[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Nachgerben von Leder mit Oligomeren
auf Acrylbasis.
[0002] Aus US-A-4 150 944 ist ein Verfahren zum Nachgerben von Leder bekannt, bei welchem
als Gerbstoff ein Umsetzungsprodukt eingesetzt wird, das durch Umsetzung eines aus
z. B. Diphenyläther, Phenol und Oleum vorgängig gebildeten Sulfonierungsproduktes
mit z. B. Dimethylolharnstoff oder Formaldehyd erhältlich ist.
[0003] Aus DE-A-2 127 959 ist ebenfalls ein Verfahren zum Nachgerben von Leder bekannt,
bei welchem als Gerbstoff polyampholytische Acrylpolymere verwendet werden, die (a)
saure Carboxylgruppen, (b) basische Aminogruppen, (c) ein sich sich aus z. B. Acrylmonomeren
ableitenden linearen, aus Kohlenstoffatomen bestehenden Polymergerüst und (c) einen
isoelektrischen Punkt im pH-Bereich zwischen 2,5 und 4,5 aufweisen, insbesondere Copolymere
und Terpolymere aus Methacrylsäure und Terpolymere aus Methacrylsäure und quaternären
Ammoniumsalzen wie z. B. Dimethylaminoäthylmethacrylathydrochlorid und gegebenenfalls
Acrylaten wie z. B. Methylmethacrylat und Aethylacrylat verwendet werden, wobei diese
Co- und Terpolymere in Abwesenheit von sulfiten oder Hydrogensulfiten hergestellt
worden sind.
[0004] Ferner ist aus US-A-3 945 792 ein Verfahren zum Nachbehandeln von gegerbtem Leder
mit Füllmitteln, die aus homo- oder copolymeren Acrylsäuren, welche in Abwesenheit
von Sulfiten oder Hydrogensulfiten hergestellt worden sind, z. B. aus einem Copolymer
aus Acrylsäure und Acrylsäureäthylester bestehen, wobei solche Füllmittel zwingend
in Gemisch mit Proteinleim verwendet werden.
[0005] Schliesslich ist aus FR-A-1311 602 auch ein Verfahren zum Nachgerben von Leder bekannt,
bei welchen als Gerbstoff Ammonium- oder Aminsalze von Polymeren aus Acryl- oder Methacrylsäure,
Alkylestern und gegebenenfalls weiteren Comonomeren, wie z. B. Acryl- oder Methacrylnitril,
die ebenfalls in Abwesenheit von Sulfiten oder Hydrogensulfiten hergestellt worden
sind, insbesondere Ammoniumsalze von Copolymeren aus Methacrylsäure und Aethylacrylat
verwendet werden.
[0006] es wurde nun gefunden, dass zum Nachgerben von Leder anstelle des Umsetzungsproduktes
gemäss US-A-4 150 944 ein besonders leicht zugängliches Oligomer mit mindesterns ebenbürtiger,
gerbender Wirkung vorteilhafterweise eingesetzt werden kann und anstelle der Acrylverbindungen
gemäss DE-A-2 127 959, US-A-3 945 792 und FR-A-1 311 602 ein Oligomer auf Acrylbasis
mit einem mittleren Molekulargewicht von höchstens 14 000 auch zu diesem Zweck eingesetzt
werden kann, wobei ein Leder erhalten wird, das eine gute Lichtechtheit, einen kompakten
Narben und einen weichen Griff aufweist.
[0007] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist nun ein Verfahren zum Nachgerben von chromgegerbtem,
gegebenenfalls gefärbtem Leder, bei welchem man das Leder mit einer wässrigen Lösung
behandelt, die als Gerbstoff eine Acrylverbindung enthält, das dadurch gekennzeichnet,
ist, dass man als Gerbstoff ein Oligomer verwendet, dessen durchschnittliches Molekulargewicht
höchstens 14 000 beträgt, wobei das Oligomer unter Einsatz von Sulfiten oder Hydrogensulfiten
hergestellt worden ist und Strukturelemente der Formeln

(4)-SO₃M₁ und gegebenenfalls

aufweist worin X₁-CN, -COOR₁, -OOCR₂ oder -CONHR₃, Y₁-COOH oder -COOM₂, Y₂-CONH₂,
-CH₂OH, -OCH₃ oder -OC₂H₅, Z₁, Z₂ und Z₃ je Wasserstoff, Methyl oder Aethyl, M₁ und
M₂ je ein Amin-, Ammonium- oder Alkalimetall-Kation und R₁, R₂ und R₃ je Alkyl, Hydroxyalkyl
oder Alkoxyalkyl mit insgesamt höchstens 8 Kohlenstoffatomen bedeuten, und das behandelte
Leder fettet und trocknet, wobei vor oder nach dem Fetten das behandelte Leder gegebenenfalls
noch gefärbt wird.
[0008] Die Oligomeren, die Strukturelemente der Formeln (1), (2) und (4) aufweisen, sind
an sich bekannt und z. B. in US-A-3 646 099 als leitfähige und oberflächenaktive Verbindungen
beschrieben. Ebenfalls sind die Oligomeren, die neben den Strukturelementen (1) und
(2) zusätzlich das Strukturelement der Formel (3) enthalten, aus US-A-2 893 977 als
Komponente von Harzzüsammensetzungen mit guten Hafteigenschaften bekannt.
[0009] Obwohl in den beiden genannten Patentschriften die Oligomeren in Gegenwart von Sulfiten
oder Hydrogensulfiten hergestellt werden, weisen sie in einem fall Strukturelemente
der Formel (4) auf, im anderen fall nicht. Aufgrund analytischer Untersuchungen enthalten
Oligomere, die nach beendeter, bekannter Herstellung in Gegenwart von Sulfiten oder
Hydrogensulfiten durch Zusatz von starken Säuren, z. B. Salzsäure, aus ihren wässrigen
Lösungen gefällt werden, keine oder nur Spuren an Strukturelementen der formel (4).
Es muss daher angenommen werden, dass Sulfit oder Hydrogensulfit nach beendeter Herstellung
der Oligomeren in wässriger Lösung ausschliesslich oder mindestens hauptsächlich als
Mischungskomponente und nicht als Strukturelement des Oligomeren in Form der Formel
(4) vorhanden ist. Da mit Salzsäure umgefällte Oligomere bei ihrer Verwendung als
Gerbstoff gleiche Resultate ergeben wie nicht umgefällte Oligomere, bildet die Gegenwart
oder Abwesenheit von Strukturelementen der Formel (4) kein kritisches Merkmal der
erfindungsgemäss verwendeten Oligomeren. Für das erfindungsgemässe Nachgerbverfahren
brauchen aber die verwendeten Oligomeren vor ihrem Einsatz nicht umgefällt zu werden.
[0010] Wesentliches Merkmal der erfindungsgemäss verwendbaren Oligomeren neben der Gegenwart
der Strukturelemente der Formeln (1), (2), gegebenenfalls (3) und gegebenenfalls (4)
das relativ niedrige, durchschnittliche Molekulargewicht, das höchstens 14 000, vor
allem 3 000 bis 12 000, vorzugsweise 3 000 bis 10 000, insbesondere 4 000 bis 9 000
beträgt. Diese relativ niedrigen Molekulargewichte der erfindungsgemäss verwendeten
Oligomeren im Vergleich zu hochmolekularen Polymeren, die z. B. in der Kunststoffindustrie
zur Herstellung von Synthesefasern Verwendung finden, werden durch den Einsatz von
Sulfiten oder Hydrogensulfiten bei der Oligomerherstellung bedingt.
[0011] Aufgrund ihrer durchschnittlichen Molekulargewichte enthalten bevorzugte Oligomere,
die im erfindungsgemässen Verfahren als Gerbstoff eingesetzt werden, je 2 bis 75,
vorzugsweise 5 bis 40, insbesondere 10 bis 25 Strukturelemente der Formeln (1) und
(2) und 0 bis 25, vorzugweise 0 bis 10, insbesondere 0 bis 5 Struktureinheiten der
Formel (3).
[0012] Vor allem kommen im Hinblick auf ihren Einsatz als Gerbstoff Oligomere in Betracht,
die neben den Strukturelementen der Formeln (2), gegebenenfalls (3) und gegebenenfalls
(4) Strukturelemente der Formel

aufweisen, worin X₂-CN, -COOR₄, -OOCR₅ oder -CONHR₅, R₄ alkyl, Hydroxyalkyl oder Methoxyalkyl
mit insgesamt höchstens 4 Kohlenstoffatomen, R₅ Methyl oder Aethyl und R₆ Alkyl mit
1 bis 8 Kohlenstoffatomen oder Hydroxyalkyl mit 1 oder 2 Kohlenstoffatomen bedeuten,
und Z₁ die angegebenen Bedeutungen hat, und insbesondere Strukturelemente der Formel

aufweisen, worin X₃-CN, -COOCH₃, -COOC₂H₅, -COOC₂H₄OH, -COOC₃H₆OH, -COOC₂H₄OCH₃, -OOCCH₃,
-OOCC₂H₅, -CONHCH₃, -CONHC₂H₅, -CONHCH₂OH, -CONHC₃H₇, -CONHC₈H₁₇ bedeutet und Z₁ die
angegebenen Bedeutungen hat.
[0013] Als Gerbstoff besonders geeignete Oligomere weisen Strukturelemente der Formeln

gegebenenfalls

und

auf, worin X₄-CN, -COOCH₃, -COOC₂H₅, -COOC₂H₄OH, -COOC₃H₆OH, -OOCCH₃, -OOCC₂H₅, -CONHCH₃,
-CONHC₂H₅, -CONHC₃H₇ und -CONHC₈H₁₇, Y₃-COOH oder -COOM₄, Y₄-CONH₂, -CH₂OH oder -OCH₃,
M₃ und M₄ je ein Natrium-, Kalium- oder Ammoniumkation und Z₄, Z₅ und Z₆ je Wasserstoff
oder Methyl bedeuten.
[0014] Oligomere, die als Gerbstoff im Vordergrund des Interesses stehen, weisen Strukturelemente
der Formeln

auf.
[0015] Die Herstellung der bekannten Oligomere wird nach an sich bekannten Methoden durchgeführt,
die ebenfalls z. B. in US-A-3 646 099 und US-A-2 893 977 beschrieben sind, indem man
die Verbindungen der Formeln

worin X₁, Y₁, Y₂, Z₁, Z₂ und Z₃ jeweils die angebenen Bedeutungen haben, stets in
Gegenwart der Verbindungen der Formeln

oder

worin M₁ die angegebenen Bedeutungen hat, in wässrigem Medium und gegebenenfalls
in Gegenwart eines Polymerisations-Katalysators bei höchstens 70 °C umsetzt, und bei
dieser Temperatur das wässrige Reaktionsgemisch mit einer Base der Formel

worin M₂ die angegebenen Bedeutungen hat, auf einen pH-Wert von 5 bis 7 einstellt.
[0016] Vorzugsweise werden je 2 bis 75, vor allem 5 bis 40 und insbesondere 10 bis 25 Mol
der Ausgangsmonomeren (5), (6) und gegebenenfalls (7) pro Mol bzw. pro Aequivalent
der Ausgangsverbindungen der Formeln (8) bzw. (9) vorgelegt, wobei in der Regel zuerst
die Komponente (5) und dann die Komponente (6) und gegebenenfalls (7) eingesetzt werden,
um eine Homopolymerisation der im allgemeinen reaktiveren Komponente (6) zu vermeiden,
dann den vorgelegten Monomeren kleine Mengen (z. B. 1/20 bis 1/5 der Totalmenge an
Ausgangsverbindungen der Formeln (5) bis (9) eines Polymerisationskatalysators, wie
Azoisobutylronitril oder vorzugsweise Peroxyde, wie Benzoylperoxyd oder inbesondere
Ammoniumperoxodisulfat (d. h. der Verbindung der Formel (NH₄)₂S₂O₈) der wässrigen
Lösung der Ausgangsverbindungen portionsweise, z. B. in 8 bis 12 Portionen zugesetzt,
oder innerhalb von 5 bis 8 Stunden kontinuierlich zudosiert, wobei eine exotherme
Polymerisationsreaktion einsetzt. Vorteilhafterweise wird das Reaktionsgemisch so
gekühlt, dass die Temperatur von 70 °C, insbesondere 40 °C nicht überschritten wird.
Bei bevorzugten Temperaturen von 50 bis 55 °C ist die Polymerisation in der Regel
4 bis 6 Stunden nach der Katalysatorzugabe beendet. Nach beendeter Polymerisation
wird das Reaktionsgemisch durch Zugabe der Verbindung der Formel (10) unter Kühlen,
so dass die vorstehend angegebene Temperatur nicht überschritten wird, auf einen zweckmässigen
pH-Wert von etwa 5 bis 7, insbesondere 6,1 bis 6,3 eingestellt, wobei eine wässrige,
gelartige Lösung des Copolymers erhalten wird. Nach der Zugabe der Verbindung der
Formel (10) kann nötigenfalls das Reaktionsgemisch zur vollständigen Entfernung von
gegebenenfalls nicht polymerisierten Ausgangsverbindungen, insbesondere von Monomeren
der Formel (5), während 6 bis 10 Stunden unter vermindertem Druck (-10 bis -1 bar)
bei 60 bis 80 °C gehalten werden.
[0017] So werden z. B. zur Herstellung eines Terpolymers, das Strukturelemente der Formeln
(1.2), (2.1), (3.1) und gegebenenfalls (4.1) aufweist, Natrium-, Kalium- oder Ammoniumsulfit
oder -hydrogensulfit als Beispiele spezifischer Vertreter der Ausgangsverbindungen
der Formel (8) oder (9), Acrylnitril, Methacrylnitril, Aethylacrylnitril, Methylacrylate,
Aethylacrylat, Methylmethacrylat, Aethylmethacrylat, Hydroxyäthylacrylat, Hydroxyäthylmethacrylat,
Hydroxypropylacrylat, Hydroxypropylmethacrylat, Methoxyäthylacrylat, Vinylacetat,
Vinylpropionat, N-Methylacrylamid, N-Aethylacrylamid, N-Methylolacrylamid, N-Isopropylacrylamid
oder N-Isooctylacrylamid als Beispiele spezifischer Vertreter des Monomers der formel
(5), Acrylsäure, Methacrylsäure oder α-Aethylacrylsäure als Beispiele spezifischer
Vertreter des Monomers der Formel (6) und Acrylamid, Methacrylamid, Vinylmethyläther
oder Allylalkohol als Beispiele spezifischer Vertreter des Monomers der formel (7)
miteinander mischpolymerisiert und anschliessend mit Natriumhydroxyd, Kaliumhydroxyd
oder Ammoniak als Beispiele spezifischer Vertreter der Base der Formel (10) neutralisiert.
[0018] Beim Nachgerben von chromgegerbtem Leder geht man nach an sich bekannten Methoden
zweckmässig so vor, dass man das Leder mit einer wässrigen Lösung, die mindestens
ein Oligomer der vorstehend angegebenen Art enthält, behandelt, das so gegerbte Material
gegebenenfalls nachspült, und in der Regel anschliessend fettet und trocknet. Wenn
erwünscht, kann vor oder nach der Fettung, jedoch vorzugsweise vor der Fettung eine
Färbung durchgeführt werden, sofern das eingesetzte nachzugerbende Leder nicht bereits
gefärbt ist. In der Regel werden auf 100 Gewichtsteile Leder 100 bis 200, vorzugsweise
150 bis 200 Gewichtsteile Wasser und 2 bis 50, insbesondere 5 bis 10 Gewichtsteile,
berechnet auf Trockensubstanz, mindestens einer der Oligomeren der angegebenen Art
eingesetzt.
[0019] Bevorzugte wässrige Lösungen zur Durchführung des Nachgerbeverfahrens enthalten indessen
vorzugsweise 1 bis 10, insbesondere 2 bis 5 Gewichtsprozent des Oligomeren als Gerbstoff.
[0020] Im allgemeinen wird das Leder mit der wässrigen Lösung, die das Oligomer enthält,
während 1 bis 4 Stunden bei 10 °C bis 50 °C, vorzugsweise 10 °C bis 30 °C behandelt.
Sofern eine Färbung des ungefärbten Leders mit handelsüblichen Lederfarbstoffen, z.
B. Säure- oder Metallkomplexfarbstoffen vorgenommen wird, wird der Farbstoff zweckmässigerweise
unmittelbar nach dem Nachgerben durch Zusatz des Farbstoffes der angegebenen Art in
die Gerbeflotte eingesezt, so dass in diesem Falle die Nachspülung in der Regel entfällt.
Falls hingegen das Leder nicht gefärbt wird, ist es vorteilhaft, das Leder nach dem
Nachgerben einer kurzen, z. B. 15 bis 30-minütigen Spülung mit Wasser bei 10 °C bis
50 °C, vorzugsweise 10 °C bis 30 °C zu unterwerfen. Anschliessend wird das nachgegerbte,
gegebenenfalls gefärbte Leder mit einem üblichen, vorzugsweise lichtechten Fettungsmittel
auf der Basis von z. B. sulfoniertem Spermöl oder Klauenöl gefettet. Diese fettung
wird z. B. bei 30 °C bis 80 °C während etwa 30 bis 90 Minuten durchgeführt. Nach dem
Trocknen bei etwa 30 °C bis 80 °C erhält man ein Leder, welches eine ausgezeichnete
Lichtechtheit, einen feinen kompakten, glatten Narben und insbesondere einen weichen
Griff aufweist. Bei ungefärbtem Leder kann zudem ein sehr helles Leder erhalten werden.
Speziell auf ungefärbtem Chromleder ist die bei der Nachgerbung erzielte, starke Bleichwirkung
besonders vorteilhaft. Zudem weisen die als Gerbstoffe erfindungsgemäss verwendeten
Oligomere eine ausgezeichnete Kompatibilität mit anderen handelsüblichen Gerbstoffen,
z. B. vegetabilischen Gerbstoffen oder synthetischen Nachgerbstoffen auf, so dass
letztere zusammen mit den Oligomeren eingesetzt werden können.
[0021] Als chromgegerbtes Leder, das erfindungsgemäss nachgegerbt werden kann, eignen sich
vor allem die sogenannten «wet blue»-Leder, wobei alle Lederarten, z. B. Kalbs-, Rind-,
Ziegen- oder Schafsleder in Betracht fallen und das chromgegerbte Leder vor dem erfindungsgemässen
Nachgerben in der Regel wie üblich mit z. B. Formiaten oder Bicarbonaten neutralisiert
wird.
[0022] Die Prozente und Teile in den nachfolgenden Beispielen sind Gewichtseinheiten.
Herstellungsvorschriften für Oligomere
[0023] Vorschrift A : Eine Lösung von 165,3 Teilen Acrylsäure (2,29 Mol), 122,0 Teilen Acrylnitril
(2,29 Mol) und 39,8 Teilen einer 40 %-igen, wässrigen Natriumhydrogensulfit-Lösung
(0,153 Mol) in 280 Teilen entionisiertem Wasser wird auf 29 °C geheizt. In diese Lösung
werden 10mal jede 1/4 Stunde jeweils 0,96 Teile (d. h. insgesamt 9,6 Teile innerhalb
von 2 1/2 Stunden) einer 1 %-igen, wässrigen Ammoniumperoxodisulfat-Lösung zugegeben,
wobei das Reaktionsgemisch so gekühlt wird, dass es sich nach jeder Zugabe auf höchstens
34°C erwärmt. Die so erhaltene, weisse Emulsion wird alsdann mit 96 Teilen entionisiertem
Wasser verdünnt. Anschliessend wird das Reaktionsgemisch auf 20 °C abgekühlt und 7
Stunden bei dieser Temperatur gehalten. Nach dieser Zeit wird das Reaktionsgemisch
zur Entfernung von nicht-umgesetzten Acrylnitrilanteilen während 2 Stunden unter vermindertem
Druck und inerter Stickstoffatmosphäre gehalten. Danach wird die Emulsion mit 287,3
Teilen einer 30%-igen, wässrigen Natriumhydroxyd-Lösung (2,15 Mol) auf einen pH-Wert
von 6 gestellt, wobei das Reaktionsgemisch so gekühlt wird, dass sich dessen Temperatur
nicht über 40 °C erhöht. Nach dem Kühlen des Reaktionsgemisches auf 20 °C erhält man
1000 Teile einer hellgelben, gelartigen, klaren, wässrigen Lösung, die 34 % eines
Oligomers enthält, das etwa 15 Strukturelemente der Formel (1.4), etwa 15 Strukturelemente
der Formel (2.2) und Spuren des Strukturelementes der Formel -SO₃Na aufweist.
[0024] Vorschrift B: Man verfährt wie in Vorschrift A angegeben, setzt jedoch eine Lösung
aus 185,9 Teilen Acrylsäure (2,58 Mol), 64,7 Teilen Acrylnitril (1,22 Mol) und 19,8
Teilen der 40 %igen Natriumhydrogensulfit-Lösung (0,076 Mol) in 69,8 Teilen Wasser
ein, die mit insgesamt 19,8 Teilen der Ammoniumperoxodisulfat-Lösung in 10 Portionen,
und nach der Verdünnung mit 96 Teilen Wasser, mit 344 Teilen der Natriumhydroxyd-Lösung
(2,58 Mol) versetzt wird. Man erhält 1000 Teile einer hellgelben, gelartigen, klaren,
wässrigen Lösung, die 31 % eines Oligomers enthält, das etwa 16 Strukturelemente der
Formel (1.4), etwa 34 Strukturelemente der Formel (2.2) und Spuren des Strukturelementes
der Formel SO₃Na aufweist.
[0025] Vorschrift C: Man verfährt wie in Vorschrift A angegeben, setzt jedoch eine Lösung
aus 185 Teilen Acrylsäure (2,56 Mol), 34 Teilen Acrylnitril (0,64 Mol) und 55,6 Teilen
der Natriumhydrogensulfit-Lösung (0,214 Mol) in 257 Teilen Wasser ein, die mit insgesamt
10,7 Teilen der Ammoniumperoxodisulfat-Lösung in 10 Portionen und, nach der Verdünnung
mit 116,4 Teilen Wasser, mit 341,3 Teilen der Natriumhydroxyd-Lösung (2,56 Mol) versetzt
wird. Man erhält 1 000 Teile einer hellgelben, gelartigen, klaren, wässrigen Lösung,
die 28 % eines Oligomers enthält, das etwa 3 Strukturelemente der Formel (1.4), etwa
12 Strukturelemente der Formel (2.2) und Spuren des Strukturelementes der Formel -SO₃Na
aufweist.
[0026] Verfahren D: Man verfährt wie in Vorschrift A angegeben, setzt jedoch eine Lösung
aus 138,3 Teilen Acrylsäure (1,92 Mol), 127,3 Teilen Acrylnitril (2,4 Mol), 34,1 Teilen
Acrylamid (0,48 Mol) und 41,6 Teilen der Natriumhydrogensulfit-Lösung (0,16 Mol) in
298,4 Teilen Wasser ein, die mit insgesamt 11,4 Teilen der Ammoniumperoxodisulfat-Lösung
in 10 Portionen und, nach der Verdünnung mit 92,9 Teilen Wasser, mit 256 Teilen der
Natriumhydroxyd-Lösung (1,92 Mol) versetzt wird. Man erhält 1000 Teile einer hellgelben,
gelartigen, klaren, wässrigen Lösung, die 34 % eines Oligomers enthält, das etwa 3
Strukturelemente der Formel (3.2), etwa 15 Strukturelemente der Formel (1.4), etwa
12 Strukturelemente der Formel (2.2) und Spuren des Strukturelementes der Formel -SO₃Na
aufweist.
[0027] Vorschrift E: Man verfährt wie in Vorschrift A angegeben, setzt jedoch eine Emulsion
aus 211 Teilen Acrylsäure (2,92 Mol), 141,5 Teilen Vinylacetat (1.64 Mol) und 43 Teilen
der 40 %-igen Natriumhydrogensulfitlösung (0.165 Mol) in 80 ml Wasser ein, die bei
50 °C mit insgesamt 1,5 Teilen Ammoniumperoxodisulfat in 25 ml Wasser gelöst in 10
Portionen und, nach der Verdünnung mit 155 Teilen Wasser, mit 320 Teilen der Natriumhydroxydlösung
(2,4 Mol) versetzt wird. Man erhält 1 000 Teile einer hellgelben gelartigen wässrigen
Lösung, die 40 % eines Oligomers enthält, das etwa 10 Strukturelemente der Formel
(1.3), worin X₄-COOCH₃ und Z₄ Wasserstoff bedeuten, etwa 18 Strukturelemente der Formel
(2.2) und Spuren des Strukturelementes der Formel -SO₃Na aufweist.
[0028] Vorschrift G : Man verfährt wie in Vorschrift A angegeben, setzt jedoch eine Lösung
aus 128,4 Teilen Acrylsäure (1,78 Mol), 144,2 Teilen Methacrylsäurehydroxypropylester
(1 Mol) und 47,4 Teilen einer 25 %igen, wässrigen Kaliumhydrogensulfit-Lösung (0,1
Mol) in 100 Teilen Wasser ein, die mit insgesamt 10 Teilen der Ammoniumperoxodisulfat-Lösung
in 10 Portionen bei 60 °C und, nach der Verdünnung mit 351,5 Teilen Wasser, mit 218,5
Teilen der Natriumhydroxyd-Lösung (1,63 Mol) versetzt wird. Man erhält 1 000 Teile
einer leicht gelblichen, gelartigen, klaren, wässrigen Lösung, die 31 % eines Oligomers
enthält, das etwa 12 Strukturelemente der Formel (1.3), worin X,-COOC₃H₆OH und Z₄
Methyl bedeuten, etwa 22 Strukturelemente der Formel (2.2) und Spuren des Strukturelementes
der Formel -SO₃Na aufweist.
[0029] Vorschrift H: Man verfährt wie in Vorschrift A angegeben, setzt jedoch eine Lösung
aus 73,6 Teilen Acrylsäure-2-äthoxyäthylester (0,51 Mol), 93,8 Teilen Acrylsäure (1,30
Mol) und 33,6 Teilen einer 25 %igen, wässrigen Kaliumhydrogensulfit-Lösung (0,07 Mol)
in 60 Teilen Wasser ein, die mit insgesamt 5 Teilen der Ammoniumperoxodisulfat-Lösung
in 5 Portionen bei 60 °C und, nach der Verdünnung mit 565,8 Teilen Wasser, mit 168,2
Teilen der Natriumhydroxyd-Lösung (1,26 Mol) versetzt wird.
[0030] Man erhält 1 000 Teile einer klaren, wässrigen Lösung, die 20 % eines Oligomers enthält,
das etwa 7,3 Strukturelemente der Formel (1), worin X₁-COOR₁, R₁ 2-Aethoxyäthyl und
Z₁ Wasserstoff bedeuten, etwa 18.5 Strukturelemente der Formel (2.2) und Spuren des
Strukturelementes der Formel -SO₃Na aufweist.
[0031] Vorschrift I: Man verfährt wie in Vorschrift A angegeben, setzt jedoch eine Lösung
aus 130,7 Teilen Acrylsäure (1.81 Mol), 120,3 Teilen Acrylnitril (2,26 Mol), 26,3
Teilen Allyalkohol (0,40 Mol) und 72,6 Teilen einer 25 %igen, wässrigen Kaliumhydrogensulfit-Lösung
(0,15 Mol) in 283,5 Teilen Wasserein, die mit insgesamt 37.8 Teilen einer Ammoniumperoxodisulfat-Lösung
in 5 Portionen und, nach der Verdünnung mit 87 Teilen Wasser, mit 241,8 Teilen der
Natriumhydroxyd-Lösung (1,81 Mol) versetzt wird. Man erhält 1 000 Teile einer hellgelben,
gelartigen, klaren, wässrigen Lösung, die 32 % eines Oligomers enthält, das etwa 2,6
Strukturelemente der Formel (3.1), worin Y₄-CH₂OH und Z₆ Wasserstoff sind, etwa 15
Strukturelemente der Formel (1.4); etwa 12 Strukturelemente der Formel (2.2), und
Spuren des Strukturelementes der Formel -SO₃Na aufweist.
[0032] Vorschriff J : Man verfährt wie in Vorschriff A angegeben, setzt jedoch eine Lösung
aus 133 Teilen Acrylsäure (1,84 Mol) 149,4 Teilen Methylacrylsäurehydroxypropylester
(1,03 Mol) und 49 Teilen einer 25 %igen, wässrigen Kaliumhydrogensulfit-Lösung (0,10
Mol) in 98,4 Teilen Wasser ein, die mit insgesamt 12,2 Teilen der Ammoniumperoxodisulfat-Lösung
in 10 Portionen bei 40 °C und, nach der Verdünnung mit 461,7 Teilen Wasser, mit 96,3
Teilen einer 30 %igen, wässrigen Ammoniak-Lösung (1,7 Mol) versetzt wird. Man erhält
1 000 Teile einer gelblichen, gelartigen, klaren, wässrigen Lösung, die 31 % eines
Oligomers enthält, das etwa 10 Strukturelemente der Formel (1.3), worin X₄-COOC₃H₆OH
und Z₄ Methyl bedeuten, etwa 18 Strukturelemente der Formel (2.1), worin Z₅ Wasserstoff,
Y₃-COOM₄ und M₄ ein Ammoniumkation bedeuten und Spuren des Strukturelementes der Formel
-SO₃NH₄ aufweist.
Beispiel 1
[0033] 100 Teile eines auf übliche Art und Weise neutralisierten chromgegerbten Kalbsleders
werden mit einer Lösung aus 200 Teilen Wasser und 5 Teilen, berechnet auf Trockensubstanz,
des Oligomers gemäss Vorschrift A während 1 1/2 Stunden bei 30 °C nachbehandelt. Nach
kurzem Spülen wird das nachbehandelte Leder wie üblich mit 4 bis 6 Teilen eines lichtechten
Fettungsmittels auf der Basis von sulfoniertem Spermöl gefettet und anschliessend
getrocknet.
[0034] Man erhält ein Leder von heller Farbe, ausgezeichneter Lichtechtheit, mit einem weichen
vollen Griff und mit einem feinen Narbenbild.
Beispiel 2
[0035] 100 Teile chromgegerbtes Schafsleder werden mit 200 Teilen Wasser von 40 °C versetzt.
Hierauf werden zur Flotte 10 Teile, berechnet auf Tockensubstanz, eines Oligomers
gemäss Vorschrift B hinzugefügt und während 2 Stunden bei 40 °C auf das Leder einwirken
gelassen. Nach dem Spülen wird das behandelte Leder mit ca. 5 Teilen eines üblichen
Fettungsmittels gefettet und anschliessend getrocknet. Man erhält ein volles, geschmeidiges
Leder mit einem geschlossenen, fest haftendem Narben. Dies trifft auch zu beim Ersatz
von 10 Teilen des Oligomers gemäss Vorschrift B durch 10 Teile des Oligomers gemäss
Vorschrift C.
Beispiel 3
[0036] 100 g chromgares, gefalztes Rindsleder wird im Fass in 200 Teilen Flotte auf bekannte
Weise soweit neutralisiert, dass der pH-Wert des Leders im Schnitt unter 4 bleibt.
Anschliessend wird das Bad mit 6 Teilen, berechnet auf Trockensubstanz, des Terpolymers
gemäss Vorschrift D versetzt und das neutralisierte Leder während 2 Stunden bei 45
°C behandelt. In frischer Flotte (300 Teile), enthaltend 1 Teil Farbstoff der Formel

wird das Leder bei 60 °C während 30 Minuten gefärbt. Nach dem Absäuern mit 1 Teil
85 %iger Ameisensäure während 30 Minuten bei 50 °C werden in das ausgezogene Färbebad
3 Teile sulfatiertes Klauenöl gegeben und das Rindsleder während 60 Minuten bei 60
°C gefettet. Das Leder wird nun ausgereckt und getrocknet. Nach dem Stollen erhält
man ein Leder von guter Fülle mit weichem Griff, kompakten, feinem Narben und egaler,
intensiver brauner Färbung. Dies trifft auch zu beim Ersatz von 6 Teilen des Terpolymers
gemäss Vorschrift D durch 6 Teile des Terpolymers gemäss Vorschrift E, durch 6 Teile
des Copolymers gemäss Vorschrift G, durch 6 Teile des Copolymers gemäss Vorschrift
H, durch 6 Teile des Terpolymers gemäss Vorschrift I oder durch 6 Teile des Copolymers
gemäss Vorschrift J.
1. Verfahren zum Nachgerben von chromgegerbtem gegebenenfalls gefärbtem Leder, bei
welchem man das Leder mit einer wässrigen Lösung behandelt, die als Gerbstoff eine
Acrylverbindung enthält, dadurch gekennzeichnet, dass man als Gerbstoff ein Oligomer
verwendet, dessen durchschnittliches Molekulargewicht höchstens 14000 beträgt, wobei
das Oligomer unter Einsatz von Sulfiten oder Hydrogensulfiten hergestellt worden ist
und Strukturelemente der Formeln

aufweist, worin X₁-CN, -COOR₁, -OOCR₂ oder -CONHR₃, Y₁-COOH oder -COOM₂, Y₂-CONH₂,
-CH₂OH, -OCH₃ oder -OC₂H₅, Z₁, Z₂ und Z₃ je Wasserstoff, Methyl oder Aethyl, M₁ und
M₂ je ein Amin-, Ammonium- oder Alkalimetall-Kation und R₁, R₂ und R₃ je Alkyl, Hydroxyalkyl
oder Alkoxyalkyl mit insgesamt höchstens 8 Kohlenstoffatomen bedeuten, und das behandelte
Leder fettet und trocknet, wobei vor oder nach dem Fetten das behandelte Leder gegebenenfalls
noch gefärbt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Gerbstoff ein Oligomer
verwendet, welches je 2 bis 75 Strukturelemente der Formeln

und 0 bis 25 Strukturelemente der Formel

aufweist, worin X₁, Y₁, Y₂, Z₁, Z₂ und Z₃ je die in Anspruch 1 angegebenen Bedeutungen
haben.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Gerbstoff ein Oligomer
verwendet, welches Strukturelemente der Formeln

aufweist, worin X₂-CN, -COOR₄, -OOCR₅ oder -CONHR₆, R₄ Alkyl, Hydroxyalkyl oder Methoxyalkyl
mit insgesamt höchstens 4 Kohlenstoffatomen, R₅ Methyl oder Aethyl und R₆ Alkyl mit
1 bis 8 Kohlenstoffatomen oder Hydroxyalkyl mit 1 oder 2 Kohlenstoffatomen bedeuten
und M₁, Y₁, Y₂, Z₁, Z₂ und Z₃ je die in Anspruch 1 angegebenen Bedeutungen haben.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man als Gerbstoff ein Oligomer
verwendet, welches Strukturelemente der Formeln

aufweist, worin X₃-CN, -COOCH₃, -COOC₂H₅, -COOC₂H₄OH, -COOC₃H₆OH, -COOC₂H₄OCH₃, -OOCCH₃,
-OOCC₂H₅, -CONHCH₃, -CONHC₂H₅, -CONHCH₂OH, -CONHC₃H₇ oder -CONHC₈H₁₇ bedeutet und
M₁, Y₁, Y₂, Z₁, Z₂ und Z₃ je die in Anspruch 1 angegebenen Bedeutungen haben.
5. Verfahren nach Anspruch 4,dadurch gekennzeichnet, dass man als Gerbstoff ein Oligomer
verwendet, welches Strukturelemente der Formeln

aufweist, worin X₄-CN, -COOCH₃, -COOC₂H₅, -COOC₂H₄OH, -COOC₃H₆OH, -OOCCH₃, -OOCC₂H₅,
-CONHCH₃, -CONHC₂H₅, -CONHC₃H₇ und -CONHC₈H₁₇, Y₃-COOH oder -COOM₄, Y₄-CONH₂, -CH₂OH
oder -OCH₃, M₃ und M₄ je ein Natrium-, Kalium-, oder Ammoniumkation und Z₄, Z₅ und
Z₆ je Wasserstoff oder Methyl bedeuten.
6. Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass man als Gerbstoff ein Oligomer
verwendet, welches Strukturelemente der Formeln

aufweist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass man auf
100 Gewichtsteile Leder 2 bis 50 Gewichtsteile, bezogen auf Trockensubstanz, des Oligomeren
als Gerbstoff einsetzt.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass man das
Leder mit der wässrigen Lösung, die das Oligomer als Gerbstoff enthält, während 1
bis 4 Stunden bei 10 bis 50° C behandelt und das so behandelte Leder entweder spült,
fettet und trocknet oder färbt, fettet und trocknet.
1. A process for retanning chrome-tanned dyed or undyed leather, in which said leather
is treated with an aqueous solution that contains an acrylic compound as tanning agent,
which process comprises using as tanning agent an oligomer having an average molecular
weight of not more than 14,000, and which has been prepared by using sulfites or hydrogen
sulfites and which contains structural units of formulae

wherein X₁ is -CN, -COOR₁, -OOCR₂ or -CONHR₃, Y₁ is -COOH or -COOM₂, Y₂ is -CONH₂,
-CH₂OH, -OCH₃ or -OC₂H₅, each of Z₁, Z₂ and Z₃ is hydrogen, methyl or ethyl, each
of M₁ and M₂ is an amine cation, an ammonium cation or an alkali metal cation, and
each of R₁, R₂ and R₃ is alkyl, hydroxyalkyl or alkoxyalkyl containing a total of
not more than 8 carbon atoms, fatliquoring the treated leather and drying it, and,
if appropriate, additionally dyeing said treated leather before or after it has been
fatliquored.
2. A process according to claim 1, which comprises using as tanning agent an oligomer
which contains 2 to 75 structural units of each of formulae

and 0 to 25 structural units of formulae

wherein X₁, Y₁, Y₂, Z₁, Z₂ and Z₃ each have the meanings assigned to them in claim
1.
3. A process according to claim 1, which comprises using as tanning agent an oligomer
which contains structural units of formulae

wherein X₂ is -CN, -COOR₄, -OOCR₅ or -CONHR₆, R₄ is alkyl, hydroxyalkyl or methoxyalkyl
containing altogether at most 4 carbon atoms, R₅ is methyl or ethyl, R₆ is alkyl of
1 to 8 carbon atom or hydroxyalkyl of 1 or 2 carbon atoms, and M₁, Y₁, Y₂, Z₁, Z₂
and Z₃ each have the meanings assigned to them in claim 1.
4. A process according to claim 3, which comprises using as tanning agent an oligomer
which contains structural units of formulae

wherein X₃ is -CN, -COOCH₃, -COOC₂H₅, -COOC₂H₄OH, -COOC₃H₆OH, -COOC₂H₄OCH₃, -OOCCH₃,
-OOCC₂H₅, -CONHCH₃, -CONHC₂H₅, -CONHCH₂OH, -CONHC₃H₇ or -CONHC₈H₁₇, and M₁, Y₁, Z₁,
Z₂ and Z₃ each have the meanings assigned to them in claim 1.
5. A process according to claim 4, which comprises using as tanning agent an oligomer
which contains structural units of formulae

wherein X₄ is -CN, -COOCH₃, -COOC₂H₅, -COOC₂H₄OH, -COOC₃H₆OH, -OOCCH₃, -OOCC₂H₅,
-CONHCH₃, -CONHC₂H₅, -CONHC₃H₇ and -CONHC₈H₁₇, Y₃ is -COOH or -COOM₄, Y₄ is -CONH₂,
-CH₂OH or -OCH₃, each of M₃ and M₄ is a sodium cation, potassium cation or ammonium
cation, and each of Z₄, Z₅ and Z₆ is hydrogen or methyl.
6. A process according to claim 5, which comprises using as tanning agent an oligomer
which contains structural units of formulae
7. A process according to any one of claims 1 to 6, wherein 2 to 50 parts by weight,
based on solids content, of oligomer as tanning agent are used per 100 parts by weight
of leather.
8. A process according to any one of claims 1 to 7, wherein the leather is treated
for 1 to 4 hours at 10° to 50°C with the aqueous solution containing the oligomer
as tanning agent, and either the so treated leather is rinsed, fatliquored and dried,
or the so treated leather is dyed, fatliquored and dried.
1. Procédé pour le retannage de cuir tanné au chrome, éventuellement teint, dans lequel
on traite le cuir avec une solution aqueuse qui contient en tant que matière tannante
un composé acrylique,
caractérisé en ce qu'on utilise en tant que matière tannante un oligomère dont la masse moléculaire
moyenne est au plus égale à 14.000, l'oligomère ayant été préparé par utilisation
de sulfites ou d'hydrogénosulfites, et présentant des éléments structuraux de formule

dans lesquelles X₁ est -CN, -COOR₁, -OOCR₂ ou -CONHR₃, Y₁ est -COOH ou -COOM₂, Y₂
est -CONH₂, -CH₂OH, -OCH₃ ou -OC₂H₅, Z₁, Z₂ et Z₃ sont chacun l'hydrogène, le radical
méthyle ou éthyle ; M₁ et M₂ sont chacun un cation amine, ammonium ou métal alcalin,
et R₁, R₂ et R₃ sont chacun un radical alkyle, hydroxyalkyle ou alcoxyalkyle ayant
en tout au plus 8 atomes de carbone, et que le cuir traité est graissé et séché, le
cuir traité étant encore éventuellement teint avant ou après le graissage.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'on utilise en tant que matière tannante un oligomère qui contient 2 à 75
de chacun des éléments structuraux de formules

et 0 à 25 éléments structuraux de formule

dans lesquelles X₁, Y₁, Y₂, Z₁, Z₂ et Z₃ ont chacun la signification donnée dans
la revendication 1.
3. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce qu'on utilise en tant que matière tannante un oligomère contenant des éléments
structuranx de formules

dans lesquelles X₂ est -CN, -COOR₄, -OOCR₅ ou -CONHR₆ ; R₄ est un radical alkyle,
hydroxyalkyle ou méthoxyalkyle ayant en tout au plus 4 atomes de carbone, R₅ est le
radical méthyle ou éthyle et R₆ est un radical alkyle ayant de 1 à 8 atomes de carbone
ou hydroxyalkyle ayant 1 ou 2 atomes de carbone, et M₁, Y₁, Y₂, Z₁, Z₂ et Z₃ ont chacun
les significations données dans la revendication 1.
4. Procédé selon la revendication 3,
caractérisé en ce qu'on utilise en tant que matière tannante un oligomère contenant des éléments
structuraux de formules

dans lesquelles X₃ est -CN, -COOCH₃, -COOC₂H₅, -COOC₂H₄OH, -COOC₃H₆OH, -COOC₂H₄OCH₃,
-OOCCH₃, -OOCC₂H₅, -CONHCH₃, -CONHC₂H₅, -CONHCH₂OH, -CONHC₃H₇, ou -CONHC₈H₁₇, et M₁,
Y₁, Y₂, Z₁ Z₂ et Z₃ ont chacun les significations données dans la revendication 1.
5. Procédé selon la revendication 4,
caractérisé en ce qu'on utilise en tant que matière tannante un oligomère contenant des éléments
structuraux de formules

dans lesquelles X₄ est -CN, -COOCH₃, -COOC₂H₅, -COOC₂H₄OH, -COOC₃H₆OH, -OOCCH₃, -OOCC₂H₅,
-CONHCH₃, -CONHC₂H₅, -CONHC₃H₇ ou -CONHC₈H₁₇, Y₃ est -COOH ou -COOM₄, Y₄ est -CONH₂,
-CH₂OH ou -OCH₃, M₃ et M₄ sont chacun un cation sodium, potassium ou ammonium, et
Z₄, Z₅ et Z₆ sont chacun l'hydrogène ou le radical méthyle.
6. Procédé selon la revendication 5,
caractérisé en ce qu'on utilise en tant que matière tannante un oligomère qui contient des éléments
structuraux de formules
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce qu'on utilise en tant que matière tannante sur 100 parties en poids de cuir,
2 à 50 parties en poids, sur la base de l'extrait sec, de l'oligomère.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce que le cuir est traité pendant 1 à 4 heures à 10 à 50°C par la solution aqueuse
contenant l'oligomère en tant que matière tannante, et que le cuir ainsi traité ou
bien est rincé, graissé et séché, ou bien est teint, graissé et séché.