[0001] Die Erfindung betrifft einen Antrieb des Einerrades eines untersetzten mechanischen
Zählwerks, bei dem Zahlenräder lückenlos aneinandergrenzend auf einer Rastachse montiert
sind und dem Einerrad eine Steuerscheibe vorgeschaltet ist, wobei der Antrieb der
Zahlenräder bzw. Steuerscheibe durch eine im Inneren der Rastachse angeordnete, um
einen Arbeitswinkel hin- und herdrehende Schaltwelle erfolgt, an die jeweils auf Innenverzahnungen
der Räder eines Räderpaares wirkende, federbelastete Klinken angelenkt sind und die
Steuerscheibe die Antriebsklinke für das Einerrad zur Erzeugung von zwischen Schalthüben
vorgesehenen Leerhüben aushebt.
[0002] Ein solches Zählwelkist als erstes Ausführungsbeispiel in der DE-OS 30 01 321.9 beschrieben
und dient als Druckwerk zur fortlaufenden, vorzugsweise dezimalen Numerierung und
ist gleichermaßen für eine unmittelbare wie auch untersetzte Fortschaltung ausgelegt.
Ein solches Zählwerk kann insbesondere in einem Handetikettiergerät Verwendung finden.
Die unmittelbare Fortschaltung kommt dann zum Einsatz, wenn Einzelartikel mit sukzessiv
numerierten Etiketten ausgezeichnet werden sollen. Bei diesem Schaltmodus, der im
folgenden als Modus M1 bezeichnet wird, findet also bei jedem Hub der Schaltwelle
eine Fortschaltbewegung des niedrigststelligen Zahlenrads (Einerrads) statt. Sollen
Paare von Artikeln ausgezeichnet werden, müssen hingegen zwei identische Etiketten
gedruckt werden. In dem entsprechenden Schaltmodus M2 wird nur bei jedem zweiten Hub
der Schaltwelle eine Fortschaltung des Zählwerk bewirkt. Ein Schalthub des Zählwerks
wechselt sich also mit einem Leerhub ab. Für größere Artikelgruppen, beispielsweise
drei- und mehrteilige Wäschesätze, Geschirrservice usw., ist zwischen den Schalthüben
eine entsprechend größere Zahl von Leerhüben erforderlich. Das erwähnte Zählwerk nach
dem Stand der Technik arbeitet demgemäß auch mit einer Mehrfach- oder Wiederholschaltung,
die zwei (M3), drei (M4) oder auch mehr Leerhübe zwischen zwei Schalthüben vorsieht.
Es ist überdies bekannt, die Fortschaltung des Zählwerks völlig auszusetzen (Schaltmodus
MO).
[0003] Bei dem genannten Zählwerk wird der gewünschte Schaltmodus durch die Unterteilung
einer Steuerscheibe vorgegeben. Für jeden Schaltmodus ist eine eigene Steuerscheibe
erforderlich, die fest in das Gerät eingebaut wird. Dadurch wird jeweils ein Zählwerk
mit einem ganz bestimmten Schaltmodus realisiert, der von dem Benutzer nicht ohne
weiteres geändert werden kann.
[0004] Diese Beschränkung auf einen fest vorgegebenen Schaltmodus hat sich in der Praxis
als nachteilig erwiesen. Insbesondere bei Handetikettiergeräten besteht wegen der
wechselnden Stückelung der auszuzeichnenden Artikel häufig die Notwendigkeit, den
Schaltmodus zu ändern. Gegenwärtig muß aber für jeden Schaltmodus ein komplettes Druckwerk
vorhanden sein, das bei Bedarf ausgetauscht wird.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, diesem Mißstand abzuhelfen und ein Zählwerk der eingangs
genannten Art zu schaffen, das eine Änderung des Schaltmodus durch einfaches Umschalten
und insbesondere eine Vorwahl von keinem (M1), einem (M2), zwei (M3) oder drei (M4)
Leerhüben zwischen zwei das Zählwerk bewegenden Schalthüben gestattet. Die äußerst
kompakte Bauweise des Zählwerks gemäß der DE-OS 30 01 321.9 mit lückenlos aneinanderstoßenden
Rädern und einer verschleißarmen Schaltung soll dabei weiterhin verwirklicht sein.
[0006] Diese Aufgabe wird durch ein Zählwerk der eingangs genannten Art dadurch gelöst,
dass die Steuerscheibe eine Innenverzahlung mit zyklischen Gruppen von Zähnen unterschiedlicher
Zahnkerbentiefe und mit unterschiedlichem Zahnabstand aufweist und mittels einer von
einer verstellbaren Kulisse in ihrer Einfalltiefe beeinflussbaren Leerhubklinke und
unabhängig davon mittels einer zwischen Steuerscheibe und Einerrad wirkenden Durchschaltklinke
fortschaltbar ist.
[0007] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet.
[0008] Durch die Erfindung wird ein untersetztes Zählwerk geschaffen, bei dem der Schaltmodus
durch Verstellen einer Kulisse vorzuwählen ist. Die Vorzüge einer solchen Anordnung
sind offensichtlich. Beispielsweise kann das erfindungsgemäße Zählwerk in einem Handetikettiergerät
mehrere der nach dem Stand der Technik erforderlichen Druckwerke mit festem Schaltmodus
ersetzen. Die Erfindung kann aber auch in anderen Zähl- oder Numeriergeräten eine
vorteilhafte Anwendung finden.
[0009] Die Erfindung wird anhand eines in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiels
näher erläutert. Das untersetzte Zählwerk wird dabei in einer Verwendung als dezimal
fortschaltendes Druckwerk beschrieben. Es zeigen:
Fig. 1 eine Längsschnittansicht durch das Zählwerk;.
Fig. 2 eine Teilseitenansicht des Zählwerks;
Fig. 3 eine Draufsicht auf ein Zahlenrad des Zählwerks;
Fig. 4 eine Seitenansicht im Schnitt entlang der Linie A-B von Fig. 3;
Fig. 5 eine Draufsicht auf die Steuerscheibe des Zählwerks;
Fig. 6 eine Seitenansicht im Schnitt entlang der Linie C-D von Fig. 5;
Fig. 7 eine vergrößerte Vorderansicht der Leerhubklinke;
Fig. 8 eine Seitenansicht der Leerhubklinke in Richtung "E" von Fig. 7;
Fig. 9 eine Draufsicht auf die Kulisse des Zählwerks;
Fig. 10 eine Seitenansicht im Schnitt entlang der Linie F-G von Fig. 9.
Fig. 11 - 15 zeigen Schaubilder, die die Stellung von Kulisse und Steuerscheibe nach
Schalten des Einerrads verdeutlichen, und zwar
Fig. 11 für Schaltmodus M2;
Fig. 12 für Schaltmodus M3;
Fig. 13 für Schaltmodus M4;
Fig. 14 für Schaltmodus MO;
Fig. 15 für Schaltmodus M1.
[0010] Nach Fig. 1 ist das dezimal fortschaltende Zählwerk 1 mit ausschließlich manuell
verstellbaren Zahlenrädern 2 kombiniert. Diese Anordnung findet in Etikettiergeräten
Verwendung, bei denen ein Etikett mit einer fest vorgegebenen Marke und zugleich mit
einer fortlaufenden Nummer bedruckt wird. Die manuell verstellbaren Zahlenräder 2
sind zusammen mit dezimal fortschaltenden Zahlenrädern 3, einer Steuerscheibe 4 und
einer Kulisse 5 auf einer gemeinsamen Rastachse 6 aufgezogen. Die Steuerscheibe 4
ist dabei dem Einerrad 3a, d.h. dem niedrigststelligen der fortschaltenden Zahlenräder
3 vorgeordnet. Die Kulisse 5 ist ihrerseits der Steuerscheibe 4 antriebsseitig,vorgeschaltet.
Die auf die Rastachse aufgezogenen Räder, also die Zahlenräder 2;3, die Steuerscheibe
4 und die Kulisse 5, grenzen lückenlos aneinander an und sind seitlich gegeneinander
abgestützt. Sie lassen sich unabhängig voneinander einzeln drehen und werden auf der
Rastachse 6 in jeweils stufenweise gegeneinander versetzten Winkelstellungen positioniert
und arretiert.
[0011] Die Zahlenräder 2;3 sind Zahnräder mit einer Außenverzahnung 7a (vergl. Fig. 3).
Ebenso ist auch die Kulisse 5 mit einer Außenverzahnung 7b versehen (vergl. Fig. 9).
In diese Außenverzahnung 7a;7b greift ein Stellwerk ein (nicht dargestellt), mit dem
die Zahlenräder 2;3 und die Kulisse 5 in eine vorwählbare Stellung gebracht werden.
[0012] Wie in Fig. 2 ersichtlich, ist die Rastachse 6 eine geschlitzte, zylindrische Hülse
8, deren Außenmantel 9 die Lauffläche der Zahlenräder 2;3, der Steuerscheibe 4 und
der Kulisse 5 bildet. Die genannten Räder weisen jeweils eine zentrische Mittelbohrung
10a;10b;10c auf, deren lichte Weite dem Durchmesser der Hülse 8 entspricht, und sind
auf die Hülse 8 aufgefädelt. Der Innenring lla;llb;llc der Mittelbohrung 10a;10b;10c
ist jeweils mit einer Kerbung versehen. Diese besteht bei den manuell verstellbaren
Zahlenrädern 2 aus einem einzigen, die volle Breite der Zahlenräder 2 einnehmenden
Zahnkranz. Bei den fortschaltenden Zahlenrädern 3 und der Steuerscheibe 4 ist dagegen
auf dem Innenring lla;llb jeweils ein antriebsseitiger Zahnkranz 12a;12b und ein abtriebsseitiger
Zahnkranz 13a;13b ausgenommen. Der antriebsseitige Zahnkranz 12a;12b und der abtriebsseitige
Zahnkranz 13a;13b beanspruchen je einen Teil der Breite, und vorzugsweise die halbe
Breite der fortschaltenden Zahlenräder 3 bzw. der Steuerscheibe 4. `
[0013] Auch die Kerbung auf dem Innenring 11c der Kulisse 5 ist in der Breite geteilt. Dabei
ist auf der Seite der Kulisse 5, die der Steuerscheibe 4 abgewandt ist, eine Rastverzahnung
12c vorgesehen. Auf der anderen, der Steuerscheibe 4 zugewandten Seite ist dagegen
eine Leitbahn 13c ausgeformt, die die Kulissenwirkung vermittelt. Ähnlich wie bei
den fortschaltenden Zahlenrädern 3 und der Steuerscheibe 4 nehmen die Rastverzahnung
12c und die Leitbahn 13c vorzugsweise die halbe Breite der Kulisse 5 ein.
[0014] Die Kerbung der auf die Rastachse 6 aufgezogenen Räder wirkt mit einem Federkamm
14 zur Positionierung der Räder zusammen. Eine Vorderansicht des Federkamms 14 ist
Fig. 1, eine Seitenansicht den Abbildungen Fig. 2 und Fig. 11 - 15 zu entnehmen. Der
Federkamm 14 ist an dem Außenmantel 9 der Hülse 8 und teilweise in die Hülse 8 versenkt
angeordnet. Er besteht aus einem Kammrücken 15 und zinkenförmig davon abstehenden
Blattfedern 16;16a;17 Die Blattfedern 16;16a;17 ragen im entspannten-Zustand auf wenigstens
einem Teil ihrer Länge über den Außenmantel 9 der Hülse 8 hinaus und lassen sich durch
radialen Druck in ein Federbett 18 unterhalb des Außenmantels 9 versenken (vergl.
Fig. 2).
[0015] Für jedes der Räder auf der Rastachse 6 ist eine einzelne Blattfeder 16;16a;17 vorgesehen.
Die Blattfedern 16 für die Zahlenräder 2;3 und die Blattfeder 16a für die Kulisse
5 sind identisch ausgebildet. Sie tragen jeweils am Federende einen einzelnen Noppen
19. Die Blattfeder 17 für die Steuerscheibe 4 ist dagegen mit zwei in definiertem
Abstand angeordneten Noppen 20a;20b versehen (vergl. Fig. 11 - 15). Die Noppen 19;20a;20b
fallen durch Federkraft in die Kerbung der Räder ein und arretieren dadurch die Räder
in bestimmten Rastpositionen. Bei den manuell bewegten Zahlenrädern 2 laufen die Blattfedern
16;16a;17 mittig auf dem durchgehenden Zahnkranz, bei den fortschaltenden Zahlenrädern
3 und der Steuerscheibe 4 auf dem antriebsseitigen Zahnkranz 12a bzw. 12b und bei
der Kulisse 5 auf der Rastverzahnung 12c. Daraus resultiert eine Versetzung der Blattfedern
16;16a;17, die zu der Ausgestaltung einer einzelnen größeren KammlUcke 21 auf dem
Stoß zwischen den manuell bewegten und fortschaltenden Zahlenrädern 2 bzw. 3 führt
(vergl. Fig. 1).
[0016] Durch die Hülse 8 ist eine Schaltwelle 22 gesteckt, mittels derer die fortschaltenden
Zahlenräder 3 und die Steuerscheibe 4 bewegt werden. Die Schaltwelle 22 ist im Innern
der Hülse 8 drehbar gelagert. Sie wird bei jedem Hub des Zählwerks 1 um einen bestimmten
Arbeitswinkel« hin- und hergedreht. Bei einem dezimal fortschaltenden Zählwerk 1 ist
der Schaltwinkel der Zahlenräder 36°. Der Arbeitswinkel ∝ der Schaltwelle 22 ist dementsprechend
etwas größer zu wählen, um mechanische Toleranzen und Ungenauigkeiten in der Kerbung
auszugleichen. Im vorliegenden AusfUhrungsbeispiel beträgt der Arbeitswinkel ∝ 40°.
[0017] An die Schaltwelle 22 ist eine Reihe von Klinken 23;23a; 23b;24 angelenkt, die in
die Kerbung der fortschaltenden Zahlenräder 3 bzw. der Steuerscheibe 4 einfallen und
diese in einem bestimmten Schaltrhythmus mitnehmen. Die Klinken 23;23a;23b;24 greifen
dabei durch einen Schlitz 25 in der Hülse 8 in Kerben Z ;S der Zahnkränze 12a;12b;13a;13b
ein. Jede dieser Kerben Z.;S (vergl. Fig. 3) weist in Vortriebsrichtung der zu bewegenden
Räder eine steile Vorderflanke 26 auf. Beim Einfall in die Kerben Z ;S schlagen die
Klinken 2-3;23a;23b;24 gegen diese Vorderflanke 26 an und übertragen bei Vorwärtsdrehung
der Schaltwelle 22 die Antriebskraft auf die Räder. Eine zweite, rückwärtige Flanke
27 der Kerben Z ;S dient als Gleitfläche, an der die Klinken 23;23a;23b;24 bei Rückdrehung
der Schaltwelle 22 entlanggeführt und ausgehoben werden.
[0018] Der Grundform nach (vergl. Fig. 2) besteht jede der Klinken 23;23a;23b;24 aus einem
im wesentlichen zylindrischen, mittig durchbohrten Gelenkkörper 28 und einem radial
davon abstehenden Ansatz 29, der als Formnegativ einer Kerbe Z.:S. ausgebildet ist.
Die Klinken 23;23a;23b;24 sind mit der Bohrung 30 ihres Gelenkkörpers 28 nebeneinander
auf einem Stift 31 als gemeinsame Achse aufgeschoben. Der Stift 31 ist mit zwei an
die Schaltwelle 22 angeformten Trägern 32a;32b parallel zu der Schaltwelle 22 gehaltert
und fest mit der Schaltwelle 22 verbunden.
[0019] Die Klinken 23;23a;23b;24 lassen sich mit Bewegungsspiel um den Stift 31 drehen.
Der Achsmittelpunkt des Stifts 31 ist so gelegt, daß die Außenwand 33 des Gelenkkörpers
28 einer auf den Stift 31 aufgefädelten Klinke 23;23a;23b;24 innerhalb eines verlängerten
äusseren Umfangskreises der Hülse 8 liegt (vergl. Fig. 2). Die Klinken 23;23a;23b;24
sind also mit ihrem Gelenkkörper 28 unter die Lauffläche der Räder versenkt. Der Ansatz
29 der Klinken 23;23a;23b;24 läßt sich durch Drehung der Klinke 23;23a;23b;24 um den
Stift 31 ebenfalls unter die Lauffläche der Räder zurückversetzen (durchgezogene Linie
in Fig. 2). Jede einzelne Klinke 23;23a;23b;24 ist in dieser Stellung aber durch die
Kraft einer Druckfeder 34 belastet. Die Druckfedern 34 sind in geeigneten Sackbohrungen
35 der Schaltwelle 22 gelagert. Sie wirken derart auf die Ansätze 29 der Klinken 23;23a;23b;24,
daß die Klinken 23;23a;23b;24 um den Stift 31 gedreht und die Ansätze 29 radial nach
außen gegen die Kerbung der fortschaltenden Zahlenräder 3 bzw. Steuerscheibe 4 gedrückt
werden (unterbrochene Linie in Fig. 2). Die Klinken 23;23a;23b;24 kommen auf dem Bogen
des Arbeitswinkels α zum Eingriff und bewegen die fortschaltenden Zahlenräder 3 und
die Steuerscheibe 4 von Rastposition zu Rastposition.
[0020] Fig. 1 zeigt die Anordnung der Klinken 23;23a;23b;24 in Bezug auf die zu bewegenden
Räder. Innerhalb des Dezimalzählwerks ist jeweils eine Klinke 23a einem Paar fortschaltender
Zahlenräder 3,3a zugeordnet. Die fortschaltenden Zahlenräder 3;3a sind auf der Rastachse
6 gegen die Klinken 23;23a derart versetzt aufgezogen, daß eine Klinke 23a die Stoßstelle
zweier Zahlenräder 3;3a übergreift. Die Klinke 23a läuft jeweils mit der einen Hälfte
ihrer Breite in dem abtriebsseitigen Zahnkranz 13a eines niedrigstelligen Zahlenrades
3a und mit der anderen Hälfte ihrer Breite in dem antriebsseitigen Zahnkranz 12a des
nächsthöherstelligen Zahlenrades 3. Für die Steuerscheibe 4 gilt dasselbe entsprechend.
Eine im folgenden als Durchschaltklinke 23b bezeichnete Klinke läuft mit je der Hälfte
ihrer Breite in dem abtriebsseitigen Zahnkranz 13b der Steuerscheibe 4 und dem antriebsseitigen
Zahnkranz 12a des Einerrads 3a. Eine nachstehend Leerhubklinke 24 genannte Klinke
läuft mit der einen'Hälfte ihrer Breite in dem antriebsseitigen Zahnkranz 12b der
Steuerscheibe 4 und mit der anderen Hälfte ihrer Breite auf der Leitbahn 13c der Kulisse
5.
[0021] Die aufgeführten Räder des Zählwerks 1 werden im folgenden genauer beschrieben. Den
Abbildungen Fig. 3 und Fig. 4 ist zunächst die Gestaltung der fortschaltenden Zahlenräder
3;3a zu entnehmen. Die fortschaltenden Zahlenräder 3;3a sind demnach wie bereits erwähnt
mit einer Außenverzahnung 7a versehen, die den Eingriff eines Stellwerks gestattet.
Der die Mittelbohrung 10a begrenzende Innenring lla weist auf der Antriebsseite einen
Zahnkranz 12a mit zehn identischen, in gleichem Winkelabstand angeordneten Kerben
Z36 auf. Der Zahnkranz 13a auf der Abtriebsseite besteht dagegen aus einer einzigen
Kerbe ZO, die mit einer der antriebsseitigen Kerben Z36 fluchtet und so eine durchgehende
Kerbe ZO bildet. Durch diese Anordnung läuft eine innerhalb des Dezimalzählwerks arbeitende
Klinke 23a bei neun von zehn Hüben der Schaltwelle 22 ausgehoben auf dem nicht eingekerbten
Innenring 11a eines niedrigstelligen Zahlenrades 3a und kommt nur bei einem von zehn
Hüben in die durchgehende Kerbe ZO zum Eingriff. Durch dieses Untersetzungsverhältnis
von 1 : 10 und eine aus der DE-OS 3001 321 bekannte Koppelung der Klinken 23;23a;23b;24
wird eine dezimale Fortschaltung des Zählwerks 1 erreicht.
[0022] Fig. 5 und Fig. 6 zeigen die Steuerscheibe 4-des Zählwerks 1. Diese wird im Gegensatz
zu den Zahlenrädern 2; 3 und der Kulisse 5 nicht manuell bewegt und weist daher eine
verzahnungsfreie Außenkontur 36 auf. Wie erwähnt, ist der Innenring llb der Steuerscheibe
4 mit einer in der Breite geteilten Kerbung versehen, die aus einem antriebsseitigen
Zahnkranz 12b und einem abtriebsseitigen Zahnkranz 13b besteht.
[0023] Der abtriebsseitige Zahnkranz 13b wird von fünf, in einem Winkelabstand von 72° angeordneten
72°-Kerben S72;S72a gebildet. Der antriebsseitige Zahnkranz 12b hat ebenfalls fünfzählige
Symmetrie. Er besteht aus Kerbengruppen, die jeweils einer der 72
0-Kerben S72;S72a des abtriebsseitigen Zahnkranzes 13b zugeordnet sind. Zunächst ist
jede 72°-Kerbe S72;S72a auf der Antriebsseite zu einem Einschnitt 37 vertieft. Die
Vorderkante 38 dieses Einschnitts 37 liegt dabei in der Verlängerung der Vorderflanke
26a der 72°-Kerbe S72;S72a. Diese Führung der Vorderkante 38 ermöglicht eine Schwenkbewegung
der Leerhubklinke 24 um einen größeren Winkel in eine spezielle, tiefe Eingriffsstellung.
In dieser Stellung, die nur für den Schaltmodus M1 benötigt wird, rastet ein an der
Leerhubklinke 24 ausgeformter Haken 39 in die Einschnitte 37 ein (vergl. Fig. 15).
[0024] Die Vorderkante 38 des Einschnitts 37 geht in ein Plateau 40 über, das einen Anschlag
für den Haken 39 bildet. Ausgehend von diesem Plateau 40 fällt die Hinterkante 41
des Einschnitts 37 parallel und in einem Abstand zu der Vorderkante 38 ab, der der
Breite des Hakens 39 entspricht. Die Hinterkante 41 trifft dabei auf die rückwärtige
Flanke 27a der abtriebsseitigen 72°-Kerbe S72;S72a. Der antriebsseitige Zahnkranz
12b folgt dieser Flanke 27a auf einem kurzen Abschnitt 42, der über die volle Breite
der Steuerscheibe 4 ausgebildet ist. Auf der Antriebsseite der Steuerscheibe 4 ist
also von der 72
0-Kerbe S72;S72a nur dieser kurze Abschnitt 42 vorhanden. An diesen Abschnitt 42 schließen
sich dann antriebsseitig weitere Kerben an. Im einzelnen sind den 72
0-Kerben S72 in jeweils 12° Winkelabstand eine 12
0-Kerbe S12, eine 24°-Kerbe S24 und eine 36°-Kerbe S36 nachgeordnet. Die 36°-Kerbe S36
ist dabei ohne die übliche rückwärtige Flanke 27 nur mit einer Vorderflanke 26b als
Anschlagfläche in Vortriebsrichtung ausgebildet. Das äußere Ende dieser Vorderflanke
26b geht in eine Ringkante 43 ohne Verzahnung über, die parallel zu dem Innenring
llb verläuft und auf den Einschnitt 37 der nächsten 72°-Kerbe S72a führt.
[0025] Wie erwähnt, weist die zur Verrastung der Steuerscheibe 4 dienende Blattfeder 17
zwei Noppen 20a;20b auf. Rastpositionen der Steuerscheibe 4 werden durch den Eingriff
dieser Noppen 20a;20b in den antriebsseitigen Zahnkranz 12b definiert. Die Noppen
20a;20b kommen um 36° gegeneinander versetzt zum Eingriff. Rastpositionen mit dem
antriebsseitigen Zahnkranz 12b sind alle 12° gegeben, wie durch folgende Betrachtung
deutlich wird.
[0026] In dem antriebsseitigen Zahnkranz 12b sind die 12°-Kerben S12 und die 24°-Kerben
S24 vollständig ausgebildet. Die 36°-Kerben S36 und 72
0-Kerben S72;872a sind dagegen unvollständig, und zwar mit komplementären Stücken. Wie
beschrieben, weist die 36°-Kerbe S36 die Vorderflanke 26b, die 72°-Kerbe S72;S72a
dagegen einen Teil der rückwärtigen Flanke 27a in Form des Abschnittes 42 auf. Die
Blattfeder 17 kommt mit diesen unvollständigen Kerben derart zum Eingriff, daß ein
Noppen 20a an dem Abschnitt 42 der 72°-Kerbe S72 und der andere Noppen 20b an der
Vorderflanke 26b der 36°-Kerbe S36 anliegt. Bei Drehung der Steuerscheibe um jeweils
12° ergeben sich aus dieser Stellung heraus die nächsten beiden Rastpositionen durch
Eingriff des Noppens 20a in die vollständigen Kerben S12 und S24, während der andere
Noppen 20b auf der Ringkante 43 frei läuft. Nach weiteren 12° fallen die beiden Noppen
20a und 20b mit vertauschten Rollen wieder in die unvollständigen Kerben S36 und S72a
ein, und auch die nachfolgenden Positionen wiederholen sich analog. Die Steuerscheibe
4 rastet also tatsächlich in dem angegebenen Winkelabstand von 12°.
[0027] Wie erwähnt, ermöglichen die vertieften Einschnitte 37 auf der Antriebsseite der
Steuerscheibe 4 eine spezielle, tiefe Eingriffsstellung der Leerhubklinke 24. Die
entsprechend modifizierte Form der Leerhubklinke 24 ist den Abbildungen Fig. 7 und
Fig. 8 zu entnehmen. Demnach ist der Ansatz 29 der Leerhubklinke 24 mit einer Nut
44 versehen, die von dem Gelenkkörper 28 bis dicht an die Vorderkante 45 des Ansatzes
29 reicht. Das stehenbleibende Stück des Ansatzes 29 bildet den Haken 39, der in die
vertieften Einschnitte 37 einfallen kann. Die Nut 44 bzw. der Haken 39 nehmen die
Halbseite 46a der Leerhubklinke 24 ein, die auf die Steuerscheibe 4 wirkt. Die auf
der Kulisse 5 laufende, andere Halbseite 46b der Leerhubklinke 24 weist dagegen die
volle Außenkontur des Ansatzes 29 auf.
[0028] Im Gegensatz zu der Durchschaltklinke 23b und den zwischen fortschaltenden Zahlenrädern
3 wirkenden Klinken 23a, die in bekannter Weise mit einem Koppelungsmechanismus (nicht
dargestellt) versehen sind, arbeitet die Leerhubklinke 24 frei und unabhängig von
den anderen Klinken 23;23a. Auf dem Ansatz 29 sind daher keine weiteren Mitnehmer
vorgesehen. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß alle Klinken 23;23a;23b;24
an der Unterseite des Ansatzes 29 einen Zapfen 47 tragen (in Fig. 2 nicht dargestellt),
der zur Führung der Druckfeder 34 dient.
[0029] Die Form der Kulisse 5 ist den Abbildungen Fig. 9 und Fig. 10 zu entnehmen. Die Kulisse
5 ist ein auf die Rastachse 6 aufgezogenes, verstellbares Rad. Sie ist mit einer umlaufenden
Außenverzahnung 7b versehen, die in Fig. 9 nur auf einem Teil des Umfangs dargestellt
ist. In die Außenverzahnung 7b greift ein Stellwerk (nicht dargestellt) ein, durch
das die Kulisse 5 in verschiedene Rastpositionen gedreht wird. Die Kulisse 5 wird
nur manuell bewegt, durch die Leerhubklinke 24 also nicht angetrieben.
[0030] Wie schon erwähnt, ist der Innenring 11
0 der Kulisse 5 auf der der Steuerscheibe 4 abgewandten Seite mit der Rastverzahnung
12c und auf der der Steuerscheibe 4 zugewandten Seite mit der Leitbahn 13c versehen.
Die Rastverzahnung 12c besteht aus den Kerben KO, K1, K2, K3 und K4. Rastpositionen
der Kulisse 5 werden durch den Eingriff einer Blattfeder 16a in eine dieser Kerben
definiert. Die Eingriffsstellung entspricht einem gewählten Schaltmodus MO (Kerbe
KO), Ml (Kerbe Kl), M2 (Kerbe K2), M3 (Kerbe K3) oder M4 (Kerbe K4).
[0031] Auf der Leitbahn 13c läuft die Halbseite 46b der Leerhubklinke 24, die so durch die
Kontur der Leitbahn 13c gesteuert wird. Die Leitbahn 13c besteht aus zwei Kurven 48;49.
Beide Kurven 48;49 überspannen jeweils für sich den vollen Arbeitswinkel ∝ der Schaltwelle
22. Eine erste, flache Kurve 48 ist der Rastposition in den Kerben KO, K2, K3 und
K4 bzw. dem Schaltmodus MO, M2, M3 und M4 zugeordnet. Die flache Kurve 48 ist in einer
solchen Tiefe ausgeschnitten, daß die darauf laufende Leerhubklinke 24 zwar mit den
Kerben S12;S24;S36 der Steuerscheibe 4, nicht aber mit den vertieften Einschnitten
37 der Steuerscheibe 4 zum Eingriff kommt. Eine zweite, vertiefte Kurve 49 ist der
Rastposition in der Kerbe Kl, d.h. dem Schaltmodus M1 zugeordnet. Ihre Tiefe ist so
gewählt, daß die Leerhubklinke 24 mit dem Haken 39 in die vertieften Einschnitte 37
einfallen kann.
[0032] Die Kerben KO, K2, K3 und K4 der Kulisse 5 sind jeweils in einem Winkelabstand von
12° angeordnet. Der Grund dafür wird in der folgenden Funktionsbeschreibung anhand
der Abbildungen Fig. 11 - 15 verdeutlicht.
[0033] Die Abbildungen Fig. 11 - 15 zeigen schematisch die Relativstellung der Steuerscheibe
4 und der Kulisse 5 jeweils nach Vollendung eines Schalthubs, mit dem das Einerrad
3a des Zählwerks 1 fortgeschaltet wurde. Zur Durchführung dieses Schaltvorgangs stand
eine der 72°-Kerben S72 der Steuerscheibe 4 am Anfang des Arbeitswinkels α und fluchtete
mit einer der zehn Kerben Z36 auf der Antriebsseite des Einerrads 3a. Die Durchschaltklinke
23b konnte dadurch einfallen, und die Steuerscheibe 4 und das Einerrad 3a wurden synchron
um 36
0 gedreht. Die 72°-Kerbe S72 der Steuerscheibe erreichte dadurch die in Fig. 11 - 15
gezeigte Position am Ende des Arbeitswinkels α. Da die nächste 72°-Kerbe S72a der
Steuerscheibe 4 erst in 72i Winkelabstand ansteht, ist die Durchschaltklinke 23b zunächst
durch den Innenring llb auf der Abtriebsseite der Steuerscheibe 4 aus den Kerben Z36
des Einerrads 3a ausgehoben. Regulär kann also unmittelbar kein zweiter Schalthub
des Einerrads 3a erfolgen.
[0034] In der Kulissenstellung von Fig. 11 mit Rastung in der Kerbe K2 der Kulisse 5 ist
der Schaltmodus M2 vorgewählt. In der beschriebenen Ausgangsstellung hat demnach ein
Leerhub zu erfolgen, bei dem das Einerrad 3a des Zählwerks 1 nicht mitbewegt wird.
Gemäß Fig. 12 ist durch Rastung der Kulisse 5 in Kerbe K3 der Schaltmodus M3 vorgewählt.
Es müssen daher zwei Leerhübe erfolgen. Fig. 13 betrifft entsprechend, den Schaltmodus
M4 mit Rastung der Kulisse 5 in Kerbe K4 und drei Leerhüben. In Fig. 14 rastet die
Kulisse 5 in Kerbe KO. Die Fortschaltung des Zählwerks 1 ist dadurch gänzlich unterbrochen
(Schaltmodus MO), und das Zählwerk 1 bleibt über eine beliebige Zahl von Hüben in
der zuletzt erreichten Position stehen. In Fig. 15 ist durch Rastung der Kulisse 5
in Kerbe K1 eine Fortschaltung ohne Untersetzung realisiert (Schaltmodus M1). Das
Einerrad 3a des Zählwerks 1 wird also bei jedem Hub der Schaltwelle 22 um eine Stelle
weiterbewegt.
[0035] Betrachtet man zunächst Fig. 11 mit dem Schaltmodus M2, so sieht man die Leerhubklinke
24 im Eingriff mit der-36°-Kerbe S36 der Steuerscheibe 4, die am Anfang des Arbeitswinkels
∝ steht. Die Leerhubklinke 24 liegt dabei an der Vorderflanke 26b an, die bei der
ansonsten unvollständigen 36°-Kerbe S36 komplett ausgebildet ist. Die flache Kurve
48 der Kulisse 5 überspannt den vollen Bogen des Arbeitswinkels d und begrenzt den
Schaltwinkel der Leerhubklinke 24 nicht. Bei dem kommenden Hub der Schaltwelle 22
wird also die Steuerscheibe 4 von der Leerhubklinke 24 um volle 36° gedreht. Die Durchschaltklinke
23b ist dabei ausgehoben. Bei dem nächstfolgenden Schalthub kommt wieder die Durchschaltklinke
23b zum Eingriff in eine 72
0-Kerbe S72a der Steuerscheibe 4, und das Einerrad 3a wird geschaltet. Die Leerhubklinke
24 ist ebenfalls eingeschwenkte hat aber keine Antriebsfunktion, da die Vorderflanke
der 72°-Kerbe S72;S72a auf der Antriebsseite der Steuerscheibe 4 nicht ausgeformt
ist. Im Schaltmodus M2 wird also die Steuerscheibe 4 abwechselnd entweder von der
Antriebsseite oder von der Abtriebsseite her um 36° gedreht, wobei nur bei dem abtriebsseitig
wirkenden Hub der Durchschaltklinke 23b das Einerrad 3a mitbewegt wird.
[0036] Im Schaltmodus M2 läuft die Leerhubklinke 24 auf der flachen Kurve 48 der Kulisse
5. Diese hat zunächst die Funktion, das Einrasten des an der Leerhubklinke 24 ausgeformten
Hakens 39 in die vertieften Einschnitte 37 der Steuerscheibe 4 zu sperren. Dasselbe
gilt auch für den Schaltmodus MO, M3 und M4. Überdies steht im Modus M2 die Endkante
50 der flachen Kurve 48 am Anfang des Arbeitswinkels α. Die Kulisse dient hier dazu,
eine fehlerhafte Vergrößerung des Schaltwegs zu verhindern und eventuelle Ungenauigkeiten
in der Verzahnung auszugleichen.
[0037] Bei dem in Fig. 12 dargestellten Schaltmodus M3 ist die Kulisse 5 gegenüber dem Modus
M2 um 12° in Vortriebsrichtung versetzt. Der entsprechende Winkelabstand der Kerben
K0, K2, K3 und K4 wurde bereits erwähnt. Die flache Kurve 48 der Kulisse 5 überspannt
daher den Arbeitswinkel ∝ der Schaltwelle 22 nur noch auf einer Bogenlänge, die den
Schaltwinkel der Leerhubklinke 24 auf 24° verkürzt.
[0038] Abbildung Fig. 12 zeigt demgemäß die Leerhubklinke 24 in ihrer frühestmöglichen Eingriffsstellung.
Die Leerhubklinke 24 ist durch die Endkante 50 der flachen Kurve 48 am Eingriff in
die 36°-Kerbe S36 der Steuerscheibe 4 gehindert und kann erst wie dargestellt in die
24°-Kerbe S24 einfallen. Bei dem im Ablauf begriffenen Schaltvorgang wird also die
Steuerscheibe 4 nur um einen verkürzten Schaltwinkel von 24° bewegt. Bei dem nächstfolgenden
Schalthub könnte die Leerhubklinke 24 wiederum um 24° rückversetzt eingreifen, findet
an dieser Stelle aber keine Kerbe. Die erste Einfallmöglichkeit besteht bei der 36°-Kerbe
S36 der Steuerscheibe 4, die nunmehr 12° vor dem Ende des Schaltwinkels ∝ steht. Nach
dem ersten Leerhub der Steuerscheibe um 24° erfolgt also ein zweiter Leerhub um 12°.
Nach Vollendung dieses zweiten Leerhubs fluchtet die nächste 72°-Kerbe S72a der Steuerscheibe
mit einer Kerbe 236 des Einerrads 3a. Mittels der Durchschaltklinke 23b wird dann
wieder eine Drehung der Steuerscheibe 4 zusammen mit dem Einerrad 3a um volle 36°
bewirkt.
[0039] Einem Vollhub der Steuerscheibe 4 von 36° zusammen mit dem Einerrad folgen im Schaltmodus
M3 also zwei Leerhübe um 24° und 12°, die durch eine Verkürzung des Schaltwinkels
auf 24° mittels der Kulisse 5 und die unvollständige 12
0-Verzahnung auf der Antriebsseite der Steuerscheibe 4 realisiert werden.
[0040] In Fig. 13 ist entsprechend die Leerhubschaltung für den Schaltmodus M4 dargestellt.
Die Kulisse 5 ist um weitere 12
0 versetzt in die zugehörige Kerbe K4 eingerastet. Der Schaltwinkel der Leerhubklinke
24 ist dadurch auf 12° verkürzt. Da die antriebsseitige Verzahnung der Steuerscheibe
4 auf die 72°-Kerbe S72;S72a folgend im Abstand von 12° drei Kerben S12, S24 und S36
aufweist, werden drei Leerhübe um 12° ausgeführt, bevor eine neuerliche Schaltbewegung
des Einerrads 3a zusammen mit der Steuerscheibe 4 um 36° erfolgt.
[0041] Die Verkürzung des Schaltwinkels der Leerhubklinke 24 durch die Kulisse 5 im Schaltmodus
M2, M3 und M4 findet eine Erweiterung in dem Schaltmodus MO (vergl. Fig. 14). Die
Kulisse ist dabei um weitere 12° in Vortriebsrichtung versetzt. Die flache Kurve 48
der Kulisse 5 kommt dadurch überhaupt nicht mehr mit dem Arbeitswinkel e< der Schaltwelle
22 zur Deckung. Die Leerhubklinke 24 läuft ausgehoben auf dem Innenring 11c der Kulisse
5 und fällt nur wie dargestellt am Ende des Schaltwinkels ∝ in eine der 72
0- Kerben S72;S72a der Steuerscheibe 4 ein. Zu einer Bewegung von Rädern kommt es dabei
nicht.
[0042] Wie bereits erwähnt, begrenzt im Schaltmodus MO, M2, M3 und M4 die flache Kurve 48
der Kulisse 5 die Eintauchtiefe der Leerhubklinke 24. Der an der Leerhubklinke 24
ausgeformte Haken 39 kann dadurch nicht in die vertieften Einschnitte 37 der Steuerscheibe
4 einfallen. Dieser Eingriff wird im Schaltmodus M1 freigegeben (vergl. Fig. 15).
Durch Verrastung der Kulisse 5 in der Kerbe Kl wird dazu die vertiefte Kurve 49 über
den Bogen des Arbeitswinkels α gestellt. Die Leerhubklinke 24 kann so epizyklisch
um einen größeren Winkel schwenken und sich in den Einschnitten 37 verhaken. Sie bleibt
in dieser Eingriffsstellung, bis sie bei Wechsel des Schaltmodus durch Verdrehen der
Kulisse 5 ausgelöst wird. Die Steuerscheibe 4 ist durch die Leerhubklinke 24 in beiden
Bewegungsrichtungen an die Schaltwelle 22 gekoppelt. Die Leerhubklinke 24 bewegt die
Steuerscheibe 4 bei jedem Hub der Schaltwelle 22 zunächst in Rückwärtsrichtung und
führt sie sodann vorwärts in die Ausgangsstellung zurück.
[0043] Da die vertieften Einschnitte 37 als Fortsatz der 72°-Kerben S72;S72a ausgebildet
sind, fällt zugleich mit der arretierenden Leerhubklinke 24 auch die Durchschaltklinke
23b in die 72°-Kerben S72;S72a ein. Auf der Abtriebsseite der Steuerscheibe 4 kommt
es dabei zu keinem Verhaken. Die Durchschaltklinke 23b wird vielmehr auf dem Innenring
10a des Einerrads 3a ausgehoben und mit der jeweils nächsten Kerbe Z36 des antriebsseitigen
Zahnkranzes 12a zum Eingriff gebracht. Das Einerrad 3a des Zählwerks 1 wird so bei
jedem Hub des Schaltwelle 22 um eine Stelle fortbewegt.
[0044] Die Steuerscheibe 4 führt als einziges Rad des Zählwerks 1 Schaltbewegungen in Hin-
und Rückrichtung aus. Die Rückbewegung über die mit zwei Noppen 20a;20b versehene
Blattfeder 17 ist dabei problemlos möglich. Von Vorteil für diese Rückbewegung ist,
daß die Blattfeder 17 eine größere Länge und eine geringere Steifigkeit aufweist als
die anderen Federn 16;16a des Federkamms 14. Überdies sei angemerkt, daß die Verrastung
der Steuerscheibe 4 eine geringere Präzision erfordert als die der Zahlenräder 2;3.
[0045] Aus der Funktionsbeschreibung ist offensichtlich, daß der Schaltmodus des Zählwerks
1 nach jedem beliebigen Hub einer Zählserie geändert werden kann, da es zu einer automatischen
Neuausrichtung des Zählwerks 1 kommt. Beispielsweise kann ohne weiteres nach dem zweiten
Hub im Modus M4 auf den Modus M3 umgeschaltet werden. Es sind dann höchstens solange
Fehlbewegungen der Steuerscheibe 4 zu erwarten, bis die Durchschaltklinke 23b zum
ersten Mal zum Eingriff ansteht. Nach der dann erfolgenden Schaltung des Einerrads
3a zusammen mit der Steuerscheibe 4 ist der neu gewählte Modus hergestellt.
[0046] Die Neuausrichtung des Zählwerks 1 wird dadurch erreicht, daß auf der Antriebsseite
der Steuerscheibe 4 nur die für den jeweiligen Schaltmodus unbedingt erforderlichen
Kerben ausgenommen sind. Die Erfindung ist dabei nicht auf die beschriebene Einteilung
mit fUnfzähliger Symmetrie und einer unvollständigen 12°-Verzahnung beschränkt. Auf
dem durch dezimale Fortschaltung vorgegebenen Schaltwinkel von 36° können vielmehr
für die Leerhubklinke 24 auch eine größere Anzahl von Kerben (nicht dargestellt) Platz
finden, um in Verbindung mit einer geeignet angepaßten Kulisse eine noch höhere Untersetzung
des Zählwerks 1 zu realisieren.
Liste der Bezugszeichen
[0047]
1 Zählwerk
2 manuell verstellbares Zahlenrad
3 fortschaltendes Zahlenrad
3a Einerrad
4 Steuerscheibe
5 Kulisse
6 Rastachse
7a} Außenverzahnung {von 3
7b von 5
8 Hülse
9 Außenmantel
10a von 3
lOb Mittelbohrung von 4
10c) von 5
11a) on 3
llb Innenring von 4
11c) von 5
12a} antriebsseitiger Zahnkranz von 3 12b} von 4
12c Rastverzahnung von 5
13a} abtriebsseitiger Zahnkranz von 3
13b von 4
13c Leitbahn von 5
14 Federkamm
15 Kammrücken
16} Blattfeder zu 2,3
16a zu 5
17 Blattfeder zu 4
18 Federbett
19 Noppen zu 16,16a
20a Noppen zu 17
20b
21 große Kammlücke
22 Schaltwelle
23 Klinke
23a innerhalb des Dezimalzählwerks arbeitende Klinke
23b Durchschaltklinke
24 Leerhubklinke
25 Schlitz
26 Vorderflanke
26a Vorderflanke von S72;S72a 26b Vorderflanke von S36
27 rückwärtige Flanke
27a rückwärtige Flanke von S72;S72a
28 Gelenkkörper
29 Ansatz
30 Bohrung
31 Stift
32a Träger
32b
33 Außenwand
34 Druckfeder
35 Sackbohrung
36 Außenkontur
37 vertiefter Einschnitt
38 Vorderkante von 37
39 Haken
40 Plateau
41 Hinterkante von 37
42 Abschnitt
43 Ringkante
44 Nut
45 Vorderkante von 29
46a} Halbseite von 24
46b
47 Zapfen
48 flache Kurve
49 vertiefte Kurve
50 Endkante
∝ Arbeitswinkel
K Kerben der Kulisse 5
KO MO
K1 M1
K2 Kerbe der Kulisse zu Schaltmodus M2
K3 M3
K4 M4
MO ohne Fortschaltung des Zählwerks
M1 ohne Untersetzung
M2 Schaltmodus mit einem Leerhub
M3 mit zwei Leerhüben
M4 mit drei Leerhüben
S Kerben der Steuerscheibe 4
S72 72°-Kerbe der Steuerscheibe 4
S72a
S12 12°-Kerbe
S24 24°-Kerbe der Steuerscheibe
S36 36°-Kerbe
Z Kerben der Zahlenräder 3;3a
ZO durchgehende Kerbe der Zahlenräder 3;3a
Z36 36°-Kerbe der Zahlenräder 3;3a
1. Untersetztes mechanisches Zählwerk, bei dem die Zahlenräder lückenlos aneinander
angrenzend auf einer Rastaches montiert sind und dem Einerrad eine Steuerscheibe vorgeschaltet
ist, wobei der Antrieb der Zahlenräder bzw. Steuerscheibe durch eine im Inneren der
Rastachse angeordnete, um einen Arbeitswinkel hin- und herdrehende Schaltwelle erfolgt,
an die jeweils auf Innenverzahnungen der Räder eines Räderpaares wirkende, federbelastete
Klinken angelenkt sind und die Steuerscheibe die Antriebsklinke für das Einerrad zur
Erzeugung von zwischen Schalthüben vorgesehenen Leerhüben aushebt, dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerscheibe (4) eine Innenverzahnung mit zyklischen Gruppen von Zähnen
unterschiedlicher Zahnkerbentiefe und mit unterschiedlichem Zahnabstand aufweist und
mittels einer von einer verstellbaren Kulisse (5) in ihrer Einfalltiefe beeinflussbaren
Leerhubklinke (24) und unabhängig davon mittels einer zwischen Steuerscheibe (4) und
Einerrad (3a) wirkenden Durchschaltklinke (23b) fortschaltbar ist.
2. Zählwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (5) den Schaltwinkel
der Leerhubklinke (24) verstellbar begrenzt.
3. Zählwerk nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (5) ein
der Steuerscheibe (4) vorgeordnetes, auf die Rastachse (6) aufgezogenes, verstellbares
Rad ist und die Leerhubklinke (24) mit jeweils einem Teil ihrer Breite antriebsseitig
auf einem Innenring (llc) der Kulisse (5) und antriebsseitig auf einem Innenring (llb)
der Steuerscheibe (4) läuft.
4. Zählwerk nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchschaltklinke
(23b) mit jeweils einem Teil ihrer Breite abtriebsseitig auf einem Innenring (llb)
der Steuerscheibe (4) und antriebsseitig auf einem Innenring (lla) des Einerrades
(3a) läuft.
5. Zählwerk nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der Arbeitswinkel
(q ) der Schaltwelle (22) etwas mehr als 36° beträgt und der Innenring (lla) des Einerrads
(3a) antriebsseitig mit zehn in 36° Winkelabstand angeordneten Kerben (Z36) versehen
ist und der Innenring (llb) der Steuerscheibe (4) mit fünf in 72° Winkelabstand angeordneten
72° -Kerben (S72; S72a) versehen ist, denen antriebsseitig in jeweils 12° Winkelabstand
eine 120 -Kerbe (S12), eine 24° -Kerbe (S24) und eine 36° -Kerbe (S36) nachgeordnet sind.
6. Zählwerk nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (5) wenigstens
eine, den Arbeitswinkel (α) der Schaltwelle (22) überspannende Kurve (48; 49) aufweist,
die über den Arbeitswinkel (α) verstellbar ist und die Leerhubklinke (24) derart beaufschlagt,
dass die Leerhubklinke (24) auf einem vorwählbaren Teil des Arbeitswinkels (α) zum
Eingriff in die Steuerscheibe (4) kommt.
7. Zählwerk nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (5) in Kerben
(K2) bzw. (K3) bzw. (K4) mit der Rastachse (6) derart verrastbar ist, dass die Leerhubklinke
(24) auf einem Schaltwinkel von 36° bzw. 24° bzw. 12° zum Eingriff in die Steuerscheibe
(4) kommt.
8. Zählwerk nach Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (5) in
einer weiteren Kerbe (KO)mit der Rastachse (6) derart verrastbar ist, dass die Leerhubklinke
(24) über den ganzen Arbeitswinkel (α) der Schaltwelle (22) auf einem Innenring (llc)
der Kulisse (5) läuft und aus der Steuerscheibe (4) ausgehoben ist.
9. Zählwerk nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Steuerscheibe
(4) auf einer Blattfeder (17) mit zwei in 36° Winkelabstand eingreifenden Noppen (20a;
20b) verrastbar ist.
10. Zählwerk nach Anspruch 5 und 9, dadurch gekennzeichnet, dass die 36°-Kerbe (S36)
der Steuerscheibe (4) nur als Vorderflanke (26b) und die 720-Kerbe (S72; S72a) der Steuerscheibe (4) antriebsseitig nur als Abschnitt (42) einer
rückwärtigen Flanke (27a ausgestaltet ist.
11. Zählwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
dass die Steuerscheibe (4) an die Schaltwelle (22) koppelbar und zusammen mit der
Schaltwelle (22) hin- und herdrehbar ist, wobei das Einerrad (3a) mit jedem Hub der
Schaltwelle (22) fortgeschaltet wird.
12. Zählwerk nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass der Innenring (llb) der
Steuerscheibe (4) antriebsseitig die 72°-Kerhen (S72; S72a) erweiternde, vertiefte
Einschnitte (37) aufweist, in denen ein an der Leerhubklinke (24) ausgeformter Haken
(39) verrastbar ist.
13. Zählwerk nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die vertieften Einschnitte
(37) in Verlängerung der Vorderflanke (26a) der 720-Kerben (S72; S72a) ausgenommen sind
14. Zählwerk nach Anspruch 11 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Kulisse (5)
zwei über den Arbeitswinkel (e<) der Schaltwelle (22) verstellbaren Kurven (48; 49)
aufweist, wobei eine erste, flache Kurve (48) den Eingriff der Leerhubklinke (24)
in die vertieften Einschnitte (37) der Steuerscheibe (4) sperrt und eine zweite,vertiefte
Kurve (49) den Eingriff der Leerhubklinke (24) in die vertieften Einschnitte (37)
der Steuerscheibe (4) gestattet.
15. Zählwerk nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet,
dass die Zahlenräder (2; 3; 3a) Druckräder einer Numerier- oder Zifferndruckwerks
sind.
16. Verwendung eines Zählwerks gemäss Anspruch 15 in einem Handetikettiergerät.