(19)
(11) EP 0 063 223 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.10.1982  Patentblatt  1982/43

(21) Anmeldenummer: 82101558.3

(22) Anmeldetag:  01.03.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3E05B 29/04
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 06.04.1981 AT 1580/81

(71) Anmelder: Delwing, Dieter
CH-6300 Zug (CH)

(72) Erfinder:
  • Der Erfinder hat auf seine Nennung verzichtet.

(74) Vertreter: Neubauer, Hans-Jürgen, Dipl.-Phys. 
Fauststrasse 30
85051 Ingolstadt
85051 Ingolstadt (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Zylinderschloss


    (57) Federlose, plattenförmige Zuhaltungen (3), die bei abgezogenem Schlüssel (1) in eine Sperrnut (8) fallen, hindern dort einrastend einen Innenzylinder (6) an seiner Verdrehung.
    Zur Verbesserung der Sperrsicherheit werden die Zuhaltungsplatten (3) dabei auf unterschiedlichen Eintauchtiefen in der Sperrnut (8) gehalten, wobei Längsausschnitte (11, 11 a) an den Zuhaltungen (3) an einem über die ganze Länge des Innenzylinders (6) eingeschobenen Balken (14) anliegen. Die Längsausschnitte (11, 11a) an den Zuhaltungen (3) sind dabei unterschiedlich lang, so daß die Zuhaltungsplatten (3) unterschiedlich tief in die Sperrnut (8) eintauchen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Zylinderschloß, bestehend aus einem in einem Außenzylinder feststehenden, mit zwei um 180 0 versetzten Längsausnehmungen versehenen Innenzylinder, in welchem ein federlose, plattenförmige Zuhaltungen tragender Käfigzylinder verdrehbar angeordnet ist und die Zuhaltungsplatten durch einen Schlüssel gesteuert werden, deren obere und untere Kante so profiliert ist, daß bei den verschiedenen Profilstufen der Abstand zwischen der oberen und unteren Kante (Profilbreite) gleich ist und die Zuhaltungsplatten für den Schlüsseldurchgang Fensterausschnitte aufweisen, wobei der Abstand zwischen der oberen und unteren Kante eines Fensterausschnitts der Profilbreite des Schlüssels entspricht, so daß die Zuhaltungsplatten in ihrer Längsbewegung durch das Schlüsselprofil in beiden Richtungen zwangsgesteuert werden, in der Weise, daß bei in den Schloßzylinder eingeführtem Schlüssel die Zuhaltungsplatten alle in ihrer öffnungslage stehen.

    [0002] Bekannte Zylinderschlösser mit plattenförmigen, federlosen Zuhaltungen werden beim Abziehen des Schlüssels dadurch verriegelt, daß die Zuhaltungen durch die Schwerkraft in eine Längsausnehmung des Außenzylinders einrasten. Der Innenzylinder ist dadurch gegen ein Verdrehen blockiert. Alle Zuhaltungen liegen dabei am Boden der Sperrnut an und befinden sich damit in gleicher Höhe bzw. in derselben Eintauchtiefe. Ein solches Zylinderschloß kann nun unbefugt dadurch ziemlich einfach geöffnet werden, daß durch das Schlüsselloch beispielsweise eine harte Rundbürste eingeführt wird, die an den Innenseiten der Fenster in den Zuhaltungsplatten fest anliegt. Durch die Reibung der Borsten ist es möglich, die Zuhaltungsplatten gleichzeitig so weit hochzuheben, bis alle in die Offenstellung gebracht sind. Der Innenzylinder kann nun einfach gedreht und das Schloß geöffnet werden.

    [0003] Diese öffnungsmöglichkeit kann dadurch ausgeschaltet werden, daß die Eintauchtiefen der Zuhaltungsplatten in die Sperrnut unterschiedlich gestaltet werden. Es ist bekannt, die Längsbewegung der Zuhaltungsplatten durch Ansätze und entsprechende Ausnehmungen an den Seitenflanken der Zuhaltungsplatten bzw. am Käfigzylinder auszuführen. Ein besonderes Problem ist aber die Ausführung eines solchen Schlosses, die preisgünstig in der Herstellung der Einzelteile und montagefreundlich sein soll. Es ist ohne weiteres denkbar, den die Zuhaltungen tragenden Käfigzylinder zu teilen oder aus Scheiben zusammenzusetzen. Der Käfigzylinder könnte hier vor dem Zusammenbau mit dem Außenzylinder mit den Zuhaltungsplatten gefüllt werden und anschließend in den Außenzylinder eingeschoben werden. Die übliche Montage ist ja durch die Vorsprünge und Aussparungen nicht möglich. Eine Ausführung mit geteiltem Käfigzylinder oder scheibenförmigem Käfigzylinder ist sowohl in der Herstellung der Teile als auch in der Montage aufwendig und teuer.

