[0001] Die Erfindung betrifft einen mit Isolierflüssigkeit gekühlten Transformator oder
entsprechend gekühlte Drossel gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1, ein Herstellungsverfahren
für den Transformator oder die Drossel und eine Anordnung zur Durchführung eines solchen
Verfahrens.
[0002] In Transformatoren und Drosseln mit Band- oder Foliewicklungen kann eine starke Stromverdrängung
zu den Rändern des Bandes hin auftreten, die einerseits hohe Zusatzverluste und andererseits
eine starke örtliche Erwärmung an den Rändern des Bandes verursacht. Durch die DE-OS
30 29 416 ist es bereits bekannt, die Stromverdrängung im Leiterband dadurch zu reduzieren,
daß man das Band so formt, daß es in seinen Randbereichen einer doppeltgebogenen Fläche
folgt. Dabei erzielt man das beste Resultat, wenn die Form des doppeltgebogenen Leiterbandes
während des Wickelvorganges in bestimmter Weise variiert wird. Der radiale Abstand
des Leiterbandes von der geometrischen Achse der Wicklung varriert bei solchen Wicklungen
in achsialer Richtung und ist, zumindest für den radial äußeren Teil der Wicklung,
an den achsialen Wicklungsenden am größten. Bei einer gleichmäßig dicken Metallfolie
ist somit eine Ausfüllung erforderlich, um an den axialen Wicklungsenden die gewünschte
trichterförmige Form zu erhalten. Es ist unter anderem aus dielektrischen Gründen
wünschenswert, daß diese Ausfüllung aus elektrisch isolierendem Material besteht.
Da ein solches Material eine schlechte Wärmeleitfähigkeit hat, muß die Ausfüllung
in thermischen Symmetrieebenen liegen, d.h. entweder in der Mitte der Kühlkanäle oder
in der Mitte zwischen zwei benachbarten Kühlkanälen, so daß die Wärmeleitung in radialer
Richtung nicht behindert wird.
[0003] Bei Wicklungen mit Kühlkanalelementen der an sich vorteilhaften Ausführung, die aus
einer gleichmäßig dicken, biegsamen Isoliermaterialscheibe besteht, in der auf beiden
Seiten Nuten für die Kühlflüssigkeitszirkulation eingearbeitet sind (Europäische Patentanmeldung
81 10 3568.2) ist es jedoch schwer, im Anschluß an die Kühlkanäle separate Füllmittel
in der oben genannten Art anzubringen. Das Einlegen eines separaten Füllmittels verursacht
ganz allgemein Probleme bei der Plazierung des Füllmittels, da die Lage des Füllmittels
sehr präzise sein muß. Ein solches Einlegen erfordert einen hohen handwerklichen Aufwand,
der zu hohen Herstellungskosten führt.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Transformator oder eine Drossel der
eingangs genannten Art zu entwickeln, bei dem das aufgezeigte Problem bei der Anbringung
von Füllmittel in den axialen Endbereichen der Wicklung in einfacher Weise gelöst
ist.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird ein Transformator oder eine Drossel nach dem Oberbegriff
des Anspruches 1 vorgeschlagen, der/die die im kennzeichnenden Teil des Anspruches
1 genannten Merkmale hat.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen des Transformators oder der Drossel sind in den Ansprüchen
2 und 3 genannt. Ein Verfahren zur Herstellung eines Transformators oder einer Drossel
gemäß der Erfindung ist erfindungsgemäß durch die im Anspruch 4 genannten Merkmale
gekennzeichnet.
[0007] Eine Anordnung zur Durchführung dieses Verfahrens ist durch die in den Ansprüchen
5 und 6 genannten Merkmale gekennzeichnet.
[0008] Die Erfindung beruht auf der Idee, das eingangs genannte Füllmittel in die Kühlkanalelemente
zu integrieren.
[0009] Das Kühlkanalelement wird vorzugsweise aus einer zunächst ebenen, rechteckigen Preßspannscheibe
hergestellt, die auf ihrer einen Breitseite mit einem solchen Profil versehen wird,
daß die Scheibe in den Bereichen längs zweier gegenüberliegender paralleler Schmalseiten
eine in Richtung auf diese Schmalseiten zunehmende Dicke hat, die so bemessen ist,
daß die Randabschnitte des Leiterbandes die gewünschte herausgebogene Form bekommen.
[0010] Das Herstellen der Kühlkanalelemente erfolgt vorzugsweise mittels einer Sägemaschine,
die mit mehreren Sägeblättern mit zwei verschiedenen Durchmessern arbeitet. Die Sägeblätter
sind abwechselnd mit den beiden vorkommenden Durchmessern koaxial nebeneinander auf
einer Welle angeordnet, die im Verhältnis zu einer Stützebene, auf der die Isoliermaterialscheiben
für die Kühlkanalelemente vorgeschoben werden, gehoben und gesenkt werden kann. Die
Höhenlage der Welle wird dabei in Abhängigkeit von der Lage der Isoliermaterialscheibe
auf der Stützebene gesteuert. Diese Steuerung erfolgt vorzugsweisemit Hilfe eines
Prozessors. Durch dieses Verfahren kann das Profil des Kühlkanalelementes beliebig
geändert werden und allen gewünschten Formen angepaßt werden. Beim Wickeln der Wicklung
braucht man dann nur die Reihenfolge der Kühlkanalelemente zu berücksichtigen um die
gewünschte Form der Wicklung zu erhalten.
[0011] Anhand der in den Figuren gezeigten Ausführungsbeispiele soll die Erfindung näher
erläutert werden. Es zeigen
Figur 1 schematisch einen Schnitt durch einen Teil eines Transformators gemäß der
Erfindung,
Figur 2 in Seitenansicht ein Ausführungsbeispiel eines Kühlkanalelementes für einen
Transformator gemäß Figur 1,
-Figur 3 einen Schnitt durch das Kühlkanalelement längs der Linie III - III in Figur
2,
Figur 4 einen Schnitt durch das Kühlkanalelement längs der Linie IV - IV in Figur
2,
Figur 5 in Seitenansicht das Kühlkanalelement nach Figur 2 nach dem Weichmachen seiner
dickeren Randbereiche,
Figur 6 schematisch in Seitenansicht eine Sägemaschine zum Sägen von Kühlkanalelementen
nach Art der Figuren 2 bis 5,
Figur 7 eine Vorderansicht des oberen Teils der Sägemaschine gemäß Figur 6.
[0012] Figur 1 zeigt einen Teil eines Transformatorkerns mit Schenkel 1 sowie oberem und
unterem Joch 2 bzw. 3. Konzentrisch um den Schenkel 1 sind eine Innenwicklung 4 und
eine Außenwicklung 5 angeordnet. Die Wicklungen bestehen aus in vielen Windungen gewickelter
Aluminium- oder Kupferfolie 6 bzw. 7, deren Dicke zwischen 0,01 und 3 mm liegen kann.
Zwischen den Windungen liegt ein Film aus geeignetem Isoliermaterial, beispielsweise
Polyäthylenglykolterephtalat, dessen Dicke beispielsweise zwischen 0,01 und 0,1 mm
liegen kann. Die Innenwicklung 4 ist auf einen Wicklungszylinder 8 gewickelt, der
beispielsweise aus glasfaserarmiertem Polyester oder metallischem Material, wie z.B.
Aluminium,bestehen kann. Die Außenwicklung 5 ist auf die Innenwicklung mit einem zwischenliegenden
Isolationsspalt gewickelt, in dem Rippen 9 aus Preßspan, Bakelit oder glasfaserarmiertem
Polyester parallel zur Achse der Wicklungen angeordnet sind. Der Eisenkern des Transformators
mit den Wicklungen ist in einem mit Isolierflüssigkeit, z.B. Öl, gefüllten Transformatorkessel
angeordnet. Die Wicklungen werden dadurch gekühlt, daß die Isolierflüssigkeit durch
Kühlkanäle in den Wicklungen zirkuliert, die von Kühlkanalelementen gebildet werden,
welche zwischen je zwei benachbarten Windungen des Leiterbandes in verschiedenen radialen
Abständen von der geometrischen Achse der Wicklungen angeordnet sind. In Figur 1 werden
nur die Kühlkanalelemente 10 bis 14 in der Außenwicklung 5 gezeigt.
[0013] Die Figuren 2 bis 5 zeigen den Aufbau des Kühlkanalelementes - 13. Die übrigen Kühlkanalelemente
in der Außenwicklung sind in gleicher Weise aufgebaut. Das gezeigte Kühlkanalelement
13 ist hergestellt aus einer rechteckigen, ursprünglich ebenen Preßspanscheibe mit
einer Dicke h von beispielsweise 8 mm, einer Breite von beispielsweise 0,5 m und einer
Länge, die mindestens die Breite der Leiterfolie, beispielsweise 2 m, hat. Die eine
Breitseite der Preßspanscheibe ist derart auf Profil gearbeitet, z.B. gesägt, daß
die Scheibe eine nach ihren beiden Schmalseiten 15, 16 hin zunehmende Dicke bekommt.
Auf beiden Breitseiten der Scheibe sind parallele Nuten 17 eingearbeitet, welche Kühlkanäle
bilden. Die Nuten 17 auf den beiden Breitseiten der Scheibe liegen sich paarweise
genau gegenüber und reichen von einer Schmalseite 15, 16 der Scheibe zur anderen.
Das verbliebene Material an den Seiten der Nuten 17 bildet die Distanzelemente 18)
während das verbliebene Material am Boden der Nuten die Verbindungsstücke 19 bildet.
Um das Biegen der Kühlkanalelemente bei ihrer Anbringung in der Wicklung zu erleichtern,
sind die dickeren Randbereiche der Elemente durch Anbringung von durchgehenden Nuten
20 an den Enden jedes zweiten Verbindungsstückes 19 aufgefranst. Diese Randbereiche
werden außerdem dadurch weichgemacht, daß sie durch Weichmacherwalzen geschoben werden,
wonach sie leicht die in Figur 5 gezeigte Form annehmen können.
[0014] Die Figuren 6 und 7 zeigen schematisch eine Säge zum Sägen von Kühlkanalelementen
der in den Figuren 2 bis 5 gezeigten Art. Die Säge hat ein festes Stativ mit einem
horizontalen Stativteil 21 und 'einem hierauf angeordneten vertikalen Stativteil 22.
In dem horizontalen Stativteil 21 sind mehrere Stützrollen 23 gelagert, auf welchen
die für die Herstellung von Kühlkanalelementen vorgesehenen Isolierscheiben beim Sägen
vorgeschoben werden. Die Säge ist mit einer großen Anzahl von Sägeblättern 24,
'25 versehen, die zwei verschiedene Durchmesser haben. Die Sägeblätter sind koaxial
nebeneinander auf einer Welle 26 befestigt, auf der auch eine Riemenscheibe 27 sitzt,
über die die Welle mittels eines Keilriemens 28 von einem Motor 29 angetrieben wird.
Die einen von zwei Durchmessern aufweisender Sägeblätter sind abwechselnd auf der
Welle 26 angebracht, so daß benachbarte Sägeblätter 24, 25 stets verschiedene Durchmesser
haben. Die Welle 26 ist in einem auf dem vertikalen Stativteil 22 vertikal verschiebbaren
Halter gelagert. Dieser Halter umfaßt zwei vertikale Träger 30, 31 und ein die Träger
zusammenhaltendes Blech 32. Jeder Träger 30, 31 trägt an seiner einen Seite eines
der Lager für die Welle 26 mit den Sägeblättern. An seiner anderen Seite ist jeder
Träger mit einer runden Welle 33 bzw. 34 versehen, die sich längs des zugehörigen
Trägers erstreckt und an diesem Träger fest fixiert ist. Diese Wellen sind an ihren
beiden Enden in Kugelbuchsen 35, 36 bzw. 37, 38 gelagert, die an dem vertikalen Stativteil
22 fest fixiert sind.
[0015] Das bewegliche Blech 32 ist.über eine Stellschraube 39 mit einem Scheibenmotor 40
verbunden, der über Anschlußleitungen 41 durch einen Prozessor derart gesteuert wird,
daß die Höhenlage der Sägeblätter in Abhängigkeit von der Lage der zu bearbeitenden
Isoliermaterialscheibe auf den Stützrollen 23 automatisch auf vorbestimmte Weise geändert
wird. Mit einer Säge, bei der die Welle mit den Sägeblättern in der,genannten Weise
gehoben und gesenkt werden kann, kann das Profil der Kühlkanalelemente beliebig geändert
und den Kundenwünschen angepaßt werden. Dadurch kann man auf verhältnismäßig einfache
Weise die richtige Form für eine Transformatorwicklung mit herausgebogenen Endabschnitten
erhalten.
1. Mit Isolierflüssigkeit gekühlter Transformator oder gekühlte Drossel, bestehend
aus einem aus magnetischem Material hergestellten Kern mit mindestens einem Schenkel
(1) und Jochen (2, 3), aus mindestens einer im wesentlichen konzentrisch auf dem Schenkel
angeordneten Wicklung (5), die aus mehreren aufeinandergewickelten Windungen eines
Bandes aufgebaut ist, das aus einer Metallfolie und einem wenigstens auf einer Seite
der Metallfolie vorhandenen Isolierfilm zusammengesetzt ist, wobei das Band bei wenigstens
einem Teil der Windungen so geformt ist, daß die Randbereiche des Bandes einen anderen
Abstand von der geometrischen Achse der Wicklung haben als der mittlere Bereich des
Bandes der betreffenden Windungen, und aus wenigstens einem Kühlkanalelement (13),
das zwischen zwei aufeinanderfolgenden Windungen oder Teilen von Windungen des Bandes
oder innerhalb der innersten Windung des Bandes der Wicklung angeordnet ist, wobei
das Kühlkanalelement (13) mehrere miteinander verbundene langgestreckte, parallele
und mit Abstand voneinander in seitlicher Richtung (Umfangsrichtung) angeordnete Distanzelemente
(18) enthält, welche die beiden Windungen bzw. die Teile der Windungen des Bandes
derart auf Abstand voneinander halten, daß zwischen diesen Windungen bzw. innerhalb
der innersten Windung des Bandes Kanäle (17) zum Transport von Isolierflüssigkeit
von der einen axialen Endfläche der Bandwicklung zur anderen gebildet werden, dadurch
gekennzeichnet, daß das Distanzelement (18) des Kühlkanalelementes (13) eine in Richtung
auf die axialen Endflächen der Wicklung zunehmende Dicke hat.
2. Transformator oder Drossel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Distanzelemente
(18) in seitlicher Richtung (Umfangsrichtung) durch Verbindungsstücke (19) miteinander
verbunden sind, welche von beiden benachbar ten Windungen auf Abstand, und zwar vorzugsweise
in der Mitte zwischen den beiden benachbarten Windungen angeordnet sind.
3. Transformator oder Drossel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß
das Kühlkanalelement (13) aus einer biegsamen Isoliermaterialscheibe besteht, in die
auf beiden Breitseiten Nuten (17) eingearbeitet sind, während das seitlich der.Nuten
verbleibende Material die Distanzelemente (18) bildet und das am Boden der Nuten verbleibende
Material die Verbindungsstücke (19) bildet.
4. Verfahren für die Herstellung eines Transformators oder einer Drossel nach einem
der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlkanalelemente (13) aus
einer rechteckigen Preßspanscheibe dadurch hergestellt werden, daß die eine Breitseite
der Scheibe derart, z.B. durch Sägen, mit einem Profil versehen wird, daß die Scheibe
in den Bereichen längs zweier gegenüberliegender paralleler Schmalseiten eine in Richtung
auf die genannten Schmalseiten zunehmende Dicke erhält, daß parallele Nuten (17) für
Kühlkanäle, die sich von der einen bis zu der anderen der genannten Schmalseiten erstrecken,
auf beiden Seiten der Scheibe eingearbeitet, z.B. eingesägt, werden und daß die beiden
dickeren Randabschnitte der Scheibe durch mechanische Behandlung weichgemacht werden.
5. Anordnung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß auf einer Welle (26) mehrere zur Bearbeitung von Isoliermaterialscheiben zu Kühlkanalelementen
vorgesehene Sägeblätter (24, 25) mit zwei verschiedenen Durchmessern abwechselnd koaxial
nebeneinander angebracht sind, daß die Welle (26) im Verhältnis zu einer Stützebene,
auf der die Isoliermaterialscheiben transportiert werden, gehoben und gesenkt werden
kann, und daß Organe vorhanden sind zur automatischen Steuerung der Höhenlage der
Welle (26) in vorbestimmter Weise in Abhängigkeit von der Lage der Isoliermaterialscheibe
auf.der Stützebene. 6. Anordnung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Welle (26) mit den Sägeblättern (24, 25) in einem verschiebbar an einem Stativ angeordneten
Halter (30, 31, 32) gelagert ist, der mit einer mittels eines Prozessors gesteuerten
Stellschraube (39) verbunden ist.