[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betreiben einer Wärmepumpe nach
dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Es ist bereits ein Verfahren der im Oberbegriff des Anspruches 1 genannten Art vorgeschlagen
worden. Der Verdampfer der Wärmepumpe wird hierbei abgetaut, wenn der in ihm herrschende
Verdampfungsdruck des Kältemittels auf einen ersten Wert abgesunken ist. Der Heizbetrieb
der Wärmepumpe wird jedoch nach dem Abtauen fortgesetzt, wenn er innerhalb einer vorgegebenen
Zeit mindestens zweimal wegen Erreichen des ersten Wertes des Verdampfungsdruckes
stillgesetzt war. Es wird erneut abgetaut, wenn ein unter dem ersten Wert liegender
zweiter Wert des Verdampfungsdruckes erreicht ist.
[0003] Bei einem bereits bekannten Verfahren wird bei Außentemperaturen, bei denen eine
Vereisungsgefahr des Verdampfers besteht (meist zwischen + 5° C und - 5
0 C), die Laufzeit der Wärmepumpe summiert. Nach Erreichen einer vorgegebenen Zeit
wird der Heizbetrieb der Wärmepumpe stillgesetzt und der Verdampfer innerhalb einer
Zeit, zum Beispiel innerhalb einer halben Stunde, durch Umkehren des Kältemittelkreislaufes
abgetaut. Nach Ablauf der Abtauzeit wird der Heizbetrieb wieder aufgenommen und erneut
die Laufzeit summiert und so fort. Die Abtauvorgänge werden hierbei abhängig von der
Außentemperatur ungeachtet dessen durchgeführt, ob eine Vereisung des Verdampfers
vorliegt oder nicht. Diese Betriebsweise verkleinert die Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe,
da der Heizbetrieb zeitweise auch dann stellgesetzt wird, wenn keine Vereisung gegeben
ist und Nutzwärme gewonnen werden könnte.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, das Verfahren der im Oberbegriff des Anspruches 1 genannten
Gattung noch weiter zu verfeinern und zu verbessern.
[0005] Die gestellte Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die im kennzeichnenden Teil des
Anspruches 1 angegebenen Verfahrensschritte gelöst.
[0006] Die gefundene Lösung hat den Vorteil, daß die Abtauvorgänge, zu Gunsten des Heizbetriebes
der Wärmepumpe, auf das unbedingt notwendige Maß beschränkt werden.
[0007] Eine alternative Verfahrensmaßnahme ist im Anspruch 2 angegeben.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an Hand eines Schemas des zeitlichen Verlaufs
von Heizbetriebszeiten und Abtauzeiten beschrieben.
[0009] Die in der Zeichnung rechts einer Mittellinie M gezeichneten Kästchen gelten für
die Heizbetriebszeiten und die links der Mittellinie M gezeichneten Kästchen gelten
für die Abtauzeiten.
[0010] Bei dem nachstehend näher geschilderten Verfahren zum Betreiben einer Wärmepumpe
erfolgt der Heizbetrieb der Wärmepumpe und das Abtauen ihres Verdampfers zeitabhängig
und abhängig vom Momentanwert einer Zustandsgröße des im Verdampfer der Wärmepumpe
befindlichen Kältemittels. Es kann entweder der Verdampfungsdruck oder die Verdampfungstemperatur
als Zustandsgröße herangezogen werden. Es ist auch möglich, die Außentemperatur als
Zustandsgröße zu verwenden. Die Momentanwerte der gewählten Zustandsgröße sind in
der Zeichnung nicht dargestellt. Es wird jedoch davon ausgegangen, daß die Momentanwerte
der gewählten Zustandsgröße mit steigendem Vereisungsgrad des Verdampfers sinken und
umgekehrt.
[0011] Im Falle des Verdampfungsdruckes oder der Verdampfungstemperatur als Zustandsgröße
wird mit steigender Vereisung die Wärmezufuhr zum Kältemittel und damit die Verdampfungstemperatur
und der Verdampfungsdruck gemindert. Mit abnehmender Vereisung dagegen steigt die
Wärmezufuhr zum Kältemittel, worauf die Verdampfungstemperatur sowie der Verdampfungsdruck
steigen.
[0012] Wenn die gewählte Zustandsgröße einen unteren Grenzwert, beispielsweise - 8° C Verdampfungstemperatur
oder 6° C Außentemperatur, erreicht hat, wird die Wärmepumpe an der im Zeitschema
mit 1 bezeichneten Stelle vom Heizbetrieb auf Abtauen umgeschaltet und eine erste
Zeitnahme t begonnen. Das Abtauen kann auf beliebige Weise erfolgen, beispielsweise
durch Berieselung des Verdampfers mit einer Sole oder durch Umkehren des Kältemittelkreislaufes
oder sonstwie.
[0013] Sobald nun während des Abtauens die Zustandsgröße auf einen oberen Wert, beispielsweise
+ 2
0° C Verdampfungstemperatur ansteigt, wird die Wärmepumpe an der Stelle 2 des Zeitschemas
von Abtauen auf Heizbetrieb umgeschaltet. Ferner wird zugleich die erste Zeitnahme
beendet und das Ergebnis der Zeitnahme festgehalten.
[0014] Der Heizbetrieb läuft weiter, wenn nach einer festgelegten Grundzeit tG, zum Beispiel
6o Minuten, die Zustandsgröße noch über dem unteren Grenzwert liegt.
[0015] Eine Unterbrechung des Heizbetriebes und eine Umschaltung auf Abtauen erfolgt erst
dann, wenn nach Ablauf der Grundzeit t
G der Momentanwert der Zustandsgröße gleich oder kleiner dem unteren Grenzwert ist.
Mit dem an der Stelle 3 des Schemas erfolgenden Umschalten vom Heizbetrieb auf Abtauen
wird zugleich eine zweite Zeitnahme begonnen.
[0016] Stellt sich während des Abtauens wieder der obere Grenzwert der Zustandsgröße ein,
wird das Abtauen und die zweite Zeitnahme beendet sowie das Ergebnis der zweiten Zeitnahme
festgehalten (Stelle 4 des Zeitschemas).
[0017] Alle folgenden Zeiten des Heizbetriebes der Wärmepumpe werden dann bestimmt durch
die Grundzeit t
G und einem zu der Grundzeit t
Ghinzuaddierten Korrekturwert, der aus dem vorletzten Zeitnahmewert minus dem letzten
Zeitnahmewert und einer Konstanten K gebildet ist.
[0018] Durch die zuletzt genannte Maßnahme ergibt sich:
Ist der Wert der letzten Zeitnahme größer als der Wert der vorletzten Zeitnahme, wenn
also die letzte Abtauzeit länger war als die vorausgegangene, dann wird der Korrekturwert
negativ, mit der Folge, daß die auf die letzte Abtauzeit folgende Heizbetriebszeit
kürzer als die Grundzeit tG wird.
[0019] Wenn dagegen der Wert der letzten Zeitnahme kleiner als der vorausgegangene Zeitnahmewert
ist, wenn also die letzte Abtauzeit wegen geringerer Vereisung kürzer war als die
vorausgegangene, dann wird der Korrekturwert positiv. Die nach der letzten Abtauzeit
folgende Heizbetriebszeit wird hierbei länger als die Grundzeit t
G.
1. Verfahren zum Betreiben einer Wärmepumpe, bei welchem der Heizbetrieb der Wärmepumpe
und das Abtauen ihres Verdampfers zeitabhängig und abhängig vom Momentanwert einer
Zustandsgröße des im Verdampfer der Wärmepumpe befindlichen Kältemittels erfolgt;
gekennzeichnet durch die Merkmale:
1.1 beim Erreichen eines unteren Grenzwertes der Zustandsgröße wird die Wärmepumpe
auf Abtauen geschaltet und eine erste Zeitnahme (t) begonnen; 1.2 sobald während des
Abtauens die Zustandsgröße auf einen oberen Wert angestiegen ist, wird die Wärmepumpe
von Abtauen auf Heizbetrieb umgeschaltet und zugleich die erste Zeitnahme (t) beendet
sowie das Ergebnis der Zeitnahme festgehalten;
1.3 der Heizbetrieb wird fortgesetzt, wenn nach einer festgelegten Grundzeit (tG) die Zustandsgröße noch über dem unteren Grenzwert liegt;
1.4 der Heizbetrieb wird erneut unterbrochen und der Verdampfer abgetaut, wenn nach
Ablauf der Grundzeit (tG) der Momentanwert der Zustandsgröße gleich oder kleiner dem unteren Grenzwert ist,
ferner wird mit Beginn des neuerlichen Abtauens eine zweite Zeitnahme (t) begonnen;
1.5 mit der sodann beim Erreichen des oberen Grenzwertes der Zustandsgröße eintretenden
Beendigung des neuerlichen Abtauens wird auch die zweite Zeitnahme (t) beendet und
das Ergebnis dieser Zeitnahme festgehalten;
1.6 alle folgenden Zeiten des Heizbetriebes werden durch die Grundzeit (tG) und einem zu dieser Grundzeit hinzuaddierten Korrekturwert bestimmt, der aus dem
vorletzten Zeitnahmewert minus dem letzten Zeitnahmewert und einer Konstanten gebildet
ist.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß anstelle der gewählten Zustandsgröße
des Kältemittels im Verdampfer der Wärmepumpe die Außentemperatur als Zustandsgröße
zur Abtaueinleitung gewählt wird.