    [0004] Aufgabe der Erfindung ist es daher, ein Zylinderschloß der eingangs beschriebenen Art zu schaffen, das einfach und preisgünstig herzustellen und schnell und einfach zu montieren ist.

    [0005] Diese Aufgabe wird dadurch gelöst, daß zur Begrenzung der Längsbewegung der Zuhaltungsplatten in ihren Führungsschlitzen an beiden Außenflanken der Zuhaltungsplatten in gleicher Höhe und gleichgestellte Längsausschnitte angebracht sind und ein in diese Längsausschnitte hineinragender, über die ganze Länge des Käfigzylinders angebrachter Balken vorgesehen ist, welcher in eine im Käfigzylinder hierfür vorgesehene Nut hineingeschoben werden kann und welcher in die Längsausschnitte hineinragend die Längsbewegung der Zuhaltungsplatten begrenzt.

    [0006] Mit dieser Ausführung wird erreicht, daß die Zuhaltungsplatten wie bei einem bekannten Zylinderschloß ohne Begrenzung der Eintauchtiefen der Zuhaltungen montiert werden können. In einen nichtgeteilten Zylinder werden einfach vor der Montage die Zuhaltungsplatten mit den Ausnehmungen in ihren Seitenflanken eingeführt. Erst jetzt wird einfach ein Balken in die Längsnut im Innenzylinder eingeschoben, der nun in die Ausschnitte an den Zuhaltungsplatten eingreift und deren Bewegung in beide Richtungen begrenzt.

    [0007] Diese Anordnung ermöglicht es auch, die Kombinationszahl des Schlosses durch Auswechseln von Zuhaltungsplatten einfach zu ändern, wenn ein Schlüssel verlorengegangen oder in fremde Hänge geraten ist.

    [0008] In einer bevorzugten Ausführung befindet sich der Balken in einer zu der Längsbewegung der Zuhaltungsplatten quer liegenden Mittelachse des Käfigzylinders, wodurch der Balken die Längsbewegung der Zuhaltungsplatten auch in ihrer seitenverkehrten, wie auch in zu 180 verdrehten Lage begrenzen kann.

    [0009] Ein weiteres Merkmal der Erfindung besteht darin, daß die Länge der Längsausschnitte an den Seitenflanken der Zuhaltungsplatten so bemessen ist, daß ihre Eintauchtiefe in die Längsausnehmungen in beiden Bewegungsrichtungen unterschiedlich ist.

    [0010] Bei Zuhaltungen mit Ausnehmungen zur Verhakung der Zuhaltungsplatten ist es vorteilhaft, diese nur an einem Ende anzubringen, so daß, wenn dieselbe Zuhaltungsplatte um 180 0 verdreht eingesetzt ist, eine Verdrehung des Käfigzylinders durch die glatten Zuhaltungsflanken in der Sperrnut verhindert ist.

    [0011] Die Erfindung wird anhand eines Au&ührungsbeispiels mit weiteren Einzelheiten dargestellt.

    [0012] Es zeigen

    Figur 1 ein Zylinderschloß mit eingeführtem Schlüssel im Längsschnitt,

    Figur 2 einen Querschnitt durch dieses Zylinderschloß,

    Figur 3 einen Querschnitt durch ein Zylinderschloß bei abgezogenem Schlüssel,

    Figur 4 einen Querschnitt durch einen Käfigzylinder, in den gerade eine Zuhaltungsplatte eingeführt wird.



    [0013] In Figur 1 steckt ein Schlüssel 1 in den Fenstern der Zuhaltungen 3. Der Schlüssel hat fünf Stufenhöhen, wobei der Abstand 2 zwischen der oberen und unteren Profilkante in allen Stufen der gleiche ist. Die Entfernung zwischen der oberen und unteren Kante, der für die Einführung des Schlüssels vorgesehenen Fensterausschnitte ist bei allen Zuhaltungsplatten dieselbe wie die Breite des Schlüsselprofils 2. Die Fensterausschnitte sind jedoch in den einzelnen Zuhaltungsplatten so versetzt, daß sich bei eingeführtem Schlüssel die Außenränder 3a aller Zuhaltungsplatten in gleicher Höhe befinden. Da die Höhenunterschiede zwischen den fünf Profilstufen des Schlüssels 1 alle gleich sind, kann die für die Profilhöhe 1 bestimmte Zuhaltungsplatte 3 um 180 0 verdreht auch für die Profilhöhe 5 verwendet werden. In derselben Weise kann die Zuhaltungsplatte für die Profilhöhe 2 auch für die Profilhöhe 4 verwendet werden, so daß für die gezeigte Ausführung insgesamt nur drei unterschiedlich gefertigte Zuhaltungsplatten benötigt werden.

    [0014] In Abbildung 2 ist in einem Außenzylinder 7 ein feststehender Innenzylinder angeordnet, der an seiner Ober-und Unterseite abgeflacht ist, so daß sich eine obere und untere Sperrnut 8 und scharfe Kanten 9 ergeben. In den Innenzylinder 5 ist drehbar ein Käfigzylinder 6 eingebracht, der in Schlitzführungen die Zuhaltungen 3 enthält. Die Zuhaltungen 3 weisen an ihren Seitenflanken Längsausschnitte 11, 11a und Ausnehmungen 10 auf. In eine Nut 15 im Bereich der Längsausschnitte 11, 11a ist ein Balken 14 eingeschoben, der in die Längsausschnitte 11, 11a eingreift. Hier ist ein aus zwei Schlüsselhälften gebildeter Doppelschlüssel 1, 1a dargestellt, dessen beide Schlüsselhälften verschiedene Profilfolgen aufweisen. In den Längsschlitzen des Käfigzylinders befinden sich dann immer zwei Zuhaltungsplatten, eine für die rechte und die andere für die linke Schlüsselhälfte 1, 1a. Dabei können die Zuhaltungsplatten für die beiden Schlüsselhälften seitenverkehrt und um 180 ° verdreht benützt werden. Die Zuhaltungsplatten 3 sind durch den eingeführten Schlüssel 1 auf eine Höhe innerhalb des Innenzylinders geführt und gehalten, so daß der Käfigzylinder gedreht werden kann. Nach dem Abziehen des Schlüssels 1 fallen die Zuhaltungen 3 durch die Schwerkraft in die untere Sperrnut 8, wodurch eine Drehung des Käfigzylinders blockiert ist. Das Schloß befindet sich dann in seinem Sperrzustand (Figur 3).

    [0015] Um ein illegales öffnen durch das Abtasten der Zuhaltungsplatten nach dem "Hobbschen"-Verfahren zu verhindern, sind an den beiden unteren Seitenflanken der Zuhaltungsplatten Ausnehmungen 10 angebracht, welche sich beim Verdrehen des Käfigzylinders in seiner Schließlage an den Kanten 9 des Innenzylinders verhaken. Diese Ausnehmungen 10 sind nur an einer Seite der Zuhaltungsplatten vorgesehen, so daß dann, wenn dieselbe Zuhaltungsplatte um 180 0 verdreht in einem anderen Führungsschlitz verwendet wird, die glatte andere Kante auch die kleinste Verdrehung des Käfigzylinders verhindert.

    [0016] Unterschiedliche Eintauchtiefen 16 in die untere Sperrnut 8 werden dadurch erzielt, daß die Längsausschnitte 11, 11a der einzelnen Zuhaltungsplatten 3 unterschiedlich lang ausgeführt werden. Durch diese Längsausschnitte 11, 11a in Verbindung mit dem Ansatz des Balkens 14 wird die Bewegung der Zuhaltungen 3 in die Sperrnut 8 nach dem Abziehen des Schlüssels begrenzt, und die Zuhaltungen 3 in unterschiedliche Höhen bzw. Eintauchtiefen gestellt.

    [0017] Da beim Einführen des Schlüssels die Zuhaltungsplatten durch das Schlüsselprofil zwangsgesteuert auf- und abbewe gt werden, muß das Maß 4 (Figur 2) an der Ausnehmung 11 mindestens so groß sein wie die Höhe 4 (Figur 1) der der Zuhaltungsplatte entsprechenden Profilhöhe, gerechnet von der niedrigsten Profilhöhe. Dieses Maß 4 bestimmt die Eintauchtiefe 16 der Zuhaltungsplatte 3 in die Sperrnut 8.

    [0018] Das Maß 4a bestimmt die Eintauchtiefe in die obere Sperrnut 8 und kann von der Profilhöhe unabhängig gewählt werden. Die Gesamtlänge der Ausnehmung 11 ist dann gleich der Summe aus dem Maß 4 plus dem Maß 4a und der Dicke des Balkens 14.

    [0019] In Abbildung 3 ist eine Zuhaltungsplatte 3 (Fensterausschnitt nicht gezeichnet) gezeigt, die bei herausgezogenem Schlüssel nach unten in die Sperrnut 8 gefallen ist und deren Bewegung durch den Balken 14 begrenzt ist.

    [0020] Figur 4 zeigt den Käfigzylinder während der Montage der Zuhaltungen. So lange der Balken 14 noch nicht in seine Nut eingeschoben, bzw. aus dieser herausgezogen ist, können die Zuhaltungsplatten in die Führungsschlitze des Käfigzylinders ungehindert eingeschoben werden.


    Ansprüche

    1. Zylinderschloß, bestehend aus einem in einem Außenzylinder feststehenden, mit zwei um 180 0 versetzten Längsausnehmungen versehenen Innenzylinder, in welchem ein federlose, plattenförmige Zuhaltungen tragender Käfigzylinder verdrehbar angeordnet ist und die Zuhaltungsplatten durch einen Schlüssel gesteuert werden, deren obere und untere Kante so profiliert ist, daß bei den verschiedenen Profilstufen der Abstand zwischen der oberen und unteren Kante (Profilbreite) gleich ist und die Zuhaltungsplatten für den Schlüsseldurchgang Fensterausschnitte aufweisen, wobei der Abstand zwischen der oberen und unteren Kante eines Fensterausschnitts der Profilbreite des Schlüssels entspricht, so daß die Zuhaltungsplatten in ihrer Längsbewegung durch das Schlüsselprofil in beiden Richtungen zwangsgesteuert werden, in der Weise, daß bei in den Schloßzylinder eingeführtem Schlüssel die Zuhaltungsplatten alle in ihrer öffnungslage stehen, dadurch gekennzeichnet, daß zur Begrenzung der Längsbewegung die Zuhaltungsplatten (3) in ihren Führungsschlitzen an beiden Außenflanken der Zuhaltungsplatten (3) in gleicher Höhe und gleichgestellte Längsausschnitte (11, 11a) angebracht sind und ein in diese Längsausschnitte (11, 11a) hineinragender, über die ganze Länge des Käfigzylinders (6) angebrachter Balken (14) vorgesehen ist, welcher in eine im Käfigzylinder (6) hierfür vorgesehene Nut (15) hineingeschoben werden kann und welcher in die Längsausschnitte (11, 11a) hineinragend die Längsbewegung der Zuhaltungsplatten (3) begrenzt.
     
    2. Zylinderschloß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Balken (14) sich in einer zu der Längsbewegung der Zuhaltungsplatten (3) querliegenden Mittelachse des Käfigzylinders befindet, wodurch der Balken (14) die Längsbewegung der Zuhaltungsplatten (3) auch in ihrer seitenverkehrten, wie auch in zu 180 ° verdrehten Lage gleichwohl begrenzen kann.
     
    3. Zylinderschloß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Länge der Längsausschnitte (11, 11a) an den Seitenflanken der Zuhaltungsplatten (3) so bemessen ist, daß ihre Eintauchtiefe (16) in die Längsausnehmungen (8) in beiden Bewegungsrichtungen unterschiedlich ist.
     
    4. Zylinderschloß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß Ausnehmungen (10) zur Verhakung der Zuhaltungsplatten (3) nur an einem Ende der Zuhaltungsplatten (3) angebracht sind, so daß, wenn dieselbe Zuhaltungsplatte (3) um 180 ° verdreht eingesetzt ist, eine Verdrehung des Käfigzylinders (6) durch die glatten Zuhaltungsflanken in der Sperrnut (8) verhindert ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht