[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Stapelfaserschneidmaschine gemäß dem Oberbegriff
des Anspruchs 1.
[0002] Bei den in den Fig. 1 und 2 der Hauptanmeldung dargestellten Ausführungsbeispielen
wird der Messerträger durch einen Motor angetrieben. Das Andrückorgan hat keinen eigenen
Antrieb, sondern wird durch Haftreibung mitgenommen, indem es sich auf dem Wickel
abwälzt, der sich in stationärem Betrieb auf dem Wickelkern befindet. Auf diese Weise
paßt sich seine Umdrehungsgeschwindigkeit selbsttätig der Umdrehungsgeschwindigkeit
des Messerträgers an, so daß zwischen dem Kabel und dem Andrückorgan keine gleitende
Bewegung besteht. Dadurch ist die Gleitreibung im stationären Betrieb völlig ausgeschaltet.
[0003] Das Letztere gilt aber nicht für die Phase des Anfahrens. Beim Anfahren der Maschine
wird zunächst der Messerträger auf hohe Drehzahl gebracht. Da zunächst noch kein Wickel
vorhanden ist, bleibt das Andrückorgan in Ruhe. Erst nach Einlegen des Kabels beginnt
der sich aufbauende Wickel, das Andrückorgan aus der Ruhe auf die Betriebsgeschwindigkeit
zu beschleunigen. Dabei tritt ähnlich wie bei einer Reibungskupplung kurzzeitig eine
starke Gleitreibung auf. Bei hohen Geschwindigkeiten kann die Wärmeentwicklung so
groß sein, daß das Fasermaterial erweicht und zusammenbackt. Dadurch kann das Anfahren
erschwert oder sogar unmöglich gemacht werden.
[0004] Dieses Problem besteht grundsätzlich auch bei herkömmlichen Stapelfaserschneidmaschinen,
z.B. gemäß US-PS 4,014,231. Es tritt aber bei der Maschine gemäß der Hauptanmeldung
in besonders starkem Maße hervor, da bei dieser Maschine der Winkelbereich, in dem
das Andrückorgan mit dem Wickel in Berührung steht, gegenüber vorbekannten Maschinen
in an sich wünschenswerter Weise vervielfacht ist. Daher ist die Einwirkzeit der Reibung
größer und die Kühlung durch die Umgebungsluft geringer als bei den herkömmlichen
Maschinen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Stapelfaserschneidmaschine gemäß dem
Oberbegriff des Anspruchs 1 weiter auszubilden, so daß beim Anfahren zwischen Wickel
und Andrückorgan keine Gleitreibung auftritt.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch das kennzeichnende Merkmal des Anspruchs
1 gelöst.
[0007] Das Andrückorgan kann also in Umdrehung versetzt werden, ohne daß ein Wickel vorhanden
ist. Indem man es vor Ein-. legen des Kabels auf die gleiche Drehzahl bringt wie den
Messerträger, vermeidet man beim Anfahren jegliche Gleitreibung.
[0008] Die Erfindung ist in Kombination mit der Erfindung gemäß der Hauptanmeldung besonders
wichtig und vorteilhaft. Sie kann aber auch bei anderen Stapelfaserschneidmaschinen
nützlich sein. Daher wird für die Erfindung auch selbständiger Schutz beansprucht.
[0009] Für die technische Realisierung der Erfindung stehen dem Fachmann ohne weiteres zahlreiche
Möglichkeiten zur Verfügung. Einige Beispiele sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0010] Zur Veranschaulichung der Erfindung dient die Zeichnung, in der der Einfachheit halber
zwei Ausführungsbeispiele vereint sind.
[0011] An einem nur teilweise angedeuteten feststehenden Maschinengestell 1 ist mit einem
Gelenkzapfen 2 und einer öse 3 eine Platte 4 befestigt, die aus der dargestellten
horizontalen Betriebsstellung in Richtung des Pfeiles 5 um etwa 90° oder mehr verschwenkbar
ist. In einer Öffnung der Platte 4 sitzt das zylindrische Lagergehäuse 7, dessen kragenartiger
Ansatz durch Schrauben 8 mit der Platte 4 fest verbunden ist. In dem Lagergehäuse
7 ist mit Lagern 9, 10 eine Welle 11 gelagert, die durch einen am oberen Ende des
Lagergehäuses 7 angeflanschten Motor 12 antreibbar ist. Auf dem nach unten weisenden
Ende der Welle 11 sitzt der Messerträger 13, aus dem die Messer 14 radial nach außen
vorstehen. Ihre Schneiden sind nach oben gerichtet. Die Mantelfläche des Messerträgers
13 ist oberhalb der von den Messerschneiden aufgespannten Ebene als Kugelzone ausgebildet.
Der Mittelpunkt 15 der zugehörigen Kugel stimmt mit dem Mittelpunkt der oberen Stirnfläche
des Messerträgers 13 überein.
[0012] An dem Messerträger 13 ist mit mindestens einer Schraube 16 sowie mit Paßstiften
17 das Bauteil 18 befestigt. Dieses besteht aus einer ringförmigen Nabe 19, einer
dazu koaxialen Trommel 20 und drei in gleichmäßigen Winkelabständen von 120° angeordneten
Speichen 21, die die Nabe 19 mit der Trommel 20 verbinden. Zwischen Nabe 19 und Messerträger
13 ist ein Ring 22 eingespannt, der mit z.B. zweiundsiebzig gleichmäßig auf dem Umfang
verteilten radialen Schlitzen versehen ist. In den Schlitzen sitzen die inneren Enden
der Messer 14. Ein Stützring 23 sichert die Messer 14 in ihrer radialen Lage. Auf
der oberen Stirnfläche der Trommel 20 sitzt als Gegenstück zu dem Ring 22 in derselben
Ebene ein Ring 24, der entsprechende radiale Schlitze zur Aufnahme der äußeren Messerenden
aufweist. Der Ring 24 ist zwischen der Trommel 20 und einem weiteren Ring 25 eingespannt,
der durch Schrauben 26 und Paßstifte 27 fest mit der Trommel 20 verbunden ist. Der
Ring 25 übergreift nach Art eines überwurfringes die äußeren Messerenden. Die der
kugeligen Mantelfläche des Messerträgers 13 zugewandte Innenfläche des Ringes 25 ist
als konzentrische Hohlkugelzone ausgebildet. Dazwischen befindet sich ein Ringkanal
28.
[0013] Ein Andrückring 29, der mittels schiefgestellter Lager 30 um eine zur geometrischen
Achse der Welle 11 geneigte, diese im Kugelmittelpunkt 15 schneidende Achse 31 frei
drehbar ist, taucht auf der in der Zeichnung rechts liegenden Seite mit geringem seitlichem
Spiel in den Ringkanal 28 bis in die Nähe der Messerschneiden 1. Auf der linken Seite
bleibt infolge der Schiefstellung ein Spalt für das tangential einlaufende Kabel offen.
Zumindest in der Nähe der den Messern 14 zugekehrten Stirnfläche sind die Außenfläche
und die Innenfläche des Andrückringes 29 den kugeligen seitlichen Begrenzungsflächen
des Ringkanals 28 angepaßt. An der Platte 4 ist mit nicht dargestellten einfachen
Mitteln ein Motor 32 befestigt. Seine geometrische Achse ist parallel zur Achse 31
des Andrückorgans 29. Auf der Welle des Motors sitzt ein Reibrad 33, das an der Umfangsfläche
des Andrückorgans 29 und des Lagerringes 34, an dem das Andrückorgan befestigt ist,
angreift. Der Motor 32 ist um eine die Zeichnungsebene durchdringende Achse in Richtung
des Pfeiles 35 verschwenkbar und in der verschwenkten Stellung arretierbar. In dieser
Stellung ist also das Andrückorgan 29 von dem Motor 32 abgekuppelt.
[0014] Bevor die Maschine in Betrieb gesetzt wird, ist der Motor 32 mit dem Reibrad 33 in
die in der Zeichnung dargestellte Stellung zu bringen. Der Motor 32 wird eingeschaltet,
so daß bei ebenfalls eingeschaltetem Motor 12 das Andrückorgan 29 etwa mit der gleichen
Drehzahl rotiert wie-der Messerträger 13. Die Relativgeschwindigkeit zwischen Andrückorgan
29 und Messerträger 13 ist daher in Umfangsrichtung praktisch Null. Legt man nun in
den Ringkanal 28 ein Kabel ein, so wird das Kabel allseitig mit der gleichen Geschwindigkeit
erfaßt. Die schädliche Gleitreibung zwischen dem Kabel und dem Andrückorgan 29 tritt
nicht auf. Sobald sich die für den stationären Betrieb charakteristische Fadenmenge
in dem Ringkanal 28 befindet, wird das Andrückorgan 29 durch die zwischen ihm und
dem Wickel wirkende Haftreibung mitgenommen. Der Motor 32 mit dem Reibrad 33 kann
gemäß Pfeil 35 verschwenkt und abgeschaltet werden.
[0015] Ein anderes Ausführungsbeispiel der Erfindung ist der Einfachheit halber in derselben
Zeichnung dargestellt, obwohl dabei natürlich in Wirklichkeit der Motor mit dem Reibrad
entfällt. In der in der Zeichnung oben liegenden Stirnfläche des Messerträgers 13
sitzen in Umfangsnähe in gleichen Winkelabständen mehrere Magnete 36, die nur grob
schematisch dargestellt sind. Ein Ring 37, der an der Unterseite des Lagerringes 34
fest geschraubt ist und auch zur Einkapslung der Lager 30 dient, ist mit entsprechenden
Gegenstücken 38 aus ferromagnetischem Material bestückt. Es versteht sich, daß je
nach Form und Anordnung der Magnete 36 und der Gegenstücke 38 der Messerträger 13
und/oder der Ring 37 ganz oder teilweise aus einem nicht ferromagnetischem Material
bestehen.
[0016] Bei diesem Ausführungsbeispiel wird das Andrückorgan 29 durch die Wirkung der Magnete
beim Anfahren mitgenommen und auf Drehzahl des Messerträgers 13 gebracht. Sobald der
stationäre Betriebszustand erreicht ist, ist die Wirkung der Magnete ohne Bedeutung.
1. Stapelfaserschneidmaschine zum kontinuierlichen Schneiden von Kabeln aus künstlichen
Fäden,
mit einem rotationssymmetrischen Messerträger,
mit mehreren auf dem Umfang verteilten, aus dem Messerträger herausstehenden Messern,
mit einem auf den herausstehenden Enden der Messer befestigten Ring, der zusammen
mit der Oberfläche des Messerträgers vor den Messerschneiden einen Ringkanal bildet,
mit einem Andrückorgan, das auf einem Teil des Umfangs nahezu bis zu den Messerschneiden
mit geringem seitlichem Spiel in den Ringkanal eintaucht und auf einem anderen Teil
des Umfangs einen Einlaufspalt für das Kabel freigibt und das um eine zur Achse des
Messerträgers geneigte Achse mit einer der Umdrehungsgeschwirr digkeit des Messerträgers
angepaßten Geschwindigkeit drehbar ist, insbesondere gemäß Patentanmeldung P 29 39
154.6-26, wobei
die Oberfläche des Messerträgers als Kugelzone und die ihr zugekehrte Fläche des Ringes
zumindest annähernd als konzentrische Hohlkugelzone ausgebildet ist, zumindest die
in den Ringkanal eintauchende Zone des Andrückorgans den kugeligen Flächen des Messerträgers und des Ringes angepaßt ist,
und die Achse des Andrückorgans die Achse des Messerträgers im Mittelpunkt der Kugelzone
schneidet,
dadurch gekennzeichnet, daß das Andrückorgan (29) im Leerlauf antreibbar ist.
2. Stapelfaserschneidmaschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch einen zusätzlichen
Motor (32) für das Andrückorgan (29).
3. Stapelfaserschneidmaschine nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Motor
(32) mit einem am Umfang des Andrückorgans (29) angreifenden Reibrad (33) versehen
ist.
4. Stapelfaserschneidmaschine nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß
das Andrückorgar (29) von dem Motor (32) abkuppelbar ist.
5. Stapelfaserschneidmaschine nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch Mitnehmerorgane,
die am Messerträger 03) und/oder am Andrückorgan (29) angeordnet sind.
6. Stapelfaserschneidmaschine nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß als Mitnehmerorgane
Magnete (36, 38) vorgesehen sind.