(19)
(11) EP 0 058 971 A2

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
01.09.1982  Patentblatt  1982/35

(21) Anmeldenummer: 82101302.6

(22) Anmeldetag:  19.02.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3E04B 1/36, E01D 19/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 20.02.1981 DE 3106402

(71) Anmelder: Vorspann-Technik GmbH
D-4030 Ratingen 1 (DE)

(72) Erfinder:
  • Topaloff, Boris, Dr.Ing.
    D-4000 Düsseldorf (DE)
  • Poier, Peter, Dip.-Ing.
    D-4030 Ratingen-Tiefenbroich (DE)
  • Hinz, Karl-Otto
    D-4030 Ratingen 6 (DE)

(74) Vertreter: Lewinsky, Dietrich et al
Gotthardstrasse 81
D-8000 München 21
D-8000 München 21 (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Elastomeres Topflager für Bauwerke


    (57) Elastomeres Topflager für Bauwerke, insbesondere Brücken, mit einem Topf und einem in ihn eingreifenden Deckel sowie einem zwischen ihnen eingeschlossenen, den verformbaren Teil des Lagers bei dessen Beanspruchung bildenden Elastomer-Lager, dessen Elastomer-Schicht an ihren frei umlaufenden Stirnflächen konkav ausgebildet ist und dessen beidseitige Stahlplatten über den an sie angrenzenden Rand der Elastomer-Schicht hinausragen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein elastomeres Topflager für Bauwerke, insbesondere Brücken, mit einem Topf und einem in ihn eingreifenden Deckel sowie einer zwischen ihnen eingeschlossenen, den verformbaren Teil des Lagers bei dessen Beanspruchung bildenden Elastomer-Scheibe. Solche Topflager dienen bekanntlich der Aufnahme der vertikalen Auflast, z.B. einer Brücke, der Aufnahme von Verdrehungen des Auflagerpunktes, von Horizontalverschiebungen und von Horizontalkräften, wenn das Lager als Festpunkt des betreffenden Bauwerkes wie einer Brücke geplant ist.

    [0002] Bisher bekannte Topflager dieser Art bestehen aus einem Zylindertopf mit einem Deckel. In dem Zylindertopf liegt eine kreisrunde Elastomer-Scheibe, die den verformbaren Teil des Lagers ausmacht. Bei Beanspruchung des Topflagers durch das Gewicht der Brücke drückt der Deckel auf die Elastomer-Scheibe, die nicht ausweichen kann, da sie in dem Topf eingeschlossen ist. Es stellt sich ein Spannungszustand in der Elas tomer-Scheibe, ähnlich dem einer eingeschlossenen Flüssigkeit ein. Bei Beanspruchung durch eine Verdrehung des Auflagerpunktes der Brücke verformt sich die Elastomer-Scheibe keilförmig, indem die eine Hälfte keilförmig dicker und die andere Hälfte keilförmig dünner wird. Auch auf die Verdrehung ist das Modell der eingeschlossenen Flüssigkeit übertragbar. Diese Funktionsweise ist jedoch nur dann möglich, wenn gewährleistet ist, daß am Scheibenrand das Elastomer nicht in den Spalt zwischen der Innenwand des Zylindertopfes und dem Deckel gepreßt wird. An dem Modell der eingeschlossenen Flüssigkeit bedeutet das, daß der Deckel am Druckzylinder dicht abschließen muß.Die aufzunehmende Verdrehung erfordert aber eine Mindestbreite des Spaltes zwischen Deckel und Zylindertopf.

    [0003] Dieses Problem hat man bisher mit Hilfe von Dichtungsbändern, die im Randbereich der Elastomer-Scheibe eingelegt werden, zu lösen versucht. Es werden verschiedene Varianten von Dichtungsbändern verwendet wie z.B. Bänder aus Metall oder Kunststoff, Bänder mit rechteckigen oder winkelförmigen Querschnitten oder Bänder als Ketten, die aus einzelnen miteinander verbundenen Kettengliedern bestehen. Diese Dichtungsbänder bleiben jedoch immer ein schwacher Punkt des Topflagers. Bei hoher Belastung versagen als erstes die Dichtungsbänder. Besonders bei den wiederholten Verdrehungen schleift der Scheibenrand entlang der Zylinderwand und wird in dem Spalt zwischen Zylinderwand und Deckel eingeklemmt und zerstört.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein elastomeres Topflager der eingangs definierten Art so auszugestalten, daß die eingefügte Elastomer-Scheibe nicht in den Spalt zwischen Topfwandung und Deckel einklemmen und zerstört oder sonstwie in ihrer Funktionsweise beeinträchtigt werden kann.

    [0005] Diese Aufgabe ist bei einem solchen elastomeren Topflager erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Elastomer-Scheibe beidseitig mit je einer Stahlplatte durch Vulkanisation verbunden und so als bewehrtes Elastomer-Lager ausgebildet ist, dessen beidseitigen Stahlplatten über den an sie angrenzenden Rand der Elastomer-Schicht hinausragen. Aufgrund dieser Ausbildung kann die Elastomer-Schicht nicht in den Spalt zwischen Topfinnenwandung und Deckel eindringen. Dies wird in noch erhöhterem Maß dadurch verhindert, daß die frei umlaufenden Stirnflächen der Elastomer-Schicht konkav ausgebildet sind. Hierbei kann das bewehrte Elastomer-Lager einschichtig oder für größere Verdrehungen auch mehrschichtig ausgebildet sein.

    [0006] Es ist zwar bereits ein elastomeres Topflager bekannt (DE-OS 1 806 628), bei dem die Elastomer-Schicht gegenüber Topf und Deckel zurückversetzt ist. Aufgrund dieser Maßnahme ist jedoch bei hoher Belastung des Lagers keine sichere Gewähr dafür gegeben, daß kein Elastomer in den Spalt zwischen Topf und Deckel eindringen kann. Bei diesem Topflager ist außerdem das Elastomer-Kissen nicht mit beidseitigen aufvulkanisierten Stahlplatten ausgerüstet.

    [0007] Auch bei einem ferner bekannten Gummilager ("Der Bauingenieur", 39 (1964), Heft 2, Seite 63 Abb. 29) sind mit ihm die beidseitigen Stahlplatten nicht vulkanisiert, demnach kein Bestandteil desselben und dienen daher auch nicht dessen Bewehrung. Vielmehr sind die beiden Stahlplatten dort Bestandteil der stählernen Festhaltekonstruktion.

    [0008] Die Stahlplatten des bewehrten Elastomer-Lagers lassen einem Topflager gemäß der Erfindung einen geringen Spalt zur Topfwand frei, damit bei Verdrehungen keine Klemmkräfte entstehen. Durch den Ersatz der Elastomer-Scheibe durch ein bewehrtes Elastomer-Lager mit den Konstruktionsmerkmalen der überkragenden Stahlplatten und evtl. konkaven Stirnflächen wird das Problem der Dichtigkeit gelöst und damit der schwache Punkt der bisherigen Ausführungsform beseitigt, denn das Elastomer kommt nicht mehr in Berührung mit dem Spalt zwischen Topfwandung und den Bewehrungsplatten bzw. Deckel und läuft nicht Gefahr, in den Spalt eingeklemmt zu werden. Die Funktionsweise der eingeschlossenen Flüssigkeit wird von dem Elastomer auch bei dieser Bauart beibehalten, sie wird aber durch die Bewehrungsplatten erzwungen und ist nicht auf eine komplizierte Dichtung angewiesen.

    [0009] Bei Belastung des Lagers wölbt sich die Randfläche des Lagers aus, ohne die Topfwand und den Spalt zwischen Topfwand und Stahlplatte zu erreichen. Erst bei größerer Belastung erreicht die Auswölbung den Topfrand, der dann ein weiteres Auswölben vermeidet. Es entsteht dadurch bei hohen Belastungen eine zusätzliche Einfassung des Elastomers, ohne daß dabei das Elastomer den Spalt zwischen Topf und Stahlplatte bzw. Deckel erreicht und eventuell hier eingeklemmt wird.

    [0010] In der Zeichnung ist ein elastomeres Topflager der erfindungsgemäßen Art in einer beispielsweise gewählten Ausführungsform in einem , abgerissenen Querschnitt schematisch veranschaulicht. Es zeigen:

    Fig. 1 das Topflager in unbelastetem Zustand und

    Fig. 2 das Topflager in belastetem Zustand.



    [0011] Das hier für ein solches elastomeres Topflager verwendete bewehrte Elastomer-Lager ist so ausgebildet, daß die frei umlaufenden Stirnflächen 1 der Elastomer-Scheibe 2 konkav ausgebildet sind und deren beidseitigen Stahlplatten 3 über den an sie angrenzenden Rand 4 der Elastomer-Schicht 2 hinausragen. Dieses so ausgebildete Elastomer-Lager sitzt zwischen dem Zylindertopf 5 und dem in ihm eingreifenden Deckel 6. Solange dieses Topflager unbelastet ist (Fig. 1), behält die umlaufende Stirnfläche 1 der Elastomer-Schicht 2 ihre konkave Gestalt. Wird das Lager nun aber belastet (Fig. 2), wird die Stirnfläche 1 der Elastomer-Schicht 2 - beginnend aus ihrer Ausgangslage 1' - allmählich nach außen gewölbt, bis sie - bei großer Belastung des Lagers - in ihrer Endlage 1" zur Anlage an die innere Zylinderwandung des Topfes gelangt. Wenn auch bereits in den meisten Fällen genügt, daß die Stahlplatten, nämlich die untere Stahlplatte 3 über den an sie angrenzenden Rand 4 der Elastomer-Schicht 2 des bewehrten Elastomer-Lagers hinausragt, um ein Eindringen von Elastomermaterial in den Spalt 7 zwischen Topf 5 und Deckel 6 zu verhindern, wird dies umso mehr erreicht durch die konkave Ausbildung der frei umlaufenden Stirnflächen 1 der Elastomer-Schicht 2 des Elastomer-Lagers.


    Ansprüche

    1. Elastomeres Topflager für Bauwerke, insbesondere Brücken, mit einem Topf und einem in ihn eingreifenden Deckel sowie einer zwischen ihnen eingeschlossenen, den verformbaren Teil des Lagers bei dessen Beanspruchung bildenden Elastomer-Scheibe, dadurch gekennzeichnet, daß die Elastomer-Scheibe (2) beidseitig mit je einer Stahlplatte (3) durch Vulkanisation verbunden und so als bewehrtes Elastomer-Lager ausgebildet ist, dessen beidseitigen Stahlplatten (3) über den an sie angrenzenden Rand (4) der Elastomer-Schicht (2) hinausragen.
     
    2. Topflager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die frei umlaufenden Stirnflächen (1) der Elastomer-Schicht (2) konkav ausgebildet sind.
     
    3. Topflager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das bewehrte Elastomer-Lager mehrschichtig ausgebildet ist.
     




    Zeichnung