[0001] Die Erfindung betrifft eine von der Umgebung abgedichtete Schaltkammer, in der elektrische
Kontakte untergebracht sind und die durch eine an ihrer Innenseite einen angeklebten
Getter tragende Gehäusekappe abgeschlossen ist, wobei als Getterstoff eine Substanz
dient, die bezüglich Stoffen, die auf den Kontakten Fremdschichten bilden, adsorptiv
wirkt. Durch die Adsorption sollen derartige Stoffe von den Kontakten ferngehalten
werden, so dass der Kontaktübergangswiderstand möglichst unverändert beibehalten wird.
[0002] Aus der DE-A-2 320 618 ist ein Relais mit einer von der Umgebung abgedichteten Schaltkammer
der eingangs bezeichneten Art bekannt, wobei der Getter an der Innenwand der die Schaltkammer
umschliessenden, aus Kunststoff bestehenden Gehäusekappe angeklebt ist. Der Getter,
über dessen Struktur in der genannten Druckschrift nichts näheres ausgesagt ist, dient
dabei in erster Linie dazu, die relative -Luftfeuchtigkeit in dem Relais abzusenken.
[0003] Aus der US-A-3 124 671 ist es bekannt, zum Schutz von Relaiskontakten gegen organische
Dämpfe Getter mit einem mittleren Porendurchmesser von 4 nm einzusetzen.
[0004] Die FR-A-1 482 981 lehrt allgemein den Einsatz von Aluminiumoxid mit einem Porendurchmesser
von 10 bis 100 nm zur Gastrennung durch Adsorption eines Bestandteils, wobei sich
die Porengrösse nach den zu trennenden Gasen richtet.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, in einer abgedichteten Schaltkammer der
eingangs bezeichneten Art einen Getter derart vorzusehen, dass er die zur Fremdschichtbildung
an den Kontakten neigenden Substanzen möglichst effektiv bindet.
[0006] Die Lösung dieser Aufgabe ist im Patentanspruch 1 gekennzeichnet. Die erfindungsgemässe
Befestigung des Getters an einem metallischen Wandabschnitt des Gehäuses hat die Wirkung,
dass dieser Teil aufgrund seiner besseren Wärmeleitfähigkeit in der Regel kühler ist
als der Bereich der Kontakte, so dass zwischen den Kontakten und dem Getter ein Temperaturgefälle
besteht, das den Niederschlag der schädlichen Substanzen auf den Getter und damit
die Getterwirkung begünstigt.
[0007] Die nach Anspruch 2 vorgesehene Diffusionsbarriere dient dazu, den Getter gegen Verunreinigung
durch den zu seiner Befestigung verwendeten Klebstoff zu schützen, damit der Getter
seine volle Wirksamkeit bezüglich der eigentlichen zu adsorbierenden Substanzen behält.
[0008] Ein bevorzugtes Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung
näher erläutert, die einen Längsschnitt durch ein elektromagnetisches Relais mit eingebauter
Getterpille darstellt.
[0009] Gemäss der Zeichnung bildet die hier beschriebene Schaltkammer Teil eines Relais,
bei dem auf einer mit Anschlüssen 8 versehenen Grundplatte 9 ein Spulenkörper 10 mit
einer Wicklung 11 angeordnet ist. Durch eine koaxiale Durchführung des Spulenkörpers
10 verläuft eine Kontaktzunge 12, die mit ihrem einen Ende an einem Träger 13 befestigt
ist. Das andere freie Ende der Kontaktzunge 12 ist zwischen zwei Festkontakten 14
und 15 gelagert, die gleichzeitig als Polschuhe eines zwischen ihnen angeordneten
Dauermagneten 16 wirken. Das so gebildete polarisierte Relais wird von einer auf die
Grundplatte 9 aufgesetzten metallischen Gehäusekappe 17 dicht umschlossen.
[0010] An der Innenseite der dem freien Ende der Kontaktzunge 12 und den Festkontakten 14
und 15 benachbarten Stirnwand der Gehäusekappe 17 ist eine Getterpille 1 mittels eines
Klebstoffes 4 befestigt. Die Getterpille 1 besteht vorzugsweise im wesentlichen aus
mit organischem Bindemittel versetztem, unter dem Namen Tonerde bekanntem Aluminiumoxid
(AI
20
3) mit einem Porendurchmesser, der grösser ist als 3 nm und kleiner als 100 nm bei
einem Mittelwert im Bereich von etwa 7 bis 20 nm. Zur Vermeidung einer Verunreinigung
des Getterwerkstoffs durch den Klebstoff 4 oder dessen Lösungsmittel ist zwischen
die Getterpille 1 und den Klebstoff 4 eine als Diffusionsbarriere wirkende Schicht
2 aus Wasserglas (z. B. Na
2Si0
3 oder K
2Si0
3) eingefügt. Diese Schicht 2 kann auch, wie in Figur 1 gezeigt, an den Seitenflächen
der Getterpille 1 vorgesehen sein, so dass nur die der Schaltkammer zugewandte Oberfläche
1a der Getterpille 1 als aktive Fläche frei ist.
[0011] Vorzugsweise ist der die Schaltkammer bildende Innenraum des Relais mit einem Schutzgas
von derartigem Feuchtigkeitsgehalt gefüllt, dass sich durch Einwirkung des Getterstoffes
eine relative Luftfeuchtigkeit von nicht weniger als 5 % und nicht mehr als 40 % einstellt.
Hierbei sorgt der Getterstoff durch Adsorption von H
20-Molekülen, die bei einer hermetischen Abdichtung der Schaltkammer von der Umgebung
nachdiffundieren können, für eine gleichbleibende Feuchtigkeit des Schutzgases. Dies
ermöglicht eine konstante Spannungsfestigkeit bezüglich der Kontakte.
[0012] Der Getterstoff ist bevorzugt in einem Sinterverfahren hergestellt. Das für die Formgebung
erforderliche Bindemittel verdampft dabei während des Sinterns. Durch Wahl des Bindemittels,
des Druckes bei der Formgebung, der Sintertemperatur und der Sinterdauer ist dabei
die angestrebte Porengrösse erreichbar.
[0013] Die Befestigung der Getterpille 1 an der metallischen Gehäusekappe 17 bewirkt, dass
zwischen den Kontakten und dem Getterstoff ein derartiges Temperaturgefälle besteht,
dass der Getterstoff in der Regel kühler ist als die Kontakte. Dadurch wird der Niederschlag
schädlicher Substanzen auf der Getterpille 1 begünstigt.
[0014] In der Regel ist das Relais durch den an Spule und Kontakten stattfindenden Energieumsatz
wärmer als die Umgebung, so dass Wärme über das Gehäuse abgegeben wird. Die hier stattfindende
Abkühlung des Gehäuses erniedrigt gleichzeitig das Temperaturniveau des Getterstoffes,
was dessen Getterwirkung begünstigt.
[0015] Ferner ist die räumliche Grösse des Getterstoffes unter Berücksichtigung seiner Getterwirkung
und des Volumens der Schaltkammer so gewählt, dass eine nennenswerte Druckabsenkung
in der Schaltkammer ausgeschlossen ist. Damit kann neben der Getterwirkung auch konstante
Spannungsfestigkeit langfristig gewährleistet werden.
[0016] Damit der Getterstoff seine Wirkung entfalten kann, ist der Getterstoff vorzugsweise
bei einer Temperatur von mindestens 100 °C und einem Unterdruck von ca. 10-
8 bar aktivierbar. Hierdurch werden in den Poren gebundene Gase als auch kristallin
gebundenes H
20 freigesetzt.
1. Von der Umgebung abgedichtete Schaltkammer, in der elektrische Kontakte (12, 14,
15) untergebracht sind und die durch eine an ihrer Innenseite einen angeklebten Getter
(1) tragende Gehäusekappe (17) abgeschlossen ist, wobei als Getterstoff eine Substanz
dient, die bezüglich Stoffen, die auf den Kontakten (12, 14, 15) Fremdschichten bilden,
adsorptiv wirkt, dadurch gekennzeichnet, dass der Getter (1), dessen Poren einen Durchmesser
haben, der grösser als 3 nm und kleiner als 100 nm ist, wobei der Mittelwert dieses
Durchmessers im Bereich von 7 bis 20 nm liegt, an der Innenseite eines metallischen
Wandabschnittes der Gehäusekappe (17) angeklebt ist.
2. Schaltkammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der Getter (1) unter
Einfügung einer als Diffusionsbarriere wirkenden Schicht (2) aus Wasserglas (z. B.
Na2Si03, K2Si03) an der Innenseite des metallischen Wandabschnitts angeklebt ist.
1. Switch chamber sealed from the environment, in which electric contacts (12, 14,
15) are housed and which is closed by a housing cap (17) carrying a getter (1) pasted
on its interior side, the getter material being a substance effective to adsorb materials
which form layers of foreign material on the contacts (12, 14, 15), characterised
in that the getter (1) is pasted on the interior side of a metallic wall section of
the housing cap (17), the pores of the getter having a diameter greater than 3 nm
and smaller than 100 nm with the mean diameter value being in the range of 7 to 20
nm.
2. Switch chamber according to claim 1, characterised in that the getter (1) is stuck
to the interior side of the metallic wall section with an interposed layer (2) of
water glass (e. g. Na2Si03, K2Si03) which acts as a diffusion barrier.
1. Chambre de commutation rendue étanche vis-à-vis de l'environnement, dans laquelle
sont montés des contacts électriques (12, 14, 15) et qui est fermée par un couvercle
formant boîtier (17) supportant un getter (1) collé sur son côté intérieur, la substance
du getter étant une substance qui agit par adsorption vis-à-vis de substances qui
forment des couches étrangères sur les contacts (12, 14, 15), caractérisée en ce que
le getter (1), dont les pores ont un diamètre supérieur à 3 nm et inférieur à 100
nm, la valeur de moyenne de ce diamètre étant dans la plage de 7 à 20 nm, est collé
sur le côté intérieur d'une section de paroi métallique du couvercle formant boîtier
(17).
2. Chambre de commutation selon la revendication 1, caractérisée en ce que le getter
(1) est collé sur le côté intérieur de la section de paroi métallique avec interposition
d'une couche (2) en verre soluble (par exemple Na2Si03, K2Si03) agissant en tant que barrière de diffusion.