(19)
(11) EP 0 064 092 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
10.11.1982  Patentblatt  1982/45

(21) Anmeldenummer: 81103556.7

(22) Anmeldetag:  09.05.1981
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3F22B 31/00, F22B 37/20
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE DE FR GB IT NL SE

(30) Priorität: 23.04.1981 CH 2651/81

(71) Anmelder: GEBRÜDER SULZER AKTIENGESELLSCHAFT
CH-8401 Winterthur (CH)

(72) Erfinder:
  • Weber, Anton
    CH-8422 Pfungen (CH)

(74) Vertreter: Sparing Röhl Henseler Patentanwälte 
Postfach 14 04 43
40074 Düsseldorf
40074 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Dampferzeuger mit Wirbelschichtfeuerung


    (57) Die Wirbelschicht befindet sich in einer aus dicht verschweissten Verdampferrohren (7) gebildeten, in einen Gaszug (14) mündenden Brennkammer (1). Die Brennkammer (1) ist über zwei geneigte Anschlusswandflächen (8, 9) mit dem einen kleineren Querschnitt als die Brennkammer (1) aufweisenden Gaszug (14) verbunden. Durch die Wirbelschicht verlaufen Erhitzerrohre (52, 53), die L-förmig gebogen sind. Jeweils der eine, kürzere Schenkel (58, 59) der Erhitzerrohre (52, 53) verläuft etwa vertikal und der andere, längere Schenkel (60, 61) etwa horizontal. Die horizontalen Schenkel (60, 61) durchdringen eine etwa vertikale Brennkammerwand (4, 5) im Höhenbereich der Wirbelschicht und die vertikalen Schenkel (58, 59) die freie Oberfläche der Wirbelschicht unterhalb der Anschlusswandfläche (8, 9). Die Erhitzerrohre (52, 53) sind an einem ausserhalb der Brennkammer (1) angeordneten Verteiler (54, 56) und an einem Sammler (55, 57) angeschlossen.
    Durch diese Anordnung der Erhitzerrohre bleiben die durch ungleiche Wärmedehnung der Erhitzerrohre bedingten Spannungen in diesen Rohren im zulässigen Rahmen.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft einen Dampferzeuger mit Wirbelschichtfeuerung nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.

    [0002] Ein solcher Dampferzeuger ist aus der EP-OS 0017 657 bekannt,und die ein Gas führenden, in der Wirbelschicht angeordneten Erhitzerrohre sind als hin- und hergebogene Rohrschlangen ausgebildet. Es hat sich gezeigt, dass im Betrieb in diesen schlangenförmigen Erhitzerrohren, insbesondere beim An- und Abfahren, unzulässig hohe, auf ungleiche Wärmedehnung zurückzuführende Spannungen auftreten können, denen die Rohre auf die Dauer nicht gewachsen sind.

    [0003] Es ist Aufgabe der Erfindung, eine Erhitzerrohranordnung für einen Dampferzeuger der eingangs genannten Art zu schaffen, bei der die durch ungleiche Wärmedehnung hervorgerufenen Spannungen im zulässigen Rahmen bleiben.

    [0004] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale nach dem Kennzeichen des Anspruchs 1 gelöst. Die vertikalen Schenkel haben wegen ihrer geringen Länge einen nur geringen Dehnungsunterschied gegenüber der Brennkammerwand; die langen horizontalen Schenkel lassen sich daher problemlos abstützen. Die vertikalen Schenkel biegen sich, obwohl sie kurz sind, unter einer Längenänderung der langen Schenkel in noch durchaus zulässigem Rahmen aus. Da sie ihr Eigengewicht selbst tragen, müssen sie nicht abgestützt werden; sie tragen vielmehr noch einen Teil des Gewichts der horizontalen Schenkel.

    [0005] Besonders günstig und rechnerisch klar sind die Werkstoffspannungen in den Erhitzerrohren bei einer Weiterbildung der Erfindung, die gemäss Anspruch 2 ausgebildet ist.

    [0006] Sehr einfach und zuverlässig geschieht die Abstützung der horizontalen Schenkel der Erhitzerrohre durch gekühlte Tragrohre gemäss Anspruch 3.

    [0007] Die Befestigung dieser Tragrohre nach Anspruch 4 erlaubt es, besondere Tragbalken einzusparen.

    [0008] Anspruch 5 gibt eine Lösung an, bei der minimale Dehnungsunterschiede zwischen den Tragrohren und der Brennkammerwand auftreten.

    [0009] Anspruch 6 lehrt eine besonders einfache Anordnung von Tragrohren, bei der diese Rohre im Naturumlauf geschaltete Verdampferrohre des Dampferzeugers bilden können.

    [0010] Nach Anspruch 7 können die Tragrohre mit den horizontalen Schenkeln der Erhitzerrohre fest verbunden sein, sodass an den Tragstellen keine zu Abnützungserscheinungen führende Gleitreibung auftritt. Die Tragrohre werden hier zweckmässig im Zwangdurchlauf gekühlt. Anstelle einfacher U-Rohre könnten die U-Rohre im Bereich der Umlenkung aufgegabelt sein, sodass ein Fallrohr mit mehreren Steigrohren kommunizieren würde. Statt eines Fallrohrs liesse sich auch eine leicht ansteigende Dehnschlaufe anbringen, sodass die Tragrohre beim Abfahren des Dampferzeugers entwässert werden könnten.

    [0011] Bei der Lösung nach Anspruch 8 kann auf ausserhalb des Dampferzeugers verlaufende Erhitzerrohr-Tragrohre verzichtet werden.

    [0012] Durch die Anordnung nach Anspruch 9 und 10 ergeben sich erhebliche Vereinfachungen der Konstruktion, weil die Durchdringungen der Erhitzerrohre durch die Brennkammerwand und die Anschlusswandflächen weniger dicht verteilt sind und Verteiler und Sammler für die Erhitzerrohre mit einem kleineren Durchmesser ausgebildet werden können.

    [0013] Durch die Merkmale nach Anspruch 11 wird ein seitliches Ausknicken der Erhitzerrohre vermieden.

    [0014] Wird in den Erhitzerrohren, wie das bei einem Ausführungsbeispiel der Fall ist, Luft von etwa 400oC auf etwa 800°C erwärmt, so ist es von Vorteil, die vertikalen Schenkel der Erhitzerrohre entsprechend Anspruch 12 als Eintrittsschenkel anzuordnen. Die Wärmedehnung der vertikalen Schenkel bleibt dadurch näher an der Wärmedehnung der Brennkammerwand; der Abstand zwischen den Erhitzerrohrscheiteln und den diesen benachbarten Abstützpunkten der horizontalen Schenkel kann dadurch kürzer gewählt werden, sodass die Biegespannungen im Bereich zwischen jeweils dem Scheitel und der ersten Abstützung des betreffenden horizontalen Schenkels verkleinert werden. Ueberdies lässt die tiefere Temperatur der vertikalen Schenkel in diesen höhere Biegespannungen zu.

    [0015] Zwei Ausführungsbeispiele der Erfindung werden nun anhand der Zeichnung näher erläutert. Es zeigen:

    Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch einen erfindungsgemässen Dampferzeuger der Naturumlauf-Bauart,

    Fig. 2 einen Schnitt nach dem Linienzug II - II in Fig. l,

    Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie III - III in Fig. 1 in vergrössertem Massstab,

    Fig. 4 einen Schnitt nach Linie IV - IV in Fig. 1 in noch stärker vergrössertem Massstab,

    Fig. 5 einen Schnitt entsprechend Fig. 2 durch einen Dampferzeuger mit Zwangumlauf des Arbeitsmittels in den Tragrohren und

    Fig. 6 einen Horizontalschnitt durch das Tragrohrsystem von Fig. 5 nach der Linie VI - VI.



    [0016] Der Dampferzeuger nach Fig. 1 weist eine Brennkammer 1 mit rechteckigem Grundriss auf, der von einer Vorderwand 2, einer Rückwand 3 und zwei Seitenwänden 4 und 5 begrenzt ist. Die Grundfläche der Brennkammer wird von einem Boden 6 gebildet. Die Wände 2 und 3 der Brennkammer 1 sind direkt mit Wänden 10 und 11 eines Gaszuges 14 gasdicht verbunden, wogegen die Wände 4 und 5 über zwei geneigte Anschlusswandflächen 8 bzw. 9 mit Wänden 12 und 13 des Gaszuges gasdicht verbunden sind. Die Wände 2 bis 5 der Brennkammer 1, die Anschlusswandflächen 8 und 9 und die Wände 10 bis 13 des Gaszuges 14 sind aus miteinander dicht verschweissten Rohren 7 gebildet. Unterhalb des Bodens 6 der Brennkammer 1 verläuft mittig ein Hauptverteiler 16, der über zwei Falleitungen 17 und 18 aus einer Trommel 20 mit Wasser von nahezu Sattzustand versorgt wird. An den Enden dieses Hauptverteilers 16 ist am Fuss der Seitenwände 4 und 5 je ein Seitenwandverteiler 22 bzw. 23 angeschlossen. Von den beiden Seitenwandverteilern gehen die Rohre 7 der Seitenwände 4 und 5 der Brennkammer, der Anschlusswandflächen 8 und 9 und der Seitenwände 12 und 13 des Gaszuges 14 aus und münden in Seitenwandsammler 27 bzw. 28. Vom Hauptverteiler 16 führen paarweise zwölf gekrümmte Verbindungsrohre 29 zu sechs im Boden 6 befindlichen Tragrohrverteilern 30,30',30". Zwischen jeweils zwei Tragrohrverteilern 30 sowie zwischen dem Seitenwandverteiler 22 bzw. 23 und dem benachbarten Tragrohrverteiler 30' bzw. 30" sind Bodenrohre 32 angeordnet, die miteinander und mit den benachbarten Verteilern 30,30',30" und 22,23 über Durchtrittsöffnungen 33 freilassende Stege 34 verbunden sind. Die Bodenrohre 32 münden in diejenigen Rohre 7, die die Vorderwand 2 und die Rückwand 3 der Brennkammer bilden. Diese Rohre 7 setzen sich in den Wänden 10 und 11 des Gaszuges fort und münden in einen vorderen Sammler 40 bzw. hinteren Sammler 41; diese beiden Sammler sind mit den Seitenwandsammlern 27 und 28 verbunden, von denen der Sammler 27 mit der Trommel 20 verbunden ist. Die Bodenrohre 32 sind über je ein K-Stück 42 und zwei Rohrbögen 43.mit dem Hauptverteiler 16 verbunden (Fig. 4). Von den Tragrohrverteilern 30 zweigen, wie aus Fig. 2 ersichtlich, in gleichen Abständen voneinander bzw. von der Vorder- und der Rückwand 2,3 Tragrohre 46 ab. Diese Rohre 46 führen senkrecht nach oben und münden im Gaszug 14 in Tragrohrsammler 48, die über ausserhalb des Zuges 14 befindliche Quersammler 49 und 50 und zwei Verbindungsleitungen 51 mit der Trommel 20 verbunden sind. Die zwei äussersten Tragrohrverteiler 30' und 30" liegen unterhalb der Anschlusswandflächen 8 und 9. Die von ihnen ausgehenden Tragrohre 46 münden, wie dies in Fig. 1 rechts dargestellt ist, in je ein Rohr 7 der Anschlusswandfläche 9. Von der Einmündung des betreffenden Tragrohres aus nach oben weisen die Rohre 7 einen grösseren Querschnitt auf als die übrigen Rohre 7 der Seitenwände 4,5,12,13.

    [0017] In der so gebildeten und von vertikalen Tragrohren 46 durchsetzten Brennkammer 1 erstrecken sich in vertikalen Ebenen L-förmig gebogene Erhitzerrohre 52 und 53, die von Verteilern 54 bzw. 55 ausgehen und in Sammler 56 bzw. 57 münden. Die Erhitzerrohre durchdringen dabei mit ihren kurzen vertikalen Schenkeln 58 bzw. 59 die Anschlusswandflächen 8 bzw. 9 und mit ihren langen, etwa horizontalen Schenkeln 60 bzw. 61 die Seitenwände 5 bzw. 4. An den Durchdringungsstellen ist jeweils mindestens eines der Rohre 7 der Seitenwände 4,5 und der Anschlusswandflächen 8,9 auf übliche Weise aus der Wandebene herausgebogen. Passend eingeschweisste Stege stellen an den Durchdringungsstellen die Dichtheit der Wände sicher.

    [0018] Die Erhitzerrohre 52 und 53 sind an jeweils fünf Stellen ihrer langen Schenkel 60 bzw. 61 über U-förmige Tragschlaufen 62 an den Tragrohren 46 verschiebbar abgestützt (Fig. 3). Die Tragrohre 46 sind dabei symmetrisch zu ihrer Achse durch Tragschlaufen belegt.

    [0019] Unterhalb des Brennkammerbodens 6 ist ein Luftkasten 63 vorgesehen. Er besteht aus einem Wannenblech 64 rechteckigen Umrisses, das über Dehnelemente 65 mit dem Umfang des Brennkammerbodens 6 gasdicht verbunden ist. Ein solches Dehnelement ist beispielsweise in der CH-PS 463 539 dargestellt. Der so gebildete Luftkasten 63 ist über einen Stutzen 67 mit einer nicht gezeichneten Verbrennungsluftquelle verbunden.

    [0020] Im Gaszug 14 ist oberhalb der Brennkammer 1 ein Ueberhitzerrohrbündel 70 angeordnet, das mit seinem oberen Ende über einen Verteiler 72 und zwei Verbindungsleitungen 71 am Dampfraum der Trommel 20 angeschlossen ist und das an einem unteren Ende über einen Sammler 79 mit einer Friscl-dampfleitung 80 verbunden ist. Oberhalb des Ueberhitzer:-ohr- bündels 70 ist im Gaszug 14 ein Economiserrohrbündel 74 vorgesehen, das über einen Verteiler 75 mit einer Speiseleitung 76 verbunden ist. Den Austritt des Economiserrohrbündels 74 bildet ein Sammler 77, der über eine Leitung 78 an den Wasserraum der Trommel 20 angeschlossen ist. An den am oberen Ende des Gaszuges 14 angeordneten und einen Ringkollektor bildenden Sammlern 27, 28, 40 und 41 ist über einen Blechtrichter 38 ein zu einem nicht gezeichneten Luftvorwärmer führender Gaskanal 39 angeschlossen.

    [0021] Der Dampferzeuger wird über den Stutzen 67 des Luftkastens 63 mit Luft versorgt. Die Luft steigt durch die im Brennkammerboden 6 vorgesehenen Durchtrittsöffnungen 33, die beispielsweise nach der EP-OS 0019 652 ausgebildet sein können, und durch die darüberliegende fluidisierte Schicht aus Kohle-, Kalk- und Schlacketeilchen auf. Durch den Kontakt der glühenden Kohleteilchen und die intensive Turbulenz der Verbrennungsgase wird an den Erhitzerrohren 52 und 53 ein sehr guter Wärmeübergang erzielt. In den Erhitzerrohren strömt ein Drittmedium, vorzugsweise Luft. Es kann aber auch ein Medium sein, in dem ein chemischer Prozess sich abspielt. Die Erhitzerrohre können daher auch Katalyten enthalten oder innen mit solchen beschichtet sein. Selbstverständlich lassen sich die Erhitzerrohre 52 und 53 statt parallel auch in Serie schalten, indem z.B. der Sammler 56 mit dem Verteiler 55 verbunden wird.

    [0022] Im Betrieb wird dem Dampferzeuger über die Speiseleitung 76 Speisewasser zugeführt. Dieses wird im Economiserrohrbündel 74 auf nahezu Verdampfungstemperatur vorgewärmt und in die Trommel 20 eingeführt. Ueber die Fallrohre 17 und 18 gelangt Wasser aus der Trommel 20 in den Hauptverteiler 16 unterhalb des Bodens 6. Aus dem Verteiler 16 strömt ein erster Teil des Wassers über die Seitenwandverteiler 22 und 23 in die Rohre 7 der Seitenwände 4 und 5 und gelangt dann als Dampf/Wasser-Gemisch über die Seitenwandsammler 27 und 28 in die Trommel 20. Ein zweiter Teil des Wassers strömt aus dem Hauptverteiler 16 über die Rohrbögen 43, die K-Stücke 42 und die Bodenrohre 32 in die Rohre 7 der Vorder- und der Rückwand 2 und 3. Von dort strömt das Wasser einerseits über den schrägen Aussenkanten der Anschlusswandflächen 8 und 9 entlang angeordnete, nicht dargestellte Sammler und ebenfalls nicht dargestellte Steigleitungen und anderseits als Dampf/Wasser-Gemisch über die Sammler 40 und 41 in die Trommel 20 zurück. Ein dritter Teil des Wassers strömt aus dem Hauptverteiler 16 in die Tragrohre 46. Das in diesen entstehende Dampf/Wasser-Gemisch gelangt über die Tragrohrsammler 48, die Quersammler 49, 50 und die beiden Verbindungsleitungen 51 in die Trommel 20.

    [0023] Sattdampf aus dem Dampfraum der Trommel 20 strömt sodann über die beiden Verbindungsleitungen 71 in das Ueberhitzerrohrbündel 70, aus dem er als überhitzter Dampf in die Frischdampfleitung 80 gelangt, die zu einem nicht gezeichneten Verbraucher führt.

    [0024] Der beschriebene Dampferzeuger kann Bestandteil einer Anlage entsprechend der EP-OS 0017 657 bilden, wobei in den Erhitzerrohren 52 und 53 Luft von beispielsweise 400°C auf 8000C erhitzt wird, die als Arbeitsmittel einer Gasturbine zugeführt wird. Die verhältnismässig hohe Temperatur der Luft in den horizontalen, langen Schenkeln 60 und 61 der Erhitzerrohre 52, 53 hat zur Folge, dass diese Schenkel sich im Betrieb relativ stark dehnen. Sie gleiten dabei in den U-förmigen Schlaufen 62, und es kann zweckmässig sein, die Innenseite der Schlaufen 62 und/oder die Aussenseite der Schenkel 60, 61 im Bereich der Gleitstellen mit einem Mittel zu versehen, das eine Abnützung verhindert oder reduziert. Das Mittel kann beispielsweise durch Plasmaspritzen aufgebracht werden. Die vertikalen Schenkel 58 und 59 der Erhitzerrohre 52, 53 nehmen erheblich geringere Temperaturen an als die horizontalen Schenkel, weil sie einerseits von kälterer Luft durchströmt sind und anderseits teilweise nur von Rauchgas beheizt wird, was heizmediumseitig einen geringeren Wärmeübergang ergibt. Dementsprechend verschieben sich die Scheitelpunkte zwischen den kurzen und den langen Schenkeln relativ zu den Rohren der Seitenwände 4, 5 fast nur in horizontaler Richtung. Da in diesen Rohren etwa'dieselben Temperaturen auftreten wie in den Tragrohren-46, bleiben die Stützpunkte der Erhitzerrohre 52, 53 relativ zu den Durchdringungsstellen etwa auf derselben Höhe. Die Aufhängung der Erhitzerrohre kann somit als ideal bezeichnet werden.

    [0025] Nach Fig. 2 sind jeweils an den Tragrohren 46,beidseits auf gleichen Höhen, Erhitzerrohre 52 und 53 abgestützt, die dem selben Verteiler 54 bzw. 55 entspringen und in den selben Sammler 56 bzw. 57 führen. Fünf solcherTragrohre bilden zusammen mit zwölf daran befestigten Erhitzerrohren 52 oder 53 eine Rohrtafel. Aufeinanderfolgende Rohrtafeln sind abwechslungsweise so in der Brennkammer 1 angeordnet, dass die vertikalen Schenkel 58 der Erhitzerrohre 52 der Seitenwand 4 und die vertikalen Schenkel 59 der Erhitzerrohre 53 der Seitenwand 5 benachbart sind.

    [0026] Es kann auch vorteilhaft sein, die auf verschiedenen Seiten des selben Tragrohres 46 abgestützten Erhitzerrohre 52 bzw. 53 so an die Verteiler 54 und 55 und die Sammler 56 und 57 anzuschliessen, dass die Erhitzerrohre der einen Seite mit dem Verteiler 54 und dem Sammler 56 und die Erhitzerrohre der anderen Seite mit dem Verteiler 55 und dem Sammler 57 verbunden sind; die beim Dehnungsvorgang an den Tragrohren 46 wirkenden Reibungskräfte kompensieren sich somit im wesentlichen und wirken sich nur in leichter beherrschbaren Drehmomenten aus.

    [0027] Um die Wirkung der Reibung zu vermeiden, kann es auch zweckmässig sein, wie beispielsweise in Fig. 5 und 6 dargestellt, die Tragrohre als Pendel auszubilden, was bedingt, dass sie über nachgiebige Rohre, beispielsweise über Fallrohre, gespeist werden. Die Tragrohre können dabei einfache U-Rohr-Schlaufen bilden oder die Schlaufen können verzweigt sein; letzteres ist in Fig. 5 und 6 dargestellt. Dort führt jeweils ein Fallrohr 89, das zwölf Erhitzerrohre 52 aus dem Verteiler 54 trägt, zu einem Horizontalrohr 81, aus dem drei Steigrohre 83 abzweigen, die ebenfalls je zwölf Erhitzerrohre 52 aus dem Verteiler 54 tragen. Die Steigrohre 83 führen in den Tragrohrsammler 48. Parallel zu diesem Tragsystem ist, seitlich um eine Tragrohrteilung versetzt, ein Fallrohr 85 angeordnet, von dem zwölf Erhitzerrohre 53 aus dem Verteiler 55 getragen werden und das über ein Horizontalrohr 86 zu drei Steigrohren 87 führt, an denen ebenfalls je zwölf Erhitzerrohre 53 aus dem Verteiler 55 abgestützt sind. Auf diese Weise können die Tragrohre 89, 83 und 85, 87 den Dehnungen der langen Schenkel 60 bzw. 61 entsprechende, entgegengesetzte Pendelbewegungen aufführen. Reibungserscheinungen werden somit vermieden.

    [0028] Werden die langen Schenkel 60 und 61 entsprechend Fig. 1 an fünf Stellen, jedoch pendelnd aufgehängt, so sind vier solche Tragsystempaare und unter den Anschlusswandflächen 8 und 9 je ein einzelnes Tragsystem vorzusehen.

    [0029] Es kann zweckmässig sein, diese pendelnden Tragsysteme seitlich zu führen, beispielsweise an einem Verdampferrohrgitter oberhalb oder unterhalb der langen Schenkel der Erhitzerrohre oder an im Bereich des Brennkammerbodens 6 befindlichen vertikalen Trennblechen, denen gegebenenfalls gleichzeitig die Rolle zufallen kann, die Brennkammer in Abteile zu unterteilen; eine solche Unterteilung hätte für den Teillastbetrieb Bedeutung.

    [0030] Abweichend von Fig. 2, gemäss der die Tragrohrsammler 48 zwischen dem Economiserrohrbündel 74 und dem Ueberhitzerrohrbündel 70 angeordnet sind, können sie auch - wie Fig. 5 zeigt - im Bereich des Ueberhitzers oder gar darunter angeordnet sein. Im letzteren Fall kann es zweckmässig sein, diese tiefhängenden Tragrohrsammler über wenige Tragrohre von höher hängenden Sammlern aus abzustützen. Diese Abstützung kann aber auch über schräge Zugrohre von hoch gelegenen Punkten der Gaszugwände aus geschehen.

    [0031] In Fig. 5 sind die Erhitzerrohre 52 und 53 in versetzter Anordnung an den Tragrohren 89, 83 bzw. 85, 87 befestigt.

    [0032] Die Vorteile des Dampferzeugers mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sind auch erreichbar, wenn die Verteiler 54, 55 am Eintritt der Erhitzerrohre 52 bzw. 53 innerhalb der Brennkammer 1 angeordnet werden, d.h. zwischen der freien Wirbelbettfläche und der Anschlusswandfläche 8 bzw. 9. Dadurch kann die Anzahl der Durchdringungen in der zugeordneten Anschlussfläche 8 bzw. 9 erheblich vermindert werden. Nachteilig bei einer solchen Anordnung ist allerdings, dass die Werkstoffspannungen im Bereich der Erhitzerrohranschlüsse weniger klar und der Berechnung weniger gut zugänglich sind als bei der Anordnung gemäss Fig. l.

    [0033] Als Kompromiss ist auch das Anbringen von Zwischenverteilern innerhalb der Brennkammer 1 denkbar.

    [0034] Der Dampferzeuger enthält unter anderem Mittel zum Eintragen des vorzugsweise körnigen Brennstoffs und gegebenenfalls von Zuschlagstoffen, um das Wirbelbett zu bilden und/oder Schadstoffe zu binden, z.B. Kalk zum Binden von Schwefel. Er weist ebenfalls Mittel zum Austragen und/oder Rezirkulieren von Brennstoff, Zuschlagstoffen und/oder Rezirkulationsprodukten auf, welche Mittel hier ebenfalls nicht dargestellt sind.


    Ansprüche

    1. Dampferzeuger mit Wirbelschichtfeuerung, wobei die Wirbelschicht sich in einer mindestens zonenweise aus dicht verschweissten Verdampferrohren gebildeten, in einen Gaszug mündenden Brennkammer befindet, mit mindestens einem Bündel von in der Wirbelschicht verlaufenden, ein weiteres Medium, vorzugsweise ein Gas, führenden Erhitzerrohren, dadurch gekennzeichnet, dass die Brennkammer über mindestens eine vorzugsweise geneigt angeordnete Anschlusswandfläche mit dem einen kleineren Querschnitt als die Brennkammer aufweisenden Gaszug verbunden ist, dass die Erhitzerrohre L-förmig gebogen sind und jeweils der eine, kürzere Schenkel der Erhitzerrohre etwa vertikal und der andere, längere Schenkel etwa horizontal verläuft, dass die horizontalen Schenkel eine etwa vertikale Brennkammerwand im Höhenbereich der Wirbelschicht und die etwa vertikalen Schenkel die freie Oberfläche der Wirbelschicht unterhalb der Anschlusswandfläche durchdringen und dass die Erhitzerrohre des Bündels ausserhalb der Wirbelschicht an einem Verteiler und an einem Sammler angeschlossen sind.
     
    2. Dampferzeuger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die vertikalen Schenkel der Erhitzerrohre die Anschlusswandfläche oberhalb der Wirbelschicht durchdringen und an dem ausserhalb der Brennkammer angeordneten Verteiler angeschlossen sind.
     
    3. Dampferzeuger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Erhitzerrohre jeweils im Bereich ihrer horizontalen Schenkel an etwa vertikalen, von einem Kühlmedium durchströmten Tragrohren aufgehängt sind.
     
    4. Dampferzeuger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragrohre zu im Gaszug angeordneten Sammelrohren geführt sind, die Tragbalken bilden.
     
    5. Dampferzeuger nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragrohre Vorwärmer- und/oder Verdampferrohre des Dampferzeugers bilden.
     
    6. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragrohre vom Brennkammerboden ausgehen.
     
    7. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Tragrohre als U-Rohre ausgebildet sind, deren Schenkel oben aufgehängt sind.
     
    8. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass in der Anschlusswandfläche weitere Sammler liegen, an denen weitere Tragrohre angeschlossen sind.
     
    9. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils eine Gruppe von Erhitzerrohren zusammen mit ihnen zugeordneten Tragrohren eine vertikale Rohrtafel bilden.
     
    10. Dampferzeuger nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrtafeln so angeordnet sind, dass die vertikalen Rohrschenkel in einander benachbarten Rohrtafeln sich auf einander gegenüberliegenden Seiten der Brennkammer befinden.
     
    11. Dampferzeuger nach Anspruch 9 oder 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Rohrtafeln durch Führungsmittel gegen Auslenkung in Querrichtung gesichert sind.
     
    12. Dampferzeuger nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, dass die horizontalen Schenkel der Erhitzerrohre bezüglich des in ihnen fliessenden Mediums den vertikalen Schenkeln nachgeschaltet sind.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht