar in der Art, daß das mit einem Konus versehene
Ende der Stütze in eine der Konusfläche des Endes angepaßten Führung eindrückbar ist
und dort dieses Ende durch den-Kraftschluß an der Führung des Lagerbockes die erforderliche
Verbindung desselben ermöglicht. Der Lagerbock, der an seiner einen Seite in Längsrichtung
des Sitzträgers die aus zwei parallel verlaufenden Armen gebildete Schwinge aufweist,
ist über die Enden dieser Arme und eine Achse am Sitzträger kippbar geführt. Der Sitzträger
selbst ist vorzugsweise U-förmig gestaltet, wobei dessen nach unten weisenden Schenkel
die Lager für den Lagerbock und die Führung für dessen Arme aufweisen. An seiner zur
Sitzfläche weisenden Seite ist der.
[0004] Sitzträger mit Auflageflächen für die Sitzfläche versehen; und es kann diese Sitzfläche
über Befestigungsmittel, wie Schrauben od.a., an diesem Sitzträger angebracht sein.
An einem auskragenden Ende dieses Sitzträgers ist über eine besondere Anlenkung ein
Klemmkopf für einen Stützbügel der Lehne vorgesehen, und es ist dieser Stützbügel
axial verschieblich im Klemmkopf angeordnet und dort je nach Einstellung der Lehne
fixierbar. Die Kippbarkeit der Sitzfläche und somit auch des Sitzträgers um die Achse
zwischen diesem und dem Lagerbock läßt sich mittels einer Arretierung, die auf die
auskragenden Ende der Arme der Schwinge wirkt, festlegen. Zwar wird mittels eines
solchen Lagerbockes eine Kippbarkeit der Sitzfläche in relativ weiten Bereichen ermöglicht,
indessen wird hier als verbesserungsbedürftig angesehen, die Kippbarkeit sowohl dämpfend
auszuführen als auch innerhalb eines weiteren Kippbereiches zu ermöglichen, um die
Anpaßbarkeit des Sitzmöbels an den jeweiligen Benutzer besser abzustimmen bzw. die
Kippbewegung insbesondere mit geringem Kraftaufwand ausführen zu können (vgl. DE-OS
28 20 533).
[0005] Es ist ferner ein Sitzmöbel, insbesondere ein sogenannter Kontorstuhl, bekannt, bei
dem unterhalb seiner Sitzfläche bzw. deren Sitzträgers ein U-förmiges Lagerteil vorgesehen
ist. Dieses Lagerteil ist über eine Achse mit einem weiteren U-förmigen Lagerteil
verbunden, so daß diese Lagerteile um deren Achse gekippt werden können. An diesem
zweiten U-förmigen Lagerteil ist eine den Sitzträger tragende Stütze befestigt, die
höhenverstellbar ausgeführt ist, und über die - die Sitzfläche in verschiedene Höhenlagen
gebracht werden kann. Zum Fixieren dieser Kippbewegung um die gemeinsame Achse der
Lagerteile ist zwischen dem einen Lagerteil und dem-Sitzträger eine Stellschraube
vorgesehen, die je nach Einführen in ein Gewinde dieses Lagerteiles einen mehr oder
weniger großen Kippweg gestattet. Die Achse selbst ist oberhalb der Stütze an den
Lagerteilen des Sitzmöbels angeordnet und dort als ein Torsionsstab ausgeführt, der
si eingespannt ist, daß er stets das Bestreben hat, den Sitzträger in eine Ausgangslage
zurückzubringen. Die Stütze selbst kann als eine Gewindestange ausgeführt sein, die
in ein Gewinde, einer Führung, welche mit dem Fußkreuz verbunden ist, ein- und ausdrehbar
ist. Zwar läßt sich auch hier ein gewisses Kippen der Sitzfläche ermöglichen, indessen
ist dieses weder gedämpft noch leicht einstellbar, und es.ist hier auch keine Fixierung
vorgesehen, die ein Beibehalten der. Kipplage für einen längeren Zeitraum ermöglicht
(vgl. DE-AS 12 62 527).
[0006] Ausgehend von solchen Sitzmöbeln liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, ein Sitzmöbel
dahingehend weiterzubilden, daß dessen Sitzfläche zwar Kippwege ausführen kann, diese
aber nicht nur in vorgegebenen Kippneigungen festlegbar, sondern die Kippwege auch
dämpfbar sind, und zudem das Sitzmöbel nach erfolgter Benutzung, nur wenn gewollt,
in seine Ausgangslage zurückgeht, ohne bei erneuter Benutzung die eingestellte Kipplage
wieder einstellen zu müssen.
[0007] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe bei einem Sitzmöbel der eingangs genannten
Art dadurch gelöst,-daß der Lagerbock als Wippe ausgeführt und diese mit deren Wipplager
am Sitzträger wippbar gelagert, wobei die Achse dieses Wipplagers sowohl durch den
Sitzträger als auch die Lagerstellen des Lagerbockes geführt, wie auch diese Achse
In einenr rechten Winkel zur Längsachse der Stütze angeordnet ist, und daß das Wipplager
des Lagerbockes symmetrisch zu dessen Achse Anlaufflächen mit daran anschliessenden
Begrenzungen des Wippweges aufweist, wie auch der Lagerbock selbst mit Teilen von
Führungs- und Feststellmittelnfür dessen.Fixierung am Sitzträger sowie mindestens
ein den Wippweg des Lagerbockes federnd begrenzendes Federmittel zwischen sich und
dem Sitzträger aufweist.
[0008] Durch diese Maßnahmen wird nicht nur die der Erfindung zugrunde liegende Aufgabe
vorteilhaft gelöst, sondern es wird ein Sitzmöbel geschaffen, das eine einfache Kinematik
aufweist und zudem dessen Sitzfläche und gegebenenfalls auch Lehne in eine ergonomisch
günstige Rückenlehne gebracht werden kann. Ein weiterer Vorteil der Erfindung kann
darin gesehen werden, daß das Wipplager als ein eigenständiges Bestandteil ausgeführt
ist und dieses sehr einfach, insbesondere kraftschlüssig, mit der Stütze, wie auch
über diese Gelenkstelle mit dem Sitzträger verbunden werden kann. Die der Verstellung
und Feststellung der Wippwege dienenden Teile des Lagerbockes und damit des Wipplagers
sind so ausgeführt, daß sie den maximal möglichen Wippweg noch vor einem Einkippen
des Sitzmöbels begrenzen, andererseits diesen Wippweg dämpfend mit progressiver Federkennung
passieren, so-daß beim Benutzen des Sitzmöbels durch eine Person diese nicht in eine
schnelle Wipplage gebracht wird, die unter Umständen ein Stürzen der Person oder ein
Erschrecken derselben hervorrufen könnte. Ein weiterer Vorteil dieser Maßnahmen kann
darin gesehen werden, daß die Kinematik des Lagerbockes, die Einstellung der jeweiligen
Wippwege wie auch deren Fixierung nach erfolgtem Einstellen sehr einfach ausgeführt
sind,.so daß sie mit einfachen, insbesondere Hebelbewegungen, ausgelöst und eingeleitet
werden können.
[0009] Ein weiteres Merkmal der Erfindung zeichnet sich dadurch aus, daß die Führungsmittel
als formschlüssige Kulissenführungen ausgeführt und diese insbesondere aus mindestens
einem Langloch und einem darin geführten Achsbolzen gebildet werden, sowie die Feststellmittel
als formschlüssi-ge Arretierungen und diese insbesondere aus mindestens.zwei Rastbohrungen
und einem abwechselnd in diesen verankerbaren Raststift gebildet werden, und daß Teile
der Führungs- und Feststellmittel zum einen am Sitzträger sowie andere, mit diesen
Teilen korrespondierende Teile der gleichen Mittel zum andern am Lagerbock vorgesehen
sind.
[0010] Diese Maßnahmen haben den Vorteil, daß sowohl die Führungsals auch Feststellmittel
micht nur sehr einfach ausgeführt werden können, sondern diese darüber hinaus, infolge
der Möglichkeit eines Formschlusses, ein sicheres Beibehalten der eingestellten Wippwege
bzw. Raststellen gewährleisten.
[0011] Ein weiteres, vorteilhaftes Merkmal der Erfindung zeichnet sich ferner dadurch aus,
daß der Lagerbock, insbesondere kastenförmig ausgeführt ist und in Längsrichtung des
U-förmig ausgeführten Sitzträgers mindestens einen an diesem auskragend befestigten
Arm aufweist sowie dieser kastenförmige Teil des Lagerbockes mit einem kraftschlüssigen
Lager für das dem Sitzträger zugewandte Ende der Stütze ausgestattet ist, und daß
zusätzlich zu diesem Lager auch das Wipplager an diesem kastenförmigen Teil des Lagerbockes
angebracht ist, hingegen die Führungs- und Feststellmittel, wie auch die Federmittel
für den Lagerbock an mindestens dem einen Arm engebracht und diese mit den Führungs-,
Feststell und Federmitteln am Sitzträger korrespondierend in Einwirkung stehen.
[0012] Eine solche Maßnahme am Lagerbock hat nicht nur fertigungstechnische Vorteile für
diesen, sondern kann ferner den jeweiligen Belastungen des Sitzmöbels, durch Verlängerung
oder Verkürzung des wirksamen Hebelarmes des am Lagerbock selbst auskragend angeordneten
Armes, angepaßt werden. Eine solche Möglichkeit schafft wiederum Raum für entsprechend
zu dimen- sionierende Wippwege, so daß mit einer solchen Konstruktion nicht nur die
einwirkenden Kräfte leichter erfaßt, sondern diese auch wirkungsvoller auf die entsprechenden,
Kräfte aufnehmenden Teile des Lagerbockes, Sitzträgers, Federmittels u.a. übertragen
werden können.
[0013] Eine weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung besteht darin, daß das Federmittel
im Bereich des auskragenden Endes des Armes zwischen diesem und dem Sitzträger angeordnet
und dort mit einem dessen Federcharakteristik verändernden Stellmittel ausgestattet
ist.
[0014] Eine solche Maßnahme hat den Vorteil, daß dadurch ein längerer Federweg gewonnen
werden kann, wodurch die Möglichkeit des Einbaues einer Feder mit weicherer Federcharakteristik
gegeben ist. Dies kann besonders bei Sitzmöbeln für den Bürobedarf von Vorteil sein,
weil dort die Möglichkeit der Sitzlagenveränderung öfters ausgenutzt wird, als dies
bei Sitzmöbeln z. 8. im Werkstättenbetrieb der Fall ist.
[0015] Ein weiteres Merkmal der Erfindung kann darin gesehen wer- den, daß die Feststellmittel
für die Fixieruhg des Lagerbokkes am Sitzträger als eine Laufverzahnung ausgeführt
sind, welche von einem Verzahnungsteil am Lagerbock und einem Verzahnungsteil am Sitzträger
gebildet wird, und von denen ein Verzahnungsteil undrehbar und das andere Verzahnungsteil
zwar drehbar, aber feststellbar ist.
[0016] Eine solche Ausführung eines Feststellmittels ermöglicht eine stufenlose Verstellung
der Neigung der Sitzfläche, wobei durch den ständig sich im Einsatz befindenden Formschluß
weder ein Durchrutschen der eingespannten Teile, noch ein Durchsacken derselben möglich
ist. Auch hat eine solche Laufverzahnung den Vorteil, daß bei entsprechender Übersetzung
zwischen Zahnsegment und Ritzel die Verstellung mit geringem Kraftaufwand durchgeführt
werden kann, was zweifelsohne den Komfort des Sitzmöbels begünstigt.
[0017] Eine besondere Ausgestaltung dieses Feststellmittels ist ferner dadurch begründet,
daß das drehbare Verzahnungsteil auf einer Welle aufsitzt, welche außerhalb des Sitzes
dieses Verzahnungsteiles einen Konus aufweist, für den in einer Hülse ein weiterer
Konus vorgesehen ist, und daß zwischen dieser Hülse und einer Abstützung des Sitzträgers
eine die Koni kraftschlüssig verbindende Feder eingespannt ist, sowie die Hülse an
einem sie betätigenden Stellmittel (Hebel) gelenkig angeschlossen ist.
[0018] Weitere vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung können insbesondere den verbleibenden
Ansprüchen entnommen werden.
[0019] In den Zeichnungen sind einige der möglichen Ausführungsbeispiele der Erfindung schematisch
dargestellt. Es zeigt:
Fig. 1 eine Seitenansicht auf ein Sitzmöbel bzw. einen drehbaren Bürostuhl, mit einer
an diesem angeordneten Sitzneigeverstellung unterhalb seiner Sitzfläche,
Fig. 2 einen vergrößerten Schnitt durch die Sitzneigeverstellung und den Sitzträger
in der Ebene II-II in Fig. 3, einem Teil der Stütze im Bereich deren Einspannung und
einem als Rastnocken ausgeführten Rastmittel für das Arretieren der jeweiligen Sitzneigung,
Fig. 3 einen Schnitt durch den Sitzträger und die Sitzneigeverstellung in der Ebene
III-III in Fig. 1,
Fig. 4 einen Schnitt durch den Sitzträger und die Sitzneigeverstellung in der Ebene
IV-IV in Fig. 2,
Fig. 5 einen. Längsmittelschnitt durch einen Sitzträger mit Sitzneigeverstellung und
einem als Laufverzahnung ausgeführten Rastmittel, jedoch ohne Darstellung eines Dämpfungsmittels,
Fig. 6 einen Schnitt durch die Sitzneigeverstellung und den Sitzträger in der Ebene
V-V in Fig. 6.
[0020] Das Sitzmöbel 1 wird im wesentlichen von einem Fußgestellr2, einer an diesem angeschlossenen
und nach oben weisenden Stütze 3 sowie einem Sitzträger 4, an dem eine Sitzfläche
5 und gegebenenfalls auch eine Lehne 6 über einen entsprechenden Klemmkopf 7 angebracht
sind, gebildet. Die Stütze 3, die vorzugsweise von zwei teleskopierbaren Teilen gebildet
wird,. ermöglicht eine Höhennverstellung des Sitzträgers 4 und damit auch der Sitzfläche
5, und sie kann als eine mechanische Stütze, z.B. eine Gewindestange, oder als eine
Gasfeder ausgeführt sein. Das nach oben und unten bewegbare Teil der Stütze ist an
dessen auskragendem Ende 8 vorzugsweise mit einem Konus versehen, für den an einermit
dem Sitzträger 4 gelenkig verbundenen Sitzneigeverstellung, z.B. in Form eines Lagerbockes
9, ein entsprechendes, ebenfalls konisch ausgeführtes Lager 10 vorgesehen ist. Die
Verbindung dieses Endes 8 der Stütze 3 mit dem Lagerbock 9 ist vorzugsweise eine kraftschlüssige
und zwar in der Art, daß die Konizität des Endes der Stütze mit einer Konizität der
Lagerstellen des Lagers 10 bzw. des Lagerbockes 9 in Übereinstimmung gebracht und
dieses Ende in diesem Lager durch Einpressen festgehalten wird. Der Lagerbock 9 selbst
ist vorzugsweise kastenförmig ausgeführt und mit mindestens einem das Lager 10 aufnehmenden
Plattenteil für das Ende 8 der Stütze 3, wie auch mit mindestens einem von diesem
Lagerbock auskragend angeordneten Arm 11 versehen, welcher zum einen am Lagerbock
fest angeschlossen ist und zum andern auskragend von diesem absteht. Zusätzlich zum
Lager 10 für die Stütze 3 ist der Lagerbock 9 mit einem Wipplager 12 versehen, und
es ist dieses Wipp- - lager und mit diesem auch der Lagerbock selbst um eine waagerechte
Achse, die sogenannte Wippachse 13, am Sitzträ
j- ger 4 wippbar gelagert. Die Wippachse 13 des Wipplagers 10 kann dabei als eine durchgehende
Achse oder von zwei Achsstummeln gebildet werden, welche unabhängig von deren Ausführung
in Bohrungen 14, 15 des Sitzträgers 4 gelagert sind. Der Sitzträger 4 ist vorzugsweise
U-förmig ausgeführt, und es sind dessen nach unten gerichteten Schenkel 16, 17 so
- weit nach unten gezogen, daß sie den überwiegenden Teil des Lagerbockes 9 seitlich
abdecken. Die Schenkel 16, 17, die von einem sie verbindenden Bügel 18 nach oben abgedeckt
werden, weisen neben den Bohrungen 14, 15 für die Wippachse 13 auch Führungs- und
Feststellmittel 19, 20 bzw. Teile davon auf, um die jeweilige Wippstellung des Lagerbockes
9 während dessen Wippvorganges führen und nach erfolgtem Wippvorgang - am Sitzträger
4 fixieren zu könen. Das Wipplager 12, welches im Bereich des Bügels 18 an den Schenkeln
16, 17 vorgesehen ist, ist so nahe am Bügel angeordnet, daß Anlaufflächen 21, 22,
welche am Lagerbock 9 vorgesehen sind, bei Erreichen des maximal möglichen Wippweges
an diesem Bügel sich anlegen können. Die Anlaufflächen 21, 22 am Lagerbock 9 sind
dabei vorzugsweise symmetrisch zum Wipplager 12 angeordnet und dort so ausgeführt,
daß sie nach Passieren des vorgegebenen Wippweges durch Anlegen derselben am Bügel
18 diesen Wippweg begrenzen. Die Führungsmittel 19 für das Führen des Lagerbockes
9 an den Schenkeln 16, 17 können als formschlüssige Verbindungsteile ausgeführt werden,
wobei eine einfache Ausführung derselben darin besteht, diese von einem Langloch 23
und einem darin geführten Bolzenstummel 24 auszubilden. In einem solchen Fall ist
es von Vorteil, das jeweilige Langloch 23 am jeweiligen Schenkel 16, 17 des Sitzträgers
4 und den jeweiligen in diesem geführten Bolzenstummel 24 am Lagerbock 9 selbst bzw.
dessen Arm 11 pder umgekehrt anzubringen. Um die Wipplage des Lagerbockes 9 nach erfolgter
Wippstellung festlegen zu können, sind zwischen mindestens einem der Schenkel 16 und/oder
17 des Sitzträgers 4 und dem Lagerbock, bzw. vorzugsweise dessen Arm 11, Raststellen
25 - 27 vorgesehen, welche in einer einfachen Ausführung als Bohruhgen im Arm bzw.
Lagerbock und einem der Schenkel ausgeführt sein können. In diese Bohrungen bzw. Raststellen
25 - 27 kann ein Raststift 28 ein- und ausgeführt werden. Der Raststift 28, der vorzugsweise
federbelastet am Außenmantel des einen Schenkels 16 oder 17 angebracht sein kann,
kann bei Betätigen eines Hebels 29 in die jeweilige Raststelle 25 bzw. 26 bzw. 27
eingeführt oder aus dieser wieder herausgezogen werden, wodurch entsprechend der Betätigung
des Hebels die Einrastung vollzogen oder diese aufgehoben wird. Analog dieser Führungs-und
Rastmittel 19, 20 zwischen Sitzträger 4 und Lagerbock 9 sind auch Federmittel 30 zwischen
diesen Teilen vorgesehen, wobei die Federmittel vorzugsweise in deren Federcharakteristik
einstellbar sind. Durch diese Einstellbarkeit der gewünschten Charakteristik der Federmittel
30, kann der Wippweg des Lackerbockes 9 in bezüg auf dessen Einwippen gedämpft werden.
Die Federmittel 30 können dabei als Schrauben- oder Tellerfedern oder noch einfacher
als Gummifedern ausgeführt sein, wobei bei Ausführung derselben als Gummifedern diesen
auf einfache Weise eine entsprechende Schorehärte in der Federcharakteristik des Lagerbockes
eingegeben werden kann. Die Betätigung der Federmittel 30 kann dabei mittels einer
Schraube 31 oder mittels eines federbelasteten Hebels erfolgen, wobei vom Bedienungskomfort
des Sitzmöbels 1 her es sicherlich vorteilhafter sein dürfte, den Betätigungsmechanismus
des Federmittels 30 mit einem Hebel auszulösen.
[0021] Durch die Anordnung des Wipplagers 12 in Höhe des Lagers 10 des freien Endes 8 der
Stütze 3, wobei in einem solchen Fall die Wippachse 13 des Wipplagers senkrecht zur
Längsmittelachse X der Stütze steht, wird ein ausgewogenes Wippen des Lagerbockes
9 nach beiden Seiten ermöglicht, da auch das Gewicht der Sitzfläche 5 mit der darauf
sitzenden Person über dieses Wipplager in Achsrichtung auf die Stütze übertragen wird.
Durch diese Krafteinwirkung ist das Wipplager 12 von Seitenkräften bzw. außermittigen
Kräften weitgehend entlastet, so daß mit geringem Kraftaufwand, die entsprechende
Neigungseinstellung bzw. Wippeinstellung des Lagerbockes 9 und damit des Sitzträgers
4 ermöglicht wird. Die Sitzfläche 5 ist analog anderer bekannter Konstruktionen auf
dem Sitzträger 4 befestigt und es kann, sofern auch eine Lehne 6 dem Sitzmöbel 1 zugeordnet
wird, diese über einen Stützbügel 32 und dem am Sitzträger gelenkig angebrachten Klemmkopf
7 an diesem Sitzmöbel angebracht sein.
[0022] Wie in den Fig. 2 bis 5 dargestellt' ist, sind-die Führungs-und Feststellmittel 19,
20 für den Lagerbock 9 am Sitzträger 4 als Langloch 23 mit Bolzenstummel 24 bzw. Raststellen
25 - 27 mit Raststift 28 ausgebildet. Analog diesen Ausführungen können insbesondere
die Feststellmittel 20 als andersgeartete formschlüssige Teile ausgeführt sein, wie
dies in Fig. 6 bis 8 angedeutet ist. In einem solchen Fall ist es von Vorteil, an
mindestens einer Seite des Armes 11 eine Laufverzahnung 33, z. B. inform eines Zahnsegmentes
34, und am Sitzträger 4 ein mit dieser Laufverzahnung formschlüssig verbundenes Zahnrad
35 anzubringen. Das Zahnrad 35, welches als Ritzel ausgebildet ist, ist auf einer
Welle 36 angeordnet, und es ist diese Welle am Sitzträger 4 drehbar gelagert. Zum
Feststellen der eingestellten Wippstellung des Sitzträgers 4 ist die Welle 36 am Sitzträger
zusätzlich feststellbar, wofür die Welle mit einem federbelasteten Bremsmittel ausgestattet
ist. Für das Feststellen der Welle 36 ist diese an ihrem dem Feststellmittel 20 zugewandten
Ende mit einem Konus 37 versehen, für den am Feststellmittel ein weiterer Konus 39
in einer Hülse 38 angebracht ist. Die Hülse 38, die in einer topfförmigen Büchse 40
gehalten ist, weist an ihrem, dem Konus 39 abgewandten Ende einen gelenkigen Anschluß.für
ein Betätigungsteil der Hülse auf, welches in einer einfachen Ausführung vorzugsweise
als ein Hebel 42 ausgeführt sein kann. Zusätzlich zu diesem Hebel 42 ist zwischen
dem Boden 43 der topfförmigen Büchse 40 und dem Bodeh 44 der- Hülse 38 eine Feder
41 eingespannt, welche die Koni 37, 39 von Hülse und Welle 36 kraftschlüssig hält.
Zum Lösen der Koni 37, 39 wird der Hebel 42 in Pfeilrichtung gezogen, wobei dieser
sich mit einem Hebelteil 46 am Boden 43 der Büchse 40 ab-stützt und dabei die Hülse
38 gegen den Druck der Feder 41 vom Konus 37 an der Welle 36 abhebt.
[0023] In Fällen, in denen der Formschluß der Koni 37, 39 von Welle 36 und Hülse 38 für
das Feststellen des Ritzels 35 nicht ausreicht, ist es denkbar, die Koni zusätzlich
mit einer Verzahnung 45, wie dies in Fig. 6 nur angedeutet ist, zu versehen. Das Anbringen
einer solchen Verzahnung 45 ermöglicht eine formschlüssige Verbindung von Welle 36
und Hülse 3
8, so daß ein Verdrehen der Welle nach erfolgter Feststellung derselben ausgeschlossen
ist.
[0024] Die Hülse 38 selbst ist am Sitzträger 4 über eine Büchse 40 an dessen Schenkel 16
oder 17 abgestützt und kann, um innerhalb ihrer Büchse nicht verdreht werden zu können,
mit einer in der Zeichnung nicht dargestellten, Drehsicherung zwischen sich und der
Büchse ausgestattet sein, so daß diese Hülse innerhalb ihrer Büchse nur längs geführt
werden kann. Auch kann die Welle 36, entgegen der Darstellung in Fig. 6, nicht mit
einem zusätzlichen Ritzel 35,sondern selbst mit einer entsprechenden Verzahnung ausgerüstet
sein.
[0025] Das Federmittel 30 schließlich, welches zwischen dem Sitzträger 4 und dem Arm 11
vorgesehen ist, ist mit dessen Enden an diesen zu federnden Teilen befestigt und weist
zusätzlich ein Stellmittel 31 auf, mittels dem die Federcharakteristik dieses Federmittels
verändert werden kann. Ein entsprechendes Vorspannen dieses Federmittels 30 bedeutet
somit eine härtere Federkennung als ein Lockern desselben, so daß die Neigung der
Sitzfläche 5 entsprechend der eingestellten Federkennung eine mehr oder weniger starke
Dämpfung im Passieren deren Wippweges erfährt.
[0026] Die Sitzneigeverstellung ist hier am Beispiel eines Bürodrehstuhles dargestellt und
beschrieben. Dies schließt jedoch nicht aus, eine solche Sitzneigeverstellung auch
an anderen Sitzmöbeln vorzusehen, wobei es auch ünerheblich ist, ob deren Sitzträger
über eine Stütze allein, beispielsweise inform einer Gasfeder, oder über eine andersgeartete
Tragkonstruktion abgestützt wird. Ein solches, anders gestaltetes Sitzmöbel könnte
beispielsweise ein Sitzmöbel sein, dessen Sitzträger auf einer Querstange aufgesetzt
ist, und diese Querstange an einem Fußgestell angeschlossen wäre.
1. Sitzmöbel, insbesondere drehbarer Bürostuhl, bestehend aus einem Fußgestell mit
einer daran anschließenden, nach oben gerichteten Stütze sowie einem eine Sitzfläche
und gegebenenfalls auch eine dieser zugeordneten Lehne tragenden Sitzträger, wobei
zwischen dem Sitzträger und der Stütze mindestens ein die Stütze mit dem Sitzträger
gelenkig verbindender Lagerbock vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerbock
(9) als Wippe ausgeführt-und diese mit deren Wipplager (12) am Sitzträger (4) wippbar
gelagert, wobei die Achse (13) dieses Wipplagers sowohl durch den Sitzträger als auch
die Lagerstellen des Lagerbockes geführt, wie auch diese Achse in einm rechten Winkel
zur Längsmittelachse (X) der Stütze (3) angeordnet ist, und daß das Wipplager des
Lagerbockes symmetrisch zu dessen Achse Anlaufflächen (21,22) mit daran anschliessenden
Begrenzungen des Wippweges aufweist, wie auch der Lagerbock selbst mit Teilen von
Führungs- und Feststellmitteln (19,20) für dessen Fixierung am Sitzträger sowie mindestens
ein den Wippweg des Lagerbockes federnd begrenzendes Federmittel (30) zwischen sich
und dem Sitzträger aufweist.
2. Sitzmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsmittel (19)
als formschlüssige Kulissenführungen ausgeführt und diese insbesondere aus mindestens
einem Langloch (23) und einem darin geführten Achsbolzen (24) gebildet werden, sowie
die Feststellmittel (20) als formschlüssige Arretierungen und diese insbesondere aus
mindestens zwei Rastbohrungen (25-27) und einem abwechselnd in diesen verankerbaren
Raststift (28) gebildet werden, und daß Teile der Führungs- und Feststellmittel zum
einen am Sitzträger (4) sowie andere, mit diesen Teilen korrespondierende Teile der
gleichen Mittel zum andern am Lagerbock (9) vorgesehen sind.
3. Sitzmöbel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbildung der Führungsmittel
(19) als Langloch (23) und Achsbolzen (24) das Langloch am Sitzträger (4) und der
Achsbolzen für dieses Langloch am Lagerbock (9) angebracht sind.
4. Sitzmöbel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbildung der Führungsmittel
(19) als Langloch (23) und Achsbolzen (24) das Langloch am-Lagerbock (9) und der Achsbolzen
für dieses Langloch am Sitzträger (4) angebracht sind.
5. Sitzmöbel nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbildung der Feststellmittel
(20) als Rastbohrungen (25-27) und Raststift (28) die Rastbohrungen am Lagerbock (9)
und der Raststift am Sitzträger (4) angebracht sind.
6. Sitzmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Lagerbock (9), insbesondere
kastenförmig ausgeführt ist und in Längsrichtung des U-förmig ausgeführten Sitzträgers
(4) mindestens einen an diesem auskragend befestigten Arm (11) aufweist, und daß dieser
kastenförmige Teil des Lagerbockes mit einem kraftschlüssigen Lager (10) für das dem
Sitzträger (4) zugewandte Ende (8) der Stütze (3) ausgestattet ist, und daß zusätzlich
zu diesem Lager auch das Wipplager (12) an diesem kastenförmigen Teil des Lagerbockes
angebracht ist, hingegen die Führungs- und Feststellmittel (19,20), wie auch die Federmittel
(30) für den Lagerbock an mindestens dem einen Arm angebracht und diese mit den Führungs-,
Feststell- und Federmitteln am Sitzträger korrespondierend in Einwirkung stehen.
7. Sitzmöbel nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Federmittel (30) im
Bereich des auskragenden Endes des Armes (11) zwischem diesem und dem Sitzträger (4)
angeordnet und dort mit einem dessen Federcharakteristik verändernden Stellmittel
(31) ausgestattet ist.
8. Sitzmöbel nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Federmittel (30) von
mindestens einer Gummifeder ge- bildet wird und deren Stellmittel (31) als ein von
einem Handhebel betätigbarer Exzenter ausgeführt ist. -
9. Sitzmöbel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Feststellmittel (20)
für die Fixierung des Lagerbokkes (9) am Sitzträger (4) als eine Laufverzahnung (33)
ausgeführt sind, welche von einem Verzahnungsteil (34) am Lagerbock und einem Verzahnungsteil
(35) am Sitzträger gebildet wird und von denen ein Verzahnungsteil (z.B.34) undrehbar
und das andere Verzahnungsteil (z.B.35) zwar drehbar, aber feststellbar ist.
10. Sitzmöbel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das drehbare Verzahnungsteil
(35) auf einer Welle (36) aufsitzt, welche außerhalb des Sitzes dieses Verzahnungs-.
teiles einen Konus (37) aufweist, für den in einer Hülse (38) ein weiterer Konus (39.)
vorgesehen ist, und daß zwischen dieser Hülse und einer Abstützung (Büchse 40) des
Sitzträgers (4) eine die Koni kraftschlüssig verbindende feder (41) eingespannt ist
sowie die Hülse an einem sie betätigenden Stellmittel (Hebel 42) gelenkig angeschlossen
ist.
11. Sitzmöbel nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das drehbare Verzahnungsteil
(35) die Welle 36 mit einem auf dieser selbst angebrachten Gewinde ist, und daß diese
Welle außerhalb dieses Verzahnungsteiles einen Konus (37) aufweist, für den in einer
Hülse (38) ein weiterer Konus (39) vorgesehen ist, und daß zwischen dieser Hülse und
einer Abstützung (Büchse 40) des Sitzträgers (4) eine die Koni formschlüssig verbindende
Feder (41) eingespannt ist,. sowie die Hülse an einem sie betätigenden Stellmittel
(Hebel 42) gelenkig angeschlossen ist.
12. Sitzmöbel nach den Ansprüchen 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Hülse
(38) in deren Abstützung (Büchse 40) nur axial verschieblich angeordnet ist, und die
Feder (41) zwischen dem Boden (43) dieser Büchse und dem Boden (44) der Hülse eingespannt
ist.
13. Sitzmöbel nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Federmittel (30) sowohl
mit dem Sitzträger (4) als auch mit dem Arm (11) verbunden ist und zusätzlich zu dessen
Verbindungen an diesen Teilen das Stellmittel (31) für die Veränderung dessen Federcharakteristik
aufweist.