(19)
(11) EP 0 062 190 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
13.10.1982  Patentblatt  1982/41

(21) Anmeldenummer: 82102201.9

(22) Anmeldetag:  18.03.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3A63C 15/05, B63B 5/24, B63B 35/82
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 26.03.1981 DE 3112015

(71) Anmelder: Mistral Windsurfing AG
CH-8303 Bassersdorf (CH)

(72) Erfinder:
  • Prade, Ernstfried
    D-8120 Weilheim (DE)

(74) Vertreter: Brose, D. Karl, Dipl.-Ing. 
Patentanwaltsbüro Brose & Brose, Postfach 11 64, Leutstettener Strasse 13
82301 Starnberg
82301 Starnberg (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Surfbrett, insbesondere Windsurfbrett und Verfahren zu dessen Herstellung


    (57) Die Erfindung betrifft ein Surfbrett, insbesondere ein Windsurfbrett mit einem Brettkörper aus Kunststoffschaum und Kunststoff und mit dem Brettkörper verbundenen Aggregaten wie einem Schwertkasten (5), Masffußhülsen (4), Befestigungen (6) für FuBschlaufen (19), Finnen usw. Das Windsurfbrett (1) besteht aus einem Bodenelement (2), welches sämtliche Aggregate (4-6) enthält. Mit dem Bodenelement (2) ist ein Oberteil (3) aus einem hautfreundlichen flexiblen Leichtkunststoff verbunden. Sämtliche mechanischen Kräfte werden von dem Bodenelement (2) aufgenommen, während der überwiegende Anteil des schwimmfähigen Volumens durch den Oberteil (3) gebildet werden. Bei bevorzugten Ausführungsformen kann der Oberteil (3) auswechselbar mit dem Bodenelement (2) verbunden sein.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Surfbrett, insbesondere ein Windsurfbrett mit einem Brettkörper aus Kunststoff und Kunststoffschaum und mit mit dem Brettkörper verbundenen Aggregaten wie Schwertkasten, Mastfußhülse, Fußschlaufen, Finnen etc.

    [0002] Surfbretter, insbesondere Wi.ndsurfbretter dieser Art sind allgemein bekannt. Bekannte Surfbretter bestehen grundsätzlich aus einem Schaumkern und einer diesen vollständig einschließenden Außenhaut. Bei den Schaumkernen kann es sich um PU-Schäume, Polystyrolschäume oder andere leichte Kunststoffschäume handeln. Bekannte Materialien für die Außenhaut schließen Polyäthylen, glasfaserverstärkten Kunststoff und Epoxylaminate ein. Es sind auch Surfbretter bekannt, die aus ausgeschäumten Polyesterhalbschalen bestehen.

    [0003] Die bekannten Windsurfbretter weisen eine Anzahl von Nachteilen auf, welche insbesondere in den hohen Gewichten liegen. Ein weiterer Nachteil besteht darin, daß es beispielsweise nicht möglich ist, Verstärkungen in Form von Spanten, Stringern od. dgl. vorzusehen. Wegen des relativ hohen Gewichtes des verwendeten Schaumes ist man darüberhinaus bestrebt, die Außenhaut so dünn als möglich zu halten, um die erwähnten Gewichtsprobleme zu lösen. Hierdurch ergibt sich wieder eine vergleichsweise hohe Schlagempfindlichkeit derartiger Bretter. Ein wesentlicher Nachteil nach dem Stand der Technik besteht außerdem darin, daß die eingangs erwähnten, teilweise erhebliche mechanische Beanspruchungen aufnehmenden Aggregate kaum sicher mit den bekannten Windsurfbrettern verbunden werden können, da diese- wie sich aus der beschriebenen Konstruktion nach dem Stand der Technik ergibt - nur an einem vergleichsweise schwachen Schaumkern und bestenfalls zwei möglichst dünnen mechanisch festeren Außenhautschichten verankert werden können. Bei industriell gefertigten Windsurfbrettern ist die Fertigung darüberhinaus mit hohen Formkosten belastet, so daß zur Änderung der Brettform entsprechend teure neue Formen erstellt werden müssen.

    [0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Surfbrett, insbesondere Windsurfbrett der oben angegebenen Art zu schaffen, welches die genannten Nachteile nicht aufweist.

    [0005] Diese Aufgabe wird bei einem Surfbrett der eingangs erwähnten Art im wesentlichen dadurch gelöst, daß das Surfbrett aus einem im wesentlichen starren Bodenelement aus einem mechanisch festen Werkstoff und einem mit dem Bodenelement verbundenen oder verbindbaren Oberteil aus einem flexi.blen Leichtkunststoff, insbesondere Kunststoffschaum, besteht und daß sämtliche Aggregate mit dem Bodenelement verbunden sind.

    [0006] Abgesehen von der vollständigen Lösung der der Erfindung zugrundeliegenden Aufgabe wird hierdurch noch der Vorteil erzielt, daß bei Verwendung eines hautfreundlichen flexiblen Leichtkunststoffes für das Oberteil die Verletzungsgefahr erheblich herabgesetzt wird. Darüberhinaus läßt sich bei entsprechender Ausgestaltung des Bodenteiles die Flexibilität eines derartigen Surfbrettes über die Länge ohne Schwierigkeiten optimal bestimmen und sogar ändern, indem einfach zusätzliche Versteifungselemente mit der Bodenplatte verbunden werden, ehe das Oberteil mit dem Bodenelement verbunden wird. Dadurch,daß das starre mechanisch feste Material, welches im Vergleich zu dem Kunststoffschaum ein hohes spezifisches Gewicht aufweist, lediglich auf der Unterseite des Surfbrettes verwendet wird, ist eine erhebliche Gewichtsersparnis möglich. Es wird erwartet, daß bei einem Gesamtvolumen von etwa 260 Litern ei.nes derartigen Windsurfbrettes Gewichte zwischen 12 und 14 kg erreichbar sind. Da sämtliche mechanische Kräfte aufnehmenden Aggregate direkt mit dem Bodenelement verbunden sind, werden gleichzeitig die bekannten Probleme wie Ausbrechen von Schwertkästen, Ausreißen von Fußschlaufen etc. beseitigt. Wegen der hohen mechanischen Festigkeit der Verankerung kann darüberhinaus, was für das spezielle Gebiet des Windsurfens ein erheblicher Vorteil ist, die Mastbuchse vergleichsweise kurz ausfallen, so daß der Kräfteangriff durch den Mast im unteren Bereich des Windsurfbrettes erfolgt. Hierdurch wird die Kippstabilität erheblich erhöht. Darüberhinaus ist es ohne weiteres möglich, ein und dasselbe Bodenelement mit verschiedenen Oberteilen auszurüsten, so daß unter erheblicher Einsparung von Formkosten verschiedene Typen von Surfbrettern hergestellt werden können.

    [0007] Im einzelnen ist es bevorzugt, das Bodenelement mit einer hochstehenden Mittelrippe zu versehen, welche die Befestigungspunkte der Aggregate und den Schwertkasten enthält.

    [0008] Im einzelnen kann die Erfindung dadurch weitergebildet werden, daß das Bodenelement mit Stringern versehen ist.

    [0009] Im Bereich des Hecks ist an das Bodenelement bevorzugt ein brückenartiger Bauteil angeformt. Diese Ausführungsform bietet den Vorteil, daß hierdurch die hauptsächliche Standfläche eines Windsurfbrettes eine zusätzliche Versteifung erfährt, wobei. bei einer vorteilhaften Weiterbildung dieser brückenartige Bauteil hohl ausgebildet sein kann, eine aufblasbare Blase enthalten kann oder mit einem besonders leichten Schaum ausgeschäumt sein kann. Hierdurch wird bei höchster mechanischer Festigkeit der Vorteil einer weiteren Gewichtsersparnis erzielt. Darüberhinaus lassen sich in diesem Bereich ohne Schwierigkeiten dann beispielsweise Fußschlaufen befestigen, welche erfindungsgemäß dann über den brückenartigen Bauteil mit dem Bodenelement und nicht wie bisher mit dem Schaumkern verbunden sind.

    [0010] Zusätzlich können innerhalb des brDckenartigen Bauteiles noch Stützrippen vorgesehen sein.

    [0011] Das Bodenelement läßt sich bevorzugt als Tiefziehteil aus ABS, als Formteil aus Polyäthylen-Schaum-Sandwich-Material, aus Polyurethanintegralschaum, aus SMC (sheet moulding compound) oder aus Holz oder teilweise Holz herstellen. Das jeweils zu wählende Material hängt von den am Enderzeugnis geforderten Eigenschaften der Flexibilität und Festigkeit ab.

    [0012] Das Oberteil besteht bevorzugt aus einem hautfreundlichen Material, insbesondere Kunststoffschaum, wie beispielsweise Polyäthylenschaum oder anderen flexiblen Schaumstoffen.

    [0013] Bei einer besonders bevorzugten Ausführungsform nach der Erfindung ist das Oberteil abnehmbar und auswechselbar ausgebildet. Hierdurch lassen sich leicht Änderungen des Gesamtvolumens, Änderungen der Form, insbesondere der Form der Oberfläche und Standfläche, auf einfache Weise herstellen. Beispielsweise könnte man als Handelseinheit ein Bodenelement mit zwei verschiedenen Oberteilen anbieten, woraus sich einmal ein Allround-Brett und einmal ein Hochgeschwindigkeits-Brett herstellen läßt.

    [0014] Bei einer alternativen Ausführungsform ist das Oberteil an das Bodenelement angeschäumt oder angeklebt.

    [0015] Ferner ist es bevorzugt, daß das Oberteil zur Verminderung der Verletzungsgefahr im wesentlichen die gesamte Oberfläche des Windsurfbrettes bedeckt. Bei alternativen Ausführungsformen kann jedoch auch lediglich der vordere Teil des Windsurfbrettes durch das Oberteil überdeckt sein, während die Standfläche durch den bereits erwähnten brückenartigen Bauteil gebildet wird.

    [0016] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung nach der Erfindung ist das Bodenelement als flexible Bodenplatte ausgebildet und weist Kupplungsstücke für verschieden geformte Stringer oder Längsrippen auf. Hierdurch lassen sich unter Verwendung ein und derselben Bodenplatte die verschiedensten Brettformen herstellen, indem beispielsweise in einer Nut-und Federverbindung die Bodenplatte mit einer entsprechend vorgeformten Längsrippe verbunden wird.

    [0017] Weiterer Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines Surfbrettes, insbesondere Windsurfbrettes obenstehender Beschreibung, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß ein Bodenelement aus einem mechanisch festen Werkstoff hergestellt wird, welches sämtliche Befestigungen der Aggregate wie Schwertkasten, Finne, Mastfuß usw. enthält, und daß das Bodenelement anschließend mit einem aus einem Kunststoffschaum od. dgl. hergestellten Oberteil verbunden wird.

    [0018] Weitere vorteilhafte Einzelheiten und Weiterbildungen nach der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung, in welcher diese anhand von in den Zeichnungen beispielhaft veranschaulichten Ausführungsformen näher erläutert wird. Es zeigt:

    Fig. 1 eine perspektivische skizzenhafte Ansicht der beiden Hauptbestandteile eines Windsurfbrettes nach vorliegender Erfindung;

    Fig. 2 und 4 zwei Möglichkeiten verschiedene Brettformen unter Verwendung des gleichen Bodenelementes herzustellen;

    Fig. 3 eine Schnittansicht längs der Linie III-III in Fig. 2;

    Fig. 5 eine Schnittansicht längs der Linie V-V in Fig. 4;

    Fig. 6 eine skizzenhafte Schnittansicht einer Möglichkeit der Verbindung zwischen Oberteil und Bodenelement;

    Fig. 7 eine seitliche Ansicht einer alternativen Ausführungsform nach der Erfindung;

    Fig. 8 eine Draufsicht des Windsurfbrettes nach Fig. 7;

    Fig. 9 ein weiteres Ausführungsbeispiel nach der Erfindung in einer schematischen Seitenansicht;

    Fig. 10 eine Schnittansicht längs der Linie X-X von Fig.9;

    Fig. 11 eine Schnittansicht längs der Linie XI-XI von Fig. 9; und

    Fig. 12 eine Draufsicht auf das Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 9.



    [0019] Wie in der perspektivischen Ansicht gemäß Fig. 1 gezeigt, besteht ein allgemein mit 1 bezeichnetes Windsurfbrett nach vorliegender Erfindung aus zwei Hauptbestandteilen, nämlich einem Bodenelement 2 und einem Oberteil 3. Das Bodenelement 2 wird durch ein geeignetes Formverfahren aus einem mechanisch festen Werkstoff hergestellt. Derartige Werkstoffe sind beispielsweise ABS, Polyäthylen- Schaum-Sandwich, Polyurethanintegralschaum, SMC (sheet moulding compound) oder auch Holz bzw. Holz gepaart mit einem der genannten Kunststoffe.

    [0020] Wie gezeigt, enthält das Bodenelement 2 aus dem mechanisch festen Werkstoff sämtliche üblicherweise vorhandenen Aggregate bzw. Befestigungspunkte für Aggregate, wie sie bei derartigen Windsurfbrettern vorhanden sind, nämlich beispielsweise die Mastbuchsen 4, den Schwertkasten 5, und Befestigungen 6 für Fußschlaufen.

    [0021] Bei dem bevorzugten Ausführungsbeispiel enthält das Bodenelement 2 mindestens eine Mittelrippe 7, welche entsprechend der gewünschten Flexibilität des Windsurfbrettes 1 gestaltet wird. Zum gleichen Zwecke kann (in den Zeichnungen nicht dargestellt) das Bodenelement 2 noch zusätzliche Stringer enthalten, wobei sowohl hinsichtlich der Mittelrippe 7 als auch der Stringer diese nicht notwendigerweise einstückig mit dem Bodenelement 2 ausgebildet sein müssen. Beispielsweise können zu diesem Zwecke in dem Bodenelement 2 schwalbenschwanzförmige Nuten oder ähnliche Kupplungsstücke vorgesehen sein, in die entsprechende Kupplungsabschnitte der Stringer bzw. der Mittelrippe 7 eingeschoben werden können. Diese Ausführungsform ermöglicht es, durch entsprechende Gestaltung der Mittelrippe oder der Stringer aus einer einzigen Art von flexiblem Bodenelement Windsurfbretter völlig unterschiedlicher Form, insbesondere hinsichtlich des Kielsprunges, herzustellen.

    [0022] Zur Aussteifung und Verstärkung des hauptsächlichen Standbereiches des Windsurfbrettes 1 weist das Bodenelement 2 im Bereich des Hecks 8 einen brückenartigen Bauteil 9 auf, welcher ebenfalls entweder einstückig mit dem Bodenelement 2 ausgebildet oder über entsprechende Kupplungsabschnitte mit diesem verbindbar ist. Auf Einzelheiten dieses brückenartigen Abschnittes 8 wird noch weiter unten Bezug genommen.

    [0023] Zur Herstellung einer hydrodynamisch günstigen Form weist das Bodenelement 2 noch seitliche hochgezogene Kanten 11, 12 auf, welche die bei vielen Brettypen gewünschten kantenartigen scharfen Obergänge zum Boden bzw. die vorderen Ankielungen des Unterwasserschiffs des Windsurfbrettes 1 aufweisen können.

    [0024] Der in Fig. 1 beispielhaft veranschaulichte Oberteil 3 besteht bevorzugt aus einem elastischen hautfreundlichen Material geringen spezifischen Gewichts. Beispiele derartiger Materialien sind Polyäthylenschaum oder andere Schaumarten, Gummi, Neopren oder andere flexible Werkstoffe. Andererseits kann der Oberteil 3 auch aus einer aufblasbaren Gummi- oder Kunststoffblase bestehen. Der Oberteil 3 kann bei der Herstellung des Windsurfbrettes 1 entweder direkt auf das Bodenelement 2 aufgeschäumt werden oder als gesonderter Bauteil hergestellt und später mit dem fertigen Bodenelement 2 verbunden werden. Möglichkeiten der Verbindung zwischen Oberteil 3 und Bodenelement 2 werden weiter unten noch näher erläutert.

    [0025] Auf jeden Fall wird das Oberteil 3, zumindest was die Aggregate 4, 5, 6 betrifft, keinen mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt, und kann daher optimal hinsichtlich der Hautfreundlichkeit und des geringen Gewichtes gewählt werden. Der Oberteil 3 gemäß Fig. 1 ist noch mit entsprechenden Aussparungen 13,14, 15 versehen, die den Aggregaten 4, 5, 6 entsprechen. Ferner ist selbstverständlich der Oberteil 3 in seiner Form der entsprechenden Fläche des Bodenelementes 2 angepaßt, mit welcher er zusammengefügt wird.

    [0026] Die Fig. 2 bis 5 zeigen die erfindungsgemäß vorgeschlagene Möglichkeit unter Verwendung ein- und desselben Bodenelementes 2 zwei Windsurfbretter 1 völlig verschiedener Form und Charakteristik durch entsprechende Formung des Oberteiles 3 herzustellen.

    [0027] So zeigen Fig. 2 und 3 ein Starkwindbrett geringen Volumens, während das Volumen des Windsurfbrettes 1 gemäß Fig. 4 und 5 durch entsprechende Ausbildung des Oberteiles 3 erheblich größer ist. Hinsichtlich weiterer Einzelheiten wird auf die Beschreibung von Fig. 1 verwiesen.

    [0028] Die in Fig. 2 und 4 dargestellten Möglichkeiten können bei Verwendung einer lösbaren Verbindung zwischen dem Oberteil 3 und dem Bodenelement 2 dahingehend genutzt werden, daß beispielsweise mit einem Bodenelement 2 zwei verschiedene Oberteile 3 geliefert werden, so daß dem Benutzer die Möglichkeit gegeben ist, je nach Einsatzzweck sein Windsurfbrett zu verändern. Wegen der Materialcharakteristika des Oberteiles kann es sich bei dieser Verbindung beispielsweise um eine Art Knöpfverbindung handeln, bei welcher an entsprechenden Stellen an dem Bodenelement 2 befestigte Kupplungsteile 16 mit entsprechend geformten öffnungen 17 im Oberteil 3 verbunden werden können.

    [0029] In den Figuren 7 bis 12 sind zwei weitere Ausführungsformen nach der Erfindung veranschaulicht, bei denen der Oberteil 3 lediglich teilweise die Decksfläche 18 des Windsurfbrettes 1 bildet. Wie bei den anderen Ausführungsformen sind auch hier sämtliche Aggregate 13 bis 15 Bestandteil des Bodenelementes 2, während das Hauptvolumen des Windsurfbrettes 1 durch das Oberteil 3 gebildet wird. Bei den Ausführungsformen gemäß Figuren 7 bis 9 ist jedoch die Standfläche hinter den Mastfußhülsen 4 durch den brückenartigen Bauteil 9 gebildet, welcher als Fortsetzung der Mittelrippe 7 auch den Schwertkasten 5 bzw. die in Fig. 7 angedeuteten Fußschlaufen 19 hält.

    [0030] Der brückenartige Bauteil 9 kann, wie in Fig. 7-angedeutet, mit einem leichten Kunststoffschaum 20 ausgeschäumt sein. Bei alternativen Ausführungsformen kann eine aufblasbare Lufthülle (nicht dargestellt) in dem Hohlraum zwischen dem Boden 21 und dem brückenartigen Bauteil 9 des Bodenelementes 2 eingeführt sein. Ferner ist es auch möglich, diesen Raum nicht zu füllen oder gegebenenfalls mit Stützrippen 22 auszusteifen, wie sie in Fig. 11 angedeutet sind.

    [0031] Es ist offensichtlich, daß durch die erfindungsgemäß vorgeschlagene Konstruktion und das dazugehörige Herstellverfahren Windsurfbretter überragender Eigenschaften, insbesondere hinsichtlich des erzielbaren niedrigsten Gewichtes auf einfache Weise herstellbar sind. Bei der grundsätzlich zweiteiligen Bauweise lassen sich ohne Schwierigkeiten die verschiedensten Brettformen herstellen. Ferner wird durch Verwendung eines vergleichsweise flexiblen weichen Schaums für das Oberteil 3 die Verletzungsgefahr erheblich herabgesetzt.

    [0032] Da vor der Zusammenfügung mit dem Oberteil 3 das Bodenelement 2 in jeder Hinsicht zugänglich ist,kann man auch die gewünschte Längsflexibilität des fertigen Windsurfbrettes durch Anbringen entsprechender Versteifungselemente optimieren. Ohne Schwierigkeiten lassen sich beispielsweise auch Aluminiumbauteile od.dgl. mit einbauen. Da sämtliche mechanischen Kräfte der dazugehörigen Aggregate von der mechanisch festen Bodengruppe getragen werden, kann der das eigentliche schwimmfähige Volumen des Windsurfbrettes 1 bildende Kunststoffschaum ohne Rücksicht auf seine mechanische Festigkeit gewählt werden.

    [0033] Sämtliche aus der Beschreibung, den Ansprüchen und Zeichnungen hervorgehenden Merkmale und Vorteile der Erfindung, einschließlich konstruktiver Einzelheiten und räumlicher Anordnungen, können sowohl für sich als auch in beliebiger Kombination erfindungswesentlich sein.


    Ansprüche

    1. Windsurfbrett mit einem Brettkörper aus Kunststoff und Kunststoffschaum und mit mit dem Brettkörper verbundenen Aggregaten, wie Schwertkasten, Mastfußbefestigung, Fußschlaufen, Finnen usw., dadurch gekennzeichnet , daß der Brettkörper, wie an sich bekannt, aus einem Unterteil (2) mit harter Oberfläche und einem mit dem Unterteil (2) verbundenen Oberteil (3) aus einem flexiblen Leichtkunststoffschaum besteht, daß der Unterteil (2) als im wesentlichen starres Bodenelement (2) aus einem mechanisch festen Werkstoff ausgebildet ist, und daß die Aggregate (4, 5, 6) derart mit dem Bodenelement (2) verbunden sind, daß sämtliche mechanischen Kräfte von dem Bodenelement (2) aufgenommen werden.
     
    2. Windsurfbrett nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenelement (2) eine hochstehende Mittelrippe (7) aufweist und daß die Aggregate (4, 5, 6) im Bereich der Mittelrippe (7) angeordnet sind.
     
    3. Windsurfbrett nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenelement (2) mit Stringern versehen ist.
     
    4. Windsurfbrett nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenelement (2) im Bereich des Hecks (8) des Windsurfbrettes (1) einen als brückenartiger Bauteil (9) ausgebildeten Abschnitt aufweist.
     
    5. Windsurfbrett nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der brückenartige Bauteil (9) hohl ausgebildet ist und gegebenenfalls in dem brückenartigen Bauteil (9) eine aufblasbare Kunststoff- oder Gummiblase vorgesehen ist oder der brückenartige Bauteil (9) ausgeschäumt ist.
     
    6. Windsurfbrett nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in dem durch den brückenartigen Bauteil (9) überbrückten Hohlraum Stützrippen (22) angeordnet sind.
     
    7. Windsurfbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenelement (2) aus einem der folgenden Materialien besteht: tiefgezogenes ABS, ein Polyäthylen-Schaum-Sandwich-Material, ein Polyurethanintegralschaum, SMC (sheet moulding compound), Holz oder Holz mit Kunststoff.
     
    8. Windsurfbrett nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindung zwischen dem Oberteil (3) und dem Bodenelement (2) derart ausgebildet ist, daß das Oberteil (3) abnehmbar und auswechselbar ist.
     
    9. Windsurfbrett nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Oberteil (3) den vorderen Bereich des Surfbrettes (1) bedeckt, während der im wesentlichen die Standfläche bildende hintere Teil des Windsurfbrettes (1) durch den brückenartigen Bauteil (9) gebildet ist.
     
    10. Windsurfbrett nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Bodenelement (2) als flexible Bodenplatte ausgebildet ist und daß auf der Bodenplatte Kupplungsstücke vorgesehen sind, um verschieden geformte Stringer oder Längsrippen (7) mit der Bodenplatte zu verbinden.
     
    11. Verfahren zur Herstellung eines Windsurfbrettes nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein Bodenelement aus einem mechanisch festen Werkstoff hergestellt wird, welches sämtliche Befestigungen der Aggregate, wie Mastfuß, Schwertkasten, Fußschlaufen, Finnen usw., enthält, und daß das Bodenelement mit einem aus einem Kunststoffschaum hergestellten Oberteil verbunden wird.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht