[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft Färbereihilfsmittelgemische sowie ihre Verwendung
beim Färben von synthetischen Fasermaterialien, insbesondere Polyesterfasern.
[0002] Egalisiermittel für synthetische Fasermaterialien haben oft den Nachteil, dass sie
den Farbstoff übermässig retardieren und damit zwangsläufig nach Beendigung der Färbung
und beim Abkühlen der Färbeflotte zu einer Herabsetzung der Dispersionsstabilität
führen. Der zurückgehaltene Farbstoff, der durch die meist nichtionogenen Egalisiermittel
ausgelöst wird, führt beim Abkühlen der Färbeflotte zu Rekristallisationen, Ablagerungen
und damit zu einer ungenügenden Reibechtheit der Färbungen. Dispergiermittel, die
speziell für Hochtemperaturbedingungen eingesetzt werden, können zwar derartige Rekristallisationen
verhindern, führen aber normalerweise zu einer Verminderung der Farbausbeute und haben
zudem keine ausgesprochen egalisierende Wirkung.
[0003] Aus den D E-A Nrn. 2409437 und 2410481 sind Nitrilverbindungen der Formel

in der R' eine substituierte oder unsubstituierte Phenylgruppe oder eine substituierte
oderunsubstituierte Alkylgruppe mit 3 bis 30 Kohlenstoffatomen oder eine substituierte
oder unsubstituierte cycloaliphatische Gruppe darstellt und n' und m' gleich oder
verschieden sind und n' 0 bis 3 und m' 1 bis 3 bedeuten, bekannt. Diese Nitrilverbindungen
werden einerseits beim selektiven Färben von Fasergemischen, die aus Polyacrylat-,.
basischfärbbaren Polyamid- oder Polyesterfasern mit Polyester-, Polyamid-, keratinhaltigen
oder cellulosehaltigen Fasern bestehen, andererseits beim Färben von Modacrylfasern
eingesetzt. Diese Nitrilverbindungen können auch zusammen mit nichtionogenen Emulgatoren
verwendet werden.
[0004] Des weiteren sind aus der DE-A Nr. 2500882 Nitrilverbindungen der Formel

worin Y ein Sauerstoff- oder Schwefelatom und m" 1 oder 2 bedeuten, bekannt, die beim
Färben von Polyacrylnitrilfasern mit kationischen Farbstoffen eingesetzt werden. In
der DE-A Nr. 1619425 werden acyclische Verbindungen, die eine Cyanoethyl- oder Cyanopropylgruppe
enthalten, beschrieben, die beim Färben, Drucken, Ätzen oder optischen Aufhellen von
Materialien auf der Basis von Acetatcellulose verwendet werden. Ebenso sind in der
DE-A Nr. 2638833 Cyanalkylether beschrieben, die zusammen mit anionaktiven Verbindungen
beim Färben oder Bedrukken von Fasermaterialien aus natürlichen und/ oder synthetischen
Polyamiden mit anionischen Farbstoffen verwendet werden.
[0005] Ferner werden in der US-A Nr. 3114588 Aryloxypropionitrilverbindungen beschrieben,
die in Kombination mit spezifischen nichtionogenen Emulgiermitteln und anionischen
Dispergatoren beim Färben von hydrophoben Fasern unter anderem auch Polyesterfasern
eingesetzt werden können.
[0006] Es wurde nun durch eine ternäre Kombination einer spezifischen O-cyanethylierten
Verbindung der nachstehenden Formel 1 mit anionischen und nichtionogenen Tensiden
überraschenderweise ein neues Färbereihilfsmittelgemisch gefunden, welches die eingangs
angeführten Nachteile nicht aufweist. Es sorgt dagegen für ein gleichmässiges Eindringen
des Farbstoffes in das synthetische Fasermaterial und gleichzeitig für eine erhöhte
Migration des Farbstoffes, so dass eine Verbesserung der Egalität und der Reibechtheit
der Färbungen samt einer Steigerung der Farbausbeute erreicht wird.
[0007] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demnach ein Färbereihilfsmittelgemisch,
das mindestens
A) eine O-cyanethylierte Verbindung der Formel

worin
R einen n-wertigen aliphatischen, cycloaliphatischen oder araliphatischen Rest, und
n 1 bis 5 bedeuten,
B) ein anionisches Tensid, und
C) ein nichtionogenes Tensid
enthält.
Neben den genannten Komponenten A, B und C kann das erfindungsgemässe Hilfsmittelgemisch
noch zusätzlich
D) einen aliphatischen Alkohol mit 5 bis 18 Kohlenstoffatomen, ein Siloxan / Oxyalkylen-Copolymerisat
oder ein Gemisch dieser Stoffe, und/oder
E) ein polares Lösungsmittel
enthalten.
[0008] Bevorzugte Hilfsmittelgemische enthalten alle Komponenten A, B, C, D und E.
[0009] Jede der Komponenten A, B, C, D und E kann als Einzelverbindung oder als Gemisch
vorhanden sein.
[0010] In der Bedeutung eines aliphatischen Restes stellt R vorteilhafterweise den Kohlenwasserstoffrest
eines ungesättigten oder vorzugsweise gesättigten aliphatischen Monoalkohols mit 3
bis 24 Kohlenstoffatomen dar. Diese Kohlenwasserstoffreste können geradkettig oder
verzweigt sein. Als aliphatische gesättigte Alkohole kommen z.B. Propanol, Isopropanol,
n-Butanol, Isobutanol, sek.-Butanol, tert.-Butanol, n-Amylalkohol, Isoamylalkohol,
tert.-Amylalkohol, Neopentylalkohol, Hexanol, 2-Methylpentanol, 2=Ethylhexanol, Trimethylhexanol,
5-Methylheptan-3-ol, Octan-2-ol, Trimethylnonylalkohol, Decanol, Laurylalkohol, Myristylalkohol,
Cetylalkohol, Heptadecylalkohol, Stearylalkohol, Arachidylalkohol, Behenylalkohol
oder Alfole in Frage. Einige Vertreter der Alfole sind
@Alfol (8-10), (10-14) und (16-18). Ungesättigte aliphatische Alkohole sind beispielsweise
Allylalkohol, Butenol, Dodecenylalkohol, Hexadecenylalkohol oder Oleylalkohol. Die
Alkoholreste können allein oder als Gemische vorhanden sein. Die Alkoholreste können
ggf. mono-, di-oder triethoxyliert sein.
[0011] Als aliphatischer Rest kann sich R auch von einem mehrwertigen aliphatischen Alkohol
ableiten, der mindestens 2, vorteilhafterweise 2 bis 5 Hydroxylgruppen und vorzugsweise
2 bis 9 Kohlenstoffatome aufweist, z.B. von Alkylendiolen mit einem Alkylenrest von
2 bis 6 Kohlenstoffatomen, wie Ethylenglykol, 1,3- oder 1,2-Propylenglykol oder 1,5-Pentandiol,
sowie Glycerin, Trimethylolethan, Trimethylolpropan, Erythrit, Pentaerythrit, Mannit
oder Sorbit. Diese mehrwertigen Alkohole können auch mit 1 bis 6 mol Ethylenoxid oder
Propylenoxid oder Gemischen dieser Alkylenoxide verethert werden.
[0012] Als aliphatischer Rest bedeutet R vorzugsweise Alkenyl oder vorzugsweise Alkyl mit
jeweils 3 bis 22 Kohlenstoffatomen.
[0013] Als cycloaliphatischer oder araliphatischer Rest leitet sich R insbesondere von Cyclopentanol,
Cyclohexanol, Cyclododecanol, p-Nonylcyclohexanol, Hydroabietylalkohol bzw. Benzylalkohol,
Phenylethylalkohol oder Phenoxyethanol, wobei der Benzolkern auch durch Niederalkyl,
wie z.B. Methyl, Ethyl, Isopropyl oder Niederalkoxy wie Methoxy, Ethoxy oder Isopropoxy
oder durch Halogen substituiert sein kann, ab.
[0014] Praktisch wichtige cyanethylierte Verbindungen entsprechen der Formel

worin
R, einen aliphatischen Rest mit 3 bis 22 Kohlenstoffatomen oder einen ggf. durch Halogen,
Niederalkyl oder Niederalkoxy substituierten Phenoxyethylrest bedeutet.
[0015] Niederalkyl und Niederalkoxystellen bei der Definition der Reste der cyanethylierten
Verbindungen solche Gruppen oder Gruppenbestandteile dar, die 1 bis 5, insbesondere
1 bis 3 Kohlenstoffatome aufweisen, wie z. B. Methyl, Ethyl, n-Propyl, Isopropyl,
n-Butyl, sek.-Butyl oder Amyl bzw. Methoxy, Ethoxy oder Isopropoxy.
[0016] Halogen in Verbindung mit sämtlichen Substituenten bedeutet beispielsweise Fluor,
Brom oder vorzugsweise Chlor.
[0018] Unter diesen Vertretern sind vor allem die Verbindungen der Formeln 8, 11, 12, 13,
14 und 23 besonders bevorzugt.
[0019] Die Herstellung der Verbindungen der Formeln 1 bis 25 erfolgt in an sich bekannter
Weise. Vorzugsweise kann die Herstellung dadurch erfolgen, dass man einen Alkohol
der Formel R-OH, worin R die angegebene Bedeutung hat, mit Acrylnitril umsetzt. Die
Umsetzung erfolgt vorzugsweise in wasserfreien Medien, z.B. in alkoholischen Medien,
in Gegenwart eines Alkalimetallhydroxydes oder -alkoholates oder einer quaternären
Base wie Trimethylbenzylammoniumhydroxid und bei einer Temperatur von 10 bis 60° C.
[0020] Die anionischen Tenside der Komponente B sind vorzugsweise Derivate von Alkylenoxyaddukten,
wie z.B. saure, Ethergruppen oder vorzugsweise Estergruppen von anorganischen oder
organischen Säuren enthaltende Anlagerungsprodukte von Alkylenoxiden, besonders Ethylenoxid
und/oder Propylenoxid oder auch Styroloxid an aliphatische Kohlenwasserstoffreste
mit insgesamt mindestens 4 Kohlenstoffatomen aufweisende organische Hydroxyl-, Carboxyl-,
Amino- und/ oder Amidoverbindungen bzw. Mischungen dieser Stoffe. Diese sauren Ether
oder Ester können als freie Säuren oder als Salze, z.B. Alkalimetall-, Erdalkalimetall-,
Ammonium- oder Aminsalze, vorliegen.
[0021] Die Herstellung dieser anionischen Tenside erfolgt nach bekannten Methoden, indem
man z.B. an die genannten organischen Verbindungen mindestens 1, vorzugsweise mehr
als 1 mol, z.B. 2 bis 60 mol, Ethylenoxid oder Propylenoxid oder alternierend in beliebiger
Reihenfolge Ethylenoxid oder Propylenoxid anlagert und anschliessend die Anlagerungsprodukte
verethert bzw. verestert und ggf. die Ether bzw. die Ester in ihre Salze überführt.
Als Grundstoffe kommen höhere Fettalkohole, d.h. Alkanole oder Alkenole je mit 8 bis
22 Kohlenstoffatomen, zwei- bis sechswertige aliphatische Alkohole von 2 bis 9 Kohlenstoffatomen,
alicyclische Alkohole, Phenylphenole, Benzylphenole, Alkylphenole mit einem oder mehreren
Alkylsubstituenten, der bzw. die zusammen mindestens 4 Kohlenstoffatome aufweisen,
Fettsäuren mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen, Amine, die aliphatische und/oder cycloaliphatische
Kohlenwasserstoffreste von mindestens 8 Kohlenstoffatomen aufweisen, besonders derartige
Reste aufweisende Fettamine, Hydroxyalkylamine, Hydroxyalkylamide und Aminoalkylester
von Fettsäuren oder Dicarbonsäuren und höher alkylierter Aryloxycarbonsäuren in Betracht.
[0022] Beispielsweise kommen als anionische Tenside in Frage
- sulfatiertealiphatischeAlkohole,derenAlkyl- kette 8 bis 18 Kohlenstoffatome aufweist,
z.B. sulfatierter Laurylalkohol;
- sulfatierte ungesättigte Fettsäuren oder Fettsäurenniederalkylester, die im Fettrest
8 bis 20 Kohlenstoffatome aufweisen, z.B. Rizinolsäure und solche Fettsäuren enthaltende
Öle, z.B. Rizinusöl;
- Alkylsulfonate, deren Alkylkette 8 bis 20 Kohlenstoffatome enthält, z.B. Dodecytsu)foT
nat;
- Alkylarylsulfonate mit geradkettiger oder verzweigter Alkylkette mit mindestens
6 Kohlenstoffatomen, z.B. Dodecylbenzolsulfonate oder 3,7-Diisobutylnaphthalinsulfonate;
- Sulfonate von Polycarbonsäureestern, z.B. Dioctylsulfosuccinate oder Sulfosuccinamide;
- die als Seifen bezeichneten Alkalimetall-, Ammonium- oder Aminsalze von Fettsäuren
mit 10 bis 20 Kohlenstoffatomen, z.B. Kolophoniumsalze;
- Ester von Polyalkoholen, insbesondere Mono- oder Diglyceride von Fettsäuren mit
12 bis 18 Kohlenstoffatomen, z.B. Monoglyceride der Laurin-, Stearin- oder Ölsäure,
und
- die mit einer organischen Dicarbonsäure wie z.B. Maleinsäure oder Sulfobernsteinsäure,
vorzugsweise jedoch mit einer anorganischen mehrbasischen Säure wie o-Phosphorsäure
oder Schwefelsäure in einen sauren Ester übergeführten Anlagerungsprodukte von 1 bis
60 mol Ethylenoxid und/oder Propylenoxid an Fettamine, Fettsäuren oder Fettalkohole
je mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen, an Alkylphenole mit 4 bis 16 Kohlenstoffatomen
in der Alkylkette oder an drei- bis sechswertige Alkanole mit 3 bis 6 Kohlenstoffatomen.
[0023] Gut geeignete anionische Tenside der Komponente B sind saure Ester oder deren Salze
eines Polyadduktes von 2 bis 50 mol Ethylenoxid an 1 mol Fettalkohol mit 8 bis 22
Kohlenstoffatomen oder an 1 mol eines Phenols, das mindestens eine Benzylgruppe, eine
Phenylgruppe oder vorzugsweise eine Alkylgruppe mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen
aufweist, wie z.B. Benzylphenol, Dibenzylphenol, Dibenzyl(nonyl)phenol, o-Phenylphenol,
Butylphenol, Tributylphenol, Octylphenol, Nonylphenol, Dodecylphenol oder Pentadecylphenol,
wobei diese sauren Ester einzeln oder als Gemisch verwendet werden können.
[0024] Bevorzugte Komponenten B entsprechen der Formel
γ-0-(CH2CH20)-mX (26)
worin Y Alkyl oder Alkenyl mit jeweils 8 bis 22 Kohlenstoffatomen, Alkylphenyl mit
4 bis 16 Kohlenstoffatomen im Alkylteil oder o-Phenylphenyl, X den Säurerest einer
anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säure wie z.B. Schwefelsäure oder vorzugsweise
Phosphorsäure oder auch den Rest einer organischen Säure und m 2 bis 40, vorzugsweise
2 bis 15 bedeuten. Der AIkylrest im Alkylphenyl befindet sich vorzugsweise in para-Stellung.
Die Alkylreste im Alkylphenyl können Butyl, Hexyl, n-Octyl, n-Nonyl, p-tert.-Octyl,
p-Isononyl, Decyl oder Dodecyl sein. Bevorzugt sind die Alkylreste mit 8 bis 12 Kohlenstoffatomen,
insbesondere die Octyl- oder Nonylreste.
[0025] Die Fettalkohole zur Herstellung der anionischen Tenside der Formel 26 sind z. B.
solche mit 8 bis 22, insbesondere 8 bis 18 Kohlehstoffatomen, wie Octyl-, Decyl-,
Lauryl-, Tridecyl-, Myristyl-, Cetyl-, Stearyl-, Oleyl-, Arachidyl- oder Behenylalkohol.
[0026] Der Säurerest X leitet sich beispielsweise von niedermolekularen Dicarbonsäuren ab,
wie z.B. von Maleinsäure, Bernsteinsäure oder Sulfobernsteinsäure, und ist über eine
Esterbrücke mit dem Ethylenoxyteil des Moleküls verbunden. Insbesondere leitet sich
X jedoch von anorganischen mehrbasischen Säuren, wie Schwefelsäure und insbesondere
Orthophosphorsäure ab. Der Säurerest X kann in Salzform, d.h. z.B. als Alkalimetall-,
Ammonium- oder Aminsalz, vorliegen.
[0027] Beispiele für solche Salze sind Lithium-, Natrium-, Kalium-, Ammonium-, Trimethylamin-,
Ethanolamin-, Diethanolamin- oder Triethanolaminsalze.
[0028] Besonders bevorzugte Komponenten B sind anionische Tenside der Formel

worin Y, Octyl oder Nonyl bedeutet, m, 2 bis 15 ist und X, sich von Schwefelsäure
oder vorzugsweise von o-Phosphorsäure ableitet und die Tenside als freie Säuren, Natrium-
oder Ammoniumsalze vorliegen. Von besonderem Interesse ist der saure Phosphorsäureester
des Anlagerungsproduktes von 5 bis 12 mol Ethylenoxid an 1 mol p-Nonylphenol.
[0029] Die anionischen Tenside der Komponenten B können allein oder als Mischungen untereinander
eingesetzt werden.
[0030] Das nichtionogene Tensid C ist vorteilhafterweise ein nichtionogenes Alkylenoxidanlagerungsprodukt
von 1 bis 100 mol Alkylenoxid, z. B. Ethylenoxid und/oder Propylenoxid, an 1 mol eines
aliphatischen Monoalkohols mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen, eines drei- bis sechswertigen
aliphatischen Alkohols, eines ggf. durch Alkyl oder Phenyl substituierten Phenols
oder einer Fettsäure mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen.
[0031] Bei den aliphatischen Monoalkoholen zur Herstellung der nichtionogenen Tenside handelt
es sich z.B. um wasserunlösliche Monoalkohole mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen,
vorzugsweise 8 bis 22 Kohlenstoffatomen. Diese Alkohole können gesättigt oder ungesättigt
und verzweigt oder geradkettig sein und können allein oder im Gemisch eingesetzt werden.
Es können natürliche Alkohole wie z.B. Myristylalkohol, Cetylalkohol, Stearylalkohol
oder Oleylalkohol oder synthetische Alkohole, z.B. Oxoalkohole wie insbesondere 2-Ethylhexanol,
ferner Trimethylhexanol, Trimethylnonylalkohol, Hexadecylalkohol oder Alfole mit dem
Alkylenoxid umgesetzt werden.
[0032] Weitere aliphatische Alkohole, die mit Alkylenoxid umgesetzt werden können, sind
drei- bis sechswertige Alkanole. Diese enthalten 3 bis 6 Kohlenstoffatome und sind
insbesondere Glycerin, Trimethylolpropan, Erythrit, Mannit, Pentaerythrit und Sorbit.
Die drei- bis sechswertigen Alkohole werden vorzugsweise mit Propylenoxid oder Ethylenoxid
oder Gemischen dieser Alkylenoxide umgesetzt.
[0033] Als ggf. substituierte Phenole eignen sich beispielsweise Phenol, o-Phenylphenol
oder Alkylphenole, deren Alkylrest 1 bis 16, vorzugsweise 4 bis 12 Kohlenstoffatome
aufweist. Beispiele dieser Alkylphenole sind p-Kresol, Butylphenol, Tributylphenol,
Octylphenol, und insbesondere Nonylphenol.
[0034] Die Fettsäuren weisen vorzugsweise 8 bis 12 Kohlenstoffatome auf und können gesättigt
oder ungesättigt sein, wie z. B. die Caprin-, Laurin-, Myristin-, Palmitin- oder Stearinsäure
bzw. die Decen-, Dodecen-, Tetradecen-, Hexadecen-, Öl-, Linol-, Linolen- oder vorzugsweise
Rizinolsäure.
[0035] Als nichtionogene Tenside seien beispielsweise genannt
- Anlagerungsproduktevon vorzugsweise 1 bis 30 mol Alkylenoxiden, insbesondere Ethylenoxid,
wobei einzelne Ethylenoxideinheiten durch substituierte Epoxyde, wie Styroloxid und/oder
Propylenoxid, ersetzt sein können, an höhere ungesättigte oder gesättigte Fettalkohole,
Fettsäuren, Fettamine oder Fettamide mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen oder an Phenylphenol
oder Alkylphenole, deren Alkylreste mindestens 4 Kohlenstoffatome aufweisen;
- Alkylenoxid-, insbesondere Ethylenoxid-und/oder Propylenoxidkondensationsprodukte;
- Umsetzungsprodukte aus einer 8 bis 22 Kohlenstoffatome aufweisenden Fettsäure und
einem primären oder sekundären, mindestens eine Hydroxyniederalkyl- oder Niederalkoxyniederalkylgruppe
aufweisenden Amin oder Alkylenoxidanlagerungsprodukte dieser hydroxyalkylgruppenhaltigen
Umsetzungsprodukte, wobei die Umsetzung so erfolgt, dass das molekulare Mengenverhältnis
zwischen Hydroxyalkylamin und Fettsäure 1 : und grösser als 1, z.B. 1,1 : bis 2: sein
kann, und
- Anlagerungsprodukte von Propylenoxid an einen drei- bis sechswertigen aliphatischen
Alkohol von 3 bis 6 Kohlenstoffatomen, z.B. Glycerin oder Pentaerythrit, wobei die
Polypropylenoxyaddukte ein durchschnittliches Molekulargewicht von 250 bis 1800, vorzugsweise
400 bis 900, aufweisen.
[0036] Gut geeignete nichtionogene Tenside sind Anlagerungsprodukte von 2 bis 15 mol Ethylenoxid
an 1 mol Fettalkohol oder Fettsäure mit jeweils 8 bis 22 Kohlenstoffatomen oder an
1 mol Alkylphenol mit insgesamt 4 bis 12 Kohlenstoffatomen im Alkylteil oder Fettsäuredialkanolamide
mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen im Fettsäurerest.
[0037] Bevorzugte Hilfsmittelgemische enthalten mindestens folgende Komponenten
Aa) eine O-cyanethylierte Verbindung der Formel

worin
R2 einen aliphatischen Rest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen oder einen ggf. durch Halogen,
Methyl oder Methoxy substituierten Phenoxyethylrest bedeutet,
Bb) einen sauren Ester, vorzugsweise Phosphorsäureester, oder dessen Salz eines Polyadduktes
von 2 bis 20 mol Ethylenoxid an 1 mol eines Fettalkohols von 8 bis 18 Kohlenstoffatomen
oder an 1 mol eines p-Alkylphenols mit 4 bis 16 Kohlenstoffatomen im Alkylrest oder
ein Gemisch dieser sauren Ester, und
Cc) ein Anlagerungsprodukt von 2 bis 15 mol Ethylenoxid an 1 mol Fettalkohol oder
Fettsäure mit jeweils 8 bis 22 Kohlenstoffatomen oder vorzugsweise an 1 mol Alkylphenol
mit insgesamt 4 bis 12 Kohlenstoffatomen im Alkylteil.
[0038] Ausser den Komponenten A, B und C kann das erfindungsgemässe Färbereihilfsmittelgemisch
zusätzlich als Komponente D einen aliphatischen Alkohol mit 5 bis 18 Kohlenstoffatomen
oder ein Siloxan / Oxyalkylen-Copolymerisat oder bevorzugt ein Gemisch dieser Stoffe
enthalten. Die Komponente D wirkt insbesondere als Schaumdämpfungsmittel.
[0039] Die Alkohole können als Einzelverbindungen oder als Gemische untereinander eingesetzt
werden. Sie können geradkettig oder verzweigt, gesättigt oder ungesättigt sein und
sollen in der Regel bei Raumtemperatur flüssig sein. Beispielsweise genannt seien
n-Amylalkohol, n-Hexanol, Trimethylhexanol, 2-Ethyl-n-hexanol, Octylalkohol (Octanol
/ lsomeren-Gemisch), Nonylalkohol, Decylalkohol, Laurylalkohol, Tridecylalkohol, Myristylalkohol,
Cetylalkohol, Stearylalkohol oder Oleylalkohol, ferner die Alfole wie z.B. Alfol (6-10),
(8-10), (10-14), (12), (16) und (18). Bevorzugt sind Alkanole mit 5 bis 10 Kohlenstoffatomen,
wobei das 2-Ethyl-n-hexanol besonders geeignet ist.
[0040] Als weitere fakultative Komponente D können handelsübliche, oberflächenaktive, hydrophile
Addukte aus einem Organopolysiloxan und Ethylen- und/oder Propylenoxid in Betracht
kommen.
[0041] Die Organopolysiloxane als Ausgangsprodukt für derartige Addukte entsprechen grundsätzlich
handelsüblichen Silikonölen, welche in der deutschen Auslegeschrift Nr. 2031827 beschrieben
sind. Unter diesen Silikonölen stehen Polydimethylsiloxane im Vordergrund des Interesses.
Die als fakultative Komponente D in Frage kommenden Siloxan / Oxyalkylen-Copolymere
können beispielsweise aus halogensubstituierten Organopolysiloxanen, insbesondere
Polydimethylsiloxanen und Alkalimetallsalzen von Polyoxyalkylen, z.B. Polyethylen-
und/oder Polypropylenglykolen hergestellt werden.
[0042] Bei diesen Siloxan / Oxyalkylen-Copolymeren handelt es sich um Polyethersiloxane,
welche zweckmässigerweise einen Trübungspunkt bei etwa 20 bis 70, vorzugsweise 25
bis 50° C, aufweisen. Der Glykolgehalt, bestehend aus Oxyethylengruppen oder Oxyethylen-
und Oxypropylengruppen, ist vorteilhafterweise von 35 bis 85, vorzugsweise 40 bis
75 Gew.-%, bezogen auf das gesamte Gewicht des Polyethersiloxans.
[0043] Eine bevorzugte Ausführungsform der fakultativen Komponente D ist demgemäss ein Blockpolymer
aus einem Polydimethylsiloxan und Ethylenoxid oder einem Copolymer aus Ethylen- und
Propylenoxid, das einen Trübungspunkt bei 20 bis 70, insbesondere 25 bis 50° C, aufweist.
Solche Blockpolymere bzw. Polyethersiloxane können durch die wahrscheinliche Formel

dargestellt werden, worin q 3 bis 50, zweckmässigerweise 3 bis 25, r 2 oder 3, s 0
bis 15, t 1 bis 25, x
1 3 bis 10 und R
3 Alkyl mit 1 bis4 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise Methyl, sind. Derartige Polyethersiloxane
sind z.B. in der deutschen Auslegeschrift Nr. 1719238 sowie in den US-PS Nm. 2834748,
3389160 und 3505377 beschrieben.
[0044] Weitere Polyethersiloxane, welche als fakultative Komponente D verwendet werden können,
entsprechen der wahrscheinlichen Formel

worin R
4 und R
s je Alkyl mit 1 bis 4 Kohlenstoffatomen, vorzugsweise Methyl, a' 1 bis 20, b' 2 bis
20, c'2 bis 50, d' 1 oder 2, vorzugsweise 1, und m' 2 bis 5 bedeuten und wobei C
m'H
2m-O
d' vorzugsweise Ethylenoxidgruppen oder Gemische aus Ethylenoxidgruppen und Propylenoxidgruppen
sind. Derartige Siloxanverbindungen sind in der deutschen Auslegeschrift Nr. 1795557
beschrieben.
[0045] Als handelsübliche fakultative Komponente D, die wahrscheinlich der Formel 29 entspricht
und einen Trübungspunkt von 32° C aufweist, eignet sich z.B. ®Siliconsurfactant L
546 (Handelsmarke, Union Carbide). Dieses Silikonprodukt wird vorzugsweise in Kombination
mit 2-Ethylhexanol eingesetzt.
[0046] Zusätzlich können die erfindungsgemässen Hilfsmittelgemische als polares Lösungsmittel
E Wasser oder ein mit Wasser mischbares organisches Lösungsmittel enthalten. Ein solcher
Zusatz dient dazu, die Löslichkeit der Präparation bei der Anwendung zu verbessern.
Beispiele von mit Wasser mischbaren organischen Lösungsmitteln sind aliphatische C,
- bis C
4-Alkohole wie Methanol, Ethanol; die Propanole oder Isobutanol; Alkylenglykole wie
Ethylenglykol oder Propylenglykol; Monoalkylether von Glykolen wie Ethylenglykolmonomethyl-,
-ethyl- oder -butylether und Diethylenglykolmonomethyl- oder -ethylether; Ketone wie
Aceton, Methylethylketon, Cyclohexanon, Diacetonalkohol; Ether und Acetale wie Diisopropylether,
Diphenyloxid, Dioxan, Tetrahydrofuran, ferner Tetrahydrofurfurylalkohol, Pyridin,
Acetonitril, y-Butyrolacton, N,N-Dimethylformamid, N,N-Dimethylacetamid, Tetramethylharnstoff,
Tetramethylensulfon u.a. Auch Mischungen der genannten Lösungsmittel können verwendet
werden. Bevorzugt sind Wasser und Isobutanol.
[0047] Die erfindungsgemässen Hilfsmittelgemische enthalten mit Vorteil, jeweils bezogen
auf das Gemisch,
10 bis 80 Gew.-% der Komponente A
10 bis 50 Gew.-% der Komponente B
5 bis 25 Gew.-% der Komponente C
0 bis 15, vorzugsweise 2 bis 10 Gew.-% der Komponente D
0 bis 40, vorzugsweise 10 bis 35 Gew.-% der Komponente E
[0048] Die neuen Färbereihilfsmittelgemische können durch einfaches Verrühren der genannten
Komponenten A, B, C und ggf. D und/oder E hergestellt werden, wobei homogene klare
Mischungen erhalten werden, die bei Raumtemperatur lagerstabil sind.
[0049] Die neuen Formulierungen werden insbesondere als Egalisiermittel beim Färben von
synthetischen Fasermaterialien verwendet. Sie erhöhen die Diffusionsgeschwindigkeit
der Farbstoffe in den Fasern und beschleunigen dadurch die Migration der Farbstoffe
beim Färben der synthetischen Fasermaterialien, vorzugsweise der linearen Polyesterfasern.
[0050] Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist demnach auch ein Verfahren zum Färben oder
optischen Aufhellen von synthetischem Fasermaterial mit kationischen oder Dispersionsfarbstoffen,
bzw. optischen Aufhellern. Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass man dieses
Material in Gegenwart des erfindungsgemässen Färbereihilfsmittelgemisches färbt, bzw.
optisch aufhellt. Dispersionsfarbstoffe sind bevorzugt.
[0051] Die Einsatzmengen, in denen das erfindungsgemässe Färbereihilfsmittelgemisch den
Färbebädern zugesetzt wird, bewegen sich zwischen 0,5 und 6, vorzugsweise 2 und 4
Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Färbegutes.
[0052] Als Fasermaterial, insbesondere Textilmaterial, das in Gegenwart des erfingungsgemässen
Färbereihilfsmittelgemisches gefärbt, bzw. optisch aufgehellt werden kann, sind z.B.
Celluloseesterfasern, wie Cellulose-2%-acetatfasern und -triazetatfasern, synthetische
Polyamidfasern, z.B. solche aus e-Caprolactam, aus Adipinsäure und Hexamethylendiamin,
aus o-Aminoundecansäure; aromatische Polyamidfasern, die sich z. B. von Po- ly(metaphenylenisophthalamid)
ableiten, Polyacrylnitrilfasern, einschliesslich Modacrylfasern, sauer modifizierte
Polyesterfasern, und besonders lineare Polyesterfasern zu erwähnen. Dabei werden Celluloseester-,
Polyamid- und Polyesterfasern bevorzugt mit Dispersionsfarbstoffen und Polyacrylnitrilfasern,
sauer modifizierte Polyesterfasem und aromatische Polyamidfasern bevorzugt mit kationischen
Farbstoffen gefärbt.
[0053] Unter linearen Polyesterfasern sind dabei Synthesefasern zu verstehen, die z.B. durch
Kondensation von Terephthalsäure mit Ethylenglykol oder von Isophthalsäure oder Terephthalsäure
mit 1,4-Bis(hydroxymethyl)cyclohexan erhalten werden, sowie Mischpolymere aus Terephthal-
und Isophthalsäure und Ethylenglykol. Der in der Textilindustrie bisher fast ausschliesslich
eingesetzte lineare Polyester besteht aus Terephthalsäure und Ethylenglykol. Zu den
Acrylfasern, die nach dem erfindungsgemässen Verfahren gefärbt werden können, gehören
die handelsüblichen Typen von polymerem oder mischpolymerem Acrylnitril. Im Falle
der Acrylnitrilmischpolymerisate beträgt der Mengenanteil Acrylnitril zweckmässig
mindestens 80 Gew.-%, bezogen auf das Gewicht des Mischpolymerisates. Sauer modifizierte
Polyesterfasern sind beispielsweise Polykondensationsprodukte von Terephthalsäure
oder Isophthalsäure, Ethylenglykol und 1,2- bzw. 1,3-Dihydroxy-3-(3- natriumsulfopropoxy)propan,
2,3-Dimethy)o)-1 - (natriumsulfopropoxy)butan, 2,2-Bis-(3-na- triumsulfopropoxyphenyl)propan
oder 3,5-Dicarboxybenzolsulfonsäure bzw. sulfonierter Terephthalsäure, sulfonierter
4-Methoxybenzolcarbonsäure oder sulfonierter Diphenyl-4,4'-dicarbonsäure.
[0054] Die Fasermaterialien können auch als Mischgewebe unter sich oder mit anderen Fasern,
z.B. Mischungen aus Polyacrylnitril/Polyester, Polyamid/Polyester, Polyester/Baumwolle,
Polyester/ Viskose und Polyester/Wolle, verwendet werden.
[0055] Das zu färbende, bzw. optisch aufzuhellende Textilmaterial kann sich in verschiedenen
Verarbeitungsstadien befinden. Beispielsweise kommen in Betracht: loses Material,
Stückware, wie Gewirke oder Gewebe, Garn in Wickel- oder Muff-Form. Letztere können
Wickeldichten von 200 bis 600, insbesondere 400 bis 450 g/dm
3, aufweisen.
[0056] Die für das erfindungsgemässe Verfahren geeigneten kationischen Farbstoffe können
verschiedenen Farbstoffklassen angehören. Insbesondere handelt es sich um die gebräuchlichen
Salze, beispielsweise Chloride, Sulfate oder Metallhalogenide, wie z.B. Zinkchloriddoppelsalze
von kationischen Farbstoffen, deren kationischer Charakter z. B. von einer Carbonium-,
Oxonium-, Sulfonium-oder vor allem Ammoniumgruppe herrührt. Beispiele für solche chromophore
Systeme sind Azofarbstoffe, vor allem Monoazo- oder Hydrazofarbstoffe, Diphenylmethan-,
Triphenylmethan-, Methin- oder Azomethinfarbstoffe, Cumarin-, Ketonimin-, Cyanin-,
Azin-, Xanthen-, Oxazin- oder Thiazinfarbstoffe. Schliesslich können auch Farbsalze
der Phthalocyanin- oder Anthrachinonreihe mit externer Oniumgruppe, beispielsweise
einer Alkylammonium- oder Cycloammoniumgruppe sowie Benzo-1,2-pyranfarbsalze, die
Cycloammoniumgruppen enthalten, verwendet werden.
[0057] Die zu verwendenden Dispersionsfarbstoffe, die in Wasser nur sehr wenig löslich sind
und in der Farbflotte zum grössten Teil in Form einer feinen Dispersion vorliegen,
können den verschiedensten Farbstoffklassen angehören, beispielsweise den Acridon-,
Azo-, Anthrachinon-, Cumarin-, Methin-, Perinon-, Naphthochinonimin-, Chinophthalon-,
Styryl- oder Nitrofarbstoffen.
[0058] Es können auch Mischungen von kationischen oder Dispersionsfarbstoffen erfindungsgemäss
eingesetzt werden.
[0059] Die erfindungsgemässen Hilfsmittelgemische können auch beim Weisstönen ungefärbter
synthetischer Fasermaterialien mit in Wasser dispergierten oder kationischen optischen
Aufhellern eingesetzt werden. Vorzugsweise werden dabei Polyesterfasermaterialien
mit in Wasser dispergierten optischen Aufhellern behandelt.
[0060] Die optischen Aufheller können beliebigen Aufhellerklassen angehören. Insbesondere
handelt es sich um Cumarine, Triazolcumarine, Benzocumarine, Oxazine, Pyrazine, Pyrazoline,
Diphenylpyrazoline, Stilbene, Styrylstilbene, Triazolylstilbene, Bisbenzoxazolylethylene,
Stilbenbisbenzoxazole, Phenylstilbenbenzoxazole, Thiophenbisbenzoxazole, Naphthalinbisbenzoxazole,
Benzofurane, Benzimidazole und Naphthalimide.
[0061] Es können auch Mischungen von optischen Aufhellern erfindungsgemäss verwendet werden.
[0062] Die Menge der der Flotte zuzusetzenden Farbstoffe oder optischen Aufheller richtet
sich nach der gewünschten Farbstärke; im allgemeinen haben sich Mengen von 0,01 bis
10, vorzugsweise 0,02 bis 5 Gew.-%, bezogen auf das eingesetzte Textilmaterial, bewährt.
[0063] Die erfindungsgemäss zu verwendenden Hilfsmittelgemische können auch in Mischung
mit bekannten Carriers auf Basis von z.B. Di- oder Trichlorbenzol, Methyl- oder Ethylbenzol,
o-Phenylphenol, Benzylphenol, Diphenylether, Chlordiphenyl, Methyldiphenyl, Cyclohexanon,
Acetophenon, Alkylphenoxyethanol, Mono-, Di- oder Trichlorphenoxyethanol oder -propanol,
Pentachlorphenoxyethanol, Alkylphenylbenzoate, oder insbesondere auf Basis von Diphenyl,
Methyldiphenylether, Dibenzylether, Methylbenzoat, Butylbenzoat oder Phenylbenzoat
eingesetzt werden.
[0064] Die Carriers werden vorzugsweise in einer Menge von 0,5 g bis 2 g/I Flotte oder 5
bis 30 Gew.-%, bezogen auf die Hilfsmittelzubereitung, verwendet.
[0065] Die Farbebäder oder Aufhellflotten können je nach dem zu behandelnden Textilmaterial
neben den Farbstoffen, bzw. optischen Aufhellern, und dem erfindungsgemässen Färbereihilfsmittelgemisch,
Oligomereninhibitoren, Antischaummittel, Faltenfreimittel, Retarder und vorzugsweise
Dispergiermittel enthalten.
[0066] Die Dispergiermittel dienen vor allem zur Erzielung einer guten Feinverteilung der
Dispersionsfarbstoffe. Es kommen die beim Färben mit Dispersionsfarbstoffen allgemein
gebräuchlichen Dispergatoren in Frage.
[0067] Als Dispergiermittel kommen vorzugsweise sulfatierte. oder phosphatierte Anlagerungsprodukte
von 15 bis 100 mol Ethylenoxid oder vorzugsweise Propylenoxid an mehrwertige, 2 bis
6 Kohlenstoffatome aufweisende aliphatische Alkohole wie z.B. Ethylenglykol, Glycerin
oder Pentaerythrit oder an mindestens zwei Aminogruppen oder eine Aminogruppe und
eine Hydroxylgruppe aufweisende Amine mit 2 bis 9 Kohlenstoffatomen sowie Alkylsulfonate
mit 10 bis 20 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette, Alkylbenzolsulfonate mit geradkettiger
oder verzweigter Alkylkette mit 8 bis 20 Kohlenstoffatomen in der Alkylkette, wie
z.B. Nonyl- oder Dodecylbenzolsulfonat, 1,3,5,7-Tetramethyloctylbenzolsulfonat oder
Octadecylbenzolsulfonat, sowie Alkylnaphthalinsulfonate oder Sulfobernsteinsäureester,
wie Natriumdioctylsulfosuccinat, in Betracht.
[0068] Besonders günstig haben sich als anionische Dispergiermittel Ligninsulfonate, Polyphosphate
und vorzugsweise Formaldehydkondensationsprodukte aus aromatischen Sulfonsäuren, Formaldehyd
und ggf. mono- oder bifunktionellen Phenolen wie z.B. aus Kresol, β-Naphtholsulfonsäure
und Formaldehyd, aus Benzolsulfonsäure, Formaldehyd und Naphthalinsulfonsäure, aus
Naphthalinsulfonsäure und Formaldehyd oder aus Naphthalinsulfonsäure, Dihydroxydiphenylsulfon
und Formaldehyd erwiesen. Bevorzugt ist das Dinatriumsalz des Di-(6-sulfonaphthyl-2)-methans.
[0069] Es können auch Gemische von anionischen Dispergiermitteln zum Einsatz kommen. Normalerweise
liegen die anionischen Dispergiermittel in Form ihrer Alkalimetallsalze, Ammoniumsalze
oder Aminsalze vor. Diese Dispergiermittel werden vorzugsweise in einer Menge von
0,1 bis 5 g/I Flotte verwendet.
[0070] Die Färbebäder oder Aufhellflotten können auch übliche Zusätze, zweckmässig Elektrolyte
wie Salze, z.B. Natriumsulfat, Ammoniumsulfat, Natrium- oder Ammoniumphosphate oder
-polyphosphate, Metallchloride oder -nitrate wie Calciumchlorid, Magnesiumchlorid
bzw. Calciumnitrate, Ammoniumacetat oder Natriumacetat und/ oder Säuren, z.B. Mineralsäuren,
wie Schwefelsäure oder Phosphorsäure, oder organische Säuren, zweckmässig niedere
aliphatische Carbonsäuren, wie Ameisen-, Essig- oder Oxalsäure enthalten. Die Säuren
dienen vor allem der Einstellung des pH-Wertes der erfindungsgemäss verwendeten Flotten,
der in der Regel 4 bis 6,5, vorzugsweise 4,5 bis 6, beträgt.
[0071] Die Färbungen bzw. Aufhellungen erfolgen mit Vorteil aus wässeriger Flotte nach dem
Ausziehverfahren. Das Flottenverhältnis kann dementsprechend innerhalb eines weiten
Bereiches gewählt werden, z.B. 1: 3 bis 1: 100, vorzugsweise 1 : 7 bis 1 : 50. Die
Temperatur, bei der gefärbt bzw. aufgehellt wird, beträgt mindestens 70° C und in
der Regel ist sie nicht höher als 140° C. Vorzugsweise liegt sie im Bereich von 80
bis 135° C.
[0072] Lineare Polyesterfasern und Cellulosetriacetatfasern färbt man vorzugsweise nach
dem sogenannten Hochtemperaturverfahren in geschlossenen und zweckmässigerweise auch
druckbeständigen Apparaturen bei Temperaturen von über 100, bevorzugt zwischen 110
und 135° C, und ggf. unter Druck. Als geschlossene Gefässe eignen sich beispielsweise
Zirkulationsapparaturen wie Kreuzspul- oaer Baumtarbeapparate, Haspelkufen, Düsen-
oder Trommelfärbemaschinen, Muff-Färbeapparate, Paddeln oder Jigger.
[0073] Cellulose-2½-acetatfasern färbt man vorzugsweise bei Temperaturen von 80-85° C, während
Polyamidfasern und Polyacrylnitrilfasern mit Vorteil beim Siedepunkt (98° C) des wässerigen
Bades gefärbt werden. Die Färbung der aromatischen Polyamidfasern oder sauer modifizierten
Polyesterfasern wird vorzugsweise bei einer Temperatur von 80 bis 130° C vorgenommen.
[0074] Das erfindungsgemässe Färbeverfahren kann so durchgeführt werden, dass man das Färbegut
entweder zuerst mit dem Färbereihilfsmittelgemisch kurz behandelt und anschliessend
färbt oder vorzugsweise gleichzeitig mit dem Hilfsmittelgemisch und dem Farbstoff
behandelt.
[0075] Vorzugsweise lässt man das Färbegut während 5 min bei 60-80° C im Bad, das den Farbstoff,
das Hilfsmittelgemisch und ggf. weitere Zusätze enthält und auf einen pH-Wert von
4,5 bis 5,5 eingestellt ist, vorlaufen, steigert die Temperatur innerhalb 15 bis 35
min auf 110 bis 135, vorzugsweise 130° C, und belässt die Färbeflotte 15 bis 90, vorzugsweise
30 min, bei dieser Temperatur. Die Fertigstellung der Färbungen erfolgt durch Abkühlen
der Färbeflotte auf 60 bis 80° C, Spülen der Färbungen mit Wasser und ggf. durch Reinigung
auf übliche Weise im alkalischen Medium unter reduktiven Bedingungen. Die Färbungen
werden dann wiederum gespült und getrocknet. Bei einer allfälligen Verwendung von
Carriern werden die Färbungen zwecks Verbesserung der Lichtechtheit, vorteilhafterweise
noch einer Hitzebehandlung, z.B. Thermoisolieren, unterworfen, die vorzugsweise bei
160 bis 180° C und während 30 bis 90 s durchgeführt wird.
[0076] Nach dem erfindungsgemässen Verfahren erhält man auf synthetischem Fasermaterial,
insbesondere auf linearen Polyesterfasern, gleichmässige und fabkräftige Ausfärbungen,
die sich zudem durch gute Reibechtheiten und Farbausbeuten auszeichnen. Die anderen
Echtheiten der Färbungen, wie z.B. Lichtechtheit, werden durch den Einsatz des erfindungsgemässen
Hilfsmittelgemisches kaum beeinflusst.
[0077] In den nachfolgenden Herstellungsvorschriften und Beispielen sind die Teile Gewichtsteile
und die Prozente Gewichtsprozente.
Herstellungsvorschrift
[0078] 144,3 g 3,3,5-Trimethylhexylalkohol und 53,5 g Acrylnitril werden bei Raumtemperatur
unter Kühlen tropfenweise innerhalb 20 min mit 2 cm
3 einer 30%igen methanolischen Kaliumhydroxidlösung versetzt, wobei die Temperatur
durch zeitweilige Kühlung unter 40° C gehalten wird. Man rührt 3 h bei 40° C, fügt
nochmals 1 cm
3 einer 30%igen methanolischen Kaliumhydroxidlösung hinzu und hält weitere 2 h auf
40° C. Nach Abkühlung auf 25° C wird das Reaktionsprodukt mit Essigsäure neutralisiert
und 60 min bei 50° C unter Vakuum gehalten. Man erhält 198 g eines Adduktes der Formel

als farblose, klare Flüssigkeit.
[0079] Auf diese Art und Weise werden auch die cyanethylierten Verbindungen der Formeln
3 bis 13 und 15 bis 25 hergestellt.
[0080] Die folgenden Anlagerungsprodukte sind Beispiele für die Komponenten B und C.
Anionische Komponenten B
[0081]
B, Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 2 mol
Ethylenoxid an 1 mol Alfol (1014);
B2 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 2 mol Ethylenoxid
an 1 mol Stearylalkohol;
B3 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 3 mol Ethylenoxid
an 1 mol 2-Ethylhexanol;
B4 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 15 mol Ethylenoxid
an 1 mol Stearylalkohol;
B5 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 3 mol Ethylenoxid
an 1 mol Tridecylalkohol;
B6 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 4 mol Ethylenoxid
an 1 mol Hydroabietylalkohol;
B7 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 3 mol Ethylenoxid
an 1 mol Alfol (2022);
B8 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 3 mol Ethylenoxid
an 1 mol Laurylalkohol;
B9 Di(-β)-hydroxyethyl-aminsalz des sauren Schwelfelsäureesters des Anlagerungsproduktes
von 3 mol Ethylenoxid an 1 mol Laurylalkohol;
B10 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 2 mol Ethylenoxid
an 1 mol Laurylalkohol;
B11 Natriumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 3 mol Ethylenoxid
an 1 mol Laurylalkohol;
B12 Saurer Phosphorsäureester des Anlagerungsproduktes von 5 mol Ethylenoxid an 1 mol
2-Ethyl-n-hexanol;
B13 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 3 mol Ethylenoxid
an 1 mol Butylphenol;
B14 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 5 mol Ethylenoxid
an 1 mol Tributylphenol;
B15 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 2 mol Ethylenoxid
an 1 mol Nonylphenol;
B16 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 10 mol Propylenoxid
und 10 mol Ethylenoxid an 1 mol Nonylphenol;
B17 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 35 mol Ethylenoxid
an 1 mol Nonylphenol;
Bis18 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 50 mol Ethylenoxid
an 1 mol Nonylphenol;
B19 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 15 mol Propylenoxid
an 1 mol Nonylphenol;
B20 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 6 mol Ethylenoxid
an 1 mol Dodecylphenol;
B21 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 6 mol Ethylenoxid
an 1 mol Pentadecylphenol;
B22 Ammoniumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 8 mol Ethylenoxid
an 1 mol o-Phenylphenol;
B23 Natriumsalz des sauren Maleinsäureesters des Anlagerungsproduktes von 2 mol Ethylenoxid
an 1 mol p-Nonylphenol;
B24 Natriumsalz des sauren Monosulfobernsteinsäureesters des Anlagerungsproduktes von
2 mol Ethylenoxid an 1 mol p-Nonylphenol;
B25 Ammoniumsalz des sauren Phosphorsäureesters des Anlagerungsproduktes von 2 mol Ethylenoxid
an 1 mol Nonylphenol;
B26 Natriumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 12 mol Ethylenoxid
an 1 mol Dibenzylphenol;
B27 Natriumsalz des sauren Schwefelsäureesters des Anlagerungsproduktes von 15 mol Ethylenoxid
an 1 mol Dibenzyl(nonyl)phenol;
B28 Saurer Phosphorsäureester des Anlagerungsproduktes von 10 mol Ethylenoxid an 1 mol
p-Nonylphenol.
Nichtionogene Komponente C
[0082]
C1 Anlagerungsprodukt von 6 mol Ethylenoxid an 1 mol 2-Ethylhexanol;
C2 Anlagerungsprodukt von 5 mol Ethylenoxid an 1 mol 2-Ethylhexanol;
C3 Anlagerungsprodukt von 15 mol Ethylenoxid an 1 mol Stearylalkohol;
C4 Anlagerungsprodukt von 3 mol Ethylenoxid an 1 mol Alfol (8-10);
C5 Anlagerungsprodukt von 5 mol Ethylenoxid an 1 mol Hexadecylalkohol;
C6 Anlagerungsprodukt von 18 mol Ethylenoxid an 1 mol Oleylalkohol;
C7 Anlagerungsproduktvon 6 mol Ethylenoxid an 2 mol Butylphenol;
C8 Anlagerungsprodukt von 4 mol Ethylenoxid an 2 mol p-Kresol;
C9 Anlagerungsprodukt von 5 mol Ethylenoxid an 1 mol Tributylphenol;
C10 Anlagerungsprodukt von 8 mol Ethylenoxid an 1 mol p-tert.-Octylphenol;
C11 Anlagerungsprodukt von 9 mol Ethylenoxid an 1 mol Nonylphenol;
C12 Anlagerungsprodukt von 6 mol Ethylenoxid an 1 mol Nonylphenol;
C13 Anlagerungsprodukt von 10 mol Ethylenoxid und 10 mol Propylenoxid an 1 mol Nonylphenol;
C14 Anlagerungsprodukt von 15 mol Ethylenoxid an 1 mol Oleylalkohol;
C15 Anlagerungsprodukt von 12 mol Ethylenoxid an 1 mol Oleinsäure;
C16 Anlagerungsprodukt von 8 mol Ethylenoxid an 1 mol o-Phenylphenol;
C17 Anlagerungsprodukt von 5 mol Ethylenoxid und 5 mol Propylenoxid an 1 mol Alfol (12-14);
C18 Anlagerungsprodukt von 15 mol Ethylenoxid an 1 mol Rizinusöl;
C19 Anlagerungsprodukt von 8 mol Propylenoxid an 1 mol Pentaerythrit;
C20 Anlagerungsprodukt von 35 mol Ethylenoxid und 15 mol Propylenoxid an 1 mol Glycerin;
C2, Anlagerungsprodukt von 7 mol Ethylenoxid an 1 mol C9- bis C11 -Oxoalkohol.
Beispiel 1
[0083] 25 g eines Gewebes aus Polyethylenglykolterephthalat werden in einem Zirkulationsapparat
mit einer Flotte, welche 0,8 g Ammoniumsulfat und 0,8 g einer Hilfsmittelzubereitung
1, bestehend aus
1) 30% einer Verbindung der Formel
[0084]
30% Phosphorsäureester des Anlagerungsproduktes von 10 mol Ethylenoxid an 1 mol p-Nonylphenol
(Komponente B2s)
10% Anlagerungsprodukt von 8 mol Ethylenoxid an 1 mol p-tert.-Octylphenol (Komponente
C10)
5% 2-Ethyl-n-hexanol
2% Monoethanolamin .
2% eines Siloxan / Oxyalkylen-Copolymerisates A mit einer Viskositätvon 1200 mPa·s
bei 20° C und einem Trübungspunkt bei 32°C und
21 % Wasser
in 400 ml Wasser enthält und mit 85%iger Ameisensäure auf pH 5,5 eingestellt ist,
5 min bei 60°C behandelt. Danach fügt man der Flotte 0,63 g eines in wenig Wasser
dispergierten Farbstoffes der Formel

zu und heizt die Flotte innerhalb 30 min auf 130°C. Man färbt während 20 min bei dieser
Temperatur und kühlt die Flotte auf 90°C ab. Alsdann wird das Substrat gespült und
getrocknet.
[0085] Man erhält eine reibechte, egale, brillante Rotfärbung mit einer hohen Farbstoffausbeute.
Ausserdem haben sich keine Farbstoffablagerungen an der Innenseite der Wickelkörper
gezeigt.
[0086] Verwendet man in Beispiel 1 anstelle des Färbereihilfsmittelgemisches 1 die gleiche
Menge einer der folgenden Zubereitungen 2, 3, 4 oder 5, so erhält man ebenfalls jeweils
eine farbstarke und reibechte rote Färbung.
2) Zubereitung, bestehend aus
[0087]
30% einer Verbindung der Formel

30% Komponente B28
10% Komponente C10
5% 2-Ethyl-n-hexanol
2% Ethanolamin
2% eines Siloxan / Oxyalkylen-Copolymerisates A und
21 % Wasser
3) Zubereitung, bestehend aus
[0088]
30% einer Verbindung der Formel

30% Komponente B28
10% Komponente C10
5% 2-Ethyl-n-hexanol
2% Ethanolamin
2% eines Siloxan /Oxyalkylen-Copolymerisates A und
21 % Wasser
4) Zubereitung, bestehend aus
[0089]
30% einer Verbindung der Formel

30% Komponente B28
10% Komponente C10
5% 2-Ethyl-n-hexanol
2% Ethanolamin
2% eines Siloxan /Oxyalkylen-Copolymerisates A und
21% Isobutanol
5) Zubereitung, bestehend aus
[0090]
30% eines Gemisches aus den Verbindungen der Formel

R"=C12 bis C20H25 bis H41 (40% C12,
30% C14, 19% C16, 10% C18, 1 % C20)
30% Komponente B28
10% Komponente C10
5% 2-Ethyl-n-hexanol
2% Ethanolamin
2% eines Siloxan / Oxyalkylen-Copolymerisates A und
21% Isobutanol
Beispiel 2
[0091] 400 g eines Wickelkörpers aus Polyethylenglykolterephthalatfasern werden in einem
Zirkulationsapparat mit einer Flotte, welche 16 g Ammoniumsulfat und 16 g der Hilfsmittelzubereitung
3 in 8 Wasser enthält und mit 85%iger Ameisensäure auf pH 5,5 eingestellt ist, 10
min bei 60°C behandelt. Hierauffügt man der Flotte 1 g eines Farbstoffgemisches, bestehend
aus
0,4 g eines Farbstoffes der Formel

0,2 g eines Farbstoffes der Formel

und
0,4 g eines Farbstoffes der Formel

zu und heizt die Färbeflotte innerhalb 30 min auf 130° C. Man färbt während 30 min
bei dieser Temperatur und kühlt die Flotte auf 90°C ab, wonach die Färbung gespült
und getrocknet wird. Man erhält eine graue Färbung mit guten Echtheiten.
Beispiel 3
[0092] 10 g eines mit der Farbstoffmischung, bestehend aus
2,9% eines Farbstoffes der Formel

2,6% eines Farbstoffes der Formel und

0,8% des Farbstoffes der Formel 104
gemäss Hochtemperaturverfahren vorgefärbten Gewirkes aus Polyethylenglykolterephthalat
werden auf eine Siebtrommel gewickelt. Danach werden ebenfalls 10 g des gleichen,
aber ungefärbten Gewirkes gewickelt und in die Siebtrommel gesteckt.
[0093] Dieses Substrat wird dann in 200 ml einer auf 60°C erwärmten Flotte, die 0,4 g des
Färbereihilfsmittelgemisches 5 und 0,4 g Ammoniumsulfat enthält und deren pH-Wert
mit 85%iger Ameisensäure auf pH 5,5 eingestellt worden ist, eingebracht. Hiernach
wird die Flotte innerhalb 30 min auf 130°C geheizt und das Substrat während 60 min
bei dieser Temperatur behandelt. Anschliessend wird die Flotte auf 90° abgekühlt,
das Substrat gespült und getrocknet. Das zuvor ungefärbte Substrat zeigt nun eine
hohe Anfärbung und eine ausgezeichnete Egalität..
Beispiel 4
[0094] In einer Haspelkufe werden 100 kg Polyestergewebe in 3500 I Wasser bei 60°C vorgenetzt.
Dann erfolgen folgende Zusätze
6000 g Ammoniumsulfat
4000 g eines Dispersionsfarbstoffes der Formel 106 und
3000 g einer Hilfsmittelzubereitung 6, bestehend aus
35% einer Verbindung der Formel

20% der Komponente B12
10% des Anlagerungsproduktes von 7 mol Ethylenoxid an 1 mol C9- bis C11 -Oxoalkohol (Komponente C21)
5% Trimethylhexanol
1 % des Siloxan / Oxyalkylen-Copolymerisates A und
29% Wasser
[0095] Danach wird die Färbeflotte mit Ameisensäure auf pH 5,5 eingestellt und im Verlauf
von 30 min auf 125° C erwärmt, worauf die Ware 30 min bei dieser Temperatur gefärbt
wird. Die Färbung wird dann gespült und getrocknet. Man erhält eine farbstarke und
reibechte rote Färbung.
[0096] Bei gleicher Arbeitsweise, aber ohne Zusatz der Hilfsmittelzubereitung 6 ist die
Färbung 15% schwächer.
[0097] Verwendet man in Beispiel 4 anstelle der Hilfsmittelzubereitung 6 die gleiche Menge
des Färbereihilfsmittelgemisches 1 oder einer der folgenden Zubereitungen 7 oder 8,
so erhält man ebenfalls jeweils eine farbstarke und reibechte rote Färbung.
7) Zubereitung, bestehend aus
[0098]
25% einer Verbindung der Formel

20% Dodecylbenzolsulfonsäuremonoethanolaminsalz
20% des Anlagerungsproduktes von 9 mol Ethylenoxid an 1 mol Nonylphenol (Komponente
C11)
5%lsobutanol und
30% Wasser
8) Zubereitung, bestehend aus
[0099]
35% einer Verbindung der Formel 19
20% Dioctylsulfosuccinat
10% der Komponente B15
10% der Komponente C18
3% des Siloxan / Oxyalkylen-Copolymerisates Aund
22% Wasser
Beispiel 5
[0100] 100 kg eines nicht vorgereinigten Gewebes mit 3,15% Restfettgehalt, bestehend aus
50% Baumwolle und 50% Polyethylenglykolterephthalat, werden in einer HT-Haspelkufe
mit einer wässerigen Flotte (3000 I), die
54 g eines Farbstoffes der Formel 103
27 g eines Farbstoffes der Formel

130 g eines Farbstoffes der Formel

10 g eines Farbstoffes der Formel

5000 g des Färbereihilfsmittelgemisches 7 gemäss Beispiel 4 und
6000 g Ammoniumsulfat
enthält und einen pH-Wert von 5,6 aufweist, 20 min bei 40° C behandelt. Danach fügt
man der Flotte 10 kg Glaubersalz (calc.) zu und erhitzt die Flotte im Verlauf von
40 min auf 115° C. Man färbt während 30 min bei dieser Temperatur und kühlt dann das
Bad ab. Die erhaltene Ausfärbung wird gespült und getrocknet.
[0101] Es resultiert eine farbstarke und gleichmässige beige Färbung des Gewebes, das zudem
nur einen Restfettgehalt von 0,65% aufweist.
Beispiel 6
[0102]
10 g eines Gewebes aus Polyethylenglykolterephthalatwerden in einem Färbeapparat mit
einer Flotte, welche
0,2 g der Zubereitung 1 und
0,01 g eines in dispergierter Form vorliegenden optischen Aufhellers der Formel

in 200 ml Wasser enthält und mit 85%iger Ameisensäure auf pH 5,5 eingestellt worden
ist, 5 min bei 40° C behandelt. Alsdann wird die Flotte im Verlauf von 30 min auf
110° C aufgeheizt. Man behandelt die Ware weitere 30 min bei dieser Temperatur und
kühlt die Flotte innerhalb 15 min auf 40°C ab. Anschliessend wird die Ware mit Wasser
gespült und bei 70° C getrocknet. Man erhält eine egale brillante Aufhellung mit einem
ausgezeichneten Weissgrad.
Beispiel 7
[0103] Verfährt man wie in Beispiel 6 beschrieben, verwendet jedoch eine Flotte, die anstelle
des optischen Aufhellers der Formel 110 die gleiche Menge eines optischen Aufhellers
der Formel

oder der Formel

enthält, so erhält man ebenfalls egale brillante Aufhellungen.
1. Färbereihilfsmittelgemisch, welches mindestens
A) eine O-cyanethylierte Verbindung der Formel

worin R einen n-wertigen aliphatischen, cycloaliphatischen oder araliphatischen Rest,
und
n 1 bis 5 bedeuten,
B) ein anionisches Tensid, und
C) ein nichtionogenes Tensid
enthält.
2. Hilfsmittelgemisch gemäss Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass es zusätzlich
als Komponente (D) einen aliphatischen Alkohol mit 5 bis 18 Kohlenstoffatomen, ein
Siloxan / Oxyalkylen-Copolymerisat oder ein Gemisch dieser Stoffe enthält.
3. Hilfsmittelgemisch gemäss einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
dass es zusätzlich als Komponente (E) ein polares Lösungsmittel enthält.
4. Hilfsmittelgemisch gemäss einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet,
dass die Komponente (A) eine O-cyanethylierte Verbindung der Formel

ist, worin R, einen aliphatischen Rest mit 3 bis 22 Kohlenstoffatomen oder einen ggf.
durch Halogen, Alkyl oder Alkoxy mit jeweils 1 bis 5 Kohlenstoffatomen, substituierten
Phenoxyethylrest bedeutet.
5. Hilfsmittelgemisch gemäss Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass in Formel (2)
R1 Alkyl mit 3 bis 22 Kohlenstoffatomen darstellt.
6. Hilfsmittelgemisch gemäss einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
dass die Komponente (B) ein anionisches Tensid der Formel

ist, worin Y Alkyl oder Alkenyl mit jeweils 8 bis 22 Kohlenstoffatomen, Alkylphenyl
mit 4 bis 16 Kohlenstoffatomen im Alkylteil oder o-Phenylphenyl, X den Säurerest einer
anorganischen, Sauerstoff enthaltenden Säure oder einer organischen Säure und m 2
bis 40 bedeuten.
7. Hilfsmittelgemisch gemäss Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente
(B) ein anionisches Tensid der Formel

ist, worin Y, Octyl oder Nonyl, m, 2 bis 15 und X, sich von Schwefelsäure oder o-Phosphorsäure
ableitet und das Tensid als freie Säure, Natrium-oder Ammoniumsalz vorliegt.
8. Hilfsmittelgemisch gemäss einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die Komponente (C) ein nichtionogenes Alkylenoxidanlagerungsprodukt von 1 bis
100 mol Alkylenoxid an 1 mol eines aliphatischen Monoalkohols mit mindestens 4 Kohlenstoffatomen,
eines drei- bis sechswertigen aliphatischen Alkohols, eines ggf. durch Alkyl oder
Phenyl substituierten Phenols oder einer Fettsäure mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen
ist.
9. Hilfsmittelgemisch gemäss einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
dass die Komponente (C) ein Anlagerungsprodukt von 2 bis 15 mol Ethylenoxid an 1 mol
Fettalkohol oder Fettsäure mit jeweils 8 bis 22 Kohlenstoffatomen oder an 1 mol Alkylphenol
mit insgesamt 4 bis 12 Kohlenstoffatomen im Alkylteil oder ein Fettsäuredialkanolamid
mit 8 bis 22 Kohlenstoffatomen im Fettsäurerest ist.
10. Hilfsmittelgemisch gemässAnspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Komponente
(A) eine O-cyanethylierte Verbindung der Formel

worin
R2 einen aliphatischen Rest mit 6 bis 22 Kohlenstoffatomen oder einen ggf. durch Halogen,
Methyl oder Methoxy substituierten Phenoxyethylrest bedeutet, ist,
die Komponente (B) einen sauren Ester, vorzugsweise Phosphorsäureester, oder dessen
Salz eines Polyadduktes von 2 bis 20 mol Ethylenoxid an 1 mol eines Fettalkohols von
8 bis 18 Kohlenstoffatomen oder an 1 mol eines p-Alkylphenols mit 4 bis 16 Kohlenstoffatomen
im Alkylrest oder ein Gemisch dieser sauren Ester darstellt,
die Komponente (C) ein Anlagerungsprodukt von 2 bis 15 mol Ethylenoxid an 1 mol Fettalkohol
oder Fettsäure mit jeweils 8 bis 22 Kohlenstoffatomen oder vorzugsweise an 1 mol Alkylphenol
mit insgesamt 4 bis 12 Kohlenstoffatomen im Alkylteil ist.
11. Hilfsmittelgemisch gemäss einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
dass als Komponente (D) ein Alkanol mit 5 bis 10 Kohlenstoffatomen, insbesondere 2-Ethyl-n-hexanol,
vorhanden ist.
12. Hilfsmittelgemisch gemäss einem der Ansprüche 2 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
dass als Komponente (D) ein Siloxan / Oxyalkylen-Copolymerisat mit einem Trübungspunkt
bei 20 bis 70, vorzugsweise 25 bis 50° C, vorhanden ist.
13. Hilfsmittelgemisch gemäss einem der Ansprüche 3 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
dass als Komponente (E) Wasser oder Isobutanol vorhanden ist.
14. Hilfsmittelgemisch gemäss einem der Ansprüche 3 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
dass es, bezogen auf das gesamte Gemisch,
10 bis 80 Gew.-% der Komponente (A)
10 bis 50 Gew.-% der Komponente (B)
5 bis 25 Gew.-% der Komponente (C)
0 bis 15, vorzugsweise 2 bis 10 Gew.-% der Komponente (D)
0 bis 40, vorzugsweise 10 bis 35 Gew.-% der Komponente (E)
enthält.
15. Verfahren zum Färben oder optischen Aufhellen von synthetischem Fasermaterial
mit kationischen oder Dispersionsfarbstoffen bzw. optischen Aufhellern in Gegenwart
eines Hilfsmittelgemisches, dadurch gekennzeichnet, dass man das Hilfsmittelgemisch
gemäss einem der Ansprüche 1 bis 14 verwendet.
16. Verfahren gemäss Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass man das Fasermaterial
mit Dispersionsfarbstoffen färbt.
17. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass
man das Hilfsmittelgemisch in einer Menge von 0,5 bis 6, vorzugsweise 2 bis 4 Gew.-%,
bezogen auf das Gewicht des Färbegutes, verwendet.
18. Verfahren gemäss einem der Ansprüche 15 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass das
Färben bzw. optische Aufhellen bei einer Temperatur von 70 bis 140, vorzugsweise 80
bis 135 und insbesondere 110 bis 135° C, durchgeführt wird.
19. Wässerige Flotte zum Färben oder optischen Aufhellen von synthetischem Fasermaterial,
welche Flotte mindestens einen kationischen oder Dispersionsfarbstoff bzw. einen kationischen
oder einen in Wasser dispergierten optischen Aufheller und ein Hilfsmittelgemisch
enthält, dadurch gekennzeichnet, dass die Flotte das Hilfsmittelgemisch gemäss einem
der Ansprüche 1 bis 14 enthält.