[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Ultraschallapplikator gemäß den Merkmalen des
Oberbegriffs des Patentanspruchs 1.
[0002] Im menschlichen Körper liegen die für eine Ultraschallabtastung interessanten Organe,
wie z.B. Nieren, Schilddrüse, Leber, Herz bzw. bei Frauen auch die weibliche Brust,
in recht unterschiedlichen Tiefen. Damit weisen diese Organe nicht immer optimale
Lage bezüglich des Fokus der abtastenden Ultraschallkeule auf. Dies gilt im Prinzip
für alle Ultraschallapplikatoren mit Direktankopplung an der Körperoberfläche lediglich
über ein Ankoppelgel. Solche Applikatoren sind z.B. normale Compound-Scanner, mechanische
Sektorabtaster und insbesondere auch Ultraschall-Arrays in beliebiger Ausbildung,
wie sie z.B. in dem Aufsatz "Real-Time-Sonographie mit dem Linear-Array-Scanner Multison
400" von V.Zurinski und R.Haerten in der Zeitschrift "Electromedica" 46 (1978) Heft
4, auf den Seiten 141 bis 148 beschrieben sind. Darüber hinaus sind aber auch noch
solche Ultraschallapplikatoren bekannt, bei denen die Schwingerelemente über eine
Wasservorlaufstrecke am Körper angekoppelt werden. Während jedoch das aus dem Prospekt
"VIDOSON 735 SM Ultraschall-Real-Time-Tomograph mit Wasservorlaufstrecke DATA E 441"
aus dem Jahre 1979 vorbekannte Gerät ohne besondere Maßnahmen keine Variation des
Abstandes der Schwingerelemente von der Körperoberfläche innerhalb der Wasservorlaufstrecke
ermöglicht, ist beim Ultraschall-Array der DE-PS 25 29 112 eine solche Abstandsänderung
möglich. Bei letztgenanntem Ultraschallapplikator handelt es sich speziell um einen
Sektor-Scanner, der aufgrund der gekrümmten Auslegung des Ultraschall-Arrays in einem
Sektor zeilenweise abtastet. Es ist eine Verschiebeeinrichtung vorgesehen, die innerhalb
der Wasservorlaufstrecke eine Veränderung des Abstandes zwischen gekrümmtem Array
und Ankoppelstelle am Körper ermöglicht. Hierdurch kann die Spitze des Sektorfeldes
im Innern des Körpers unter gleichzeitiger Verschiebung des gesamten Sektorfeldes
in gewissem Maße geändert werden. Die Lösung der DE-PS 25 29 112 läßt sich einerseits
aber bestenfalls nur auf reine Sektorabtastung anwenden.'Sie ist andererseits auch
relativ kompliziert, weil ein Ultraschallkopf mit Schwingerelementen innerhalb eines
Wasserbades im Gehäuse des Ultraschallapplikators angeordnet und verschoben werden
muß. Wünschenswert. ist eine technisch sehr viel einfachere und zudem auch universell
auf jegliche Art von Ultraschallapplikatoren gemäß Oberbegriff des Anspruchs 1 anwendbare
Lösung.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Ultraschallapplikator gemäß Oberbegriff des Anspruchs
1 dahingehend auszubilden, daß er im Sinne vorstehender Ausführungen einfach und rasch
auf unterschiedliche Tiefenabtastung einstellbar ist.
[0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils
des Anspruchs 1.
[0005] Die Erfindung ermöglicht es, daß dem Ultraschallkopf ein Flüssigkeitssack (mit z.B.
Wasser oder einem den Ultraschall gut leitenden Öl od.dgl.) vorgeschaltet wird, der
den Abstand zwischen schallerzeugenden Schwingerelementen des Ultraschallkopfes und
Körperoberfläche elastisch verändert, wodurch wiederum die Abtasttiefe geändert wird.
Der Flüssigkeitssack ist in einfachster Weise zu montieren und er kann ebenso rasch
wieder demontiert werden, wenn von der Abtastung hautnaher Bereiche (z.B. Schilddrüse,
Nieren, weibliche Brust) auf Abtastung von tiefer liegenden Organen (z.B. Leber, Darm
oder gar Herz) umgeschaltet werden soll. In letzterem Falle erfolgt dann wieder unter
Weglassung des. Flüssigkeitssackes Direktankopplung. In bevorzugter Ausbildung der
Erfindung kann der Flüssigkeitssack durch unterschiedlich starke Aufblasung in seinen
Abmessungen änderbar sein, so daß hierdurch eine weitere Tiefenvariation bei Anwendung
eines solchen Sackes ermöglicht wird.
[0006] Weitere Vorteile und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden-Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels anhand der Zeichnung in Verbindung mit den Unteransprüchen.
[0007] Es zeigen:
Figur 1 einen Ultraschallapplikator gemäß der Erfindung in Ausbildung als Ultraschall-Array
mit dem Schallkopf vorgeschaltetem Flüssigkeitssack in Seitenansicht,
Figur 2 den Applikator der Figur 1 in Frontansicht,
Figur 3 ein Einlageelement für den Flüssigkeitssack.
[0008] In den Figuren 1 und 2 ist das Ultraschall-Array als Ultraschallapplikator mit 1
bezeichnet. Das Ultraschall-Array weist dabei einen Anschluß 2 für ein elektrisches
Signal- und Energieversorgungskabel auf. Der eigentliche Ultraschallkopf ist mit 2
bezeichnet. Er umfaßt applikationsseitig eine Vielzahl von nebeneinander angeordneten
Wandlerelementen 3.
[0009] Dem Ultraschallkopf 2 mit den Wandlerelementen 3 ist ein Flüssigkeitssack 4 vorgeschaltet.
Letzterer besteht aus einer Hülle 5 aus dehnbarem Material, z.B. Naturkautschuk, die
mit einer den Ultraschall gut leitenden Flüssigkeit, insbesondere Wasser oder einem
entsprechenden Öl, gefüllt ist. Im vorliegenden Falle dient als Füllmaterial Wasser,
das mit einem besonderen Mittel auch noch speziell gegen Pilzbefall präpariert ist.
Der Flüssigkeitssack 4 wird mittels eines einfachen Klemmteiles 7, das die in der
Figur 1 dargestellte Form hat, am Ultraschallkopf 2 des Arrays 1 angeklemmt. Das Klemmteil
aus z.B. federndem Kunststoffmaterial, z.B. aus Hart-PVC (Astralon-T-UL), weist zu
diesem Zweck zwei Schnappkeile 8 und 9 auf, die bei Applikation des Flüssigkeitssackes
samt Klemmteil am Array in je einen Schultersteg 10 bzw. 11 am Umfang des Arrays einrasten.
Der Flüssigkeitssack kann also einerseits rasch montiert werden; er kann vom Array
aber auch ebenso einfach und rasch wieder abgenommen werden, dadurch, daß das Klemmteil
mit seinen Schnappkeilen 8, 9 von den Schulterstegen 10, 11 des Arrays abgezogen wird.
[0010] Der Wassersack selbst kann unterschiedlichen Anwendungsbedingungen entsprechend unterschiedliche
Abmessungen aufweisen. Bei ein und demselben Array kann der Flüssigkeitssack durch
entsprechend unterschiedlich starke Wasseraufblasung in seinen Abmessungen in gewissen
Grenzen änderbar sein, so daß hierdurch eine weitere Tiefenvariation bei Anwendung
eines solchen Sackes ermöglicht wird. Zur Einlagerung des jeweiligen Sackes 4 in das.
Klemmteil 7 dient eine Schiene 12, z.B. ebenfalls aus Kunststoff, die die in der Figur
3 dargestellte Form aufweist. Die Schiene 12 ist dabei jeweils im Innern des Flüssigkeitssackes
4 angeordnet, so wie dies z.B. in den Figuren 1 und 2 angedeutet ist.
[0011] Der den Wandlerelementen 3 des Schallkopfes vorgeschaltete Flüssigkeitssack 4 dient
als elastisches Abstandsstück; er variiert je nach seinen Abmessungen die Tiefe, in
der der Fokus der Abtastkeule des Ultraschallkopfes 2 zum Liegen kommt. Bei vorgeschaltetem
Flüssigkeitssack 4 lassen sich also vor allem Organe in hautnahem Bereich abtasten.
Soll auf Abtastung von tiefer liegenden Organen umgeschaltet werden, so wird der Sack
4 wieder entfernt und der Ultraschallkopf 2 mit den Wandlerelementen 3 direkt (lediglich
über das Koppelgel) an der Körperoberfläche angekoppelt.
1. Ultraschallapplikator, mit einem Ultraschallkopf mit wenigstens einem Schwingerelement,
das gegebenenfalls über eine Flüssigkeitsvorlaufstrecke Ultraschallsignale sendet
und Echosignale empfängt, dadurch gekennzeichnet, daß die Flüssigkeitsvorlaufstrecke
die Form eines die Flüssigkeit (6) enthaltenden Sackes (4) hat, der dem oder den Schwingerelementen
(3) am Ultraschallkopf (2) nach Art eines Abstandsstückes mittels eines leicht lösbaren
Befestigungsmittels (7) vorschaltbar ist.
2. Ultraschallapplikator nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß der Flüssigkeitssack
(4) durch unterschiedlich starkes Aufblasen durch die Flüssigkeit in seinen Abmessungen
änderbar ist.
3. Ultraschallapplikator nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet , daß der
Flüssigkeitssack (4) zur elastischen Ankopplung und Abstandseinstellung eine Hülle
(5) aus dehnbarem Material, z.B. Naturkautschuk, umfaßt, in die die Flüssigkeit (6),
z.B. Wasser, eingefüllt ist.
4. Ultraschallapplikator nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet
, daß als leicht lösbares Befestigungsmittel (7) zur Befestigung des Flüssigkeitssackes
(4) am Ultraschallkopf (2) ein Klemmteil dient, das wenigstens zwei Schnappkeile (8,
9) umfaßt, die bei Applikation des Flüssigkeitssackes (4) samt Klemmteil (7) am Ultraschallkopf
(2) in je einen Schultersteg (10, 11) am Umfang des Ultraschallkopfes einrasten.
5. Ultraschallapplikator nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet , daß das Klemmteil
aus federndem Kunststoffmaterial, z.B. aus Hart-PVC (Astralon-T-UL), gefertigt ist.
6. Ultraschallapplikator nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet , daß zur
Einlagerung des jeweiligen Flüssigkeitssackes (4) in das Klemmteil (7) eine Schiene
(12), z.B. ebenfalls aus Kunststoff, dient, die im Innern des Flüssigkeitssackes (4)
angeordnet ist.