[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Verpacken von Lebensmitteln unter Schutzgas
in Kunststoffbecher mit flexiblem Deckel.
[0002] Derartige Verfahren werden taktweise durchgeführt und umfassen die Arbeitsgänge Produktabfüllen,
Schutzgasspülen, Deckelauflegen und Deckelverschweißen. Das Schutzgasspülen geschieht
in der Weise, daß über eine oder mehrere Gasdüsen das Schutzgas, beispielsweise Stickstoff,
Kohlendioxid oder Argon, von oben in den mit Produkt gefüllten Becher geblasen wird.
Es ist unmittelbar einzusehen, daß bei dieser Verfahrensweise große spezifische Schutzgasmengen
benötigt werden, um den Kopfraum des Bechers mit Schutzgas.zu füllen. Der mit Produkt
gefüllte Becher hat in der Regel einen Kopfraum von 50 bis 100 ml, der als flache
Scheibe von maximal 10 mm Höhe ausgebildet ist. Ein ausreichender Gasaustausch in
diesem offenen Kopfraum ist nur möglich, wenn mit Schutgasmengen gespült wird, die
ein Vielfaches des Kopfraumvolumens betragen. Diese Verfahrensweise ist daher allein
schon vom Schutzgasbedarf her gesehen unbefriedigend. Als weiterer Nachteil kommt
bei dieser Verfahrensweise hinzu, daß sich das Eindringen von Luftsauerstoff in den
mit Schutzgas gefüllten Kopfraum nicht vermeiden läßt. Nach dem Spülen mit Schutzgas
dauert es nämlich noch ca. 2 Sek., bis der Becher verdeckelt wird. Diese Leerlaufstandzeit
führt zum erneuten Gasautausch, der Sauerstoffgehalt steigt wieder an. Außerdem wird
durch das Auflegen des Deckels noch zusätzlich Luft in den Kopfraum des Bechers gedrückt
und eingeschlossen.
[0003] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Verpacken von Lebensmittel
unter Schutzgas in Kunststoffbecher zu schaffen, welches sich durch einen geringen
spezifischen Schutzgasverbrauch auszeichnet und das Eindringen von Luftsauerstoff
in den mit Schutzgas gespülten Kopfraum des Bechers verhindert.
[0004] Bei einem Verfahren zum Verpacken von Lebensmitteln unter Schutzgas in Kunststoffbecher
mit flexiblem Deckel, bei dem taktweise die Arbeitsgänge Produktabfüllen, Schutzgasspülen,
Deckelauflegen und Deckelverschweißen durchgeführt werden, wird dies gemäß der Erfindung
dadurch erreicht, daß die Arbeitsgänge in der Reihenfolge Produktabfüllen, Deckelauflegen,
Schutzgasspülen und Deckelverschweißen ausgeführt werden, wobei das Schutzgasspülen
erfolgt, indem der Deckel an mindestens einer Stelle auf dem Becherrand fixiert wird,
eine Seite des Deckels etwas angehoben wird und durch den hierdurch gebildeten Spalt
das Schutzgas eingeblasen wird. - Das Fixieren des Deckels auf den Becherrand kann
durch eine oder mehrere Punktschweißungen bewerkstelligt werden. Der Deckel kann auch
durch im Arbeitstakt betätigte Niederhalter auf den Becherrand gedrückt und fixiert
werden. Das Anheben des Deckels kann auf vielfältige Weise erfolgen. Gut bewährt hat
sich eine Verfahrensweise, bei der die Deckelabreißlasche über einen Keil gleitet.
Wenn die Deckelabreißlasche das dicke Ende des Keils erreicht hat, ist der Deckel
etwas angehoben. Vorzugsweise erfolgt hierbei die Schutzgaszufuhr durch eine Bohrung
im dicken Keilende. Eine weitere Verfahrensweise zum Anheben des Deckels, die sich
praktisch bewährt hat, besteht darin, daß der Deckel mittels der Gasdüse zum Einblasen
des Schutzgases angehoben wird. Die Gasdüse wird hierzu im Arbeitstakt in vertikaler
Richtung angehoben und wieder abgesenkt. Auch diese Verfahrensweise wird vorzugsweise
so durchgeführt, daß die Gasdüse den Deckel an der Deckelabreißlasche anhebt.
[0005] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung sollen anhand der beigefügten Zeichnungen
erläutert werden.
[0006] Es zeigen:
Fig.1 ein Transportband mit Kunststoffbechern, teilweise im Schnitt, bei denen die
Schutzgasspülung nach Anheben des Deckels mit der Gasdüse erfolgt.
Fig.2 einen Kunststoffbecher von Fig.1 im Schnitt und in vergrößerter . Einzeldarstellung
im Augenblick des Schutzgasspülens,
Fig.3 eine Draufsicht auf Fig.2, teilweise im Schnitt,
Fig.4 ein Transportband mit Kunststoffbechern,bei denen das Anheben des Deckels durch
einen Keil erfolgt, teilweise im Schnitt,
Fig.5 eine Draufsicht auf Fig.4.
[0007] Fig.1 zeigt die Glieder 1 - 7 eines Transportbandes, mit dem die Kunststoffbecher
9 - 13 taktweise zu den einzelnen Arbeitsstationen befördert werden. Die Förderrichtung
ist durch Pfeile 8 angegeben. über dem Kunststoffbecher 12 befindet sich die Dosiereinrichtung
14 für das abzufüllende Produkt 15. Eine Arbeitsstation weiter befindet sich über
dem Kunststoffbecher 11 der Deckelvorratsbehälter 16. Ein Deckel 17 liegt hier bereits
auf dem Kunststoffbecher 11 auf. In der nächsten Arbeitsstation erfolgt das Spülen
mit Schutzgas, welches durch die Gasdüse 18 zugeführt wird. Der auf dem Kunststoffbecher
10 befindliche Deckel 19 ist durch eine gestrichelte Linie dargestellt. Der Deckel
19 ist vom Rand des Kunststoffbechers 10 leicht angehoben, und zwar auf der einen
Seite durch die Gasdüse 18, auf der anderen Seite durch das entweichende Gas 20. Der
Deckel 19 wird durch zwei in Fig.1 nicht dargestellte Niederhalter auf dem Rand des
Kunststoffbechers 10 fixiert. Die letzte Arbeitsstation zeigt schließlich den Kunststoffbecher
9 mit dem Deckel 22, der mit Hilfe des Schweißkopfes 21 auf den Rand des Kunststoffbechers
9 geschweißt wird.
[0008] Die Deckel 17, 19 und 22 bestehen vorzugsweise aus Aluminium. Es können aber auch
Kunststoffdeckel verwendet werden.
[0009] In den Fig.2 u.3 ist das Spülen des Kopfraumes des Bechers 10 von Fig.1 gemäß der
Erfindung vergrößert dargestellt. Der Deckel 19 wird durch eine Aufwärtsbewegung der
Gasdüse 18 etwas angehoben. Vorzugsweise geschieht dies an der Aufreißlasche 23. Danach
wird das Schutzgas eingeblasen, was durch die Pfeile 24 angedeutet ist. Das aus dem
Kopfraum des Bechers 10 entweichende Gas 20, also Luft, vermischt mit Schutzgas, hebt
den Deckel 19 an der gegenüberliegenden Seite ebenfalls an. Nach-dem genügend Schutzgas
eingeblasen ist, wird die Gasdüse 18 abgesenkt und seitlich wegbewegt, so daß der
Kunststoffbecher 10 im nächsten Arbeitstakt zur nächsten Arbeitsstation weiterbefördert
werden kann. Die Bewegung der Gasdüse 18 in vertikaler Richtung ist durch Pfeile 25
dargestellt, die seitliche Bewegung der Gasdüse 18 durch einen Pfeil 26. Die seitliche
Bewegung der Gasdüse 18 erübrigt sich, wenn das Einblasen des Schutzgases von der
Seite des Transportbandes her erfolgt, also 90° versetzt gegenüber der dargestellten
Anordnung. Zum Fixieren des Deckels 19 auf dem Rand des Bechers 10 dienen zwei Niederhalter
27, deren Bewegung in vertikaler Richtung durch die Pfeile 28 angedeutet ist.
[0010] Die Fig.4 u.5 zeigen eine andere Ausführungsform der Erfindung. Auf den Gliedern
29, 30 u. 31 eines Transportbandes befinden sich die Kunststoffbecher 33, 34 u. 35.
Die Förderrichtung des Transportbandes wird durch die Pfeile 32 angegeben. Auf den
Kunststoffbechern 33 - 35 befinden sich die Aluminiumdeckel 36, 37 u.38. Die mittlere
Arbeitsstation, in welcher sich der Kunststoffbecher 34 befindet, zeigt das Anheben
des Deckels 37 und Spülen mit Schutzgas gemäß der Erfindung. Zum Anheben des Deckels
37 dient ein feststehender Keil 39, der sich beim Vorwärtsbewegen des Kunststoffbechers
34 in Förderrichtung unter die Aufreißlasche 40 des Deckels 37 schiebt und diesen
entsprechend seiner Dicke etwas anhebt. Durch eine Bohrung mit Zufuhrstutzen 41 im
dicken Ende des Keils 39 wird das Schutzgas 42 eingeblasen. Das entweichende Gas ist
durch Pfeile 43 dargestellt. Das Fixieren der Deckel 36, 37 u. 38 geschieht bei dieser
Verfahrenvariante durch Punktschweißungen 44, 45 und 46.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren schließt praktisch aus, daß nach dem Spülen mit Schutzgas
wieder Sauerstoff aus der Umgebung in den Kopfraum der Kunststoffbecher gelangt. Dies
wird zudem mit einer bisher nicht für möglich gehaltenen geringen Schutzgasmenge erreicht.
Im praktischen Betrieb hat sich gezeigt, daß der Schutzgasverbrauch pro Becher weniger
als das dreifache des Kopfraumvolumens beträgt.
1. Verfahren zum Verpacken von Lebensmitteln unter Schutzgas in Kunststoffbecher mit
flexiblem Deckel, bei dem taktweise die Arbeitsgänge Produktabfüllen, Schutzgasspülen,
Deckelauflegen und Deckelverschweißen durchgeführt werden,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Arbeitsgänge in der Reihenfolge Produktabfüllen, Deckelauflegen, Schutzgasspülen
und Deckelverschweißen ausgeführt werden, wobei das Schutzgasspülen erfolgt, indem
der Deckel (19,37) an mindestens einer Stelle auf dem Becherrand fixiert wird, eine
Seite des Deckels etwas angehoben wird und durch den hierdurch gebildeten Spalt das
Schutzgas (24, 42) eingeblasen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (36, 37,38) auf dem Becherrand durch mindestens eine Punktschweißung
(44,45,46) fixiert wird.
. 3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Deckel (19) auf dem Becherrand durch mindestens einen Niederhalter (27) fixiert
wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Seite des Deckels (37) etwas ausgehoben wird, indem die Deckelaufreißlasche
(40) über einen Keil (39) geführt wird.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Schutzgas (42) durch das dicke Keilende zugeführt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Seite des Deckels (19) etwas angehoben wird, indem die Deckelaufreißlasche
mittels der Gasdüse (18) zum Einblasen des Schutzgases (24) angehoben wird.