[0001] Die Erfindung betrifft einen Silobau, insbesondere aus vorgefertigten Stahlbetonfertigteilen,
wie z.B. aneinander montierte Stahlbeton-Fertigwandteile.
[0002] Die bisher bekannten Lager-Silcbauten dieser Art bestehen aus einem hohen Silozellenteil
mit rechteckigem oder quadratischem Grundriß und einem einseitig an die Silozellen
anschließenden Maschinenhaus-Anbau ebenfalls mit rechteckigem oder quadratischem Grundriß.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, einen Silobau zu schaffen, bei dem der Raum für die-Maschinenanlage
in einen gleichmäßigen Querschnitt eines Silobaus derart integriert ist, daß die Maschinenanlage
innerhalb des Silolagerraums in arbeitstechnisch optimaler Weise zentrisch angeordnet
ist. Zugleich soll eine Konstruktion für einen Silobau geschaffen werden, welche in
statischer und herstellungstechnischer Hinsicht eine günstige Ausführung aus wirtschaftlich
herstellbaren Stahlbeton-Fertigteilen (Platten) gewährleistet.
[0004] Demgemäß ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß der Silo-Lagerraum als um
einen davon durch eine Innenwand abgetrennten, gesonderten Innenraum herum angeordneten
Lagerraumbereich ausgebildet ist. Dabei sind insbesondere also die Maschinen-, Förderer-
und Zugangseinrichtungen (z.B. Trockner, Elevatoren, Drehrohrverteiler und Treppen
etc.)' innerhalb`des Innenraums angeordnet.
[0005] Vorzugsweise soll der Silobau erfindungsgemäß mindestens als Fünfeck aus vorgefertigten,
an den Rändern miteinander verbundenen Plattenelementen (Außenwandplatten, Innenwandplatten)
aus Beton ausgebildet sein, zwischen denen radial Stützelemente, insbesondere Schottenplatten
angeordnet sind, wobei die Verbindung aller aneinanderstoßender Ränder der Plattenelemente
jeweils an den Eckpunkten vorgesehen ist.
[0006] Entsprechend günstig ist dafür auch ein achteckiger oder zehneckiger Querschnitt
des erfindungsgemäßen Silobaus.
[0007] Die mit dem erfindungsgemäßen Silobau erzielten Vorteile bestehen einerseits - zusätzlich
zu einer auch architektonisch besser ansprechenden Außenform - in einer zentralen
und damit arbeitstechnisch günstigerenAnordnung der Elevatoren und Drehrohrverteiler,
Förderer etc. (kürzere Arbeitswege). Andererseits wird die Zellenentleerung durch
natürliches Gefälle erleichtert und ein günstigeres Verhältnis von Lagerkapazität
zum umbauten Raum erzielt. Durch kürzere Förderwege ergibt sich ein niedrigerer Energiebedarf.
[0008] Ein ganz besonderer Vorteil bei der Unterbringung der masch. Anlage und Trocknung
im Innenraum ist die absolute Geräusch- und auch Staubabschirmung durch die umliegenden
Lagerzellen.
[0009] Die Zwischenböden werden mit Tränenblech auf Stahlträger hergestellt. Kesselhaus
für die Trocknung, Waagen, Schaltraum etc. im EG. Ebenfalls günstiges Verhältnis Lagerraum
zu Maschinenhaus - zum umbauten Raum.
[0010] Auch läßt sich ein Maximum an gleichen Teilen der Fertigbetonteile und damit eine
optimal wirtschaftliche Ausführung erreichen.
[0011] Erfindungsgemäß ist der Silobau auch dadurch gekennzeichnet, daß aus den sich jeweils
gegenüberliegenden Wandelementen sowie einer einseitig auf den Knotenpunkt daraufstoßenden
Schottenwand Bewehrungseisen in Laschenform herausstehen, die sich überlappen und
durch vor dem Vergießen mit Beton eingebrachte Längsbewehrungen n
3ch dem Verguß einen steifen Knotenpunkt bzw. auf die Plattenhöhe bezogen, eine aussteifende
Stütze bilden.
[0012] Kennzeichnend kann dabei vor allem auch sein, daß die Seitenränder der einzelnen
Wandelemente Verdickungen mit Vertiefungen aufweisen, wobei bei einem äußeren Knotenpunkt
der Silozellen,der von zwei gegenüberliegenden Außenwandplatten und einer daraufstoßenden
Schottenwand gebildet wird, eine Vergußöffnung als Verbindung mit Beton ausgefüllt
ist.
[0013] Ensprechend werden diese Verdickungen bei einem inneren Knotenpunkt der Silozellen,
der von zwei gegenüberliegenden Innenwandplatten und einer daraufstoßenden Schottenwand
gebildet wird, mittels Vertiefungen eine Vergußöffnung bilden, welche als Verbindung
mit Beton ausgefüllt ist.
[0014] Dadurch wird ein zügiges Hochziehen des Silobaus,z.B. ohne Kranwartezeiten gewährleistet,
wobei die einzelnen Plattenelemente statisch einwandfrei zusammengefügt werden, so
daß die Knotenpunkte ohne zusätzliche Schalung nach der Montage vergossen werden können.
Die weiteren Vorteile sind die Reduzierung der verschiedenen Einzelelemente und damit
beachtliche Kostensenkung.
[0015] Bei der A=ht- oder Zehneckform werden nur noch 3 verschiedene Stahlbetonfertigteile
mit gleichen Abmessungen benötigt, wobei nur zwei Elemente an den Verbindungen Anformungen
haben.
[0016] Bei den bekannten Silowänden ragen im übrigen die Verdickungen bei einem inneren
Wand-Knotenpunkt jeweils über beide Wand-Flachseiten hinaus. Dadurch ergeben sich
jedoch erhebliche Nachteile bei der Herstellung der vorgefertigten Wandplatten dadurch,
daß auf der Oberseite der Plattenform zusätzliche Verschaltun
gsmaßnahmen notwendig sind.
[0017] Um eine Wandplatte der vorgenannten Art zu schaffen, bei der die beim Herstellen
der Platte obere Seite ohne Verdickung glatt und sauber abgezogen werden kann und
die ferner eine vereinfachte Montage an den Knotenpunkten erlaubt, ist erfindungsgemäB
noch vorgesehen:
a) daß jede Wandplatte an ihrer einen Wand-Flachseite durchgehend planeben ausgebildet
ist und die Verdickungen an ihren beiden lotrechten Seitenrändern jeweils zur anderen
Wand-Flachseite hin angeordnet sind; und
b) daß die Verdickungen der Wandplatten an den jeweiligen Knotenpunkten derart angeordnet
sind, daß der Randbereich jeder Verdickung jeweils zur planebenen Wand-Flachseite
der benachbarten Wandplatte hin orientiert ist, wobei von den Rändern jeweils mindestens
zweier am Knotenpunkt aneinanderstoßender Verdickungen eine seitlich geschlossene
Vergußöffnung zum Vergießen mit Beton und Verbindung der Wandplatten miteinander am
Knotenpunkt ausgebildet ist.
[0018] Die Erfindung wird nachstehend in mehreren Ausführungsbeispielen anhand von Zeichnungen
näher erläutert. Es zeigt:
Fig. 1 einen Grundriß eines erfindungsgemäßen Silobaus in der Ausführungsform als
8-Ecksilo ausgebildet;
Fig. 2 einen erfindungsgemä3en äußeren Knotenpunkt gemäß Bereich A Fig. 1 in vergrößerter
und mehr detaillierter Darstellung;
Fig. 3 einen erfindungsgemäß ausgebildeten inneren Knotenpunkt gemäß Bereich B in
Fig. 1 und Fig. 2 entsprechender Darstellung;
Fig. 4 einen Grundriß eines anderen Silobaues, und
Fig. 5 einen erfindungsgemäßen mittleren Knotenpunkt im Silozellenbereich gemäß Bereich
a von Fig. 4 in vergrößerter und mehr detaillierter Darstellung.
[0019] In Fig. 1 ist als Beispiel eines Vielecksilos im Grundriß ein 8-Ecksilobau 1 um einen
Innenraum 3 herum mit acht Silozellen 2 dargestellt. Der 8-eckige Innenraum 3 dient
zur Aufnahme - nicht dargestellt - der Maschinenanlagen. Die in Fig. 2 und 3 im Detail
gezeigten Knotenpunkte sind in Fig. 1 lagemäßig mit a und b bezeichnet. Die Außenwand
12 und die Innenwand 11 werden durch Schottenwände 4' und 4''' gegeneinander abgestützt,
welche auch die einzelnen Silozellen 2 voneinander abtrennen. Statt der wandförmigen
Ausbildung der Schottenwände 4', 4''' können diese auch durch einfache Stützträger
ersetzt werden, wobei mehrere Zellen miteinander verbunden sind.
[0020] Fig. 2 zeigt einen äußeren Knotenpunkt a, der von zwei an der Ecke aneinanderstoßenden
Außenwandplatten 4 und einer fast senkrecht daraufstoßenden Schottenwand 4' gebildet
wird.
[0021] Das zu den Außenwandplatten 4 hin liegende Ende der Schottenwand 4' ist rechtwinklig
stumpf bei auch sonst gleichbleibender Plattendicke mit herausstehender Bügelbewehrung
5 ausgeführt. Die aneinanderstoßenden Außenwandplatten 4 besitzen jeweils an ihren
seitlichen Plattenrändern eine einseitig angeformte Verdickung 6, und zwar dargestellt,
daß in Verbindung mit dem Seitenrand einer Schottenwand 4' eine ausreichend große
Vergußöffnung 7 entsteht, welche ohne zusätzliche Schalung mit Beton vergossen wird.
Dafür sind in die Verdickungen 6 auf ihren aneinander stoßenden Enden Vertiefungen
10 eingeformt, welche die Vergußöffnung 7 bilden, welche nach innen und außen durch
die Seitenränder 9, 9' der Vertiefungen 8 sowie durch den zwischen die Seitenränder
9' hineinragenden Stirnseitenbereich der Schottenwand 4' abgeschlossen wird.
[0022] Auch aus den angeformten Plattenrändern ragt je eine Bügelbewehrung 5' in den Vergußraum
7 hinein. Die Bügelbewehrung 5 und 5' ist entlang der Plattenhöhe gegeneinander versetzt
angeordnet, um sich bei der Montage nicht gegenseitig zu behindern. Vor dem Vergießen
werden in die sich überlappenden Laschen Längsbewehrungseisen 8 gebracht, so daß nach
dem Vergu8 ein steifer Knotenpunkt bzw. auf die ganze Plattenhöhe bezogen, eine als
Stütze wirkende Aussteifung vorhanden ist, wobei die angeformten Verdickungen 6 den
Vergußquerschnitt zusätzlich zur Aussteifung vergrößern. Da der Verguß ohne zusätzliche
Schalung erfolgt, kann unmittelbar danach die nächste Plattenebene montiert und vergossen
werden. Das ganze Bauwerk kann mithin ohne Unterbrechung erstellt werden, wobei auch
kostspielige Kran wartezeiten entfallen.
[0023] Fig. 3 zeigt einen analog ausgebildeten inneren Knotenpunkt gemäß Ausschnitt B in
Fig. 1, der von zwei aneinanderstoßenden Innenwandplatten 4'', und einer im Mittelwinkel
daraufstoßenden Schottenwand 4''' gebildet wird, wobei die Innenwandplatte 4" an ihren
Plattenrändern ebenfalls einseitig angeformte Verdickungen 6 besitzen. Entsprechend
dem von den Innenwandplatten 4'' gebildeten Innenwinkel sind die die Vertiefungen
10' umgreifenden und damit die VerguBöffnung 7 abschließenden Seitenränder 9'' und
9''' am Stirnseitenbereich der Schottenwand 4''' länger ausgebildet und zur Silo-Innenseite
hin kürzer.
[0024] In Fig. 4 sind rechts im Grundriß Silozellen 2 eines 9-zelligen Silobaues 1 und links
daneben ein zugehöriger Maschinenhausbau 3 dargestellt. Der in Fig. 5 im Detail gezeigte
Knotenpunkt ist in Fig. 4 lagemäßig mit a bezeichnet. Fig. 5 zeigt diesen mittleren
Knotenpunkt a im Silozellenbe-. reich, der von vier rechtwinklig aneinanderstoßenden
Wandplatten 4 gebildet wird. Die Enden dieser Wandplatten 4 erhalten jeweils eine
einseitig angeformte Verdickung 6, und zwar ebenfalls mit einer Vergußöffnung 7. Auf
ihrer Randfläche besitzen die Verdickungen 6 jeweils eine Vertiefung 9, durch welche
die Vergußöffnung 7 vergrößert wird. Dabei gewährleistet dann der jeweils vorstehende
Randbereich 6' die vollständige Umschließung der Vergußöffnung 7. Der jeweils andere
Randbereich 6'' jeder Vertiefung 9 trägt auch zur zusätzlichen Verzahnung der Wandplatten
mit dem Beton am Knotenpunkt a bei.
[0025] Aus den angeformten Plattenenden ragt zudem je eine Bügelbewehrung 5 in die Vergußöffnung
7 hinein. Die Bügelbewehrung 5 ist entlang der Plattenhöhe gegeneinander versetzt
angeordnet, um sich bei der Montage nicht gegenseitig zu behindern. Vor dem Vergießen
werden in die sich überlappenden Laschen Längsbewehrungseisen 8 gebracht, so daß nach
dem Verguß ein steifer Knotenpunkt bzw. auf die ganze Plattenhöhe bezogen, eine als
Stütze wirkende Aussteifung vorhanden ist, wobei die angeformten Verdickungen 6 den
Vergußquerschnitt zusätzlich zur Aussteifung vergrößern. Da der VerguB ohne zusätzliche
Schalung erfolgt, kann unmittelbar danach die nächste Plattenebene montiert und vergossen
werden. So kann das ganze Bauwerk ohne Unterbrechung erstellt werden und es können
kostspielige Kranwartezeiten vermieden werden.
1. Silobau, insbesondere aus vorgefertigten Stahlbetonfertigteilen, wie z.B. aneinander
montierte Stahlbeton-Fertigwandteile, dadurch gekennzeichnet , daß der Silo-Lagerraum
(2) als um einen davon durch eine Innenwand (11) abgetrennten, gesonderten Innenraum
(3) herum angeordneten Lagerraumbereich (2) ausgebildet ist.
2. Silobau nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet , daß die Maschinen-, Förderer-
und Zugangseinrichtungen (z.B. Trockner, Elevatoren, Drehrohrverteiler und Treppen
etc.) innerhalb des Innenraums (3) angeordnet sind.
3. Silobau nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß er mindestens als Fünfeck
aus vorgefertigten,an den Rändern miteinander verbundenen Plattenelementen (Außenwandplatten
4, Innenwandplatten 4'') aus Beton ausgebildet ist, zwischen denen radial Stützelemente,
insbesondere Schottenplatten (4',4''') angeordnet sind, wobei die Verbindung aller
aneinanderstoßenden Ränder der Plattenelemente jeweils an den Eckpunkten (a,b) vorgesehen
ist.-
4. Silobau nach einen der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß er
einen achteckigen Querschnitt aufweist.
5. Silobau nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet , daß er
einen zehneckigen Querschnitt aufweist.
6. Silobau nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß aus den
sich jeweils gegenüberliegenden Wandelementen (4, 4'') sowie einer einseitig auf den
Knotenpunkt daraufstoßenden Schottenwand (4',4''') Bewehrungseisen (5) in Laschenform
herausstehen, die sich überlappen und durch vor dem Vergießen mit Beton eingebrachte
Längsbewehrungen (8) nach dem Verguß einen steifen Knotenpunkt bzw. auf die Plattenhöhe
bezogen, eine aussteifende Stütze bilden.
7. Silobau nach einem'der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet , daß die Seitenränder
der einzelnen Wandelemente (4,4") Verdickungen (6) mit Vertiefungen (10) aufweisen,
wobei bei einem äußeren Knotenpunkt (a) der Silozellen (2), der von zwei gegenüberliegenden
AuBenwandplatten (4) und einer daraufstoßenden Schottenwand (4') gebildet wird, eine
Vergußöffnung (7) als Verbindung mit Beton ausgefüllt ist.
8. Silobau nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet , daß diese Verdickungen (6) bei
einem inneren Knotenpunkt (b) der Silozellen (2), der von zwei gegenüberliegenden
Innenwandplatten (4'') und einer darauf stoßenden Schottenwand (4''') gebildet wird,
mittels Vertiefungen (10) eine Vergußöffnung (7) bilden, welche als Verbindung mit
Beton ausgefüllt ist.
9. Silobau aus Wandplatten mit an den lotrechten Seitenrändern angeformten Verdickungen
nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet , daß jede Wandplatte (4)
an ihrer einen Wand-Flachseite durchgehend planeben ausgebildet ist und die Verdickungen
(6) an ihren beiden lotrechten Seitenrändern jeweils zur anderen Wand-Flachseite hin
angeordnet sind.
10. Silobau nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet , daß die Verdickungen (6) der
Wandplatten (4) an den jeweiligen Knotenpunkten (a) derart angeordnet sind, daß der
Randbereich (6') jeder Verdickung (6) jeweils zur planebenen Wand-Flachseite der benachbarten
Wandplatte hin orientiert ist, wobei von den Rändern jeweils mindestens zweier am
Knotenpunkt aneinanderstoßender Verdickungen eine seitlich geschlossene Vergußöffnung
(7) zum Vergießen mit Beton und Verbindung der Wandplatten miteinander am Knotenpunkt
ausgebildet ist.