(19)
(11) EP 0 063 287 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
27.10.1982  Patentblatt  1982/43

(21) Anmeldenummer: 82102816.4

(22) Anmeldetag:  02.04.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3F16L 57/00, F16L 58/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE FR GB IT LI LU NL SE

(30) Priorität: 09.04.1981 DE 3114264
09.04.1981 DE 3114368

(71) Anmelder:
  • Dreyfuss, Wilfried
    D-3111 Eimke (DE)
  • Remp, Thomas E.
    Houston Texas 77056 (US)

(72) Erfinder:
  • Dreyfuss, Wilfried
    D-3111 Eimke (DE)
  • Remp, Thomas E.
    Houston Texas 77056 (US)
  • Müller, Kurt
    D-3101 Eicklingen (DE)

(74) Vertreter: Leine, Sigurd, Dipl.-Ing. et al
LEINE & KÖNIG Patentanwälte Burckhardtstrasse 1
D-30163 Hannover
D-30163 Hannover (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Schutzvorrichtung für Rohre


    (57) Um die Innenfläche von insbesondere mit Gewinde versehenen Rohren, deren Gewinde-Rohrenden zum luftdichten Abschluß mit einer Gewindeschutzvorrichtung versehen sind, gegen Rostbildung zu schützen, ist ein in die Rohre einbringbarer Träger, beispielsweise in Form eines Streifens, vorgesehen, an dem mehrere Behältnisse beabstandet hintereinander angeordnet sind (Fig. 5). Die Behältnisse sind mit Trockenmittel gefüllt und bestehen aus feuchtigkeitsdurchlässigem Material. Der Träger wird vorzugsweise an den beiden Rohrenden befestigt. Im Boden der Gewindeschutzvorrichtung ist eine Feuchtigkeitsanzeigeeinrichtung angeordnet.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Schutzvorrichtung für Rohre, deren Rohrenden mit einem Gewinde versehen sind.

    [0002] Rohre, insbesondere mit Gewinde versehene Ölfeldrohre, werden häufig durch lange Transportwege und Lagerung verschiedenen klimatischen Bedingungen ausgesetzt. Sie neigen infolgedessen vor allem an der Innenseite zur Rostbildung. Die Rohre werden üblicherweise an den Enden mit Schutzkappen versehen, um die Gewinde zu schützen. Um ferner zu verhindern, daß Fremdkörper oder Regenwasser in das Innere der Rohre gelangt, werden häufig geschlossene Schutzkappen und Schutzstopfen verwendet, die das Rohr vollständig an beiden Seiten verschließen. Dies wiederum hat zur Folge, daß sich bei Temperaturschwankungen Schwitzwasser bildet, das die Rostbildung verstärken kann. Es sind chemische Mittel bekannt, die die Eigenschaft haben, Feuchtigkeit aus der Umgebung aufzunehmen. Solche Mittel werden allgemein Trockenmittel genannt. Es ist auch bekannt, zum Schutz der Rohre solche Trockenmittel in Beutel abzupacken.und diese Beutel dann in die Rohre zu schieben, wo sie kurz hinter den Rohrenden lagern. Es hat sich nun gezeigt, daß diese bekannten Schutzeinrichtungen nicht ausreichen, die Rohre vor Rostbildung zu schützen. Es hat sich nämlich gezeigt, daß in Rohren, insbesondere größerer Länge, die Feuchtigkeit von dem Trockenmittel nur aus der näheren Umgebung der Beutel aufgenommen wird, und daß die weiter innen liegenden Innenrohrflächen rosten. Ferner ist es notwendig, die Rohre von Zeit zu Zeit zu inspizieren. Hierzu werden bisher in recht umständlicher, zeitraubender und teurer Art und Weise jeweils die Schutzkappen und Schutzstopfen abgeschraubt bzw. abgenommen; das Rohrinnere wird dann optisch überprüft.

    [0003] Der vorliegenden Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Schutzeinrichtung so auszubilden, daß eine Korrosion, insbesondere ein Rosten der Innenwandung der Rohre sicher vermieden ist und ferner die bisherige, umständliche, aufwendige und teure Inspektion vermieden werden kann.

    [0004] Diese Aufgabe wird durch die im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebene Ausbildung gelöst.

    [0005] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung ist es auf einfache Weise möglich, Trockenmittel definiert in Rohre so einzubringen, daß ein sicherer Schutz gegen Feuchtigkeit und damit gegen Rostbildung entlang des ganzen Rohres gewährleistet ist. Die Verteilung des Trockenmittels kann portionsweise, abgefüllt in Behältnisse, entlang des Rohrinneren mit kurzen, längeren, gleichmäßigen oder ungleichmäßigen Abständen erfolgen. Eine kontinuierliche Verteilung entlang des Rohrinneren ist auch möglich. Die Handhabung und Anbringung der erfindungsgemäßen Einrichtung ist ohne wesentliche Hilfsmittel möglich und kann auch von Hilfskräften erfolgen.

    [0006] Durch die erfindungsgemäße Ausbildung kann die einmal aufgeschraubte Schutzvorrichtung (Schutzkappe und Schutzstopfen) in der Einbaulage verbleiben. Die Kontrolle des Rohrinneren erfolgt durch Überwachung der Feuchtigkeit mit Hilfe einer geeigneten Feuchtigkeitsanzeigeeinrichtung. Eine Meß- und Warneinrichtung kann ebenfalls eingebaut sein, die bei Erreichen eines vorbestimmten Feuchtigkeitsgrades ein optisches oder akustisches Warnsignal abgibt. Durch die erfindungsgemäße Ausbildung entfällt das aufwendige und damit teure Abnehmen der Schutzvorrichtung zwecks Inspektion des Rohrinneren; mit Hilfe der eingebauten Feuchtigkeitsanzeigeeinrichtung kann sofort erkannt werden, ob im Rohrinneren ein die Rostbildung zulassender Feuchtigkeitsgrad herrscht oder nicht.

    [0007] Zweckmäßige und vorteilhafte Weiterbildungen der erfindungsgemäßen Lösung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.

    [0008] Zweckmäßige und einfach herzustellende Behältnisse und Träger sowie deren Verbindung sind in den Ansprüchen 3 bis 6 angegeben.

    [0009] Die Weiterbildungen nach den Ansprüchen 7, 8 und 10 geben besonders vorteilhaft herstellbare und einsetzbare erfindungsgemäße Einrichtungen wieder.

    [0010] Zweckmäßige und vorteilhafte Feuchtigkeitsanzeigeeinrichtungen sind in den Unteransprüchen 13 und 14 angegeben. Diese Anzeigeeinrichtungen sind preiswert in der Herstellung, einfach zu installieren und geben den Feuchtigkeitsgehalt mit ausreichender Genauigkeit an.

    [0011] Die Erfindung soll nun anhand der beigefügten Zeichnung, in der einige Ausführungsbeispiele dargestellt sind, näher erläutert werden.

    [0012] , Die Fig. 1 bis 5 der Zeichnung zeigen verschiedene Austührungsformen der erfindungsgemäßen Schutzvorrichtung und deren Anordnung in einem Rohr.

    [0013] Die Fig. 6 zeigt eine erfindungsgemäß ausgebildete Einrichtung zur Anzeige der Feuchtigkeit in einem Rohr.

    [0014] In den Fig. 1 bis 5 ist mit dem Bezugszeichen 2 ein Rohr bezeichnet, in dem Rostschutzeinrichtungen 4, 6, 8, 1o und 25 angeordnet sind. Die Rostschutzeinrichtung 4 nach Fig. 1 besteht aus einem zweilagigen Streifen 12, in dem Kissen 14 ausgearbeitet sind, zwischen denen sich Einschnürungen 16 befinden und in denen sich Trockenmittel befindet.

    [0015] Die Rostschutzeinrichtung 6 nach Fig. 2 besteht aus einem einlagigen Streifen 18, auf dem Kissen 2o in bestimmten Abständen aufgebracht sind, beispielsweise durch Annähen, Aufkleben oder dergleichen. In den Kissen ist wiederum Trockenmittel vorhanden .

    [0016] Die Rostschutzeinrichtung 8 nach Fig. 3 besteht aus mit Trockenmittel gefüllten Beuteln 22, die mit Abstand zueinander an einem Band oder einer Kordel 24 befestigt sind, beispielsweise durch Festbinden oder Anklammern.

    [0017] Die Rostschutzeinrichtung 25 nach Fig. 5 besteht aus einem Vliesstreifen 27, in dem das Trockenmittel in Form von Tabletten 29 eingenäht ist.

    [0018] Die Kissen 14 und 2o und die Beutel 22 sowie die Tabletten 29 können außer in gleichmäßigen Abständen auch ungleichmäßig verteilt angeordnet sein. Es ist auch denkbar, sie von der Rohrmitte zu den Rohrenden hin mit zu-oder abnehmenden Abständen (vgl. Fig. 5) anzuordnen.

    [0019] Die Rostschutzeinrichtung 10 nach Fig. 4 besteht äus einem mit Trockenmittel gefüllten Schlauch 26, dessen Enden verschlossen sind.

    [0020] Als Material für die Kissen, Beutel und den Schlauch dient ein für Feuchtigkeit durchlässiges Material, beispielsweise ein Vlies.

    [0021] Die Rostschutzeinrichtungen 4, 6, 8, 1o und 25 sind vorzugsweise an den Rohrenden befestigt (nicht dargestellt). Die Befestigung kann beispielsweise an den üblicherweise die Rohrenden verschließenden Schutzkappen 3o oder Schutzstopfen 32 erfolgen, beispielsweise mit Hilfe von an den Kappen angeordneten Haken 34 und an den Rostschutzeinrichtungen angebrachten Ösen 36 , vgl. Fig. 5; auch geeignete Klemmeinrichtungen (nicht dargestellt) können eingesetzt werden.

    [0022] Bei Rohren größeren Durchmessers ist es zweckmäßig, mehrere der Rostschutzeinrichtungen 4, 6, 8, 10 oder 25 in den Rohren nebeneinander anzuordnen.

    [0023] Die Fig. 6 zeigt ein Rohr 40, das an einem Ende ein Außengewinde 42 und am anderen Ende ein Innengewinde 44 trägt. Auf das Außengewinde ist eine Schutzkappe 46 und auf das Innengewinde ein Schutzstopfen 48 geschraubt.

    [0024] Die Schutzkappe 46 weist einen mit einem Innengewinde 5o versehenen Mantel 52 und einen becherförmigen Einsatz 54 mit einem Boden 56 auf, der mit dem Mantel 52 über einen den Rohrrand überdeckenden, ringförmigen Stegteil 58 verbunden ist. Im Stegteil sind Nuten 6o ausgebildet zum Ansetzen eines Werkzeugs.

    [0025] Der Schutzstopfen 1o ist in Form eines becherförmigen Einsatzes ausgebildet mit einem Mantel 62 und einem Boden 64. Der Mantel 62 weist ein Außengewinde 65 auf. Ein Ringflansch 67, in dem Nuten 66 zum Ansetzen eines Werkzeugs ausgebildet sind, überdeckt den Rohrrand.

    [0026] Im Boden 56 der Schutzkappe und auch im Boden 64 des Schutzstopfens ist jeweils eine Feuchtigkeitsanzeigeeinrichtung 68 bzw. 7o angeordnet. Es ist normalerweise ausreichend, wenn nur in einem der Böden 56 und 64 eine solche Feuchtigkeitsanzeigeeinrichtung angeordnet ist.

    [0027] Die Feuchtigkeitsanzeigeeinrichtung ist in der Zeichnung ein einfacher Feuchtigkeitsindikator 71, der im Sichtfenster 72 eines Gewindestopfens 74 angeordnet ist, der in den Boden der Schutzvorrichtung eingeschraubt ist. Der Feuchtigkeitsindikator ist vorzugsweise austauschbar angeordnet.

    [0028] Die Feuchtigkeitsanzeige kann auch ein elektrisches Feuchtigkeitsmeßgerät sein, an das zusätzlich noch eine Warneinrichtung angeschlossen sein kann, um das Erreichen eines bestimmten Feuchtigkeitsgehaltes akustisch und natürlich auch optisch anzuzeigen.

    [0029] Die Schutzkappe 46 und der Schutzstopfen 48 können anders als in der Zeichnung dargestellt auch Böden aufweisen, die in etwa in der Ebene des Stegteiles 58 bzw. der Ringflansche 67 liegen.


    Ansprüche

    1. Schutzvorrichtung für Rohre, deren Rohrenden mit einem Gewinde versehen sind, gekennzeichnet durch die Kombination aus einer Gewindeschutzvorrichtung (46, 48), die auf oder in die Rohrenden (4o) auf- oder einschraubbar ist zum luftdichten Abschluß der Rohrenden und die einen Boden (56, 64) und ein mit einem Gewinde (50, 65) versehenes Mantelteil (52, 62) aufweist, einer in den Rohren angeordneten Rostschutzeinrichtung (4, 6, 8, 10, 25) sowie einer im Boden der Gewindeschutzvorrichtung angebrachten Feuchtigkeitsanzeigeeinrichtung (68, 7o).
     
    2. Schutzvorrichtung, insbesondere für die Innenfläche von Rohren, unter Verwendung eines Trockenmittels, das in feuchtigkeitsdurchlässigen Behältnissen verpackt ist,nach Anspr.1, dadurch gekennzeichnet, daß mehrere Behältnisse (14, 20, 22) hintereinander, in gleichmäßigen, unregelmäßigen oder sich ändernden Abständen an oder in einem in die Rohre einbringbaren Träger (12, 18, 24) angeordnet sind.
     
    3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Behältnisse Beutel, Kissen oder Päckchen sind.
     
    4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger ein Band, eine Kordel, eine Schnur, ein Streifen, ein Stab oder dergleichen ist.
     
    5. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Beutel (22) oder Kissen (14, 20) oder Päckchen am Band, an der Kordel, an der Schnur, am Streifen oder an dem Stab befestigt sind.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Befestigung durch Anbinden, Anklammern, Ankleben, Anheften, Annähen, Anschweißen erfolgt.
     
    7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß in einem zweilagigen Band oder zweilagigen Streifen kissenartige,.mit Trockenmittel gefüllte, beabstandete Hohlräume ausgebildet sind.
     
    8. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Behältnis (26) eine schlauchartige Einrichtung ist, die gleichzeitig Träger ist.
     
    9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger an den beiden Enden der Rohre befestigt ist.
     
    10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Trockenmittel in Form von Tabletten in einen Vliesstreifen eingenäht ist.
     
    11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstände zwischen aufeinanderfolgenden Behältnissen oder Tabletten von dem Trägerende bis zur Trägermitte bzw. von den Rohrenden bis zur Rohrmitte zu- oder abnehmen.
     
    12. Schutzvorrichtung für Rohre zum Auf- oder Einschrauben auf bzw. in mit einem Gewinde versehene Rohrenden, mit einem mit einem Gewinde versehenen Mantelteil und mit einem Boden nach Anspruch 1, dadurch qekennzeichnet, daß im Boden wenigstens einer Schutzvorrichtung (8, 10) eine von außen ablesbare Feuchtigkeitsmeß- und Feuchtigkeitswarneinrichtung luftdicht angeordnet ist.
     
    13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Feuchtigkeitsanzeigeeinrichtung ein Feuchtigkeitsindikator mit Farbanzeige für verschiedene Feuchtigkeitsbereiche ist, der in einem Gewindestopfen mit Sichtfenster angeordnet ist, welcher in den Boden der Schutzvorrichtung eingeschraubt ist.
     
    14. Vorrichtung nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß der Feuchtigkeitsindikator auswechselbar im Sichtfenster des Gewindestopfens angeordnet ist.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht