(19)
(11) EP 0 064 677 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
17.11.1982  Patentblatt  1982/46

(21) Anmeldenummer: 82103662.1

(22) Anmeldetag:  29.04.1982
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)3G10K 11/16, B60R 13/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE FR GB IT NL SE

(30) Priorität: 05.05.1981 DE 3117604

(71) Anmelder: CHEMIE-WERK WEINSHEIM GMBH
D-67547 Worms (DE)

(72) Erfinder:
  • Görlich, Dr. Dipl.-Chem.
    D-6149 Fürth (DE)
  • Jacksch, Walter, Dipl.-Phys.
    D-6921 Zuzenhausen (DE)
  • Dlugosch, Josef
    D-6520 Worms (DE)
  • Peter, Rainer, Ing. grad.
    D-5450 Neuwied (DE)
  • Sachse, Erhard
    D-6148 HP-Kirschhausen (DE)
  • Schiwietz, Gerhard
    D-6520 Worms (DE)

(74) Vertreter: Leineweber, Jürgen, Dipl.-Phys. 
Aggerstrasse 24
50859 Köln
50859 Köln (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Mehrschichtiges flächenhaftes Aussteifungsteil


    (57) Das mehrschichtige flächenhafte Aussteifungsteil besteht aus einer steifen Schicht (1), die auf mindestens einer Seite eine plastifizierbare und/oder plastische Schicht (2) aufweist, wobei diese letztere Schicht vorzugsweise eine Schmelzkleberschicht ist undloder schallschluckend ist und/ oder thermoplastisch oder alternativ duroplastisch ist.
    Die steife Schicht (1) kann als Sickenblech, insbesondere als Wellblech ausgebildet sein.
    Die Aufgabe war, ein mechanisch steifer Teil, insbesondere für Kraftfahrzeuge, zu schatten, das diese besonderen Arbeitsaufwand auf das dünne zu versteifende Blech (3) aufgebracht werden kann.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein mehrschichtiges flächenhaftes Austeifungsteil, das dadurch gekennzeichnet ist, daß es aus einer steifen Schicht besteht, die auf mindestens einer Seite eine plastifizierbare und / oder plastische Schicht aufweist. Diese Schicht besteht vorzugsweise aus einer Schmelzkleberschicht, die nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform im erhärteten Zustand schallschluckend ist.

    [0002] Diese plastifizierbare und / oder plastische Schicht kann thermoplastisch oder auch duroplastisch sein.

    [0003] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist als plastische Schicht eine breiartige und unter Hitzeeinwirkung austrocknende und / oder vernetzende Dispersion angeordnet. Als plastische Schicht kann bevorzugtermaßen ein in der Wärme durch Trocknung aushärtendes Material angeordnet sein.

    [0004] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann als plastische Schicht ein unter Wärme bzw. nach einer Wärmebehandlung auskristallisierendes und dabei härtendes Material angeordnet sein, das zu einer festen Verbindung mit dem auszusteifenden Blech führt.

    [0005] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann als plastische Schicht ein austrocknendes und gleichzeitig auskristallisierendes Material angeordnet sein.

    [0006] Die plastifizierbare und / oder plastische Schicht kann Klebeeigenschaften aufweisen. Nach einer weiteren Ausführungsform ist auf einer Seite der steifen Schicht eine Entdröhnungsschicht angeordnet.

    [0007] - Nach wieder einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist die steife Schicht als Sickenblech, insbesondere als Wellblech ausgearbeitet.

    [0008] Dabei kann die wellenartige Struktur mit mindestens einer die Wellenberge tangential berührenden und mit den Wellenbergen fest verbundenen Schicht versehen sein.

    [0009] Ferner können zwei Wellenstrukturen kreuzförmig übereinanderliegen und an den Berührungspunkten fest miteinander verbunden sein.

    [0010] Es können ferner die Doppelwellenstrukturen mit mindestens einer die Wellenberge tangential berührenden und mit diesen fest verbundenen Schicht versehen sein. Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die steife Schicht eine Honigwabenstruktur besitzen; Sie kann ferner aus einem Kunststoff-Hartschaum bestehen.

    [0011] Schließlich kann die plastifizierbare und / oder plastische Schicht Antidröhneigenschaften aufweisen.

    [0012] Das erfindungsgemäße Aussteifungsteil kann ferner dadurch gekennzeichnet sein, daß die Aussteifungsschicht auf beiden Seiten eine Entdröhnungsschicht mit akustischem Verlustfaktor aufweist.

    [0013] Das erfindungsgemäße Aussteifungsteil kann ferner auf einer Seite der plastischen und / oder plastifizierbaren Schicht eine zusätzliche Kleberschicht aufweisen, wobei diese Kleberschicht gegebenenfalls eine Heißsiegelkleberschicht ist; es kann ferner als Kleberschicht eine Haftkleberschicht angeordnet sein. Bislang wurde diese Versteifung dadurch erzielt, daß das dünnwandige Blech mit Sicken versehen wurde. Dies ist jedoch aus ästhetischen und/oder aerodynamischen Gründen oftmals nicht möglich. Desweiteren wurden bislang die dünnen Bleche durch Aussteifungsteile aus Metall versteift; diese Aussteifungsteile wurden in Form von Rippen auf die zu versteifenden dünnen Bleche aufgeschweißt. Dies ist jedoch ein aufwendiger Arbeitsgang, der eingespart werden soll. Versucht wurde auch schon; dünne Bleche durch Kunststoffbeschichtung auszusteifen; hierzu wurden die Kunststoffe unter Erhitzung im erweichten Zustand auf die Bleche aufgetragen. Nachteiligerweise besitzen jedoch die Kunststoffe bei gewöhnlicher Temperatur nicht die gewünschte Steifheit.

    [0014] Das neuerungsgemäße Aussteifungsteil soll Bleche aussteifen. Insbesondere in der Automobilindustrie geht der Trend zu immer dünneren Blechen, insbesondere im Karroseriebau. Solche dünnwandigen Bleche müssen jedoch versteift werden.

    [0015] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, ein mechanisch steifes Teil, insbesondere in Form einer Versteifungsrippe aus Blech, zu schaffen, das ohne besonderen Arbeitsgang auf das dünne zu versteifende Blech aufgebracht werden kann.

    [0016] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mindestens auf der einen Seite einer steifen Schicht eine plastifizierbare und/oder plastische Schicht angeordnet ist. Als steife Schicht kommt dann z.B. eine bekannte Metallrippe in Betracht. Dieses er findungsgemäße Aussteifungsteil wird dann auf das zu versteifende Blech mit der plastifizierbaren und/oder plastischen Schicht aufgelegt. Dies geschieht, bevor das zu versteifende Blech einen Lacktrocknungsofen zu-durchlaufen hat. Im Durchlauf durch diesen Ofen erweicht dann die plastifizierbare und/oder plastische Schicht und verbindet sich mit dem zu versteifenden Blech. Nach dem Erkalten ist das erfindungsgemäße Aussteifungsteil einstückig mit dem zu versteifenden Blech verbunden.ohne daß ein besonderer Arbeitsgang zur Befestigung notwendigist Die plastifizierbare und/oder plastische Schicht kann sich unter der Wärmeeinwirkung insbesondere den Unebenheiten des zu versteifenden Bleches anpassen; Sie wirkt somit auch als Ausgleichsschicht. Eine genaue Anpassung der steifen Schicht auf die Form des zu versteifendenBleches ist daher nicht notwendig.

    [0017] Als Material der plastifizierbaren und/oder plastischen Schicht eignen sich insbesondere thermoplastische Stoffe, Pasten auf Dispersionsbasis, die bei erhöhter Temperatur austrocknen und vernetzen, ferner Duroplaste die also unter erhöhter Temperatur aushärten,ferner auch breiartige Mischungen, die unter Temperatureinwirkung austrocknen und/oder auskristallisieren und zu mechanisch festen Verbindungen führen.

    [0018] Die Entdröhnungswirkung des erfindungsgemäßen Aussteifungsteils kann noch dadurch erhöht werden, daß auf der anderen Seite der steifen Schicht eine zusätzliche Entdröhnungsschicht angeordnet ist.

    [0019] In den Figuren 1 bis 5 sind beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung dargestellt.

    [0020] In Figur 1 ist die wellenförmige steife Schicht (1) auf der Schmelzkleberschicht (2) zu erkennen. Diese Schmelzkleberschicht (2) ist auf dem zu versteifenden dünnen Blech (3) nach dem Durchlaufen durch den Ofen angeordnet.

    [0021] In Figur 2 ist die wellenförmige steife Schicht (1) zusätzlich durch eine obere Versteifungsplatte (4) und eine untere Versteifungsplatte (5) versteift. Auf der unteren Versteifungsplatte (5) ist die Schmelzkleberschicht (2) angeordnet, die mit dem zu versteifenden dünnen Blech (3) einstückig verbunden ist.

    [0022] In Figur 3 ist schließlich auf der oberen Versteifungs- platte (4) noch eine zusätzliche Entdröhnungsschicht (6) angeordnet.

    [0023] In Figur 4 ist auf der steifen Schicht (1) noch eine' weitere Wellblechschicht (7) angeordnet.

    [0024] In allen abgebildeten Ausführungsbeispielen besteht die steife Schicht (1) aus einem Wellblech.

    [0025] In Figur 5 ist ein weiteres Beispiel der Erfindung gezeigt. Auf einem zu versteifenden dünnen Blech 3 ist wiederum eine Schmelzkleberschicht 2 angebracht. Auf dieser Schmelzkleberschicht 2 ist eine aussteifende Schicht 8 angeordnet, die hier beispielsweise eine Honigwabenstruktur besitzen kann und aus einzelnen Körpern 9 mit z.B. sechseckigem Querschnitt besteht. Die Dicke dieser aussteifenden Schicht 8 beträgt beispielsweise 1o mm; als Material für diese aussteifende Schicht 8 kann vorzugsweise Aluminium-Folie oder ein dünnes Aluminium-Blech verwendet werden.

    [0026] Im folgenden sind Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den Figuren aufgeführt:

    Beispiel 1:



    [0027] Bei dieser beispielhaften Ausführungsform, die der Fig.2 entspricht beträgt die Dicke des auszusteifenden Bleches 0,6 mm.

    [0028] Die Abmessung des Aussteifungsteils beläuft sich auf 2o x 6o cm.

    [0029] Das Material besteht aus Stahlblech.

    [0030] Die Dicke der Schichten 4;1 und 5 beträgt jeweils 0,3 mm.

    [0031] Die Hohe der Wellen der steifen Schicht 1 beträgt etwa 5 mm, von Wellental zu Wellenberg beträgt damit der Abstand ca. 1o mm.

    [0032] Die Dicke der Aufschmelz- und Ausgleichsschicht beträgt 2 mm.

    [0033] Das Material besteht aus einer thermoplastischen Masse aus Bitumen, Kunstharzen und Füllstoffen z.B. Kreide.

    Beispiel 2:



    [0034] Nach diesem Beispiel besteht das aussteifende Blech aus solchem einer Dicke von 0,6 mm, das kugelförmig durchgewölbt ist mit einem Krümmungsradius von 2000 + - 1 mm. Das Aussteifungsteil 3 hat eine Abmessung von 3o x 80 cm, die aussteifende Schicht besitzt Honigwabenstruktur einer Dicke von ca. 1o mm. Das Material aus dem die aussteifende Schicht in Honigwabenstruktur besteht ist Aluminiummit folie mit einerDicke von 0,2 mm. Diese Ausführungsform ist in Figur 5 beschrieben. Nach einer weiteren Ausführungsform hat die Ausgleichs- und Klebeschicht eine Dicke von 3,5 mm; das Material besteht aus einer wärmehärtenden bei 150°C vernetzenden Kunststoffpaste.


    Ansprüche

    1. Mehrschichtiges flächenhaftes Aussteifungsteil,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß es aus einer steifen Schicht (1) besteht, die auf mindestens einer Seite eine plastifizierbare und/ oder plastische Schicht (2) aufweist.
     
    2. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die plastifizierbare und/oder plastische Schicht (2) eine Schmelzkleberschicht ist.
     
    3. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Schmelzkleberschicht (2) im erhärteten Zustand schallschluckend ist.
     
    4. Aussteifungsteil nach Anspruch 1 - 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die plastifizierbare und/oder plastische Schicht (2) thermoplastisch ist.
     
    5. Aussteifungsteil nach Anspruch 1 - 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die plastifizierbare und/oder plastische Schicht (2) duroplastisch ist.
     
    6. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß als plastische Schicht eine breiartige und unter Hitzeinwirkung austrocknende und/oder vernetzende Dispersion angeordnet ist.
     
    7. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß als plastische Schicht ein in der Wärme durch Trocknung aushätendes Material angeordnet ist.
     
    8. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß als plastische Schicht ein unter bzw. nach Wärmebehandlung auskristallisierendes und dabei härtendes Material angeordnet ist.
     
    9. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß als plastische Schicht ein austrockendes und gleichzeitig auskristallisierendes Material angeordnet ist.
     
    10. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die plastifizierbare und/oder plastische Schicht Klebeeigenschaften aufweist
     
    11. Aussteifungsteil nach mindestens einem der Ansprüche 1 - 10,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß auf einer Seite der steifen Schicht (1) eine Entdröhnungsschicht (6) angeordnet ist.
     
    12. Aussteifungsteil nach mindestens einem der Ansprüche 1 - 11,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die steife Schicht (1) als Sickenblech, insbesondere Wellblech ausgebildet ist.
     
    13. Aussteifungsteil nach Anspruch 12,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die wellenartige Struktur mit mindestens einer die Wellenberge tangential berührenden und mit den Wellenbergen fest verbundenen Schicht versehen ist.
     
    14. Aussteifungsteil nach Ansprüchen 12 und 13,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß zwei Wellenstrukturen kreuzförmig übereinanderliegen und an den Berührungspunkten fest miteinander verbunden sind.
     
    15. Aussteifungsteil nach Anspruch 14,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Doppelwellenstrukturen mit mindestens einer die Wellenberge tangential berührenden und mit diesen festverbundenen Schicht versehen sind.
     
    16. Aussteifungsteil nach mindestens einem der Ansprüche 1 - 15,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die steife Schicht (1) eine Honigwabenstruktur besitzt.
     
    17. Aussteifungsteil nach mindestens einem der Ansprüche 1 - 16,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die steife Schicht (1) aus einem Kunststoff-Hartschaum besteht.
     
    18. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die plastifizierbare und/oder plastische Schicht Antidröhneigenschaften aufweist.
     
    19. Aussteifungsteil nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 18,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die steife Schicht (1) auf beiden Seiten eine . Entdröhnungsschicht mit akustischem Verlustfaktor aufweist.
     
    2o. Aussteifungsteil nach einem ider mehren der Ansprüche 1 bis 19,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß auf einer Seite der plastischen und/oder plastifizierbaren Schicht eine zusätzliche Kleberschicht angeordnet ist.
     
    21. Aussteifungsteil nach Anspruch 20,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß als Kleberschicht eine Heißsiegelkleberschicht angeordnet ist.
     
    22. Aussteifungsteil nach Anspruch 2o,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß als Kleberschicht eine Haftkleberschicht angeordnet ist.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht