[0001] Die Erfindung betrifft ein mehrschichtiges flächenhaftes Austeifungsteil, das dadurch
gekennzeichnet ist, daß es aus einer steifen Schicht besteht, die auf mindestens einer
Seite eine plastifizierbare und / oder plastische Schicht aufweist. Diese Schicht
besteht vorzugsweise aus einer Schmelzkleberschicht, die nach einer weiteren bevorzugten
Ausführungsform im erhärteten Zustand schallschluckend ist.
[0002] Diese plastifizierbare und / oder plastische Schicht kann thermoplastisch oder auch
duroplastisch sein.
[0003] Bei einer weiteren bevorzugten Ausführungsform ist als plastische Schicht eine breiartige
und unter Hitzeeinwirkung austrocknende und / oder vernetzende Dispersion angeordnet.
Als plastische Schicht kann bevorzugtermaßen ein in der Wärme durch Trocknung aushärtendes
Material angeordnet sein.
[0004] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann als plastische Schicht ein unter
Wärme bzw. nach einer Wärmebehandlung auskristallisierendes und dabei härtendes Material
angeordnet sein, das zu einer festen Verbindung mit dem auszusteifenden Blech führt.
[0005] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann als plastische Schicht ein austrocknendes
und gleichzeitig auskristallisierendes Material angeordnet sein.
[0006] Die plastifizierbare und / oder plastische Schicht kann Klebeeigenschaften aufweisen.
Nach einer weiteren Ausführungsform ist auf einer Seite der steifen Schicht eine Entdröhnungsschicht
angeordnet.
[0007] - Nach wieder einer anderen bevorzugten Ausführungsform ist die steife Schicht als
Sickenblech, insbesondere als Wellblech ausgearbeitet.
[0008] Dabei kann die wellenartige Struktur mit mindestens einer die Wellenberge tangential
berührenden und mit den Wellenbergen fest verbundenen Schicht versehen sein.
[0009] Ferner können zwei Wellenstrukturen kreuzförmig übereinanderliegen und an den Berührungspunkten
fest miteinander verbunden sein.
[0010] Es können ferner die Doppelwellenstrukturen mit mindestens einer die Wellenberge
tangential berührenden und mit diesen fest verbundenen Schicht versehen sein. Nach
einer weiteren bevorzugten Ausführungsform kann die steife Schicht eine Honigwabenstruktur
besitzen; Sie kann ferner aus einem Kunststoff-Hartschaum bestehen.
[0011] Schließlich kann die plastifizierbare und / oder plastische Schicht Antidröhneigenschaften
aufweisen.
[0012] Das erfindungsgemäße Aussteifungsteil kann ferner dadurch gekennzeichnet sein, daß
die Aussteifungsschicht auf beiden Seiten eine Entdröhnungsschicht mit akustischem
Verlustfaktor aufweist.
[0013] Das erfindungsgemäße Aussteifungsteil kann ferner auf einer Seite der plastischen
und / oder plastifizierbaren Schicht eine zusätzliche Kleberschicht aufweisen, wobei
diese Kleberschicht gegebenenfalls eine Heißsiegelkleberschicht ist; es kann ferner
als Kleberschicht eine Haftkleberschicht angeordnet sein. Bislang wurde diese Versteifung
dadurch erzielt, daß das dünnwandige Blech mit Sicken versehen wurde. Dies ist jedoch
aus ästhetischen und/oder aerodynamischen Gründen oftmals nicht möglich. Desweiteren
wurden bislang die dünnen Bleche durch Aussteifungsteile aus Metall versteift; diese
Aussteifungsteile wurden in Form von Rippen auf die zu versteifenden dünnen Bleche
aufgeschweißt. Dies ist jedoch ein aufwendiger Arbeitsgang, der eingespart werden
soll. Versucht wurde auch schon; dünne Bleche durch Kunststoffbeschichtung auszusteifen;
hierzu wurden die Kunststoffe unter Erhitzung im erweichten Zustand auf die Bleche
aufgetragen. Nachteiligerweise besitzen jedoch die Kunststoffe bei gewöhnlicher Temperatur
nicht die gewünschte Steifheit.
[0014] Das neuerungsgemäße Aussteifungsteil soll Bleche aussteifen. Insbesondere in der
Automobilindustrie geht der Trend zu immer dünneren Blechen, insbesondere im Karroseriebau.
Solche dünnwandigen Bleche müssen jedoch versteift werden.
[0015] Eine Aufgabe der Erfindung ist es, ein mechanisch steifes Teil, insbesondere in Form
einer Versteifungsrippe aus Blech, zu schaffen, das ohne besonderen Arbeitsgang auf
das dünne zu versteifende Blech aufgebracht werden kann.
[0016] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß mindestens auf der einen Seite
einer steifen Schicht eine plastifizierbare und/oder plastische Schicht angeordnet
ist. Als steife Schicht kommt dann z.B. eine bekannte Metallrippe in Betracht. Dieses
er findungsgemäße Aussteifungsteil wird dann auf das zu versteifende Blech mit der
plastifizierbaren und/oder plastischen Schicht aufgelegt. Dies geschieht, bevor das
zu versteifende Blech einen Lacktrocknungsofen zu-durchlaufen hat. Im Durchlauf durch
diesen Ofen erweicht dann die plastifizierbare und/oder plastische Schicht und verbindet
sich mit dem zu versteifenden Blech. Nach dem Erkalten ist das erfindungsgemäße Aussteifungsteil
einstückig mit dem zu versteifenden Blech verbunden.ohne daß ein besonderer Arbeitsgang
zur Befestigung notwendigist Die plastifizierbare und/oder plastische Schicht kann
sich unter der Wärmeeinwirkung insbesondere den Unebenheiten des zu versteifenden
Bleches anpassen; Sie wirkt somit auch als Ausgleichsschicht. Eine genaue Anpassung
der steifen Schicht auf die Form des zu versteifendenBleches ist daher nicht notwendig.
[0017] Als Material der plastifizierbaren und/oder plastischen Schicht eignen sich insbesondere
thermoplastische Stoffe, Pasten auf Dispersionsbasis, die bei erhöhter Temperatur
austrocknen und vernetzen, ferner Duroplaste die also unter erhöhter Temperatur aushärten,ferner
auch breiartige Mischungen, die unter Temperatureinwirkung austrocknen und/oder auskristallisieren
und zu mechanisch festen Verbindungen führen.
[0018] Die Entdröhnungswirkung des erfindungsgemäßen Aussteifungsteils kann noch dadurch
erhöht werden, daß auf der anderen Seite der steifen Schicht eine zusätzliche Entdröhnungsschicht
angeordnet ist.
[0019] In den Figuren 1 bis 5 sind beispielhafte Ausführungsformen der Erfindung dargestellt.
[0020] In Figur 1 ist die wellenförmige steife Schicht (1) auf der Schmelzkleberschicht
(2) zu erkennen. Diese Schmelzkleberschicht (2) ist auf dem zu versteifenden dünnen
Blech (3) nach dem Durchlaufen durch den Ofen angeordnet.
[0021] In Figur 2 ist die wellenförmige steife Schicht (1) zusätzlich durch eine obere Versteifungsplatte
(4) und eine untere Versteifungsplatte (5) versteift. Auf der unteren Versteifungsplatte
(5) ist die Schmelzkleberschicht (2) angeordnet, die mit dem zu versteifenden dünnen
Blech (3) einstückig verbunden ist.
[0022] In Figur 3 ist schließlich auf der oberen Versteifungs- platte (4) noch eine zusätzliche
Entdröhnungsschicht (6) angeordnet.
[0023] In Figur 4 ist auf der steifen Schicht (1) noch eine
' weitere Wellblechschicht (7) angeordnet.
[0024] In allen abgebildeten Ausführungsbeispielen besteht die steife Schicht (1) aus einem
Wellblech.
[0025] In Figur 5 ist ein weiteres Beispiel der Erfindung gezeigt. Auf einem zu versteifenden
dünnen Blech 3 ist wiederum eine Schmelzkleberschicht 2 angebracht. Auf dieser Schmelzkleberschicht
2 ist eine aussteifende Schicht 8 angeordnet, die hier beispielsweise eine Honigwabenstruktur
besitzen kann und aus einzelnen Körpern 9 mit z.B. sechseckigem Querschnitt besteht.
Die Dicke dieser aussteifenden Schicht 8 beträgt beispielsweise 1o mm; als Material
für diese aussteifende Schicht 8 kann vorzugsweise Aluminium-Folie oder ein dünnes
Aluminium-Blech verwendet werden.
[0026] Im folgenden sind Ausführungsbeispiele in Verbindung mit den Figuren aufgeführt:
Beispiel 1:
[0027] Bei dieser beispielhaften Ausführungsform, die der Fig.2 entspricht beträgt die Dicke
des auszusteifenden Bleches 0,6 mm.
[0028] Die Abmessung des Aussteifungsteils beläuft sich auf 2o x 6o cm.
[0029] Das Material besteht aus Stahlblech.
[0030] Die Dicke der Schichten 4;1 und 5 beträgt jeweils 0,3 mm.
[0031] Die Hohe der Wellen der steifen Schicht 1 beträgt etwa 5 mm, von Wellental zu Wellenberg
beträgt damit der Abstand ca. 1o mm.
[0032] Die Dicke der Aufschmelz- und Ausgleichsschicht beträgt 2 mm.
[0033] Das Material besteht aus einer thermoplastischen Masse aus Bitumen, Kunstharzen und
Füllstoffen z.B. Kreide.
Beispiel 2:
[0034] Nach diesem Beispiel besteht das aussteifende Blech aus solchem einer Dicke von 0,6
mm, das kugelförmig durchgewölbt ist mit einem Krümmungsradius von 2000 + - 1 mm.
Das Aussteifungsteil 3 hat eine Abmessung von 3o x 80 cm, die aussteifende Schicht
besitzt Honigwabenstruktur einer Dicke von ca. 1o mm. Das Material aus dem die aussteifende
Schicht in Honigwabenstruktur besteht ist Aluminiummit folie mit einerDicke von 0,2
mm. Diese Ausführungsform ist in Figur 5 beschrieben. Nach einer weiteren Ausführungsform
hat die Ausgleichs- und Klebeschicht eine Dicke von 3,5 mm; das Material besteht aus
einer wärmehärtenden bei 150°C vernetzenden Kunststoffpaste.
1. Mehrschichtiges flächenhaftes Aussteifungsteil,
dadurch gekennzeichnet,
daß es aus einer steifen Schicht (1) besteht, die auf mindestens einer Seite eine
plastifizierbare und/ oder plastische Schicht (2) aufweist.
2. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die plastifizierbare und/oder plastische Schicht (2) eine Schmelzkleberschicht
ist.
3. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schmelzkleberschicht (2) im erhärteten Zustand schallschluckend ist.
4. Aussteifungsteil nach Anspruch 1 - 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die plastifizierbare und/oder plastische Schicht (2) thermoplastisch ist.
5. Aussteifungsteil nach Anspruch 1 - 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die plastifizierbare und/oder plastische Schicht (2) duroplastisch ist.
6. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß als plastische Schicht eine breiartige und unter Hitzeinwirkung austrocknende
und/oder vernetzende Dispersion angeordnet ist.
7. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß als plastische Schicht ein in der Wärme durch Trocknung aushätendes Material angeordnet
ist.
8. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß als plastische Schicht ein unter bzw. nach Wärmebehandlung auskristallisierendes
und dabei härtendes Material angeordnet ist.
9. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß als plastische Schicht ein austrockendes und gleichzeitig auskristallisierendes
Material angeordnet ist.
10. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die plastifizierbare und/oder plastische Schicht Klebeeigenschaften aufweist
11. Aussteifungsteil nach mindestens einem der Ansprüche 1 - 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf einer Seite der steifen Schicht (1) eine Entdröhnungsschicht (6) angeordnet
ist.
12. Aussteifungsteil nach mindestens einem der Ansprüche 1 - 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß die steife Schicht (1) als Sickenblech, insbesondere Wellblech ausgebildet ist.
13. Aussteifungsteil nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die wellenartige Struktur mit mindestens einer die Wellenberge tangential berührenden
und mit den Wellenbergen fest verbundenen Schicht versehen ist.
14. Aussteifungsteil nach Ansprüchen 12 und 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei Wellenstrukturen kreuzförmig übereinanderliegen und an den Berührungspunkten
fest miteinander verbunden sind.
15. Aussteifungsteil nach Anspruch 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Doppelwellenstrukturen mit mindestens einer die Wellenberge tangential berührenden
und mit diesen festverbundenen Schicht versehen sind.
16. Aussteifungsteil nach mindestens einem der Ansprüche 1 - 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß die steife Schicht (1) eine Honigwabenstruktur besitzt.
17. Aussteifungsteil nach mindestens einem der Ansprüche 1 - 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die steife Schicht (1) aus einem Kunststoff-Hartschaum besteht.
18. Aussteifungsteil nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die plastifizierbare und/oder plastische Schicht Antidröhneigenschaften aufweist.
19. Aussteifungsteil nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß die steife Schicht (1) auf beiden Seiten eine . Entdröhnungsschicht mit akustischem
Verlustfaktor aufweist.
2o. Aussteifungsteil nach einem ider mehren der Ansprüche 1 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf einer Seite der plastischen und/oder plastifizierbaren Schicht eine zusätzliche
Kleberschicht angeordnet ist.
21. Aussteifungsteil nach Anspruch 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Kleberschicht eine Heißsiegelkleberschicht angeordnet ist.
22. Aussteifungsteil nach Anspruch 2o,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Kleberschicht eine Haftkleberschicht angeordnet ist.